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Halo 3  

Rückseite ]

Info
Autor 2
 2
 1.5
 2
Gesamt (15 votes) 2+
 1.7
 1.6
 1.9
Name:Halo 3
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2007/09
Publisher: Microsoft Game Studios
Entwickler: Bungie
Offiz. Sites: Game
Hardware: Xbox360
System: Xbox360
Multiplay: Split/System/Xbox-Live
FFeedback: ja
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Serie: ja
Bemerkung: Auch als CE und Legendary-Edition zu haben
USK: 18
Halo 3 (review von nali_warcow)

Der Konsolen-Krieg zwischen Nintendo, Sony und Microsoft geht Ende 2007 in die nächste Runde. Dann sind die PS 3 und Wii ein Jahr auf dem Markt, während die 360 schon 12 Monate mehr auf dem Buckel hat. Zu welcher Hard- und Software die Käufer im Weihnachtsgeschäft greifen, wird sich erst noch zeigen müssen. Die Anbieter zeigen zumindest diverse Bemühungen, die Zockergemeinschaft mit möglichst exklusiven Titeln zu locken. Ende September 2007 war es bei Microsoft schließlich auch so weit und der wichtigste Titel der Xbox 360 für 2007 kam in die Läden. Die Rede ist natürlich von Halo 3, einem Spiel, welches im Vorfeld unglaublich gehypt und wahnsinnig viele Marketingmillionen verschlungen hat. Über 3,3 Millionen Exemplare wurde in den ersten 10 Tagen in den USA verkauft und die Hardwarezahlen der Xbox schafften es endlich einmal die Wii von der Spitzenposition zu verdrängen. Selbst in Japan hatte es der Master Chief kurzzeitig geschafft, ein Xbox 360 Spiel in die Top 1 der Charts zu befördern. Auch wenn Magazine und Onlineportale bei Halo 3 fast schon versuchen, sich mit Bestwertungen zu überbieten, so sollte doch eigentlich klar sein, dass das Spiel dem gigantischen Hype und den unglaublichen Vorschusslorbeeren eigentlich gar nicht gerecht werden kann. Oder etwa doch?

Was ist also dran am Halo-Wahn, der so sonderbare Früchte treibt, wie Kirchen, die damit die Kids zu einer Deathmatch-Partie in die Gotteshäuser locken? Hat der Master Chief ein würdiges Ende bekommen, jetzt, wo die Trilogie erst einmal abgeschlossen sein soll? Haben die Entwickler aus alten Fehlern gelernt und wie gut ist die Lokalisation geworden? Viele Fragen, die das folgende Review versucht möglichst neutral und ohne die Fanboybrille zu beantworten.

Normal ist es inzwischen, dass es eine Special Edition gibt, selbst wenn das Game eher ein wenig mau ist. Diverse kleine Bonusbeigaben scheinen sich zum Mehrpreis wunderbar zu verkaufen. Doch Halo 3 ist kein normales Spiel und entsprechend reicht eine Special Edition allein auch nicht aus. So gibt es neben der normalen und der Limited Edition auch die sogenannte "Legendary Edition" zum Schnäppchenpreis von etwa 100 bis 130€, wenn man noch die Möglichkeit hat, an eine Version zum regulären Ladenpreis zu kommen. Die normale Version von Halo wird in der bekannten, grünen Xbox-Hülle ausgeliefert und beinhaltet neben der Spiele-DVD auch ein etwa 30 Seiten umfassendes, farbiges Handbuch. Darin werden die wichtigsten Gameplayelemente, Charaktere, Fahrzeuge und Mehrspieleroptionen vorgestellt. In der Limited Edition, die in einer dicken Steelbox ausgeliefert wird, befindet sich zusätzlich ein kleines Artwork mit einer Gamepadbelegung auf der Rückseite, ein kleines Artbook, worin die unterschiedlichen Charaktere und Rassen aus dem Halo-Universum vorgestellt werden und eine "Grundlagen-DVD". Darauf enthalten ist, neben kleineren Videos, wie etwa der richtigen NAT-Konfiguration der Xbox, auch ein umfangreiches "Making of" zur Entstehung von Halo 3. Leider ist die Navigation nicht gut gelungen, da manche Menüs nur mit dem Gamepad und nicht mit einer normalen DVD-Fernbedienung funktionieren. Zum besseren Verständnis gibt es Untertitel in mehreren Sprachen, darunter auch Deutsch. Noch mehr Inhalt befindet sich in der Legendary-Edition, die in einem riesigen Karton ausgeliefert wird. Darin findet der Halo-Freak nicht nur den Inhalt der Limited Edition (leider ohne Steelbox), sondern auch noch einen Modell vom Held des Master Chiefs und zwei Bonus-DVDs. Grundlagen-DVD #2 beinhaltet die kompletten Zwischensequenzen und alle für die Handlung wichtigen Passagen aus Halo 1 und 2, die zusätzlich über einen Kommentarspur verfügen. Leider kann man die Handlung jedoch nur mit den englischen Sprechern hören. Deutsche Untertitel gibt es jedoch sowohl für die Spielszenen als auch die Kommentarspur. Außerdem befinden sich noch einige kürzere Videos rund um Halo auf dem Silberling, wie etwa eine Red vs. Blue. Episode. Im Gegensatz zur Grundlagen DVD #1, geht die Bedienung der zweiten Disk ganz problemlos komplett mit der Fernbedienung von der Hand.

Finish the Fight!

