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Herr der Ringe  


Info
Autor 4
 1.5
 0.5
 1.5
Gesamt (35 votes) 3
 1.4
 1
 1.6
Name:Herr der Ringe - Die Gefährten
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2002/11
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: Surreal
Links: Tolkien Online (Engl.)
Links: Tolkien Gesellschaft
Hardware: 600Mhz, 64MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für Xbox, Gamecube und PS2 erhältlich
USK: 12
Beutelsend
Bombadils Haus
Die Gefährten
Vor den Toren Morias
Pfui Spinne
Troll-Angriff
Balrog oder Diablo?
In der Zwergenstadt
Gandalf und Elrond
Friede, Freude, Auenland
Ein verirrter Morlok?
Ein Ringgeist sucht Frodo
Finale mit einem fliegenden Ringgeist
Herr der Ringe - Die Gefährten (review von yak)

Kultbücher haben oft eines gemeinsam- sie bieten neue Denkansätze, erschaffen, wegen ihrer erzählerischen Dichte, eine bisher unbekannte Welt auf dem Papier und in den Köpfen der Leser und nehmen dadurch einen Ehrenplatz in den Bücherregalen ein. Ein besonderes Plätzchen gibts, wenn sie zugleich noch in der Lage sind Witz, Charme, Lebensweisheit und Humanität vermitteln zu können und den Leser zum Denken anzuregen.

Oft kommt man recht früh an sein "spezielles" Kultbuch, was aber nicht ausschliesst, dass man auch im vorgeschrittenen Erwachsenenalter, sollte man sich seinen, wenn er jemals da war, "jungen" Geist bewahrt haben, ein solches Buch zwischen sein Lesezeichen bekommt. So sind für viele die Bücher Mark Twains mit den Abenteuern von Tom Sawyer und Huck Finn in diese Kategorie einzuordnen, die Zukunftsvisionen eines Asimovs, die phantastischen Ideen eines Jules Verne, die Abenteuer der Drei Musketiere von Dumas oder Cervantes Don Quichotte, der mit seinem "Gefährten" Sancho Pansa böse Windmühlen zum Feind erklärte.

So zählen viele Kultbücher bereits zu den Klassikern, auch wenn Literaturpäpste sie gerne in den Bereich Belletristik "verbannen".Oft steckt jedoch viel mehr an Anspruch zwischen den Zeilen, als man vordergründig glaubt.

Ein Kultbuch sondergleichen im Bereich der Fantasy-Literatur ist jedoch ohne Zweifel Tolkiens "Herr der Ringe", ist es doch nach der Bibel das meistgelesenste Werk. Tolkien schuf durch seine glaubwürdige Beschreibung eine Authenzität, die ihres Gleichen sucht. Seine Detailbeschreibungen lassen eigentlich keinen Zweifel, dass es so etwas wie das Auenland, Hobbits, Orks, Zwerge, Elben oder Trolle wirklich gegeben hat und für viele Leser auch noch gibt ...

Die Bücher können auf eine riesige Fangemeinde zurückblicken und lassen selbst noch die "neumodischen" Trekkies in ihrem Förderations-Universum alt aussehen. Lange bevor es den programmierten Merchandise-Wahn im Form von Plastikfiguren und Actionspielzeug gab, trafen sich Anhänger der Bücher, um "elbisch" miteinander zu reden oder Rezepte für "Cram" auszutauschen. So sollte es eigentlich nicht verwundern, wenn Hollywood dieser milchbringenden Kuh nicht ans Euter wollte, wobei der erste Versuch aus dem Jahre 1978 in der Trickfilmversion von Ralph Bakshi mehr oder weniger ein Flop war. Erst im Jahre 2001 sollte Regisseur Peter Jackson die Geschichte um Frodo, Gandalf und die Gefährten publikumswirksamer in Szene setzen, auch wenn es einige Abweichungen zum Buch gab.

