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Gears of War  

Rückseite ]

Info
Autor 2+
 2.5
 2
 2.5
Gesamt (27 votes) 2+
 2.2
 1.4
 2.2
Name:Gears of War
Genre: Taktik-Shooter
Produkt: Vollversion
Release: 2006/11
Publisher: Microsoft Game Studios
Entwickler: Epic Games
Offiz. Sites: Game
Hardware: Xbox360
System: Xbox360
Multiplay: Split/System/Xbox-Live
Sprache: Multilingual
Serie: ja
Bemerkung: keine Downloads für Spieler aus Deutschland, auch für PC
USK: keine
Gears of War (review von nali_warcow)

Jedes System hat seine Highlights. Immer wenn es um die erste Xbox aus dem Hause Microsoft ging, wurde im gleichen Atemzug Halo erwähnt. Noch heute begeistert der Bungie-Shooter viele Spieler in zahlreichen Onlinepartien. Auf der Xbox 360 ist jedoch noch ein wenig Geduld angesagt. Erst Ende 2007 soll es so weit sein, dass der Master Chief auf der Next-Gen-Konsole erscheint. Bis dahin hat die Konsole zwar zahlreiche wirklich gute Titel, doch ein echter "Systemseller" fehlt - besser gesagt fehlte. Ende 2006 war es endlich so weit. Epic Games (durch die Unreal Serie bekannt) brachte ihr "neues Baby" auf den Markt: Gears of War, einen 3rd-Person-Survival-Horror-Action-Shooter. Schon im Vorfeld war ein unglaublicher Hype um das Spiel entstanden, so dass Gears of War es sehr schwer haben dürfte, diesem Hype auch nur annähernd gerecht zu werden. Nach einem wirklich eindrucksvollen Teaser im Oktober 2006 war es im November endlich so weit. In den Staaten war das Spiel ab 07.11 und in Europa ab dem 17.11 erhältlich. Innerhalb kürzester Zeit knackte das Spiel die Marke von drei Millionen verkauften Exemplaren und wurde vor kurzem von der "Academy of Interactive Arts & Sciences" mit insgesamt acht Auszeichnungen überhäuft. Darunter unter anderem als "Game of the Year". Was ist also dran am Hype?

Zwischen Jugendschutz und Zensur

Überall auf der Welt zocken die Gamer, wenn sie das entsprechende Alter haben, Gears of War. Zuletzt wurde der Titel sogar als 3on3 in die World Cyber Games aufgenommen. Nur in Deutschland sieht anders aus. Mehrfach hatte die USK eine Einstufung des Titels abgelehnt und notwendige Änderungen, um eine Rating zu bekommen, ging den Entwicklern wohl zu weit, so dass nichts geändert wurde. Entsprechend den Microsoft-Richtlinien für Deutschland wurde das Spiel daher hier offiziell nicht vertrieben (jedoch aber für Europa in Deutschland - Ironie des Schicksals- hergestellt wurde, was auf der Packungsrückseite deutlich an "Made in Germany" zu erkennen ist). Dennoch ist das Spiel bis heute problemlos beim freundlichen Importhändler um die Ecke erhältlich. Verwunderlich war es dann auch nicht, dass der Titel wenig später von der BPjM indiziert wurde. Immerhin gibt es ja einige Eltern, die sich einen feuchten Dreck darum kehren, was die Kids so zocken und da könnte ja eine minderjährige Person ein Spiel kaufen, das gar nicht an Personen unter 18 Jahren verkauft werden darf. Jugendschutz ist sicherlich gut und wichtig, allerdings sehr ärgerlich, wenn alle volljährigen Spieler deswegen mit Zensur leben müssen. Wie jeder Xbox 360 Besitzer weis, werden zusätzliche Inhalte über den Xbox Live Marktplatz vertrieben. Da jedoch Gears of War nie offiziell in Deutschland erschienen ist und nun auch noch auf dem Index steht, werden Spielern aus Deutschland gar keine Downloads zu Gears of War angezeigt. Das bedeutet, deutsche Spieler haben keine Chance mit ihrem Account an das erste kostenlose Mappack des Spiels zu kommen. Ebenfalls ausgeschlossen werden Spieler aus Deutschland bei Onlinespielen gegen die Entwickler, die keine Anfragen aus Deutschland annehmen werden. Auch die Zukunft sieht da nicht viel besser aus, da Epic schon jetzt weitere Zusatzinhalte angekündigt hat. Wenigstens eine automatische Aktualisierung des Spiels beim Spielstart ist auch für Spieler aus Deutschland möglich.

Alle besorgten Eltern, die Angst haben, der Sohnemann oder die Tochter könnte Gears of War auf der Xbox 360 spielen, sollten sich mit den Jugendschutzfunktionen des Gerätes vertraut machen und eine entsprechende USK Einstellung in den Systemeinstellungen vornehmen. Wird z. B. eine maximale USK Freigabe von 12 oder 16 gewählt, dann startet das Spiel nicht. Aufgrund der teilweise doch sehr deutlich dargestellten Gewalt (zersägen von Gegnern, Blut klatscht auf den Schirm und Gegner lassen sich in Einzelteile zerlegen) hat das Spiel auf jeden Fall nichts im Kinderzimmer zu suchen. In den USA sehen einige Käufer das Problem zumindest ganz anders, wie Epic-Mitarbeiter berichtet haben. Da haben sich Käufer "nur" über einige Sprachpassagen & Ausdrucksweisen beschwert.

