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Heart of Darkness  


Info
Autor 3+
 2
 1.5
 2
Gesamt (37 votes) 2+
 1.9
 1.5
 2.1
Name:Heart of Darkness
Genre: Jump n Run
Produkt: Vollversion
Release: 1998/09
Publisher: Infogrames
Entwickler: Amazing Studio
Offiz. Sites: NA
Links: Composer Bruce Broughton
Hardware: 90Mhz, 16MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 84 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/XP, DX5
Steuerung: Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für PS erhältlich
USK: 12
K O N T A K T !
King of the Jungle
Welcome to Jurassic Park
Maulsperre für Sumpfmonster
Von Schattenwesen umringt
Dorf der Verdammten
Wurmkur
Aus den Augen, aus dem... Bauch?
Herr der Finsternis
Schleimiger gehts nicht
Heart of Darkness (review von yak)

Nicht wundern, wenn euch der Titel des Games nichts sagt, wo es doch auf keiner aktuellen Releaseliste zu finden ist.

Die Lösung dafür ist ganz einfach, da wir hin und wieder Reviews zu Spielen schreiben, die wir im nostalgisch angehauchten Retro-Wahn in der Schublade, auf dem Speicher, unter einer alten EGA Graphikkarte, versteckt in einer Schachtel im Keller oder wohlgehütet im Klassikerregal gefunden haben und uns freudig daran zurückerinnern, wie viel Spaß wir damals daran hatten.

Wir laden euch also herzlich ein, mit uns, nach Jahren der Erstveröffentlichung, einen kleinen Rückblick auf vergangene Tage zu machen. Dabei soll im Gegensatz zu unseren bisherigen Comments, die meist etwas knapp über alte Titel berichteten, hier ausführlicher berichtet werden.

Darum habe ich auch das Spiel komplett noch mal durchgespielt und der ein oder andere, der dies ebenso einmal praktiziert, wird überrascht sein, wie viel Spaß man noch daran haben kann. Hier liegt natürlich bei der mittlerweile üblichen hochgezüchteten Graphik und der kinoreifen bombastischen Sounduntermalung der Blick wesentlich geschärfter auf dem Gameplay. Das "Technikverblenden" fällt damit eigentlich so gut wie aus und die Bewertung richtet sich dementsprechend viel konzentrierter auf die Spielinhalte.Eigentlich eine Sichtweise, die man auch bei Graphikblendern der heutigen Zeit viel stärker forcieren sollte.

Vor 5 Jahren waren also Kinosound und fliessende Animationen sicher noch nicht an der Tagesordnung, auch wenn damals gerade neuste Soundkarten und 3D Graphikbeschleuniger Einzug in die PC-Spielergemeinschaft nahmen. Vor 5 Jahren kam dann endlich ein Spiel "zur Welt", das schon zum Releasezeitpunkt eigentlich technisch veraltet war, weil es durch Produktions-/Finanzprobleme bereits lange auf Eis lag, aber durch den Publisher Infogrames damals wieder aufgenommen wurde, weil deren Firmenchef vom Konzept des Spieles überzeugt war.

Eine mitreißende Story mit charmanten Figuren, fließenden Animationen und tollem Sound sollten die Spielerherzen erfreuen. Leider waren zum Releasezeitpunkt die Kundenwünsche alles andere als auf 2D Jump & Runs mit Adventure & Puzzleeinlagen gerichtet. Die Spieler wollten 3D Shooter, um ihre neuste Hardware von der Bauart Voodoo 3D zum Rauchen zu bringen und möglichst viel Alienschleim auf dem Levelboden verteilen. Unreal, Half Life und Konsorten waren angesagt.

Wer will da schon ein Spiel, in dem ein kleiner Junge mutig den Entführer seines Hundes Whisky im Herzen der Dunkelheit besiegen muss.

Ich wollte es :-)

Da mein Herz schon immer für Jump & Runs schlug, seit ich Besitzer eines SNES war, konnte ich es kaum abwarten, waren doch die beschriebenen Produktfeatures wegweisend. Alles erinnerte ein wenig an Klassiker wie Another World und Flashback, nur mit dem Unterschied, dass man hier eher in Richtung Knuddel- und Zeichentrickfilm ging. Zudem wollte man Render-Zwischensequenzen liefern, die wegweisend sein sollten. Daraus wurde aber leider nichts mehr, da mittlerweile die technische Entwicklung das Projekt einwandfrei überholte und somit die Sequenzen zwar noch gut, keinesfalls aber mehr überragend wirkten.

