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Legend of Kay  


Info
Autor 3+
 2
 1.5
 2
Gesamt (14 votes) 1
 1.8
 1.6
 2
Name:Legend of Kay
Genre: Jump n Run
Produkt: Vollversion
Release: 2005/02
Publisher: JoWooD
Entwickler: Neon Studios
Hardware: Playstation2
System: Playstation2
Sprache: Multilingual
USK: 12
Herstellerscreens
Legend of Kay (review von yak)

Mit Software aus Deutschland verbindet man eher Aufbau- und Wirtschaftssimulationen, auch wenn die letzten Jahre diesem Vorurteil mit wirklich herausragenden Titeln wie Gothic, Yager, SpellForce oder FarCry entgegenwirkten, kommt "Good Ol' Germany" trotzdem nicht so recht von seinem "Anno"- Dasein 'runter. Da überrascht es doch, dass sich nun Jahre nach dem Giana Sisters "Mario Brothers" Klon ein deutsches Team daran versucht, den alteingesessenen Entwicklern den Kampf anzusagen. Die Konkurrenz ist groß und mit hervorragenden Titeln auch mehr als mächtig. Hat sich bei den NextGen Konsolen merkwürdigerweise die Playstation2 in diesem Genre breiter und besser in der Titelwahl manifestiert, als der einstige Genreprimus Nintendo mit Mario, Donkey Kong & Co, geht der Sieg jetzt an die Sony-Konsole, die mit Titeln wie Jak & Daxter, Sly Racoon oder Ratchet & Clank eindeutig die Nase vorne haben, zumindest was Exklusivtitel betrifft. Die Xbox spielt hier mit dem GameCube nur die zweite Geige. Titel wie Blinx, Voodoo Vince oder Mario Sunshine sind sicher gut, aber auch keine absoluten Meisterwerke, wie Nintendo sie zumindest noch mit Mario 64, Banjo Kazooie oder Donkey Kong 64 auf dem Nintendo 64 produzierte. Auch konnte Microsoft mit dem Kauf des Entwicklerstudios Rare keine Innovationserfolge verbuchen (Grabbed by the Ghoulies). Dass Jump & Runs aber, trotzdem viele der Spiele mittlerweile in die dritte Folge gehen, dennoch mehr oder weniger Ladenhüter sind, wissen die Publisher sicher mit einem weinenden Auge zu berichten und nicht umsonst fallen da recht schnell nach Release die Preise, auch wenn die Produkte durchaus gelungen sind. Im letzten Jahr gab es zudem noch wirkliche Vorzeigeprodukte mit "Tak und die Macht des Juju" oder "Sphinx und die verfluchte Mumie", die jedoch keine konsolengebundenen Exklusivtitel waren. Dass der deutsche Entwickler Neon (Mr. Nutz, Tunnel B1) dann auch mit seinem Titel "Legend of Kay" exklusiv die Playstation2 bedient und sich zugleich mit den großen und guten Konkurrenztiteln in den Ring begibt, ist mehr als mutig. Ob die Entwickler es geschafft haben, mit der Kampfkatze Kay den Konkurrenten die Krallen zu zeigen, soll unser Review klären.

Kampfkatzennovice Kay, gerade sehr mit seiner Ausbildung zu einem mächtigen Krieger beschäftigt, wird mehr als zaghaft aus seinen Träumen gerissen, als die üblen Gesellen von Shuns Gorillaarmee gemeinsam mit den miesen Ratten des tückischen Rattenkönigs Tak seine Heimatinsel Yenching im Sturm übernehmen. Unheil naht und es scheint keinen Ausweg zu geben, doch Kay kann nicht zusehen, wie die Unterdrückung seines Volkes ohne Gegenwehr erfolgt und so macht er sich allein gegen die Übermacht der Feinde auf, Widerstand zu leisten und mit Hilfe seines alten und weisen Lehrmeisters vollendet er seine Ausbildung. Er scheint gewappnet, den Mächten des Bösen entgegenzutreten und ihnen die Krallen zu zeigen, um ihnen gehörig in den Hintern zu treten, natürlich in bester Martial Arts Manier, denn das Auge "isst" ja schließlich mit.

