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Hulk
Hulk  


Info
Autor 3
 1.5
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 1.5
Gesamt (9 votes) 3
 1.5
 1.1
 1.3
Name:Hulk
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2003/06
Publisher: Vivendi Universal
Entwickler: Radical Entertainment
Offiz. Sites: Game, Demo
Links: The Hulk Site
Links: Marvel Comics
Hardware: 700Mhz, 192MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 1500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Tastatur/ Joystick/ Gamepad
FFeedback: ja
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für PS2/Xbox/GameCube
USK: 12
Hulk (review von yak)

Was ist grün, kann hüpfen, was das Zeug hält und ist ein Videospielheld?

Frogger, würden alle sagen, wenn da nicht noch die blaue, extrem dehnbare Stretchhose wäre.

Aber nicht nur der Vorläufer einer jeden modernen Jogginghose wurde in dieser Zeit erfunden, denn die Wissenschaft hat in den 50ziger auch ultimative Alienabwehrwaffen konstruiert und ein wenig mit Gammastrahlung experimentiert, um aus unbescholtenen Wissenschaftlern aggressive, grünhäutige, muskelbepackte Kampfkolosse zu machen, deren Testosteronrückstände allein beim Wasserlassen durch Kontamination der Kanalisation ausreichen würden, um die weibliche Bevölkerung von ganz San Francisco mit einem mehr oder weniger dezenten Damenbart zu beglücken.

Die Welt, und insbesondere wohl Amerika, ist wieder reif dafür. In einer Zeit, wo "Invasoren" jeglicher Couleur den American Way of Live bedrohen, fährt man nicht nur militärische Geschütze auf, sondern auch die nie zu besiegenden, immer guten und patriotischen Superhelden, die für Recht und Ordnung sorgen. Aber neben den immer Guten der Branche wie Batman, Spiderman oder Superman geht's auch differenzierter und es ist schon komisch, welche Parallelen sich durch eine "einfache" Comicfigur zur heutigen Situation ziehen lassen:

Ein amoklaufendes, alles zerstörendes Ungetüm mit dem Verstand eines Kleinkindes :-)

Durch ein militärisches Experiment wurde der Wissenschaftler Bruce Banner einer Gamma-Strahlung ausgesetzt, die, entgegen dem Beipackzettel, Nebenwirkungen aufwiesen, die man besser nicht seinem Arzt oder Apotheker mitteilen sollte. Vielleicht war es aber auch nur der Stress, der aus ihm ein unberechenbares, jähzorniges Wesen machte, weil er lieber seine Ruhe gehabt hätte (was übrigens auch auf viele Staatsdiener zutreffen könnte).

Seit mehr als 40 Jahren wütet der Hulk nun schon durch die Marvel-Comics und seine Zerstörungswut ist zumindest bis heute ungebrochen. Zeit für Hollywood das Thema nach einer Fernsehserie aus den 80zigern (mit Bill Bixbie und Lou Ferrigno) erneut kassenträchtig unterzubringen. Regisseur Ang Lee (Crouching Tiger Hidden Dragon/ Der Eissturm/Sinn und Sinnlichkeit) liefert nun seine Version des bekannten Stoffes über einen Wissenschaftler ab, der von Zweifeln geplagt ist, wenn er die Untaten seines nicht zu kontrollierenden Alter Egos betrachtet.

Rechtzeitig zum Filmstart bringt Universal Interactive / Radical Entertainment (Dark Angel Game) das Spiel zum Film heraus. Ob es sich lohnt, gemeinsam mit dem grünen Goliath über den Screen zu hüpfen, soll unser Review klären.

Zeitgleich für alle wichtigen Plattformen haben wir einen Blick auf die spieltechnisch inhaltsgleichen PC/Xbox und GameCube Versionen geworfen.

Graphisch geht Radical Entertainment einen neuen Weg, der in dieser Realistation bisher selten zu sehen war. Eine Kombination von Cell-Shading mit "normalem" 3D Rendering kombiniert (am ehesten Vergleichbar mit den Konsolenspielen der Jet Set Radio Reihe), wobei man jedoch bei Hulk darauf geachtet hat, dass der Stil eher an gute Comiczeichnungen, als an Cartoonserien erinnert. So entspricht die Kolorierung und die Beleuchtung der Charaktere den Vorbildern der blass gehaltenen und mit scharfen Kontrasten und Konturen versehen Zeichnungen, wie man sie aus den 60ziger Jahre-Comics kennt. Eine sehr gelungene Idee, die somit dem filmischen Vorbild und dem ursprünglichen Comic gerecht wird. Also nicht der Zwang, den Film photorealistisch nachzubilden, was auch mit der heutigen Technik kaum möglich erscheint, sondern vielmehr ein eigener, jedoch künstlerisch sehr anspruchsvoller Stil.

