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Info
Autor 4+
 1.5
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 1
Gesamt (34 votes) 3+
 1.4
 1.6
 1.6
Name:Largo Winch - Empire Under Threat
Genre: Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2002/09
Publisher: Ubisoft
Links: www.largowinch.com
Hardware: 300Mhz, 64MB RAM, 3D-Karte, HD 300 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Deutsch/Englisch
Bemerkung: auch für Xbox, Gamecube und PS2 erhältlich
USK: 12
Largo Winch - Empire Under Threat (review von look)

Anfangsequenz - Nerio´s Videotestament wird eingespielt - "Largo, wenn du dieses Band siehst, dann bedeutet das, daß ich tot bin. Alles wurde vorbereitet und du wirst der Hauptaktionär eines Multi-Milliarden Dollar Unternehmens sein (100 Milliarden um genau zu sein, Bill ist dagegen nur noch ein Stümper :)). Ich habe mein vollstes Vertrauen, daß diese Macht in deinen Händen bestens aufgehoben ist...

Einige Jahre später, der von uns gesteuerte Hauptprotagonist Largo Winch, gibt auf einer Pressekonferenz bekannt, daß das Hilfsprojekt für ein notleidendes Land angelaufen ist. Das ist der Anfang des Spieles, welches auf der seit 1990 laufenden Comicserie und der seit 2001 ausgestrahlten TV-Serie beruht. Die Hintergrundgeschichte zu dem Spiel wurde dabei übernommen. Die Story an sich bietet eigentlich alles, was man für ein spannendes Abenteuer benötigt, ein Adoptivkind (Largo) wird Zeit seines Lebens versteckt gehalten, denn sein Vater (Nerio) war einer der reichsten und mächtigsten Männer in der Finanzwelt, steckte aber auch tief in unlauteren Machenschaften, also eigentlich das Übliche, wenn man Unternehmensführer der "Group W" bleiben möchte. Nach seinem (eher unnatürlichen) Tod übernimmt der idealistische Largo seinen Platz, natürlich ist klar, daß man ihn nicht gerade willkommen heißt - ein junger Sproß, der keine Ahnung vom Geschäft hat und noch Moralvorstellungen besitzt. So will Largo die Machenschaften innerhalb der "Group W" aufdecken, mit Tatkräftiger Unterstützung seiner Freunde Simon, Joy, Kerensky und dem alten Freund seines Vaters John Sullivan.

Soviel zur eigentlichen Hintergrundgeschichte, kommen wir nun zum Spiel, das ganz unverfänglich beginnt. Nach einem Pressetermin ist erst mal die obligatorische Fete danach angesagt, die auch als Tutorial herhalten muß, dabei wir man mit der Spielsteuerung, dem eigentlichen Gameplay und den Nebenprotagonisten bekannt gemacht. Wie das immer so ist, muß natürlich etwas schief laufen (ich will hier nicht spoilern) und somit nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Im Verlauf dieses Abenteuers bereisen wir sehr unterschiedliche Locations, es geht nach Mexiko, Sibirien, NY, Sardinien usw.. Die Story entwickelt sich zu einem netten Verwirrspiel was erst mal zweigleisig läuft und erst zum Schluß einen Sinn ergibt. Leider fehlt es dabei ein wenig an Tiefe, der Plot zeigt sich wirklich als eine einstündige Fernsehfolge, denn mehr Story ist im Spiel auch nicht zu finden. Daher wirkt das Ganze etwas flach und gehetzt in der Erzählung bzw. Abhandlung der einzelnen Stationen. Als Adventure betitelt, besteht in erster Linie unsere Aufgabe natürlich darin, das große Rätsel zu entwirren und die kleinen Puzzlestücke zusammenzufügen. Dies gestaltet sich in der Form, dass wir durch die einzelnen Level ziehen und in typischer Adventuremanier unterschiedliche Sachen aufnehmen, Dinge kombinieren und mit den NPC kommunizieren, um voran zu schreiten.

Leider ist dieser Teil des Spiels wirklich mehr als dürftig ausgefallen. Das Inventar ist bei jeden neuen Hauplevel eigentlich leer, was die Sache ziemlich einfach macht, kommt man doch mit den Dingen, die nicht gerade viel an der Zahl und im gleichen Level zu finden sind, voran. Meist muß man ein, zwei Dinge miteinander kombinieren oder untersuchen und schon ist die gestellte Aufgabe gelöst - nicht gerade eine geistige Meisterleistung, die da von einem erwartet wird.

