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Knights o.t.Old Republic  


Info
Autor 2+
 1.5
 1
 2.5
Gesamt (376 votes) 1
 1.7
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 2.5
Name:Knights of the Old Republic
Genre: Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2003/11
Publisher: Lucas Arts
Entwickler: BioWare
Links: starwars.com
Links: starwarsknights.com
Hardware: 1Ghz, 256MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 4000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Patch: 1.03
Bemerkung: auch für Xbox
USK: 12
Knights of the Old Republic (review von mountainking)

Das Weltall...unendliche Weiten...wir schreiben das Jahr...halt, Moment, falscher Film. Schnell noch die Kurve kriegen, bevor ich mit Hunderten Mails erzürnter Taschenlampenfechter überschüttet werde, die nichts blasphemischer finden als die Verwechslung von Klingonen mit Wookies. Aaalso: "Knights of the Old Republic" ist natürlich ein im Star Wars-Universum spielendes Action-RPG und statt "Warp 7, Mr.Data/ Zulu/ NonameimnächstenMomentbeimAngriffaufdieBrücke- Sterbender" zu aktivieren, schwebt man hier durch den Hyperraum.

Der von George Lucas entwickelte und clever vermarktete Mix aus diversen Mythologien und Science-Fiction eignet sich prinzipiell natürlich hervorragend für die Umarbeitung in ein Computerspiel: Gut und Böse, futuristische Technologie und "Magie", Weltraumschlachten. Hunderte bewohnter Planeten und so weiter, das Grundgerüst bietet jede Menge Raum. Es gibt wohl auch schlechtere Star-Wars-Adaptionen, die Jedi-Knight-Shooter zählen allerdings fraglos zu den besseren Spielen ihres Genres. Schon daher war ich gespannt, wie sich KOTOR, von den Neverwinter-Nights/Baldur's Gate Machern Bioware entwickelt, im Vergleich zu anderen Rollenspielen schlagen würde. Wie die neueren Filme zur Thematik setzt auch das Spiel handlungsmäßig vor der berühmten Ursprungstrilogie ein, geht allerdings noch sehr viel weiter zurück als selbst "Star Wars I - Die dunkle Bedrohung". Daher wird man weder Meister Yoda (leider) noch JarJar Binks (zum Glück) zu Gesicht bekommen. Allerdings existieren sowohl die Republik als auch die Jedi bereits, von der doppelseitigen "Macht" und den bösen Sith ganz zu schweigen. Der Einstieg ins Spiel erfolgt zünftig auf einem republikanischen Kreuzer, der gerade unter Beschuss geraten ist und im ersten Level bemüht man sich zunächst mal, eine Rettungskapsel zu erreichen. Diese Aufgabe verdrängt zwangsweise einige naheliegende Fragen, beispielsweise die, was man gestern zum Mittag gegessen hat oder auch die nach dem eigenen Namen. Dummerweise hat der Held nämlich das Gedächtnis verloren und mehr als ein kleiner informeller Crashkurs durch republikanische Soldaten ist zunächst nicht drin. Zumindest erfährt man, dass sich eine bekannte Jedi namens Bastila beim Konvoi befand, allerdings wohl abgestürzt ist und eventuell gefangengenommen wurde. Sie spielte und spielt eine besonders wichtige Rolle beim gegenwärtigen Kampf gegen die Sith, welche sich, nachdem die Bedrohung durch die kriegerischen Mandalorianer gerade gebannt wurde, anschicken, die Galaxis zu erobern. Angeführt wurden sie von 2 ehemaligen Jedi, Revan und Malak, die, nachdem sie zunächst in den mandalorianischen Kriegen die positive Wendungen gaben, unversehens der dunklen Seite verfielen. Da Revan durch ein Jedi-Kommandounternehmen, an dem auch besagte Bastila beteiligt war, ausgeschaltet wurde, hat nun sein Schüler Malak die Macht über eine beunruhigend wachsende Armee übernommen.

