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Legend- Hand of God  

Rückseite ]

Info
Autor 3+
 1.5
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 2
Gesamt (11 votes) 3+
 1.5
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 1.5
Name:Legend- Hand of God
Genre: Action Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2007/10
Publisher: Anaconda
Entwickler: Master Creating
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 2Ghz, 1GB RAM, 256 MB PixelShader3, HD 4000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Patch: 1.03 Beta
Bemerkung: auch als Collectors Edition erhältlich
USK: 16
Legend- Hand of God (review von jan)

Nachdem ich mit Avencast viel Spaß hatte, wanderte mein Blick über die restlichen Action Rollenspiele aus dem Jahre 2007 und ich sah, dass es zu Legend - Hand of God hier noch keine Besprechung gab…

Also sagte ich mir, mittlerweile sollten Patches ja das gerade gebogen haben, was ggf. bei Veröffentlichung im Argen lag - nun diese Annahme bewahrheitete sich nicht ganz, aber es war jedenfalls interessant zu spielen, zu sehen was sich seit Restricted Area getan hatte, wo man scheinbar auf Kritik gehört hatte - und wo nicht. Stichwort Kritik und Restricted Area, ronin schloss seinen Text damit ab, dass er nicht verstand, warum jenes Spiel trotz technischer Mängel und anderer Schwächen doch recht positiv und hoch in den deutschen Magazinen bewertet wurde, ich will meinem Text voran stellen, dass ich wiederum erstaunt bin, dass Legend z. B. damals bei der PCGames (Restricted Area Wertung 82) mit 69 Punkten nicht mal eine 70iger Wertung zugestanden wurde.

Zur Story:

Im schönen Lande Aris leben Elfen, Zwerge, Orks und Menschen nun, nicht wirklich friedlich miteinander, denn dazu sind Orks von Natur aus zu sehr Stinkepeter, aber es gibt schlimmere Gegner als Orks und dies wären Dämonen. Diese überrannten schon einmal Aris, als ein Elfenmagier zusammen mit ein paar Zwergen ein Portal öffnete - damals konnten die Dämonen nur mühsam von den Menschen zurückgeschlagen werden und das Portal behelfsmäßig durch eine heilige Flamme blockiert werden. Diese heilige Flamme wurde auf Geheiß des Menschenkönigs Targon entzündet, nachdem der mit seiner Streitmacht den sich zurückziehenden Dämonen durchs Portal gefolgt war. Diese Flamme wird Jahre später im Intro des Spieles ausgeblasen, worauf ein zweites Mal die Dämonenbrut in Aris einfällt. Den Dämonenansturm waren die Hüter der Flamme nicht gewachsen, sodass bald alle niedergestreckt umher lagen und es nun an einem Novizen, der aufgrund einer Weihezeremonie auswärtig war und Tags darauf zurückkam, liegt, die Welt zu retten. Dieser Novize heißt übrig auch Targon, was darauf hinweist, dass er wohl doch kein gewöhnlicher Novize ist und es später mal eine größere Enthüllung geben wird. Vorerst hat der Spieler es erstmal so hinzunehmen, genauso wie nicht darauf eingegangen wird, warum der junge Targon seit Jahren eine Lichtelfe als ständige Begleitung hat: das ist halt so. Es wird auch nicht darauf eingegangen, warum man diese Heilige Flamme nicht einfach wieder entzündet, warum sie so einfach ausgemacht werden konnte, genauso wenig wie erklärt wird, warum halt diese so leicht zu löschende Flamme damals eingesetzt wurde. statt das Portal mit der Hand Gottes (damit können nicht nur Engländer besiegt werden) zu schließen. Jetzt soll auf jeden Fall diese Gotteshand benutzt werden und darum wird Targon (der Novize) von seinem schwer verwundeten Lehrmeister beauftragt, diese (in 3 Einzelteile zerbrochene) Ikone zu beschaffen.