Alte Hasen in dem Genre werden sich dadurch etwas unterfordert fühlen, Einsteiger aber sicherlich schnell klarkommen. Schade eigentlich, da Adventure in letzter Zeit zwar wieder im Kommen sind, jedoch ist dies, denke ich, ein Beispiel dafür, dass ein zu leichter Rätselschwierigkeitsgrad der falsche Weg ist. Das Ganze wird aber durch ein paar Komponenten aufgelockert, oder auch erschwert, je nachdem, wie gut man diese sogenannten "Minispielchen" bewältigt. Aber der Reihe nach, fangen wir einfach mal mit dem sicherlich spaßigsten Teil dieser Minispielchen an- dem Hacken. Dabei hilft uns die CD von unserem Computerspezialisten Kerensky, der uns zwar nicht persönlich helfen kann, seine CD jedoch öffnet uns Tür und Tor in andere Netzwerke. Dabei handelt es sich um eine spielerische Übernahme verschiedener Knotenpunkte im Netzwerk. Das Ziel einer solchen Operation ist es, einen bestimmten Server oder mehrere aufzusuchen, zu hacken, die Daten zu entnehmen und wieder ungeschoren zum Ausgangspunkt zu gelangen, ohne dass man dabei von den Antivirenprogrammen und ihren Ablegern erwischt wird. Gut, das Ganze ist so unrealistisch gemacht worden, dass sich zwar jeder an den Kopf fassen dürfte, der sich ein wenig mit der Materie auskennt, aber als auflockernde Komponente ist es sehr gut geeignet und macht auch viel Spaß, da es eine gewisse Strategie erfordert, die man je nach Netz immer wieder modifizieren muß. In die gleiche Kerbe schlagen auch die Spielchen Poker und ein altbekanntes Bilderrätsel, wo man die Einzelteile so lange hin und her schieben muß, bis das Original zu sehen ist, oder auch das Türriegelspiel, wo man durch bewegen der Riegel eine Tür aufsperren muß. Jedoch sind die Riegel untereinander gekoppelt, also muß man erst mal das System dahinter erkennen. All diese Spielchen sind geschickt in das eigentliche Spiel integriert worden, lockern etwas auf und fordern wirklich mal den Geist, im Gegensatz zu den Rätseln.

Die andere wichtige Komponente ist eher actionlastig, daher passt das Game besser in die Rubrik Action/Adventure und nicht zwingend zu den "reinen" Adventuren. Dieser Teil des Gameplays läuft rundenbasiert ab. Dabei könnt ihr manchmal auf die Hilfe eurer Freunde Simon und Joy zurückgreifen, die jeweils einen sehr nützlichen Spezialmove beherrschen. Jedoch anders als bei den vorherigen Spielchen ist dies wohl abhängig von einem Zufallsgenerator, der entscheidet, ob ein Schlag trifft, wieviel Punkte ihr dem Gegner abziehen könnt, bzw. wieviel ihr bei einem Gegenschlag verliert. Das ist auch das größte Manko beim Kämpfen, man ist wirklich darauf angewiesen, dass man eine gute Linie zum Anfang bekommt, damit man genug Kraft hat, um zu überleben. Eine weitere Ungereimtheit ist, dass wir, nachdem man uns besiegte (und das passiert sehr oft), sofort das Zeitliche segnen, unsere Mitstreiter und Feinde jedoch nur K.O. gehen. Das ist das größte Frustpotenzial des ganzen Spieles, nicht, dass wir verlieren, sondern das jedesmal nach einem verlorenen Kampf der obligatorische "Game Over" Bildschirm erscheint und man danach erst mal alles wieder neu laden muss, immer und immer wieder, man merkt deutlich, daß das Spiel von einer Konsolenumsetzung her rührt, doch dazu später mehr.