Scheinbar ist damit die Aufgabe des Spieles klar: Malak ausschalten und damit die Republik retten. Aber so simpel ist es dann doch nicht und das trägt ungemein zur Qualität des Spieles bei. Denn zum einen ist da ja immer noch die ungeklärte Identität des eigenen Charakters, der trotz seines Alters und ungemein schnell bei den Jedi aufgenommen wird und sogar zusammen mit der geretteten Bastila die wichtige Aufgabe bekommt, herauszufinden, wie Malak es schafft, seine Flotte ständig zu verbessern und vergrößern. Hier scheint eine uralte Technologie beteiligt zu sein, deren Spuren Revan und Malak kurz vor ihrer "Bekehrung" fanden. Rätselhafte Visionen, die sowohl Bastila als auch den sich selbst unbekannten Soldaten heimsuchen, enthüllen von Zeit zu Zeit wichtige Details im Handeln der beiden Bösewichter. Gleichzeitig steht unser Held natürlich beständig vor Entscheidungen, die seine eigene Berufung zur hellen Seite in Frage stellen. Die lockenden Angebote der dunklen Seite der Macht tauchen regelmäßig auf und sind oft auch sehr verführerisch und logisch formuliert. Soviel sei zur Story verraten, die noch ergänzt wird durch die persönlichen Geschichten der Mitstreiter, die sich dem eigenen Charakter im Laufe des Spieles anschließen. Ähnlich wie bei Neverwinter, besitzen sie alle einen eigenen Background, der hier aber noch sehr viel besser in den Gesamtrahmen eingepasst ist und zu besonderen Quests führt. Die Interaktion mit ihnen ist also für den Spieler sehr empfehlenswert und findet zudem auch noch zwischen den Teammitglieder statt, von denen einige auch potentiell zur dunklen Seite gehören, dadurch gewinnt das Spiel viel an Atmosphäre.

Mit zunehmender Spielzeit stehen also immer mehr Charaktere für die beiden zusätzlichen Partyslots zur Verfügung. Die Reisen führen nach und nach zu verschiedenen Planeten der Galaxis und das eigene Raumschiff bildet nach der Landung eine Art Basiscamp, bei dessen Verlassen man jeweils die Begleiter aussuchen kann, welche für die jeweilige Mission sinnvoll erscheinen. Neben Bastila und dem Soldaten Carth Onasi gibt es noch weitere Jedis, auch ein "böser" Mandalorianer, eine kleine Diebin mit Wookiefreund und mehrere Roboter, spezialisiert auf Kampf- oder Schlüsseldienste gesellen sich hinzu. Daher spielt man immer mit einem oder maximal 3 Charakteren, die alle voll steuer- und ausrüstbar sind. Praktischerweise passen sich alle dem eigenen Levelaufstieg an, wenn man also über längere Zeit einen von ihnen nicht mitgenommen hat, ist er trotzdem analog des eigenen Levels aufgestiegen und kann geskillt werden. Somit muss man sich nie auf eine Gruppe festlegen, um diese maximal auszunutzen, eine äußerst praktische Einrichtung, die in einem strengen RPG kaum denkbar wäre. Überhaupt muss man den Rollenspielanteil ehrlicherweise als sehr "einsteigerfreundlich" betrachten. Simple Kämpfe bestimmen den größten Teil von KOTOR, kleinere Rätsel sind zwar auch vorhanden, aber spielen doch eine klare Nebenrolle. Die Regeln erinnern an die für Neverwinter vereinfachten D&D-Versionen (bzw. basieren auch tatsächlich mehr oder weniger frei auf diesen), wobei sich natürlich beispielsweise die Fertigkeiten auf andere Waffen beziehen, also auf Blaster anstelle von Bögen oder auf das legendäre Laserschwert. Für den eigenen Charakter kann man zunächst eine von drei Grundklassen wählen, entweder Gauner, Späher oder Soldat, die sich in der Zahl der bei Levelaufstieg verliehenen Gesundheitspunkte und dem schnelleren oder langsameren Erlangen von Fähigkeiten und Talenten unterscheiden. Später, wenn der eigene Charakter einen Jedi-Crashkurs absolviert, kann hier wiederum aus vergleichbaren Schwerpunkten gewählt und danach zusätzlich die verschiedenen Jedi-Fertigkeiten der dunklen und hellen Seite der Macht erworben werden. Das funktioniert natürlich nur bei den Jedi unter den Charakteren, die anderen müssen sich mit der Ausbildung "normaler" Talente und Fertigkeiten begnügen. Wer sich das Leveln sparen möchte, kann zumindest bei den anderen Figuren auch den automatischen Aufstieg wählen, womit man nicht viel falsch machen kann. Allerdings sollte man sich vorher überlegen, ob man die Punkte nun wirklich verteilen will, denn einmal angefangen, gibt es kein Zurück mehr, was mich ein wenig verwundert hat, ein genereller "Abbrechen"-Button wäre da für Unschlüssige schon wünschenswert.

