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Rückseite ]

Info
Autor 3
 1
 1.5
 1.5
Gesamt (2 votes) 3
 1.2
 1.5
 1.7
Name:Full Pipe
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2010/07
Publisher: Daedalic Entertainment
Entwickler: Pipe Studio
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 500Mhz, 128MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 630 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista/Windows7, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Bemerkung: Auch als Downloadversion
Full Pipe (review von nali_warcow)

Manche Dinge brauchen etwas länger. Nachdem das Spiel "Full Pipe" vor knapp 4 Jahren auf Steam veröffentlicht wurde, kommt nun 2010 eine Ladenversion des abgedrehten Puzzlespiels in den Handel. Ob sich ein Kauf noch lohnt oder ein Griff zu Alternativen, wie das Ende letzten Jahres veröffentliche Machinarium, nicht die bessere Wahl darstellt, soll das folgende Review zeigen.

Wie schon angesprochen, gibt es nicht nur eine Ladenfassung von Full Pipe, Downloadspieler können den Titel bereits für knapp 5€ über Steam erwerben. Die hier getestete Ladenversion gibt es dagegen für 19,99€ beim Softwarehändler des Vertrauens. Verpackt ist die DVD-Box in einem kleinen Pappschuber mit Klappcover. Enthalten ist ein achtseitiges Farb-Handbuch, das Installation und grundlegende Steuerung erklärt. Dazu bekommt der Käufer ein kleines Poster (mit zwei Motiven) und die Spiel-CD, die neben der Vollversion auch eine Machinarium-Demo beinhaltet. Nach der Installation von etwa 660MB ist der Datenträger im Laufwerk nicht mehr notwendig.

Flucht aus dem Keller-Labyrinth

Die Handlung von Full Pipe ist schnell erzählt: Dude liegt in seinem Bett, als plötzlich von unten eine Hand hervorkommt und sich einen der beiden Pantoffeln schnappt. Durch das Loch im Boden folgt Dude dem Dieb, der Diebstahl ist schnell vereitelt, doch wie kommt der kleine Kerl wieder zurück ins Bett? Das ist die Aufgabe des Spielers und der Weg führt quer durch das Rohrlabyrinth im Keller unter dem Haus. Zwar trifft Dude im Spielverlauf auf allerlei kuriose Wesen, aber Dialoge gibt es genauso wenig, wie weitere Handlungselemente. Lediglich Minispiele und Knobelaufgaben stehen bis zum Abspann auf dem Programm.

Tauschen, Kombinieren und Klicken

Aber nicht nur in Bezug auf Handlung bzw. das Fehlen selbiger unterscheidet sich Full Pipe von anderen Adventures, denn auch das Gameplay geht mitunter einen leicht anderen Weg. Gerade in den ersten Spielabschnitten stellt der Tausch von Gegenständen mit anderen Bewohnern der Röhrenwelt ein zentrales Spielelement dar. Auf dem Weg wird Gegenstand A gegen Gegenstand B getauscht, Gegenstand A "umgeformt" (aus einem Schuh wird beispielsweise ein Schuh in einer Blase) oder es erfolgt ein Rücktausch, da "alte Gegenstände" plötzlich wieder benötigt werden. Kleinere Skizzen an den Wänden geben zwar in den einzelnen Räumen grobe & vage Hinweise, viele Aufgaben lassen sich allerdings eher durch Ausprobieren lösen, statt Köpfchen. Nach dem Lösen der ersten Aufgaben stößt der Spieler beispielsweise auf einen Charakter, der einen Gegenstand bräuchte, um eine höher gelegene Luke zu erreichen. Jetzt gilt es sich "zu erinnern", dass einer der ersten Gegenstände eine Schublade war, die man einem Wesen im Tausch gegen eine Brille gegeben hat. Allerdings hat man die Brille (zusammen mit zwei anderen Gegenständen) einem anderen Wesen zu "Fressen" gegeben. Um an das Gefressene wieder ranzukommen, wird noch ein Gegenstand benötigt, der schon an einer anderen Stelle verwendet wurde und dann ist es Glückssache, welchen der drei Gegenstände das Wesen im Tausch wieder ausspuckt. Ist es nicht die gewünschte Brille, dann muss erst wieder ein Rücktausch erfolgen. Es passt zwar, wenn man sich den Lösungsweg im Nachhinein anschaut, alles irgendwie zusammen, aber es liegt doch eher etwas abseits des Gedankenweges, den man sonst bei Adventures verfolgt.

Doch nachdem die ersten Anfangspassagen überwunden sind, gibt es auch einige stimmigere Rätsel, die eher an klassische Adventurekost erinnern. So gilt es beispielsweise den Füllstand für einen Pool richtig zu verändern, Gegenstände sinnvoll zu kombinieren und kleine Mechanismen richtig zu verwenden. Obwohl die Röhrenwelt mit der Zeit immer größer und umfangreicher wird, bleiben die "Rätsel" doch überwiegend recht dicht beieinander. Nach und nach wird der Zugang zu neuen Bereichen (Ebenen) frei und fast immer lassen sich die Aufgaben lösen ohne das jeweilige "Stockwerk" zu verlassen. Lediglich kurz vorm Ende gibt es noch eine unschöne Kombination aus "alte Gegenstände werden benötigt" und "Gegenstände müssen aus dem Anfangsgebieten besorgt werden".

