yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

Jack Orlando Dir.Cut
Jagged Alliance 2
Jagged Alliance 2: UB
Jedi Academy
Jedi Knight
Jedi Outcast
Joint Task Force
Judge Dredd vs. Death
Jurrassic Park: OG
Joint Task Force  

Rückseite ]

Info
Autor 2+
 1.5
 2
 2
Gesamt (4 votes) 1
 1.7
 2.2
 2.2
Name:Joint Task Force
Genre: Echtzeitstrategie
Produkt: Vollversion
Release: 2006/09
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: Most Wanted Entertainment
Hardware: 2Ghz, 512MB RAM, 128 MB D3D T&L&PixSha., HD 2500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Patch: 1.2
Bemerkung: mit Co-Op Modus
USK: 16
Joint Task Force (review von nali_warcow)

Was können Spieler kaum noch sehen? Richtig, Spiele zum Zweiten Weltkrieg. Doch noch immer wird von Entwicklern gern auf diese Thematik zurückgegriffen. Most Wanted Entertainment hat die Spieler im neusten Echtzeitstrategiespiel zwar damit verschont, wieder gegen Deutschland in die Schlacht zu ziehen, doch dafür haben sie sich ähnlich aktuelle, ausgelutschte Thematik entschieden: Terrorismus und fiktive UNO-Einsätze im Nahen Osten…

Ausgeliefert wird Joint Task Force in der bekannten DVD-Box. Neben der eigentlichen Spiel DVD liegt dem Spiel außerdem ein etwa 30 Seiten umfangreiches schwarzweiß Handbuch bei, das neben einer grundlegenden Beschreibung der Handhabung auch eine Fahrzeug und Einheitenliste enthält. Die Tastaturbelegung ist leider ungünstigerweise im Handbuch und nicht auf der Rückseite. Ganz kreativ wollte die Verpackungsabteilung wohl beim CD-Key sein. Dieser steht vorn, gut versteckt in kleiner, schwarzer Schrift auf der Handbuchvorderseite und "tarnt sich" zwischen Spiellogo und Hintergrundbild. Laut Packung wird zwar lediglich Windows 2000 und Windows XP unterstützt, doch auch unter Windows Vista (RC2) lies sich Joint Task Force problemlos installieren und spielen, lediglich nach dem CD-Key wurde bei jedem Spielstart gefragt. Der Kopierschutz machte dabei auf keinem Betriebssystem Probleme.

Wie real darf es sein?

Die Hintergrundgeschichte versetzt den Spieler nur wenig Jahre in die Zukunft. Im Jahre 2008 ist der internationale Terrorismus noch weiter in den Vordergrund gerückt und die Probleme sind noch größer geworden. Mit steigender Arbeitslosigkeit und Verzweiflung ging der Aufstieg von Gewalt und Terror einher. Das organisierte Verbrechen "boomt" und der globale Terrorismus wird durch die "Matar-Gruppe" verkörpert, die jeweils genau plant und danach gnadenlos vorgeht. Als Gegenmaßnahme wurde von der UNO die JTF (Joint Task Force) gegründet. Diese kleine und flexible Einsatzgruppe, unter der Führung von Major O'Connell, soll für Ordnung und Stabilität sorgen. Viel Arbeit wartet auf die Elitekämpfer und die Medien werden alles daran setzen und jede Aktion haarklein auseinandernehmen und kritisieren, wo es nur geht…

Präsentiert wird die Hatz nach den Terroristen und die Suche nach einer Atombombe sowohl durch vorgerenderte Zwischensequenzen, Ingamesequenzen in Spielgrafik und Missionsvorbesprechungen. Zwar werden hier keine schweren Geschütze wie in Act of War aufgefahren, doch die Präsentation und stimmig und sorgt für ein stimmiges Gesamtbild der 20 Einsätze. Spielerisch gibt sich Joint Task Force als waschechtes Echtzeitstrategiespiel mit Konzentration auf den Taktik- und Planungsmodus. Für Spieler bedeutet dies keine Basis und nur begrenzten Truppennachschub.