Mit Halo 2 hatte sich Entwickler Bungie ein wenig in die Nesseln gesetzt und den Singleplay-Zockern ein doch sehr unbefriedigendes Ende geboten. Sozusagen im "Höhepunkt" der Handlung hieß es "Fortsetzung folgt" und die Credits liefen über den Schirm. Endlich, nach fast 36 Monaten, geht die Handlung genau dort weiter, wo sie in Teil 2 endete. Der Master Chief stürzte auf die Erde, überlebt den Sturz jedoch glücklicherweise unbeschadet. Ein Rettungsteam, unter Leitung von Sgt. Johnson, findet den Helden auch bald und es geht zurück zum Sammelpunkt. Ärgerlicherweise stellt sich jedoch heraus, dass inzwischen auch die Allianz angekommen ist und der Weg zurück zum HQ nicht ganz reibungslos verläuft. Dort angekommen bleibt nicht viel Zeit, um das Wiedersehen mit alten Bekannten zu feiern, denn es steht reichlich Arbeit an. So ist es wichtig, möglichst schnell herauszufinden, was die Allianz in den Ruinen von Neu Mombasa so Interessantes gefunden hat. Bevor sich der Master Chief jedoch darum kümmern kann, gilt es zuvor die unmittelbare Gefahr in Form eines überraschenden Allianzangriffs abzuwehren. Zu allem Überfluss hat der Prophet der Wahrheit in Form einer kurzen Videobotschaft auch noch die vollständige Vernichtung der Menschheit angekündigt und eine gigantische Flood-Welle bedroht die Erde…

Wie schon in den beiden Vorgängern, liegt es natürlich wieder einmal am Master Chief, sich um all diese Probleme und noch viele weitere zu kümmern, um in einem verzweifelten Kampf zu versuchen, die Erde und die Menschheit vor der Vernichtung zu bewahren. Die durchaus komplexe Handlung wird, ähnlich wie in Halo 2, in zahlreichen Zwischensequenzen präsentiert, die für einen Shooter ausgesprochen gut und auch tiefgründig ausfallen. Charaktere, Freunde und Helden sterben und es stecken viele interessante Ideen im Script. Neben neuen Verbündeten, wie den Eliten, haben auch die alten Feinde zahlreiche Auftritte bis das Ende der Halo-Trilogie erreicht ist. Ohne der Endsequenz zu viel vorwegnehmen zu wollen, hat sich Bungie natürlich alle Möglichkeiten offen gelassen, um weitere Abenteuer erzählen zu können. Insgesamt hinterlässt das Ende aber einen recht unbefriedigenden Eindruck für eine Trilogie (Selbst mit der wenige Sekunden langen Verlängerung, die man nach den Credits sieht, wenn das Spiel auf Legendär beendet wurde.). Halo-Neulinge sollten zudem wissen, dass sich die Story-Fragmente erst nach und nach zu einem verständlichen Ganzen zusammensetzen. Um die Handlung wirklich nachvollziehen zu können und einen Sinn in den vielen Zwischensequenzen zu sehen, sollte man auf jeden Fall die beiden Vorgänger gespielt haben (besser noch: auch die Bücher kennen), da viele der dort angefangenen Handlungsstränge und Ereignisse aufgegriffen werden bzw. in Teil 3 die Auswirkungen zeigen. Es lohnt sich als Käufer der Legendary-Edition also auf jeden Fall, die gut 2,5 Stunden lange Handlung der beiden Vorgänger vorweg noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die Kampagne

Nach einem kurzen Plausch mit dem Rettungsteam an der Absturzstelle, wobei gleich die Bekanntschaft mit einem neuen Verbündeten gemacht wird, kann das actionreiche Abenteuer auch schon beginnen. Halo-Kenner werden sich dabei vom ersten Moment an sofort wieder heimisch fühlen, wenn es mit dem Chief und einigen Marines durch die Wälder und vorbei an Klippen und Wasserfällen zum Evakuierungspunkt geht. Viel Zeit, die schöne Kulisse zu bestaunen, bleibt jedoch nicht. Nach einem kurzen Fußmarsch ist die malerische Idylle nur noch nebensächlich. Die ersten Angreifer der Allianz, in Form einiger Brutes und Grunts, warten in einem Hinterhalt auf die Menschen. Während Splittergranaten fliegen, Grunts panisch schreiend umherlaufen, Blei- und Energiegeschosse durch die Luft fliegen und die Angreifer langsam zurückgedrängt werden, kommt auch schon die erste Nachschubwelle in Form eines Allianztransporters. Mehr Grunts und Brutes greifen in den Kampf ein, können jedoch den Ausgang des kleinen Scharmützels nicht weiter beeinflussen. Weiter geht es, wobei es immer wieder zu kleinen und größeren Auseinandersetzungen mit dem Feind kommt. Befestigte Stellungen müssen eingenommen, Punkte gehalten und ein Weg durch ein mit Snipern verseuchtes Tal gefunden werden. Diese unkomplizierten, herausfordernd und spannend inszenierten Auseinandersetzungen sind es, die schon immer ein Markenzeichen der Serie waren und sich in Teil 3 fast unverändert präsentieren. Die insgesamt neun unterschiedlich großen Levels des Spiels führen den Zocker durch diverse Settings, wie zerstörte Highways, große Außenlandschaften, Wüstengegenden, High Charity und natürlich mindestens einer Halo-Installation. Während die Außenareale optisch und spielerisch durchaus einiges zu bieten haben, stellen Innenlevel bzw. Innenabschnitte wieder einmal den Schwachpunkt des Levelsdesigns dar. Besonders deutlich wird dies im zweiten Level. Hier gilt es, die Basis an unterschiedlichen Stellen gegen die angreifenden Allianz-Krieger zu verteidigen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die eigenen Leute vor der vollständigen Zerstörung fliehen können. In diesem Level erlebt der Spieler zwar actionreiche Kämpfe, aber die ganze Kulisse hinterlässt eher einen bescheidenen und auch sehr schlecht ausgeleuchteten Eindruck, erreicht aber zum Glück nicht ganz die Eintönigkeit der Grau-in-Grau-Abschnitte aus Halo 1. Gerade auch, wenn man immer wieder durch bekannte Bereiche zurückgeschickt wird, um an einer anderen Stelle eine neue Angriffswelle zu besiegen, gehen Eintönigkeit und schwaches Leveldesign Hand in Hand. Im späteren Spielverlauf wird es jedoch merklich besser, was insbesondere auch daran liegt, dass Innenabschnitte meist nur von sehr kurzer Dauer sind, wie etwa Verbindungstunnel oder Kontrollstationen, und ein Großteil der Level unter freiem Himmel spielt. Gerade in den teils sehr weitläufigen Außenbereichen ist die Action sehr viel stimmiger und ermöglicht durchaus unterschiedliche Vorgehensweisen und Strategien.

