yiya.de / reviews
Walkthrus..
Interviews
Specials
Reviews von A-Z
A B C D E F G H I
J K L M N O P Q R
S T U V W X Y Z #

F.E.A.R.
F.E.A.R. (PS3)
F.E.A.R. 360
F.E.A.R. Extract. Point
F.E.A.R. Files
Fable
Fable 2
Fable 3
Fade To Black
Fahrenheit
Fallout
Fallout Tactics
FarCry
FarCry Instincts
FarCry Instincts Predator
FarCry Vengeance
FarCry2
Fate
Feuerwache
Final Fantasy 13
Final Fantasy 13-2
Final Fantasy 7
Fire Department 2
Fire Department 3
Fire for Effect
Flat Out
Fluch der Karibik
Freedom Fighters
Freedom Force
From Dusk Till Dawn
Full Pipe
Full Spectr. Warrior TH
Full Spectrum Warrior
FarCry Vengeance  

Rückseite ]

Info
Autor 4+
 2
 1.5
 1.5
Gesamt (10 votes) 3
 1.6
 1.3
 1.4
Name:FarCry Vengeance
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2007/01
Publisher: Ubisoft
Offiz. Sites: Game
Hardware: Wii
System: Wii
Multiplay: Splitscreen
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Serie: ja
Bemerkung: Portierung der FarCry Evolution-Story der Xbox
USK: 18
FarCry Vengeance (review von nali_warcow)

Mit FarCry hat Entwickler Crytek aus Deutschland einen Shooter auf den Markt gebracht, der schicke Grafik, schlaue Feinde und große und offene Level kombinierte. Doch mit Konsolenspielen lässt sich ja bekanntlich ein wenig mehr Geld verdienen. Ein FarCry-Ableger folgte etwa 18 Monate später für die Xbox, wobei lediglich das Setting und die Hintergrundgeschichte beibehalten wurde. Nachdem auch die Xbox 360 vor knapp einem, Jahr mit FarCry Predator bedient wurde, hat Ubi Soft beim Wii genauso wenig gezögert und bringt die Abenteuer von Jack Carver auf die neue Konsole aus dem Hause Nintendo. Was die Wii-Fassung von FarCry - mit dem Zusatz "Vengeance" - taugt, wie stark sich die Fassung an den Xbox Vorlagen orientiert und wie spaßig es ist, mit Remote und Nunchuck durch den Dschungel zu schleichen, soll das folgende Review klären.

Aus Alt mach Neu

Instincts, Evolution, Predator, Vengeance… Da kommt man als Käufer schon leicht durcheinander. Wer soll da noch durchsteigen? Daher hier ein kurzer Überblick über die einzelnen Ableger der Serie: (Achtung Spoiler!)

FarCry: Instincts - Hierbei handelt es sich um die Xbox 1 Version des Inselshooters. Jack Carver bringt die angebliche Journalistin Val Cortez zu einer scheinbar unberührten Insel. Doch die Stille trübt. Kaum hat die Dame das Boot von Jack verlassen und er sich einige Augenblicke aufs Ohr gehauen, da tauchen plötzlich Hubschrauber auf und zerstören sein Boot. Zu allem Überfluss bekommt Jack auch im Spielverlauf ein Serum verpasst, wodurch seine animalischen Instinkte verstärkt werden. Ausgestattet mit sogenannten "Wilden Fähigkeiten" gilt es Val zu finden und gemeinsam von der Insel zu fliehen, bevor der verrückte Professor sie umbringen kann. Neben dem Einzelspielermodus gab es einen Mehrspielermodus inklusive einem leicht zu bedienenden Leveleditor.

