yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

F.E.A.R.
F.E.A.R. (PS3)
F.E.A.R. 360
F.E.A.R. Extract. Point
F.E.A.R. Files
Fable
Fable 2
Fable 3
Fade To Black
Fahrenheit
Fallout
Fallout Tactics
FarCry
FarCry Instincts
FarCry Instincts Predator
FarCry Vengeance
FarCry2
Fate
Feuerwache
Final Fantasy 13
Final Fantasy 13-2
Final Fantasy 7
Fire Department 2
Fire Department 3
Fire for Effect
Flat Out
Fluch der Karibik
Freedom Fighters
Freedom Force
From Dusk Till Dawn
Full Pipe
Full Spectr. Warrior TH
Full Spectrum Warrior
F.E.A.R. Extract. Point  

Rückseite ]

Info
Autor 4
 1.5
 1.5
 1
Gesamt (22 votes) 3+
 1.8
 1.3
 1.7
Team (2 votes, siehe hier)4+
Name:F.E.A.R. Extraction Point
Genre: Egoshooter
Produkt: Add-On
Release: 2006/11
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: TimeGate Studios
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 1.7Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 1800 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: ja
Serie: ja
USK: 18
F.E.A.R. Extraction Point (review von yak)

Eigentlich keine guten Grundvoraussetzungen, sich das AddOn eines Games vorzunehmen, das man nicht zu seinen sonderlichen Favoriten zählt. F.E.A.R. ist zwar technisch ein höchst gelungenes Spiel geworden, doch gab es für mich viel zu viele spielerische Ecken und Kanten, die ein echtes Spielvergnügen aufkommen ließen. Zuviel Wiederholungen, immer die gleichen Gegnern, ein Raum ähnelt dem anderen und man kam sich fast ein wenig vor wie in "Und täglich grüßt das Murmeltier!", wenn der Wecker die nächste Lagerhalle einläutete! Die Horroreinlagen waren viel zu aufgesetzt und durchschaubar und gruselig wurde es dadurch kaum. "Gruselig" waren da andere Dinge, wie die High-Tech Taschenlampe, die maximal 30 Sekunden leuchtet, um dann wieder angeschaltet werden zu müssen, so dass der Gegner eigentlich schon geheime Morsezeichen vermuten konnte. F.E.A.R. sorgte zumindest dafür, dass man von Shootern mit dem Szenario Lagerhallen und Büroräumen erst mal die Nase voll hatte, da konnte auch die bisweilen sehr gute KI für mich nichts mehr rausreißen und machte das Spiel damit eher zu einem Titel, bei dem man nichts verpasst hat, wenn man ihn nicht gespielt hat, von einer mitreißenden Story einmal ganz zu schweigen. Die Graphik war toll, wenn auch sehr steril durch die ausschließliche Innenraum-Architektur. Jedenfalls gab es phantastisch aussehende Zeitlupeneffekte. Aber das sind keine Zutaten, die Spielspaß garantieren und außer ein paar gelungenen Fights habe ich F.E.A.R. nicht als eine gelungene Unterhaltung in Erinnerung. Leider mehr als weit entfernt von dem, was Monolith sonst mit Spielen wie Alien vs. Predator 2, No One Lives Forever, Blood 2 oder TRON 2.0 servieren konnte. Scheinbar war FEAR aber erfolgreich genug, um es mit einem AddOn zu beglücken, das jedoch nicht bei Monolith selber, sondern von den Timegate Studios realisiert wurde. Ob man es dort nun verstanden hat, aus den Zutaten etwas Spannendes und Unterhaltsames auf die Beine zu stellen, soll unser Review versuchen zu ergründen.