Bei den Jedi-Fertigkeiten sollte man beachten, dass einige von ihnen nur funktionieren, wenn man keine Rüstung trägt, beispielsweise "Hast", daher muss man auf die kleidsamen Jedi-Roben zurückgreifen. Es gibt jedoch auch genügend andere Möglichkeiten wie Machtwirbelsturm, die Selbstheilung oder das Werfen des Schwertes. Rüstungen haben wiederum den Vorteil, dass man einige von ihnen mit bestimmten Zusatzgeräten upgraden kann. Gleiches gilt für bestimmte Blaster und für alle Laserschwerter. Letztere besitzen neben einem Grundkristall, der die Farbe des Lasers bestimmt noch 2-3 weitere Slots für Kristalle, die man zu verschiedenen Gelegenheiten findet und welche die Waffe verbessern, beispielsweise durch Lähmungseffekte, Boni auf Angriffe oder ähnliche Effekte. Auch wenn bestimmten Jedivarianten (wie Hüter oder Wächter) Farben zugeordnet sind, ist man nicht auf sie beschränkt, man kann übrigens auch genauso das eher von den Sith benutzte Doppelklingenschwert einsetzen. Eine Werkbank, an der man diese Bastelei durchführen kann, steht praktischerweise im Raumschiff, in das man sich übrigens fast jederzeit (in manchen Gebieten ist diese Funktion deaktiviert) quasi zurückbeamen kann. Das ist wieder eine der vielen Vereinfachungen, die Frustrationen vorbeugen, falls man an einem bestimmten Punkt beispielsweise die Fähigkeiten eines im Schiff verbliebenen Gruppenmitgliedes benötigt. Allerdings passiert das nur sehr selten. Nicht umsonst habe ich eingangs den Begriff Action-RPG verwendet, denn im Prinzip kann man weite Teile des Spieles ganz allein durchspielen, was ich auch über weite Strecken gemacht habe. Es gibt zwar immer wieder Situationen, in denen man "gezwungenermaßen" Begleiter hat, auch diese Stellen sind immer sehr passend in die Story eingebaut, aber der Schwierigkeitsgrad ist meines Erachtens nicht sehr hoch, abgesehen von einigen härteren dunklen Jedi oder dem letzten Level mit vielen Gegnern ist wie gesagt fast alles auch allein zu schaffen. Spielt man zu dritt, genügt es, wenn einer der Charaktere die Auseinandersetzung überlebt, die anderen beiden zählen dann automatisch als nur betäubt. Das mag dem Umstand geschuldet sein, dass es keine Möglichkeit gibt, Tote wiederzubeleben, trägt aber andererseits natürlich auch wieder zur Einschätzung des Spiels als vergleichsweise wenig herausfordernd bei.