In den wenigsten Fällen muss sich der Spieler dabei zu Fuß durch die Gegnerhorden kämpfen. An vielen Stellen gibt es mindestens einen fahrbaren Untersatz. Vom Warthog bis zum Scorpion-Panzer werfen die Menschen alles in die Schlacht, was dem Master Chief irgendwie nützlich sein kann. Teilweise jedoch erst, wenn eine Landezone für die Verstärkung gesäubert wurde. Aber selbst wenn neue Vehikel, wie Mongoose (Einsitzer mit "Stehplatz" und hoher Geschwindigkeit) oder Hornet (Fluggegenstück zum Banshee) nicht reichen, so kann auch jederzeit auf die zahlreichen gegnerischen Fahrzeuge zurückgegriffen werden. Diese müssen ja nicht immer zerstört, sondern können - wie schon in Teil 2 - mit geschickten Entermanövern eingenommen werden. Wie sollte es auch anders sein, hat natürlich auch die Allianz neue Fahrzeuge bekommen, wie den Brute Chopper (Ein Einsitzer, der nicht nur über ein Geschütz verfügt, sondern auch alles vor sich niedermähen kann und auch nahezu nie umkippt.) und den Brute Prowler, das Brute-Gegenstück zum Warthog. Entsprechend kommt es zu großen Schlachten, in denen zahlreiche menschliche und feindliche Fahrzeuge aufeinanderstoßen und der Chief alles andere als allein unterwegs ist. Schon in Halo 2 gab es Luftkämpfe, die auch im dritten Teil viel Spaß machen und weiter ausgebaut wurden. Ein ganz besonderes Schmankerl stellen die Kämpfe gegen die riesigen Kampfläufer der Allianz, die Scarab, dar. Diese Stahlmonster sind fast unzerstörbar und konnten nur mit viel Mühe und etwas Glück in Halo 2 in einer einmaligen Begegnung ausgeschaltet werden. In Halo 3 gibt es dagegen mehrere Begegnungen mit diesen gepanzerten Festungen, die ordentlich Feuerkraft und mutige Helden brauchen, um in die Knie gezwungen und schließlich endgültig ausgeschaltet zu werden. Im Kampf bekommt es der Spieler nicht nur mit den zahlreichen festen Geschützen des Scarabs zu tun, sondern auch mit etlichen Grunts und Brutes, die sich auf dem Stahlkoloss befinden. Alte Halo-Veteranen, die lieber ein wenig "bodenständigere Kämpfe" erleben wollen, kommen auf ihre Kosten. Ein Abstecher durch ein von der Flood verseuchtes und abgestürztes Schiff steht ebenso auf dem Besichtigungsplan, wie ein Besuch einer Halo-Einrichtung in einer Schneelandschaft, die merkliche Erinnerungen zur Halo-Installation in Teil 1 wach werden lässt.

Allerdings ist Halo 3 kein langes Spiel und kopiert zudem bei sich selbst bzw. bei den Vorgängern. Geübte Zocker sollten auf jeden Fall mindestens den dritten (Heldenhaft) von vier Schwierigkeitsgraden wählen, um nicht zu schnell - sprich in deutlich unter sieben bis acht Stunden - durch zu sein. Obwohl die Kampagne nicht sonderlich umfangreich ausgefallen ist, klauen die Entwickler bei sich selbst. Nachdem sich der Spieler im Level "The Storm" von A nach B gekämpft hat, geht es im nächsten Level ("Floodgate") gleich wieder von B nach A zurück. Zwar sieht alles ein wenig düsterer aus und auf dem Rückweg gibt es zahlreiche neu platzierte Gegner(typen), doch spielt man im Grunde einen bekannten Level. Auch das Ende wirkt ein wenig wie mit der heißen Nadel gestrickt und erinnert sehr stark an zwei Levelpassagen aus dem Vorgänger und recycelt doch ein wenig zu viel. Etwas mehr Eigenständigkeit und frische Ideen wären hier schöner gewesen.

Mehr als ein Wort hat sicherlich auch der Schwierigkeitsgrad verdient. Bungie hat es leider versäumt, einen einigermaßen konstant ansteigenden Schwierigkeitsgrad ins Spiel einzubauen. Statt eines stetigen und leichten Anstiegs bekommt der Spieler vielmehr ein Auf und Ab serviert, dazu macht das Balancing einen etwas unausgereiften Eindruck. So sind die letzten beiden Level nicht nur einfacher als manche Passagen in frühen Leveln, auch innerhalb der einzelnen Missionen gibt es starke Schwankungen. Mitunter haben sich die Feinde mit Verteidigungsstellungen und Wraith-Panzern erstklassig abgesichert und schalten einen öfters aus. An anderen Stellen lassen sich die Gegner jedoch ganz einfach im Vorbeigehen beseitigen. Verstärkt werden die Balancingschwächen durch die Wahl des Spielmodus. Wer sich allein durch Halo kämpft, wird öfters mal an eine kniffligere Stelle geraten und einige Versuche brauchen, um genau herauszufinden, was die Entwickler sich als "Überlebensformel" für den Spieler vorgestellt haben.