Technik

Die neue Engine von Monolith wurde selbstverständlich auch für das AddOn bemüht und zeigt, immer noch sehr hardwarehungrig, was sie kann. Doch wie schon im Vorgänger beschränkt sich auch das AddOn weitestgehend auf Innenräume bzw. kleinere Innenhöfe, von denen schon ein Baustellenvorplatz zum größten Szenario zählt. Die Engine macht immer noch einen tollen Eindruck, was besonders für die Zeitlupeneffekte gilt, wenn man die Luftverdrängung der durch die Luft fliegenden Projektile sieht und die Gegner ihr Todesballett vollführen. Viel Neues gibt es aber nicht zu sehen. Vieles aus dem Hauptprogramm wurde recycelt, bzw. wenn es neu ist, erkennt man den Unterschied selten, denn Lagerhallen, Büroräume und Garagen stehen wieder mehr als ausreichend auf der Reiseroute. Einen eigenständigen Look lässt das AddOn komplett vermissen, wenn man von den neuen unsichtbaren Gegnern einmal absieht. Auch "Relikte" des Vorgängers sind wie immer noch vorhanden. Einige Lampen sorgen zwar für dynamische Lichtquellen, lassen sich aber nicht zerstören und sind selbst gegen Granaten immun. Viele Lichtquellen sind zudem lediglich normale Lightmaps - das konnte selbst Splinter Cell vor Jahren schon besser. Aufgemotzt wurde die Engine im Vergleich zum Vorgänger also scheinbar nicht. Dafür werfen aber die Gegner zumindest ordentliche Schatten und man kann dies spieltechnisch ausnutzen, wenn man in einer günstigen Position in Deckung steht und die Gegner an einer Lichtquelle vorbei müssen, wird man durch ihren Schatten entsprechend vorgewarnt.

Der Sound ist dagegen höchst gelungen und die Ortung der Geräusche perfekt. Man kann einfach mal in der Stille verharren, um an den Rundumgeräuschen zu erkennen, von welcher Seite sich der Gegner nähert. Ansonsten knallt und rappelt es anständig im Karton. Die Sprachausgabe ist gelungen, wenn auch die deutsche Fassung etwas lückenhaft ist und an vielen Stellen unübersetzter englischer Originalton zu hören ist. Die musikalische Untermalung ist gut umgesetzt, wenn sie auch an einigen Spielstellen zu aufdringlich erscheint, die wirklich nicht gruselig sind, hier aber auf Teufel komm raus per treibendem Soundtrack versucht wird, eine solche Stimmung zu erzeugen. Leider zu laut und aufdringlich, so daß ich als Musikfreund sogar den Ton etwas leiser gedreht habe. Man kann sich das etwa so vorstellen, als ob man die Musik aus der Duschszene aus Psycho ununterbrochen zu hören bekommen würde - irgendwann reicht es dann auch mal. Insgesamt aber dennoch eine gute Vertonung.

Gespeichert werden kann überall, wobei das Spiel selbst an bestimmten Stellen Checkpointspeicherungen anlegt. Der normale Schwierigkeitsgrad ist, wie schon im Vorgänger für geübte Spieler sicher zu einfach, sie sollten vielleicht besser gleich eine Nummer schwerer spielen.