Neben den Upgrades für die Waffen und Rüstungen, gibt es Vergleichbares auch für die darunterliegende "Biomasse". Wenn auch sonst nicht viel aus der DDR Zukunft hatte, die deutsche demokratische Biochemie konnte sich offensichtlich problemlos über die Jahrtausende retten. In jeder Kiste und Hosentasche finden sich daher zeitbeschränkte Powerups für Stärke, Geschicklichkeit und auch Medipacks, die quasi frisch aus dem Dopinglabor geliefert wurden. Mit der entsprechenden Fähigkeit kann man sogar permanente Implantate verwenden oder auch diverse Energieschilde aktivieren, was während eines Kampfes zwar Zeit kostet, aber ein guter Jedi hat ja im Zweifelsfall die Möglichkeit, den/die Gegner wegzuschleudern oder zu betäuben um sich eine kleine Atempause zu verschaffen. Die Benutzung dieser Chemokeulen ist dank der immer einsetzbaren Pausentaste und der zwei Aktionsmenüs recht simpel. Das erste Aktionsmenü verfügt über mehrere Fächer, in denen die verschiedenen Substanzen und Gegenständen, die verwendet werden sollen, ausgewählt werden können. Genauso funktioniert auch die Selektion der Kampfaktionen, die in einem Ziel-Aktionsmenü, zusammen mit den Jedi-Fähigkeiten, sichtbar sind. Aktionen, die in diesen beiden Menüs ausgewählt wurden, erscheinen in einer Aktionsbox, auf der man bis zu vier "Züge" vorausplanen kann. Theoretisch pausiert man also das Spiel, wenn ein Gegner erscheint, legt für die 3 Charaktere der Gruppe die nächsten 4 Aktionen fest und gibt das Spiel dann wieder frei. Natürlich lässt sich auch alles wieder rückgängig machen oder verändern. Legt man nichts fest oder sind die Aktionen vollzogen, werden Standardangriffe ausgeführt, die Kampfsteuerung ist im Großen und Ganzen sehr gelungen und effektiv einsetzbar. Etwas unübersichtlich ist hingegen das Gepäck, bzw. existieren für das Ausrüsten des Charakters zu viele Untermenüs, welche die Auswahl des besten Gegenstandes etwas komplizieren. Das Gruppengepäck - ein weiteres Indiz für die recht freie Umsetzung von RPG-Regeln - erscheint als ein Fass ohne Boden, es gibt keine Beschränkungen der Tragekapazität. Sortiert man also nicht regelmäßig aus oder verkauft überflüssigen Kram, sieht es dort schnell so aus wie in meiner Wohnung. Man kann das Inventar zwar nach verschiedenen Gesichtspunkten sortieren, aber gerade den Zugriff auf Datapads mit Informationen hätte ich mir etwas einfacher gewünscht.

Gespielt wird in einer Art 3rd-Person-Perspektive, wobei sich die Kamera immer hinter dem als Anführer ausgewählten Mitglied der Party befindet, zudem jedes der drei Mitglieder "befördert" und somit direkt gesteuert werden kann, auch während der Kämpfe sind diese Wechsel möglich. Allerdings, und dies erfordert am Anfang etwas Eingewöhnungszeit, kann man die Figur nicht ganz so frei steuern wie in anderen Spielen, beispielsweise fehlt die Möglichkeit, seitwärts auszuweichen. Zunächst hat mich das schon etwas gestört, weil man auch die Steuerung nicht komplett selbst konfigurieren kann, aber man kommt dann doch recht schnell damit zurecht. Da die Grundlage der Kämpfe die verschiedenen Würfe (für Treffer, Rettung vor Angriffen usw.) darstellen und es weniger um die Geschicklichkeit des Spielers oder Trefferzonen geht, sind bestimmte Einschränkungen logisch. Hin und wieder wird man auf einem Flug auch von feindlichen Jägern angegriffen und muss sein Raumschiff an der Bordkanone schützen. Schafft man es nicht, die Jäger rechtzeitig abzuschießen, bevor sie zuviel Schaden anrichten, ist das Spiel beendet. Einerseits eine nette Reminiszenz an ältere Star-Wars-Spiele, gleichzeitig aber auch manchmal sehr nervig, besonders bei unglücklicher Verbindung mit vorangegangenen Zwischensequenzen. Letztere kann man zum Teil überspringen, zum Teil muss man sie aber auch zwangsweise komplett betrachten und vor der ersten derartigen Feuerübung läuft eben gerade das Storyende auf Taris ab. Da nur vorher gespeichert kann, muss man bei Versagen am Geschütz jedes Mal wieder den Film und die Dialoge ansehen, sicher keine furchtbare, aber etwas unnötige Zeitverschwendung. Außer dieser zwangsweisen Abweichung von der normalen Spielhandlung haben die Entwickler noch zwei kleine Extras eingebaut, die Swoop-Rennen und ein Kartenspiel namens Pazaak. Die erste derartige, mit speziellen kleinen Bikes auf mit Geschwindigkeitspads übersäten Kursen zu fahrende Rennsimulation ist in die Haupthandlung eingebaut und muss absolviert werden, danach kann man aber auch selbständig weitere Wettkämpfe bestreiten. Hat man sich das entsprechende Kartenset besorgt und die Regeln begriffen, kann man auf den verschiedenen Planeten auch Partner für Pazaak finden, um so die Kriegskasse aufzufüllen. Nötig ist dies eigentlich nicht, da man genügend Geld oder versetzbare Gegenstände findet, weswegen ich mir beides auch geschenkt habe, aber das ist natürlich Geschmackssache und prinzipiell sind derartige "Spiele im Spiel" eine nette Idee.

