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Rückseite ]

Info
Autor 2+
 2
 2
 2.5
Gesamt (24 votes) 2+
 1.8
 1.4
 2.4
Name:Grand Theft Auto 4
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2008/04
Publisher: Take 2
Offiz. Sites: Game
Hardware: Xbox360
System: Xbox360
Multiplay: Xbox Live
FFeedback: ja
Sprache: Multilingual
zensiert: nein
Addon: ja
Serie: ja
Bemerkung: auch für PC/PS3
USK: 18
Grand Theft Auto 4 (review von nali_warcow)

GTA, bei dem Namen horchen nicht nur zahlreiche Spieler auf und freuen sich auf jeden neuen Titel, auch der Publisher Take 2 kann mit den Verkaufszahlen der Serie mehr als zufrieden sein. Über 20 Millionen Exemplare wanderten allein von San Andreas über den Ladentisch. Mit dem Erscheinen der Xbox 360 Ende 2005 und der Playstation 3 ein Jahr später wurde es natürlich auch Zeit neben Ablegern der Serie, wie Liberty City und Vice City Stories, die nächste GTA-Generation in Angriff zu nehmen. Die Ankündigung dafür kam im Mai auf der E3 2006, als Microsoft stolz verkündete, dass Grand Theft Auto 4 ab Tag 1 auf der Xbox 360 verfügbar sein würde. Auch mit einem Termin war man sogleich zur Hand und kündigte Teil 4 für Oktober 2007 an. Aber, wie es bei Software oftmals üblich ist, so genau konnte der Releasetermin dann doch nicht eingehalten werden. Ob wirklich die Playstation 3 die Entwicklung (aus)gebremst hat, ob Rockstar dem Spiel einfach nur mehr Feinschliff geben wollte oder das Weihnachtsgeschäft eh schon mit Titeln überflutet war, wird ein Geheimnis der Entwickler bleiben.

Ende April, genauer gesagt am 29.04.2008, war es jedoch endlich so weit. PS3 und 360-Besitzer durften die Läden stürmen und sich Rockstars Next-Gen-GTA ins Wohnzimmer holen. Windows-Spieler mussten ein wenig länger bangen und warten, da anfangs immer nur von den Konsolen geredet wurde. Aber nachdem GTA 4 mit bombastischen Wertungen überhäuft wurde und bis August 2008 schon über 10 Millionen Käufer zugegriffen hatten, kündigte Take 2 schließlich auch die lang ersehnte PC-Portierung an, die am 03.12.2008 in die Läden kam. Jetzt, etwa ein Jahr später, sind alle Systeme bedient, der erste von zwei angekündigten Downloadpacks für die Xbox erschienen, Nr. 2 angekündigt und die Konsolenversionen sind bereits zum kleinen Preis zu haben. Eine gute Gelegenheit für eine nachträgliche Betrachtung des Titels. Was ist dran am Rummel von GTA 4?

Plattformen und Versionen

Bevor das eigentliche Spiel genauer unter die Lupe genommen wird, vorweg noch einige Worte zu den unterschiedlichen Versionen und Systemen. Für die beiden Konsolenfassungen gab es neben der schlichten Variante auf DVD / Blu-ray mit Handbuch und Karte auch eine Limited Edition. Zusätzlich zum eigentlichen Spielinhalt bekamen die Käufer eine Tasche, ein Schließflach mit Schlüssel, ein Artbook und eine Soundtrack CD, allerdings lag der Preis für die zusätzlichen Goodies bei knapp 100€. Auf dem PC müssen Käufer auf eine Limited Edition verzichten und bekommen lediglich die "Games for Windows-Variante" in normaler DVD-Verpackung. Wer es dagegen vorzieht zum überzogenen Downloadpreis zuzugreifen, der kann den Titel auch online erwerben, wobei 18GB über die Internetleitung heruntergeladen werden müssen. Zusätzlich gibt es eine Onlineaktivierung, um es für den ehrlichen Kunden möglichst umständlich zu machen. Ein ausreichend potenter PC vorausgesetzt läuft die Windows Version mit höheren Auflösung und detaillierteren Texturen. Dazu gibt es kleinere Verbesserungen und Ergänzungen, wie etwa einen Replayeditor. Allerdings ist das volle PC-Potential nicht im Ansatz ausgereizt, da eine wahre Käferplage mit dem Spiel ausgeliefert wurde. Nicht nur elendige Installationen (Spiel, Rockstar Social Club und Games for Windows Live) Registrierungen und eine Aktivierung fordern Geduld vom Spieler. Zudem gab es auch zahlreiche technische Probleme, Pannen und Ärgernisse. Speziell zum Release konnten sich PC-Spieler freuen, wenn der Titel nach drei bis vier Anläufen überhaupt startete und rukelig über den Schirm flimmerte. Abstürze, Performanceprobleme und Darstellungsfehler zerren am Nervenkostüm der ehrlichen Käufer. Aber immerhin hagelte es Höchstwertungen bei diversen Fachmagazinen und Onlineseiten, die leider wieder einmal Probleme hatten, zwischen Kaufberatung und Marketingpropaganda zu unterschieden. Inzwischen gibt es für PC-Spieler Update #3 (Ende März 2009 erschienen) und die gröbsten Schnitzer und Mängel wurden ausgebügelt, dennoch fernab einer soliden Produktqualität, die auf einem Otto-Normalsystem gut läuft. Aufgrund der noch immer vorhandenen Mängel und technischen Schnitzer gilt die hier vergebene Note lediglich für die Konsolenversionen.

Alia iacta est: "Keine Jugendfreigabe"

Ein wenig verwunderlich ist die Alterseinstufung der USK. In der Vergangenheit hat man sich bei der Einstufungsbehörde nicht unbedingt gut mit dem GTA-Spielkonzept anfreunden können. Insbesondere die Gewaltdarstellung und das Ausschalten von unschuldigen Passanten, um an deren Geld oder Waffen zu kommen, war dem Prüfgremium ein Dorn im Auge. Egal ob Handheld, PC oder Konsole, für die deutsche Version wurde bislang immer - im Namen des Jugendschutzes - ein wenig die Schere der Zensur angelegt, um dem Titel eine Freigabe zu ermöglichen. Und während HD-GTA-Spielkonzepte a la Crackdown oder Saints Row 1/2 in der Originalfassung indiziert werden, wurde der neuste GTA-Spross zum Erstaunen einiger eher "durchgewunken". USK 18 bzw. "Keine Jugendfreigabe", wie es im Behördendeutsch heißt, hat GTA 4 erhalten, obwohl der Titel nicht wirklich zimperlicher ist und Gewalt, wie etwa Kopfschüsse und Exekutionen, detaillierter und realistischer dargestellt werden, als je zuvor in einer deutschen Version von GTA.

Welcome to America!