Die beiden Renderintros des Videos sind sehr schön, wer aber hofft so wie bei Restricted Area weitere als Zwischen- und Endsequenzen präsentiert zu bekommen, wird enttäuscht. Zwischensequenzen an sich gibt es nicht (d.h. auch nichts Längeres in Spielegrafik geskriptet), die Handlung wird rein durch Dialoge vorangetrieben, und die Endszenen kurz vor und kurz nach dem Bosskampf sind jeweils nur wenige Sekunden lang. Nach dem ersten (und zweiten) Durchspielen springt das Spiel in den nächst höheren Schwierigkeitsgrad und beginnt bezüglich Story von vorn.Scheinbar gefallen hat die Story dem "Spieleverfilmer" Uwe Boll, denn der hat sich die Filmrechte dazu gesichert - merkwürdig, da er ja schon bei "Schwerter des Königs" mit der Enthüllung bei "Farmer" den gleichen (vorhersehbaren) Storytwist verbraten hat, wie er auch bei Targon daher kommt. Ich selbst habe nur zur normalen Ausgabe des Spiels gegriffen, der Collectors Edition liegt neben Soundtrack CD und Rubbeltattoo auch eine Hörspiel CD bei, von der man nur Gutes liest - ich wäre aber auch so der Falsche um Hörspiele zu bewerten. Aber vielleicht werden da Storyzusammenhänge ausführlicher erklärt als im Spiel.

Sound:

Diesmal der Sound vor der Grafik, da ja auch das groß angepriesene Feature des Spieles die Stimme von Cosma Shiva Hagen ist (mit rotem Siegel auf dem Cover und mit extra Poster der jungen Dame in der Packung). Bisweilen kann mich deren Stimme, bzw. die in mancher Situation gewählte Stimmlage, schon mal nerven, aber im Großen und Ganzen machte sie ihren Job, so wie auch alle anderen Sprecher, sehr gut. Es gab auch mehrere Dialoge von Targon und der Lichtelfe Luna (so der Name der Figur, die Fräulein Hagen spricht), die ich wirklich gut gemacht fand und die mitunter allein das Spielen wert sind. Gefallen haben mir auch Dialoge, wie der mit einem Soldaten in der Wüste: "Es ist heiß wie der Sommer von Ra Ul" Was war der Sommer von Ra Ul" "Oh der Sommer von Ra Ul - das war eine Hitze, da ist das hier nichts dagegen" "Aber ihr sagtet doch…egal" Nur beim Einsatz von sich wirklich oft wiederholenden Sachen, wie Kommentare zu gefundenen Gegenständen hätte man etwas dosieren oder variieren können, auch werden Wegbeschreibungen beim Überqueren einer bestimmten Stelle (und man läuft manche Stelle wie den Stadtkern sehr oft an) jedes mal neu ausgelöst (sind scheinbar Infos, die nicht Savegame geschrieben werden). Auch bei der Musik steht es wie mit der Sprachausgabe, schön beim ersten Hören, weiß zu gefallen beim zweiten, drittem Mal, aber wenn zu oft das Gleiche wiederholt wird, flacht die Begeisterung deutlich ab…klingt nach Herr der Ringe und Co - hat aber nicht die "Substanz".

Grafik:

Legend sah und sieht wirklich nicht schlecht aus, vergleichbar etwa mit Titan Quest, das rund ein Jahr früher erschien und erweitert um Spielereien wie Softshadows und Speedtree. Nur ist die Performance auch mit Schatten auf niedrig, deaktivierter Vegetationsanimation, deaktiviertem "Ultra HDR" etc. deutlich schlechter als eben Titan Quest mit allen Grafikoptionen auf hoch. Auf meinem Rechner, der bezogen für das Erscheinungsjahrl 2007 zumindest halbwegs solide ist, hatte ich mit meiner normalen Monitorauflösung von 1680*1050 und allen angebotenen Grafikoptionen im Startmenü auf niedrig Frameraten um die 10 und dabei das Gefühl einer etwas schwammigen Steuerung, mit Runterdrehen auf 1024*768 war eine halbwegs konstante 20 zu erzielen, mit 800*600 eine durchschnittliche 30 und ein Ende der Mouseträgheit - aber das war dann wirklich nichts mehr für's Auge (selbst für meins, das ja in der Regel nicht die großen Ansprüche stellt). Unser Andy spielte es auch gerade und kam mit seiner aktuellen Maschine (2 Jahre jünger als das Spiel und alles andere als leistungsschwach) auf durchschnittliche 30 Bilder pro Sekunde bei hohen Einstellungen. Es ist anzunehmen, dass das dynamische Licht der große Hardwarefresser ist, konnte man dies bei Restricted Area noch deaktivieren (was ich tat, damit mehr als nur ein kleiner Lichtkreis um die Spielfigur in den dunklen Räumen sichtbar war) so hat man dies bei Legend nicht gestattet - es war ja Designentscheidung, dass eine "Lichtelfe" den Spieler begleitet, somit als Mousezeiger fungiert und die Gegenden auszuleuchten hat. Manch einer wird es sehr atmosphärisch finden, ich fand es in den Dungeons ( 2 mal gibt es Höhlenabschnitte als Verbindungsstücke zwischen Outdoor Settings und 3-4 mal sind Bossgegner in 4ten Untergeschossen irgendwelcher Bauten zu besuchen) eher nervig, da die Ausleuchtung nicht mal reichte, die Minimap in der oberen rechten Bildschirmecke richtig zu erkennen und man mit der Lichtelfe umherwedeln musste, um den Weg zu sehen. Außerdem kann es halt passieren, dass man zwecks Laufbefehleingabe mit Mouse an den rechten oder linken Bildrand klickte und dadurch mit seiner Spielfigur erstmal komplett im Dunkeln stand.

Die Outdoorlevel, die mehr als 2/3 ausmachten und in denen ich mich zu 90 % des Spiels aufhielt, waren aber nett dargestellt, es gab saftiges Grünland, Berg-, Eis-, Wüsten- und Sumpflandschaften. Wie mittlerweile Standard sah man natürlich auch die jeweils angelegten Ausrüstungsgegenstände an der Spielfigur. 2-3 Mal passierte es, dass mitten im Spielen die gesamte Figur verschwand und man sich nur noch am geworfenen Schatten orientieren konnte. Diese "Unsichtbarkeit" verschwand nach dem nächsten Laden des Spielstands wieder, was daher nicht so ärgerlich war, nur wenn man halt gerade reichlich Feind zerhackt hatte und noch eine gute Strecke als "Schatten" bis zum nächsten Runenstein vor sich hatte, um das bisher Erreichte nicht zu verlieren.

Das Thema Patches - Stand Mai 2009:

Wie eingangs beschrieben, hatte ich gewartet, um zu sehen, was da noch "geradegepatcht" wird - ich spielte damals die Demo, die so schlecht bei mir lief, dass ich vom Spiel erstmal Abstand hielt. Die eben beschriebene Performance bezieht sich auf die gepatchte Version 1.2 - in Sachen Performance hatte sich eigentlich nur dahingegen etwas getan, dass nur mehr Sachen im Grafikoptionsmenü deaktivierbar waren und es dadurch etwas flüssiger lief. In den Grafikoptionen (im Startmenü) sind aber auch nach dem Patch noch nicht alle Möglichkeiten anwählbar, wer HDR und Wettereffekte ausschalten will, muss dies per Hand in der Option.dat machen (Datei danach auf schreibgeschützt setzen) Viel gebracht hat mir das Editieren per Hand aber nicht, auch der im offiziellen Forum geäußerte Tipp, es im Fenstermodus zu spielen, hat zumindest bei meinem System keine Verbesserung bewirkt. Auch andere gleichwertige und etwas bessere Systeme hatten und haben da scheinbar mit ähnlicher Performance zu kämpfen. Der letzte Patch 1.2 erschien Anfang 2008, ein Patch 1.3 war lange in Aussicht gestellt (Aussage Entwickler: "wenn spanische, französische Version lokalisiert sind"…), erschien aber nicht. Neben der Performance und schon erwähnten Verschwinden der Spielfigur hatte ich noch das lustige Erlebnis, einfach durch das geschlossene Tor beim Friedhof laufen zu können. Ich habe aber trotzdem natürlich die Quest gelöst, die mir den entsprechenden Schlüssel einbrachte und dann auch noch mal ordentlich aufgeschlossen. Weniger lustig war das Hängenbleiben an einer Säule in der Krypta, was nur durch ein Neuladen damit nochmals durch die Krypta laufen behoben werden konnte. Auch Bossgegner blieben schon mal irgendwo hängen - da es sich um relativ fiese Gegner (Drache, Kaskaras, Endgegner) handelte, war ich etwas unentschlossen, ob ich mich ärgern oder freuen sollte.