Technik:

Die Neon Studios vertrauten auf bekannte und bewährte Technik und nutzte zur Realisierung die Renderware Engine, die ihre Stärken mittlerweile in vielen Produktionen zeigen konnte und ständig im Bereich Technik Up to Date gehalten wird. So wurde sie bereits in den bekannten GTA Games genutzt, sorgte bei Zanzarah für märchenhafte Locations. Igel Sonic rast in seinem neusten Abenteuer in High Speed durch die Level und die besonderen graphischen Qualitäten konnte man kürzlich bei der Spielumsetzung zum Pixar Film "Die Unglaublichen" bestaunen. Designer Peter Molyneux vertraute der Renderware Engine scheinbar mehr, als seiner Eigenentwicklung für Black & White, denn er realisiert damit zur Zeit das Spiel "The Movies". Die Engine ermöglicht zudem einfache Konvertierungen zu den unterschiedlichen Plattformen, von PC bis zum Gamecube. Neon hat sich diese solide Technik dann auch zu nutze gemacht, eine solide graphische Gestaltung zu präsentieren. So findet man eindrucksvoll und abwechslungsreich gestaltete Orte, von unterirdischen Katakomben, Tempelanlagen, gefährlichen Sümpfen, fremden Städten, Schiffen auf hoher See, Stränden und Wäldern bis hin zum friedlichen Heimatdorf Yenching. Alles wurde farbenfroh und detailreich im Comiclook gestaltet, jedoch wirken die Locations dennoch ein wenig zu statisch und hätten durch ein paar bewegliche Objekte etwas mehr Lebendigkeit ins Geschehen bringen können. Hier und da mal ein Mühlrad, das sich dreht oder ein klappernder Fensterladen wäre nett. So findet man nur spielrelevante Objekte wie bewegliche Plattformen oder Gegner in Bewegung. Hier wäre sicher mehr möglich gewesen, die Welt etwas glaubwürdiger und damit auch atmosphärischer zu gestalten. Lediglich das Wasser bildet hier die Ausnahme, kommt aber zudem nur selten vor.

Die Figuren sind durchweg gut und auch besonders charismatisch umgesetzt. Die fiese Oberrate sieht auch entsprechend fies aus und erinnert wohl nicht ganz unbeabsichtigt mit ihren verschlagenen Blicken der Ratte aus Disney's "Basil der große Mäusedetektiv", die wiederum ein "Plagiat" von Schauspieler Vincent Price war. Das bullige Gorillaoberhaupt bewegt sich auch entsprechend und seine Auftritte erinnern auch eher an einen Elefanten im Porzellanladen. Leider sieht man jedoch einigen Figuren ihre Polygonarmut an und sie wirken ein wenig eckig, was besonders in den Zwischensequenzen bei Unterhaltungen mit den NPCs auffällt. Hier erscheint z. B. Kay Schwanz eher wie ein Vierkanteisen und gerade auch in den Dialogsequenzen bemerkt man das größte graphische Defizit, das sich zum Glück jedoch nur in diesen Szenen bemerkbar macht. Hier ist die Animation grottenschlecht und scheint aus lediglich drei Animationsphasen zu bestehen. Unterhält sich Kay z. B. mit einem NPC, dann nimmt die Kamera eine starre Position ein und die Figuren bewegen sich, ganz im Gegensatz zur restlichen Präsentation, wie in der Frühphase der Augsburger Puppenkiste. Hände runter, Hände hoch, Hand nach links, Hände runter, Hände hoch, Hand nach links. Immer wieder in gleicher Folge wie in den Gründerjahren der Animatronics. Ein paar Close Ups oder eine Kamerafahrt hätten hier zumindest ein wenig Dynamik gebracht, doch so ist es einfach nur schlecht und langweilig, besonders auch, weil viele der Dialoge zu lang gezogen und inhaltsleer werden, so dass man sie nach einiger Zeit bereits vorzeitig wegdrücken will, weil sie spielerisch wenig beitragen und sich wirklich ein wenig wie altes Kaugummi unterm Schuh ziehen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Dem 304. Hasen zuzuhören, wie er sich für seine Befreiung bedankt, dazu in einer einschläfernden "schnellen" Aussprache, bremst den Spielspass hier wirklich unnötig aus. Anders dagegen sind die Animationssequenzen, die neue Gegner oder Endbosse ankündigen. Diese sind großartig umgesetzt und geschmeidig animiert. Ein extrem krasser Gegensatz zu den Dialogsequenzen, die mehr als unfertig wirken. Ebenso erfreulich sind die Animationen im Spiel selbst, Kay wehrt Schläge geschickt ab, rollt sich zur Seite oder hinter den Feind, um ihn zu schnappen und mit einer Angriffskombo in die Luft zu werfen, um ihn dann mit dem Schwert zu bearbeiten. Gegner fallen um, rappeln sich auf oder verlieren einen Teil ihrer Rüstung, wenn Kay sie geschickt attackiert. Hier gibt es nichts zu meckern.