Der Charakter im neusten GTA-Titel, Nico Belic, hat alles andere als eine weiße Weste. Den Osteuropäer und Kriegsveteran verschlägt es nach Amerika, genauer gesagt nach Liberty City. Nico will seine Vergangenheit endlich hinter sich lassen, ein neues Leben anfangen und den amerikanischen Traum leben. Sein Cousin Roman hat davon in unzähligen Briefen und Mails geschwärmt, so dass auch Nico einen Versuch wagt. Doch kaum ist das Intro vorbei und die leidenschaftliche Begrüßung abgeschlossen, stellt sich heraus, dass wohl doch nicht alles so toll ist, wie der Cousin es erzählt hat. Statt Edelkarosserie, Villa, Geld und Luxusleben bekommt Nico die Realität zu sehen, in der Roman lebt: Eine heruntergekommene, kleine Wohnung, die man sich mit einigen Kakerlaken teilt. Den amerikanischen Traum lebt Roman nämlich nur in seinen Vorstellungen und der Weg dorthin ist so steinig und schwer, dass er wohl eher unerreichbar erscheint. Dazu kommt, dass die Vergangenheit Nico schneller einholt, als er gedacht hat. Teilweise liegt das auch an Roman, der neben einem 08/15 Job auch einen Haufen Probleme am Hals hat. So hat er nicht nur Schulden, sondern außerdem einige "zwielichtige Partner", die nichts als Ärger verursachen. Zudem hat Nico selbst auch noch einen ganz persönlichen Grund, warum er nach Liberty City gekommen ist…

Präsentiert wird die Geschichte, wie man es inzwischen von Rockstar gewohnt ist, in brilliant inszenierten Zwischensequenzen. Animationen, Gestik und Charaktere sind durch die Bank weg stimmig. Man fühlt sich wirklich wie Nico in der Neuen Welt, knüpft Freundschaften, baut sich etwas auf und dann bricht alles über einen zusammen. Doch mit dem Zusammenbruch nach einigen Stunden Spielzeit gehen Haupthandlung und Probleme von Nico und Roman ein wenig unter und die ganze Geschichte verliert sich in recht vielen einzelnen, kleinen Handlungssträngen, die erst zum Ende hin auf ein Finale hinauslaufen. An einigen vorgegebenen Stellen kann der Spieler zudem entscheiden, ob einige Personen sterben sollen oder doch am Leben bleiben. Durch die Wahl der letzten Mission kann zudem zwischen zwei unterschiedlichen Enden gewählt werden. Die Auswirkungen sind insgesamt eher gering gehalten und haben - bis auf das Ende - auf die Handlung keine Auswirkungen, sondern bestimmen lediglich später noch auftauchende Bonusmissionen. Der Spieler wird jedoch vor einige interessante Entscheidungen gestellt. Es wäre schön, wenn dieser Ansatz in zukünftigen GTA-Titeln wieder aufgegriffen und richtig ausgebaut wird.

Bekanntes Spielkonzept

Wer schon einmal einen GTA-Titel gespielt hat, wird sich auch auf Anhieb in Teil 4 zurechtfinden. Am Spielkonzept hat Rockstar nicht sonderlich viel geändert. Anfangs gibt es natürlich wieder einmal eine ganze Reihe an Einführungsmissionen und viele Infos zum grundlegenden Gameplay. Nachdem Nico im Hafen angekommen ist und das Deck des Schiffes verlassen hat, geht es auch schon los. Die erste Fahrmission steht auf dem Programm und nebenbei werden einige der kleinen Neuerungen, wie etwa Fernlicht bei Fahrzeugen und das GPS-System, vorgestellt. Schon bald ist das Ziel, der erste Unterschlupf, der gleichzeitig auch als Speicherpunkt dient, erreicht. Der Spieler hat nun wieder alle Möglichkeiten und kann sich frei entscheiden, was er als nächstes angehen möchte. Ob Missionen, Nebenbeschäftigungen, Story oder "Freies Spiel", alles ist möglich. Während anfangs lediglich der Cousin Roman als Auftraggeber zur Verfügung steht, trifft der Spieler im späteren Spielverlauf noch so einige Freunde und zwielichtige Gestalten. Manche treiben ein hinterhältiges Spiel, andere wollen Nico nur Ausnutzen und wieder andere sind die besseren Kumpels, die man zum Überleben in Liberty City auch braucht.

Nicht immer sind alle Missionen harmloses Autofahrten von A nach B oder ein einfacher Kurierservice. Transportiert wird zwar ab und zu auch etwas, aber meist sind es Dinge, von denen die Polizei besser nichts wissen sollte, wie etwa eine Leiche im Kofferraum oder Drogen. In einigen Fällen haben es auch andere Personen oder Konkurrenten auf einen abgesehen, was in actionreichen Fahrabschnitten und Actionsequenzen resultiert. Nicht immer ist man dabei allein unterwegs, oftmals stehen Begleiter zur Seite, die tatkräftig Hand anlegen. Mit einigen Kumpels im Wagen muss man sich somit lediglich um die Kontrolle des Fahrzeugs kümmern. Während der Spieler mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durch die Stadt fährt, feuern die Freude aus allen Rohren auf das Ziel oder die hartnäckigen Verfolger. Neben zahlreichen, unterschiedlichen Fahrmissionen bzw. Fahrabschnitten, gibt es auch wieder etliche Ballerapassagen. Sei es, dass der Spieler eine Lagerhalle stürmen oder säubern soll, ein Attentat verübt werden muss oder aus einem kleinen Streit in einer Zwischensequenz eine Massenschießerei wird. Auch in solchen Fällen ist der Spieler nur teilweise allein, die CPU-Kollegen greifen oftmals gerne mit an und verhalten sich - u.a. auch dank des neuen Kampfsystems doch deutlich besser, als noch in den Vorgängern, wo die KI-Angreifer / -Verteidiger einfach nur auf der Stelle standen. Die Actionabschnitte sind daher insgesamt recht gut gelungen und die Mischung ist wirklich stimmig.

Es gibt Missionen mit Booten auf dem Wasser, Entführungs- und Attentatsaufträge, wilde Verfolgungsfahrten und Zielwechsel innerhalb einer Mission. Längst läuft nicht immer alles nach Plan. Nur ab und zu ist etwa die Ruhe vor dem Aufnahmen eines Päckchens oder vor dem Einstieg ins Zielfahrzeug zu offensichtlich und die "Überraschung" lediglich das Erwartete. Im Gegensatz zu anderen GTA-Titeln ist es zudem anfangs besonders bemerkenswert, wie lange es dauert, bis der Spieler wirklich zum ersten Mal zur Knarre greift bzw. diese bekommt. Schlägt man einen entsprechenden NPC nieder, dann kann man sich zwar frühzeitig damit ausrüsten, aber speziell zu Beginn haben sich die Entwickler doch viel Mühe gegeben, den Spieler durch mehr Fahr- und Dialogmissionen zu unterhalten. Mit über 90 Hauptmissionen gibt es auch einiges zu tun, bis der Abspann über den Schirm läuft.

Obwohl die Missionen auf Dauer dann doch irgendwann ähnlich ablaufen (Fahren / Ballern), so gibt es auch einige wirklich klasse inszenierte Aufträge. Sei es eine Verfolgungsjagd durch das U-Bahn-System, der Anschlag auf einen Anwalt oder ein Banküberfall inklusive dramatischer Flucht. Leider hat es Rockstar auch im neusten GTA-Titel versäumt, bei längeren / kniffligeren Missionen einen Checkpoint einzubauen. Wenn der Spieler etwa mühevoll ein Gebäude gesäubert hat oder einen Gegenstand aufgenommen hat, dann hätte es nicht geschadet, vor der anstehenden Flucht mit dem Wagen oder Schießerei auf dem Rückweg einen Checkpunkt zu haben. Glücklicherweise, und das ist ein ganz großer Pluspunkt von GTA 4, ist der Schwierigkeitsgrad sehr viel gemächlicher und besser ausbalanciert, wozu insbesondere das neue Kampfsystem beiträgt. Gab es in San Andreas so einige Aufträge, bei denen extrem viele Anläufe brauchte (wer erinnert sich nicht etwa an die Zero-Missionen oder den Flugschein), lässt sich GTA 4 hingegen viel frustfreier durchspielen. Bei einigen Missionen sind zwar mehrere Anläufe notwendig, aber wirklich frustrierend ist nur eine Mission gegen Ende. Nach einer längeren Anfahrt gilt es sich zuerst in und danach durch ein Gebäude zu kämpfen, eine Zielperson zu verfolgen, danach mit dem Motorrad das Boot nicht aus dem Auge zu verlieren und am Ende der Fahrt - bevor die abschließende Schießerei auf dem Programm steht - einen Sprung exakt und mit dem richtigen Timing zu treffen, wenn man nicht wieder am Anfang des Auftrags beginnen möchte. An der Stelle kann man wirklich extrem fluchen, wenn ein kleiner Lenkfehler oder unfreiwillige Kollision ausreicht, um den Sprung - und damit die Mission - zu vermasseln.

