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Rückseite ]

Info
Autor 5
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Gesamt (5 votes) 3
 1.3
 1.1
 1.3
Name:Feuerwache - Mission: Leben retten
Genre: Echtzeitstrategie
Produkt: Vollversion
Release: 2006/08
Publisher: The Games Company
Hardware: 1.2Ghz, 128MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 900 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Feuerwache - Mission: Leben retten (review von nali_warcow)

Mit den beiden Serien Emergency und Fire Department haben PC Spieler schon einige Zeit die Möglichkeit, brenzlige Situationen zu meistern und Personen vor den unterschiedlichsten Gefahren zu bewahren. Mit "Feuerwache - Mission: Leben retten" bringt The Games Company ein ähnliches Spiel auf den Markt, in dem es auch darum geht, Katastrophen zu verhindern und - wie der Titel schon sagt - Leben zu retten. Mit Superlativen geht die Spielbeschreibung nicht gerade sparsam um. Wie sich das Spiel im Vergleich zu Konkurrenz schlägt und was der Spieler zum Midprice bekommt, soll das folgende Review klären.

Die Verpackung von "Feuerwache - Mission: Leben retten" macht im Regal keinen schlechten Eindruck. In einem kleinen Schuber befindet sich die Spiel CD und das farbige Handbuch. Auf etwa 25 Seiten werden die einzelnen Einheiten, Fahrzeuge und die Handhabung des Spiels erklärt. Der Kopierschutz arbeitete problemlos und Abstürze traten im Testzeitraum nicht auf.

Leben retten

Wie bei den Konkurrenten Emergency und Fire Department hat der Spieler auch in Feuerwache die Aufgabe, unterschiedliche Krisensituationen zu meistern und Schäden an Mensch und(!) Umgebung möglichst gering zu halten. Nach einer kurzen Einleitung in Form einiger Bilder landet der Spieler im eigentlichen Spiel, wo auch schon die ersten Einheiten wie Feuerwehr, Sanitäter und Polizei - je nach Mission - auf Aufgaben und Anweisungen warten. Der gesamte Ablauf orientiert sich sehr stark an Emergency, da der Spieler sich um sehr viele Details zu kümmern hat. Ein Feuerwehrwagen rast nicht einfach nur an den Brandherd heran und Einsatzkräfte sprühen etwas Wasser in Richtung der Flammen. Zuerst gilt es einen Hydranten in Betrieb zu nehmen und danach einen Verteiler aufzubauen, an dem die Kollegen ihre Wasserschläuche anschließen können. Aber auch zusätzliches Werkzeug wie Kettensägen oder Blechschneider liegen griffbereit im Einsatzwagen, um eingeklemmte Personen zu befreien oder Bäume zu zerkleinern. Ebenso warten Polizisten auf Anweisungen, um Bereiche abzusperren und Personen aus dem Gefahrenbereich zu evakuieren. Leiterwagen und Kräne verrichten ihre Arbeit ebenfalls nicht von selbst. Hier gilt es, das Fahrzeug richtig zu positionieren und danach die Drehleiter bzw. den Kranausleger entsprechend auszurichten. Ganz wichtig ist außerdem die Wahl der jeweiligen Einsatzkraft. Nur der jeweilige Spezialist, wie beispielsweise der "Wassertruppführer Hilfeleistungslöschfahrzeug" und der "Wassertruppmann" können die Versorgung mit Löschwasser sicherstellen. Ähnlich sieht es bei Aktionen wie z. B. der Befreiung von eingeklemmten Personen, der Befragung von Zeugen oder der Bedienung von Drehleitern aus. Nur der Fachmann geht bei den Aufgaben zu Werke.