Etwas spärlich und gewöhnungsbedürftig wird die Story mittels Zwischensequenzen weitererzählt, die an Comicstrips erinnern. Das sieht zwar schick und stylisch aus, verkauft das Spiel dennoch unter Wert und lässt die Story blasser und statischer erscheinen, als sie wirklich ist. Mir hätte hier die Spieleengine zum "Erzählen" der Story wesentlich besser gefallen.

Auf der Soundseite kann Legend of Kay durchweg trumpfen. Passende Geräusche, von klirrenden Waffen und stimmungsvollen Ambientesounds, runden gemeinsam mit der gelungenen Musik und den guten Synchronsprechern die Atmosphäre ab. Die Musik bietet heroisch orchestrale Themen, die in unterschiedlichen Variationen zu hören sind, ebenso wie etwas stillere, sehr gut orchestrierte, fast elegische Kompositionen während der Sumpflevelpassagen . Dabei orientieren sich die Kompositionen an fernöstlichen Klängen, die jedoch mit genügend "Hollywood-Pfeffer" gewürzt werden. Ingesamt eine sehr gute musikalische Untermalung. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen und wurde von dem renommierten Synchronstudio Violetmedia realisiert. Alle Hauptcharaktere sind mit passenden Stimmen von bekannten Synchronsprechern besetzt und so darf Torsten Münchow z. B. seinen Bariton für den Gorillaboss in Schwung bringen und Dirk Meyer intoniert den Helden Kay, während Sabine Bohlmann ihm als heldenhafte Su Ling zur Seite steht. Etwas übertrieben finde ich jedoch die zu exzessive Nutzung von Dialekten, die ein wenig zu gekünstelt bei den Nebencharakteren wirken. Die "französischen" Frösche sind da noch sehr gelungen, jedoch gefiel mit der "englische" Drache weniger. Dennoch bei allen Hauptfiguren eine sehr gelungene Synchronarbeit. Ein wenig ärgerlich empfand ich jedoch in diesem Zusammenhang, dass die Kampfdialoge, wenn die Gegner unseren Helden z. B. verbal runtermachen wollen, nur in den mit der Engine erzählten Zwischensequenzen erfolgen. Die witzigen und passenden Aussprüche hätte ich lieber direkt im Kampf gehört, was zudem den Spielablauf etwas lebendiger erscheinen lassen würde.

Ein wirkliches Lob muss man den Entwicklern aber zur Steuerung aussprechen, besonders, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um ein Erstlingswerk handelt und gerade 3D Jump & Runs hier oft Defizite aufweisen. Nicht so bei Legend of Kay. Kay steuert sich fast perfekt, keine Millimeter genaue Fummelarbeit ist nötig, um die Figur sicher durch die Level zu begleiten. Sie reagiert spontan und großzügig, verzeiht kleinere Fehler gerne und die Padbelegung ist durchdacht und einfach gestaltet, so dass die vielen Kampfkombos keinerlei Frust aufkommen lassen. Lediglich bei Sprüngen aus dem Wasser gab es kleinere Probleme, da man hier keinen Doppelsprung ausführen kann, den man sonst gerne zur Nachjustierung der Sprungrichtung nutzt. Beim Verlassen von Wasser geht dies nicht und so springt man oft schon mal gegen die Brüstung und landet wieder im Wasser. Ärgerlich, da manche Levelbereiche ein ziemlich genaues Timing verlangen und man nicht unbegrenzt schwimmen kann und schlimmstenfalls dabb "absäuft". Allgemein ist die Steuerung jedoch mehr als gelungen.