Abseits des Weges - Die Nebenbeschäftigungen

Neben den ganzen Pflichtaufträgen gibt es auch zahlreiche Nebenbeschäftigungen in der virtuellen Welt. Schon zu Beginn kann der Spieler die eigentlichen Missionen ignorieren und sich in Liberty City austoben. Allerdings geht dies anfangs lediglich auf etwa einem Drittel der Karte, da die Brückenverbindungen zu den restlichen Stadtteilen aufgrund von Terrorwarnungen geschlossen sind und erst im weiteren Storyverlauf wieder freigegeben werden. Trotzdem kann der Spieler sehr viel abseits des Weges machen und erleben. Ausgebaut wurde das Freundschaftssystem aus San Andreas. Nicht nur die weiblichen Freunde können eingeladen, auch mit den männlichen Bekanntschaften kann so einiges unternommen werden. Jeder Charakter hat bestimmte Vorlieben und Abneigungen, etwa, ob man lieber Fastfood oder die gehobene Küche mag, die bei der Wahl der Freizeitaktivität berücksichtig werden sollten. Mit dem Handy, das eine sehr große Rolle in Teil 4 spielt, verabredet sich Nico mit Freund und Freundin. Ganz nach Belieben kann man zum Essen fahren, sich eine Show/ Kabarettisten ansehen oder sich die Zeit mit Bowling oder Darts vertreiben. Die Freundschaften sind zudem nicht nur ein nettes Goodie, sondern ermöglichen auch einige Besonderheiten, wenn die Freundschaft einen entsprechend hohen Level erreicht hat. So kann sich Nico vom Kumpel mit dem Heli vom nächsten Hochhaus abholen lassen oder in der nächsten, dunkeln Gasse sein Waffenarsenal kostengünstig aufstocken. Auch melden sich die Freunde via Handy, wenn der Spieler immer nur andere Dinge tut und laden von sich aus zu Aktivitäten ein. Eine gute Freundschaft kann zudem auch wieder in die Brüche gehen und durch die individuellen Tagesabläufe sollte man auch nicht jeden Kumpel nachts um 2 anrufen. Einige schlafen, da sie am nächsten Tag arbeiten müssen und reagieren entsprechend gereizt, wie auch auf ständige Nerv-Anrufe. Mit einem besseren Handy ist es zudem später auch möglich, Bilder mit einer integrierten Kamera zu machen. In den Missionen wird ebenfalls häufig telefoniert und SMS spielen in GTA 4 ebenfalls eine große Rolle. Es werden Glückwünsche gesendet, Bedrohungen verschickt und so mancher Fahrzeugklau wird via MMS abgewickelt. Zudem kann der Spieler damit auch ganz normal telefonieren und etwa Polizei und Krankenwagen rufen.

Eine ganze Reihe an Missionen lassen sich außerdem auch auf der Straße von speziell gekennzeichneten NPCs annehmen, die meist nur ein kleineres Problem haben. In einigen Fällen gibt es aber auch hier einige sehr interessant aufeinander abgestimmte Aufträge, die eine kleine "Nebengeschichte" erzählen. Wieder vorhanden sind auch einige Attentatsmissionen, die klassisch am Münztelefon vergeben werden. Leider ist dabei sowohl die Anzahl als auch der Schwierigkeitsgrad eher gering ausgefallen. Gleiches gilt für die Rennmissionen, die jederzeit am Telefon angenommen werden können. Speziell im Vergleich mit den Vorgängern, in denen die Gegner unglaublich flink und aggressiv waren, sind die Rennen mit einem halbwegs flotten Wagen jetzt ein Kinderspiel. Länger ist der Spieler da schon mit den Beschaffungsaufgaben von Fahrzeugen und Drogenpaketen beschäftigt, wovon es jeweils über 30 Stück gibt. Während bei den Drogenpaketen die Position immer direkt auf der Karte zu sehen ist, müssen die Fahrzeuge erst gefunden werden. Als grobe Hilfe gibt es zumindest immer ein Bild und eine grobe Positionsangabe, wo sich mindestens ein Wagen des gesuchten Typs befindet. Gerade in diesen Nebenmissionen häuft sich einiges an Lauf- bzw. Fahrwegen an. Wer hier auf das Transportsystem von Liberty City setzt, kann jedoch ordentlich Kilometer und Zeit sparen. Mit einem Taxi kann sich der Spieler zu jedem Punkt auf der Karte fahren lassen, wobei sich die Fahrt - gegen einen kleinen Aufpreis - auch komplett überspringen lässt. Damit werden selbst die Drogenbeschaffungsmissionen zur Minutenaufgabe. Taxi rufen, zum Abholpunkt fahren lassen, Taxi schnell wieder rufen, bevor es weiterfährt, Drogen nehmen und zum Ziel ist es dann nur noch eine weiter Fahrt. Ob das Spiel so noch jedem Spaß macht, ist natürlich eine andere Sache. Wer will, der kann auch immer selbst zum Lenkrad greifen, muss dann aber etwa bei den Drogenmissionen, auf eventuelle Zeitlimits achten.

Aufräumarbeit hat Rockstar bei den ganzen Aktivitätsmöglichkeiten für Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei betrieben. Zuletzt mit den Handheld-Ablegern wurde beispielsweise mit der Möglichkeit als Müllwagenfahrer oder Krankenhubschrauber zu arbeiten, noch mehr geboten, doch bei GTA 4 war abspecken angesagt. Lediglich Taxifahrten und die Verbrecherjagd als Polizist sind noch möglich, beim Müllwagen hat es zumindest für einen kleinen Gastautritt gereicht, so dass der Spieler in einer Mission mit dem großen Wagen herumfahren darf, während die Kollegen die Müllsäcke aufsammeln, wo in einem Diamanten versteckt sind. Beim Taxifahrer-Job ist es nun auch nicht mehr so, dass der Spieler einfach einen Fahrer aus einem Taxi ziehen und dann selbst aktiv werden kann. Lediglich über den Cousin Roman und sein Taxiunternehmen kann der Spieler im speziellen Fahrzeug einige Dollars einnehmen. Aber nicht viel, um große Sprünge machen zu können. Mehr Möglichkeiten bietet da schon das Klauen eines Polizeiwagen, der über einen leistungsfähigen Boardcomputer verfügt. Damit lassen sich in einigen Missionen der Aufenthaltspunkt so mancher Zielpersonen ermitteln, etwa auch über ein Handybild, zusätzlich können am Computer aktuelle Verbrechen aufgerufen werden. Entweder kann sich der Spieler um Kleinigkeiten kümmern und etwa einen Überall vereiteln, eine flüchtige Zielperson stellen oder aber sich daran machenm die zehn Most-Wanted-Personen eines Stadtteils zu eleminieren. Die Arbeit als Polizist ist damit durchaus die interessanteste Freizeitbeschäftigung, die im Vergleich zu den Vorgängern auch am besten ausgebaut und erweitert wurde. Allerdings bekommt man auch in Teil 4 noch immer keine Unterstützung von Polizeikollegen, wenn man in einem Streifenwagen sitzt.