Ausgeliefert wurde Gears of War im November in zwei Fassungen. Neben der normalen Version in der bekannten grünen Xbox-Hülle gab es auch eine Collectors Edition, die von einigen auch liebevoll als Keksdose bezeichnet wurde. Diese Blechbox ist schwarz gehalten und hatte lediglich das Gears-Logo ("Crimson Omen") und eine Prägung des Titels auf der Oberseite. Der Inhalt der Box besteht aus dem normalen Handbuch, einer 48 Stunden kostenlosen Gold-Mitgliedschaft und der Spiel DVD. Als "Bonus" gibt es eine zweite DVD, die einen kleinen Blick hinter die Kulissen ermöglicht und ein wenig das Leben bei Epic und den Rummel um das Spiel zeigt. Unter anderm ist die MTV Sendung "The Race to E3" zu sehen, sowieso ein "Inside Epic" Bericht. Die beiden Datenträger sind allerdings nicht optimal verpackt und wirken auf der Pappe ein wenig wackelig. Außerdem gestaltet es sich etwas fummelig, die Spiel-DVD aus der Box zu bekommen. Zusätzlich gibt es ein Artbook ("Destroyed Beauty"), das einen Blick auf Entwurfsskizzen des Spiels ermöglicht. Dies war aber bereits vor längerer Zeit auch schon im Internet zu sehen. Egal ob sich der Käufer die Importversion hierzulande, aus dem EU-Ausland oder den Staaten besorgt: alle Fassungen von Gears sind vollständig multilingual (Ja Sony, das geht alles auf eine DVD. ;) ). Je nach Spracheinstellung in der Konsole kann der Spieler zwischen der vollständig deutschen Übersetzung & Vertonung und dem englischen Original wechseln.

Deckung ist alles

"Alpha, könnt ihr mich hören?" - "Laut und deutlich", kommt es zurück. Das Ziel wäre also erreicht. Marcus und Dom haben es geschafft. Der letzte der Locust-Seher wurde ausgeschaltet und die Funkübertragungen kommen wieder ungestört durch. Jetzt gilt es nur noch, sich einen Weg zu Alpha zu bahnen, dann können die beiden Teams vereint den Resonator gegen die Locust einsetzen. Viel Zeit zum Planen der weiteren Schritte bleibt jedoch nicht. Eine der angrenzenden Türen zerbricht und während die Splitter noch umherfliegen, stürmen die ersten "Drones" den Raum. Jetzt heißt es flink sein und in Deckung springen, bevor der Charakter im Kugelhagel fällt. Doch zum Glück sind auch noch die Kollegen da. Zwei davon nehmen einen der Angreifer ins Kreuzfeuer, so dass dieser wenig später ausgeschaltet ist. Während sich eine der Drones zurück zieht, bleibt nur noch ein Gegner übrig, der eine unmittelbare Gefahr darstellt. Mit einer Hechtrolle geht es hinter das nächste Sofa. Nur knapp entgeht Markus den Kugeln, doch der Gegner reagiert fix und jagt zwei weitere Schüsse aus der Shotgun in das Möbelstück, worauf einige Splitter und Trümmerteile im Raum umherfliegen. Für einen Moment kehrt Ruhe ein, als der Gegner hinter der nächsten Säule in Deckung geht und mit dem Nachladen der Waffe beginnt. Dies gibt Markus die kurze Gelegenheit, den Feind ein wenig weiter zurück zu drängen. Also schnell die Granate ausgepackt und wenige Augenblicke später kullert diese in Richtung Säule und explodiert. Ist der Gegner erledigt? Mit dem Assault Rifle im Anschlag geht es vorsichtig über die Deckung hinter den nächsten Steinblock. Bislang alles ruhig aus der Richtung, lediglich der letzte Gegner, der aus dem Raum geflüchtet ist greift nun wieder ins Kampfgeschehen ein. Mit einem kurzen Sprint geht es geduckt bis kurz vor die Tür und dann hinter den Rahmen in Deckung. Noch schnell ein Griff zur Shotgun und dann heißt es warten, bis sich der Feind zeigt. Die Granate eines Begleiters sorgt auch gleich dafür, dass der Gegner blitzartig seine Position verlässt und einen verzweifelten Versuch unternimmt, sich vor dem explosiven Objekt in Sicherheit zu bringen. Weit kommt er allerdings nicht, als Markus den Kerl mit der Shotgun erfasst. Auf die kurze Distanz reicht ein Treffer und der Gegner gesellt sich zu den Resten seines Begleiters auf den Fußboden. Damit wäre die Situation also unter Kontrolle…

Doch da hat sich Markus zu früh gefreut. Ein Gegner, der scheinbar von der Granate zerlegt worden war, hat es doch irgendwie geschafft, in Deckung zu gehen und stürmt auf Markus zu. Blitzschnell reißt er die Shotgun herum und verschießt die letzte Ladung. Der Gegner wird zwar nicht ausgeschaltet, doch am Bein getroffen und sackt auf den Boden. Einige Schüsse aus dem Assault Rifle erledigen den Rest. Der Raum ist sauber, nun kann sich das Team auf den Weg zu Alpha machen…