Aber es ist nicht zwingend die Technik, die den Spielspass und die Atmosphäre verstärkt. Eine gute, dichte Story, Identifikation mit den Figuren, ein glaubwürdiges Szenario, realistischer Sound und die Liebe zum Detail wie auch eine gute Steuerung lassen vieles andere vergessen. So darf man sich nicht darüber ärgern, dass man auf Features wie 3D-Karten- Unterstützung und 4-Kanalton verzichten muss und eine Max-Bildschirmauflösung von 512 x 384 Pixel sicher nicht mehr als State of the Art zu bezeichnen ist.

Mich hat es damals nicht gestört und auch heute, 5 Jahre später, nicht. Dafür bekommt man erstklassige Animationen, die den kleinen Andy und seine Gegner auf den Screen zaubern, und immer noch außergewöhnlich beeindruckend wirken.Mein Namensvetter Andy klettert, springt, schwimmt und kriecht, wie man es aus einem gut animierten Zeichentrickfilm kennt. Die Schattenwesen schleichen und krabbeln an den Wänden, um nach Andy zu schnappen. Sie winken anderen Monstern zu, näher zu kommen und machen zwischendurch ihre Faxen. Das sieht alles sehr glaubwürdig und vor allem spontan aus, etwas, dass man an heutigen Spielen oft vermisst. Die vorgerenderten Hintergründe sind liebevoll und phantasiereich gestaltet. Es entsteht nie der Eindruck, lediglich an einer "Tapete" vorbeizulaufen, denn vieles wurde mittels Animationen ins Spiel eingebaut. So fallen riesige Dinosaurierskelette zusammen und bilden eine Brücke, die Figuren werfen auf den Hintergrund physikalisch korrekte Schatten (was auch im späteren Verlauf fürs Gameplay wichtig wird) und auch auf Wassereffekte braucht man nicht zu verzichten.

Der Sound ist beeindruckend. Die Geräusche sind immer noch großartig. So hört sich der wilde Haufen der Schattenwesen wie ein mittleres aufgescheuchtes Affenhaus an. Ein Kreischen und Jaulen lässt so oft den nächsten Gegner vermuten. Die Sprachausgabe ist hervorragend und professionell besetzt. Ein absolutes Highlight ist ohne Zweifel die Musik zum Spiel und für viele Filmmusikliebhaber der Komponist Bruce Broughton (Silverado, Tombstone, Tiny Toon, Lost in Space, Presidio, Bernhard & Bianca i.K.(Rescuers Down Under), J.A.G.) sicher kein Fremdwort. Heart of Darkness liefert nach meinem Kenntnisstand den ersten mit vollem Orchester eingespielten Soundtrack für ein PC Spiel. So bekommt man gleich in der Eröffnungssequenz die volle Orchesterladung des Sinfonia of London zu Gehör (Hörproben). Ein phantastisches Hauptthema führt uns in die Geschichte ein und braucht sich nicht hinter Soundtrackgrößen wie Star Wars, Superman, Star Trek & Co zu verstecken (Hörprobe). Eine grandiose Komposition, dramatisch, humorvoll und voller Abenteuer und Energie, die zum Glück auch vom Label Intrada als Audio CD veröffentlicht wurde. Für Filmmusikliebhaber ein MUST HAVE Titel. Leider bekommt man die Musik nur in den Zwischensequenzen zu Gehör, die die Storyelemente und Level miteinander verbindet. Da die Sequenzen aber auch mitten in einem Level eingebaut wurden und nahtlos mit in die Spielgraphik eingebunden sind, kommt es niemals zum Bruch zwischen Spiel und Zwischensequenz.

Gespielt wird Heart of Darkness wahlweise über Tastatur oder auch mittels Gamepad. Das Spiel wies keinerlei Bugs auf und läuft auch noch problemlos mit neusten Steuereinheiten und Betriebssystemen. Auch Besitzer älterer Hardware dürfen das Spiel genießen, sind doch die Hardwareanforderungen altersbedingt noch mit einem Pentium 90 vollkommen ausreichend.