Sichern und halten

Das Team bekommt schon in der Einsatzbesprechung mitgeteilt, dass der nächste Einsatz alles andere als Zuckerschlecken wird. Außerhalb des Zuständigkeitsbereichs unter dem wachsamen Auge der Medien gilt es, sich schnellstmöglich einem Hilfsgüterkonvoi zu nähern und diesen zu sichern. Während sich die letzten Einsatzkräfte vom Helikopter aus abseilen, formiert sich ein Teil der Truppen und bewegt sich in Richtung Zielgebiet. Neben den Fußtruppen stehen drei Panzer und ein bewaffneter Transporter zur Verfügung. Am Berghang geht es die Straße entlang, bis der Trupp kurz vor der Weggabelung von den ersten Einheiten angegriffen wird. Viel Zeit kann sich das Team allerdings nicht mit einigen verbarrikadierten Angreifern in dem kleinen Hüttendorf nehmen, die Hilfsgüterlaster sind eingekesselt und können die Stellung nicht mehr lange halten. Nicht nur feindliche Einheiten setzten den Zielen zu, auch einige Mörser vom nahe gelegenen Hügel machen das Leben nicht einfacher. Während ein Panzer noch in der Hüttensiedlung aufräumt, wird der zweite Panzer zur Unterstützung zu den LKWs geschickt, während sich die restlichen Einheiten in Richtung Hügel aufmachen, auf dem sich die Mörserteams des Gegners verschanzt haben. Sonderlich weit kommen die Fahrzeuge nicht. Zahlreiche Gegner bewachen die schmale Rampe den Hügel hinaus und außerdem wurde mit einigen Absperrungen vorgesorgt, so dass die Fahrzeuge nicht nach oben kommen. Doch zumindest einige Angreifer können vom Panzer ausgeschaltet werden. Nun gehen die Fußtruppen in den Angriff über. Ein Trupp verschanzt sich hinter den Barrikaden auf der linken Seite, der andere Trupp versucht den Feinden in die Flanke zu fallen. Einige Handgranaten später ist der Widerstand schließlich gebrochen und die Einheiten ziehen weiter in Richtung Hügelspitze. Während die Soldaten die Bedienmannschaften ausschalten, flitzt der Medic umher und versorgt die angeschlagenen Einheiten. O'Connell nutzt die ruhige Minute und fordert einige zusätzliche Einheiten an, die in Kürze per Helikopter bereitgestellt werden sollten. Noch hat sich die Lage allerdings nicht entspannt. Die Gegner vom zweiten Mörser gehen in den Gegenangriff über und versuchen die gerade eroberte Stellung zu stürmen. Doch dank Scharfschützen kommen viele Feinde gar nicht erst in Reichweite, in der sie eine Gefahr für die eigenen Einheiten darstellen. Der Rest stirbt im Kreuzfeuer der Elitekämpfer. Schnell stürmt der Trupp schließlich zum zweiten Mörserteam und schaltet auch dies aus. Der Angriff ist gestoppt und der Konvoi gerettet. Jetzt gilt es die Fahrzeuge weiter zu beschützen und zu den einzelnen Versorgungspunkten auf der Karte zu eskortieren, wobei überall im Gebüsch die Terroristen lauern könnten…

Medienmacht

Bevor es jedoch in den Kampf geht, sollten angehende Strategen sich zuerst noch ein wenig mit dem grundlegenden Gameplay und der Handhabung von Joint Task Force vertraut machen. Nichts ist schlimmer, als ein Commander, der auf dem Schlachtfeld nicht vernünftig agiert. Für den leichten und unkomplizierten Einstieg bietet das Spiel ein entsprechendes Tutorial an, womit auch Einsteiger schnell das ABC der Truppen lernen. Spieler, die schon einmal ein Echtzeitstrategiespiel gespielt haben, sollten kein Problem haben und nach kurzer Einarbeitungszeit die Kampagne in Angriff nehmen können. Die Kampagne umfasst insgesamt zwanzig Missionen, die wiederum in mehrere Unterkapitel & Regionen unterteilt sind. Die Einsatztruppe wird unter anderem durch virtuelle Missionen im Irak, Afghanistan und Bosnien dirigiert. Am Anfang jeder Mission werden dem Spieler die wichtigsten Infos, die ersten Ziele und einige Hintergrundinfos in Form eines Textfensters beim Ladevorgang inklusive Sprachausgabe nähergebracht. Meist gibt es vor oder nach einer Mission auch eine Videosequenz oder aber mindestens eine kurze Sequenz in Spielgrafik. Nicht nur das Überleben der eigenen Truppen, sondern die Rettung möglichst vieler Zivilisten, liegt von da an in der Hand des Spielers. Joint Task Force bietet insgesamt drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, wovon allerdings nur zwei vor Missionsbeginn ausgewählt werden dürfen. Einsteiger und Gelegenheitszocker sind durchaus mit der normalen Spielstufe sehr gut bedient, da hier vom Strategen einiges abverlangt wird. Profis können sich am hohen, extra schweren Schwierigkeitsgrad versuchen. Scheitert der Spieler an einer Mission und eins der Ziele wurde nicht erfüllt bzw. die zivilen Verluste sind zu hoch, dann bietet das Spiel als Option eine "leichte Spielstufe" an. Fun-Spieler werden von diesem Angebot sicherlich das eine oder andere Mal gebraucht machen, da sich das Spiel primär an Taktiker und Tüftler richtet, dich an ihren Strategien und Vorgehensweisen feilen, ausprobieren und Geduld haben. Joint Task Force ist kein Strategiespiel, in dem der Spieler Einheiten sinnlos verheizen kann. Das Überleben jeder Einheit kann spielentscheidend sein. Wichtiger als das Ausschalten der Gegner ist, sich um die Gesundheit angeschlagener Einheiten zu kümmern. Sanitäter für Fußtruppen und Techniker für Fahrzeuge sollten entsprechend ganz besonders gut beschützt werden.