Publisher Sierra sicherte sich schon vor einigen Jahren die Lizenz, um Computerspiele zu den Büchern produzieren zu dürfen, nutze diese aber nicht, bzw. stampfte bereits ein halbfertiges Rollenspiel vor einigen Jahren ein. Mit dem Erfolg der Neuverfilmung jedoch wurden die Karten neu gemischt und man wäre dumm, die Lizenz nicht gewinnbringend unter die Fangemeinde bringen zu wollen. Jedoch entbrannte zuvor noch ein Rechtsstreit der Bigplayer Electronic Art und Sierra, die beide Anspruch auf Umsetzungsrechte geltend machten, mit dem Ergebnis, dass nun Sierra ein Spiel zum Buch und Electronic Arts ein Spiel zum Film (das natürlich auf Tolkiens Buch basiert) produzierten. Verkehrte Welt...

Schafft es Sierra nun, der Buchvorlage gerecht zu werden und die Ideen angemessen zu versoften?

Entwickelt wurde das Spiel von Surreal Software, den Machern von "Drakan- Order of the Flame". Zur Realisation verwendete man daher auch eine aufgebohrte Drakan-Engine, die immer noch für schöne Graphiken sorgt. Die graphische Gestaltung passt hervorragend zu den Szenerien, die Tolkien in seinen Büchern beschreibt. Bilbos Heim sieht so aus, wie man es sich vorgestellt hat, mit viel liebevollen Details und schönen Lichteffekten, was besonders eindrucksvoll wirkt, wenn die Sonne durch das Fenster ins Hobbitzuhause scheint. Die Aussenwelten sind sehr atmosphärisch gestaltet. So wirkt das Auenland grün und friedlich (zumindest solange, bis der erste Ringgeist erscheint) und die Minen von Moria düster und angsteinflössend. Die Figuren sind detailliert und flüssig animiert. Besonders viel Wert hat man auf die Gesichter und deren Animation gelegt und braucht auf lippensynchrone Sprachausgabe nicht zu verzichten. Insgesamt macht die Graphik einen sehr guten Eindruck, auch wenn man wohl zu Gunsten der "Filmversionsannäherung" sich bei der Figurengestaltung, soweit lizenzrechtlich nicht "angreifbar", am Film orientiert hat. So sehen die Hobbits, insbesondere Frodo, eher dem Schauspieler Elijah Wood ähnlich, als den Beschreibungen Tolkiens. Wohl eine Entscheidung der Spielemacher, ein wenig Trittbrettfahren am Erfolg des Filmes zu praktizieren. Von den knollenköpfigen, nicht ganz so hübschen Beschreibungen ist jedenfalls wenig übrig geblieben. Die Trickfilmversion ist da wesentlich buchauthentischer. Die Gegner hingegen sind toll gemacht. Warge, Orks, Spinnen und Trolle sehen grossartig aus. Ein besonderes "Schmankerl" ist, wie schon damals bei Drakan, dass die Geschosse, sprich Pfeile, in den Gegnern stecken bleiben, was toll und glaubwürdig aussieht, wenn ein Ork oder Troll von Pfeilen zum Igel mutierter zu Boden fällt. Etwas mehr Detailliebe hätte man dem Umfeld gönnen dürfen, welches doch recht statisch daherkommt. Etwas Kleingetier im Wald wäre nett gewesen. Zwischensequenzen gibt es als vorgerenderte Filme, die jedoch in ziemlich "verwaschener" Qualität nicht mit den schönen Engine-Sequenzen vergleichbar sind.

Besitzer von Nvidia Karten müssen, sollten sie bei Win98 die neusten WHQL Treiber 40.72 nutzen, downgraden, da das Game sonst nicht korrekt dargestellt wird und eher an einen Drogentrip im Farbrausch und Andy Warhol Skizzen erinnert.

