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Half Life: Blue Shift


Info
Autor 3+
 2
 1
 2
Gesamt (53 votes) 2+
 1.8
 1.6
 2
Team (2 votes, siehe hier)3
Name:Half Life: Blue Shift
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2001/06
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: Gearbox
Offiz. Sites: Game
Hardware: 233Mhz, 32MB RAM, keine 3D-Karte nötig/ jedoch unterstützt, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Gamepad
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch/Englisch
zensiert: nein
Serie: ja
Patch: Autoupdate
USK: 18
Half Life: Blue Shift (review von yak)

Endlich wieder daheim! Das war mein erstes Gefühl, als ich die Black Mesa Schwebebahn bestieg und mir die vertraut gewordene weibliche Stimme blechern aus dem Lautsprecher die Verhaltensvorschriften erklärte. Langsam versank der Waggon im Boden, nachdem die Metalltore den Bauch zum Untergrund öffneten. Ja, ich war definitiv wieder zu Hause und es dauerte auch nicht lange, bis ich ein erstes vertrautes Gesicht sah - wie immer im Stile der "Men in Black" gekleidet, samt Koffer, und in der gegenüberliegenden Bahn an mir vorbeifahrend. Es kam mir alles so vertraut vor und es schien, als wäre ich erst letzte Woche hier gewesen. Dabei ist es schon 2 ½ Jahre her, dass ich erstmals meinen Fuss hierher setzte und fast 1 ½ Jahre, seit meinem letzten Besuch. Nun steh ich hier, zum dritten Male ...

Sierra tat gut daran, eine neue Mission zu Half Life bei Valve/ Gearbox in Auftrag gegeben zu haben, denn so wie es mir ging, werden es auch jede Menge andere Fans empfinden. Half Life war und ist immer noch ein Meilenstein der Computerspielgeschichte. War es doch hier erstmals richtig gelungen, einen Ego-Shooter mit einer filmreifen Story zu verbinden, ein ausgewogenes Gameplay zwischen Action und Rätseln zu finden und so die Spieler spannungsgeladen vor dem Bildschirm zu fesseln. Als Wissenschaftler Gordon Freeman musste man in Half Life gegen ausserirdische Invasoren kämpfen, die durch ein fehlgeschlagenes Experiment durch ein Dimensionsloch zur Erde gelangen konnten. Nach dem grossen Erfolg des ersten Teiles brachte Gearbox in Zusammenarbeit mit Valve ein AddOn heraus. Neu war die Idee, die Geschichte mit dem selben Hintergrund und zur selben Zeit, nur aus Sicht einer anderen Person zu erzählen. Bei Opposing Force spielte man den Marine Adrian Shephard und nun können die PC Spieler mit dem AddOn 'Blue Shift' die Rolle von dem Sicherheitsmann Barney Calhoun spielen.

