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Grouch  


Info
Autor 4
 1.5
 0.5
 0.5
Gesamt (5 votes) 4+
 2.1
 0.8
 1
Name:Grouch
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2001/09
Publisher: Akaei
Entwickler: Revistronic
Hardware: 200MMX-Mhz, 64MB RAM, 4MB 3D-Karte D3D, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX6
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
USK: 16
Grouch (review von yak)

Was passiert, wenn ein vor Kraft strotzender Barbar sich verliebt, aber bereits kurze Zeit danach feststellen muss, dass sein auserwähltes Blondie von Unholden entführt wird, um deren degenerierten Genpool auf Vorderfrau zu bringen?

Er zieht sich zurück und geht als Eremit ins Kloster? Er sucht sich ein anderes Hobby und beginnt, Vögel auszustopfen oder Sumpfkrokodile in Kaminvorleger umzugestalten? Er sucht sich eine andere? Eine Selbsthilfegruppe für sitzengelassene Helden? Er lutscht am Daumen und wimmert nach seiner Mami?

Nein, ganz falsch, unser guter Grouch weiss, was er zu tun hat, packt seine sieben Sachen (eigentlich sind es nur 2, aber das Sprichwort ist eindeutig NACH der Barbarenzeit in Mode gekommen, also: Schwert und Lendenschurz) und frisch, fromm, fröhlich, frei geht's auf die Suche nach seiner Liebsten.

Viel Grips hat Grouch ja nicht, aber er ist sich sicher, dies mit eisernem Willen und Manneskraft ausgleichen zu können. Ob das Begleiten unseres Helden ein Vergnügen wird, zeigt der nun folgende Reisebericht.

Revisitronic hat mit Grouch ein 3D-Action-Jump n Slay Spiel veröffentlicht, das im Comic-Cartoon Stil gehalten ist. Gespielt wird aus der 3rd Person-Ansicht mittels Tastatur und Maus, was auch problemlos funktioniert und beliebig konfiguriert werden kann. Die Steuerung ist einfach zugänglich und sehr präzise. Grouch ist sehr gefügig und "hört" auf die Anweisungen seines "Herrchens" ganz genau. Auch Komboattacken mit den jeweilig ausgewählten Waffen, die von Schwertern, Säbeln und Äxten reichen, sind leicht durchzuführen. Hier zeigt sich das Spiel von seiner guten Seite und auch die Umsetzung der Attacken erfolgt "Just in Time" und nicht so verzögert wie bei Severance.

Die Graphikengine ist sehr gelungen, alles läuft butterweich und sieht zudem noch gut aus. Auflösungen von 320 x 200 bis 1600 x 1200 in 16 / 32 Bit werden unterstützt. Zwar besagen die Hardwaremindestanforderungen einen Pentium 200 MMX ohne 3D Karte, aber daran wird man keine Freude haben, da es durch Ruckelorgien unspielbar wird. Eine 3D Karte Marke Voodoo 1 sollte schon im Rechner stecken. Die Engine unterstützt dennoch einen Softwaremodus und Direct 3D, eine T&L Funktion ist zuschaltbar. Die Graphik hat den Stil eines Action-Cartoons. Die Figuren sind sehr gut animiert. Ogre haben einen schweren schleppenden Gang, unser Held stolziert mit grossen Schritten vor sich hin oder setzt im Schleichmodus vorsichtig ein Bein vor das andere. Die Animation des Helden erinnert mich stark an das alte Laserdisk-Spiel Dragon's Lair und es hat auch ungefähr den Graphikstil des Don Bluth's Klassikers.

Die Gegner sind vielfältig wie ihre Animationen. So gibt es Krokodile, Killerfrösche, Mönche, Skelette, kleine Gnome, Ritter, Bären und lebende Bäume, die einem das Leben "verjüngen" wollen. Alle haben ihren eigen Stil und ihre Angriffsstrategie. So muss Grouch lernen, mit welchen Waffen er den meisten Schaden anrichten kann. Ein geübter Barbar weiss, wie man Spass damit haben kann, so kann er, wenn er geschickt genug mit seinen Waffen umgeht, dafür sorgen, dass manche Gegner im Kampf einfach mal den "Kopf verlieren", was für die meisten Bewohner des Landes, sollten sich nicht der Gattung "Untote" angehören, ein einmaliges Vergnügen ist.