Der Sound ist gelungen. So gibt es passende Umgebungsgeräusche, Wolfsgeheul, Waffengeklirre und Zaubereffekte. Die Musik ist sehr passend, wechselt situationsbezogen und thematisch zum jeweiligen Level. So gibt es in den Minen orchestrales Kampfgetümmel oder in Bree eher ländliches Flöten-Heimmusizieren, alles sehr stimmig und sicher im Gedanken recht "tolkien-like", nimmt doch Musik und Vers in den Büchern einen hohen Stellenwert ein, was leider in den Filmversionen vernachlässigt wurde. So tanzt Frodo schon mal im "Tänzelnden Pony" auf dem Tisch und singt ein Lied oder Tom Bombadil vertreibt mit einer kleinen Rezitation böse Geister. Die Sprachausgabe ist da jedoch in der deutschen Fassung etwas missglückt. So gibt es zu den ansonsten sehr guten Sprechern aber auch einige böse Ausrutscher, die ihren Text extrem emotionslos vortragen und damit die gesamte Szene ruinieren, einige wirken absolut laienhaft, andere wiederum passen von der Stimme nicht zur Figur. Technische Probleme gab es aber oft bei den Geräuschen und der Sprachausgabe. So blieben diese oft ohne Vorwarnung aus, so dass man in den Gesprächen gezwungen war, gerade bei den Zwischensequenzen, die Untertitel zu aktivieren. Das Problem hielt sich in Grenzen, wenn man auf Mono-Ton umstellte, aber in Zeiten von 5.1 Soundkarten werden wohl die wenigsten dazu zu überreden sein. Ein für die US Version verfügbarer Patch soll dies beheben, für die deutsche Fassung wird dieser jedoch noch nicht angeboten. Positiv ist jedoch zu bemerken, dass das Game Dolby Digital Ton 5.1 unterstützt, jedoch nur bei Boards mit Nforce Chipsatz.

Gesteuert wird recht umgänglich und effektiv mit der Kombination Maus/Tastatur, wobei die Konfiguration frei belegbar ist.

Zum Gameplay: Herr der Ringe- Die Gefährten ist ein Action Adventure, das vorrangig in der 3rd Person Ansicht gespielt wird, wobei die Betonung eindeutig auf Action liegen sollte, da die Rätselkost minimal und recht anspruchslos umgesetzt wurde. Selten geht es darüber hinaus, ein paar Dinge im Wald zu suchen und die Höchstleistung ist dann auch schon, ein paar Steinquader an den rechten Fleck zu schieben. Der Kampf und die richtige Taktik bei den Endbossen liegt da schon anspruchsmässig weit über den "Rästeln" und stellt vom Gameplay auch zugleich das Highlight dar.

Man kann während des Spieles in drei Rollen schlüpfen. So beginnt man mit Frodo im Auenland, wo man ein paar Dienstbotengänge besorgen muss, dass einem Tutorial gleicht und den Spieler mit den Steuerungsgrundlagen vertraut macht. Frodos Eigenschaften beschränken sich aufs Steine werfen, Leitern klettern, springen und Kampf mit dem Knüppel, den er später auch durch ein Kurzschwert austauschen darf. Er kann zudem Angriffe blocken und, besitzt er erst mal den von Onkel Bilbo geerbten Ring, diesen auch benutzen, um sich kurzzeitig unsichtbar zu machen, doch Vorsicht, dies sollte er nicht zu lange praktizieren, da er sonst auf der dunklen Seite der Macht landet -wobei wir hier nicht von Darth Vader reden.

