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Ice Age 2  

Rückseite ]

Info
Autor 3
 1
 1
 1.5
Gesamt (2 votes) 2+
 1.2
 1.7
 1.7
Name:Ice Age 2 - Jetzt tauts
Genre: Jump n Run
Produkt: Vollversion
Release: 2006/03
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: Eurocom
Offiz. Sites: Game
Links: Ice Age 2 Filmsite
Hardware: 1.7Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 1400 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
FFeedback: ja
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für Xbox, PS2, GC, Wii
Ice Age 2 - Jetzt tauts (review von yak)

Ist etwas in den Medien erfolgreich, kann sich der Konsument sicher sein, es ein zweites Mal in aufgebrühter Form serviert zu bekommen. Diese Chance lassen sich die wenigsten Medienkonzerne entgehen, egal ob Film oder Spiel. Nicht immer sind die Nachfolger jedoch von gleicher Qualität, was sicher daran liegt, dass man noch mehr Besucher in die Kinos oder vor den Bildschirm locken möchte. Warum man sich nicht einfach mit dem gleichen Erfolg bei einem zweiten Teil zufrieden geben will, ist mir ohnehin ein Rätsel und die Praxis zeigt, dass dies nicht zwingend bei den inhaltlich angepassten Produkten - die es jetzt allen recht machen wollen- gewährleistet ist. Oft verlieren sie nämlich ihren ursprünglichen Charme und ihre Besonderheit und daher ist es nicht verwunderlich, wenn die ganze Schose in die Hose geht und die alte Fangemeinde mit dem "geradegebügelten" Etwas dann nichts mehr anfangen kann. Ein gutes Bespiel dafür ist sicher Shrek 2, der kaum noch was vom eigenwilligen Charme des ersten Teils besitzt. Das kommt davon, wenn sich Marketingstrategen zu sehr einmischen, die angebliche Patentrezepte besitzen, um Oma und Enkel gleichermaßen begeistern zu können, obwohl das ja eigentlich schon beim ersten Film prima funktionierte, was aber die Chefetagen wohl nicht ganz mitbekommen haben. Ähnlich skeptisch wurde man dann auch bei der Ankündigung von Ice Age 2, doch nach dem Kinobesuch kann hier eindeutig Entwarnung gegeben werden. Der Film bleibt seinem Vorbild treu und ist eine gelungene Fortsetzung des Originals. Skurrile neue Charaktere und eine absolut köstliche Weiterentwicklung des Dreigespanns Sid, Manfred und Diego. ... und natürlich ist Scrat auch wieder dabei.

Für die Versoftung wurde erneut Eurocom beauftragt, die bereits den Vorgängerfilm Robots umgesetzt haben und sich nach ihrem großartigen Spiel "Sphinx und die verfluchte Mumie" scheinbar ein wenig auf Lizenzdeals spezialisiert haben. So setzten sie bereits den Film "Batman Begins" und das letzte Predator Spiel um. Ob sie die Eiszeit für die Spieler gelungen zum Schmelzen bringen, soll unser Review zeigen.

Technik

Zum Einsatz kommt die von Eurocom eigenentwickelte Spielengine, die das Spielgeschehen auch ansprechend auf den Screen bringt. Die Graphik orientiert sich dabei sehr an dem Kinovorbild und so sind die Umgebungen in der Eiszeit auch recht schlicht, aber immer passend realisiert. Die Handlungsorte entsprechen dem Filmsetting, bieten aber auch Abschnitte, die im Film nicht vorkommen oder nur "oberflächlich" zu sehen sind, wie z. B. das riesige Wassermonster, das man jetzt mit Scrat auch von Innen besichtigen darf, bis man sich letztendlich durch die Hinter(n)tür wieder verabschiedet. ;). Dunkle, eisige Höhlen, Vulkankrater, Unterwasserpartien, Berge und Täler stehen für den kleinen Scrat auf dem Programm, immer auf der Suche nach der goldenen Nuss! Besonders viel Mühe hat man sich bei den Figuren gegeben, die zwar nicht so polygonreich und zum Teil minimalistisch wirken, dafür aber ihren Filmvorbildern ausgezeichnet nachempfunden wurden, auch was ihre sehr individuelle Bewegunge und Mimik betrifft. Die charmant überhebliche Art, mit der Sid mit Händen und Füssen spricht, die drögen Blicke vom Säbelzahntiger Diego oder die wild umherblickenden, fast aus den Höhlen tretenden Augen von Scrat, der dabei irre mit der Nase zuckt und damit der Bezeichnung Hyperaktivität eine völlig neue Bedeutung gibt. Die gelungene Animation der Figuren setzt sich aber darin fort, wenn man Scrat beobachtet, wie er über vereiste Seen rutscht und versucht, das Gleichgewicht auszubalancieren oder wenn er sich mit den Schneidezähnen an einem Vorsprung festbeißt, um sich nach oben zu katapultieren. Lustig wird es auch, wenn er sich in einem Minispiel tot stellt, damit Diego ihn nicht auf frischer Tat ertappt. Köstlich, wie er auf dem Rücken liegt und die kleinen Krallen nach oben verrenkt oder er auf eisiger Bergspitze sichtbar seinen Atem nach außen hechelt.