Dennoch gab es bei Legend of Kay einige technische Probleme, die nicht unerwähnt belieben sollen. Allen voran die Kameraführung, die in engen Räumen zum Teil katastrophale Ausmaße annahm. In den weiträumigen Außenarealen gab es so gut wie keine Probleme, wenn Kay jedoch in einigen Räumen oder Gängen seine Abenteuer zu bestehen hat, endet dies oft im absoluten Chaos, bzw. in Situationen, in denen man den zu begehenden Weg nicht einsehen konnte. So lässt sich die Kamera zwar manuell nachjustieren, vor Wänden macht sie jedoch halt und kann diese nicht durchdringen, bzw. in den Transparentmodus schalten, wie andere Games dies praktizieren. Damit war die manuelle Kamera in vielen Innenräumen so gut wie nutzlos und ein Nachjustierversuch endete oft darin, dass die Kamera sich selbst so "dämlich" positionierte, dass man Kay zwar sehr gut von vorne betrachten konnte, den zu bewältigenden Weg jedoch nicht. Oft war hier einfach ein Sprung ins "Blaue" notwendig, denn in vielen Passagen war auch die Egosicht-Funktion deaktiviert, die eigentlich der besserer Übersicht dienen soll. Zudem gab es auch noch einen Soundbug, der vereinzelt auftrat und Soundsamples wiederholt in abgehackter Form abspielte. Dies führte zwar nicht zu spielerischen Beeinträchtigungen, nervte aber dennoch. Ein Dialog mit NPCs oder ein Levelwechsel sorgte hier jedoch oft für Abhilfe. Einen Logikbug gab es noch im Sumpflevel. Bewältigt man dort die Quests in einer anderen Reihenfolge, als wohl ursprünglich von den Designern vorgesehen, erscheint das bereits gelöste Quest nach Vollendung der eigentlich davor liegenden Aufgabe trotzdem noch als "offen", auch wenn es keinen Einfluss auf den weiteren Ablauf hatte. Ärgerlich war in einem Endkampf mit einer Riesenstatue zudem die Überladung mit Spezialeffekten, die nicht nur die ansonsten recht stabile Framerate in den Keller brachte, sondern auch mit den Feuer- und Explosionseffekten ein gezieltes und geplantes Spielen so gut wie unmöglich machte, weil man weder Freund noch Feind erkennen konnte. Eindeutig zu viel an dieser Stelle. Zu klein und "fisselig" empfand ich auch die Darstellung der Levelkarte, die zwar die Zielrichtuing grob angab, ansonsten aber unnütz und wenig dienlich war. Ebenso die Anzeige des aktuell gewählten Items, dargestellt durch eine kleine, schlecht zu unterscheidende Graphik, bei der eine zusätzliche Textinfo fehlt und man so im Eifer des Gefechtes schon mal übersehen kann, ob man jetzt vielleicht gerade einen Berserkertrank in Händen hält oder doch eine Hornissenflasche.

Gespielt werden kann "Legend of Kay" in vier unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, wobei die Einstellung "Normal" auch für geübte Spieler noch herausfordernd bleibt und ich hier die Kritik anderer Rezensenten nicht nachvollziehen kann, die "Legend of Kay" als zu einfach empfanden, zumal sie auch nicht erwähnt haben, dass das Spiel mehre Schwierigkeitsgradoptionen anbietet. Wohl auf "einfach" gespielt ;)

Gespeichert wird wahlweise per Autosave an bestimmten ausreichend verteilten Speicherpunkten, sobald man sich ihnen nähert oder auch manuell, wozu ich rate, denn die Autosavefunktion bereitet in meinen Augen mehr Probleme, als sie dienlich erscheinen mag, denn es wird nach jedem Levelwechsel automatisch gespeichert und der alte Spielstand überschrieben. Ärgerlich, wenn man den Level noch gar nicht verlassen wollte, weil man noch nach Secrets suchen wollte oder man im Kampf zu viel Items verschwendet hat. Ein manuelles Speichern ist trotz des Autosave dennoch möglich, eine manuelle Wahl ist aber sinnvoller, vor allem auch deswegen, weil die Speicherpunkte zugleich Energieladeterminals sind und man so manchmal ungewollt speichert, obwohl man nur "auftanken" wollte.