Das Gameplay orientiert sich an einem klassischen Jump & Run mit Puzzleeinlagen. Die Geschichte beginnt damit, dass Andys Hund Whiskey bei einer Sonnenfinsternis vom Herrscher der Dunkelheit entführt wird. Andy macht sich dann auch gleich auf die Reise mit seinem Flugmobil, welches er im Baumhaus für Notfälle zusammengebaut hat. So landet er nach einem waghalsigen Flug im Reich der Schatten. Gut, dass Andy seine Strahlenkanone mitgebracht hat, denn damit kann er den Schattenwesen zeigen, wo es lang geht. Schatten sollte Andy möglichst aus dem Weg gehen, denn oft verbirgt sich dahinter eine große Gefahr. Deswegen sollte er besser alles mittels Strahlenbehandlung so weit bringen, dass es keinen Schatten mehr wirft. Andy kann mittels der Strahlenkanone das Umfeld an bestimmten Stellen deformieren, um so weiter ins Herz der Dunkelheit zu gelangen. Aus einem alten Dino-Knochen wird dann z. B. eine Brücke. Doch alles scheint so einfach, bis ein riesiges Monster Andys Waffe verschluckt und er wehrlos den Schatten ausgeliefert ist. Nun heißt es, mit Köpfchen zu arbeiten und den Level genau zu erkunden, womit wir bei den Rätseln angelangt sind, die jedoch jeweils logisch sind und perfekt ins Spielgeschehen passen. So bemerkt Andy z. B., dass bösartige fleischfressende Pflanzen durch kleine grüne Wesen abgelenkt werden und diese fressen, statt nach Andy zu schnappen. Oder aber, wenn man später durch einen Meteor die Kraft erhält, grüne Energieladungen auf die Gegner abzufeuern. Diese Kraft wirkt gleichzeitig auch auf die Vegetation und Pflanzensamen wachsen sekundenschnell zu Kletterranken oder umgekehrt, um als Leiter zu dienen, doch Vorsicht, dass die Ranken keinen Schatten werfen, ansonsten greifen die Kletterranken nicht nach dem Fels, sondern nach unserem kleinen Helden und freuen sich über das Frühstück. Also sollte der Samen an der richtigen Stelle plaziert werden. Kleinere Schalterrätsel gesellen sich dazu und man muss sogar später Gegner als Ablenkungsmanöver für andere Bösewichte missbrauchen. So gibt es Gegner, die nach einem Beschuss zu Gegner-Eiern werden, die nach kurzzeitiger Ausbrütphase in doppelter Anzahl erneut auftauchen, sollte man sie nicht vorher zu Rührei verarbeiten. Die Methode kann aber dazu verwendet werden, um an einer Stelle, an der sich fiese Fresswürmer aus der Felswand wühlen, als Ablenkung zu fungierenl. So sorgt man für genügend Gegneraufkommen und die Fresswürmer sind durch das erhöhte Lebensmittelangebot so lange abgelenkt, bis Andy unversehrt an ihnen vorbeigeklettert ist.

Sehr schön und bisher noch in keinem anderen Jump & Run hat man folgendes realisiert. Einige Gegner halten Andy fest, damit ein anderer ihn angreifen oder im schlimmsten Falle sogar komplett verschlucken kann, so dass lediglich sein kleiner Turnschuh als Überrest verbleibt. Hält ihn ein Gegner fest, ist Andy jedoch nicht hoffnungslos verlorenen. Durch Hin- und Herschütteln kann er ihn loswerden und dann mittels seiner Waffen unschädlich machen. Andy kann die Schattenwesen zudem in Levelbereiche locken, die von Licht durchflutet werden, was ihnen gar nicht gut tut :-)

Heart of Darkness bietet damit genügend Abwechslung und ist immer noch ein innovatives und gelungenes Jump & Run. Es gibt so viele kleine Details zu entdecken, die immer noch Spaß machen. So z. B. das riesige Sumpfmonster. Andy hängt an einem Seil gebunden von einem Baum herab. Wartet man zu lange, so schnappt einen das Monster. Schaukelt man jedoch etwas, erreicht man einen Stock, mit dem man dann beim Zuschnappen für eine gehörige Maulsperre sorgen kann. Das Spiel bietet drei Schwierigkeitsgrade, die sich durch Monsteraufkommen und Aggressivität unterscheiden. Der leichte Level ist eigentlich schon ausreichend schwer, weil der Endfight auch da schon relativ schwierig, aber dennoch schaffbar ist. Gespeichert wird automatisch nach allen 3-4 Screens. Die Spielzeit ist jedoch mit ca. 5-6 Stunden recht kurz, tut dem Spaß aber dennoch keinen Abbruch. Hat man den Herrscher der Dunkelheit besiegt, gibt es noch einen netten Bonus. Am Ende bekommt man das Finale nochmals als 3D Video präsentiert (eine Rot/Grün 3D Brille vorausgesetzt, die der Vollversion, sicher aber nicht den Budgetversionen beiliegt).

Heart of Darkness ist immer noch ein Spiel, was auch nach 5 Jahren Spaß bereitet und wohl am ehesten einem gelungenen Spiel für die ganze Familie entspricht. Wer es verkraften kann eine niedrige Bildschirmauflösung zu akzeptieren findet ein gelungenes, filmgleiches Spielerlebnis. Ein Spiel, wo Gameplay und Story im Vordergrund steht und sicher nicht enttäuscht. Jump & Run Fans sollten es in jedem Falle in ihrer Sammlung haben. Das Spiel ist bereits länger als Budgettitel für ca. 5-8 Euro erhältlich.


Geschrieben am 08.02.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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