Das war es auch schon im Großen und Ganzen, was man zum eigentlichen Spielprinzip sagen kann. Damit das Ganze nicht all zu dröge daher kommt, sind sehr viele Zwischensequenzen mit eingefügt worden, die aber immer wieder den Spielfluß unterbrechen, wieder ein altbekanntes Problem - das "Nicht-Abrechen-Können" von solchen Sequenzen. Keine Ahnung, warum so etwas immer noch in dieser Form gemacht wird. Die Zwischensequenzen im eigentlichen Spielverlauf wurden mit der Spielengine erstellt und laufen dann auch nahtlos in das Handlungsskript über, die Levelendsequenzen wurden vorgerendert und sehen bedeutend besser aus. Meistens kommt man in diesen Sequenzen weiter voran, sowohl mit noch anstehenden Rätseln, als auch mit der Story, da dort die Schlußfolgerungen der im Level gefundenen Daten noch mal interpretiert werden. Leider ist das Spiel so linear aufgebaut, dass es keine Chance gibt, eine Aufgabe auf verschiedene Arten zu lösen. Die Levelbegrenzung ist sehr eng gehalten, so dass man eigentlich immer auf das stößt, was als nächstes zu behandeln ist. So wird es ziemlich einfach und mit der Zeit langweilig.

Der größte Streßfaktor allerdings ist die bescheidene Steuerung. Wer mit der Tastatur spielen möchte, sollte sich wirklich überlegen, ob ein Joypad nicht geeigneter ist, denn um ehrlich zu sein, eine solche Steuerung habe ich noch nie gesehen, schlimm genug das man darauf gekommen ist, aber das man diese noch nicht mal umkonfigurieren kann, ist schon ein Meisterstück. Als Beispiel dazu, die Bewegungstasten sind nicht doppelt ausgelegt, man spielt auf den Pfeiltasten, die Bestätigungstaste ist auf "Space", die Hilfetaste dagegen auf F1, die PDA-Aufrufstaste auf ESC und die Untersuchentaste auf "Enter". Eine eigenartige Kombination und ganz bestimmt nicht gründlich durchdacht worden. Spielt man es wie vorgesehen mit einem Pad, ist es kein Problem mehr - Konsolenumsetzung sei dank.

Gespielt wird aus einer 3rd Person Sicht, wobei die Kamera meistens fest in einer Ecke des Raumes installiert wurde und mitschwenkt, wenn man andere Bereiche betritt. Dies wurde aber sehr sauber umgesetzt, wodurch fast der Eindruck einer Filmkamerafahrt entsteht. Das Hantieren mit den im Spiel befindlichen Optionen ist sehr einfach gehalten. Die Geschichte wird immer im mitgeführten PDA abgelegt und kann jederzeit abgerufen werden, auch die wichtigsten Notizen für den Spielverlauf werden dort abgelegt. Darüber hinaus kann man dort die Speicherfunktion finden, die fast überall im Spiel funktioniert (außer in Kämpfen, wo man zwar Speichern kann, der Spielstand jedoch nach dem Laden wieder am Anfang des Kampfes beginnt). Das Inventar ist so einfach wie nützlich, die Kombination wird per Auswahl der Komponenten durchgeführt, genauso funktioniert auch das Untersuchen. Leider ist die Anzeige von Dingen, die man im Spiel benutzen oder aufnehmen kann, etwas ungünstig geregelt worden, denn diese blinken zwar auf, wenn es jedoch kleinere Teile bzw. verdeckte Stücke sind, kann man sie sehr schnell übersehen.

Die Grafik läßt sich eigentlich nur noch mit durchschnittlich bewerten. Da hilft es nicht, dass man die Auflösung von 640 x 480 bei 16 Bit bis 2048 x 1536 bei 32 Bit fast stufenlos einstellen kann. Es wird zwar die Möglichkeit angeboten, die Texturkompression einzuschalten (soweit das die Graka mitmacht), den Texturfilter auf trilinear, anisotropisch oder bilinear, oder die Schatten detailliert, einfach oder keine umzustellen, jedoch dem Spiel selbst nutzt das alles herzlich wenig. Das Spiel wurde mit einem Framelimiter versehen, der das Ganze auf 30 Frames bremst, wozu jedoch dieses Feature tatsächlich eingefügt wurde, läßt sich mit der gebotenen Leistung nicht ergründen. Da zeigt sich mal wieder die Schwäche der Konsolenumsetzung, denn es wurden weder hochauflösende Texturen mit ins Spiel integriert, noch wurden die Polygonzahlen groß erhöht oder andere Spielereien mit eingefügt, wie z. B. dynamische Lichter oder gute Schattenberechnungen. Vielleicht wär eine wählbares FSAA besser gewesen, es täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass die PC-Umsetzung mal wieder nur ein Abfallprodukt der Konsole war und die gebotene Leistung weit hinter dem zurückgeblieben ist, was man eigentlich heutzutage erwarten dürfte. Selbst wenn man den Comicstil beibehalten wollte, so sollte man dem größeren Leistungsbereich eines PC´s Rechnung tragen.