Von gleich hoher Qualität sind die Animationen. Der grüne Koloss bewegt sich eindrucksvoll, wenn er mit seiner Riesenklaue nach den Feinden greift, um sie in den Würgegriff zu nehmen und sie dann wie kleine Puppen gegen die Wand zu werfen oder in den Betonboden zu stampfen. Die Specialmoves vom Hulk oder den Gegnern wirken, soweit das möglich ;-), lebensnah und realistisch. Wenn die Gamma-Hunde sich auf unseren Helden werfen, um ihn zerreißen zu wollen, der Vampir Half Life uns auf den Rücken springt, um unserer grünen Ökobrennstoffzelle Energie auszusaugen, oder wir selbst den Gegner über Kopf halten, ihn über die Schulter werfen oder mit den Fäusten zusetzen oder die Angelegenheit übers Knie brechen. Die Animationen sind sehr vielfältig und variieren oft, so dass kaum der Eindruck entsteht, dass wiederholt die gleiche Animationsfolge "abgespult" wird. Hier scheinen die Entwickler ein gutes Animationssystem entwickelt zu haben, dass viele Variablen im Animationsfluss berücksichtigt.

Großartig, und selten für dieses Genre, kam auch eine gelungene Physikengine zum Einsatz, die vielleicht auch mit der Grund für die variablen Bewegungsabläufe sind. Im Level kann vieles zerstört und auch als Waffen benutzt werden. Per Stampfangriff sorgt man dafür, dass Steinbrocken oder Stahlträger von der Decke fallen, man kann die Wand, in der sich Rohrleitungen befinden, bearbeiten, um die Rohre als Waffe zu benutzen. Treibstofftanks lassen sich zerstören und ihre Explosion wirkt weiteren Schaden an. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um vorberechnete, geskriptete Vorgänge, sondern um dynamische Aktionen. Keine Explosion oder das Durchbrechen einer Wand gleicht der anderen, es wird wirklich die Einschlagstelle berücksichtigt. Aber auch Gegner unterliegen der Physikengine. So kann man beispielsweise einen Soldaten schnappen und ihn als "Projektil" gegen die anderen werfen, mit dem Resultat, dass sie ebenfalls umgeworfen werden oder selbst von ihrem Energieschild abrutschen. Steht ein Gegenstand in ihrer Flugbahn, wird auch dies entsprechend berücksichtig. "Klatscht" man sie gegen eine Wand, entstehen dort Risse und sie rutschen daran ab.

Die Spielwelt wirkt deswegen sehr lebendig und aktiv und der Spaßfaktor liegt dadurch höher, als bei genreverwandten Spielen.

Der Sound ist gelungen umgesetzt. Die Geräusche realistisch und eine gute Synchronisation (im Original hört man Hulk Darsteller Eric Bana) sorgen für eine gute Atmosphäre. Besonders gut wurden die Unterhaltungen und die vielfältigen "Schmährufe" der Gegner realisiert, die das Kampfgeschehen situationsabhängig kommentieren. Die Musik ist passt zum Geschehen, rhythmische, ethnisch angehauchte Passagen für die Hulk Level und eine Musik in den Bruce Banner Leveln, die an die Krimis der Schwarzen Serie erinnern, was noch durch die, wie damals üblichen, Offscreen-Kommentare des Protagonisten verstärkt wird. In einigen späteren Hulk-Leveln wiederholt sich die Musik jedoch ein wenig zu schnell und wirkt dann etwas eintönig.

Gespielt wird vorzugsweise mit einem analogen Gamepad, was problemlos und präzise funktioniert. Besonders erwähnenswert sind, was auch für die PC Fassung gilt, die Rumbleeffekte, die nicht nur im eigentlichen Spiel, sondern auch in den Zwischensequenzen für Stimmung sorgen. So durchfährt ein Ruck das Pad, wenn beispielsweise der Fahrstuhl anhält u.ä., wobei hier eindeutig das Gamepad der Xbox den Vorrang hat, kommen doch dort die Effekte eindrucksvoller und differenzierter als bei den anderen Fassungen rüber.

