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Kill Switch  

Rückseite ]

Info
Autor 4
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Gesamt (5 votes) 3
 1.7
 1.4
 1.4
Name:Kill Switch
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2004/04
Publisher: Hip Games
Entwickler: Namco
Hardware: 800Mhz, 128MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Gamepad
Sprache: Multilingual
Bemerkung: auch füs PS2/ Xbox
USK: 16
Kill Switch (review von nali_warcow)

Es wird zwar immer wieder nach "Innovationen" in Computer- und Videospielen geschrieen, doch mitunter reichen schon einige Kleinigkeiten und frische Ideen aus, um bekannten Elementen einen ganz anderen Touch zu geben. Fire for Effect bot mit der Möglichkeit sich hinter Deckungen zu verschanzen und gleichzeitig Gegner unter Feuer nehmen zu können eine interessante neue Variante, doch das Spiel war damit nicht zuerst auf den Markt. Vor über einem Jahr brachte Kill Switch bereits diese Option ins Spiel. Aber reicht das, um insgesamt stimmiger zu sein?

Das Spiel wird mit zwei CDs in einer normalen DVD Hülle ausgeliefert und ist bereits für 15 € oder weniger zu haben. Die hier getestete multilinguale deutsche Version ist geschnitten. Auf 14 Seiten werden im Handbuch die Hintergründe, Steuerung, HUD und Waffen erklärt, was zudem während der 700 MB Installation zu betrachten ist. Abstürze oder Bugs gab es im Spielverlauf nicht.

Handlung? - Eher nebensächlich.

Bei der Story fährt Kill Switch keine großen Geschütze auf. Gerade am Anfang hat man das Gefühl, dass überhaupt keine vorhanden ist. Als Elitekämpfer beginnt man die erste Mission und wird lediglich von Stimmen aus dem HQ geleitet und kämpft sich durch die Abschnitte. Im Gegensatz zu anderen Spielen ist man jedoch nicht der Supersoldat, der die Welt rettet und einen Krieg verhindert, sondern man beginnt selbigen. Zumindest gibt dies die Packungsrückseite an. Ansonsten werden eher verwirrende Videos präsentiert, die aus einem völlig anderen Spiel stammen könnten. Gegen Ende kommt dann auch mal eine Spur von Präsentation und Überraschung hinzu, doch gerade dann, wenn die "Gefahr" bekannt ist, fällt der Vorhang und die Credits rollen über den Schirm. Insgesamt ist es eine Story für Künstler, die können ja in alles die tollsten Sachen hineininterpretieren.

Laufen, in Deckung gehen und ballern…

Endlich ist der Spieler in einer der unterirdischen Höhle angekommen und das Ziel ist zum Greifen nahe. Das U-Boot ist schon in Sicht. Hinter den großen Felsen tastet man sich langsam nach vorn. Die ersten Wachen kann man im Hintergrund erblicken. Doch warum es langsam und vorsichtig versuchen, wenn die anderen Kollegen bereits auf Sturmangriffe wenig entgegenzusetzen haben? So stürmt man vor und beseitigt die ersten Gegner im Vorbeilaufen. Langsam scheint es sich rumzusprechen, dass hier ein Eindringling ist und es werden mehr. Also etwas vorsichtiger vorgehen und Deckung nehmen. Statt blind aus der Deckung zu feuern und somit nur sehr wage Glückstreffer zu verursachen, schaut man einfach kurzzeitig wieder hervor und beseitigt die Angreifer mit einigen Treffern. Da sich das Tor zum Silo noch nicht öffnen läßt, weil eine entsprechende Keycard fehlt, geht es erst die Treppe hoch. Gegner, die sich oben formieren wollen, werden beseitigt, bevor sie eine Chance haben das Feuer zu eröffnen. Durch einen kleinen Tunnel gelangt man in die Nähe des Boots. Hinter Fässern und Raketen tastet man sich voran und schaltet die wenigen Wachen aus. Jetzt aber schnell auf das U-Boot und die beiden Sprengsätze angebracht. Weil man selber von der Explosion nicht erfaßt werden will, geht es unter Zeitdruck wieder von Bord und den Weg zurück. Inzwischen ist auch die Verstärkung der Gegner angekommen, die sich in Massen dem Spieler entgegenstellen. Als die Explosionen beginnen, ist der Spieler schon längst wieder an der Treppe und räumt unter den ankommenden Gegner mit Waffen und Granaten schnell auf. Wie der Zufall es will, lässt einer der Gegner die gesuchte Keycard fallen, womit man schließlich den Silobereich betreten und den Abschnitt verlassen kann.