Doch in Halo 3 gibt es nicht nur wieder den 2-Spieler-Splitscreen-Coop-Modus, sondern auch 4-Spieler-Coop-Support im LAN (Systemlink) und über Xbox Live. Dabei können bis zu zwei Spieler an einem Gerät spielen, was so manche Schwäche nebensächlich erscheinen lässt. Zusammen mit mindestens einem weiteren menschlichen Mitspieler macht der Kampf gegen die Allianz gleich eine ganze Ecke mehr Spaß. Insbesondere auf den höheren Schwierigkeitsgraden und wenn man sich als Team daran macht, eine gut befestigte Stellung des Gegner zu knacken oder einen Scarab zu zerlegen. Zudem gestalten sich die Kämpfe auch sehr viel einfacher. Einfach, weil sich einer aus dem Team im Notfall zurückziehen kann und dadurch die anderen Mitstreiter in einer "ruhigen Zone" gleich wieder respawnen. Die zahlreichen und fair verteilten Checkpoints machen das Spiel zwar auch für Solisten zu keiner all zu schweren Herausforderung, doch im Coop ist ein "Game Over" sehr viel unwahrscheinlicher. Selbst der höchste, der sogenannte "Legendäre Schwierigkeitsgrad", ist im Team kaum eine Herausforderung und kann auch von Nicht-Halo-Profis ohne all zu große Probleme gemeistert werden. Entsprechend wäre es schon ganz schön gewesen, wenn Bungie Gegnerstärke, -aufkommen und -trefferpunkte im Coop-Modus ein wenig dynamischer an die Spieleranzahl angepasst hätte. Allerdings sorgt der Coop-Modus für deutlich spaßigere und besser spielbare Außenabschnitte, wenn der Held mit einem Fahrzeug unterwegs ist. So gut die KI der Gegner und Begleiter auch ist, bei der Führerscheinprüfung würden sie alle durchfallen. Gerade wenn man als Bordschütze hinter das MG oder ein zusätzliches Geschützt springt und die CPU-Marines das Fahrzeug lenken sollen, kann man sich auf eine wahrlich höllische Fahrt freuen, die teilweise einem Selbstmordkommando ähnelt. Ohne Rücksicht auf Verluste wird direkt auf die Gegner zugehalten, Frontalkollisionen in Kauf genommen und der Wagen zu gern an den nächsten Felsen gesetzt. Gerade in solchen Momenten, wenn die KI zwar weiter versucht nach vorn zu fahren, was aber aufgrund des Felsens nicht geht, wird man sehr leicht Opfer der nächsten Granate oder eines Wraiths. Besser ist es da schon, wenn sich der Spieler selbst hinter das Steuer schwingt und die CPU-Begleiter das Geschütz übernehmen. Damit sind sie doch recht treffsicher, wobei man keinerlei Einfluss darauf hat, welches Ziel anvisiert wird. Dadurch kann es passieren, dass die "unwichtigen", kleinen Gegner unter Feuer genommen werden, während der ankommende Banshee einen in einen Haufen Altmetall verwandelt.

Nachdem der Abspann über den Schirm lief hat der Kampagnenmodus noch nicht sein gesamtes Pulver verschossen, da er noch diverse Bonusmöglichkeiten bietet. So sind in den einzelnen Maps gut versteckte "Schädel" zu finden (ein bis zwei pro Mission). Diese gibt es in Gold und Silber. Neben einer Auszeichnung für den jeweiligen goldenen Schädel, kann der Spieler durch fleißiges Aufsammeln der Köpfe das Gameplay merklich beeinflussen. Vor jedem Spiel- / Levelstart ist es nämlich möglich, beliebig viele der durch Schädel freigeschalteten Gameplayänderungen zu aktivieren. So kann der Spieler etwa ganz ohne HUD spielen, die Feinde werden alle stärker, werfen wie verrückt Granaten, ergreifen nicht mehr die Flucht, Waffen haben nur noch 50% des Munitionsvorrates oder wenn einer der Spieler im Coop stirbt, dann beginnt der Level sofort wieder vom Anfang. Ganz nach Belieben können die insgesamt 13 Schädel kombiniert werden und so auch für Experten eine unglaubliche Herausforderung darstellen. Doch die Schädel sind nicht nur einfach ein Goodie fürs erneute Durchspielen, sondern machen im "Punktespiel" den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus. In diesem Spielmodus, der im Nachhinein aktiviert werden kann, gibt es für jeden beseitigen Gegner einige Punkte auf das virtuelle Konto. Wer dabei möglichst flink ist und die Gegner innerhalb kürzester Zeit ausschaltet oder Kopftreffer landet, kann sich zudem über einen kleinen Multiplikator freuen. Während es entsprechend für Kills Punkte dazu gibt, werden im Fall des Todes oder dem Ausschalten von Kameraden und Begleitern, einige Pünktchen abgezogen. Ziel ist es in diesem Modus natürlich am Ende möglichst viele Punkte zu haben. Hier greifen dann auch wieder die "Schädel", die für zusätzliche Multiplikatoren sorgen (sowohl bei den positiven als auch negativen Punkten) und nur so können wirklich hohe Punktzahlen erreicht werden. Aber auch die benötigte Zeit und der Schwierigkeitsgrad wirken sich auf den Multiplikator aus. Mit ein wenig Übung lassen sich auch jeweils entsprechende Erfolge freischalten, wenn eine vorgegebene Punktzahl im Level geknackt wird. Schade ist jedoch, dass man im Spiel keinerlei Möglichkeiten hat, die erreichte Punktzahl mit anderen Spielern zu vergleichen, wie es sonst in vielen anderen Xbox Spielen möglich ist. Bestenlisten fehlen hier leider. Auch ist es ein wenig ungünstig, dass bei den Gegnertypen die einzelnen Unterklassen immer nur gleichviele Punkte bringen. Egal ob man einen Brute Captain, Brute Captain Major oder Brute Captain Ultra ausschaltet, in allen Fällen landen nur 50 Punkte (plus Multiplikator) auf dem Konto.