Die verflixte erste Mission

Sind diese Grundlagen erst einmal verinnerlicht, kann sich der Spieler an die Planung der jeweiligen Mission machen. Das Problem besteht gerade zu Beginn darin, dass sich der Spieler dieses Wissen an Hand des Handbuches selber aneignen muss. Ein Tutorial oder Infos in den ersten Missionen gibt es nicht. Dementsprechend verschlingt die erste Mission einiges an Zeit, bis selbst Kleinigkeiten so funktionieren und ausgeführt werden, wie es der Spieler will. Das nahezu identische Aussehen der Einsatzkräfte sorgt nicht nur am Anfang, sondern auch in den späteren Missionen für reichlich Verwirrung und Fehlklicks. Wer außerdem die knapp 20 Abkürzungen (wie z.B. SPOL für "Staffelführer Polizei" oder FZDL für "Fahrzeugführer Drehleiter") nicht schnell lernt, sucht sich regelrecht von einer Person zu nächsten, bis die gewünschte Funktion gefunden wurde. Doch das ist noch gar nicht das Hauptmanko. Es ist unbegreiflich, wieso noch immer bei solchen "Katastrophenspielen" die Steuerung aus der Steinzeit kommt. Auch die Konkurrenzprodukte haben da einige Probleme, doch "Feuerwache" zeigt, dass es noch verwirrender geht. Warum sollte es einen einfachen und bequemen Rechtsklick geben, worüber die Einheit automatisch weiß, was zu tun ist, wenn es auch kompliziert funktioniert? Es wäre vermutlich zu einfach, wenn der Spieler nur einmalig Klicken müsste. Stattdessen präsentiert sich bei einem Rechtsklick jeweils ein Kontextmenü, wie es jeder Windowsbenutzer kennen sollte. Allerdings vom Design merklich schlichter. Doch mit einem Klick ist es im Kontextmenü meist nicht getan. Selbst für so simple Aktionen, wie einen Feuerwehrmann mit einer Axt auszurüsten, werden weitere Anweisungen benötigt. Erst ein Linksklick auf die Einheit, dann ein Rechtsklick für das Kontextmenü, dann ein Klick auf "mit Axt ausrüsten" und dann muss auch noch das Fahrzeug ausgewählt werden, aus dem sich die Einheit eine Axt nehmen soll. (Einfach ein Rechtsklick aufs Fahrzeug -> Axt nehmen funktioniert nicht.) Dadurch werden selbst kleinste Aufgaben sehr gestreckt und das Spiel artet in eine Klickorgie aus. Auch die genaue Positionierung von Fahrzeugen und Einheiten ist nicht einfach und mitunter Glückssache, bis der Feuerwehrmann auf der Drehleiter das macht, was der Spieler will. In der sechsten Mission gilt es einen Brand zu löschen, größere Schäden zu verhindern und dann hat der Spieler dafür nur begrenzt Zeit. Wer allerdings am Anfang schon Probleme hat, eine günstige Position für die Drehleiter zu finden, sich dazu noch verheddert und das Löschsystem nicht zügig aufgebaut hat, der bekommt wenige Minuten nach Missionsstart die Meldung, dass die Mission verloren ist, weil der Schaden zu groß geworden ist.

Überwiegend sind die Missionen jedoch nicht sehr schwer ausgefallen. Gerade die ersten fünf von acht(!) Missionen sind sehr, sehr einfach ausgefallen. Der Auftrag "Flugzeugabsturz" klingt spektakulär, wurde aber so nicht umgesetzt. Beim Absturz brennt es in einer Scheune eines Bauernhofs. Wenige Augenblicke später ist der Brand mit Löschschaum gelöscht, der Pilot wird aus dem Wrack geschnitten und kurz darauf mit dem Krankenwagen abtransportiert. Trotz viel Klickarbeit etwa eine Sache von 5-10 Minuten. Auch andere Missionen sind ähnlich kurz und ohne große Überraschungen. Je nach Mission gibt es neben einem Zeit- auch ein Geldlimit. Auch wenn eigentlich primär Leben gerettet werden sollen, die Kosten dürfen nicht das Limit überschreiten. Dementsprechend sollte sich der Spieler gut überlegen, welche zusätzlichen Einsatzkräfte herbei geordert werden sollen. Wird wirklich noch ein Streifenwagen benötigt oder ein Löschfahrzeug? Kurioserweise startet der Spieler in einigen Missionen auch mit Fahrzeugen und Einsatzkräften, die nicht unbedingt benötigt werden. In einer Mission soll verhindert werden, dass ein Baum auf die Bahngleise fällt. Dazu ist das HLF (Hilfeleistungslöschfahrzeug) überflüssig, vielmehr wird eine DL (Drehleiter) benötigt. Obwohl der Spieler in den Missionen nicht speichern kann, sollten Spieler nach etwa vier bis fünf Stunden alle Aufträge abgeschlossen haben. Ärgerlich ist das gewählte Speichersystem dennoch, da es zum Ende hin einige etwas längere Missionen gibt und einige Spieler sicherlich froh wären, wenn nach einigen Klickstress gesichert werden könnte. Alternative Ansätze oder Lösungsmöglichkeiten gibt es bei den Missionen nicht.

War es das schon?

