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Gifty  


Info
Autor 2
 1.5
 1.5
 1.5
Gesamt (5 votes) 2+
 2
 2
 2.5
Name:Gifty - Ein Geschenk des Himmels
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2000/11
Publisher: Modern Games
Entwickler: Ekosystem
Hardware: 266Mhz, 32MB RAM, 4MB 3D-Karte D3D, HD 20 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, 2000, DX7
Steuerung: Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für PS2 erhältlich
USK: 6
Gifty - Ein Geschenk des Himmels (review von yak)

Geplant war das Jump & Run & Puzzle Game als Vorzeigeprodukt für Cryo Interactive und sollte damit zugleich einen Spielecharakter kreieren, der ähnlichen Kultstatus wie Mario, Rayman, Lara und Co erreichen sollte. Leider wurde nichts aus dem ambitionierten Plan und Gifty erblickte schneller als der Handel Piep sagen konnte, die Veröffentlichung im Budgetpreisregal.

Zu unrecht, wie ich finde. Warum ? Dann bitte hier entlang :).

Die Prinzessin Lolita Globo wurde entführt und keiner der bereits geschickten Superhelden hatte auch nur den Hauch einer Chance, die Mission zu beenden. Nun, auf der Suche, nach dem nächsten potentiellen Retter, gehen der Superheldenagentur langsam die Freiwilligen aus. Pech für Gifty, der gerade im Moment mit seinen Servierwagen hereinstürmt, um seine Buletten an den Held zu bringen. Somit wäre der nächste Freiwillige gefunden, der zwar erst nicht begeistert von seiner Heldenaufgabe ist, aber nachdem er die liebliche Stimme von Lolita per Band eingespielt bekommt, haben ihm seine Hormone die Entscheidung abgenommen. Es gibt für ihn keine andere Option. Seine Mission lautet von nun an nicht mehr, für das leibliche Wohl der verbleibenden Heroes zu sorgen und die Kantine in Gang zu halten, sondern unter Einsatz seines Lebens 7 Gartenzwerge zu finden, die ihm dann ermöglichen sollen, das Versteck der entführten Schönheit zu betreten.

Bei Gifty handelt es sich um eine Genremischung aus Jump & Run, jedoch mit Schwerpunkt auf Puzzleeinlagen. Das Spielkonzept unterscheidet sich daher doch stärker von der Genrekonkurrenz wie z. B. Rayman. Vergleichbar ist es eher mit Spielen wie Zelda, geht aber eigentlich in den Puzzles noch einen Schritt weiter. Hier ist Hirnschmalz gefordert.

Gespielt wird Gifty über Tastatur oder Gamepad/Joystick, wobei ich hier jedem empfehlen würde, eine analoge Steuerung (z. B.Logitech Wingman Rumblepad ) zu wählen, da sich der kleine rote Knirps damit einfach am besten kontrollieren lässt. Insgesamt bietet Gifty 10 Level reinen Spielspass. Jeder Level kann, nachdem man ihn einmal "durchlebt" hat, erneut angewählt werden, da man im ersten Durchlauf sicher noch einige Extras, Geheimgegenstände und Bonusräume nicht finden konnte, was soweit auch ganz nützlich ist, da man dadurch auch seine Anzahl an Spielleben auffrischen kann und ist zudem auch für die Langzeitmotivation ein entscheidender Pluspunkt.

Die Steuerung von Gifty erlaubt ihm, Sprünge auszuführen, mit seinem Spiess nach Gegner zu schlagen, die Zauberkraft der Kristalle zu benutzen, Gegenstände zu verschieben und mit der Schattenwaffe auf Schattenjagd zu gehen. Gifty reagiert gut auf die Steuerung und es ist auch niemals eine Präzisionsarbeit in Millimetern notwendig, wie man sie aus den Tomb Raider spielen hassen gelernt hat. Hier haben die Programmierer echt gute Arbeit und Feintuning abgeliefert.

Die Graphikengine ist ein echter Genuss. Unterstützt werden Auflösungen von 400 x 300 ab 16 Bit bis 1600 x 1200 in 32 Bit. Die Engine bietet phantastische Lichteffekte. Jeder Gegenstand im Spiel, einschliesslich der Figuren werfen korrekte Schatten, was auch, wie wir später sehen werden, ein Grundsatz des Spielkonzeptes ist. Die Texturen sind schön und passend, farbiges Licht strahlt durch Fenster, dunkel Passagen werden durch Fackeln erhellt, die Figuren sind sehr gut animiert. Graphisch hat Gifty die Nase eindeutig vor der Konkurrenz und lässt die oft eingesetzte Rayman-Engine weit zurück. Selbst einige neuere Egoshooter haben da das Nachsehen. Der einzige graphische Patzer, den man sich hier erlaubt hat, ist, dass das Gesicht unseres Helden einer Totenmaske gleicht. Zwar bewegt sich Gifty butterweich, macht Faxen und turnt rum, sollte der Spieler ihn mal einige Zeit vernachlässigen, jedoch sein Gesicht und seine Augen haben aber immer die gleiche starre Textur. Kein Augenblinzeln oder Grinsen. Wenn man von Cryo eine Raymankonkurrenten ins Rennen schicken wollte, hätte man hier beim wichtigen Charakterdesign nicht so schludern dürfen. Das ist aber schon der einzige Nachteil, was die Graphik betrifft, ansonsten stellt die Engine alles perfekt und ihn schönen Frameraten dar. Besonders zu erwähnen ist die Darstellung und die Bewegung von Wasser, die bisher alles schlägt, was ich in PC Games gesehen habe.