Gameplay

Was hat sich groß geändert? Die Antwort ist einfach: Nichts! Wer das Spielprinzip von F.E.A.R. mochte, findet mit F.E.A.R. Extraction Point seine Offenbarung, sicher aber nichts spieltechnisch Neues, wenn man vom Waffenschnickschnack absieht und unbedingt eine Laserkanone oder eine Minigun sein Eigen nennen will. Spielerisch wirkt sich das aber so gut wie gar nicht aus und man spielt praktisch wie gehabt, daher verweise ich an dieser Stelle für mehr Details auf das Review zum Vorgänger. Als kurzes Fazit könnte ich die ca. 5 Stunden Spielzeit des AddOns in einem Wort zusammenfassen: Langeweile. Hat schon der Vorgänger mit seinen immer wieder gleichen Szenarien fast an meiner Geduldsgrenze gekratzt, perfektioniert das AddOn diesen Eindruck nun vollends. Was den Spieler erwartet ist ein Durchforsten immer gleicher Szenarien. Eine Lagerhalle folgt der nächsten, ein kleiner Gang, dahinter wieder ein Raum in dem drei Gegner warten, weiter durch einen Gang in eine... richtig, Lagerhalle mit vier Gegnern, ein kleiner Innenhof mit 10er Gegnerspawn, wenn der "sauber" ist, geht es weiter, entweder in eine Lagerhalle oder in ein neues Szenario wie einer U-Bahn, die sich im Prinzip aber nur durch andere Kacheln unterscheidet und sich generell identisch spielt. Man trifft wieder auf viele verbarrikadierte Türen, die durch Kisten verschanzt sind, die selbst vor Granaten ihre Aufgabe stoisch weiter erfüllen und man im wahrsten Sinne des Wortes einen Tunnelshooter vorfindet. Dabei erlaubt die Levelarchitektur es noch weniger als im Vorgänger, dass man die Gegner KI fordernd angehen kann, dazu sind die Lokalitäten und die Wege viel zu eingeschränkt. So stellt sich auch die Frage, ob die KI gut ist oder es einfach nur ein paar gut geskriptete Szenen sind, wenn die Gegner Gegenstände umwerfen oder unter einem öffnenden Rolltor hindurchkriechen, denn viel mehr Möglichkeiten haben sie an diesen Stellen ohnehin nicht. Selten findet man etwas größere Handlunsgorte, in denen man etwas taktischer vorgehen kann. Im AddOn sticht die Gegner KI nicht so hervor wie im Hauptspiel, sie werfen zwar gekonnt Granaten und treffen zielsicher, aber nutzt man den Zeitlupeneffekt für sich aus, sind sie alle ausgesprochenes Kanonenfutter. Es gibt zwar ein paar fiese gut gepanzerte Gesellen, doch hier spoilert sich das Game selbst den Auftritt, denn um solche Gegner zu besiegen, braucht man schon schlagkräftige Waffen und da man in F.E.A.R. Waffen nicht uneingeschränkt tragen kann, findet man, welch Glück, zumeist vor einer solchen Stelle auch eine ordentliche Wumme. Trifft man also unerwartet auf einen Raketenwerfer, kann man davon ausgehen, dass wenig später ein kleiner Mech durch die Mauer bricht. Ein grandioses Beispiel von Selbstspoilerung und unausgeglichener Gamebalance. Und so kämpft man sich dann weiter von einer Lagerhalle zur nächsten und die so gut wie nicht vorhandene Story, dessen "interessanter" Plot nach jedem neuen Level - wie bereits beim Vorgänger- durch eine "spannende" Texttafel weitergesponnen wird, wirkt so mitreißend, dass man erst später merkt, dass die zu suchende Zielperson bereits tot ist und eine der vielen Leichen war, durch deren Blut man gestapft ist. Und damit man auch noch dem Horrorelement des Vorgängers gerecht wird, dürfen natürlich auch die Gruselmomente nicht fehlen. Und hier auch gleich eine kleine Grundregel: Trifft man auf einen langen geraden Gang, an dessen Ende eine Türe und eine Lampe baumelt, kann man zu 99% davon ausgehen, dass jetzt wieder die kleine Gruselgöre erscheint - die restlichen 1 % bestehen übrigens aus dem Verlassen des Levels. Das ist so berechenbar und ungruselig und wirkt noch viel aufgesetzter als beim Vorgänger. Und so läuft man still und unbeteiligt den Gang ab und lässt den "Horror" über sich ergehen, bis man wieder im richtigen Spiel ist. Ab und zu kommt noch mal Gevatter Fettel dazu und ein paar Geister, die es abzuballern gilt, das war es aber dann auch. Das Spiel wäre insgesamt ohne diesen aufgesetzten Horror besser drangewesen. Es ist alles andere als gruselig. Vielleicht hätte man den Entwicklern einmal klar machen sollen, dass zu einer Grusel- oder Horroratmosphäre auch eine ordentliche mitreißende Story gehört, damit man auch in die Story hineingezogen wird. Es reicht eben nicht, den Krankenhausboden voll Blut zu besudeln und ab und zu mal einen Passanten in einen Schacht zu schleppen. Wie sowas geht, zeigt das leider etwas untergegangene Cold Fear in Perfektion.

