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Jurrassic Park: OG
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Rückseite ]

Info
Autor 3
 1.5
 1.5
 2.5
Gesamt (23 votes) 2+
 1.4
 1.7
 2.1
Name:Jurassic Park - Operation Genesis
Genre: Wirtschafts-Sim
Produkt: Vollversion
Release: 2003/03
Publisher: Vivendi Universal
Entwickler: Blue Tongue
Links: jurassicpark.com
Hardware: 400Mhz, 128MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 700 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für Xbox/PS2
USK: 12
Jurassic Park - Operation Genesis (review von mishra)

Parksimulation oder Simulation für Dinosaurier-Interessierte mit Bildungseffekt?

Das ist bei dem neusten Produkt von Blue Tongue Software die große Frage. Eine nette Idee und eine beeindruckende Grafikengine und eine leicht angestaubte Lizenz liegen dem Spiel als Zutaten zu Grunde.

John Hammonds Vision von einem gigantischen Jurassic Park soll der Spieler in die Realität umsetzen. Unterstützt wird er hierbei von 8 Beratern, welche von Zeit zu Zeit, und häufiger als man denkt, ihre Anliegen per Mail mitteilen. Um einen gut florierenden Park auf die Beine zu stellen, ist das oberste Anliegen, eine große Vielzahl von Sauriern, bis zu 25 verschiedene Arten sind möglich, artgerecht unterzubringen. Saurier können in Brutstationen zum Leben erweckt werden. Voraussetzung hierfür ist eine mindestens 50 prozentige Erforschung der DNA. Diese wird aus Fossilien oder Bernstein gewonnen, welche man auf dem Fossilienmarkt für teures Geld kaufen oder von seinen eigenen Grabungsteams ausgegraben lassen kann. Hat man ausreichend DNA für die Zucht einer Saurierart, baut man ein Gehege, welches 3 verschiedene Sicherheitskategorien aufweisen kann.

Wichtig ist diese Unterscheidung zwischen Pflanzen- und Fleischfressern, was so viel bedeutet, dass ein Tyrannosaurus die höchstmögliche Sicherheitsvorkehrungen genießen sollte, wenn man es nicht darauf anlegen möchte, einen wohlgenährten Dino durch den Park lustwandeln zu sehen.

Die Besucher haben allerdings neben Sauriern noch andere Wünsche und Ansprüche. Die Grundversorgung in Form von Imbißständen und Toiletten sollte gesichert sein. Auch eine Souvenirbude wird immer wieder dankend angenommen. Putzstationen sorgen für die Sauberkeit im Park und Rangerstationen sind wichtig, um in dem gefährlichen Spiel zwischen Echse und Mensch die Oberhand zu behalten. Egal ob es nur um eine harmlose Impfung geht oder gar um die Eliminierung einer amoklaufenden Großechse.

Ein wichtiger Bestandteil des Parks ist die Forschungsabteilung. Hier werden Helikopterupgrades, Sicherheitsanlagen wie Schutzräume, Impfungen für die Dinos und Attraktionen entwickelt. Impfungen spielen eine sehr wichtige Rolle, da es leicht vorkommen kann, dass ein ganzes Gehege binnen kürzester Zeit erneut das Zeitliche segnet, wenn kein geeigneter Impfstoff vorhanden ist.

Ein weiterer Hauptpfeiler des Parks sind die Attraktionen. Die erstrecken sich von einem banalen Beobachtungsfenster im Zaun, über Aussichtsplattformen bis hin zu Ballonfahrten und Safaris, wo man den Tierchen auch mal so richtig nah kommen kann.

Der actionlastigere Spieler kann den Aufbau des Parks getrost unbeachtet lassen und sich in den Actionmissionen vergnügen. Hier kann man ausgebrochene Echsen zusammentreiben, Gnadenschüsse verteilen, Fotos schießen und einiges mehr. Hierbei tickt erbarmungslos die Uhr und die Mission gilt als nicht erfüllt, wenn die Zeit abgelaufen ist und das Missionsziel nicht erreicht wurde.