Gameplay:

Legend of Kay ist eine gelungene Mixtur aus Jump & Run und Kampfeinlagen, wobei jedoch der Schwerpunkt in den Kämpfen zu finden ist. Rätsel und Knobeleinlagen sind eher spärlich vertreten. Kay startet seine Abenteuer in seinem Heimatdorf, wo ihm auch in Form kleinere Quests die Steuerung und das Kampfsystem nahe gebracht werden. Der heldenhafte Kater beherrscht nicht auf Anhieb alle Moves und muss sie sich erst verdienen, wobei seine "Ausbildung" jedoch fast schon nach dem Tutorial beendet ist und er danach kaum noch etwas dazulernt, was die Charakterentwicklung leider etwas unter Wert verkauft und er so nach dem Tutorial im Prinzip nur noch seine Lebensenergie und Magievorrat im Kombination mit neuen Waffen ausbauen kann. Hier hätte man sich etwas mehr einfallen lassen können und Special-Moves oder Gadgets über die gesamte Spieldauer verteilen können. Kay lernt, wie man den Doppelsprung vollführt, schwimmt, klettert, an Seilen schwingt oder auf widerspenstigen Wildschweinen reitet. Bei seinem Lehrmeister übt er die Kunst des Kämpfens, was gleichzeitig auch das Highlight des Spiels darstellt, denn selten habe ich ein so gelungenes, forderndes und auch abwechslungsreiches Kampfsystem gespielt, wie in "Legend of Kay", das zudem auch absolut flüssig von der Hand geht. Kay kann Hiebe mit der Waffe ausüben, Attacken aus der Hocke vollführen, sich zur Seite rollen oder sogar hinter den Feind rollen, um ihn dann von hinten zu ergreifen, um seine Panzerung zu umgehen oder ihn zu schnappen und gekonnt durch die Luft zu schleudern, nur um ihn dann mit der Waffe zu bearbeiten. Spezialattacken runden das Bild ab und sind auch nötig, um Schwachstellen der Feinde auszunutzen. Blocken, ausweichen, eine Rolle hinter den Feind und dann zuschlagen oder auch mal die magische Attacke oder ein Finishing-Move anwenden, ist Bedingung für siegreiche Konfrontationen, wobei der magische Angriff ein wenig variationsarm ist und sich lediglich auf die Blitzattacke beschränkt, dessen Einsatz zudem magische Energie verbraucht. Kay beginnt mit einem Schwert, findet jedoch im weiteren Spielverlauf Krallen und auch einen Hammer, der jedoch sehr langsam in der Anwendung ist, dafür aber hohen Schaden verursacht. Die Waffen können in den Händlershops durch Upgrades der Angriffstärke verbessert werden. Die Krallen sind hingegen nicht sehr stark, jedoch liegt ihr Vorteil darin, dass sie auch im Wasser genutzt werden können.