Mit dem Steinewerfen hat man sogleich eine von Tolkiens Ideen recht gut ins Spielgeschehen eingebaut, beschreibt er doch Hobbits als grandiose Werfer. Mit dem Steinwurf hat Frodo zudem die Möglichkeit, Gegner abzulenken und auf eine falsche Fährte zu locken, um klammheimlich an ihnen vorbeizuhuschen. Leider ist das Gameplay selten so angelegt, dass es wirklich Sinn macht. So braucht man das Steinewerfen nur für ein paar Rätsel und die Ring-Kraft eigentlich so gut wie nie, da es sich meist auch mit hobbitscher Schlagkraft lösen lässt. Eine gute Idee, die aber hoffnungslos vom Gameplay unterfordert wurde. Auch die Kampftaktik lässt sich nicht variieren. So heisst es immer feste, nach dem Diablo-Schema, druff und manchmal evtl. in Deckung gehen. Frodo sammelt zu Reisebeginn seine kleine aber feine Hobbittruppe zusammen, die ihn dann während seines Weges (zumindest teilweise wie wir noch sehen werden) begleiten. In Bree wechseln wir dann die Figur und dürfen mit Streicher weiter Feinde metzeln, bis wir dann auch mit Gandalf selbiges praktizieren können. Die Eigenschaften der Figuren variieren ein wenig, was jedoch am Gameplay wenig ändert. So kann Streicher nicht springen, wie Frodo, was zuerst etwas befremdlich ist, dafür aber Tritte austeilen. Gandalf dagegen kann mit seinem Stab unterschiedliche Zaubersprüche vollführen, die jedoch spieltechnisch selten erforderlich sind und sich zumeist auf den Heilzauber beschränken. Das Inventarsystem dient deswegen auch hauptsächlich der Charaktergenesung, wobei Gandalf neben Lebensmittel, hautsächlich seinen Majestrix-Süppchen schlürft. Es gibt für ihn zwar Sprüche wie Feuer, Blitz, Heilung und auch Anlocken (Gegner greifen ihre eigenen Leute an), was jedoch wie gesagt wenig Sinn macht und nur bei einem Endboss zwingend notwendig war. Ansonsten ist Gandalf ein fast genauso guter "Metzger", wie Streicher und er versteht den Finishing-Move auf genauso brutale Weise zu vollführen, damit der Gegner auch wirklich am Boden bleibt. So beschränkt sich die Hobbitreise hauptsächlich darauf, alle Rassen, die nicht grob in die Gattung Mensch, Zwerg, Elbe und Hobbit zu passen scheinen, lieber komplett auszurotten, was auch oft ein grundlegendes Missionsziel ist, wenn es heisst "Beseitige alle Gegner".

Schlaues Taktieren, Schleichen oder alternative Möglichkeiten sucht man leider vergebens. Auch ist der Weg durch die Level absolut linear, womit ein Verlaufen praktisch unmöglich ist. Richtig illusionstötend ist aber die Tatsache, dass die Levelbegrenzungen absolut grottig gesetzt wurden. So können die Figuren teilweise nicht mal kleine Hügel innerhalb des begehbaren Level erklimmen, kleine Zäune, die auf einer Wegesseite leicht überspringbar sind, scheinen auf der anderen mit einer unsichtbaren Glaswand ausgestattet. Auch das Flussufer "arbeitet" nach dem selben Prinzip und macht es unbegehbar. Hier hätten die Leveldesigner besser arbeiten müssen. Zonenrandgebiete sind somit absolut tabu. Weitere Patzer gibt es aber en masse. So kann Frodo beispielsweise vor einem Wasserfall durch den Fluss gehen, als wäre es nicht vorhanden, auch wenn das Wasser ihm weit über dem Schopfe steht. Richtig übel wird es dann noch in den Minen von Moria, wo die Kameraperspektive es in vielen Fällen unmöglich macht, vernünftig zu kämpfen bzw. überhaupt noch was zu sehen. In den engen Gängen kommt dies leider einem Blindflug gleich. Die Gegner KI ist erträglich und für das doch eher am Hack & Slay orientiertem Gameplay ok, wenn es auch später vereinzelt einige Gegner gab, die trotz Bogenschiessen ihren Platz nicht verlassen wollten und uns so lange ignorierten, bis sie uns den toten Ork vorspielten. Zum gezielten Bogenschiessen oder Steinewerfen kann man in die Egoansicht wechseln, die aber zugleich einige Limitierungen mit sich bringt. So kann man keine Nahkampfwaffen mehr benutzen und Schalter o.ä. aktivieren klappt auch nicht.