Auch der Sound kann gefallen. Unterstützt wird sogar die Ausgabe über 4 Boxen. Die Geräusche und die Stimmen der Charaktere sind gut, die Synchronisation professionell. Die Musik variiert vom stimmigem Ambientesoundtrack bis hin zur Kaufhausfahrstuhlmusik, was aber immer zum Spielkonzept passt, da Gifty in vielen Spielabschnitten eine Parodie auf andere Genre darstellt.

Kommen wir nun zum eigentlichen Kern des Spieles, dem Gameplay. Auf seiner Reise zu Lolita wurden unserem Helden einige Gegner entgegengestellt. Am Beispiel von den Schatten und Lichtwesen will ich das Spielprinzip erklären. Kleine Schatten sind Wesen die sich nur im Licht aufhalten können. Nähert sich Gifty ihnen, dann hat er keine Möglichkeit, sie zu zerstören. Die einzige Chance ist die Flucht in die Schatten. Schatten würde die Wesen sofort vernichten und in Rauch verwandeln. Hier sieht man also, wie das Spielprinzip abläuft. Gifty muss entweder eine Möglichkeit finden, einen Weg zu finden, der durch die Schatten führt oder er muss versuchen, Gegenstände wie Kisten so umzubewegen, dass neue Schatten entstehen und er so vorbei kann oder die Wesen mit Schatten zu bedecken, um ihnen so ihr virtuelles Dasein zu nehmen. Hier ist also Planung und Überlegung gefordert. Als Gegenstück zu den kleinen Schatten gibt es auch noch Kleine Lichter, die nur im Schatten leben und mit Licht pulverisiert werden. Es ist also für jeden etwas dabei ;).

Das Positive an Gifty ist, dass man, wenn man die ersten Level spielt, das Spielprinzip durch Zwischensequenzen und Beispielen vorgelebt bekommt. So kann man schnell nachvollziehen, wie man Herr über Licht und Schatten wird. Das Denken ist aber dennoch gefordert, weil dieses Spielprinzip im weiteren Verlauf immer komplizierter und abgedrehter gestaltet wird. Es wird praktisch nie langweilig oder man hat den Eindruck, dass hier nur Altes wiederholt wird. Immer sind die Ideen frisch und neu in unterschiedlichen Variationen. Hier hat man sich sehr viel Mühe beim Leveldesign gegeben.

Als Waffe steht unserem Protagonisten sein Stab zur Verfügung, den er mit Kristallkräften aufladen und so unterschiedliche Funktionen ausführen kann. Jedoch kann man nur eine Funktion auf den Stab laden. Will man eine andere benutzen, muss man erst einen andersfarbigen Kristall finden und den Stab damit "programmieren". Dies ist ein weiteres Puzzleelement, wie wir sehen werden. Auch muss der Stab regelmässig mit Energie aufgeladen werden, damit er nutzbar ist. Dazu findet man Energiepulver oder auch einen Pulvergeneratorkäfer, den man mit Stabschlägen überzeugen kann, Energiekugeln zu "exkrementieren". Es gibt sechs verschiedene Stabkristalle mit unterschiedlichen Wirkweisen: So bewirkt beispielsweise der Lichtkristall, dass wir durch dunkele Passagen gehen können, die vorher nicht zu betreten waren, der blaue Kristall bewirkt das Einfrieren von Wasser und das Erstarren von Lava. Man sieht, dass die Nutzung und auch das Auswählen der Stabkraft einen entscheidenden Einfluss im Spielkonzept gefunden hat. An manchen Stellen im Spiel muss auch eine Kombination angewandt werden: der roten Kristall setzt eine Metalltür in Brand, um sie dann im glühenden Zustand, nachdem man schnell die Stabkraft gewechselt hat, mit der Eisattacke zu zersprengen. Aber nun noch zu der Schattenwaffe. Hier haben die Entwickler einen echten Geistesblitz gehabt. Die Schattenwaffe erlaubt, dass man allen Gegnern und Gegenständen, die einen Schatten werfen (und das tun sie alle) mit einem Schuss aus der Waffe auf den jeweiligen Schatten, diese kurzzeitig zum Erstarren bringt. Der Effekt ist, dass man so z. B. an Wächtern vorbeikommt, die einen sonst erwischt hätten oder das man eine bewegliche Plattform, die sonst bei Berührung einstürzt, durch das Einfrieren als Brücke benutzen kann. Das ganze Konzept der Schattenwaffe ist so genial ins Spielkonzept eingearbeitet, dass man seine wahre Freude daran hat. Oft steht man nur da und überlegt, wie man diesen Level am schönsten lösen kann und wem man zuerst eins auf den Schatten brennt.

