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Geheim. d. Spiderwicks  


Info
Autor 3+
 1.5
 1.5
 1.5
Gesamt (2 votes) 1
 2
 2
 2.2
Name:Geheimnisse der Spiderwicks, Die
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2008/03
Publisher: Sierra
Entwickler: Stormfront Studios
Offiz. Sites: Game
Links: Spiderwick.com
Hardware: Playstation2
System: Playstation2
Multiplay: Splitscreen
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für Wii, PC, Xbox360
USK: 12
Herstellerscreens versch.Vers.
Geheimnisse der Spiderwicks, Die (review von yak)

Ankündigungen zu Spielen, die auf einem aktuellen, hoch budgetierten Film basieren, hinterlassen oft einen zwiespältigen Eindruck. Sie scheinen schnell und unfertig zusammengestrickt worden zu sein. Hinzu kommt, dass oft die Geschichte für Spieler, die weder Film noch Originalvorlage kennen, kaum nachzuvollziehen ist, obwohl sich hier die Frage stellt, wer ein Lizenzspiel kaufen würde, wenn er nicht Kenner oder Fan der Originalvorlage ist. Aber genau in dieser Situation befinde ich mich bei der Spielumsetzung zu "Spiderwick Chronicles". Ich kenne weder die Buch- noch die Filmvorlage. Zumindest kann man so das Spiel als eine eigenständige Kreation erleben und es muss beweisen, ob es spielerisch interessant ist und ob die Entwickler es geschafft haben, eine Story zu erzählen. Hier scheitern Filmumsetzungen oft, da sie die Geschichte oft nur bruchstückhaft und ohne durchgängige Handlung vermitteln können. Ob der Entwickler Stormfront, bekannt durch die Herr der Ringe Action Spiele, es geschafft hat, ein ordentliches Spiel zu kreieren, das den Spieler in ein Fantasyreich mit Elfen, Ogern, Waldschraten und anderen skurrilen Geschöpfen entführt, soll unser Review hoffentlich vermitteln.

Technik

Die Graphik kann leider nicht mit aktuellen Titeln mithalten und die technische Realisation wirkt auch für PS2 Titel etwas angestaubt, auch wenn sie keinesfalls schlecht aussieht. Im Vergleich zu PS2 Titeln wie God of War 2 zieht Spiderwick leider eindeutig den kürzeren. Besonders der Spielanfang im Haus hinterlässt hier eindeutig einen schlechteren Eindruck. Schöner wird es, wenn es nach draußen geht. Hier machen der Wald, die Felder, Sümpfe, der Steinbruch und die unterirdischen Höhlen eine viel bessere Figur und wirken insgesamt sehr atmosphärisch. Der Spielumgebung fehlt es aber leider an Leben, alles wirkt statisch und bis auf die dort umherfliegenden Elfen, anstürmenden Gegnern und ein paar herabfallende Blätter bewegt sich so gut wie nichts. Die Animationen fallen in Teilbereichen ein wenig zu grob aus, andererseits sehen sie dann in bestimmten Spielabschnitten, wenn man z. B. das Wichtelmännchen Thimbletack steuert, viel besser aus. Das scheint aber auf der PS2 Version performancebedingt auszufallen, da die Xbox360 Fassung hier viel geschmeidiger erscheint. Ab und zu kommt es leider auch zu Rucklern, die sich zwar spieltechnisch nicht auswirken, jedoch gerade bei schnellen Kameraschwenks auffallen. Zwischensequenzen werden zum Teil per Ingamegraphik präsentiert und auch mit Originalszenen aus dem Film ergänzt. Problem hier ist jedoch, dass die Originalszenen nicht immer konform mit der Spielhandlung verlaufen. Das stört zwar nicht sonderlich, ist jedoch merkwürdig, wenn man mit einer Spielfigur vor einem riesigen Gegner durch Höhlen flüchtet und dann plötzlich eine Filmsequenz zeigt, dass die drei Geschwister gerade noch so ihrem Verfolger entkommen sind. Hier hätte man besser ebenfalls auf die Enginegraphik zurückgreifen sollen, aber es macht sich scheinbar besser, wenn man auf der Verpackung steht, dass Originalszenen aus dem Film enthalten sind. Das Nachladen bei Szenenwechseln hält sich in angemessenen Grenzen. Insgesamt kann man Spiderwick eine ordentliche Präsentation bescheinigen.

Die Synchronisation ist, mit einer großen Ausnahme, in Ordnung. Die große Ausnahme ist aber leider die Stimme der Hauptprotagonisten, den beiden Zwillingen Jared und Simon. Selbige ist so schrill und nervig und scheinbar wieder mal von einer Frau, die so tut, als ob sie ein Junge sei, eingesprochen worden, dass es einem gruselt. Blue Dragon lässt grüssen. Furchtbar! Die anderen Stimmen sind gut besetzt. Die Musik konnte mich nicht richtig begeistern, es gibt zwar ein paar tolle Stücke und ein eingängiges Thema, aber die vorrangig zu hörende Musik ist ein wenig zu "dudelig" und repetiv. Die Kampfmusik und einige Zwischensequenzen klingen jedoch sehr stimmig und unterstützen das Fantasyfeeling.