Einen fetten Patzer gibt es auch noch beim Kampf. Steht unser lieber Gandalf oder auch Streicher auf einer schrägen Position ein Stück oberhalb der Gegner, schlägt er wacker Luftlöcher in das Raum/ Zeitgefüge, ohne den Gegnern auch nur ein Orkhaar zu spalten- die Schläge gehen einfach darüber hinweg. Ducken oder ähnliches geht nicht und so muss man, benutzt man den Nahkampf, erst einmal seine Figur neu ausrichten, damit man zumindest halbwegs auf gleicher Höhe mit den Gegnern ist. Komische Form von Gleichberechtigung und gut, dass Frodo zumindest so klein ist :-)

Warum man das Spiel aber "Die Gefährten" nennt, ist etwas unklar, denn oft gehen nur 2-3 Mann Teams auf die Reise, die anderen bleiben aus recht haarsträubenden Gründen zurück, beziehungsweise sind selbst Ziel der häufigen "Suche Hobbit X-Quests". So bestreitet man fast den gesamten Moria-Level mit Gandalf und Zwerg Gimli, womit wir bei der Begleiter KI wären. Diese kämpfen zwar oft wacker mit, sind aber dafür manchmal unauffindbar, bzw. üben in Terry Pratchett's Sinne das "STARREN", so dass Oma Wetterwachs wirklich neue Lehrmeister in ihnen finden würde. In den meisten Missionen ist es auch möglich, seine Gefährten "loszulassen", da sie, mit Ausnahme einiger Beschützerquest, unsterblich sind. So braucht man fast nie auf sie zu achten und kann sie gut als Ablenkungsmanöver für hammerschwingende Trolle benutzen und glaubt mir, Hobbits stecken einiges weg :-)

Das nimmt dem Spiel viel an Atmosphäre, denn dadurch ist von der Gemeinschaft, so wie Tolkien es verstanden hat, wenig übernommen worden. Schön wäre es doch gewesen, dass man auf seine Begleiter und deren Zustand achten muss, was ja erst kürzlich sehr eindrucksvoll bei THE THING umgesetzt wurde.

Einer der grössten Kritikpunkte ist jedoch, dass die Story so episodenhaft und unvollständig wirkt, dass von Tolkiens Werk wenig übrig bleibt. Konnte der Film noch die grundlegenden Elemente des Buches kompakt darstellen, lässt das Spiel wesentliche Punkte einfach aus und wirkt dadurch wie eine "Best of ..." Hitmischung, nur mit dem Nachteil, dass man hier nicht wirklich die Hits erfasst hat.

Spieler, die weder Buch noch Film kennen, können mit den Story-Fragmenten wenig anfangen, werden doch viele Dinge einfach weggelassen. So repräsentiert das Game leider nur sehr episodenhaft bestimmte Passagen aus dem Buch, ohne jedoch den Handlungsbogen und die Geschichte vermitteln zu können.

Insgesamt macht daher "Herr der Ringe- Die Gefährten" einen unbefriedigenden Eindruck. Die Möglichkeiten, die Tolkien mit seiner Fantasywelt geschaffen hat, bleiben weitesgehend ungenutzt. So bleibt Frodos Reise nur ein zaghafter Versuch, die Welt Tolkiens in den Computer zu bannen. Für Hardcoregamer sicher durch den leichten Schwierigkeitsgrad nicht das Richtige, was die verhältnismässig kurze Spieldauer von ca. 6-7 Stunden noch verstärkt. Der Wiederspielwert ist gering, da es keinerlei Secrets zu finden gibt, dessen Suche lohnt oder ein höherer Schwierigkeitsgrad eine erneute Reise schmackhaft machen könnte. Insgesamt ist das Gameplay einfach zu variationsarm. Vielleicht will man jedoch durch das recht einfache "Strickmuster" eher in Richtung "Mainstream-Game" für die ganze Familie gehen. Für mich jedoch nicht das Wahre und sicher auch nicht für die Tolkien Fans.


Geschrieben am 03.12.2002, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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