Missionstechnisch orientiert sich Joint Task Force an bekannten Standards aus dem Echtzeitstrategiebereich. Das Team an Elitekämpfern wird zu den unterschiedlichsten Schauplätzen und Einsatzzonen geschickt. Das Hauptziel zu Beginn einer Mission ist recht klar umrissen, doch wie in der Realität läuft nicht immer alles so einwandfrei und Ziele wechseln laufend. Während die Areale zu Beginn einer Mission recht klein und das Einsatzziel nicht so weit entfernt ist, ändert sich dies im Verlauf einer Mission sehr stark. Die Missionen sind allesamt alles andere als kurz und vorhersehbar. Drei oder vier Missionsänderungen und neue Ziele sind nichts Ungewöhnliches. Aus einer anfangs kleinen Karte wird ein sehr großes Gebiet, da zusätzliche Areale nach und nach nachgeladen und die kleinen Karten auf die drei- oder vierfache Größe erweitert werden. Während der Spieler auf der einen Seite durch ständig neue Ziele, Aufträge und Herausforderungen bei Laune gehalten wird, wird das Spiel auf der anderen Seite auch ein wenig unberechenbar und artet in Trial & Error aus. Auch aufgrund des gehobenen Schwierigkeitsgrades schadet es nicht, neben den Autosaves auch einige manuelle Spielstände anzulegen. All zu leicht kann es sonst passieren, dass der Spieler von den Wendungen im Spielverlauf ein wenig auf dem falschen Fuß erwischt wird.

Die Palette an Aufgaben deckt dabei alle bekannten Bereiche ab. Zielbereiche müssen vom Feind gesäubert, Zivilisten und Hilfsgüter gerettet, beschützt oder eskortiert, Stellungen erobert oder verteidigt werden. Eine gekonnte Mischung unterschiedlicher Aufgaben sorgt für recht viel Abwechslung auf dem Schlachtfeld. Neben Missionszielen, die der Spieler erfüllen muss, gibt es auch in jeder Mission Dinge, die nicht eintreten dürfen. In dem Fall wäre die Mission gescheitert. Eines dieser Ziele ist das Überleben von Anführer O'Connell, aber auch der Verlust an Zivilisten sollte gering gehalten werden, ansonsten wird ebenfalls die Mission vom Hauptquartier abgebrochen.

Wer die gut 30 Stunden der Kampagne nicht allein spielen will, eventuell weil der Schwierigkeitsgrad doch etwas zu hoch ist, könnte Gefallen am Koop-Modus des Strategiespiels haben. Alle Missionen lassen sich im LAN oder Internet gemein spielen. Einzige Voraussetzung für den Host des Spiel, er muss die entsprechenden Missionen schon frei gespielt haben. Wenn dies nicht der Fall ist, dann kann lediglich mit Mission 1 begonnen werden. Neben dem Koop-Modus bietet das Spiel außerdem unterschiedliche Spieltypen und zahlreiche Optionen an. Auf einer Hand voll Karten können sich dabei bis zu acht Feldherren austoben. Jeder Spieler (bzw. die optional hinzu schaltbaren CPU Gegner) kann dabei zwischen drei Anführern und Parteien (JTF, Diktator und Terrorist) wählen, die jeweils ein individuelles Startaufgebot an Einheiten haben. Nachschub kann durch die Eroberung von Flaggenpunkten herbeigeordert werden. Wer will, kann auch auf zahlreiche Optionen zurückgreifen und von Einheitenbeschränkungen, speziellen Regeln bis hin zu Zeitlimits das Spiel ganz dem eigenen Wunsch und Geschmack anpassen. Auch ein Editor gibt es dazu.

I need Backup!