Gespeichert wird automatisch beim Abschnittwechsel und es gibt ausreichend Rücksetzpunkte, so dass Frust selten aufkommt. Der Schwierigkeitsgrad, der in drei Stufen wählbar ist, sollte auf "normal" auch Gelegenheitsspielern keine allzu schweren Probleme bereiten. Die Steuerung ist eingängig und genreüblich umgesetzt, in den Kletter- und Hüpfpassagen muss der Spieler jedoch keinerlei Aktion ausüben, die Figuren springen automatisch, was jedoch oft ungewollt zu Fehlsprüngen führen kann, wenn man zu nahe an einem Felssims läuft und die Sprungautomatik selbstständig die Aktion ausführt. Das führt hin und wieder zum Exitus und ist, gerade auf den schmalen Felswegen in den unterirdischen Höhlen, ärgerlich. Jedoch sind die Rücksetzpunkte fair gesetzt, so dass man nicht wirklich Frust empfindet. Die Kamerasteuerung ist ordentlich, mit Ausnahme einiger Verfolgungsszenen, in denen man, vom Monster gejagt, zum Bildschirm hin rennen muss und so den zu durchquerenden Weg inklusive Hindernisse erst recht spät sieht, bzw. auch gerne mal ungewollt durch die Sprungautomatik, falsch abspringt. Es bleib aber im Rahmen des Erträglichen.

Gameplay

Die Zwillinge Jared und Simon, sowie ihre Schwester Mal ziehen mit ihrer Mutter in das Haus ihres Großonkels Arthur Spiderwick, der bereits im Jahre 1935 auf merkwürdige Weise verschwunden ist. Nachdem Jared das Haus erforscht hat, findet er in einer Truhe versteckt die Aufzeichnungen des Großonkels. Das Buch berichtet von Feen, Ogern und anderen magischen Geschöpfen aus einer unsichtbaren Welt, die zugleich wundersame Dinge, aber auch Gefahren birgt. Der Inhalt des Buches ist aber Grund genug für den Ober-Oger Mulgharath, seine Heerscharen von Kobolden loszuschicken, um sich des Buches zu bemächtigen. Und so hat Jared durch seine Neugier nicht nur die Kenntnis um ein unsichtbares Reich erweitert, sondern sich auch zum Ziel des bösen Ogers gemacht.

Die Geheimnisse der Spiderwicks entpuppt sich als eine gelungene Mischung aus Adventure, Action und Sammelspiel. Die ersten Spielabschnitte machen Tutorial-gleich mit der Steuerung und dem Spielprinzip vertraut, sind dadurch aber leider auch ein wenig zäh, wenn man im Haus von Arthur Spiderwick von Pontius nach Pilatus geschickt wird. Von Dachboden zum Erdgeschoss und wieder hinauf. Dumm dabei ist, dass man Gegenstände erst aufnehmen kann, wenn es die Missionsaufgabe einfordert. Eine Linse vom Fernglas wird dadurch erst verfügbar und kann ins Inventar aufgenommen werden, wenn man es in der Auftragsliste als Aufgabe erhält. Doch das ist nur in der ersten Spielstunde so, danach wird die zuvor recht eingeschränkte Spielwelt offener und erlaubt ein recht freies Agieren.

Je nach Spielfortschritt darf man in die Rolle der verschiedenen Protagonisten schlüpfen und erhält so auch ihre besonderen Fähigkeiten, um die Oger von ihrem Plan abzuhalten. Simon ist der schlagkräftigere der Zwillingsbrüder und so rüstet er sich auch gleich mit einem Baseballschläger aus, um den Kobolden ordentlich den Hintern zu versohlen. Mit seinem Tatendrang hat er aber leider auch das Häuschen des Wichtelmännchens Thimbletack zerstört, der jetzt ziemlich sauer ist und jede Kooperation ablehnt. Also heißt es, den Wichtel zu besänftigen, ihm ein neues Häuschen zu besorgen und zu versuchen, ihn zur Mithilfe zu bewegen. Ein Vogelhäuschen als Ersatz für die zerstörte Wohnung aus der Garage und ein mit Honig bestrichener Keks sollten reichen. Gesagt getan und schon darf man Thimbletack spielen, der sich sogleich in einem Loch in der Wand auf die Suche nach einem geheimnisvollen Stein macht, mit dessen Hilfe Simon in die unsichtbare Welt blicken darf. Bewaffnet mit viel Mut und einer Nähnadel als Waffe, um garstige Kakerlaken auf Distanz zu halten, darf dann gehopst und geklettert werden. Über Bücherregale, durch Röhren, vorbei an Elektroblitzen oder später mit dem Enterhaken über Abgründe lenkt man den kleinen Wichtel, um den Kindern bei ihren Abenteuern zu helfen.