Der Sound ist sehr stimmig gehalten, vielversprechend fand ich eigentlich, dass, anstatt eine schlechte Synchronisation zu machen, lieber auf die original englischsprachige Version zurückgegriffen wurde und nur die Untertitel eingedeutscht wurden. Auch die Hintergrundmusik z. B. beim Kämpfen oder Hacken ist nicht nervend. Es gab jedoch Unstimmigkeiten zwischen der Gesprächslänge und deren Animation und das verwundert doch sehr, ist man so etwas eigentlich nur von eingedeutschten Synchronisationen gewöhnt. Wie das jedoch bei der Originalversion passieren kann, ist mir ein Rätsel. Vielleicht hätte man daran noch ein wenig arbeiten sollen. Niemand verlangt eine Lippensynchronität, aber ein gewisser Standard sollte schon eingehalten werden. Schade ist zudem, dass man in der Spielkonfiguration nur die Soundoption an/aus hatte.

Kommen wir noch mal auf das schon häufiger erwähnte Problem der Konsolenumsetzung zu sprechen. Nicht nur, dass Steuerung und Grafik nicht dem Geforderten entspricht, nein, es gibt einige nervtötende Details, die das Frustpotential erhöhen dürften. Dazu zählt nicht nur die nicht wegklickbaren Zwischensequenzen oder der "Game Over" Bildschrim, sondern z. B. auch der Start des Games. Warum dort die Markennamen am Anfang nicht abzubrechen sind, könnte ich noch verstehen, aber warum muß ich jedesmal zum Anfang die Spielsprache auswählen, warum fängt danach jedesmal die Testamentsvorlesung wieder von neuem an und wieso braucht es 4 weitere Klicks bis das Spiel endlich mal meinen Speicherstand lädt? Wieso sind die Kämpfe bzw. das Ableben so umständlich gelöst worden und wieso kann man die Spielkonfiguration nur von außerhalb lösen, jedoch im Spiel selbst nur die Padsteuerung neu belegen?

Als Fazit läßt sich sagen, dass das Spiel von der Story eigentlich einiges an Potential gehabt hätte. Die Spieldauer ist mit knapp 10 bis 12 Stunden viel zu kurz, da die Adventureelemente aber so leicht geworden sind, ist dort auch nicht mehr zu erwarten. Einiges an Frustpotenzial bieten die Minispielchen vor allem bei den Kämpfen, obwohl sie auch den meisten Unterhaltungswert haben (sie lassen sich im Nachhinein auch erneut als als Bonus spielen). Die Umsetzung und Ausführung der PC-Version ist leider als mittelmäßig zu betrachten. Wer sich erhofft hatte, endlich mal wieder ein Adventure im guten Stil zu bekommen, wird leider enttäuscht. Mehr als durchschnittliche Kost bekommt man nicht geboten, alte Abenteurer dürften so unterfordert sein, dass sie es schnell durchgespielt haben und keine bleibenden Erinnerungen daran behalten dürften (mal ausgenommen die Tatsache, das Frust meist länger hängen bleibt).

Einsteiger und Neulinge in dem Genre könnte man es unter preislichem Vorbehalt empfehlen, jedoch gibt es sicherlich bessere Fische in dem fast ausgetrockneten Adventure-Teich. Falls ihr dennoch gewillt seit, euch dieses Spieles anzunehmen, so sei gesagt, dass es wohl kaum einen Unterscheid zwischen der PC-Version und der Konsolenumsetzung geben wird, weder inhaltlich noch grafisch. Leider kommt eine wirkliche Neubelebung des Genre durch solche Spiele nicht zu Stande, vielleicht gewinnt man aber mit solch leichten Anreizen wieder Abenteuerjünger, denn das Alter der Spielegemeinde sinkt auch nicht gerade :).


Geschrieben am 22.09.2002, Testkonfiguration: AMD1100, GeForce4 4200, 512MB Ram, SB Live 5.1
 



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