FarCry: Instincts - Evolution - Mit Evolution hat Ubi Soft ein neues Kapitel für FarCry Spieler auf den Markt gebracht, das als Standalone AddOn in den Händlerregalen landete. Jack war es gelungen von der Insel zu fliehen und versucht nun ein wenig Geld zusammen zu kratzen, damit er sich ein neues Boot leisten kann. In einer Strandbar trifft er zufälligerweise auf Kate. Wie sollte es auch anders kommen: Das Angebot war zwar verlockend, doch brachte es Jack wieder in große Schwierigkeiten. Wenigsten standen ihm noch seine "Wilden Fähigkeiten" zur Verfügung, als er in den Kampf zwischen Rebellen und Söldner geriet. Auch Kate spielt nicht mit offenen Karten und der Rebellenanführer hat ein ganz besonderes Interesse an Jack…

FarCry: Instincts - Predator - Auch wenn der Name ähnlich klingt, Predator war kein weiteres FarCry AddOn. Unter diesem kryptischen Namen veröffentlichte Ubi Soft den Xbox 1 Titel inklusive dem AddOn Evolution in einer leicht überarbeiteten Fassung für die Xbox 360, wobei insbesondere Details verbessert und das Spiel optisch aufpoliert wurde. Kantenflimmern und aufpoppende Büsche waren auf der Xbox 360 Geschichte.

FarCry: Vengeance - Vengeance ist die Wii-Fassung der FarCry Spiele. Wie auch schon bei dem Prince of Persia Ableger für die PSP, liebt es Ubi Soft scheinbar gleiche Spielinhalte mit minimalen Änderungen unter einem neuen Namen zum Vollpreis an die Käuferschaft zu bringen. Im Gegensatz zur Vollpreisfassung von Predator auf der 360 gibt es auf der Wii lediglich das Abenteuer aus dem AddOn Evolution. Die erste "Geschichte", sozusagen die Hauptstory, wird Wii Besitzen vorenthalten, zusätzlich wurde der Leveleditor gestrichen und der Mehrspielermodus auf zwei Spieler und Splitscreen reduziert. Selbstverständlich schlägt sich so etwas nicht auf den Preis nieder. Vengeance steht als Wii-Vollpreistitel in den Händlerregalen. Ubi Soft hat also einfach nur die Evolution-Kampagne genommen und diese an die Wii angepasst. So weit, so gut (oder schlecht). Allerdings schien irgendjemand bei Ubi Soft der Meinung gewesen zu sein, die Handlung müsste verändert werden. (Dafür wird die Vorgeschichte im Handbuch erzählt.) Da die Wii-Zocker Doyle ohne Hauptspiel nicht kennen, wurde der Herr einfach herausgestrichen und durch eine andere ersetzt, die für die Regierung arbeitet, ansonsten aber zum Großteil genau die Passagen mit Jack zusammen erledigt bzw. ihm die Ratschläge gibt, die voher von Doyle kamen. Nach einem leicht anderen Spielstart, da Jack von der Regierung gefangen genommen wurde, schwenkt die Handlung jedoch nach und nach immer weiter in Richtung "Vorlage", so dass auch der Rebell Semeru schließlich zum Zug kommt. Lediglich die Rolle von Kate wurde ein wenig stärker verändert bzw. der Rotstift angesetzt. Sonderlich gut präsentiert wurde die Handlung bislang leider noch in keinem FarCry-Spiel. Hier gäbe es noch enormes Verbesserungspotential, wobei Vengeance seine Sache leider am schlechtesten macht und eine eher konfuse und zusammengestückelte Handlung präsentiert.