Emergency Day

Gears of War spielt auf dem erdähnlichen Planeten "Sera". Einst hatten die Menschen hier eine glorreiche Zivilisation errichtet, doch die Entdeckung von "Imulsion", das als preiswerter Energieträger genutzt werden konnte, stürzte die Welt in einen langen, langen Krieg. Nach 79 Jahren Krieg bekamen es die Menschen mit einer neuen Bedrohung zu tun und diesmal kam diese aus dem Erdinneren. Die Locust, eine den Menschen bislang unbekannte Rasse, tauchte durch Löcher an die Oberfläche und beseitigte innerhalb kurzer Zeit einen Großteil der verfeindeten Gruppierungen. Dieser Tag wurde als "Emergence Day" bezeichnet. Die wenigen Überlebenden zogen sich zurück an Orte, die durch dicke Granitschichten für die Locust schwer zu erreichen waren. Wer es bis dorthin nicht schaffte, wurde geopfert. Die Coalition of Ordered Governments (COG) setzte orbitale Laserwaffen ein und zerstörte die verbleibenden Überreste der Städte, um die Locust bei ihrem Vormarsch zu verlangsamen. Nach 14 Jahren verzweifelten Kampfes gegen die Alienrasse stehen die Menschen buchstäblich mit dem Rücken an der Wand. Das ist auch der Zeitpunkt für die Befehlshaber, die letzten Reserven anzuzapfen. Markus Fenix, der "Held" des Spiels, der wegen Hochverrats im alten Gefängnis "Jacinto Maximum Security Penitentiary" eingesperrt ist, wird von seinem ehemaligen Freund und Kollegen Dominic Santiago herausgeholt. Wenig später wird der Gefängniskomplex auch schon von den Locust gestürmt. Jetzt liegt es in der Hand des Delta Teams, das Blatt zu wenden und die Locust zurückzudrängen…

Ohne große Einleitung startet die Kampagne des Spiels. Wer die Vorgeschichte, wie hier beschrieben, sehen möchte, der muss leider im Hauptmenü warten, bis diese nach kurzer Inaktivität automatisch abgespielt wird. Nach und nach lernt der Spieler in der Rolle von Marcus neue Begleiter kennen und kämpft in zahlreichen Auseinandersetzungen gegen die Invasoren. Zwar würde die Handlung keinen Innovationspreis erhalten, doch wird sie zumindest sehr stimmig und mitunter auch mit einer Prise Humor bombastisch in Szene gesetzt. Epic fährt in den blendend inszenierten Zwischensequenzen wahre Polygonmassen auf, Rendervideos werden hier nicht mehr benötigt. Von der Beleuchtung, über die Charakterdetails, die Kameraschwenks, -Bewegungen bis hin zu Animationen, Gestik und Sprachausgabe wird einiges geboten und gleichzeitig die Messlatte für zukünftige Shooter in Sachen Präsentation sehr, sehr hoch gelegt. Das sind Momente, da fragt man sich, wann ein Gears of War Film kommen wird. (Zumindest in Deutschland würde der Film wohl nicht erscheinen. ;) ) Der Plot selbst soll an dieser Stelle nicht verraten werden, genauso wenig das Ende. Sicher ist nur, der Kampf gegen die Locust hat gerade erst begonnen und Epic hat viele Möglichkeiten, die Geschichte um Delta Team weiter zu erzählen.

Ein Abenteuer in fünf Akten

Wie sollte es auch anders sein: Gears of War beginnt mit einem kleinen Tutorial. Hier ist die erste Aufgabe des Spielers, aus dem Gefängnis zu flüchten ,während die ersten Locust überall auftauchen. Allerdings haben die Entwickler auch daran gedacht, dass nicht jeder das Tutorial spielen will oder dies schon einmal gespielt hat. Entsprechend stehen zwei unterschiedliche Wege durch den ersten Teil des Levels zu Auswahl. Nach einer erstaunlich kurzen Einarbeitungszeit geht das Gameplay dann auch in Fleisch und Blut über. Ist die Flucht aus dem Gefängnis erst einmal gelungen, beginnt der eigentliche Kampf gegen die Locust. Während sich Markus mit seinen Begleitern durch die teilweise stark verwüstete Oberfläche von Sera kämpft, kommt es auch immer mal wieder zu kurzen Zwischensequenzen und Änderungen am aktuellen Missionsziel. In den fünf Akten besucht der Spieler zahlreiche unterschiedliche Schauplätze. Neben den diversen Gebäuden und Straßenschluchten steht auch ein Abstecher in eine Fabrikanlage und ein Kampf auf einem fahrenden Zug auf dem Programm. Marke Indiana Jones geht es mit einem Minenkarren über ein Gleissystem, während die Feinde einen aufs Korn nehmen oder der Spieler kämpft gegen die Dunkelheit. Im Dunkeln gibt es neben den eigentlichen Locust auch noch die Kryll, fliegende Feinde, die in der Dunkelheit blitzschnell ein Ziel erfassen und jedes Lebewesen in Sekunden zerfleischen. Ein ganzer Akt dreht sich um das nächtliche Vorankommen, wobei immer wieder Wege gefunden werden müssen, die ausreichend beleuchtet sind. Zur Not müssen Fässer in Brand geschossen oder der Weg zum nächsten Lichtschalter gefunden werden. Gerade im Coop-Modus ist eine sehr interessante Passage dabei, in der Markus seinen Begleiter mit einem Scheinwerfer Deckung geben und damit die Kryll vom Hals halten muss, während sich der Begleiter Dom durch die Locust-Horden einen Weg zum Lichtschalter zu bahnen hat. Sich gegenseitig Deckung zu geben ist jedoch nicht nur in solchen Situationen sehr wichtig, sondern auch an einigen Weggabelungen. An einigen - leider nur sehr wenigen - Stellen verzweigt sich der Weg zum Ziel und das Delta-Team teilt sich auf. Während sich das eine Team also beispielsweise einen Weg um das Haus herum bahnt, kämpft sich das andere durch den zweiten Stock des angrenzenden Gebäudes. Allerdings geht es nicht immer nur stetig voran. Teilweise gilt es eine Position zu halten oder ein Zielgebiet von Feinden zu säubern, damit das nächste Zwischenziel erreicht wird. Mitunter wechselt die Aufgabe auch. Gilt es zuerst noch die Position des Feindes zu erobern, dann kann im Anschluss gleich gezeigt werden, dass die eigene Verteidigung den Ansturm der nun angreifenden Feinde widerstehen kann. Hier lässt sich auch der Hauptkritikpunkt am Leveldesign ausmachen. Auch Gears of War erfindet das Leveldesign nicht neu oder stellt den Spieler vor große Wahlmöglichkeiten. Es ist mindestens genau so ein "Schlauch-Spiel" wie ein Half Life 2. Die "epische Größe" und "erkundungsfreudige Welt" wie in Unreal wird hier nicht geboten. Jedoch schaffen es die Entwickler sehr eindrucksvoll dies zu verbergen, doch dazu mehr beim Punkt Präsentation.