Im Bereich Sound gibt sich das Spiel auch keine Blöße und setzt die bisher stimmige Präsentation fort. Geräusche und Musik passen zum Geschehen und orientiert sich stilistisch am Filmoriginal, auch wenn die Musik insgesamt ein wenig zu unscheinbar wirkt. So gut wie in Robots ist sie nicht. Konnten die Spieldesigner für die englische Version noch alle Originalsprecher verpflichten, haben die deutschen Hauptfiguren leider komplett andere Stimmen, die zwar gut sind, aber Otto Waalkes als Sid ist einfach viel zu speziell, als dass ein anderer Sprecher hier etwas Ähnliches abliefern könnte. Dennoch eine gute und professionelle Synchronisation. Das Original-Gequicke von Scrat bleibt zumindest auch den deutschen Spielern erhalten.

Gespielt werden kann mit Tastatur oder Gamepad, wobei hier wirklich nur die letztere Variante zu empfehlen ist, denn ein Doppelanalogpad mit ausreichend Buttons sollte schon zur Verfügung stehen. Die meisten Funktionen können auch neu belegt werden.

Gespeichert werden muss manuell. Dies kann jederzeit geschehen, jedoch startet man an entsprechenden Rücksetzpunkten, die aber fair verteilt sind und wenig Probleme bereiten sollten, da das Spiel vom Schwierigkeitsgrad (leider) viel zu leicht ausgefallen ist und unterschieldiche Schwierigkeitsgrade nicht zur Verfügung stehen.

Bugs, Abstürze oder Ärger mit dem Kopierschutz gab es nicht. Das Spiel lief absolut problemlos.

Gameplay

Ice Age 2: Jetzt taut's präsentiert sich als klassisches Jump & Run mit kleinen Rätseleinlagen. Als Nager Scrat, der immer auf Suche nach seinen geliebten Hülsenfrüchten ist, erlebt man parallel zum Filmgeschehen die Handlung mit und darf auch Orte besuchen, die der Filmcrew verwehrt blieben. Und wie sollte es für Scrat auch anders sein, besteht seine Hauptaufgabe darin, möglichst alles Fressbare einzusammeln, wobei natürlich der Levelhöhepunkt aus goldenen Nüssen besteht. Seinen "Lebensunterhalt" als Nagetier in der Eiszeit zu bestreiten, ist natürlich nicht immer so einfach. An schlecht zu erreichenden Felsvorsprüngen, hohen Bäumen, im Eis Eingefrorenem oder auf dem Grunde eines Sees warten die Leckereien auf den hungrigen Scrat und natürlich gibt es auch Gegner, die es entweder auf ihn abgesehen oder einfach etwas dagegen haben, dass er sich den Bauch vollschlägt. Bären, Piranhas, Fledermäuse, Wölfe und das übliche Urzeitrepertoire hindern ihn bei seiner Lebensaufgabe. Nur gut, dass der kleine Racker sich zu wehren weis und wie es aussieht, scheint er auch einer früher Vorfahre von Jackie Chan zu sein, denn er lässt wirklich nichts anbrennen, ab und zu vielleicht einmal seinen Schwanz in einem Lavafeuer, aber auch daraus macht er eine Tugend, wenn er z. B. damit ein Feuer legen muss, um gefährliche Riesenspinnennetze abzufackeln. Aber das ist noch lange nichts alles, seine Schläge mit dem Schwanz sorgen auch bei größeren Gegnern für ein Kurzzeit-KO, so dass er etwas Zeit hat, die ihm teuren Schätze einzusammeln. Manche Gegner, wie z. B. aufsässige Spinnen, die ihn gerne auch ihre Netze entgegenwerfen und darin einwickeln, so dass er sich erst davon freistrampeln muss, können auch langfristig, besser gesagt für immer, aus der Nahrungskette entfernt werden. Diese Stampfattacken sind auch geeignet, kleine eingefrorene Wasserstellen zu zerstören, um die darunter liegenden Schätze zu bergen. Scrat kann aber noch mehr, der Doppelsprung verhilft ihm, an etwas höher gelegene Bereiche zu gelangen, er kann an bewachsenen Felsen wie eine Ameise emporklettern und sogar an glitschigen Wänden, wenn auch mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, emporkrabbeln. Für irgendetwas müssen ja die Nagezähne gut sein. Scrat macht auch Tarzan Konkurrenz, wenn er an Lianen schwingt oder sich an Ranken heruntergleiten lässt. Dass Spinnennetze am Boden ideale Trampoline sind, steht ohnehin außer Frage und das Scrat besser tauchen und schwimmen kann, als Little Nemo, gefällt der Renderfilm-Konkurrenz sicher gar nicht. Die haben ganz einfach den kleinen Racker unterschätzt.