Man glaubt es kaum, aber damit hat der Spieler dann auch schon alles gesehen, was das Spiel zu bieten hat. Es gibt weder unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, noch einen Editor oder gar einen Mehrspielermodus. Die Packungsrückseite des Spiels spricht von spannenden Einsätzen und einer leichten Steuerung, was beides doch merklich übertrieben ist. Genauso übertrieben wird auch über die Präsentation gesprochen. Kurz gesagt die Grafik ist kein Bisschen aufwendig, spektakuläre Katastropheneffekte gibt es auch nicht, der Sound ist nicht packend und die kurzen Einheitenmeldungen sind was anderes als "umfangreiche Sprachausgabe". Die gesamte Welt des Spiels wirkt wie eine Art 2D mit einigen Beschleunigereffekten, wie dies einige Zocker noch von den Anfängen der 3D Karten bzw. den ersten Konsolenportierungen kennen sollten. Auf einer Bitmap-Textur werden einfach einige Weichzeichner angewendet und schon sind die Pixel verschwunden und alles wurde in einen Farbbrei umgewandelt. Während die eigentliche Kulisse noch durchgehen könnte, so sind die Animationen alles andere als zeitgemäß. Die animierten Sprites bewegen sich mehr schlecht als recht und Kollisionsabfragen sind teilweise nicht vorhanden. Da laufen dann die Träger mit der Bahre durch Einheiten hindurch oder aber der Notarzt schaut nach rechts, während links neben ihm die Person auf der Straße liegt. Animationen gibt es mitunter gar nicht. Da soll ein Fahrzeug aufgerichtet werden und dies geschieht ohne Animation, genauso wie das Drehen der Drehleiter oder des Kranwagens. Schon in der ersten Mission wird der Spieler feststellen können, dass Gebäude sich nicht "öffnen" und die Vorderfront ausgeblendet wird, damit der Spieler den Einheiten darin Befehle geben kann. Befehle müssen hier "blind" gegeben werden. Außerdem funktioniert die Wegfindung nicht durch eine "Tür" hindurch und auch Fahrzeuge schaffen es nur mit Mühe und Not aneinander vorbeizukommen, wenn es eng wird oder Gegenverkehr kommt. Die Texturen sind sehr durchwachsen. Neben einigen "schöngerechneten" Bitmaps gibt es auch einige ansehnlichere Grafiken, doch insgesamt schwankt die Qualität selbst innerhalb eines Bildausschnitts sehr stark. Ebenso kann die Darstellung von Feuer und Rauch in keiner Weise mit Fire Department konkurrieren. Zu allem Überfluss ist das Optionsmenü sehr spartanisch ausgefallen. Abgesehen vom Sound gibt es keinerlei Optionen. Nicht einmal die Auflösung kann verändert werden. So müssen alle Spieler mit der 800x600 Version vorlieb nehmen, wobei das HUD als störend auffällt. Auf der rechten Seite werden jeweils die Einsatzkräfte aufgelistet. Allerdings nehmen drei Bildchen schon den ganzen Schirm ein. Unverständlich, warum da so große Bilder präsentiert werden, wenn es deutlich kleinere Icons auch getan hätten. Dann hätte die rechte Leiste auch eine Funktion, der Spieler könnte den Überblick über die Einsatzkräfte behalten und direkt darüber Einheiten anwählen. Positiv anzumerken ist die Performance, die durchweg im hohen dreistelligen Framebereich lag.

Meinung

Eigentlich ist es schade, dass "Feuerwache - Mission: Leben retten" so eine Endwertung bekommt. Die Steuerung außen vorgelassen ist das Gameplay an sich durchdacht und lediglich zahlreiche Designschnitzer trüben den Spielspaß. Was dem Spiel fehlt ist viel Feintuning. Die zahlreichen Möglichkeiten verstecken sich hinter viel zu verschachtelten Rechtsklick-Menüs, was durch kontextsensitive Rechtsklicks auch hätte bewerkstelligt werden können. Auch die Übersicht lässt deutlich zu wünschen übrig. Die Grafik ist mau, aber damit könnte der Spieler im Notfall leben, wenn die Missionen gut wären. Nur leider hat das Spiel zu wenig Missionen bzw. sind diese überwiegend viel zu simpel gehalten - von der eher öden Präsentation noch gar nicht gesprochen. Wenn es dann schwerer wird, dann weniger aufgrund der Katastrophe, sondern weil es zu umständlich ist, Befehle zu erteilen. Der Spieler kämpft primär gegen eine katastrophale Handhabung und Besonderheiten im Scriptverlauf der Mission, als gegen die eigentliche Katastrophe. Für Einsteiger bis Profis sind somit Emergency und Fire Department ganz klar die besser Wahl. Die Games sind inzwischen auch alle zum Midprice und weniger zu haben.


Geschrieben am 14.08.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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