Es gibt aber auch noch andere Dinge, die wirklich stören und so auch das einzig spielbare Element des Games, den taktischen Kampf, einschränken. Warum kann man sich z. B. nicht unter einem LKW Auflieger hindurchrobben, wenn der Platz dafür ausreichend erscheint? Hier muss man genau dem vorgegebenen Weg der Entwickler folgen und hat wenig Spielraum für eigene Taktiken (Was vielleicht auch das Gegner-KI Skripting erleichtert). Der mögliche Nahkampf wirkt sich spielerisch so gut wie nicht aus, entweder man nutzt ihn, sollte man von einem Gegner überrascht werden (was aber meist ohnehin tödlich endet) oder man legt es drauf an und lässt die Gegner rankommen und erledigt sie dann, aber wer spielt schon wie Chuck Norris? Sinn macht es selten und für den Nahkampf geeignete Gegner gibt es nicht. Sie werden alle besser mit einer Fernbehandlung abgefertigt. Und noch etwas, was mir im Hauptprogramm gar nicht aufgefallen ist. Entweder hat unser Held einen Witwenbuckel oder gehört zu Gimlis Armee, denn er kommt maximal mit dem Türknauf auf Augenhöhe und kann gerade über einen Rollstuhl hinwegsehen, recht merkwürdige Proportionen :-). Die Taschenlampe geht übrigens immer noch alle paar Sekunden aus! Prima, da hat man schon absolutes Hightech-Equipment und bekommt es nicht auf die Reihe, vernünftige Akkus zu verbauen, aber wenn die Akkus vom entsprechenden Hersteller sind, kann man sie vielleicht ja als Sprengsatz nutzen :-). Und spätestens, wenn man von einer Explosion in einer U-Bahn auf das Dach einer Hochgarage geschleudert wird (ohne Healthabzug!) geht auch noch der letzte Happen "Realismus" flöten.

Multiplay

Entspricht genau dem kostenlos erhältlichen FEAR Combat.

Zensur

Die deutsche Version wurde zensiert und so hat u.a. die Nagelkanone weniger "Durchschlag" ;)

Fazit

Gemeines Review, oder? Stimmt! Es ist schon merkwürdig, wie ein Programm, das auf so hohem technischen Niveau und mit viel Manpower dahinter einen so zwiespältigen Eindruck hinterlassen kann. Wie eingangs schon erwähnt bin ich kein Fan vom Vorgänger, aber das AddOn setzt hier noch einiges drauf und unterm Strich bleibt bei mir nur eines übrig: Langeweile, jedoch auf hohem Niveau. Wenn man beim Spielen schon nach 30 Minuten keine Lust mehr verspürt, weiterzuspielen, weil man sich sicher ist, dass man in den nächsten Räumen genau das Gleiche zu erwarten hat, dann hängt das Gameplay wirklich schief. Generell basieren ja alle Genrespiele auf einem ähnlichen Spielprinzip und variieren dieses innerhalb des Spielablaufes, aber bei F.E.A.R. Extraction Point tendiert diese Entwicklung gegen Null. Alles ist so austauschbar und der erste Level spielt sich wie der letzte, man hätte sie beliebig austauschen können, was u. a. auch an einer fehlenden tragenden Story liegt. Übrig bleiben ein paar fordernde Kämpfe, aber wenn man es darauf anlegt, kann man auch erneut das Hauptprogramm spielen. Das AddOn wäre vielleicht in Erwägung zu ziehen, wenn es gemeinsam mit dem Hauptprogramm als Bundle erscheint. Ansonsten wirklich nur etwas für Fans des Vorgängers.


Geschrieben am 13.11.2006, Testkonfiguration: Intel Dual Core E6600, Geforce 7950GT, 2GB RAM, Creative X-Fi Extreme
 



37 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Zufriedenstellend (3.4 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei yak, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de