Die wohl zeitraubenste Freizeitbeschäftigung in allen Grand Theft Auto-Spielen stellt die Suche nach versteckten Objekten dar. Neben den Sprungschanzen für die Monster-Stunts gibt es auch immer eine ganze Reihe an Päckchen, Ballons oder anderer, kleiner Objekte, die gefunden werden wollen. In GTA 4 wird die Stadt von insgesamt 200 Tauben geplagt, die sich überall niedergelassen haben. Auf Schildern, unter Brücken, am Fahrbahnrad und im U-Bahn-System sind die Viecher zu suchen bzw. zu finden. Eine grobe Auflistung der Orte kann dem virtuellen Computer im Spiel entnommen werden. Nur sind die Tiere so klein und oftmals so schlecht zu sehen, so dass die Ausrottung der Plage zu einer frustrierenden Arbeit wird und man weiß nicht, wenn man nicht selbst protokolliert, wo man eine Taube schon beseitigt hat. Hinzu kommt, dass jeder Schuss in fast allen Fällen die Polizei alarmiert, weshalb dann erst einmal untertauchen angesagt ist. Die wirklich große Schweinerei ist jedoch, dass der Spieler nichts, aber auch wirklich gar nichts davon hat. Gab es in den Vorgängern wenigstens noch alle X Päckchen/Ballons neue, kostenlose Waffen im Versteck, so geht der Sucher & Sammler in GTA 4 völlig leer aus. Es bringt lediglich einige Prozentpünktchen weiter in Richtung 100% Spielabschluss.

Neu und anders: Kampf- und Fahndungssystem

Den größten sichtbaren Schritt hat Rockstar mit Grand Theft Auto 4 sicherlich im Bereich der Optik gemacht. So etwas fällt direkt auf den ersten Blick auf. Auch wird es Fans und Anhänger des Spielprinzips freuen, dass die Entwickler dem grundlegenden Spielkonzept treu geblieben sind. Allerdings hat sich mit GTA 4 auch mehr verändert, als sofort sichtbar ist. Sowohl das Kampf- als auch das Fahndungssystem wurden von Grund auf überarbeitet. Bisher war es in allen GTA-Spielen so, dass der Spieler für die unterschiedlichsten Delikte (Fahrzeugklau, Mord, etc.) einige Sternchen bekommen hat, was wiederrum in unterschiedlich starker Polizeipräsenz bzw. aktiver Verfolgung endete. Um es mit den ganz bösen Spieler aufzunehmen, wurden auf höheren Fahndungsstufen neben Helikopter und Straßensperren auch das FBI und das Militär, inklusive Panzer, in die Stadt gerufen. Loswerden könnte man die Fahndungssterne durch das Aufsammeln von entsprechenden Polizeisternen oder einem Besuch in der nächsten Pay 'N' Spray-Garage, wo der Wagen umgespritzt wurde. Die Sterne werden auch im neusten GTA-Titel noch nach dem gleichen System vergeben. Allerdings ist das Loswerden eine ganz andere Geschichte. Sobald der Spieler nämlich gesucht wird, erscheint einen entsprechender "Suchradius" um den Charakter/ das Fahrzeug herum. Nur wenn der Spieler diesen Bereich ohne gesehen zu werden verlässt und einige Zeit verfolgerfrei aushält, geht der Fahndungslevel wieder auf 0 zurück. Es klingt zumindest ganz interessant und spart die Suche nach den Schmiergeldsymbolen, allerdings wird das Entkommen viel zu stark zur Glückssache. Die Polizeiwagen tauchen nicht nur nach dem Zufallsprinzipim Suchkreis auf, auch der Kreis wird immer wieder neu auf den Spieler zentriert, wenn der Wagen entdeckt wird und der Kreis wächst rasant an. Da ist lediglich auf der Karte im Menü erkennbar, in welche Richtung man am besten entkommen könnte, da der Mini-Kartenausschnitt beim Fahren komplett rot markiert ist. Zum Abhängen von 3 oder mehreren Sternen braucht man daher schon wirklich Glück, möglichst eine lange Straße und Verfolger, die hinter einem - am besten einer Straßensperre hängen bleiben. Dann wird lediglich noch ausreichend hohe Geschwindigkeit und keine neuen Gesetzeshüter vor einem benötigt, um wieder frei zu sein. Ab vier oder fünf Sternen macht es jedoch definitiv keinen Spaß mehr. Pay 'N' Spray, wo der Wagen gegen ein kleines Endgeld umgespritzt wird und der Spieler dadurch keine Fahndungssterne mehr hat, bringt auch nur noch was, wenn kein Polizeiwagen (oder gar Hubschrauber) den Spieler hineinfahren sieht. Außerdem wurde das Militär + Panzer gestrichen, die in den Vorgängern bei hohem Fahndungslevel auf der Matte standen.

Die andere große Änderung (zum Besseren) gibt es beim Kampfsystem. Endlich ist die Zeit vorbei, in denen der Charakter einfach nur in der Gegend herum steht, Kugel aus allen Richtungen auf ihn zukamen und alles ein wenig unbeholfen und schlecht kontrollierbar wirkte. Deckungssysteme sind aktuell wieder groß im Kommen und so darf der Spieler auch in GTA hinter Kisten, Fässer und Autos Schutz suchen. Entsprechend lassen sich die Kämpfe sehr viel gezielter angehen, das Vorgehen ist besser planbar und die Gesundheit wird geschont. Es spielt sich dadurch besser und glaubwürdiger. Auch die Angreifer und eventuelle Kollegen verhalten sich sehr viel stimmiger und stehen nicht mehr einfach nur herum. Sie gehen in Deckung und ermöglichen spannende Actionpassagen. Das neue Kampfsystem erlaubt darüber hinaus auch das Anvisieren einzelner Körperteile, Blindfire und zeigt detailliert den Gesundheitszustand und eventuelle Rüstungen des angewählten Ziels an. Stirbt der Spieler trotzdem einmal, dann geht es vom nächsten Krankenhaus aus weiter, wobei der Spieler gegen eine kleine Gebühr auch alle Waffen wiederbekommen kann. Bevor Nico allerdings zu Boden geht, sollte man lieber die Gesundheit auffrischen oder eine Schutzweste anlegen. Für die Gesundheit gibt es Mediapacks, Soda aus einem Getränkeautomat, ein Hotdog von der Straße oder die Hilfe einer Prostituierten.