Die Waffen seiner Gegner steckt Grouch sicherheitshalber ein, denn man weiss ja nie, wofür das noch gut sein kann. Anderenfalls lassen sich aber die Bösewichte auch "teilweise" überzeugen, soll heissen, dass sie nicht nur ihre Schilde im Kampf ablegen, sondern auch gerne mal Arme und Beine. Aber was ein richtiger Gegner ist, der kämpft weiter bis zum bitteren Ende, und wenn auch nur der Rumpf über den Boden kriecht und versucht, mit den Zähnen oder dem Spitzhelm nach Grouch zu schnappen oder schlagen. Wer hier an "Die Ritter der Kokosnuss" denken muss, liegt gar nicht so verkehrt ;).

Genauso läuft es nämlich ab und es sind dann manchmal wirklich ernstzunehmende Gegner, weil Grouch bei Tiefschlägen leider etwas Probleme hat. So sind oft kleinere Unholde, die ihm bis auf Kniehöhe reichen, sehr gefährlich. Jedoch einmal komplett seziert, sollten sie keine Gefahr mehr sein und wer mag, darf mit den Resten "Kick die Dose" spielen, mal eine ganz neue Interpretation des Themas "HEADSHOT". Wem das zu starker Tobak ist, der kann in den Optionen den Gorelevel reduzieren.

Grouch muss die unterschiedlichsten Szenerien durchreisen, bis er seine Liebste wieder in die Arme schliessen darf. Insgesamt 8 Level gilt es zu durchforschen. Sümpfe, Höhlen, Eisberge und Friedhöfe sorgen für genug Abwechslung, gepaart mit netten Lichteffekten, die besonders ins Auge stechen, wenn Grouch zu einer Fackel greift, wenn es ihm zu düster wird und er Licht ins Dunkel bringen will, was auch die Reflexionen auf den Waffen schön erstrahlen lässt. Zudem wartet an jedem Levelende noch ein Endboss auf unseren Helden. Die Geräusche sind guter Durchschnitt. Das Waffengeplänkel wirkt realistisch und die Umgebungssounds sind ordentlich. Besonderer Lob geht an die Musik. Hier hat man in bester Filmmusiktradition ein Hauptthema für das ganze Game benutzt. Im Intro mutiert es von Liebesthema zum Kampfesmarsch der Unholde und findet in jedem Level seine eigene Variation. Das gibt dem Spiel eine gelungene, einheitliche Musikuntermalung. Stilistisch erinnert es an die brachialen Orchestertöne des Conanfilms. Hier haben die Jungs aus Spanien ordentliches geleistet.