Eigentlich war Blue Shift als eine Bonus Mission für die jetzt gestrichene Dreamcast Version von Half Life gedacht. Aber als es um Sega kriselte und die Dreamcast ausser Produktion ging, haben viele Publisher unverständlicherweise die Entwicklungsnotbremse gezogen und viele Dreamcastproduktionen gestoppt. Ein Segen für die PC Gemeinde, denn so dürfen sie nun die vormals exklusive Bonusmission auf ihrem PC genießen. Puristen des ersten Teils können sich sicher erinnern, dass die erste Person, die man sieht, wenn man mit der Gondel losfährt, ein Sicherheitsbeamter ist, der vor einer verschlossenen Türe steht und versucht, diese zu öffnen. Das ist in der neuen Mission unser Alter Ego Barney, der seinen Dienst antritt. Barney erhält dort von den Wissenschaftlern eine Aufgabe und muss mit ihnen in einem Fahrstuhl nach unten fahren. Genau zu diesem Zeitpunkt geht das Experiment schief, was wir ja noch eindrucksvoll aus Teil 1 in Erinnerung haben. So gelangen die Aliens in den Forschungskomplex und werden für alle dort zur tödlichen Gefahr. Ihre Aufgabe als Barney ist es nun, eine Energiezelle zu finden, damit man sich mittels der entwickelten Transportertechnologie mit den Wissenschaftlern aus dem Gefahrenbereich entfernen kann. Hört sich nach einer Kleinigkeit an, ist es aber nicht. Um die Sache nicht zu einfach zu machen, haben die Designer den gewillten Spieler einiges an Problemen bereitgestellt. So muss man z. B. eine Tagesexkursion auf den Alienplaneten machen, eine Energiezelle aufladen und vieles mehr. Blue Shift ist der Beweis, dass Ego-Shooter nicht nur aus Drücke Schalter / Öffne Tür Rätsel bestehen, sondern das man sich mit etwas anspruchsvolleren Rätseln herumschlagen darf. So muss man eine Lösung zur Überbrückung eines Kabels finden oder sich etwas einfallen lassen, wie man einen mit verseuchtem Wasser gefüllten Kühlbehälter überwinden kann, da die Brücke zerstört ist. Die Rätsel sind jeweils logisch und auch meist innerhalb der näheren Umgebung lösbar. Frust kommt eigentlich nie auf, da einem nach des Rätsels Lösung ein sehr befriedigender AHA-Effekt überkommt und man ein bisschen stolz auf sich ist, es doch noch ohne Lösungshilfe herausbekommen zu haben. Auch gibt es wieder, wie schon in den Vorgängern, einige nette Secrets, die einem mit besonderen Waffen belohnen (ja, ich meine die niedlichen kleinen Krabbeltier-Seek-Minen, die man so nett streicheln kann und die dann aus Dankbarkeit nach meinem Finger schnappen). Die Szenerien sind altbekannt, aber abwechslungsreich genug, die Spannung aufrecht zu erhalten. Und Spannung gibt es bei Blue Shift genug. Ähnlich wie im Vorgänger wird eine richtige Geschichte erzählt, man kann mit den anderen Charakteren kommunizieren und erfährt so über neue Aufgaben oder erhält Tipps, wie man vorgehen muss. Auch an ein aktives Umfeld wird gedacht. Half Life war ja eins der ersten Spiele, die diese Option eindrucksvoll umgesetzt hat und somit dem Spieler wirklich das Gefühl gab, am Geschehen teil zu nehmen. Man sieht, wie Wissenschaftler von Ausserirdischen angegriffen werden, oder wie Aliens durch die Gänge jagen und ein Kampf zwischen Mensch und Alien stattfindet. So schafft auch Blue Shift wieder, eine Bedrohung und Spannung aufzubauen, die ihres Gleichen sucht.

Andere Testberichte kritisieren den Mangel an neuen Aliens. Ich sehe das genau anders. Blue Shift ist ein AddOn eines bestehenden, bereits eingängig bekannten Szenarios. Man hat dementsprechend auch eine Erwartungshaltung, die man erfüllt sehen will. Ich fände neue Aliens eher unpassend, denn dann stellt man sich zu Recht die Frage, warum man sie nicht schon in Teil 1 oder in Opposing Forces getroffen hat. Das würde also keinen Sinn machen und der Atmosphäre eher schaden, zumal man ja noch seine Erfahrungen mit den bekannten Monstern hat und sie so auch einzuschätzen und fürchten weiss. Hier kommt dann das "Oh Gott, die auch wieder hier" Gefühl auf. Graphisch macht die aufgebohrte Half Life Engine immer noch einen sehr guten Eindruck. Ich bin eh nicht der Meinung, dass State of the Art Graphik gleichzusetzen ist mit viel Spielspass. Wichtig ist das Gameplay und das kommt bei Blue Shift nicht zu kurz. Das Spiel liegt in der normalen Half Life Engine auf der CD vor und kann somit auch noch für Besitzer älterer Systeme in vernünftigen Frameraten auf den Bildschirm gebracht werden. Optional kann aber ein High Definition Pack dazu installiert werden, der erhebliche Verbesserungen mit sich bringt. Es wird nicht nur Blue Shift aktualisiert, sondern auch das original Half Life. Danach stehen die Spielfiguren in neuen Texturen und mit mehr Polygonen zur Verfügung. Dieses Facelifting betrifft auch die Waffen. Nach dem Upgrade sehen die Figuren wesentlich realer aus und brauchen sich vor aktuellen Spielen sicher nicht zu verstecken. Dies alleine ist schon ein Grund, sich das Blue Shift AddOn zu kaufen. Danach spielt man gerne erneut noch mal die alten Versionen durch. Gespielt wird Blue Shift genau wie die Vorgänger in Kombination mit Maus und Keyboard. Der Sound ist wie bereits beim Urprogramm über jeden Zweifel erhaben. Auch heute noch ist meiner Meinung nach die Soundkulisse der Half Life Serie mit das Beste, was es gibt, besonders, wenn man EAX und vier Boxen aktiviert hat. Die Soundkulisse hat grossen Anteil an der atmosphärischen Dichte der Serie. Dem Spieler stehen wie gewohnt drei Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, wobei der einfache Modus nur von Newbies gewählt werden sollte, andere sollten ihn getrost auslassen. Das Spiel ist auch noch ohne 3D-Beschleunigung spielbar und macht selbst da noch einen guten graphischen Eindruck. Unterstützt werden selbstverständlich auch D3D und Open GL.