Liberty City 2.0

GTA 3 und GTA Vice City hatte da nur eine Stadt zu bieten, San Andreas hingegen war eine gigantische Spielwiese, auf der Rockstar einen ganzen virtuellen Bundesstaat aus dem Boden gestampft hatte. Die Frage, die sich viele GTA-Fans zur Entwicklung von GTA 4 gestellt haben war: "Wie will Rockstar das noch toppen?" Da die Entwicklungskosten nicht sinken und der Sprung in die HD-Optik sehr viel mehr Manpower verbraucht, wurde das Spielkonzept beim 4. Teil wieder zurückgefahren. Rockstar hat sich dazu entschlossen, eine neue Liberty City Version zu entwickeln, also wieder nur eine Stadt. In Sachen Abwechslungsreichtum und spielerischen Möglichkeiten ist das natürlich ganz klar ein Rückschritt. Eine Stadt allein ist nicht so vielfältig, wie ein ganzer Staat mit unterschiedlichsten Städten, einer Wüste, Bergen und einer ganzen Welt zwischen den großen Knotenpunkten. Auch machen etwa Flugzeuge in einer Stadt wenig Sinn und sind damit im neusten GTA-Teil dem Rotstift zum Opfer gefallen. Herausgekommen ist ein Liberty City 2.0. Dreckig, düsterer und mit deutlichen Änderungen im Design und Layout. Rockstar hat sich mit der Neuauflage der Stadt sehr viel Mühe gegeben und kaum einen Stein aus GTA 3 auf dem anderen gelassen. Zwar besteht die Stadt noch immer aus drei großen, durch Brücken getrennten Inseln, aber es wurden mehr als nur kosmetische Überarbeitungen vorgenommen, wie im PSP und PS 2-Ableger "Liberty City Stories". Mit GTA 4 unternimmt Rockstar nun den dritten Anlauf, eine virtuelle Stadt zu erschaffen, die sich an New York orientiert und in vier Stadtbezirke aufgeteilt ist: Broker, Dukes, Algonquin und Bohan. Die virtuelle 8-Millionen-Stadt ist insgesamt sehr vielfältig ausgefallen. Von heruntergekommen Industriegebieten, einem Gefängnis, über Slums & ärmliche Gebiete, Parkanlagen, Häfen, etliche Baustellen, Bankenviertel bis hin zum Vergnügungspark mit Achterbahn und örtlichen Flughafen ist einiges dabei. Mit bekannten, aber gleichzeitig auch leicht abgeänderten Wahrzeichen, wie etwa der "Statue of Happiness", die einen Starbucks Kaffeebecher in der Hand hält und Rockstars Variante der Freiheitsstatue zeigt, gibt es viele Wiedererkennungsmerkmale. Das Empire State Building ist als Rotterdam Tower im Spiel zu finden, BAWSAQ ist eine Parodie auf NASDAQ, das "MetLive Building" befindet sich als "GetaLive" Gebäude wieder und "Star Junction" ist der virtuelle "Time Square". Zudem gibt es sehr viele unterschiedliche Gebiete und kleinere Bereiche in der Stadt, welche die unterschiedlichsten Facetten einer modernen Großstadt zeigen. Im Zentrum sind gigantische Hochhäuser zu finden, breite Straßen bestimmen das Stadtbild und Schnellstraßen sorgen für ein zügiges Vorankommen. Über Brücken, inklusive Mautstationen, geht es von einem großen Bereich in den nächsten. Es gibt Villenviertel, Strandbreiche und viel Entertainment. Von der Bowlingbahn bis hin zum Theater hat Liberty City einiges zu bieten und präsentiert sich so lebendig, wie noch kein Teil zu vor. Egal ob es nun Hotdog-Verkäufer auf der Straße sind, Unebenheiten auf der Fahrbahn, Leuten, die Tüten tragen, oder öffentliches Leben, was zum Greifen nah erscheint. Technisch hat Rockstar hier eine wirklich eindrucksvolle Leistung vollbracht und lockt mit vielen Details. Wer will, kann sich per Taxi durch die Stadt befördern lassen, ein Internetcafé inklusive eines virtuellen Internets aufsuchen, wo von Chats über E-Mails bis hin zu Sex-Seiten alles zu finden ist, was man sich nur vorstellen kann. Ebenso kann das öffentliche Transportsystem genutzt werden.

In der Stadt gibt es zahlreiche Baustellen, ein Liberty City TV-Programm und viele weitere Sachen zu entdecken. Doch trotz der vielen Kleinigkeiten und der sehr weitläufigen Stadt, kommt Liberty City nicht ganz an die gefühlte Größe und Abwechslung von San Andreas heran. Auf Dauer ist es dann doch ein wenig zu langweilig, immer nur in einer Stadt zu sein. Wenn zwar jede Ecke wirklich mit Liebe gestaltet erscheint, fehlt am Ende aber dennocht etwas. So sehr einigen in San Andreas die langen Wege missfallen haben, muss man jetzt auf einiges verzichten. Es gibt keine Berge, an dessen Hügel man sich hochquälen muss, es gibt kein Umland, in dem der Spieler Trucker-Missionen absolvieren kann und keine Wüste mit versteckter Area 51-Anlage. Alles wirkt auf Dauer doch ein wenig "eingeengt", wenn ständig immer nur Häuser an den Seiten zu sehen sind und man sich an San Andreas erinnert.

Multiplayermodus

Lange hat es gedauert, bis die stationären Konsolen auch endlich einen Multiplayermodus bekommen haben. Nachdem sich PCler schon mit GTA 1 und 2, sowieso FAN-Erweiterungen zu GTA 3, Vice City und San Andreas, im Mehrspielermodus austoben konnten, gingen Konsoleros fast leer aus. Fast, da immerhin die PSP-Versionen einen Multiplayermodus beinhalteten, der aber in der später nachgereichten Playstation 2-Portierungen wieder entfernt wurde. Mit Teil 4 gibt es jetzt endlich Multiplayeraction für Besitzer aller Plattformen. Statt eines extra Menüs wird der Onlinemodus direkt über das Handy im Spiel gestartet. Das wirkt natürlich recht stimmig und ist nett ins Gameplay integriert, allerdings ist die Handhabung, also Einstellen von Multiplayeroptionen und Aussuchen von Spieltypen eine recht fummelige Angelegenheit, die sich auf 100 x 100 Pixel im unteren Bildschirmrand beschränkt. Aber dafür gibt es eine wirklich reichhaltige Anzahl an Spieltypen und Möglichkeiten, wobei GTA 4 nur Multiplayerspiele übers Internet bzw. im Fall der Xbox 360-Version nur über Xbox Live ermöglicht. Splitscreen oder LAN/Systemlink gibt es nicht. Wahlweise mit Freunden oder im sogenannten Ranked-Match können bis zu 16 Spieler gegeneinander antreten (32 auf dem PC). Meist braucht man in einem Multiplayermatch nicht zwingend viele Leute, um Spaß zu haben. Weniger ist oft mehr und eine Kommunikation geht mit einem kleinen Trupp ohnehin besser. Im Fall von GTA 4 wäre aber mehr mitunter doch schon nicht schlecht gewesen. Die Mehrspielerpartien werden nämlich nicht auf irgendwelchen speziellen Karten ausgetragen, sondern auf der GTA 4-Karte, die, selbst wenn der Kampf nur in einem der vier Distrikte ausgetragen wird, extrem groß ist. Zwar starten die Spieler normalerweise alle recht dicht nebeneinander, doch im Spielverlauf verteilt sich der Kampf doch merklich über das Gebiet. Entsprechend kommt es immer mal wieder vor, dass der Spieler recht einsam und allein respawnt und auch längere Fußwege auf dem Programm stehen. Nicht immer ist nämlich ein Fahrzeug in Reichweite und den Multiplayermodus spielt leider nicht jeder so, dass er an andere denkt. Auf andere zu warten oder jemanden mitzunehmen ist leider nichts, was jeder Spieler macht. Der Host kann zudem vor dem Spielstart aus einer ganzen Reihe an Optionen wählen, wie etwa Tageszeit, Verkehrsdichte, Polizeipräsenz und Waffenoptionen, wobei letzte im Gegensatz zum Einzelspieler-Part in rauen Mengen in der Stadt verteilt sind. In Ranked-Matches gibt es zudem Ränge und freischaltbare Extras für den Charakter, was über Geld finanziert wird, die jeder Kill aufs Konto bringt. Neben ganz normalen Spieltypen, wie Team Deathmatch, wo zwei bis acht Teams um den Sieg kämpfen, gibt es auch eine ganze Reihe an GTA-Spieltypen. Im Mafia-Modus gilt es ein Ziel zu eskortieren / beseitigen, in Car Jack müssen Fahrzeuge geklaut werden, wobei es mehr Geld gibt, wenn der Wagen möglichst unbeschädigt ist und in Turf War gilt es bestimmte Gebiete auf der Karte einzunehmen und möglichst lange zu halten. Zudem gibt es natürlich auch unterschiedliche Rennspietypen mit Checkpoints, wobei in der GTA Race-Variante auch geschossen werden darf. Mit Hangman's N.O.O.S.E. exisitiert außerdem noch Spielfutter für Coop-Partien. In diesem Modus muss eine Person vom Flughafen abgeholt und sicher zum Zielpunkt gebracht werden, bevor die Cops das Ziel ausgeschaltet haben. In anderen Coop-Spielpartien müssen von Feinden besetzte Bereiche eingenommen, die Angreifer verjagt und ggf. das Ziel (ein Schiff in Bomb da Base) zerstört werden. Wer sich einfach nur in der Stadt austoben möchte, kann dies ohne ein bestimmtes Ziel in einem "Free Mode" machen.