Als kleine Auflockerung gibt es - im etwa vierstündigen Spielablauf - zudem einige Minispiele. Per Mausklick gilt es im richtigen Moment Hindernisse zu überspringen, kleine Wesen per Wippe in ein Glas zu katapultieren, Steine im richtigen Winkel und Stoßkraft zu werfen oder Geschosse zu reflektieren, um einige der acht Klickspielchen zu nennen. Da Dude nicht sterben kann, sondern höchstens in den letzten Bildabschnitt zurückgedrängt wird, kann der Spieler ganz beruhigt alle Aufgaben angehen. Lediglich in einem Fall gegen Ende des Spiels steht ein kleiner Umweg an, wenn der Spieler etwas langsam reagiert.

Präsentation

Gelungener ist die Optik von Full Pipe ausgefallen. Die Hintergründe sind stimmig und detailliert ausgefallen und passen wunderbar zur bizarren Welt des Spiels. Während bei den Kulissen auf Renderbilder zurückgegriffen wurde, so sind die unzähligen und abgedrehten Wesen im Comic-Stil gehalten, was zwar in Bezug auf Details starke Unterschiede erkennen lässt, aber insgesamt recht gut miteinander harmoniert und dem Spielspaß keinen Abbruch leistet. Ärgerlich ist es da schon für Besitzer größerer Monitor, dass der Titel lediglich 800 x 600 Bildpunkte unterstützt. Selbst Netbook-User verwenden heutzutage höhere Auflösungen. Alternativ lässt sich der Titel aber auch im Fenstermodus spielen. Da Full Pipe weder über eine Handlung(spräsentation) noch über Dialoge verfügt und in der Röhrenwelt auch nicht so viele Geräusche zu hören sind, gibt es nahezu ausschließlich Beschallung durch den Soundtrack. Geboten werden dabei unterschiedliche, stimmige Tracks vom Rausches des Wassers bis hin zu Jazz-Klängen, wobei jeder Raum eine individuelle Untermalung bekommen hat. Der Soundtrack liegt zwar leider nicht als Audio-CD bei, ist aber zumindest als OGG-Datei im Spielverzeichnis zu finden. Typischerweise erfolgt die Steuerung von Full Pipe über die Maus, wobei die Tastatur für hilfreiche Shortcuts ebenfalls verwendet werden kann. In bekannter Art und Weise wird der Charakter durch die Welt gesteuert, wobei der Cursor entsprechend angibt, ob der Charakter an die Stelle gehen kann oder welche Interaktion möglich ist. Zum schnellen Orts- bzw. Raumwechsel kann auch jederzeit auf eine handliche Karte zurückgegriffen werden, worauf alle Räume verzeichnet sind, die schon einmal aufgesucht wurden. Umständliche oder lange Laufwege entfallen somit. Ein wenig irritierend ist es jedoch, dass die kleinen Vorschaubilder auf der Karte nicht immer den tatsächlichen Rauminhalt zeigen, sondern mitunter Charakter / Aktionen, die dort erst noch erscheinen / gemacht werden müssen bzw. auch Figuren angezeigt wurden, die gar nicht mehr da sind. Etwas ärgerlich ist es schon, dass einige Interaktionsbereiche zu klein gefasst sind bzw. nicht ganz das Objekt umschließen. Abgesehen von einer Stelle, wo Interaktionspunkt und Ausgang sehr dich beieinander lagen, war die Steuerung ansonsten lediglich bei einigen Minispielen nicht optimal, da hier die Bedienung nicht wirklich locker von der Hand ging (Schaukel) und auch ein wenig Glück (Kugel durch pendelnde Objekte feuern) gefragt war.

Meinung

Full Pipe macht es einem nicht einfach. Es ist kein Myst, wo unbekannte Maschinen bedient werden müssen und es Renderwelten zu durchforsten gibt. Es ist aber auch kein Adventure, wo man durch eine Handlung hineingezogen wird oder die Rätsel die motivierende Kraft darstellen. Wenn, dann liegt die Faszination im Bereich der Optik, des Settings (was sich allerdings auch selbst stark limitiert) und den skurrilen Bewohnern der unterirdischen Welt. Ob einem allerdings das Gameplay zusagt, daran werden sich die Geister der potentiellen Kunden auf jeden Fall spalten. Als Hilfestellung gibt es eine Karte, einige Kritzeleien im Hintergrund und danach heißt es ausprobieren. Mit Logik lassen sich zwar einige Aufgaben lösen, aber vieles geht in Richtung ausprobieren und selbst dann ist die Spielzeit noch kurz. Insbesondere in Anbetracht der 20€ für die Ladenversion muss sich Full Pipe doch jedoch weiter hinten im Wertungsspektrum einordnen. Stimmiger, runder, abwechslungsreicher und mit besseren Knobelaufgaben gibt es für ein paar Euro mehr das Spiel Machinarium.


Geschrieben am 17.08.2010, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
 



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