Gameplay:

Legend ist Hack&Slay Gameplay mit einer (zumindest am Anfang) ordentlichen Anzahl von Nebenquests, was mir gut gefiel. Mancher Tester hat es als zu kurz kritisiert, was ich nicht nachvollziehen kann, ich kam beim Durchlauf im Schwierigkeitsgrad "normal" auf etwa 20 h, bekam mehr als eine Handvoll Settings und Bossgegner präsentiert und erlebte 30 Levelaufstiege. Ich hatte eine Weile vorher am viel gelobten Titan Quest gesessen und bin dort phasenweise von Monotonie gepeinigt vom Stuhl geglitten ("Ich schnetzel hier schon ewig - bin ich immer noch nicht am nächsten wichtigen Punkt, häng ich immer noch im gleichen Setting mit den gleichen Gegnern und kommt der nächste Levelaufstieg immer noch nicht?"). Laut Entwickleraussagen hatte man Titan Quest gespielt und danach manchen Abschnitt (besonders Innenlevel) verkürzt - eine gute Entscheidung, zumal ich bei Einblendungen von "…- Ebene 1" sowieso eher die Beine in die Hand nahm, Gegnern links liegen lies und nur die nächsten Treppe im Blick hatte, bis ich dann "Ebene 4" erreichte, in der es jedes Mal einen Runenstein. d. h. Speicher/Reisepunkt gab und zwar direkt vor dem Raum mit dem Bossgegner. Dadurch kann man noch mal kurz zum Händler springen und ein paar Tränke nachkaufen, denn in längeren Kämpfen sind meist Unmengen davon nötig.

Etwas enttäuschend fand ich die magere Belohnung bei Zwischengegnern, die Erfahrungspunkte sind wie für das Gegnererschlagen an sich nur relativ gering, und auch erbeutete Gegenstände sind meist eher mittelmäßig. Dafür waren im Gegenzug die Chancen bei einem Standardgegner oder einer x beliebigen Truhe etwas Nettes zu finden, recht hoch. Einen jeweils deutlichen Ertrag auf's Punktekonto gab das Erfüllen von Quests. Von daher machte ich mir auch oft den Spaß und kleidete mich vor dem Abholen der Belohung um, nahm da eine in den anderen Werten eigentlich schwache Krone und auch einen Schild an den Mann, da diese die Erfahrungsgewinne um mehrere Prozente steigerten. Platz genug für solche Inventarspielereien hatte man, denn Ausrüstungsgegenstände, die man zwar vorerst nicht anziehen wollte (oder konnte), die aber zu schade zum Verkaufen waren, konnte man bei einem fliegenden Händler zwischenlagern, der dafür wirklich reichlich Stauraum hatte. Wo man in der Inventar- und Stauraumgröße sich im Vergleich zu anderen Spielen wirklich nicht hat lumpen lassen, wurde auf der anderen Seite eine "Besonderheit" von Restricted Area beibehalten, die ersten 10 Flaschen von Heil und Manatränken belegten überhaupt keinen Inventarplatz (hängt man sich scheinbar an den Gürtel), jede weitere Flasche aber jeweils einen, d. h. keine Stapelung - das entspricht zwar dem wirklichen Leben… aber ob das sein muss.