Die grafische Seite von KOTOR ist fraglos fantastisch gelungen. Die auch für Neverwinter Nights genutzte Engine löst ihre Aufgabe, eine Reihe Planeten mit natürlich gänzlich unterschiedlicher Flora und Fauna darzustellen, ganz hervorragend. Da man während des Spiels zwangsläufig alle dieser Planeten besucht, um jeweils eines der besagten antiken Artefakte zu finden, sollte hier auch keine Langeweile aufkommen. Die Außenlevel der Sandwelt Tatooines und der von Wald beherrschten Heimatwelt der Wookies sind ebenso gut in Polygone und Texturen gegossen worden wie die (logischerweise :) ) futuristischen urbanen Umgebungen, in denen man vergleichsweise viel Zeit verbringt. Bekannte Regionen und Rassen sind so dargestellt, wie man sie auch aus den Filmen in Erinnerung hat, insgesamt wird also die Star-Wars-Welt erstklassig adaptiert. Ebenso beeindruckend sind die Kampfanimationen, ganz besonders natürlich der elegante Umgang mit den diversen Schwertern, ebenso wie die verschiedenen Machtfähigkeiten. Die Geradlinigkeit des Spieles zeigt sich allerdings auch bei diesen Maps, welche, so schön sie präsentiert werden, letztlich nicht sehr groß und damit jedoch übersichtlich sind. Daher löst man eigentlich schon fast alle Quests nach dem Prinzip "Jeden Quadratmeter ablaufen, jeden NPC ansprechen und jede Kiste aufmachen". Der böse Zwilling guter bzw. aufwendiger Optik hört bekanntlich auf den Namen Hardwarehunger und dieser ist bei KOTOR auch nicht gar so einfach zu stillen wie der auf Milchreis. Speziell bei weitläufigeren Landschaften sollte man sich auf nicht topaktuellen Systemen auf Ruckler einstellen oder vorsorglich die Einstellungen entsprechend anpassen. Die vergleichsweise geringe Größe der Level führt gleichzeitig zu auf die Dauer etwas unschönen zwanghaften Begrenzungen, man läuft ständig vor wenig glaubwürdige Barrieren, nur damit der Spieler sich nicht in Wald/Wasser/Wüste verläuft. Linearität und Einsteigerfreundlichkeit in allen Ehren, aber hier hätte man schon etwas freizügiger sein und dem Spiel damit etwas mehr Realitätsnähe verleihen können.