Bei Gears of War geht es zwar schlicht von Raum zu Raum, doch die negativen Auswirkungen auf den Spielspaß sind gar nicht mal so groß wie bei anderen Spielen. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass sich das Gameplay erfreulicherweise vom Shootereinheitsbrei abhebt und jeder Bereich andere Herausforderungen stellt. Wer stirbt, der macht etwas falsch. Bei Gears of War bedeutet dies ganz konkret, dass das wichtigste Feature, die Deckung, nicht ausreichend genutzt wurde. Überall im Spiel, in jedem Level, jedem Raum und selbst auf freien Flächen, befinden sich zahlreiche Objekte und Gegenstände, hinter denen der Charakter in Deckung gehen kann. In jedem "Raum" erwartet den Spieler somit eine ganze andere Konstellation an Deckungsmöglichkeiten, die geschickt und taktisch klug genutzt werden müssen. An genau dieser Stelle kompensieren die Entwickler das lineare Leveldesign auch wieder, indem sie für sehr viele unterschiedliche Kampfschauplätze gesorgt haben, bei denen auch unterschiedliche Strategien zum Erfolg führen. Abhängig vom Schwierigkeitsgrad und dem Spielmodus (Einzelspieler oder Coop) spielt sich eine Passage meist auch ein wenig anders. Dank der zahlreichen und fair verteilten Checkpoints wird der Spieler vor merklich unterschiedliche Herausforderungen gestellt. Je nachdem, ob sich das Team einen Weg durch den mit Feinden gefüllten Hof bahnen muss, in einer engen Gasse einige stärkere Gegner mit Raketenwerfern entgegen kommen oder der Roboter Jack beim Öffnen einer verschlossenen Tür beschützt werden muss, Herausforderungen gibt es in den unterschiedlichsten Varianten.

Lerne zu überleben

Zu lernen, wie man in der Welt von Sera überlebt, ist der Kernaspekt des Spiels. Hier bringt es nichts wild in den nächsten Raum zu stürmen und auf die Feinde zu ballern. Deckung ist das A und O des Gameplays. Gerade auch, weil die Gegner die Deckung ebenso gut zu nutzen wissen. Verstärkt wird dies durch das automatische Heilungssystem. Ähnlich wie in Call of Duty 2 gibt es keine Heilpacks in den Leveln. Wird der Spieler getroffen, dann taucht ein immer besser sichtbarer, roter Kreis auf, der nach kurzer Zeit langsam wieder verblasst. Doch verleitet das "Zeichen", das sich genau in der Mitte des Schirms befindet, auch dazu, dass man dennoch angreift, weil das Fadenkreuz normalerweise nur zu sehen, wenn über Kimme und Korn gezielt wird. Da das Zeichen jedoch in der Bildschirmmitte ist, kann daher wunderbar "blind" aus der Deckung heraus auf eventuelle Angreifer geschossen werden und es als Faenkreuzersatz genutzt werden.