Gifty bietet so im Genre Jump & Run viele neue Innovationen. Aber auch bekannte Konzepte findet man wieder, ganz im Stile von THIEF z. B. an den Wächtern vorbeischleichen oder die üblichen Schalter und Schlossrätsel ausüben. Es wird eigentlich nie langweilig und das Spiel hat echten Suchtfaktor. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. So gibt es oft kleine Zwischensequenzen mit der Gameengine, in denen Gifty seinen Schabernack treibt. Das Jonglieren von Augäpfeln soll nur ein Beispiel sein. Innerhalb der Level findet man auch Parodien auf andere Helden und Filme. Man trifft in einem Tempellevel auf eine grosse Steinkugel und Überreste eines Forschers, neben dem ein Hut und eine Peitsche liegen oder die Duschszene aus Psycho und ein Zorrozeichen an einer Höhlenwand. Die 10 Level decken thematisch mit Höhlen, Weltraumstationen, Schiffen und Tempeln das Genre komplett ab.

Aber kein Licht ohne Schatten. Zwar sind dies nur Kleinigkeiten, sollen aber dennoch nicht unerwähnt bleiben. Wie bereits erwähnt ist die Hauptfigur ohne jegliche Gesichtsmimik, was den Funfaktor einschränkt, wenn man ihn mit Rayman oder Earthworm Jim 3D vergleicht. Die Kameraführung ist zwar zu 95% in Ordnung, aber in manchen Leveln (besonders Level 8) bereitet sie Schwierigkeiten und verliert das Geschehen aus den Augen, ja manchmal "sperrt" sie sich selbst vom Geschehen aus, wenn eine Tür zwischen Gifty und der Kameraposition geschlossen wird. Da bleibt die virtuelle Kamera einfach mal eingesperrt und es ist dann leider Fummelarbeit gefragt, sie wieder zu befreien. Das Gegnerbekämpfen mit dem Stab ist zudem etwas unpräzise. Gifty verliert sich etwas in der Kampfanimation und so wird man öfters vom Gegner getroffen, als einem lieb ist. Da aber Kämpfe in dem Spiel eher eine Nebenfunktion haben und selten tödlich sind, ist dies mit ein wenig Energieverlust zu verkraften. Einen weiteren kleinen Patzer hat man sich mit einer Doppelfunktion der Steuerung erlaubt, was etwas nervig sein kann. Es gibt Käfer, die man mit dem Stab aufs Kreuz legen muss und dann aufheben kann, um damit einen Schalter langfristig gedrückt zu halten. Leider ist die Schlagfunktion zugleich die Aufhebfunktion, so dass man öfters, statt den Käfer aufzuheben, diesen wieder in die Ursprungslage mittels Schlag zurückversetzt. Aber mit etwas Übung und der richtigen Standposition zum Aufheben, kann man auch dies umgehen. Was mich geärgert hat ist, dass die auf dem Cover abgebildeten Figuren, die dort wie ein Spielbestandteil angepriesen werden, lediglich im Filmintro zu sehen sind. Hier hat man echtes Potential verschenkt. Ein Auftritt dieser abgedrehten Figuren wären sicherlich reizvoll gewesen. Auch wird, wie es zuerst den Anschein hat, keine echte Story vermittelt. Dies geschieht nur zu Beginn und am Ende durch die Filmsequenzen. Ich hätte mir ein etwas spektakuläreres Finale gewünscht oder einen Endfuzzi. Hier sucht man aber vergebens.

Kleiner Wermutstropfen. Die Spiel-CD liegt cryoüblich in einer Papphülle. Die Installation von Gifty verläuft ohne Schwierigkeiten und erfreulicherweise gibt es bis dato auch keinen Patch, denn das Programm ist so gut wie fehlerfrei, bis auf die Kameraprobleme habe ich keine finden können.

Das Spiel stellt nur einen Schwierigkeitsgrad zur Verfügung. Gespeichert wird automatisch und beim Ableben landet man fairerweise am Eingang des jeweiligen Raumes. Das Handbuch erklärt knapp aber ausreichend alle wichtigen Funktionen.

Trotz der kleinen Mängel ist Gifty ein vollkommen gelungenes Game mit viel Spielspass, das ich jedem, der auf Mario, Zelda und Co steht, ans Herz legen möchte.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews, der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.



Geschrieben am 15.07.2001, Testkonfiguration: PIII-650, Geforce-2, 256MB Ram, SB Live
 



18 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Gut (4.1 von 5 Punkten)
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