Besonders gelungen ist das Kombosystem im Kampf, das die Kämpfe wesentlich taktischer macht und zudem auch zwingend für die Lösung einiger Aufgaben oder auch das Besiegen von Levelbossen notwendig ist. Erledigte Gegner ergeben einen Kombobonus und der Kombozähler erhöht sich jeweils um die Zahl der erlegten Gegner. Der Vorteil im Komboangriff ist jedoch, dass sich Kay damit blitzschnell zwischen den Gegnern bewegen kann. Ein Pfeil zeigt auf den nächsten potentiellen Gegner und per Richtungsauswahl und Aktivierung des Komboangriffs springt Kay so schnell dort hin, dass selbst Jackie Chan dagegen alt aussieht. Furios kann er so zwischen den Gegnern hin und her springen und selbst die Luft stellt damit keine Grenze dar, denn auch Angreifer an sonst nicht zu erreichenden Stellen werden so problemlos erreicht, was auch für einige Puzzles und Secrets genutzt werden muss. Besonders auch bei den Levelbossen, deren empfindlicher Punkt meist an sonst nicht zu erreichender Stelle liegt. Also erst einmal den Kampf auf das "Kanonenfutter" eröffnen, um so den Counter anständig in die Höhe zu bringen, damit man mit einem ordentlichen Kombofight-Wert, der ebenso auch die Angriffsstärke erhöht, Jagd auf schwere Gegner machen kann, was eine nicht zu unterschätzende taktische Variante darstellt. Die Gegner KI ist dabei ordentlich umgesetzt. So gibt es Gegner die blocken, fliehen oder auch mal mit Bomben angreifen, da ist die schnelle Flucht vor einer Bombendetonation mittels der Komboattacke meist der letzte Ausweg, sich schnell aus dem Gefahrenbereich zu entfernen. Hilfreich im Kampf sind auch diverse Items, die man entweder in zerstörten Gegenständen finden oder im Laden kaufen kann. So gibt es Bomben, mit denen man z. B. auch versteckte brüchige Felswände öffnen kann, Hornissenflaschen, deren Inhalt, einmal geöffnet, auf Gegner losgeht oder auch als Ablenkung dient, sollte man selbst einmal in ein Hornissennest geraten. Der Berserkertrank macht kurzzeitig stärker und ein Energiedrink füllt die Lebensenergie wieder auf. In den Shops kann man u. a. auch Rüstungen kaufen, die jedoch nach ein paar Treffern zerstört werden oder seine Lebens- und Magieleiste um zusätzliche Punkte erweitern. Ein lustiges Gimmick ist der Dämonentrank, der nach Nutzung versteckte Portale in andere Dimensionen anzeigt, in denen man nach Schätzen suchen kann. Geld findet man bei erledigten Gegnern oder zerstörten Gegenständen.

Wie bereits erwähnt ist die Komboattacke auch für die Puzzle notwendig. So lassen sich manche Kisten z. B. nur mit einer bestimmten Mindesthöhe des Kombocounters öffnen. Es gibt jedoch dazu auch noch so genannte Zhongs, die ebenfalls den Counter hochsetzen. Sie werden meist dazu benutzt, um bestimmte Levelbereiche zu erreichen. Hier gilt es dann, von einem zerstörten Zhong zum nächsten zu "zappen" und so sogar durch die Lüfte sonst nicht zu bezwingende Abgründe zu überschreiten. Schwieriger wird es später (und dann auch manchmal schon etwas nervig), wenn Zhongs hinzukommen, die sich nur durch eine bestimmte Waffenart zerstören lassen und man so während des Hin- und Herspringens auch noch die Waffe wechseln muss.