Im Kampf gegen die zahlreichen Gegner stehen dem Spieler sehr unterschiedliche Waffen zur Verfügung. Zum einen gibt es normale Schusswaffen, wie sie schon in etlichen anderen Shootern zu sehen waren: Pistole, Shotgun, Maschinengewehr, Raketenwerfer und Sniper. Zum anderen bietet Gears of War jedoch auch einige "etwas andere" Feuerwaffen. So kann mit dem "Hammer of Dawn" (zu deutsch "Hammer der Morgenröte") ein Energiestrahl aus einem orbitalen Geschütz angefordert werden, allerdings nur, wenn das Wetter mitspielt. Dieser Strahl vernichtet jeden Feind, der getroffen wird und kann sogar noch gelenkt werden. Außerdem wandert im späteren Spielverlauf der "Torquebow" ins Waffenarsenal. Dieser Bogen verschießt explosive Pfeile, die zuerst noch einige Sekunden im Opfer stecken und mit Verzögerung explodieren, wodurch die jeweilige Zielperson bzw. die Reste davon, in kleinen Häppchen umherfliegen. Allerdings dauert es eine Weile, bis der Bogen maximal gespannt ist und acht Sekunden später wird der Pfeil auf jeden Fall abgeschossen. Gerade KI Gegner mit dieser Waffe, die Theron Guards, sind extrem treffsicher. Um sich im Kampf einen kleinen Vorteil zu verschaffen gilt es außerdem, das "Active Reloading" zu beherrschen. Wenn die Waffe nachgeladen wird, dann erscheint am oberen rechten Bildschirmrand ein Balken, worauf sich eine Markierung nach rechts bewegt und den Nachladestatus anzeigt. Hier gilt es im richtigen Moment, wenn die Markierung im "weißen Bereich" ist, kurz auf den Nachladebutton (RB) des Gamepads zu tippen. Schafft es der Spieler, dann ist das Nachladen schneller abgeschlossen und es gibt einen kleinen Schadensbonus für das neue Magazin. Wird allerdings im falschen Moment die Taste gedrückt, dann klemmt die Waffe und es wird deutlich länger zum Nachladen benötigt. Was sich kompliziert anhört, geht in der Praxis schon nach kurzer Zeit recht gut und locker von der Hand. Die sicherlich umstrittenste Waffe in Gears of War ist die Kettensäge. So mancher Shooter-Spieler kennt die Säge schon aus diversen id-Software-Titeln. Epic ging jedoch ein wenig weiter und montierte die Kettensäge kurzerhand an das Assault Rifle. Während den Feinden auf Entfernung Kugeln um die Ohren fliegen, geht im Nahkampf der Finger schnell zum Anlasser, um ihn kurzerhand zwei Gegner zu verwandeln. Gegner können jedoch nicht nur "geteilter Meinung" sein, sondern auch durch gezielte Treffer in die Beine zu Boden sinken. Neben zwei schweren Waffen und einer Pistole kann der Charakter außerdem noch bis zu vier Granaten mit sich herumschleppen. Anhand einer "Wurfvorschau" kann ganz genau der Abwurfwinkel bestimmt werden. Diese explosiven Grüße lassen sich nicht nur gegen die Feinde verwenden, sondern auch die "Emergence Holes" (Austrittslöcher) lassen sich durch die Explosion frühzeitig wieder verschließen. Gerade auf den höheren Schwierigkeitsstufen macht es schon einen Unterschied, ob der Spieler hier schnell handelt und das Loch wieder schließt oder erst zahlreiche Gegnerwellen daraus an die Oberfläche krabbeln.

Dom und Markus gegen die Locust

Nach etwa 10 bis 12 Stunden packender Action, herausfordernder Kämpfe und interessanter Zwischengegner ist der Einzelspieler-Modus jedoch leider viel zu früh vorbei. Gerade der letzte Akt wirkt arg kurz. Das Ende ist jedoch so offen gehalten und der Verkaufserfolg von Gears of War so groß, daß es sicher eine Fortsetzung geben wird.

Im Spiel ist es jederzeit möglich, den Schwierigkeitsgrad zu ändern. Daher sollten alle Spieler, die schon ein wenig Erfahrung mit einem Shooter auf der Konsole und dem Gamepad in der Hand haben, den mittleren Schwierigkeitsgrad (Hardcore) wählen. "Insane" kann jedoch erst gespielt werden, wenn das Abenteuer einmalig durchgespielt wurde. Auf dieser Spielstufe haben die Gegner merklich mehr Trefferpunkte, teilen ordentlich aus und der Spieler läuft gleichzeitig mit 50% weniger Lebenspunkten durch die Welt. Insgesamt ist das Spiel recht fair und ausgewogen, lediglich an zwei Stellen hat sich eine kleine Hürde eingeschlichen, an denen der Durchschnittsspieler einige Versuche benötigen wird. Eine davon ist die Eroberung einer unterirdischen Anlage, die von zahlreichen Theron Guards verteidigt wird. Doch im schlimmsten Fall kann auf Hilfe in Form eines zweiten, menschlichen Mitspielers zurückgegriffen werden. Gears of War ermöglicht es zwei Spielern, die komplette Kampagne zu absolvieren. Der andere Spieler kann dabei an jeder beliebigen Stelle des Spiels einsteigen. Zusammen als Team macht es dann auch gleich noch mehr Spaß, den Kampf gegen die Locust aufzunehmen. Eine kleine Schattenseite hat der Coop allerdings auch. An den Stellen, an denen es zwei mögliche Wege im Level gibt, trennen sich die beiden menschlichen Spieler voneinander. Stirbt nun einer der beiden, dann heißt es sofort Game Over (Wie auch im Einzelspielermodus.). Da die beiden Spieler nämlich getrennt vorgehen, hat der Kollege nicht die Möglichkeit, dem gefallenen Mitspieler wieder "auf die Beine" zu helfen, was an allen anderen Stellen im Coop reibungslos funktioniert. Während Insane im Coop gar nicht mehr so schwer ist, sind die kurzen Passagen alleine dafür umso herausfordernder.