Deutlich besser als in Restricted Area hat man es (genreüblich) mit der freien Spielwelt gelöst. Trat man im Cyberpunk Universum schon mal auf der Stelle, weil Zwischengegner XY momentan zu dick war, man aber nirgendwo anders "hochleveln" konnte als eben im Gebiet zu diesem Zwischengegner, dann lief man immer und immer wieder die gleiche Gänge entlang. In der Spielwelt Aris können alle schon besuchte Gebiete immer wieder durchkämmt werden, wobei auch die Schnellreise über aktivierte Runensteine recht komfortabel ausfällt. Wie erwähnt ist der Zugewinn durchs Gegnererschlagen nicht enorm, aber die Kriegskasse lässt sich gut füllen, die gefundenen Geldmengen im Anfangsgebieten sind nicht viel kleiner als in späteren Gebieten, Verstecke und Kisten werden auch jedes Mal neu aufgefüllt und da es sowieso nur ein Maß für Tränke gibt, kann man diese auch in Gebieten mit schwächeren Gegnern sammeln, falls man zu geizig zum Kaufen ist. Von daher ist im Vergleich zu anderen Titeln ein gewisser Anreiz, es später noch mal den alten Gegnern zu zeigen, wirklich vorhanden.

Das Kampfsystem "Cinematic Combat System" wurde durchweg als tolles Feature des Spiels angesehen - ich fand es für das Spielgenre eher überzogen. Es ist das erste Mal durchaus witzig anzusehen, wenn die Spielfigur in netten Animationen einem Zombie erst den einen Arm abhaut, dann den nächsten, dann den abgeschlagenen Kopf empor streckt, oder falls man den Schädel als erstes erwischt, der Zombie dann halt den Kampf etwas anders weiter bestreitet. Es ist auch nett, wenn die Spielfigur an größeren Gegnern hochspringt, man selbst auch mal auf den Hosenboden landet, wenn Gegner arg stürmisch sind usw. - aber wenn so viel Zeit in diese Animationen gesteckt wurde, dann ist auch die Gefahr groß, dass Kämpfe extra in die Länge gezogen werden, damit auch alle die Arbeit sehen und dies ist für meinen Geschmack geschehen, die 0815 Gegner hielten im Nahkampf meist zu viel aus, blockten zu viele Schläge ab. Auch darum bin ich öfters mal in alte Gebiete zurück, um den vorher zähen Gegnern doch noch zu zeigen, dass kein Gras mehr wächst, wo mein Recke hinhaut - ich bin es halt so aus Diablo 2 gewohnt, wo man mit seinem Barbar von Beginn an heftig kräftig in die Gegnerreihen schlägt.

Neben dem Umsichschlagen verschoss die Spielfigur bei mir die meiste Zeit Kettenblitze. Eigentlich hatte ich mich nach alter Gewohnheit für einen Krieger entschieden und dazu den Pfad des Glaubens, nur damit ich an die Heilfähigkeit kam und die Kombination a la "Paladin" passte ja auch bezüglich Story am besten zu Targon. In Legend levelt man 2 von 5 möglichen Talentbäumen (Krieger, Schurke, Magie, Wildnis, Glauben) gleichzeitig, d. h., man bekommt pro Levelaufstieg für jeden der beiden Talentbäume je einen Lernpunkt (im Gegensatz zum System in Restricted Area, wo es etwas umständlicher war) und so hatte ich, nachdem ich genug Punkte in die Heilung gesteckt hatte, "Punkte über" und lernte so eben jenen Blitz und später Kettenblitz kennen und schätzen.