Insgesamt kann man vier verschiedene Figuren steuern, die auch unterschiedliche Eigenschaften und Inventargegenstände besitzen. Jared und seine Schwester Mal unterscheiden sich spieltechnisch wenig, wenn sie durch die Wälder streifen und gegen Gegner mit Waffen antreten, Simon hat da schon etwas mehr drauf, er bastelt sich eine Art Pistole, die mit Tomatensaft und Essig befüllt für Kobolde Gift ist. Er kann im Gegensatz zu den anderen auch durch gezielte Würfe mit Koboldsteinen besondere Ereignisse herbeirufen: Stalagmiten in den Höhlen zum Umstürzen bringen oder mit der Tomatenpistole Feuersalamander "löschen", um so einen zuvor nicht passierbaren Weg einschlagen zu können. Ansonsten spielen sich die menschlichen Spielfiguren recht ähnlich. Einige Passagen sind zwingend mit vorgegebenen Charakteren zu spielen, später kann man aber selber auswählen, mit wem man die Reise antritt.

Das Heldenteam muss nicht völlig auf sich gestellt gegen die Koboldbande antreten. Sie können mit einem Fangnetz Waldgeister einfangen, die ihnen dann zur Seite stehen. Doch leichter gesagt, als getan, einige Geister sind recht flink und lassen sich nicht so einfach fangen. Um sie nutzen zu können, müssen sie zunächst auch noch in das Handbuch gezeichnet werden. Dazu steht ein Pinsel bereit, mit dem man über die Seite malen muss und in einem vorgegebenen Zeitrahmen den kompletten Waldgeist sichtbar "pinseln". Eine schnelle Hand und die Kenntnis der ungefähren Kontur des Waldgeistes ist notwendig, ansonsten reicht die Zeit zum Freimalen nicht aus. Das geht aber mit ein wenig Übung gut von der Hand. Einmal kartographierte Geister müssen zum erneuten Einfangen nur noch mit dem Netz erwischt werden. Es gibt eine Vielzahl von Waldgeistern, die unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Jeweils drei von ihnen können gleichzeitig getragen werden. Hat man mehrere von der gleichen Sorte, verstärkt sich der Effekt ihrer Magie. Es gibt Geister, die die Lebensenergie wieder herstellen, andere können Feinde ablenken oder die Angriffskraft erhöhen. Hier kommt schon fast ein wenige der Feensammelspaß von Zanzarah durch. Besiegte Gegner hinterlassen, wie passend, Koboldzähne zurück. Abhängig von der Menge gesammelter Koboldzähne steigern sich auch die Kampffertigkeiten der Figuren. Doppelschlag, Rundumschlag usw. werden dem Angriffsrepertoire hinzugefügt, was auch notwendig ist, wenn man später statt auf normale Kobolde, auf die fiesen und schlagkräftigen Stierkobolde oder die fiesen kleinen roten Teufel, die als Kopfschutz einen Kochtopf tragen, trifft. Dazu kann man seine Lebensenergie steigern, wenn man eine gesamte Waldgeistgruppe ins Handbuch eingetragen hat.

Schwierig zu fangen oder zu weit entfernte Waldgeister kann man mit Anderweltfrüchten anlocken. Das an sich macht schon eine Menge Spaß, besonders wenn man zu den Sammelfetischisten gehört, die Games gerne zu 100% lösen wollen. Spiderwick lebt aber auch von anderen Kleinigkeiten, die für Spielspaß sorgen. Das Irrgras z. B., eine Art Pflanzenwesen, das sich nur fangen lässt, wenn man es schnell umkreist und ihm dadurch schwindelig wird. Erst dann kann es eingefangen werden. Oder der riesige Sumpftroll, der den Sumpf erst passierbar macht, wenn man ihn entsprechend gefüttert hat. Hier muss man genügend Kobolde in seine Richtung jagen, damit er sie packen und verschlingen kann.

Im Einzelspielermodus kann man zudem noch einen Mehrspielerpart freischalten, der jedoch mehr oder weniger Alibicharakter besitzt. Hier muss man für Punkterhalt Geister fangen und Feinde vertrimmen. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt.

Fazit

"Die Geheimnisse der Spiderwicks" ist eine unterhaltsame Filmumsetzung geworden, die eine gelungene Mischung aus Adventure, Action und Sammelaufgaben in einer soliden technischen Umsetzung bietet. Die Spielzeit fällt jedoch mit ca. 6 Stunden relativ kurz aus und auch, wenn man es mit 100% beenden möchte, müssen nur 2 Stunden mehr investiert werden. Dafür erhält man das Spiel aber zu einem recht moderaten Preis im unteren Vollpreissegment. Sehr schön ist es den Designer jedoch gelungen, viele verschiedene Spielgenres miteinander zu vereinen und den Sammeltrieb zu entfachen, so dass man die gesamte, recht offen angelegte Spielwelt, in allen Ecken und Winkeln erforschen möchte, was durch eine Vielzahl von Nebenaufgaben noch verstärkt wird. Das macht viel Spaß und lässt kleine Schwächen leicht verschmerzen. Im Vergleich zu anderen Filmumsetzungen kann man zumindest auch der Story folgen, ohne das Original zu kennen. "Die Geheimnisse der Spiderwicks" ist ein stimmiger Titel für die ganze Familie und alle Altersklassen.


Geschrieben am 06.03.2008, Testkonfiguration: Playstation2
 



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