Egal ob mit Schädeln oder ohne, allein oder im Coop, in der Halo 3-Kampagne stellen sich dem Spieler wieder zahlreiche Gegner in den Weg. Um die 900 Allianz-Widersacher gilt es in den etwa acht Spielstunden zu beseitigen, zahlreiche Fahrzeuge noch gar nicht eingerechnet. Mit Grunts, Brute und Flood dürften Halo-Kennern die Gegner doch sehr bekannt vorkommen. Unterteilt sind diese drei Gegnerklassen noch einmal in mehrere Unterklassen, wie etwa Grunt Infanterie, Grunt Spezialist oder Brute Infanterie, Brute Spezialist, Brute Anführer und Brute Held. Durch eine weitere Unterteilung in bis zu drei weitere Unterklassen (Minor, Major und Ultra) kommt Halo 3 auf eine sehr breit gefächerte Palette an Gegnern, die sich in Stärke, Waffennutzung und Intelligenz merklich unterschieden. Einige davon, wie etwa die Brutes, gehen auch gerne in den Nahkampf und schlagen mit einem gigantischen Gravitationshammer zu. Die Flood dagegen setzen auf Masse und versuchen möglichst viele auf dem Boden befindliche Leichen wiederzuerwecken, um sie als "Zombiegestalten" wieder in den Kampf zu schicken. Während sich die Schakale wieder gerne hinter den Energieschilden verstecken oder aus sicheren Positionen snipern, laufen die Grunts immer mal wieder panisch kreischend in alle Richtungen davon, wenn der Gruppenanführer beseitigt wurde. Außerdem schwingen sich die kleinen Knirpse auch liebend gern hinter das nächstbeste Geschütz und nehmen einen sehr treffsicher unter Beschuss. Je nach Gegnertyp verhalten sich die Feinde insgesamt recht schlau und haben diverse Angriffs- und Verteidigungsmuster auf dem Kasten. Vom blinden Vorstürmen bis zum Warten hinter der nächsten Deckung gibt es sehr unterschiedliche Verhaltensweisen und sie sind insgesamt alles andere als dümmliche Gegner, die lediglich als Kanonenfutter enden und gehen auch geschickt vor Granaten in Deckung. Ausnahmen gibt es natürlich auch, aber die hat ohnehin jeder Shooter, wenn man genau hinsieht. Trotzdem sei erwähnt, dass die Feinde ab und zu auch mal sehr ungünstig in einer Ecke verharren oder den Spieler temporär gar nicht bemerken. An anderen Stellen wird man als Spieler dann schon auf großer Distanz erkannt oder zielgenau aufs Korn genommen, was gerade bei den feindlichen Panzern und Raketenschützen doch ein wenig zu präzise ist, da man auch über Hügel hinweg zielgenau getroffen wird. Im Gegensatz zu den Marines, die sich ja auch hinter das Fahrzeug setzen können und den Spieler durch die Gegend fahren, agieren die CPU-Feinde meist ein wenig schlauer, was vermutlich daran liegt, dass in den Bereichen, wo es zum Kampf mit Fahrzeugen kommt, einfach die Fahrzeug-Wegpunkte besser gesetzt sind bzw. Fehler der Gegner bei mehreren Feinden ein klein wenig untergehen, da man sich sowieso auf mehrere Ziele konzentrieren muss und den Feind, der am Felsen hinter einem hängt, nicht sieht. Trotz dieser Aussetzer muss jedoch ganz klar gesagt werden, dass die Kämpfe mit und ohne Fahrzeug zu den spannendsten, actionreichsten und schönsten Momenten in Halo 3 zählen. Sehr schade ist es nur, dass Menschen und Allianz zwar einige neue Fahrzeuge bekommen haben, sich aber bei den Gegnern nur wenig getan hat. Bedingt durch die Handlung treten die Eliten nicht mehr als Gegner auf und der Rest ist - bis auf wenige neue Varianten, bekannte Kost aus Halo 1 und 2. Grunts, Brutes, Jäger und Schakal sind zwar schlaue und fordernde Gegner und die Flood kann in der Masse auch ordentlich austeilen, aber insgesamt wirkt die Palette an Widersachen viel zu bekannt. Einige frische Feinde hätten dem Spiel ganz sicher nicht geschadet. Bei jedoch insgesamt über 30 unterschiedlichen Widersachern wartet trotzdem mehr als genug Arbeit auf den Master Chief, wenn die drohende Gefahr abgewendet werden soll.

Dazu steht ein wirklich ausgesprochen umfangreiches Waffenarsenal zur Verfügung. Unterschiedliche Projektil- und Energiewaffen, wie Pistole, Shotgun, Maschinengewehr, Sniper, Karabiner und Plasmagewehr, stellen nur einen Bruchteil der diversen Tötungswerkzeuge dar. Nicht verzichten müssen Spieler außerdem auf bekannte und originelle Waffen wie beispielsweise den Nadelwerfer und schweren Geschützen, wie Brute- oder Raketenwerfer. Mit der Energieklinge, einem Gravitationshammer und der Möglichkeit, mit jeder Waffe einen Gegner im Nahkampf wirkungsvoll angreifen zu können, gibt es zudem zahlreiche Möglichkeiten für jeden Gegner und für jede Situation einen passenden Angriff parat zu haben. Aber auch neue Waffen, wie der Mauler, eine Art Brute-Shotgun, ein extrem leistungsstarker Spartan-Laser, der erst einige Sekunden zum Aufladen braucht, Brandgranaten und die Möglichkeit Geschütztürme anzureißen, sind in Halo 3 enthalten. Die Stativwaffen gibt es dabei in drei Ausführungen: Plasmakanone, Maschinengewehr und Raketengeschütz, wobei der Munitionsvorrat nach der Demontage begrenzt ist. Auch im Granatenbereich hat sich was getan und es gibt nun auch Stachel- und Brandgranaten. In Bereich Waffen hebt sich die Halo-Reihe insgesamt sehr positiv von vielen anderen Actionspielen ab, die meist nur Standardkost bieten und immer wieder mit ähnlichen Pistolen und möglichst realistischen Schießeisen zu begeistern versuchen.