Erscheint der Levelaufbau anfangs noch recht offen und entsteht der Eindruck, dass man sich in einer frei begehbaren Welt bewegt, relativiert sich dies jedoch bereits nach kurzer Spielzeit und Legend of Kay wird zu einem recht linearen Game. Durfte man anfangs noch im Dorf und in den angrenzenden Gebieten hin und her laufen, ist es später, mit kleinen Ausnahmen, nicht mehr er Fall, was wirklich schade ist, denn es wäre sicherlich möglich gewesen, auch vom Storyverlauf, das Gameplay so anzulegen, dass man die bereits besuchten Orte auch wieder aufsuchen kann, ähnlich wie bei vergleichbaren Games wie z. B. Tak und die Macht des Juju oder auch Sphinx und die verfluchte Mumie. Bei Legend of Kay ist das nicht möglich und einmal verlassene Level stehen nicht mehr zur Verfügung, um danach noch nach nicht gefundenen Secrets zu suchen oder die letzten Kristalle einzusammeln, bzw. optionale Bonusaufgaben zu lösen, um besondere Waffen zu erhalten. Das reduziert Legend of Kay leider auf ein völlig lineares Spielerlebnis, was zudem durch die recht einfach und simple Levelgestaltung noch verstärkt wird. Zwar wurden die Orte schön und abwechslungsreich in Szene gesetzt, doch sind Levelaufbau und darin zu bewerkstelligende Aufgaben recht einfache Kost und das Forscherherz bekommt wenig geboten. Es gibt oft nur einen Weg und die "Räume" sind zudem recht klein gehalten. Kein Vergleich mit den bereits erwähnten Spielen oder beispielsweise mit den Dungeons aus der Zelda Serie. Im Vergleich zu dem schönen Kampfsystem ist der Levelaufbau leider nur eine Light-Variante und es gibt wenig zum Knobel oder Forschen, von ein paar sehr offensichtlichen Secrets einmal abgesehen. Damit liegt, wie schon gesagt, der Schwerpunkt bei Legend of Kay wirklich in den Kampfsequenzen, denn auch richtig fordernde Kletter- und Hüpfeinlagen sind eher selten. Die Quests sind leider ebenso zaghaft in Szene gesetzt. Befreie alle Frösche, finde den Schlüssel zur Tür oder aktiviere alle Katzenstatuen, um z. B. den Wasserspiegel in der Stadt zu erhöhen, damit das Schiff passieren kann. Das ist auf Dauer mehr als eintönig und immer nur Katzenstatuen zu aktivieren, ist nicht so prickelnd. Hier waren die Designer etwas einfallslos. Warum nicht mal durch bestimmte Aktionen eine Maschine selbst in Gang bringen, wie es z. B. aktuell im "Spyro: A Heroes Tale" sehr gekonnt umgesetzt wurde, in dem man ein Wasserrad durch gezielte Sprünge in Gang bringen musste. Bei Legend of Kay hat man da leider immer nur das selbe vorgesetzt bekommen. Katzenstatuen hier aktivieren oder Katzenstatuen dort, selbst für die Bonusaufgaben (bessere Waffen) musste man wieder Katzenstatuen, jetzt jedoch besser versteckt, aktivieren. Ein wenig Abwechslung gab es da nur in den Katakomben, in denen man die Richtung des Wasserflusses ändern musste, um Türen damit zu öffnen oder auch schon mal ein paar Kisten auf Schalter zu schieben, damit sich Feuerbarrieren auflösten. Insgesamt aber zu wenig und so tendierte der Spielablauf zumeist dahin, in einer Arena die Gegner zu besiegen, um einen Schlüssel zur nächsten Tür zu erhalten oder aber... Katzenstatuen.

Gewünscht hätte ich mir auch für das Rätsellösen den Einsatz von Gadgets oder den Waffen, wie man es aus vergleichbaren Games kennt. Es gab zwar Ansätze, wie das Öffnen brüchiger Bodenfliesen mittels des Hammers, doch insgesamt zu wenig und zu einfallslos. Hier wäre viel mehr möglich gewesen. Ein paar trickreiche Fallen und ein etwas kniffeliger und verschachtelterer Levelaufbau würden Wunder wirken. Dafür waren jedoch die Bossfights recht schön in Szene gesetzt. So musste man die durch ein Amulett "mutierten" Gegner dadurch schwächen, in dem man das Amulett mit der Waffe bearbeitet. Doch genau das ist nicht immer so problemlos zu erreichen. Der wütenden Eber trägt das Amulett geschützt unter seinem Bauch uns so ist es kaum zu erreichen. Es sei denn, man springt beherzt auf ihn zu, krallt sich an seinem Maul fest und schlägt mutig auf das glühende Amulett ein. Das hört sich schwieriger an, als es ist, wurde aber von den Entwicklern großartig umgesetzt, da hier einige Szenen mit Skriptabläufen kombiniert wurden und man nach dem Angriff automatisch einige Zeit an der "Eberlippe" hängt, um dann den Angriff zu starten. Das wirkt jedoch alles sehr flüssig umgesetzt, so dass man kaum den Eindruck hat, hier etwas Vorgefertigtes serviert zu bekommen, da man immer noch darauf achten muss, nicht von ihm überrollt oder von seinen Hauern aufgespießt zu werden.