…und das 5 Missionen lang

Bevor man sich ohne viel TamTam ins Kampfgetümmel stürzen kann, wird dem Spieler noch in einem eingängigen Tutorial beschrieben, wie er sich bewegt und kämpft. Auch das sehr wichtige Deckungssystem wird eingehend nähergebracht. Danach beginnt das Spiel in einer Stadt im Mittleren Osten. Bis auf das Ziel eine Person zu finden, hat man keine Ahnung über das Warum und Wieso, doch eh man länger darüber nachdenkt, stürzt man sich einfach in den Kampf. Der Levelaufbau ist dabei durchgehend linear und schlicht gehalten. Ins Gebäude, durchs Gebäude, Treppen hoch, Treppen runter, über Dächer, etc., alles nach dem bekannten Motto: Ballern bis kein Gegner mehr da ist. Ab und zu darf ein Schalter aktiviert, eine Bombe/ Sprengladung gelegt oder ein Gegenstand gefunden werden. In den seltensten Fällen muss man dabei Bereiche mehrfach aufsuchen. Ab und zu gilt es erst aus dem einen Gang einen Schlüssel zu besorgen, damit man im anderen weiterkommt. Diese Wege sind jedoch sehr kurz gehalten. Mögliche Interaktionspunkte, bei denen es weitergeht, sind schon durch einen blauen Kreis aus der Entfernung recht gut sichtbar. Allerdings leuchten Punkte auch schon, bevor man dort etwas machen kann, auch wenn die notwendige Schlüsselkarte noch fehlt. Aber spätestens, wenn man den Abschnitt einmalig gespielt hat, weiß man, was in welcher Reihenfolge zu tun ist. Gespeichert wird jeweils am Ende eines Abschnitts. Die insgesamt knapp 20 Abschnitte sind damit zwar eigentlich relativ handliche Brocken, doch da der Held im Kugelhagel bzw., bei einigen ungünstigen Treffern schnell am Boden liegt, spielt man einige Abschnitte zwangsweise mehrfach. Doch selbst diese künstliche Spielspaßverlängerung rettet nicht mehr viel. Fortgeschrittene Spieler haben das Game an einem Nachmittag, sprich in etwa 3-4 Stunden durchgespielt. Nach der doch sehr öden Anfangsstadt stehen auch einige etwas schöner gestaltete Abschnitte auf dem Programm. Es wird an Bord eines Frachterschiff im Kaspischen Meer gekämpft, wobei die Action an Deck recht nett präsentiert wird, wenn gleich die Flucht unter Zeitdruck nicht allen Spaß machen wird. Danach wird eine geheime Basis in Nordkorea infiltriert, bevor es über einige Tempelabschnitte zum Showdown in eine Geheimbasis geht. Einen Mehrspielermodus gibt es nicht.

Waffen & Gegner

Im Spiel selber kann man auf eine Reihe unterschiedlicher Waffen von der M4 über Aks, HKs, Shotguns bis hin zu Scharfschützengewehren zurückgreifen. Überwiegend ist es eine Munitionsfrage, welche Waffe man nutzen wird. Gerade wenn man das Deckungsfeature sehr stark nutzt und somit über die Deckung oder an der Seite herum feuert, geht sehr viel Munition drauf. Da man am PC jedoch dank Maussteuerung extrem präzise feuern kann, ist man durch kurzes Aufstehen bzw. um die Ecke gehen besser dran, da man so die Gegner mit ein oder zwei Treffern zu Boden bringen kann. Dabei braucht man auch nicht auf Zielfernrohe oder Zooms zurückzugreifen. Mit etwas Übung kann man die Gegner auch wunderbar aus dem Lauf im "Vorbeigehen" beseitigen. Gerade das schnelle Vorstürmen des Spielers ist doch etwas zu viel für die KI. Oftmals sind die Gegner noch gar nicht in "Position gegangen" und laufen einem eventuell direkt ins Feuer oder reagieren erst sehr stark verzögert, besonders wenn man von der Seite oder von hinten kommt, schaltet die KI eine Weile aus. Ein Kugelhagel ist von Gruppen zwar gefährlich, aber mit etwas Geschick kann man auch große Gruppen extrem schnell und gezielt ausschalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Gegner nicht austeilen könnten. Nicht nur die Gegner die an Fenstern oder erhöhten Plattformen erscheinen, treffen recht gut, auch der "normale Frontsoldat" hat mal einen Glücksmoment. Da reichen auch ein oder zwei sehr ungünstige Treffer (oder auch das Feuer eines stationären Geschützes) und der Spieler ist tot und kann den Abschnitt erneut beginnen, was kurz vor Ende natürlich nicht so lustig ist. Dass man so schnell ins Gras beißen kann liegt daran, dass einem bei einem Treffer erst mal sehr viel Gesundheit abgezogen wird. Davon ist ein Großteil nicht verloren, da er sich etwa zu gut ¾ regeneriert. Allerdings darf man in der Zeit nicht wieder getroffen werden, sonst ist man auch mit 90% Gesundheit bei einigen ungünstigen Treffern auf der Stelle gestorben. Das schafft mitunter auch mal ein einzelner Gegner. Daher ist die Deckung, gerade wenn man angeschlagen ist, sehr wichtig. Aufbessern kann man die Gesundheit immer wieder durch Medipacks, die man in regelmäßigen Abständen findet. Neben den Waffen findet man auch immer wieder Granaten und kann sich kurzzeitig auch mal hinter ein Geschütz klemmen.