Leider gibt es aber auch zwei große Kritikpunkte. Das Spiel ist mit ca. 4-5 Spielstunden definitiv zu kurz (wenn man bedenkt, dass es ursprünglich nur als Bonus für die Dreamcast-Version entwickelt wurde, jedoch nachvollziehbar). Dafür ist aber der niedrige Preis positiv zu erwähnen. Für ca. 15 € erhält man definitiv mehr Spass für sein Geld, als bei dem fast doppelt so teueren, langweiligen Expansion Pack von Elite Force. Der zweite Kritikpunkt ist das Fehlen von einem Endgegner. Traf man in Half Life und Opposing Forces noch auf schöne End- und Zwischengegner, wartet man bei Blue Shift vergebens. Zwar hat man hier von der Story einen anderen Ausgangspunkt, jedoch wäre ein Final Fight immer ein besserer Abschluss für ein Spiel. So etwas erwartet man als ambitionierter Zocker nunmal in diesem Genre. Auch wäre es gut gewesen, wenn man Locations entdeckt hätte, die man früher bereits schon als Gordon durchstreifte oder Gordon selbst getroffen hätte. Das wäre eine nette Hommage gewesen. Zwar habe ich gesehen, wie zwei Marines einen Wissenschaftler in seinem HEV Suit wegschleppten, aber ob es wirklich Gordon war, kann ich nicht bestätigen.

Als Zugabe erhält man noch den Multiplayerpart zu Opposing Forces auf der CD. So darf man im Deathmatch und Capture the Flag sein Können zeigen und neue Level genießen, die unter anderem vom Levellord, Tom Mustaine (F.A.K.K.²), Eric Reuter (3DRealms) und Richard Carlson (Thief2) stammen. Half Life Blue Shift ist ein Vollprodukt und benötigt Half Life nicht als Voraussetzung. Das Handbuch von Blueshift ist witzig gestaltet und im Stile einer Arbeitsanweisung für das Sicherheitspersonal gehalten (mit einem Stellungsgesuch für neue Mitarbeiter : "Rufen sie 555-Mesa an und gestalten sie die Zukunft mit " ;)). Hätte Sierra hier mal ein Einsehen gehabt und die alten Vorgänger mit auf die CD gepresst, da deren kommerzielle Auswertung sicher bereits dem Ende entgegen geht, wäre das ein absolutes Referenzprodukt. So ist Blue Shift zwar ein tolles Game, das leider nur viel zu kurz ist. Aber besser kurz, gut und günstig unterhalten, als langweilig und teuer (Anachronismen zum Pearl Harbor Film sind gewollt). Trotz der genannten Kritikpunkte kann ich Half Life Blue Shift jedem empfehlen. Es hat einfach mal wieder Spass gemacht, in Black Mesa vorbeizuschauen. Ich hoffe, dass es nicht das letzte AddOn der Serie ist, denn ein bekanntes Geschehen aus einer anderen Sicht zu spielen/zeigen, hat schon was. Wie wär's mit Half Life: Face to Face, aus dem Leben eines Facehuggers ;)

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews , der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.


Geschrieben am 17.06.2001, Testkonfiguration: AMD1200, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



68 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Sehr gut (4.5 von 5 Punkten)
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