Star Wars ohne die charakteristische Musik ist im Prinzip gar nicht vorstellbar, so sehr ist inzwischen die Saga mit den John Williams - Themen zu einer Art Gesamtkunstwerk verschmolzen. Ein ähnliches Sakrileg wie die SF-Kollegen bei der Titelmusik der neuesten Star-Trek-Serie begehen und damit die Fanfarenfetischisten zu Hungerstreiks zu animieren, da sei St. Lucas vor! Für KOTOR wurde daher Jeremy Soule (siehe Interview) angeheuert, der es in verblüffender Manier schafft, dass sich John Williams - Feeling fast ohne John Williams einstellt und es trotzdem nicht nach Plagiat klingt. Einige der bekanntesten Original-Stücke tauchen natürlich ebenfalls auf und der Soundtrack ist in sich trotz allem rund, nie aufdringlich, aber immer an den passenden Stellen präsent. Nicht weniger wichtig für die Glaubwürdigkeit des Konzeptes sind die Soundeffekte. Man stelle sich vor, der selbstgebackene Jedi zückte sein Schwert und man würde nicht das bewährte Zisch-Summ-Geräusch hören oder ein Wookie spräche plötzlich eine verständliche Sprache statt eine angestochene Seekuh zu imitieren - schlicht undenkbar. Glücklicherweise wurden alle aus Film und Fernsehen bekannten Klänge voll integriert und garantieren auch auf dieser Ebene beste Qualität. Die deutsche Synchronisation kann dieses Level nicht ganz halten, ich hätte sehr gern das nach verschiedenen Aussagen hervorragend gesprochene Original gehört, so ist mir gerade Bastila - obwohl es prinzipiell zum Charakter passt - ein wenig zu zickig geraten und einige Abschnitte, speziell von Neben-NPC´s sind etwas hastig heruntergerasselt, ein altbekanntes Phänomen. Sicher immer noch überdurchschnittlich, aber nicht perfekt.

Einen Multiplayer-Modus besitzt KOTOR leider nicht, hier wirkt sich die restriktive Lizenzpolitik von Lucas Arts wohl auch dahingehend negativ aus, dass es prinzipiell nicht möglich ist, wie bei Neverwinter Nights, eigene Szenarien zu kreieren. Andererseits gibt es ja Star Wars Galaxies, dem man verständlicherweise nicht das Wasser abgraben möchte. Da das Spiel sehr von der auf eine Person zugeschnittenen Story abhängig ist, wäre es fraglos schwierig, wenigstens eine Coop-Variante einzubauen, aber andererseits würde es sicher wahnsinnig Spaß machen, mit einem Freund und zwei Jedirittern das Spiel noch einmal gemeinsam zu spielen. So wird man sich auf eine Fortsetzung vertrösten müssen, die aber angesichts der durchweg guten Kritiken zu erwarten und angesichts der Qualität des Spieles auch zu erhoffen ist.

Abgesehen von der an manchen Stellen einbrechenden Performance bin ich von Bugs verschont geblieben. Aber, liebe Hersteller, wenn ihr ein Spiel herausbringt, das sich über 4 CD´s erstreckt, sollte man eventuell auch die Verwendung einer Verpackung in Erwägung ziehen, in der alle Datenträger ordentlich Platz finden. Eine DVD-Hülle, die nur 3 CDs richtig aufbewahren kann, so dass die letzte in einer Papierhülle beigelegt werden muss, ist, angesichts des Spielpreises und der nun sicher nicht kurz vor dem Bankrott stehenden Entwickler ein Witz und zwar ein schlechter. Dies muss erwähnt werden, kann aber den insgesamt äußerst positiven Eindruck von KOTOR nicht schmälern. Der für meinen Geschmack etwas zu sehr übertriebenen Linearität, dem teilweise enormen Hardwarehunger und der zunächst etwas gewöhnungsbedürftigen Steuerung steht eine vorbildliche Einheit von Story, Grafik und Sound gegenüber. Für mich zählt das Spiel zu den besten des letzten Jahres, abgesehen von Wizardry 8 hat mich sonst kaum etwas immer wieder - und für ca. 25 Stunden - an den PC locken können. Das Star-Wars-Universum wurde in bestechender Art und Weise umgesetzt und lässt hierbei die jüngsten beiden Filme der Saga ziemlich alt aussehen. Die von Bioware geschaffenen Charaktere agieren weitaus glaubwürdiger als einige der von George Lucas ausgewählten Schauspieler. Bessere Texte haben sie sowieso.


Geschrieben am 21.01.2004, Testkonfiguration: AMD2200+, 512MB, Geforce 4, SB Audigy
 



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