Handhabung des Spiels

Die Steuerung aus der 3rd Person Ansicht unterscheidet sich nicht von anderen Spielen in bezug auf Bewegung, Ansicht, Aktion und Nachladen der Waffe. Die wichtigste Taste ist Deckung, womit sich der Charakter an Wände oder Kisten drückt und man dann weiterhin das Fadenkreuz bewegen kann, wodurch man die ungenauen Schüsse über den Kopf oder um die Ecke grob vorgeben kann. HUD und Menüs sind spartanisch gehalten und auf die wichtigsten Infos reduziert.

Grafik & Sound

Grafisch ist das Spiel nicht auf der Höhe der Zeit und war es 2004 auch nicht. Zwar sind die späteren Level insgesamt besser gestaltet als der Anfang, wo man meint es seien die ersten Versuche eines Leveldesigner, doch wirklich toll ist die Grafik nie. Es gibt viele sehr schwach aufgelöste Texturen, wenige Details und Effekte. Der Untergrund ist überwiegend sehr eben und alles wirkt meist recht blockig. Da sind andere Konsolenkonvertierungen wie beispielsweise Psi-Ops doch besser gelungen. Doch dafür läuft das Spiel mit höchsten FSAA und AF Einstellungen konstant flüssig, so dass man die vielen Kanten nicht so sieht. Die überwiegend eintönig aussehenden Gegner, die in noch gleich aussehenderen Gruppen auftauchen, sind auch nicht immer passend animiert. So rutscht der Endgegner mehr über den Boden, als days er animiert wäre, die Gegner legen die sonderbarsten Freudentänze ein, wenn man sie nur angeschossen hat und die Rollanimation des Helden in Verbindung mit dem Fall ist ein sehr deutlicher abrupter Animationswechsel. Der Sound plätschert so nebenbei ohne irgendwie herauszustechen. Sehr viel Sprache gibt es in den Anweisungen und Videos nicht, so dass man mit den passablen Sprechern durchaus leben kann. Es interessiert einen auch eher weniger, was gesagt wird. Es gilt ja sowieso: durch und ballern.

Meinung

Grafik ist nicht alles und nach dem schwachen Auftakt im mittleren Osten wäre es ja auch eine Optik gewesen, womit man Spaß haben könnte. Nur leider stimmt auch der Rest nicht. Story ist weder vorhanden noch wird sie präsentiert, die KI glänzt durch Abwesenheit und Fehler und fällt ansonsten nur dadurch auf, dass einer von 50ig Gegner den Spieler in einer Sekunde zum Neustart des Abschnitts zwingt. Ansonsten rennt man eher durch und verschnauft hinter der Deckung bis die Gesundheit wieder aufgestiegen ist. Die Deckungsfunktion bringt nicht viel, weil man durch kurzes Aufstehen und einen präzisen Schuss sehr viel mehr erreicht. Massen an Gegnern in den fünf kurzen, linearen Missionen machen das Game insgesamt dann auch nicht besser. Insgesamt ein Spiel, das als Beigabe einer Heftvollversion einen Abend kurzweilige Abwechslung bieten könnte, ansonsten gibt es jedoch sehr viel bessere Games, wie beispielsweise das sehr verwandte Fire for Effekt oder aber Psi-Ops, das zudem noch eine Physikengine und magische Kräfte bietet.


Geschrieben am 13.09.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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