Fazit: Nach einer gewissen Zeit beschränkt sich das gesamte Management des Parks auf das Abrufen der Mails, der Entscheidung, was mit den vorhandenen Fossilien passieren soll, entweder daraus DNA gewinnen oder einfach verkaufen, neue Forschungsaufträge erteilen und die erforschten Sachen gleich mal bauen. Rangereinsätze selbst fliegen macht mal Spaß, ist aber nichts von Dauer. Häufig ist schnelles Handeln erforderlich, um Schlimmeres zu vermeiden und da haben meist die Computer-Ranger ein glücklicheres Händchen. Die Foto-Safaris sind eine tolle Idee, man fährt mit dem Jeep durch die Gehege unserer kleinen Lieblinge und kann nach Herzenslust Fotos schießen. Zurück in der Basis werden die Bilder in ein Fotoalbum gesteckt. Von Zeit zu Zeit interessiert sich ein Fachmagazin für die Hochglanzbilderchen und bezahlt gutes Geld dafür. Wer jetzt allerdings denkt, dass Großaufnahmen von gefährlichen Sauriern die Millionen bringt, hat sich schwer getäuscht, es müssen einfach nur viele verschiedene Dinos auf dem Bild zu erkennen sein, egal wie klein und unspektakulär sie sind.

Es passiert gehäuft, dass Dinos verhungern, da sie keinen Futterspender finden können. Diese befinden sich jedoch mehrfach im Gehege, werden aber nicht erreicht, obwohl es von der Strecke her dem Dryosaurus beispielsweise, als flinker und agiler Saurier, ein Leichtes wäre. Was in so einem Saurierhirn vorgeht, kann man auch nicht nachvollziehen. Mein Dilophosaurus krümmt sich fast vor Hunger, der Balken dafür leuchtet aufgeregt rot, und der Kleine zieht es vor, erst einmal zu saufen, ein paar Runden durch das Gehege zu drehen und nachdem er schon an 2 Kühen vorbeigelaufen ist, die nächste zu reißen.

Mit der KI scheint man es eh nicht so ernst genommen zu haben. Liegt doch so ein fetter Brachiosaurus mit seinen 25 Metern Länge einfach dem schnuckeligen Safari-Jeep im Weg. Was macht der beherzte Rancher? Er hupt nach Leibeskräften, damit der Dino mal seinen fetten Hintern bewegt. Dessen Stressanzeige schlägt fast am Maximum an, aber er bewegt sich wenigstens. Der Jeep fährt daraufhin drei Meter weiter, aber welch Frechheit, der Schwanz blockiert noch immer ein Stück vom Weg. Der Weg ist breit, leicht wäre es möglich gewesen vorbei zu fahren. Aber nein, der Idealweg muss eingehalten werden und so hupen wir halt so lange, bis der entnervte Spieler den Ton leiser stellt und der Saurier am Rande des Wahnsinns sich trollt.

Wer einmal einen Wirbelsturm erlebt hat, wird schnell merken, dass das Nervigste nicht die zerstörten Gebäude und Gehege sind, sondern, dass die Sprachsamples sich ständig wiederholen. Es scheint im allgemeinen nur 2 davon in dieser Situation zu geben: "Oh mein Gott was sollen wir nur tun?" und "Dies ist ein größeres Problem!". NERV!