Hey den Level kenn ich doch, den auch, den auch… aber den nicht

Doch genug über die Story geredet, die wenigsten Spieler werden sich Vengeance gekauft haben, weil sie eine spannende und gut inszenierte Handlung erwartet haben. Vengeance präsentiert sich als waschechter Shooter und setzt dementsprechend einen Schwerpunkt auf die Auseinandersetzungen mit allerlei Feinden. Ausgetragen werden diese Kämpfe überwiegend im freien Gelände und nur kurzzeitig in öden Gebäuden. Sämtliche Levels aus Evolution sind enthalten. Mal kämpft sich der Spieler nur einfach durch ein Fischerdorf, auf einer kleinen Inselgruppe müssen mehrere Anlagen sabotiert werden, Kletterpartien an Gebirgen stehen auf dem Programm oder es gilt einen LKW zu verfolgen und damit ein Tor aufzubrechen. Mal gilt es eine Stellung zu halten, eine besonders gut gesicherte Anlage zu infiltrieren oder einen NPC zu beschützen. Gerade Spieler, die noch keinen FarCry Titel gespielt haben, bekommen eine recht schöne und abwechslungsreiche Mischung präsentiert. Bei den insgesamt sechs großen Evolution-Karten haben die Entwickler durchweg nur minimale Kleinigkeiten verändert. Hier und da wurden einige Objekte entfernt und im Level "Raffinerie-Überfall" an der einen Straßenseite ein großer Berg aufgeschüttet, um die Framerate auf dem Wii nicht zu sehr ins Stocken zu bringen. Außerdem gab es eine kleine Änderung bei Zwischensequenzen und sehr actionreichen Passagen, wie beispielsweise der Sprengung einer Brücke, die in Videoform präsentiert werden. Einen kleinen Bonus gibt es allerdings auch für Wii-Zocker. Zusätzlich zu den sechs "bekannten" Missionen gibt es auch drei neue, speziell für Vengeance entwickelte Levels. Den Anfang macht der Ausbruch aus dem Polizeipräsidium und die Flucht zum Treffpunkt mit Kate, was gleichzeitig als Tutorial dient. Die beiden anderen, zusätzlichen Levels "Anders-Feld" und "Täler des Schwarzen Goldes" sind recht umfangreich und solide ausgefallen. So gilt es einen Truck wieder auf Vordermann zu bringen, ein Flugzeug zu entführen und schließlich die Docks zu erreichen, nur um abschließend noch eine Ölplattform vor der Sprengung zu bewahren. Während in dieser Mission das Missionsdesign sehr linear ausgefallen ist, wirkt "Täler des Schwarzen Goldes" deutlich offener und erinnert stark an die sehr schöne Karte "Klippen" des Hauptspiel auf der Xbox/ Xbox 360. Gameplaymäßig hat sich, abgesehen von der neuen Steuerung, nicht sonderlich viel geändert. Auch in der Wii-Fassung kämpft Jack mit bis zu drei unterschiedlichen Waffen gegen zahlreiche Feinde. Vom Messer über Pistolen, Shotgun, MGs bis hin zum Raketenwerfer, Minigun und Sniper gibt es insgesamt 17 Waffen. Auch in der Wii Fassung kann der Spieler stationäre Geschütze aus der Verankerung reißen und mit sich herumtragen oder aber auf Granaten, Landminen, Molotow-Cocktails und Rohrbomben zurückgreifen. Medipacks und Rüstungen sorgen dafür, dass der Spieler möglichst lange am Leben bleibt und mit dem Fernglas kann die Umgebung abgesucht werden, wobei entdeckte Feinde im Radar markiert werden, inklusive des aktuellen Gemütszustandes. Im sehr kurzen Handbuch wird zwar auch von Fallen gesprochen, welche in der Wii Version enthalten sein sollen, doch weder war ein entsprechender Knopf dafür zu finden noch gab es im Spiel eine Info zur Benutzung selbiger.