Weil in Halo nicht überall für jede Waffen Munition herumliegt und entsprechend vom Gegnern hinterlassene Waffen genutzt werden müssen, wird es nicht langweilig und man probiert neue Waffen aus. Dazu kommt noch, dass die Balance so ausgeklügelt ist, dass man auch mit schwächeren Waffen dickere Brocken angehen kann. Es wird zwar schwerer, aber auch mit wenig Munition ist nichts verloren. Durch die Möglichkeit zwei Waffen gleichzeitig tragen zu können, kommen noch zahlreiche interessante und wirkungsvolle Kombinationsmöglichkeiten hinzu. Mit zwei Brute-Stachlern in den Händen lässt sich auch ein noch so sehr mit Feinden gespickter Bereich blitzschnell säubern. Dazu hat eine weitere Waffengruppe Einzug ins Spiel erhalten: Gegenstände. Neben zwei Waffen und drei Granattypen kann der Spieler nun außerdem noch ein zusätzlichen "Gegenstand" mit sich herumtragen und jederzeit per Knopfdruck einsetzen. Dazu zählen manuell plazierbare Tretminen, Blendgranaten, Radarstörer, kleine Geschütze, Energieschilde und ein Blasenschild, um nur mal einige der neuen Gegenstände zu nennen. Der Blasenschild kann nicht nur von menschlichen Spielern, sondern auch von Feinden eingesetzt werden, was für sehr interessante und neue Spielsituationen sorgt. Der Schild lässt keinen Schuss durch, allerdings kann jede Spielfigur durch die "Schildwand" hindurch in die "sichere Zone" treten, was teilweise zu sehr spannenden Nahkampfauseinandersetzungen führt. Während die meisten Gegenstände sowohl im SP als auch im MP-Modus eingesetzt werden können, bleiben Sachen wie Unsichtbarkeit oder das automatische Geschütz den Solisten vorbehalten.

Spaß über Xbox Live

Die Story-Kampagne ist natürlich nicht alles, was Halo 3 bietet. Es ist möglich im Split, LAN und über Xbox Live das Abenteuer mit bis zu vier Spielern zu bestreiten, sowie Offline via Systemlink und den Live-Dienst in zahlreichen Multiplayerpartien und diversen Spieltypen und unterschiedlichen Spieloptionen mit- und gegeneinander anzutreten. Während im Splitscreen bis zu vier Leute vor der Konsole hocken können, dürfen via Systemlink und Xbox Live bis zu 16 Spieler antreten. Schon Halo 2 war online über Jahre hinweg ein Dauerbrenner und Teil 3 scheint dies noch einmal zu übertreffen. Egal wann man nach einem Spiel sucht, es finden sich immer zahlreiche Spieler dazu ein und innerhalb von 24 Stunden absolvieren die Halo 3-Spieler aktuell um die 2,7 Millionen Partien und es sind eigentlich immer mindestens um die 100.000 Spieler online. Dies wird ganz nett auf einer kleinen Weltkarte angezeigt.

Vom Start weg beinhaltet Halo 3 insgesamt 11 Karten für den Mehrspielermodus. Hier wird eine große Bandbreite sehr unterschiedlicher Schauplätze geboten. Mal wird lediglich in einer Außenkarte mit gespiegelten "Basen" gespielt, auf einem Schneeplateau oder in einem futuristischen Bauwerk. Manche Level erinnern an bekannte Schauplätze der Kampagne oder MP-Karten des Vorgängers, andere wirken dagegen ein wenig "frischer". Insgesamt sind die Maps durchweg gut gelungen und machen mit großen und kleinen Teams viel Spaß. Für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein und über zahlreiche Spieloptionen kann die Partie noch weiter individualisiert werden. Bis zu welcher Punktzahl soll gespielt werden, soll es für den führenden Spieler besondere Eigenschaften geben, mit welchen Waffen starten die Spieler. Auch lassen sich die auf der Karte befindlichen Waffen und Fahrzeuge mit wenigen Aktionen ändern. So ist ein Spiel ganz ohne Flugzeuge oder Panzer genauso möglich, wie ein Kampf nur mit Bazookas. Aber auch gegen Teamkiller gibt es Optionen und die Möglichkeit Friendly Fire ein- oder auszuschalten. Doch damit hat Halo noch lange nicht das Pulver verschossen. Die Karten können nicht nur in ein oder zwei Spieltypen gezockt werden, sondern insgesamt stehen hier von Oddball, Hügelkönig bis hin zum VIP neun unterschiedliche Varianten zur Auswahl, die sehr unterschiedliche Gameplayvarianten ermöglichen. Wer will, kann im Hügelkampf Punkte sammeln, im Angriffs-Spieltyp eine Bombe in die feindliche Basis tragen und dort zur Explosion bringen oder sich ganz klassisch an eine CTF-Partie wagen. Jeder dieser Modi kann auch noch in jeweils vier bis fünf unterschiedlichen Varianten gespielt werden. Hierbei wechseln auch ein wenig die Ziele. In einigen Unterspieltypen hat ein Team keine eigene Basis oder statt zwei Bomben, die jeweils in die gegnerische Basis gebracht werden müssen, gibt es nur eine, um die sich beide Parteien streiten dürfen. In Sachen Langzeitmotivation wird Halo 3 daher viele Spieler lange unterhalten können und Bungie arbeitet ja auch schon am Mapnachschub, um die langen Winterabende zu überbrücken.

Trotz all dieser Optionen und Möglichkeiten wurde der Mehrspielermodus von Halo 3 eher gepflegt und leicht verbessert, statt große erneuert oder gar das Spielprinzip umgekrempelt, was aber sicherlich auch nicht im Interesse der millionengroßen Fangemeinde wäre. Spieler, die bislang schon mit Halo 2 Spaß hatten, werden sich auch beim Nachfolger sehr schnell recht heimisch fühlen. Wer jedoch noch wenig Erfahrung gesammelt hat, der sollte nicht all zu sehr auf die Matchmaking-Routinen vertrauen. Dort tummeln sich recht viele Profis und als Einsteiger oder Gelegenheitszocker hat man dort schlechtere Chancen, da auf den Ranked-Servern auch primär die Leute spielen, denen die eigene Statistik wichtig ist. Entsprechend geht es auf den unranked Servern ein wenig lockerer zu und der Einstieg fällt leichter. Da jedoch für alle Onlinemodi, wie bei jedem Xbox Spiel, eine Gold-Mitgliedschaft benötigt wird, so kann jeder Käufer ganz einfach schauen, wo er die besseren Onlinespielgefährten findet.