Die Widersacher in Gears of War bestehen aus den unterschiedlichsten Locust. Diese Aliens gibt es in mehreren Varianten und Bewaffnungen. Neben "Fußtruppen" gibt es fliegende Gegner, kleine flinke, springende Angreifer und einige größere und dickere Brocken in Form von Zwischengegnern, die sehr eindrucksvoll geraten sind. Diese lassen sich nur mit einer bestimmen Strategie klein kriegen, wobei insbesondere die Kämpfe gegen blinde Berserker für ein fesselndes Spiel sorgen, da sie durch Geräusche angelockt und nicht mit normalen Waffen besiegt werden können. Trotz der nicht so umfangreichen Einzelspielerkampagne wäre es allerdings durchaus schön gewesen, etwas mehr Abwechslung bei den Gegnern zu haben. Persönlich war ich primär darüber enttäuscht, dass ein besonders großer und gefährlicher Locust - eher eine wandelnde Festung, die auch schon in Videos zu sehen war - lediglich kurz in einer Zwischensequenz auftaucht. Der Gegner hätte durchaus den Endgegner ersetzen können und wäre das Tüpfelchen auf dem "i" gewesen.

Die Gegner KI ist überwiegend recht ordentlich ausgefallen. Die Feinde gehen in Deckung, arbeiten sich langsam vor, versuchen dem Spieler in die Flanke zu fallen und können, wenn es nicht optimal für sie ausschaut, auch den Rückzug antreten und formieren sich weiter weg wieder neu. Auch den Umgang mit den Granaten beherrscht die künstliche Intelligenz und kann auch davor in Deckung gehen. Zwischendurch fallen jedoch auch immer mal wieder kleine Aussetzer auf. Da bleibt der Feind seelenruhig hinter seiner Deckung stehen, wenn der Spieler von der Seite ankommt oder die CPU verhält sich mitunter erstaunlich passiv. Die "Theron Guards" sind zwar dank der Armbrust eine wirklich ernst zu nehmende Gefahr, doch wenn sie den Spieler nicht anvisieren können, dann bringen sie sich auch gerne selber um. Der größte Kritikpunkt geht an die Begleiter. Sie laufen zwar insgesamt völlig eigenständig mit durch die Level, doch hat die KI hier öfters Aussetzer als die der Feinde. Recht häufig agieren die Soldaten leichtsinnig und sind ein gefundenes Fressen für die angreifenden Locust. Hinzu kommt, dass die eher rudimentären Befehle (Angreifen, Formieren & Feuer einstellen) nicht immer ausgeführt werden. Dies hängt jedoch vom Level bzw. der Levelpassage ab. Da scheint es in einigen Abschnitten Probleme bei der Wegfindung bzw. der Platzierung der Wegpunkte zu geben. Ärgerlich ist es eigentlich nur an einer etwas haarigeren Stelle (Ende Akt 3), an der man eher auf "Glück" statt KI hoffen muss. Leider hat es Epic auch nicht für nötig gehalten, den Offline-Zockern Bots an die Seite zu stellen. Nach Unreal Tournament bzw. Unreal Championship ist es schon enttäuschend für die Spieler, die von Epic einen anderen, besseren Standard gewohnt waren.

Mehr als nur ein Einzelspieler-Game

Ist der Kampf gegen die Locust schließlich gewonnen, das letzte Secret in den Maps gefunden und der Coop-Modus mehr als ausgiebig gespielt worden, dann bietet Gears of War auch noch einen teambasierten (Locust vs. COG) Mehrspielermodus, der von den Spielern bislang überwiegend sehr positiv aufgenommen wurde. Natürlich gibt es auch in Gears die ewigen Streitereien, dass bestimmte Waffen zu stark oder schwach ausfallen und einige Multiplayermatches unter Lags leiden. Meist liegt dies jedoch an den Spielerkonstellationen aus den USA, Europa und Japan, sowie Leuten, die mit einer oder zwei MBit-Leitung versuchen, ein Spiel zu hosten. Im privaten Spiel mit Freunden und guter DSL-Anbindung des Spielleiters sind jedoch sehr unterhaltsame, spaßige und erstaunlich taktische Partien möglich. Ausgetragen werden die Kämpfe dabei auf zehn Mehrspielerkarten, wobei Spieler außerhalb Deutschlands sich zwei weitere, kostenlose Maps über den Xbox Live Marktplatz runterladen können. Die Schauplätze im Mehrspielermodus sind an Passagen aus dem Einzelspielermodus angelehnt bzw. in einigen Teilen direkt übernommen. Wer jedoch auf große Schlachten mit zahlreichen Mitspielern hofft, wird enttäuscht. Im Mehrspielermodus konzentriert sich das Spiel auf kleine Teams, bestehend aus jeweils maximal vier Personen. Entsprechend sind die Karten auch recht klein gehalten und - grob gesagt - in drei Zonen unterteilt. Die beiden Startgebiete sind sehr ähnlich gehalten und im Abschnitt dazwischen werden die Kämpfe ausgetragen. Hier gilt es jeweils möglichst als Team vorzugehen, sich gegenseitig Deckung zu geben und - in Gears of War ganz wichtig - gefallenen Kameraden wieder auf die Beine zu helfen. Sicherlich, wenn ein Spieler von der Kettensäge erfaßt wurde, dann hilft nichts mehr, doch ansonsten sackt ein Charakter in vielen Fällen erst einmal auf den Boden. Mit einem sogenannten "Curb Stomp" gilt es den Gegner endgültig ruhig zu stellen, damit das andere Team dem Charakter nicht wieder auf die Beine helfen kann. Je nach Spielmodi kommt dem "Wiederbeleben" der eigenen Truppe große bis sehr große Bedeutung zu. In "Warzone" gilt es einfach, das gegnerische Team vollständig zu Eliminieren. Entweder müssen die Feinde also mit explosiven Waffen in die Luft gesprengt werden, am Boden dahinscheiden oder mit einem finalen Angriff "ausgeschaltet werden". Zusätzlich gibt es als Variante noch "Execution". Dieser Spielmodus lehnt sich stark an "Warzone" an, allerdings müssen die gegnerischen Spieler hier mit einem Nahkampfangriff endgültig aus der aktuellen Runde geworfen werden. Ansonsten rappelt sich der Spieler nämlich nach der "Ruhephase" wieder auf (statt zu sterben) und greift erneut ins Kampfgeschehen ein, wenn er nicht schon vor dem Ablauf der "Zeit" von einem Teamkameraden wieder aufgepäppelt wird. Der dritte und letzte Spielmodus ist "Assassination". Hier hat jedes Team (COG und Locust) einen Anführer, der jeweils ausgeschaltet werden muss. Damit sich der Anführer jedoch nicht einfach nur in einer dunklen Ecke verkriecht, können die Mitspieler eines Teams nur die Waffen aufnehmen, die vom Anführer schon einmal in der aktuellen Runde aufgenommen wurden.