Kein Konsolen-FarCry ohne "Wilden Fähigkeiten" und so kann auch auf der Wii per Raubtier auf Beutezug gegangen werden, wenngleich auch hier ein wenig gestutzt und verändert wurde. Entsprechende "Wilden Energie" sammelt der Spieler in Vengeance ausschließlich über gut platzierte Kopfschüsse oder Angriffe mit dem Messer. Selbstständig, wenn auch nur langsam, regeneriert sich die Energie nicht mehr, genauso wenig wie die Gesundheit von Jack (Was noch auf der Xbox der Fall war). Neben Supersprung ist Regenerieren eine weitere der insgesamt vier "Wilden Fähigkeiten", wofür Energie verbraucht wird (Springen kann der Held jedoch immer, wenn gleich ohne Energie nicht ganz so hoch.). Wenn die gesamte Wilden-Energieleiste aufgeladen ist, kann Jack außerdem per Knopfdruck - im wahrsten Sinne des Wortes - zum Tier werden. In diesem Modus reicht es einen Feind im Blickfeld zu haben und schon erscheinen zwei rote Klauen im HUD, welche signalisieren, dass zuschlagen werden kann. Ein Sprung in Richtung Gegner folgt und danach ist die Bedrohung auch schon beseitigt. Durch stetige "Kills" auf diese Art und Weise kann der Spieler außerdem die Wilden Energie wieder aufladen und so möglichst lange in diesem besonders starken Angriffsmodus verweilen. Als letzte Fähigkeit sorgt der "Instinkt" dafür, dass der Spieler besondere Stellen erkennen kann, die erklommen werden können. Wie auch in den anderen FarCry Spielen, so stellen sich dem Spieler primär unterschiedlich ausgerüstete, menschliche Widersacher in den Weg. Ab und zu greift auch ein Helikopter an oder die Feinde kommen in Jeeps angefahren. Gegen Ende des Spiels trifft Jack auch auf die aus Evolution bekannten "Wilden", die wie der Spieler, auf Superfähigkeiten zurückgreifen können.

Gespeichert wird automatisch an Checkpoints, die meist recht fair verteilt sind. Lediglich an einigen längeren Passagen wäre ein zusätzlicher Punkt eine gute Hilfe für Einsteiger gewesen. Ansonsten bestimmt der Schwierigkeitsgrad den Frustanteil. Gerade auf den höheren Stufen zielen die Feinde auf Entfernung nicht nur sehr gut, sondern teilen auch ordentlich aus, was dank fehlender Auto-Heilung nicht so günstig ist. Primär zu Beginn des Spiels fallen jedoch die sehr vielen Medipacks und Rüstungen auf. Wer das AddOn von der Xbox schon kennt, wird etwa zehn bis elf Stunden für die Wii-Variante brauchen. Andere Spieler können etwa 15 Stunden einkalkulieren. Wer den Einzelspielermodus absolviert hat, kann entweder die Kampagne in einem höheren Schwierigkeitsgrad erneut in Angriff nehmen, seine Lieblingsmap noch mal zocken oder sich die Zeit im Mehrspielermodus vertreiben. Allerdings mit starken Einschränkungen. Es gibt nur zwei Spielmodi, wenige und große Karten, sowie einen Splitscreenmodus für lediglich zwei Spieler. Auf einen Online- oder Netzwerkmodus müssen Wii-Spieler genauso verzichten wie auf den Leveleditor der Xbox und Xbox 360 Version.