Doch das ist lange noch nicht alles, denn einige der Nüsse, die auf seiner Favoritenliste ganz oben stehen, sind nicht so leicht zu bekommen. So sind sie im Boden vergraben und müssen erst, meist unter hohem Feindaufkommen, geborgen und ausgegraben werden. Oder er muss vorher eine Aufgabe erfüllen, um den Besitzer oder Bewacher davon zu überzeugen, dass er seine Suche fortsetzten kann oder die Nuß den Eigentümer wechselt. Dazu muss er sich z.B. unbemerkt an Diego vorbeischleichen und innerhalb eines Zeitlimits alle Nüsse einzusammeln, zwischendurch mausetot stellen, damit er nicht auffliegt. Oder der kleine Kerl muss die Eier in den Nestern der Geier wieder richtig sortieren und sie durch die Level schleppen. Auch als Kindermädchen macht er sich nicht schlecht, wenn er kleine Piepmätze wieder zurück ins Nest der Mutter schleppen darf. Da die kleinen Federviecher aber alles andere als lieb sind, kommt hier auch Scrats geübter Steinwurf zum Einsatz, der Wunder gegen Feinde (und solche die es werden wollen) wirkt. Ein gezielter Wurf und die kleinen Vögel zählen Sternchen und können nicht mehr vor ihm davonlaufen. Ausreichend Zeit also, um sie aufzunehmen und zum trauten Heim zurückzubringen. Mutter dankt es promt und erlaubt Scrat, weiterzuziehen. Aber manchmal muss der Nager auch aktiver in die Umwelt eingreifen. So kann er z. B. ganz wie im Film, eine "tragende Nuss" entfernen, die ganze Höhlenbereiche einstürzen lässt oder er greift sich einen Stein und verstopft damit einen Geysir. Da der Druck dann an anderer Stelle Ausgleich finden muss, kann er so z. B. die neue Wasserfontäne nutzen, um an höher gelegene Bereiche zu kommen. Druckausgleich der anderen Art gibt es auch, wenn Scrat einen seiner Urzeitgenossen mit zuviel blähendem Obst füttert. Gut hinter ihm platziert kann er dessen "Druckausgleich" nach der reichlichen Mahlzeit dazu nutzen, sich an höher gelegene Felsen schleudern zu lassen.

Um einen Level durch einen Höhlenspalt verlassen zu können, ist es manchmal nötig, eine bestimmte Zahl an Nüssen zu besitzen, andernfalls bleibt ihm das Fortkommen verwehrt. Diese Nüsse gibt es auch in den vielen Minispielchen, die vom Pinguinkegeln bis hin zu einer Gletscherrutschpartie reichen, in der man den guten Sid fast Weltmeisterschaftstitel verdächtig durch einen Eiskanal steuert. Und kommt Scrat mit seinem eigenen Latein nicht weiter, kann er auch noch auf Sumpfvögeln reiten und mit ihnen höher und weiter springen. Was Kinobesucher nicht wissen ist, dass es Scrat war, der Sid vor einem frühzeitigen Opfertod bei den Feuergottanbetern gerettet hat ;-).