Bombastpräsentation

Wie schon im ersten Teil des Reviews kurz bei der Hintergrundgeschichte angesprochen: Die optische Gestaltung von Gears of War stellt alles in den Schatten, was Spieler bisher auf dem PC oder einer Konsole gesehen haben. Dank Unreal Engine 3 fährt Epic hier einen optischen Shooter der Extraklasse auf, der zumindest im Moment das Optimum in Sachen Grafik darstellt. Egal wohin der Spieler schaut, überall haben die Entwickler sehr hohe Polygonmassen und die unterschiedlichsten technischen Spielereien eingebaut, um eine durchweg sehr stimmig und bedrückende Welt zu schaffen. Gerade durch die sehr schöne Ausschmückung der Areale wirkt die lineare Welt längst nicht so stark begrenzt, wie in anderen Spielen. Allgemein haben sich die Leveldesigner darum bemüht, den Spieler durch natürliche Begrenzungen auf dem rechten Weg zu halten. Da blockieren Trümmer den Weg, Abgründe verhindern ein Weiterkommen oder ein Zaun (und keine Glaswand) grenzt das Areal ein. Alles was der Spieler im Hintergrund sieht, alles was als Dekoration um den "Raum" herum zu sehen ist, besteht aus Polygonen und sehr aufwendig gestalteten Hintergründen und nicht aus Bitmaps. Sehr beeindruckend sind auch die unterschiedlichen Models, die nicht nur umwerfend aussehen, sondern dank Motion-Capture auch exzellent mit der Umwelt interagieren. Dazu kommen blendend inszenierte Zwischensequenzen, die Renderfilmen kaum noch nachstehen und für die besonders hochauflösende Charaktermodelle verwendet werden. Außerdem ist es egal, ob sich der Spieler allein oder mit einem Kumpel im Split-Screen-Coop durch die Level ballert, Gears of War läuft ohne merkliche Performanceeinbrüche oder Minimierung der Details im Splitscreen. Dazu kommt noch, dass der Spieler - abgesehen vom Laden eines Spielstandes / Checkpoints - keinen Ladeschirm zu Gesicht bekommt. Die gesamte Welt wird dynamisch im Hintergrund von der DVD nachgeladen. Lediglich vor oder nach einer Zwischensequenz ist der Schirm kurz eine Sekunde dunkel oder es kann beim Nachladen zu einem kurzen Stocken (halbe Sekunde bis Sekunde) kommen. Teilweise, wenn das Laufwerk nicht ganz so fix war, dann kann es auch mal vorkommen, dass im Hintergrund erst noch eine niedrig aufgelöste Textur angezeigt wird, die sich einen Augenblick später erst in die High-Res-Variante verwandelt. Kritikpunkte gibt es trotzdem: Zum einen wirken die Innenabschnitte in Gebäuden ein wenig eintönig und etwas "schlampig" ausgestattet, durch zahlreiche Decos, die sich öfters wiederholen. Zum anderen wirkt das Blut im Spiel ein wenig komisch und passt nicht so ganz zum sonst so "realistischen" Look des Spiels. Wie fast jeder Shooter oder jedes Actionspiel, so bietet auch Gears of War eine Physikengine, die sich darum kümmert, dass unter anderem die Gegner ansehnlich von der Granate durch die Luft geschleudert werden. Allerdings hapert es ein wenig bei Kollision mit Leichen auf dem Boden. Laufend kommt es vor, dass die Körper am Spielcharakter kurzzeitig "kleben bleiben" und herumgeschleift werden, als wäre der Spieler in einer Plastiktüte hängen geblieben. Am Ende von Akt drei gibt es außerdem eine etwas unschöne, unsichtbare Kollisionszone zwischen einer Kiste und einer Wand. Ärgerlich ist dies insbesondere deswegen, da man an genau dieser Stelle gerne die Deckung hinter der Kiste nutzen würde, aber nicht gleichzeitig gegen die unsichtbare Barriere und die Gegner ankämpfen kann.