Mit Wii-Mote und Nunchuck in den Kampf

Der große Unterschied im Gegensatz zu den Xbox Ablegern von FarCry besteht im neuartigen Steuerungssystem des Wii. Bei Vengeance gilt es sich mit Remote und Nunchuck zu beweisen, statt auf zwei Analogsticks zurückgreifen zu können. Auch wenn FarCry Vengeance als einer der ersten Shooter sicherlich noch nicht am Optimum ist, welches aus der Steuerung herausgeholt werden kann, so zeigt das Spiel zumindest einige der Stärken und Schwächen auf, auf die sich die Wii Spieler in den nächsten Jahren zumindest teilweise einstellen müssen. In den Videos sieht es interessant und "toll" aus, wie der Spieler mit der Steuerung vor dem Fernseher stehend "herum wedelt" und ein ganz neues Spielerlebnis bekommt. Die Praxis zeigt zumindest im Moment, dass noch viel getan werden muss, bis die Wii-Steuerung wirklich eine brauchbare Alternative zum Gamepad darstellt. Zumindest im Shooterbereich. Doch der Reihe nach. Eine erste kleine Hürde bereitet gerade den Gelegenheitszockern die Tastenbelegung. Ubi Soft war so sparsam und hat die Belegung nicht im Handbuch abgedruckt, geschweige dazu etwas in der Dokumentation zu schreiben. Lediglich im Spiel kann sich der Spieler einige sehr wenige Beispielanimationen oder die Tastenbelegung ansehen, wenn man sich nicht mehr an eine Stelle des ersten, tutorialhaften Levels erinnern kann. Intuitiv ist die Steuerung ganz sicher nicht. Die Bewegung des Helden erfolgt über den Stick des Nunchucks während mit dem Remote der Blickwinkel verändert wird. Im Gegensatz zu Zelda hat sich der Spieler in FarCry die gesamte Spielzeit über darauf zu konzentrieren, mit der Fernbedienung auf den Bildschirm zu zielen. Ansonsten blick der Held schnell auf den Boden, dreht sich im Kreis oder bewundert die Wolken am Himmel. Entsprechend sitzt oder steht der Spieler doch sehr angespannt vor dem Schirm und nimmt recht bald eine etwas verkrampfte Haltung ein. Nicht einmal während einer kurzen Zwischensequenz oder eines ruhigen Augenblicks mag man sich bewegen. Zum einen, weil dadurch die Ansicht sofort sonst wo hin zeigt und zum anderen, weil es ungünstig ist aus dem Spielfluss herauszukommen. So ist es durchaus angebracht, mindestens alle 20 oder 30 Minuten eine Pause einzulegen, doch wird das Spielen dadurch nicht leichter. Nimmt man die Steuerung danach wieder in die Hand oder hat mal kurz die Arme ausgeschüttelt, dann dauert es erst wieder einen Moment, bis man eine günstige Haltung eingenommen hat, ein Gefühl für die Remote hat und das Fadenkreuz optimal platziert ist. Hier lässt einem das Spiel die Wahl. Entweder kann die Remote den zweiten Analogstick ersetzen und das gesamte Bild wird direkt durch eine Bewegung des Remote gedreht, so dass das Fadenkreuz immer in der Mitte ist. Oder aber mit der Remote wird lediglich das Fadenkreuz bewegt und wenn dies in Richtung Bildschirmrand kommt, wird dann erst wird die Ansicht gedreht. An der Kombination aus Erfahrung, Autoaim und Gegnern, die primär von vorn oder der Seite kommen, kann der Spieler durchaus Gefallen finden, auf diese Art und Weise die Welt zu erforschen. Problematisch wird es, wenn er unter Druck reagieren muss und die Feinde aus den unterschiedlichsten Richtungen kommen. Gerade Drehungen sind mit der Remote außerordentlich langsam zu bewerkstelligen, wobei eine zu starke oder schnelle Bewegung der Remote außerdem dazu führt, dass das Fadenkreuz "abgehängt" wurde. Sprich: Die Remote wurde in eine Art "Dead Zone" außerhalb des Erfassungsbereiches bewegt und muss erst wieder langsam in die andere Richtung zurück bewegt werden, bis das Fadenkreuz irgendwann wieder reagiert. Hier gilt es dann, sich kurz neu zu orientieren und im Kampf die Drehung zu beenden. Gerade auf einem höheren Schwierigkeitsgrad oder wenn stärkere Feinde an einem vorbeigelaufen /-sprungen sind, hat Jack kaum noch eine Chance bzw. verliert sehr viele Lebenspunkte. Auch die Fahrzeugsteuerung in Vengeance ist nicht das Gelbe vom Ei. Vielmehr ist die Handhabung der unterschiedlichen Vehikel so bescheiden gelungen, dass man gar keine Lust hat, eins der schwammig zu steuernden Fahrzeuge mit dem Nunchuck zu lenken und