Anfangs recht lustig, später jedoch eher nervig, empfand ich die "Minigames", die als Levelverbindung dienten. So musste man auf einem Wolf, Wildschwein oder Drachen reiten und unter Zeitdruck eine bestimmte Hindernisstrecke bewältigen. Die Steuerung in diesen Sequenzen empfand ich im Gegensatz zur sonstigen etwas zu schwammig und unpräzise. Hat mein einen Etappenpunkt verpasst, war das Rennen gelaufen und nicht mehr zu schaffen. Zudem musste man, sollte man irgendwo kollodieren und herunterfallen, das Rennen komplett neu starten. Bei doch sehr langen Abschnitten mehr als ärgerlich, denn Respawnpunkte oder Savepoints gab es dabei nicht. Zudem war es oft auch notwendig, die Strecke "auswendig" zu lernen, denn sie war nicht immer gut und vorausschauend einsehbar. Zudem waren die Minispiele vom Konzeot auch immer gleich und wenig abwechslungsreich, da inhaltsgleich, ausser vielleicht der Tatsache, dass man beim Drachenritt fliegt und schiessen kann.

Sammelt man in den Leveln noch genügend Kristalle ein, kann man sich im Optionsmenü noch Specials wie Konzeptgraphiken und Musiken freispielen.

Ein Widerspielwert ist, sollte man beim ersten Durchlauf nicht alle optionalen Aufgaben gelöst haben, auch durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade, noch gegeben.

Fazit:

Legend of Kay ist für ein Erstlingswerk der Entwickler im Genre der 3 D Jump & Runs eine ordentliche Leistung. Eine mehr als stimmige Steuerung und ein fabelhaftes Kampfsystem sorgen für gelungene Unterhaltung. Liebevolle Charaktere und eine atmosphärisch umgesetzte Spielewelt sorgen für ca. 15 Stunden Spielspass mit schöner Graphik und tollem Sound. Dennoch gibt es ein paar Defizite, die im Bereich der Levelgestaltung und Charakterentwicklung zu finden sind. Nach der ersten Hälfte ist ein wenig die "Luft raus" und die Entwickler haben es nicht so recht in den Griff bekommen, den Spieler mit frischen Ideen und Gadgets mit neuen Überraschungen bei Laune zu halten, da es wenig Weiterentwicklung gibt. Die Knobelaufgaben und Levelgestaltung sind dazu leider ein wenig zu gradlinig und bieten wenig Herausforderung, auch wenn sie stimmungsvoll und graphisch abwechslungsreich in Szene gesetzt wurden. Es reduziert sich leider größtenteils darauf, Katzenstatuen zu aktivieren, Schlüssel zu finden oder die Kampfarenen von Gegnern zu säubern. Neue Optionen wie zusätzliche Moves oder weitere magische Fähigkeiten werden nicht geboten und so ist Kay mit seinem "Latein" spieltechnisch schon nach der Hälfte der Spielzeit vom Evolutionszug abgesprungen. Dennoch ist Legend of Kay ein empfehlenswertes Spiel geworden, das besonders durch das Kampfsystem und stimmige Bossfights Laune macht, es jedoch beim Ideenreichtum nicht mit der Konkurrenz aufnehmen kann, wenn man z. B. an Tak, Sphinx oder Pitfall denkt. Zudem ist die Konkurrenz bei der Playstation2 in diesem Spielgenre mehr als stark und daher ist es verwunderlich, warum JoWooD mit "Legend of Kay" einen "PS2-Exclusivtitel" veröffentlicht. An der multiplattformfähigen Renderware Engine kann es nicht liegen und so würde sich "Legend of Kay" sicher gut auf der Xbox machen, denn dort tummeln sich nicht so viele hochkarätige Jump & Runs wie auf der PS2, womit der Titel am Markt sicher eine bessere Chance hätte. Legend of Kay ist dennoch ein empfehlenswertes Spiel, das sicher auch durch die Option der vier unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade für eine etwas breitere Spielergruppe interessant wird. Positiv ist auch, dass der Preis an der unteren Grenze der Vollpreistitel angesiedelt ist. Für eine mögliche Fortsetzung würde ich mir aber wünschen, dass die Level kniffliger und komplexer werden und mehr Knobelaufgaben enthalten, ebenso wie eine etwas differenziertere Charakterentwicklung, die sich über den gesamten Spielverlauf entwickelt.


Geschrieben am 25.02.2005, Testkonfiguration: Playstation2
 



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