Wie schon zu Beginn des Reviews erwähnt, gibt es in Joint Task Force keinen Basisbau. Neben Verstärkung, die nach dem Erfüllen bestimmter Missionsziele das Schlachtfeld betritt, kann der Anführer jederzeit Verstärkung herbei ordern, die wenige Augenblicke später per Helikopter an der gewünschte Stelle auf dem Schlachtfeld erscheint. Allerdings muss dafür genug Geld in der Kasse sein und außerdem kommen pro Lieferung Transportkosten dazu. Es lohnt sich daher also nicht, Soldaten einzeln zu ordern. Volle Hubschraubernachlieferungen sind da schon merklich effizienter. Neben dem Einheitentyp (Soldat, Elitekämpfer, Sanitäter, etc.) kann der Spieler auch die Sekundärbewaffnung der Einheiten bestimmen. Sollen die neuen Einheiten mit einer begrenzten Zahl an Handgranaten oder lieber mit RPGs ausgestattet sein? Hier ist es natürlich immer besonders hilfreich zu wissen, was man jeweils im weiteren Verlauf der Mission noch zu erwarten hat. Auch deswegen lohnen sich unterschiedliche Spielstände. Während Fußtruppen vom Helden fast überall auf der Karte geordert werden können, wird zur Anlieferung von Fahrzeugen ein entsprechender Flughafen benötigt, der im Normalfall erst einzunehmen ist. Von Humvee über Panzer, Luftabwehr und Artillerie bis hin zu Kampfflugzeugen reicht das Sortiment, das der Flughafen anbietet. Das nötige Kleingeld bekommt der Spieler durch die Absolvierung von Missionszielen, wobei sich hier die Nebenaufträge besonders auszahlen und für mehr Geld in der Kasse sorgen. Ganz wichtig ist es jedoch, dass angeschlagene Einheiten möglichst nicht im Kampf umkommen, sondern vom Sanitäter zusammengeflickt werden bzw. sich die Techniker um die Fahrzeuge kümmern. Mit einem Haufen Altmetall auf der Straße kann auch der beste Strategie nichts mehr erreichen und der Schwierigkeitsgrad würde dadurch noch weiter ansteigen. Doch es gibt noch einen Grund dafür zu sorgen, damit die eigenen Einheiten möglichst überleben: Erfahrung. Im Kampf sammelt jeder Kämpfer Erfahrung und steigt im Rang auf. Entsprechend steigern sich die Kampfeigenschaften und die Einheit kann, wenn sie die Mission überlebt, zum Helden befördert werden. Allerdings ist hier der Platz auf zehn Helden recht begrenzt und maximal können auch nur zwei Einheiten einer Klasse zu Helden aufgewertet werden. Diese Helden können in der nächsten Mission neben O'Connell wieder in die Schlacht ziehen. Allerdings steht pro Mission nur eine sehr geringe Auswahl an Slots für Helden zur Verfügung. Auch hier sollte der Spieler möglichst Einheiten wählen, die in der kommenden Mission einen großen Nutzen haben und so das Überleben auf dem Schlachtfeld ein wenig erleichtern. Diese "Helden" kämpfen zwar wie reguläre Einheiten, allerdings hat jede Einheitenklasse (Soldat, Sanitäter, Sniper, etc.) einen kleinen Skilltree. Mit jeder neuen Stufe kann sich der Spieler für neue Bonuseigenschaften entscheiden. Dabei lassen sich sowohl die Eigenschaften des Helden verbessern (z. B. Selbstheilung), Einheiten in der Umgebung beeinflussen (Tarnung der Einheiten in der Nähe des Helden) oder Hilfe herbei ordern (Einheiten oder Luftschläge). Die mobilen Techniker des Versorgungsfahrzeugs können außerdem nicht nur angeschlagene Fahrzeuge reparieren - am Versorgungsfahrzeug gibt es zudem auch Munitionsnachschub. Wobei nicht nur Panzer, sondern auch Infanterieeinheiten Munition brauchen. Außerdem kann jede Infanterieeinheit neu ausgerüstet werden. Aus einfachen Sanitätern lassen sich mit wenigen Klicks Sanitäter mit Panzerabwehrraketen machen. In die Planung muss der Spieler selbstverständlich auch Deckung hinter Kisten und Sandsäcken, sowieso Geschütztürme und Bunker einkalkulieren, wenn die Schlacht siegreich beendet werden soll.