Die Kämpfe fallen dagegen sehr leicht aus, sind kaum eine Herausforderung und selten Schuld an Scrats Ableben, selbst große und gefährlich aussehende Feinde sind kein Problem und mir erscheint der Schwierigkeitsgrad selbst für die jüngste Zielgruppe (die ohnehin viel bessere Reflexe hat, als wir alten Fossile aus der Steinzeit) viel zu niedrig ausgelegt. Daher findet auch die Superdrehattacke wenig Einsatz. Levelbosse gibt es mit Ausnahme einer Riesenspinne, die auch etwas taktischer anzugehen ist, da sie nur eine verwundbare Stelle hat, nicht, was insgesamt enttäuschend ist und dem Spiel so einige notwendige Höhepunkte verwehrt. Gerade das Thema Levelbosse sollte doch bei der Vielzahl an möglichen Urzeit-Charakteren keine Hürde darstellen. Damit fehlt es dem Spiel ein wenig an Abwechslung, auch wenn die Miniaufgaben den Spielfluss auflockern und die unterschiedlichen Aufgaben, die Nüsse zu erreichen, zwar variieren, spielt es sich im Prinzip dennoch zu ähnlich, da ändern auch die abwechslungsreichen Spielorte wenig. Einige von Scrats Möglichkeiten werden zudem kaum genutzt. Wie z. B. seine Schnüffelnase, die versteckte Dinge erriechen kann. Hier wäre sicher mehr machbar gewesen. Anders als es z. B. beim besseren Robots der Fall war, bieten auch die Bonusoptionen zu wenig, denn die dafür notwendige Zahl der einzusammelnden Objekte ist auch für Anfänger problemlos zu meistern. Dazu sind die freigeschalteten Boni auch sehr gering und zeigen nur ein paar Artworks.

Update zur Wii-Version

Inhaltlich unterscheidet sich die Wii-Fassung nicht von den anderen Versionen. Gesteuert wird natürlich über die neue, bewegungssensitive Steuerung, die sich auch erstaunlich gut macht, bedenkt man, dass das Spiel für herkömmliche Steuermethoden konzipiert wurde. Mit dem Analogstick auf dem Nunchuk wird Scrat gesteuert und durch eine Schüttelbewegung der Wii-Mote angegriffen oder auch gebuddelt. Stampfattacken werden mit einer ruckartigen Bewegung nach unten ausgeführt. Gezielt wird recht komfortabel über die Ausrichtung der Wii-Mote. Eine frei drehbare Kamera gibt es dafür aber in Ermangelung eines zweiten Analogsticks entsprechend nicht mehr. Ice Age 2 auf der Wii bietet ingesamt daher kaum einen merklichen Spielspaßschub, so dass man im Vergleich mit den anderen Fassungen keinen Zugewinn hat, zumal diese bereits im Budgetbereich erhältlich sind. Wii-Besitzer sollten eine Preisreduzierung abwarten.

Fazit

Ice Age 2: Jetzt taut's ist eine zufriedenstellende Filmumsetzung geworden, die von technischer Seite gelungen die Filmschauplätze und Charaktere zum Leben erweckt. Es macht schon Spaß, den irren Nager Scrat durch die Eiszeit zu manövrieren und mit ihm Jagd nach seinen geliebten Hülsenfrüchten zu machen. Für geübte Spieler fällt das Spiel jedoch viel zu leicht aus und auch für Anfänger sollte es keine große Hürde darstellen. Zu einfach sind Gegner und Aufgaben in den Leveln und nach ca. 6-7 Stunden ist man spätestens im Finale. Gewünscht hätte ich mir ein wenig mehr vom filmtypischen Humor, der zwar vorhanden ist, aber nicht so richtig in den Spielablauf integriert wurde und sich eher auf Zwischensequenzen beschränkt. Hier bleibt Sheep, Dog n Wolf einfach ungeschlagen. Dennoch ist es ein insgesamt stimmiges Game geworden, das zum veranschlagten Mid-Price für Neueinsteiger sicher zu empfehlen ist. Wer etwas mehr spielerische Tiefe und einen höheren Schwierigkeitsgrad sucht, ist mit der Robots Filmumsetzung aus gleichem Hause besser bedient, muss dann jedoch ohne seinen Lieblingsnager Scrat auskommen.


Geschrieben am 23.05.2006, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 2GB Ram, Creative X-Fi Extreme
 



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