Neue Tools für die Zocker: Schmiede und Kino

Aber Halo 3 bietet nicht nur schlichten SP und Onlinespaß, wie ihn die Zocker aus den Vorgängern kennen und lieben, sondern auch interessante Tools, um das Spielerlebnis über das eigentliche, vorgegebene Gameplay zu verbessern. Editoren sind bei Konsolenspielen und insbesondere bei Shootern noch eine Seltenheit und Far Cry Instincts/ Predator steht so recht einsam da. Ganz so weit ist Bungie bei Halo 3 zwar nicht gegangen, aber die sogenannte "Schmiede" ermöglicht es, bestehende Maps ganz neu einzurichten. "On the fly", sprich während der laufenden Partie, ist es möglich, die Startpositionen, Waffen und Fahrzeuge sowieso Dekorationen (Steine, Bäume, etc.) nach Belieben neu zu verteilen und das Gameplay einer Karte vollständig umzukrempeln. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, interessante Spielpartien auf der Festplatte oder im Internet zu verewigen. Entsprechend zeichnet die Konsole ganz automatisch jedes Spiel - egal ob SP, COOP oder MP - auf und die Videodatei kann später auch "fest" auf die Festplatte oder Memorycard gespeichert werden. Im sogenannten "Kino-Modus" ist es dann möglich, die schönsten Coop-Partien und spannendsten MP-Gefechte allein oder zusammen mit Freunden über Systemlink oder Xbox Live erneut anzusehen. Zwar fehlt die Möglichkeit, direkt zu einer Stelle zu springen (z. B. den nächsten Checkpoint), aber das Geschehen kann zumindest mit doppelter Geschwindigkeit vorgespult werden. Außerdem ist es möglich, zwischen der Ego und 3rd-Person-Ansicht zu wechseln und das Geschehen zu pausieren, um den schönsten Moment als Screenshot festzuhalten. Leider geht dies nicht direkt als JPG auf einen Speicherstick, sondern lediglich über einen Upload auf Bungie.net, wo man sich den Screen via PC besorgen kann. Neben Bildern können auch Videos hochgeladen werden. Voraussetzung dafür ist jedoch entweder ein kostenpflichtiger Bungie.net-Account oder ein Xbox Live Gold-Abo.

Technische Umsetzung

Zur Steuerung von Halo 3 gibt es nicht ganz viel zu sagen. Mit dem 360-Pad lässt sich der Chief ohne Probleme und ganz unproblematisch durch die Levels steuern. Halo-Veteranen werden sich entsprechend schnell heimisch fühlen. Das Zielen geht über die Analogsticks wieder ohne Probleme, wobei das extrem starke Autoaiming aus Halo 2 merklich zurückgeschraubt wurde. Anvisieren klappt aber trotzdem ohne Probleme. Lediglich Snipern ist nach wie vor eine kleine Kunst und erfordert etwas Einarbeitung und Übung, um Feinde auch im Lauf zu erwischen. Die größte Umgewöhnung wird für Kenner darin bestehen, dass das Nachladen der Waffe nicht mehr auf X, wie in den Vorgängern und vielen anderen Spielen, liegt, sondern nun auf RB. Es ist zwar nur eine kleine Änderung, die man nach einiger Spielzeit auch verinnerlicht hat, aber im Eifer des Gefechts aktiviert man doch öfters mal aus Versehen den aktuellen Gegenstand statt nachzuladen. Insgesamt lässt sich das Spiel wunderbar bedienen und auch die Menüs sind sehr durchdacht aufgebaut. Ärgerlich ist es aber, wenn man Waffen vom Boden aufnehmen oder Objekte benutzen möchte, wie etwa in einen Panzer zu klettern. Hier muss man sehr genau den Gegenstand anvisieren bzw. beim Fahrzeug an der richtigen Position stehen, was lediglich anhand des nicht immer gut lesbaren, eingeblendeten Schriftzugs zu sehen ist. Gerade wenn zahlreiche Feinde auf dem Boden liegen und dazwischen einige Waffen "versteckt" sind, wird es fummelig und man stirbt auch mal einen überflüssigen Tod. Eine kurze Erwähnung ist auch das neue HUD wert, welches die HUD-Elemente neu anordnet (etwa die Schildanzeige oben in der Mitte des Schirms) und den Spielern den Eindruck vermittel, das Geschehen aus dem Helm des Master Chiefs heraus zu erleben. Mit der Xbox 360 hatte Bungie nun endlich auch die Möglichkeit, den Spieler durch die HD-Welt des Master Chiefs laufen zu lassen und diese nicht einfach nur, wie im Emulator bei Halo 1 und 2, hochzurechnen. Entsprechend waren die Erwartungen an die Optik alles andere als gering - sicherlich auch durch die (Render)Konkurrenz auf der Playstation 3 in Form von Killzone 2, als auch mit Gears of War, an dem sich alle anderen Xbox Titel weiterhin messen müssen. Wurde im letzten Jahr auf der E3 2006 noch vollmündig verkündet "This is the way Halo will look like", so wurde die Optik der finalen Version dann doch noch merklich zurückgeschraubt. Insbesondere die Texturen fallen teilweise sehr deutlich zurück und der Wow-Next-Gen-Look will sich nicht immer so ganz durchsetzen, was die hohen Grafikwertungen anderer Tester nicht nachvollziehbar macht. Halo 3 sieht zwar in keiner Weise schlecht aus, lediglich "gut bis sehr gut", aber von einem AAA-Titel für die Xbox 360 hätte man doch mehr erwartet. Dynamisches Licht gibt es nicht bzw. kaum und teilweise wirken manche Abschnitte ein wenig blockig und polygonarm. Bei genauerer Betrachtung entdeckt man jedoch trotzdem viele Verbesserungen im Vergleich zu den Vorgängern, wenn nun statt schlichter grauer/oranger Innenräume sehr viel mehr Details geboten werden. Insbesondere die teils wirklich großen Außenlandschaften werden sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt und es kommt zu hübsch anzusehenden Scharmützeln. Auch das von der Flood stark infizierte Schiff ist optisch alles andere als schlecht und die Gegner wissen ebenfalls zu gefallen. Kurios dagegen die grafisch schwächere Darstellung einiger Figuren in den Echtzeitzwischensequenzen. Lediglich, wenn fünf bis zehn Gegner des gleichen Typs angreifen oder auf dem Boden herumliegen, wünscht man sich schon mehr Abwechslung. Aufgrund der vielen Kämpfe ist es mehr als erfreulich, dass die Entwickler der Zerstörung und Demolierung der Vehikel eine besonders große Bedeutung zugemessen haben. Nach und nach lassen sich alle Fahrzeuge zerlegen, Reifen zerschießen und die Scarabs lassen sich fast völlig "entblößen". Da fallen Metallplatten nach unten, die Konstruktion wird merklich in Mitleidenschaft gezogen und die Schwachstellen werden immer deutlicher. In Kämpfen bricht auch immer mal die Hölle aus und es kracht und explodiert an allen Ecken und Enden. Dabei schafft es die Box auch in solchen Situationen im Splitscreenmodus, für ein flüssiges Spielerlebnis zu sorgen.