Präsentation

Die Steuerung von Joint Task Force geht überwiegend sehr einfach von der Hand, wenn der Spieler schon einmal ein RTS gespielt hat. Lediglich einige Sonderfunktionen und Kleinigkeiten, wie beispielsweise das Ummunitionieren von Einheiten gestaltet sich ein wenig fummelig. Im Kampf dürfte kein Spieler Probleme haben, wenn er die Pausenfunktion des Spiels sinnvoll nutzt und in aller Ruhe die Lage überdenkt und sinnvolle Befehle gibt. Während die Einheiten insgesamt recht gut agieren, Feinde selbstständig erfassen und Zusatzwaffen wie Granaten und Panzerabwehrraketen optional selbstständig verwendet werden, lässt die Wegfindung ein wenig zu Wünschen übrig. Zum einen stellen sich Einheitentrupps selten dämlich an, enge Passagen zu durchqueren. Auch werden sehr rasch absurde "Abkürzungen" gefunden, wobei gerade die Fahrzeuge extrem viel "Zuneigung" erfordern, damit der Trupp möglichst zusammen am Ziel ankommt. Hier wäre ein Update mehr als sinnvoll. In der Kampagne präsentiert sich die Gegner KI zwar recht gut, reagiert aber überwiegend recht passiv. Dass es auch anders geht, wird im Skirmish deutlich, wenn die CPU für Freizeitstrategen durchaus eine gute Herausforderung bietet. Grafisch weiß Joint Task Force durchgehend zu gefallen. Es werden von Wüsten über zerstörte Städte bis hin zu Schneeregionen einige Schauplätze geboten. Sowohl die Einheiten, als auch die Landschaft sind sehr stimmungsvoll gestaltet. Außerdem kann sich der Spieler an dynamischen Wettereffekten und Tageszeiten erfreuen. Neben sehr schön inszenierten Kämpfen, einem guten Detailgrad in der Nahansicht und einer eigentlich recht guten Performance, gibt es auch sehr unschöne Ruckler und Pausen, wenn neue Areale nachgeladen werden. Nicht ganz durchdacht wurde das implementierte Nachrichtensystem. Es wirkt zwar sehr stimmig, wenn der Spieler während der Mission in der oberen linken Bildschirmecke eine Nachrichtensendung über die aktuelle Mission sieht, worin die Aktionen auch wiedererkannt werden. Allerdings wurde hier eher an der Oberfläche gekratzt. Da berichtet das Fernsehen zwar über die aktuelle Krisensituation oder bringt einen Sonderbericht, dass überraschend JTF-Einheiten Zivilisten gerettet haben, doch wirkliche Auswirkungen haben weder die Sendungen, noch die Aktionen des Spielers. Es ist alles irgendwie vorgegeben und der Spieler hat nicht wirklich großen Einfluss darauf. Hier ließe sich - beispielsweise mit einem AddOn - noch einiges an Potential heraus kitzeln. Akustisch wird eine sehr ordentliche und stimmige Soundkulisse geboten. Da kracht es in den Kämpfen an allen Ecken und Enden, Panzer rattern durch die zerstörten Städte, während über die neusten Ereignisse in den Nachrichten berichtet wird. Auch die Sprachausgabe ist recht ordentlich, lediglich die immer wieder gleichen Sprachsamples der Einheiten gehen mit fortscheitender Spieldauer ein wenig auf die Ohren.

Meinung

Joint Task Force hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das Spiel sieht nicht nur ordentlich aus, sondern läuft auch in einer spielbaren Performance. Lediglich die Ruckler beim Nachladen neuer Regionen stören. Die zwanzig Missionen sind stimmig designt und wissen mit zahlreichen Zielen zu gefallen. Es gibt dabei selten Leerlauf, allerdings ist schon einiges an Taktik und Geduld beim Spieler gefragt. Ohne Taktik kommt man nicht weit. Gerade Einsteigern wird Joint Task Force daher doch ein wenig zu schwer sein. Wobei es auch dafür Abhilfe in Form der Koop-Kampagne gibt, die im gemeinsamen Spiel doch einige Zeit zu unterhalten weiß. Auch in Sachen Balancing ergibt sich ein sehr ordentliches Gesamtbild und dank umfangreicher Multiplayeroptionen, passenden CPU Gegnern und einem Karteneditor sollte für ausreichend Langzeitspaß gesorgt sein. Nicht ganz bis zum Ende durchdacht erscheinen die Medien als Spiel-Features. Hier wurde einiges an Potential verschenkt. Einziger "echter" Minuspunkt ist die sehr schlechte Wegfindung der Fahrzeuge, wodurch unnötig viel Mikromanagement anfällt. Ansonsten ist Joint Task Force ein sehr gelungenes Strategiespiel, das für Taktikfans eine wirklich sinnvolle Investition darstellt.


Geschrieben am 20.11.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



16 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Sehr gut (4.8 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei nali_warcow, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de