Trotz mehrfacher Versuche die Maussteuerung einzustellen, hakt sie und erschwert die von Haus aus schon umständliche Steuerung noch mehr. Die fade Menüführung ist schlichtweg eine Katastrophe. Es ist beispielsweise nicht möglich, in das "Bauen" - Menü und weiter in das "Wege" - Menü zu gehen, dort einen Weg zu bauen und danach aus dem gleichen Menü heraus eine Sitzbank zu bauen. Man findet sich nach jeder Aktion im Hauptmenü wieder und kann sich dann erneut reinklicken. Wie sehne ich mich doch nach der wohl durchdachten Benutzerführung von "RollerCoaster Tycoon 2" auch hinsichtlich des Managementteils hätte man sich hier mehr als zwei Scheiben abschneiden können. Während der Rendervideos sieht man teilweise die einzelnen Fenster, aus denen das vollständige Bild zusammen gesetzt ist. Auch kommt es während des Spiels vor, dass sich ominöse Streifen vom Boden des Parks bis in den Himmel ziehen. Dachte im ersten Augenblick erst an riesige Bäume ... man weiß ja nie ;-)

Nach einem kurzem Reload des Spielstandes ist dieser Fehler zu beheben. Thema "Reflektierendes Wasser", in den FAQs schon als Problem behandelt, war es mir trotz aller Maßnahmen, welche zur Abhilfe empfohlen waren, nicht möglich, dieses zu sehen.

Der Sound hingegen ist vorbildlich, wohl auch, weil man aufgrund der Lizenz sicher Zugriff auf Original-Film-Samples hatte. So klingt das Gebrüll der Fleischfresser nicht minder eindrucksvoll, als das ihrer Filmvorbilder. Besonders lobenswert ist die musikalische Untermalung. Die bekannten Themen von John Williams aus den ersten beiden Kinofilmen wurden gelungen in eine neue Komposition eingebunden. So erkennt man das elegante, graziöse Brontosaurier-Thema, das Jurassic Park Hauptthema und auch die Actionparts aus Teil 2 wieder, die gekonnt mit in neue Themen arrangiert wurden. Kompliment an den Komponisten Stephan Schütze (Hörbeispiele auf der offiziellen Seite). Die deutschen Snychronsprecher sind leider nicht erste Wahl und entsprechen nicht annähernd den Originalfiguren aus dem Film. Xbox Besitzer sollten ihre Xbox auf englisch umstellen, um die wesentlich besseren Stimmen zu geniessen (u. a. Jane Badler bekannt aus "V-Die Ausserirdischen)". Auch die Stimme von John Hammond klingt im englischen Original sehr nahe an der des Schauspielers Richard Attenborough.

Die Xbox Version lässt sich mittels Gamepads unproblematischer steuern, als man es sich bei einer Parksimulation vorstellen würde, vielleicht begründet sich daher auch die für PC Spieler-Empfinden unkomfortable Bedienung. Schön hingegen sind die Force Feeback Effekte des Kontrollpads, die sich mächtig ins Zeug legen, wenn der Tyranno grimmig über den Boden stapft. Ansonsten ist die Konsolenversion inhaltgleich und macht graphisch einen ebenso zufriedenstellenden Eindruck, ja sie wirkt sogar von den Farben etwas frischer. Leider gibt es in der PC Fassung, wie auch in der Xbox Version einige Slowdowns.

Abschließend bleibt mir zu sagen, dass es sich bei "Jurassic Park: Operation Genesis" um ein Spiel handelt, welches es versteht, mit grafischen Darstellungen zu glänzen. Die Animationen der Saurier sind wirklich authentisch und realistisch und laden durchaus dazu ein, sich zurück zu lehnen und seine Saurier mittels Verfolgerkamera entspannt zu beobachten. Für den Saurierinteressierten werden sehr viele Informationen bereitgestellt. Die fachliche Zusammenarbeit mit "Jurassic Park Institute" hat sich wirklich gelohnt.

Alle die auf der Suche nach einer Parksimulation sind, aber nicht unbedingt Saurier als Hauptakteure haben müssen, sollten sich den Kauf gut überlegen, da "Jurassic Park: Operation Genesis" wahrlich nicht der beste Vertreter seines Genres ist.


Geschrieben am 25.05.2003, Testkonfiguration: AMD1700+,GeForce 3, 512MB Ram
 



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