Versionsunterschiede zwischen PC und den Konsolenvarianten gibt es weder in graphischer noch in spieltechnischer Hinsicht. Lediglich bei der GameCube-Version gehen die Frameraten ab und zu etwas in den Keller.

Doch wie spielt sich nun das grüne Etwas. Hulk "versorgt" durch die beiden Varianten Hulk/Bruce Banner zwei unterschiedliche Spielgenre. Der jeweilige Level gibt spieltechnisch zwingend vor, mit welchen Charakter gespielt wird. Eine eigene Auswahl, sich in den Hulk oder in Bruce Banner zu verwandeln, ist leider nicht möglich, was sicherlich für einige nette Gameplayüberraschungen hätte sorgen können. So orientieren sich die Hulk Szenarien an dem Genre Beat em Up, was also bedeutet: Es darf geprügelt werden.

Der böse (was auch sonst) Leader will mit Mutanten die Welt beherrschen und plant von der Gefängnisinsel Alcatraz sein Vorgehen. Nun liegt es am Hulk, dies zu verhindern und die Invasion der Mutaten zu verhindern. Wir hoffen jedoch, dass ihm dabei keine Mitglieder der X-Men unter den Hammer kommen

Hulk kann Gegner schnappen, würgen, werfen, in den Boden stampfen, über die Schulter schleudern, über den Kopf halten, ihnen das Genick brechen, Stampfattacken und einige Spezialmoves wie z. B. den Überschallknall, der eine Energiewelle auslöst. Gegner, die nicht auf Körperkontakt stehen, sind jedoch nicht so einfach zu besiegen. Soldaten, die eine Energiebarriere wie einen Regenschirm zum Schutz vor sich tragen, sind ohne Hilfe nicht attackierbar. Hier schnappt man sich gerne mal einen "rumliegenden" Gabelstapler, einen Stahlträger oder einen Felsbrocken, um auch sie zum Aufgeben zu überzeugen. Angegriffen wird der Hulk von Soldaten, Gamma-Hunden bis hin zu Mutanten. Besonders Obacht muss er jedoch bei den Levelbossen haben, denn diese sind nicht so leicht aus dem Anzug zu prügeln. So lohnt es sich schon, den Gegner zu packen und in einen Reaktor zu werfen oder beim Vampir Half Life tunlichst darauf zu verzichten, dass er den Hulk berührt. Die Gegner KI ist gut und in den Prügelgefechten mit Schusswaffen, Fäusten und Füssen variieren die Gegner gerne ihre Strategie. So gehen sie in Deckung, aktivieren die Schutzbarriere und kreisen den Hulk ein. Dabei ist es nicht immer sinnvoll, fröhlich drauf los zu prügeln, sondern es ist in höheren Leveln zwingend notwendig, die Aktionen entsprechend ihrer Angriffsstrategie zu planen, was besonders im recht schwierigen Finale wichtig wird. Besser also erst den angreifenden Panzer ausschalten, in dem man die ankommenden Raketen zurückschleudert, dann nach der Explosion das abgesprengte Panzerrohr als Waffe verwenden und auf die übrigen Jungs einprügeln :-)

Rätselkost sucht man aber in den Hulk Sequenzen vergebens. Bis auf das Zerstören einiger Reaktoren oder das Einhämmern von Metalltüren gibt es hier wenig, was Hirnschmalz erfordert, was dem Spaß aber nicht schadet, den man dabei hat.