gleichzeitig mit der Remote auch noch zu zielen. Wenn dies nun die ganzen Mängel der Steuerung wären, könnte sich der Spieler mit ein wenig Einarbeitungszeit durchaus daran gewöhnen und durch behutsames Vorgehen zum Ziel kommen. Doch FarCry bietet noch weitere Aktionsmöglichkeiten, die auch genutzt werden müssen, wodurch sämtliche Tasten verwendet und auch noch die unterschiedlichsten Bewegungen mit dem Controller gemacht werden müssen, die jeweils mehr oder weniger stark die eigentliche Steuerung des Helden (Bewegen, Umsehen & Zielen) beeinträchtigen. So gibt es einen Nahkampfangriff mit dem Messer, wofür die Remote in einer kleinen Aufwärtsbewegung geschwungen werden muss. Zwar ist der Spieler danach kurzzeitig ein wenig desorientiert, doch ist der Angriff sehr wirkungsvoll und die Ziele werden automatisch gut erfasst. Durch eine Kombination des Z-Buttons und einer Schwungbewegung des Nunchucks nach vorn ist es außerdem möglich, Granaten, Rohrbomben oder Steine zu werden. Der Wurf selbst geht zwar locker von der Hand, doch die Dosierung ist sehr feinfühlig und schlecht abschätzbar. In ruhigen Situationen, wenn der Gegner hinter einer Ecke oder einer Kiste kauert, aber durchaus nützlich. Mit dem Nunchuck lassen sich aber auch noch zwei Wilden Fähigkeiten aktivieren. Durch eine Aufwärtsbewegung setzt Carver zum Sprung an, wohingegen eine leichte "links-rechts-Schüttelbewegung" die Lebensenergie regeneriert, sofern ein wenig Wilden Energie vorhanden ist. In der Theorie klingt dies wunderbar, doch im hektischen Kampf wäre einem ein schlichter Button deutlich lieber. Laufend passiert es, dass statt der Heilung ein Sprung vollführt wird oder Bewegen und Heilung nicht sonderlich gut zusammen harmonieren. Auch Sprungpassagen sind eine recht feinfühlige Angelegenheit. Leider reißen die Mankos hier noch nicht ab. Die Remote hält auch noch einige weitere unangenehme Überraschungen bereit. Wenn sich die Wilden Energie zu 100 Prozent gefüllt hat, kann der Spieler den Wilden Modus aktivieren und die Feinde direkt anspringen. Das Problem besteht jedoch darin, dass dieser Modus durch einen "Doppelklick" auf den A Button aktiviert wird, wohingegen ein Gedrückthalten der A Taste bewirkt, dass das Fadenkreuz fixiert wird und so kaum noch verrutscht. Das Resultat ist dann, dass man beim Spielen laufend unbeabsichtigt den Wilden Modus aktiviert und somit die gesamte Energie verbraucht ist und sich der Spieler nicht einmal mehr heilen kann. Außerdem gibt es einen Zoom-Modus, der insbesondere beim Scharfschützengewehr häufig benutzt wird. Der Zoom wird dadurch aktiviert, dass die Remote nach vorn bewegt werden muss. Die Erkennung ist dabei nicht nur wahnsinnig sensibel, sondern verzieht auch jeweils die Sicht, so dass nach dem Zoom erst einmal das Ziel wieder gefunden werden muss. Entsprechend wird man beim Spielen in den seltensten Fällen das Sniper benutzen wollen oder bei einer anderen Waffe per Zoom feuern. Spätestens sobald die ersten Feinde reagieren heißt es zügig in den normalen Angriff überzugehen, wofür die Remote wieder gerade nach vorn/hinten bewegt werden muss. Zum Glück reicht es jedoch auch aus, einfach eine andere Waffe auszuwählen. Das geschieht über das Steuerkreuz, wobei das Umgreifen auf der Fernbedienung jedoch auch alles andere als einfach ist. Das waren nun einige wirklich sehr umfangreiche und leider auch eher negativ geprägte Absätze bezüglich der Wii-Steuerung von FarCry Vengeance. Es wäre wirklich schön gewesen, wenn Ubi Soft hier etwas abgeliefert hätte, womit man seinen Spaß haben kann. Doch gerade bei FarCry ist so eine "intuitive Bedienung" nicht unbedingt besser. Betrachtet man das Spiel unter den reinen Gesichtspunkten eines Shooters, ohne die ganzen Wilden-Möglichkeiten, dann ist die Steuerung gar nicht mal so schlecht. Mit der Zeit geht das Zielen leichter von der Hand und es spielt sich ganz nett, wobei man durchaus regelmäßig seine Verschnaufpausen einlegen sollte. Kommen dann aber "Zusatzfeatures" hinzu, die über bestimmte Bewegungen aktiviert werden oder mehr als A, B, C und Z auf den Steuerungselementen zu drücken ist, dann wird das Spielen teilweise zur Qual.