Mit insgesamt zwölf Spielmodi wird für Multiplayerfreunde durchaus einiges geboten. Rockstar deckt eine wirklich breit gefächerte Palette an Spieltypen an. Ob einem all das wirklich Spaß macht und wie lange GTA 4 im Mehrspielermodus fesseln kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Die große Unbekannte ist dabei der Faktor Teamplay. Sehr viele Spielmodi von GTA 4 erfordern ein möglichst sinnvolles Zusammenspiel und dabei hapert es im freien Onlinematch doch teilweise erheblich. Da zockt oftmals lieber jeder für sich, ignoriert andere und braust mit dem Wagen einfach davon. Zudem dauert es inzwischen oftmals ewig, bis sich genug Spieler eingefunden haben und bereit für's Spiel sind. Wer aber ausreichend Freunde hat, der kann sich doch etwas sorgenfreier in das Spiel stürzen. Einzelkämpfer, die einfach nur ab und zu ein wenig Online spielen wollen, werden ggf. recht schnell enttäuscht.

Mit dem Gamepad durch Liberty City

Wirklich viel hat sich an der Steuerung nicht geändert. Wer schon einmal einen GTA-Titel in der Hand gehabt hat, wird sich schnell heimisch fühlen. Am Grundprinzip des 3D-Actiontitels hat sich nichts verändert. Mit dem Stick wird der Charakter bzw. das Fahrzeug gesteuert, der andere Stick ist für den Blickwinkel zuständig und die restlichen Tasten dienen für die unterschiedlichsten Interaktionsmöglichkeiten. Das Spiel bemüht sich zwar von Beginn an, den Spieler angenehm ins Spielkonzept zu führen und alle Aktionsmöglichkeiten zu erklären, doch die Massen an Aktionen und Belegungen benötigen ein wenig Einarbeitungszeit. Der Charakter kann nicht nur einfach herumlaufen, sondern Waffen wechseln, sich ducken, rennen und Objekte, wie Waffen, Fahrzeuge, etc. aufnehmen oder aktivieren. Im Zuge des neuen Kampfsystems kann sich der Spieler hinter allerlei Kisten und anderen Objekte verstecken und die Feinde aus der Deckung heraus angreifen, so dass die hektischen Gefechte wie in den Vorgängerm jetzt doch sehr viel planbarer ablaufen. Anvisiert wird dabei über den linken Trigger, wobei durch unterschiedlich starkes Drücken bestimmt wird, ob der Gegner im Auto-Fadenkreuz landet oder der manuelle Zielmodus gewählt wird. Mit dem 2. Stick kann dann entsprechend zwischen den Zielen gewechselt werden, was spannende Feuerduelle ermöglicht. Als Notlösung kann Nico auch jederzeit die Fäuste sprechen lassen und Angriffe lassen sich auch kontern, aber der Nahkampf ist trotzdem eine recht fummelige und hektische Sache, da immer erst durch alle Waffen "geschaltet" werden muss.

Doch nicht nur zu Fuß kann der Held jederzeit eine Bleispritze zur Hand nehmen, auch während der Auto- oder Motorradfahrt kann geballert werden. Leider ist das Zielen in dem Fall sehr, sehr gewöhnungsbedürftig, da etliche Tasten gedrückt werden müssen und das Zielen nicht wirklich gut funktioniert. Da wäre es besser gewesen eine Taste zu haben, um zwischen Kameraansicht und Fadenkreuz umschalten zu können, damit man einigermaßen vernünftig zielen kann. Daher ist es in solchen Fällen immer ganz gut, einen oder mehrere Beifahrer zu haben, die sich um eventuelle Probleme kümmern. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist die Steuerung der einzelnen Wagen, die deutlich träger ausfällt, als in den Vorgängern. Leicht kommt das Fahrzeug nicht um die Kurve. Am Ärgerlichsten ist beim Fahren allerdings die Kameraperspektive, die häufig viel zu niedrig ist und kaum etwas sehen lässt. Hier muss dann immer manuell nachjustiert werden, was nicht wirklich optimal ist, da man die Perspektive nicht permanent, sondern nur kurzzeitig ändern kann. Besser und einfacher ist dagegen die Wegfindung gelöst. Neben einer kleinen Karte im HUD und einer großen, zoombaren Übersicht der ganzen Stadt hat auch jedes Fahrzeug - vom Motorroller bis zum großen Truck - ein eingebautes GPS. Je nach GPS-Versionen gibt es lediglich eine farbige Linie auf der Karte oder aber das volle Programm inklusive Sprachanweisung, wie es schnellstmöglich zum Ziel geht. Zusätzlich kann auch jeder beliebige Punkt auf der Karte via GPS angesteuert werden. Ziele- und Zielpunkte werden in der GTA typischen Art und Weise mit farbigen Pfeilen und Kreisen hervorgehoben. Allerdings sind diese "Hinweise" dezenter, transparenter und kleiner ausgefallen. Zur Not reicht aber ein kurzer Druck auf die Start-Taste und im Menü kann auf der großen Karte detailliert nachgeschaut werden, wo sich welche Ziele befinden oder welche Polizeistreife gerade unterwegs ist. Darüber hinaus können die letzten Nachrichten, Anweisungen zur Mission und Gespräche durchgesehen werden und es gibt wieder umfangreiche Statistiken zum Spielverlauf. Von der Spielzeit, der Anzahl abgeschlossener Missionen, über den Munitionsverbrauch, Bestzeiten beim Rennen bis hin zu Leistungen beim Bowling und Darts: über alle Leistungen wir akribisch Buch geführt.