Anders dagegen wird es aber in den Leveln, in denen man Bruce Banner verkörpert. Hier kommt es weniger auf brachiale Gewalt an, sondern eher darauf, ungesehen und im Verborgenen zu arbeiten. So schleicht man sich in ein Labor ein, versucht ungesehen, hinter Deckung, an den Wachen vorbeizukommen und Sicherheitstüren zu hacken, wobei, sollte man dennoch einmal entdeckt werden, auch die Fäuste eine verständliche Sprache sprechen dürfen. Um zum Ziel zu gelangen, ist es manchmal notwenig, Sicherheitssysteme zu überwinden, indem man ein kleine Reaktionspuzzle zu bewältigen und Buchstaben/Zahlenkombination unter Zeitvorgabe in die richtige Reihenfolge zu bringen hat. Dann sind Kisten so zu verschieben, dass man sie als Leiter benutzen kann, um einen Sicherheitszaun zu überwinden, immer darauf achtend, dass man nicht von den Wachen oder schlimmer und tödlicher, von den Gammahunden entdeckt wird. Später darf man sogar, in der Verkleidung einer Sicherheitskraft, im Chemielabor versuchen, einen Anti-Gamma-Blocker zu mixen, damit man den Hulk in sich wieder zum Leben erwecken kann. Der Bruce Banner Part im Spiel ist also eher mit einer Light-Variante zu Metal Gear Solid zu verstehen. Spieltechnisch ergibt sich hierbei aber der Nachteil, dass die Kameraperspektive nicht änderbar ist und damit sich nähernde Gegner erst spät gesehen werden können. Da nützt auch die jederzeit frei wählbare Egoperspektive wenig, wenn man versteckt hinter einer Kiste lauert. Spannend ist es aber allemal und es ist eine gelungene Abwechselung zwischen den prügellastigeren Hulk-Szenarien, was vor allem aber auch davor bewahrt, dass das Spielempfinden nur einer Massenschlacht gleicht.

Die Ausstattung des Programms ist mit dem Bonusmaterial einer Special Edition DVD vergleichbar. So gibt es ein "Making of" zum Film und zum Spiel und Artworks zu begutachten, die man sich jedoch erst im Spiel "freispielen" muss. Und fast so geschickt, wie Nintendo die Games mit Zusatzfeatures Marke GameCube/GBA-Verlinkung "bundelt", geht nun auch Universal Interactive einen vergleichbaren Weg. Die "Cheats" sind im Kino-Film zu finden. So kann man im Spiel an bestimmten Terminals per Zugangscode aus dem Film weitere Features aktivieren und sogar als grauer Hulk ins Rennen gehen.

Wer das Spiel in den drei zur Verfügung stehenden Schwierigkeitsgraden durch hat, darf dann noch neben dem Story Modus den Herausforderungs-Modus spielen. In der Variante Ausdauer-Modus müssen unerschöpfliche Gegnermassen besiegt werden. Im Gegen-die-Zeit-Modus kommt es darauf an, möglichst viele der Gegner innerhalb einer vorgeschriebenen Zeit auf's Kreuz zu legen und im Hulk-Kracher soll man möglichst viel in der Spielwelt dem Erdboden gleichmachen.

Gespeichert werden kann nur pro Level, wobei man jedoch die Möglichkeit des "Continue" hat, dessen Anzahl sich durch gefundene "Secrets" aufstocken lässt und man somit nicht immer von Levelbeginn neu starten muss.

Kritik gibt es eigentlich wenig, da das Spiel technisch einwandfrei umgesetzt wurde und keine Bugs zu finden waren. Lediglich in der PC Fassung konnte man die Optionswahl für Graphikeinstellungen nur mittels eines angelegten Spielstand-Savegames dauerhaft festlegen. Wünschenswert wäre auch eine Multiplayeroption gewesen. Selbst gegen einen anderen Spieler im Hulk vs. Flux Wettkampf anzutreten, wäre sicher reizvoll und hätte den Wiederspielwert erhöht.

Insgesamt ist Hulk eine gelungene Umsetzung. Ein Prügelspiel in Kombination mit einer Light-Schleichspiel-Variante passt prima zur Hulk Lizenz. Anteilmäßig hätte ich mir jedoch ein wenig mehr "Bruce Banner" Episoden mit mehr Rätselanteil gewünscht. Die kurze Spielzeit des Storymodus von ca. 6-7 Stunden dämpft jedoch den Eindruck ein wenig, wenn auch der Herausforderungsmodus weitere Massenschlachten ermöglicht. Für Fans des Hulks und Prügelspielanhänger sicher ein Muss. Hulk ist für mich eine viel gelungenere und solidere Umsetzung, als das verunglückte Enter the Matrix Spiel. Alle anderen sollten die Demo antesten, wenn sie auch leider viel zu kurz ausgefallen ist und daher wenig vom Spiel vermittelt.


Geschrieben am 20.06.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Radeon 9500 Pro, 512MB Ram, SB Audigy
 



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