Bisher nicht schlecht, denkt man, aber kommen wir nun zum Gameplay und dem grössten Designfehler, den die Programmierer gemacht haben. Das Spiel ist wie ein Arcadegame der alten Tage angelegt, was bedeuten soll, dass unser Held mit 5 Reinkarnationen ins Rennen geht. Ein Speichern innerhalb der einzelnen Level ist nur am Levelende möglich. Vereinzelt gibt es zwar "Savepoints", die jedoch nur die Stelle des Wiedereintritts nach dem Ableben markieren. So muss sich unser guter Grouch mit sehr wenig "Lebenssaft" auf die Suche machen und Gegner ausschalten, Schalter bedienen um Tore zu öffnen oder schwebende Plattformen zu aktivieren. Auch muss er schon mal einen Katapult benutzen, um eine Festung zu "knacken" oder Steinquader verschieben, um sie dazu zu benutzen, höher liegende Mauern oder Vorsprünge zu erreichen. Kein Problem sagt ihr? Doch, leider schon, denn der Schwierigkeitsgrad des Spieles ist dermassen hoch, dass 5 Leben (auch wenn man ab und an einige dazuverdienen kann) ein Tropfen auf den heissen Stein sind. Es gibt zuviel unfaire Stellen im Spiel, die wirklich nur durch Ausprobieren und Abschätzen des Timings ein Weiterkommen ermöglichen. So ist es absolute Millimeterarbeit, an bestimmten Falltüren unbeschadet vorbeizukommen oder brennenden Lavablöcken auszuweichen, die gerne auch in mehreren Kombinationen hintereinander auf Grouch warten. Sind die 5 Leben verbraucht heisst es: Levelneuanfang. Nur um wieder 30 Minuten zu spielen und weitere Leben an gleicher Stelle für Timing- und Sprungerfahrungen zu riskieren. Auch sind diese Passagen oft nicht einsehbar, bzw. gut überschaubar und umherschwirrende Germanische Hausordnungen haben leider keinen Schatten, damit man sie besser erkennen und orten kann. Hier hilft kein spielerisches Können, was zwar unbedingt notwendig ist, weiter, sondern einfach ausprobieren. Dafür sind 5 Leben einfach zu wenig und der Spielspass bleibt so leider auf der Strecke.

Eine vernünftige Speicherfunktion würde hier Wunder wirken. Alternativ wäre auch die Option unendliche "Grouchs" denkbar, damit man nicht immer den kompletten Part neu spielen muss, nur um wieder zweimal zu scheitern und wieder von vorne anfangen muss. Schwierig genug ist es dann immer noch, da man nach dem Ableben jedesmal an dem Respawnpunkt ausgesetzt wird und die entsprechende Passage erneut spielen muss. Ich muss zu meiner Schande, obwohl ich Hardcorezocker bin, gestehen, etwas "unfair" für dieses Review vorgegangen zu sein, denn mit nur 5 Leben innerhalb des Spiels vernünftige und aussagekräftige Screenshots machen zu können,war unmöglich und ich musste mir ab Level 3 etwas einfallen lassen, da der Review sonst wohl nie zustande gekommen wäre. Wen die Lebenszahlangaben in den Screens verwundert, dem sei gesagt, dass ich mir mittels eines Hexeditors ein paar Leben dazugeschummelt habe (Hexzahl 4C im Savegame auf max. Hex 50 stellen). Einfacher wurde das Spiel dadurch dennoch nicht, denn an den vielen schwierigen Passagen beisst man sich trotzdem die Zähne aus und darf wie gesagt beim Heldentod von vorne anfangen.

So kann man den Lebenscheat eher als eine erweiterte Savefunktion ansehen. Hier haben die Programmierer und Gamedesigner es etwas zu gut gemeint und am Zielpublikum vorbeiprogrammiert. In der Gesamtheit macht es das Spiel in der vorliegenden Form so unspielbar. Ein Patch mit erweiterter Savefunktion wäre hier angebracht, andere dürfen ohne schlechtes Gewissen etwas am Savegame manipulieren. Wie so etwas passieren kann ist wirklich fraglich. So wird ein Spiel, was gut aussieht, Spass macht und echtes Potential hat, durch einige wichtige Details leider unter Wert verkauft. Einige weniger schwierige Passagen, ein überarbeitetes Speichersystem und die Wertung wäre höher ausgefallen. So muss man es leider abwerten, da es zuviel Frust aufkommen lässt.

Bedenkt man, dass Budgetveröffentlichungen gerne von Computerneueinsteigern gekauft werden, ist dies leider noch negativer zu werten. Leider deswegen nur eine 4. Geliefert wird das Programm in DVD Hülle. Die Anleitung ist als PDF Datei auf der CD. Spielzeit mit dem "Savecheat" beträgt ca. 8-10 Stunden, ohne hat man sicher ein ganzes Leben dran zu knacken und wer will das schon, dafür gibt es auch noch genug andere Dinge im Leben, die Spass machen.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews, der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.



Geschrieben am 01.10.2001, Testkonfiguration: AMD1200, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



4 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Sehr gut (4.8 von 5 Punkten)
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