Details in der neuen HD-Welt

Mit der neuen, leistungsstärkeren Konsolengeneration hat Rockstar bei der Präsentation einen ganz großen Schritt nach vorn gemacht. Vorbei ist die Zeit der Zahnstocherarme und Lego-Männchen, in GTA 4 erstrahlt die virtuelle Welt im HD-Glanz, auch wenn dieser teilweise noch ein wenig bröckelig ist, doch dazu später mehr. Vorweg noch einige lobende Worte über die neue Grafikpracht, die sich merklich gewandelt hat. Mit Teil 4 hat Rockstar nicht nur die Anzahl der Polygone erhöht und die Texturqualität verbessert, sondern dem Spiel auch einen sehr viel realistischeren Look verpasst. Während die Vorgänger alle noch eher bunt und farbenfroh wirkten, so präsentiert sich das neue Liberty City düster und dreckig. Teilweise passt es natürlich auch zum Setting. Eine Großstadt besteht nun einmal nicht nur aus lauter "bunten" Häusern, sondern wirkt mit vielen Grau- und Brauntönen schon sehr viel realistischer. Schon in den Vorgängern hatte Rockstar bereits sehr unterschiedliche Charaktere im Spiel, die jetzt dank nochmals verbesserter Mimik, Animationen und sehr viel mehr Details enorm zur Glaubwürdigkeit der Welt beitragen. Nicht nur in den Zwischensequenzen, die wieder einmal blendend in Szene gesetzt sind, sondern auch auf der Straße hinterlässt der Titel einen erstklassigen Eindruck. Hier sind die unterschiedlichsten Leute unterwegs, einige tragen Taschen und Tüten, andere unterhalten sich, führen Handygespräche oder reparieren das Auto. Die Polizei führt vor den Augen des Spielers Verbrecher ab, die sich nicht benehmen können, der Arzt, der aus dem heranrasenden Krankenwagen springt, kämpft richtig mit dem Leben des Patienten und zeigt sich entsprechend frustriert, wenn alle Mühe vergebens war. Egal wo man hingeht, die Welt ist stimmig. Dreck liegt herum, es sind Unebenheiten und ausgebesserte Teerstücke auf der Straße zu erkennen, Briefkästen, die Müllabfuhrt dreht Touren und es gibt die unterschiedlichen Wettereffekte. Vom strahlenden Sonnenschein über Bewölkung bis hin zum Platzregen und leichten Schnee gibt es diverse Witterungsverhältnisse und natürlich wieder einen Tagesablauf. Es ist ein sehr großer Unterschied, ob man sich unter Mittag oder in der Nacht durch die Stadt bewegt. In den Außenbereichen ist es dunkel, wenig zu sehen und es kommt auf die Scheinwerfer des Fahrzeugs an. Im Zentrum von Liberty City pulsiert dagegen das Nachtleben. Überall sind Leuchtreklamen eingeschaltet, Lichter blenden und zahlreiche Autos rauschen über die breiten Straßen. Es gibt Discos, Striplokale, Bowlingmöglichkeiten und Kabarettisten. Allerdings nicht nur als Dekoration, sondern mit unterschiedlichen Programmvorstellungen, die sich der Spieler anschauen kann. Zudem gibt es ein komplettes Internet für GTA 4. Dort kann der Spieler E-Mails abholen / beantworten (leider nur mit rudimentären Möglichkeiten), Bewerbungen schreiben, Aufträge abholen oder sich über Spam- und Sexmails freuen. Zudem gibt es die unterschiedlichsten Internetseiten. Überall findet man in der Stadt entsprechende Werbung und Links, die dann im Computer abgerufen werden können. Auch hier wird von Suchmaschinen bis hin zu Erotikseiten alles geboten, was auch im echten WWW vorhanden ist. Wenn man nach einem anstrengenden Tag GTA 4 startet, dann muss der Spieler auch nicht unbedingt etwas Sinnvolles machen. Gut, Chaos und Verwüstung ließen sich schon in den Vorgängern jederzeit anrichten (mit entsprechenden Konsequenzen), doch Teil 4 geht hier noch deutlich weiter. So gibt es u. a. ein Fernsehprogramm mit unterschiedlichsten Sendern. Wer will, der kann sich kommentierte Pokerspiele anschauen, Männersendungen, wie "The Men's Room", Talkshows, Sportsendungen und eine Doku über Liberty City. Zwischendurch wird auch immer entsprechende Werbung eingestreut und der Spieler kann zwischen den Kanälen umschalten oder die Lautstärke verändern. Wer will, kann einige Zeit damit verbringen und sich einfach nur ein virtuelles TV-Programm ansehen.

Außerdem gibt es zahlreiche Freunde im Spiel, mit denen Freundschaften geschlossen und verbessert werden können. Neben Pool, Dart und Bowling gibt es die Möglichkeit sich zu betrinken und danach entweder ein Taxi zu erwischen oder sich mit ordentlich Alkohol im Blut selbst hinters Steuer zu setzen. Aber auch auf den Straßen und in der Welt kann man unglaublich viele weitere Details und Kleinigkeiten entdecken. So ist es möglich beim Vorbeigehen Handygespräche zu belauschen, Personen anzurempeln, die entsprechend Taschen, Getränke und Einkaufstüten fallen lassen. Obst und andere Gegenstände fallen zu Boden und es ist möglich, mit der Waffe im Anschlag Leute zum Aussteigen zu bewegen. Je nach Fahrzeugtyp ändern sich nicht nur die Fahreigenschaften, bei älteren Wagen zieht der Wagen zudem eine eher dunkle Auspuffwolke hinter sich her. Nico kann sich nicht einfach nur in ein Fahrzeug setzten, bei abgestellten Wagen schaut sich der Charakter erst kurz um, schlägt dann die Scheibe ein und fummelt an einigen Drähten, um das Fahrzeug durch einen Kurzschluss zu starten. Wer zu lange Bremse und Gas gleichzeitig betätigt, kann die Reifen zum Platzen bringen und die Fahreigenschaften ändern sich merklich mit jeder Beschädigung. Glas, etwa von den Scheinwerfern, zersplittert, es sind Dellen und Blutflecken auf dem Lack zu sehen und es ist möglich, das Automobil zu deformieren. Ja nach Position (etwa einer Explosionsquelle) werden andere Stellen deutlich eingedrückt oder nach zu vielen Schäden versagt der Wagen ganz. Vorbei ist allerdings die Zeit, in der Fahrzeuge nach kurzer Zeit brennen und explodieren, dies ist nur noch der Fall, wenn der Tank getroffen werden sollte.

Eine Neuerung ist die deutlich verbesserte Physikengine. Hier hat Rockstar auf "Euphoria" gesetzt, was sich gelohnt hat. Die Interaktion zwischen Personen und Objekten ist extrem realistisch und glaubwürdig ausgefallen. Vom kleinen Rempler bis zu gigantischen Explosion - etwa wenn man mit einem Wagen in eine Tankstelle rast - werden alle Objekte wunderbar animiert bzw. interagieren miteinander. Werden Passanten mit dem Wagen angefahren, dann bestimmen Geschwindigkeit und Winkel, was passiert. Passanten können taumeln, zu Boden geworfen oder gar mitgeschleift werden, wenn sie beispielsweise beim Zurücksetzen von der Fahrzeugtür erfasst werden. Aber auch beim Ableben reagieren die Charaktere realistisch auf die Gegebenheiten, fallen zu Boden, rollen Treppen runter oder schlagen nach einem Kopfschuss durch die Windschutzscheibe mit dem Kopf auf die Hupe. Um noch einige weitere harmlosere Beispiele zu bringen: Personen und Fahrzeuge reagieren auf den Untergrund. Fährt der Wagen etwa über holprige Strecken, nimmt eine Bordsteinkante mit oder es befindet sich eine Unebenheit auf der Fahrbahn, dann wirkt sich das auf die Insassen im Fahrzeug aus und auch Bremsmanöver haben entsprechende Auswirkungen.