Nahkampf ist besonders bei Bossgegnern nicht wirklich ratsam, egal wie gut Rüstungswerte sind, oft langt da ein Schlag von denen und ¾ der Lebensenergie sind weg, so dass man mit Heiltränke nachschütten gar nicht nachkommt. Von daher ist die Idee, dem Spieler ein Parallelleveln zweier Klassen durch die aufgeteilte Lernpunktvergabe vorzuschreiben, wirklich nicht schlecht, um immer eine Alternative zu haben. Etwas umständlich aufgrund des geringen Sichtfeldes empfand ich Fernkampf mit Bögen u. ä. (dazu benötigt es Wildnis). Man muss schon sehr nah ran, damit der Gegner im Bild ist und man das Ziel anvisieren kann (wohingegen Feinde von außerhalb des Bildschirms schießen können, d. h. eine größere Reichweite haben). Mit dem Kettenblitz aber kann man dann selbst durchs Übertragen des Blitzes von einem Feind auf anderen auch "hintere", noch außerhalb des Blickfelds stehende Gegner, beschädigen. Leider hat man sich beim Abrufen der Fähigkeiten nicht an Titan Quest (oder jedem x beliebigen MMORPG) orientiert, sondern blieb beim Konzept der "indirekten Schnelltasten", wie es bei Restricted Area und Diablo 2 zum Einsatz kam (Es gibt 3 "Auslösetasten" (Standard Mousetaste links, mitte, rechts) und die maximal 10 Schnelltasten wechseln nur die Belegung der Auslösetasten mit einer entsprechenden Funktion bzw. Fähigkeit).

Das Angebot an Gegenständen war in Ordnung. Es war nicht riesig, und das beliebte Verbessern von Gegenständen durch irgendwelche Edelsteine oder anderen Sachen wurde nicht angeboten, auch keine Verbesserung gegen reichlich Geld, wie noch bei Restricted Area - trotzdem hab ich wirklich einige Zeit beim Stöbern im Inventar, beim Vergleichen von gerade gefundenen, zu kaufenden und in Besitz befindlichen Sachen verbracht. Der Anteil von Gegenständen, die man mit seinen Klassen auch wirklich verwenden kann, war erfreulich hoch (als Negativbeispiel hatte ich vor kurzem Hellgate London) und auch den Anteil von magischen und sogar legendären Gegenständen fand ich ordentlich (Puristen würden ihn sogar als zu hoch empfinden). Etwas unglücklich fand ich kleine Designentscheidungen, wie z. B., dass man vergebene Lernpunkte zwar zurückkaufen kann, dabei aber alle zurückkaufen muss, was bei höheren Level (da wo man "Verskillen oft erst bemerkt) schon arg Löcher in die Kriegskasse schlägt, oder dass man beim Ausrüsten des Helden die Gegenstände nicht in entsprechen Slots, sondern direkt auf die eingeblendeten Spielfigur zieht. Das sieht im ersten Moment nett aus, aber praktisch ist es nicht, wenn man einfach nur den Schild ablegen will, man aber statt dessen mal die Rüstung mal die Handschuhe am Mousezeiger hängen hat. Richtig nervig empfand ich, dass Gegner der Spielfigur im Falle eines taktischen Rückzugs in der Regel ewig folgten und man in dem Fall nicht mal in Siedlungen auf Hilfe hoffen konnte, denn dort stationierte Wachen waren nur Dekoration und griffen nicht ein, auch wenn der Marktplatz von Orks wimmelte.

Meinung:

Schade dass der Titel damals nicht deutlich besser in den Wertungen abgeschnitten hat, verglichen mit Titan Quest macht es einiges wirklich besser (weniger Längen im Spiel, nette Nebenquests und Dialoge), vielleicht hätten dann die Entwickler auch mehr Arbeit in eine Nacharbeitung per Patches gesteckt, anstatt scheinbar die Segel zu streichen und eher auf das Browserspiel Legend online zu setzen. So kann man das Spiel auch heute nur unter dem Vorbehalt, dass es immer noch eines neueren "dicken" Rechners bedarf, und natürlich mit Verweis auf die im Text angeführten anderen Kleinigkeiten empfehlen - empfehlenswert ist es für Solospieler aber allemal. Einen Mehrspielerteil gibt es nicht.


Geschrieben am 27.05.2009, Testkonfiguration: Intel Dual Core E6300, Geforce 7600GT, 2GB RAM, Onboard Sound
 



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