Der orchestrale Soundtrack ist durchweg sehr stimmig, sorgt für eine packende Atmosphäre und passt sich gut dem Spielgeschehen an, so dass auch immer recht schnell klar ist, ob ein Bereich von Feinden gesäubert wurde. Auch die restlichen Soundeffekte sind sehr ordentlich und die Waffen vermitteln einen guten "Rums", wenngleich es ansonsten doch meist recht still in der Welt ist. Dank mehrsprachiger Version kann jeder Spieler die Version wählen, die er haben möchte. Das englische Original ist dabei eine ganze Ecke gelungener, wenngleich die Sprecher in der deutschen Version auch nicht so schlecht sind. Vielmehr sind einige Übersetzungen ein wenig komisch und kommen nicht so "lässig" rüber, wie im Original. Auch wenn die Charaktere keine Opern erzählen, so sind es die kurzen und knackigen Kommentare, die für eine recht stimmige Präsentation sorgen.

Erwähnenswert ist auch die Steuerung des Spiels. Gears orientiert sich zwar überwiegend am Genrestandard der 3rd-Person-Actionshooter in Bezug auf Bewegung, Ansicht und Interaktion, doch hat es Epic außerdem sehr gut hinbekommen, das Deckungssystem mit auf die Gamepadbelegung zu packen. Eine Taste und entsprechende kleine Icons im Spiel sorgen dafür, dass alle Aktionen leicht und bequem ausgeführt werden können. Der Spieler soll in Deckung hechten? Einfach die A-Taste und die Richtung zur Deckung drücken. Aus der Deckung geht es durch einen weiteren Druck auf die A-Taste. Ansonsten bleibt der Charakter dahinter stehen. Je nach Bewegung und Druck auf die A-Taste werden entsprechende weitere Aktionen ausgeführt. Die Spielfigur soll über die Deckung klettern? A und nach vorne drücken. Ein SWAT-Turn zur Seite in die nächste Deckung? Einfach nach links / rechts und A drücken. Nach sehr kurzer Eingewöhnungszeit ist man "im Spiel" und kann sich auf den eigentlichen Ablauf konzentrieren. Aktionen wie "Active Reloading" (im richtigen Augenblick der Nachladeanimation die Nachladetaste drücken), Feuern, Gegner anvisieren, etc. gehen ganz automatisch und locker von der Hand. Nach kurzer Eingewöhnung ist es auch kein Problem, Feinde im Lauf am Bein zu treffen, so dass diese zu Boden sinken. Sollte es mal notwendig sein, eine kurze Strecke im Laufschritt zurück zu legen, so kann der Charakter auch sprinten. In diesem Modus rennt der Charakter geduckt und die Kamera "wackelt" sehr eindrucksvoll hinterher, wie es aus Filmen bekannt ist. Ein kleines Problem gibt es dann allerdings doch noch. Zum Springen muss die A-Taste gedrückt gehalten werden, was leider dafür sorgt, dass der Charakter sehr leicht an einem Hindernis in Deckung geht, da A ja auch dafür verwendet wird.

Meinung

Drei Millionen Käufer, unzählige Auszeichnungen und der Status "aktivstes Xbox Live Spiel" können eigentlich nicht irren, oder? Gears of War hat es nicht leicht gehabt. Der Hype im Vorfeld war unglaublich und es hätte ein großer Reinfall werden können. Epic hat sicherlich keine Revolution entwickelt und auch keine neue Art von Spiel auf den Markt gebracht. Trotzdem ist das Gesamtpaket am Ende für Actionspieler mehr als stimmig. Gears ist zwar "nur" ein Shooter und sicherlich einer, der nichts in den Händen von Kindern zu suchen hat, doch gleichzeitig ist Gears auch mehr. Das Deckungssystem funktioniert ausgezeichnet und Kleinigkeiten wie das Nachladen der Waffen sind sehr schöne Feinheiten und interessante, neue Features im Shooterbereich. Auch wenn Epic mit der Handlung eher an der Oberfläche, ist die Präsentation aber mehr als stimmig. Die düstere Welt von Sera läßt den Spieler schnell ins Geschehen eintauchen und er wird dabei bestens unterhalten. Storyhäppchen, coole Sprüche, packende Kämpfe und sehr gelungene Überraschungen fesseln vor dem Bildschirm. Das grafische Gesamtpaket ist bombastisch und der Coop-Modus ist etwas, das jeder gespielt haben sollte. Leider ist das Abenteuer recht schnell vorbei, der Langzeitspaß liegt hier im Mehrspiermodus. Gewillte Käufer sollten hier aber ganz klar überlegen, ob es ihnen Spaß macht, mit kleinen Teams auf überschaubaren Maps gegeneinander anzutreten. Epic hat zumindest schon weiteren Content in Aussicht gestellt und es wäre durchaus nett für Mehrspieler-Matches im kleinen Kreis, im LAN oder Offlinespieler, Bots nachzureichen. Volljährige Spieler bekommen insgesamt mit Gears of War den momentan sicherlich schönsten und in Deutschland umstrittensten Shooter. Für Xbox 360 Besitzer ist das Spiel zurzeit sicherlich das "neue Halo" für die nächste Generation der Microsoft-Konsole.


Geschrieben am 26.02.2007, Testkonfiguration: Xbox360
 



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