Technische Umsetzung: Sound & Performance

Wieder einmal sehr gut ist die akustische Untermalung ausgefallen. Auch in GTA 4 gibt es unzählige Radiosender, die mit einem breit gefächerten Programm so ziemliches alles abdecken, was man sich wünschen kann. Es gibt reine Musiksender, Talkin-Sender, eingespielte Werbespots und eine ganze Reihe hochkarätiger DJs, die den Zuhörer durch das Programm begleiten. Darunter befinden sich auch durchaus bekannte Namen, wie etwa Karl Lagerfeld. Insgesamt bietet GTA 4 über 200 Soundtracks. Außerdem werden aktuelle Ereignisse in der Spielwelt aufgegriffen und über Nachrichten so auf entsprechende Auswirkungen eingegangen. Zwei Kleinigkeiten stören allerdings den sonst sehr guten Eindruck. Leider gibt es im Optionsmenü kaum Möglichkeiten, die Lautstärke den eigenen Wünschen entsprechend anzupassen, so dass das Radio fast immer viel zu leise ist. Spätestens, wenn es um einen herum ein wenig lauter wird, ist kaum noch etwas zu verstehen. Spieler, die außerdem der englischen Sprache nicht so mächtig sind, hätten sich über (optionale) Untertitel bestimmt gefreut. Gleiches gilt für das Fernsehprogramm, was im Gegensatz dazu in Ruhe in der eigenen Wohnung angesehen werden kann. Hatte Rockstar bei den Vorgängern noch auf sehr bekannte Stimmen zurückgegriffen, so wird mit Grand Theft Auto 4 Newcommern bzw. eher unbekannten Sprecher eine Chance gegeben. Durchweg gibt es bei der Sprachausgabe nichts zu bemängeln. Die Charaktere wirken glaubwürdig und hinterlassen einen klasse Eindruck. Je nach Situation gibt es teilweise auch andere Abläufen von Gesprächen, etwa wenn eine Mission erneut in Angriff genommen wird oder wenn der Spieler betrunken durch die Stadt wankt und sich der Hauptcharakter verzweifel versucht daran zu erinnern, wie die "gelben Dinger" hießen. Egal ob Storydialoge, DJ-Kommentare oder Gesprächsfetzen auf der Straße, mit mehreren Hundert Sprechern hat Rockstar eine beeindruckende Leistung abgeliefert. Entsprechend beinhalten alle Versionen von GTA ausschließlich englische Sprachausgabe, aber dafür Untertitel und Text in Deutsch und Englisch.

Zu guter Letzt auch noch einige Worte zu den technischen Unterschieden Umsetzungen. PC Spieler können - wie üblich - mehr Details einstellen und höhere Auflösungen wählen. Doch das alles zu einem Preis, der sich extrem im Hardwarehunger der Windows-Version niederschlägt. Auch potente Vierkernsysteme haben viel zu tun und schaffen es nicht so gut, das Spiel so ruckelfrei darzustellen, wie die Konsolen. Abgesehen von großen Massenexplosionen und vielen Verfolgern ist die Performance auf Xbox 360 und PS3 durchweg ordentlich und eigentlich immer gut spielbar. Ob einem nun das Bild auf der 360 oder PS 3 besser gefällt, ist ein klein wenig Geschmackssache. Rockstar verwendet erstaunlicherweise unterschiedliche Post-Processing-Filter, wodurch das eigentliche Bild am Ende auf den beiden System unterschiedlich aussieht. Der große Unterschied besteht allerdings in der Auflösung. Während die Playstation 3 das Bild lediglich in 640p berechnet und danach hochskaliert, so berechnet die 360 die native 720p-Auflösung und schafft trotzdem noch eine etwas höhere Framerate. Die PS 3 kann dagegen mit höher aufgelösten Videos bei den zahlreichen TV Sendern punkten. Bei beiden Geräten fallen dagegen Treppchenbildungen, speziell bei Kabel und anderen Kleinigkeiten in der Luft, unschön auf. Popups und Co sind ab und zu leicht vorhanden, aber nicht wirklich schlimm. Abgesehen von wilden Flugmanövern in der Luft, wird die Welt immer zügig aufgebaut. Das DVD-Laufwerk der Box hat zwar einiges zu tun, doch plötzlich auftauchende Kisten, Zäune in der unmittelbaren Nähe, waren im Spielverlauf nicht zu bemerken. So lange Xbox-Spieler über die DVD im Laufwerk spielen sind die Ladezeiten etwas länger, als auf dem Sony-System. Mit der optionalen Installation der Spieldaten auf Festplatte lässt sich das Problem allerdings beheben und insbesondere die Startzeit aus dem Dashboard wird merklich kürzer. Ansonsten halten sich Unterbrechungen, etwa vor einer Zwischensequenz, ohnehin stark in Grenzen. Der größte Vorteil für 360-Spieler besteht in einem sehr viel leiserem Geräuschpegel, da das Laufwerk nicht mit 12facher Geschwindigkeit drehen muss. Eine kleine Schattenseite kann die Festplatteninstallation allerdings haben. GTA 4 erschien lange bevor die optionale Installation von Microsoft eingeführt wurde. Entsprechend ist der Titel auf die DVD abgestimmt und arbeitet in dem Bereich mit allen Tricks. Daher kann es mitunter auch vereinzelt vorkommen, dass das schnelle Nachladen von Objekten mit Festplatteninstallation langsamer ist und ggf. ein Objekt etwas später eingeladen wird. Aber in gut 20 bis 30 Spielstunden mit Festplatteninstallation sind keine wirklich großen Probleme aufgefallen. Da ist die deutlich verringerte Lautstärke der Dröhnbox sehr viel angenehmer, als minimale Ärgernisse im Bildaufbau.

DLC - Mehr für mehr Geld… für Xbox 360-Besitzer

Am 17.02.09 erschien die erste Erweiterung "The Lost & Damned" für Xbox 360-Besitzer des Spiels. Wie gut der kostenpflichtige Inhalt wirklich ist und welche Neuerungen geboten werden, gibt es kommenden separaten Review zur Downloaderweiterung. Downloaderweiterung #2 "The Ballad of Gay Tony" soll noch 2009 erscheinen. Gleichzeitig soll auch eine DVD in den Handel kommen ("Episodes from Liberty City"), die beide Zusätze enthält und auch ohne das Hauptspiel gezockt werden kann.

Meinung

Ein Jahr später: Der Rummel um GTA 4 ist vorbei, die Hypewertungen wurden vergeben, die lang propagierten Downloaderweiterungen sind zumindest schon zu 50% erschienen und Millionen an Spielern haben sich in der neuen, virtuellen Version von Liberty City ausgetobt. Spaßig und unterhaltsam war das Abenteuer auf jeden Fall. und auch technisch weiß das HD-GTA durchaus zu überzeugen. Eine virtuelle Welt war noch nie so lebendig und so detailliert. Ständig entdeckt man neue Kleinigkeiten und erfreut sich an Details. Die über 90 Missionen sind durchaus gelungen, Handlung und Charaktere wissen zu gefallen und auch das neue Kampfsystem funktioniert ausgezeichnet. Mit den unzähligen Nebenbeschäftigungen ist der Spieler auch lange beschäftigt und bekommt viel Spiel fürs Geld, aber im Vergleich zur letzten "GTA-Generation" fehlt ein wenig der zündende Faktor. Sei es, weil die Welt nun wieder kleiner und eintöniger ist (kein Umland), weil sich der Look stark verändert hat und mehr in Richtung Realismus geht oder weil spielerisch ansonsten doch irgendwie "bekannte Kost" geboten wird. Technisch ist das Spiel eine Generation weiter, aber vom Gameplay her hat sich nicht so viel geändert. Was aber trotzdem nichts daran ändert, dass Rockstar einen sehr unterhaltsamen und umfangreichen Titel abgeliefert hat. Spätestens nach der Preissenkung auf unter 30€ sollte jede(r) volljährige Action-Spieler(in) mehr als nur einen Blick riskieren.


Geschrieben am 04.06.2009, Testkonfiguration: Xbox360
 



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