Die HDR-Lichteffekte verdienen einige Worte. Bungie hat hier tief in die Effektkiste gegriffen und die Auflösung des Spiels sogar ein klein wenig unter 720p reduziert (und später wieder hochgerechnet), doch das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist vielen anderen Spielen doch ein merkliches Stück voraus, in denen HDR-Effekte eher aufgesetzt wirken. Während das Spiel optisch zwar keine neue Bestmarke setzt, gibt es bei der Präsentation trotzdem noch zwei dicke Kritikpunkte. Die Ladezeiten vor einem Level sind alles andere als kurz und unangebracht für ein Next-Gen-Spiel. Teilweise darf man mehrere Minuten warten, bis der Levelanfang geladen wurde. Im Level selbst sind zwar - abgesehen von den kurzen Einblendungen "Laden" - keine Pausen zu bemerken, doch auch hier hat Epic schon vor einem Jahr gezeigt, wie schnell und problemlos sich grafische Pracht auf den Monitor zaubern lässt. Außerdem muss das DVD Laufwerk der Box Schwerstarbeit leisten, was in einem unglaublich lauten Dröhnen resultiert, selbst wenn nur das Spielmenü vor dem eigentlichen Levelstart angezeigt wird. Wozu gibt es bei 95% der Xbox-Besitzer eine Festplatte, wenn der Krachmacher trotzdem die ganze Zeit mit Volldampf röhrt?

Der letzte Kritikpunkt betrifft die Übersetzung und Synchronisation. Wieder einmal - nach Blue Dragon - hat es Microsoft Deutschland geschafft, einen potentiellen AAA-Titel voll in den Sand zu setzen. Grauenhaft ist da noch sehr freundlich für die neue Stimme des Helden, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Die Sprachsamples klingen teilweise grauenhaft und auch bei den anderen Figuren war die Auswahl nicht glücklich, was teilweise auch an den eigentlichen Texten liegt. Als kleine Entschädigung gibt es sehr viele unterschiedliche Sprachsamples der Begleiter. Zwar werden, wenn man die Box auf Englisch stellt, auch die englischen Texte angezeigt, aber die Sprachausgabe ändert sich nicht. Wer Deutsch als Sprache nicht braucht, sollte lieber zur UK-Version greifen. Ansonsten gibt es am Ton nichts zu kritisieren. Die Sounds sind knackig, die Waffen klingen klasse und der sehr stimmige, orchestrale Halo-Soundtrack weiß wieder einmal, wie man die Handlung gut unterstützen und für die richtige Atmosphäre sorgen kann. Wunderbar gemacht, Bungie.

Meinung

Wenn ich mir die ganzen Wertungen vieler Magazine und Internetseiten anschaue, müsste ich mit Halo 3 den Heiligen Gral der Videospielgeschichte erworben haben. So ganz kann ich mich der Meinung allerdings nicht anschließen. Anders gesagt: Halo 3 ist ein schönes Spiel, das auch viel Spaß macht. Nur es ist in meine Augen leider nicht ganz der Überflieger geworden, zu dem viele Reviews es machen. Von technischen Aspekten, wie Schwächen in der Optik und recht langen Ladezeiten abgesehen, bietet Halo 3 spielerisch einfach etwas zu wenig. Einen Großteil kennt man irgendwie schon aus den Vorgängern und gerade wenn man sich den Einzelspielermodus gesondert ansieht, hinterlässt der dritte Teil der Trilogie eher den Eindruck eines Missionspacks. Es wird Evolution und viel Politur geboten, aber im Gegensatz zu Gears of War von Epic, fehlt dem Master Chief inzwischen ein wenig die Frische. Das bedeutet jedoch nicht, dass man keinen Spaß haben kann. Gerade im Coop, der nun endlich auch über Systemlink und Xbox Live möglich ist, steigt der Spielspaß merklich an. Viele Maps bieten klasse Action und ein grandioses Halo-Feeling. Die Gegner sind schlau, die Waffen- und Fahrzeugauswahl ist sehr umfangreich und ausbalanciert und mit Schmiede und Kino gibt es interessante neue Ansätze. Insofern ist der Titel durchaus mehr als einen Blick wert. Gerade wer sich sagt, dass er in den nächsten Monaten (oder gar Jahren) viel Zeit im Mehrspielermodus verbringen wird, kann gerne eine halbe Note auf die Endwertung aufschlagen. Insgesamt hat sich Halo 3 eine sehr solide 2 verdient. Nicht mehr, aber auch auf keinen Fall weniger.


Geschrieben am 07.11.2007, Testkonfiguration: Xbox360
 



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