Es muss ja nicht HD sein…

Nintendo hat immer Spielspaß über die Grafikqualität gestellt, was nicht unbedingt schlecht ist. Die Wii ist nicht dazu gedacht eine HD-Konsole zu sein. Ob nun 720p oder gar 1080, den Streit hat Nintendo Sony und Microsoft überlassen. Es ging beim Wii nicht um die technischen Daten, die Terraflops und Shadereinheiten. Aber was insbesondere Ubi Soft mit FarCry auf der Wii umgesetzt hat, ist schon fast eine Beleidigung fürs Auge. Die Grafikqualität des Wiis muss sich hinter der Leistung einer Xbox 1 verstecken. Zumindest bei dieser Portierung, die - wie es scheint - wohl auf Resten der verworfenen FarCry-Version für den Gamecube basiert. An allen Ecken und Endem wurde auf dem Wii gespart. Die Texturen wirken teilweise extrem matschig und Lichteffekte sind mitunter kaum vorhanden. Zwar gab es auch auf der Xbox wenige Meter vor dem Spieler aufpoppendes Gras und Büsche, doch auf der neuen Nintendo-Konsole ist diese Performancegrneze noch sehr viel deutlicher. Obwohl nur in unmittelbarer Nähe die volle Detailstufe angezeigt wird, so wurde dennoch überall an Objekten und Büschen gespart. Außerdem wurde mit zusätzlichen Hügeln und Hindernissen dafür gesorgt, dass weniger zu sehen ist, um das Spiel flüssig darstellen zu können. Trotzdem kommt es an zahlreichen Stellen zu sehr unschönen Rucklern und auch das DVD Laufwerk macht sich akustisch bemerkbar. Zwischensequenzen bzw. wenn größere Objekte explodieren, werden dann von der 3D Grafik zu einem schlecht aufgelösten Video umgeschaltet, welches in Sachen Texturqualität gleich noch eine Ecke schwächer und matschiger aussieht. Bei den Feinden gibt es nicht nur stark zu bemängelnde Animationen, auch Texturen und die Ausleuchtung der Gegner lässt teilweise stark zu wünschen übrig. Die Charaktere wirken teilweise wie grobe 3D Modelle ohne Texturen. Ein wirklicher Bringer war die KI in den ganzen Konsolenfassungen leider nicht, doch auch hier fällt die Wii Fassung weiter zurück. Um mit dem neuartigen Steuerungssystem eine Chance zu haben, wurde die Geschwindigkeit der Feinde außerdem verlangsamt. Neben den ganzen Schwächen hat das Spiel jedoch auch schönere Momente, sehr ansehnlich gestaltete Abschnitte und primär die extra für die Wii Version gestalteten Level wirken insgesamt 'ne Ecke stimmiger. Da kann der Spieler hoch oben von der Klippe bis ins Tal sehen und sowohl Bäume als Gebäude gut erkennen. In einem konvertierten Level dagegen wird mit Bergen an den Seiten die Performance gesteigert und 10 Meter vor dem Spieler ist eine dicke, hässlich graue Nebelschicht zu sehen, die sich wie ein Grafikfehler vor einem herschiebt. Wie der Spieler hier auch noch mit einem Fahrzeug entlangfahren soll, wenn man so gut wie gar nichts sieht, wird ein Geheimnis der Programmierer bleiben. Auch die Akustik des Spiels kann nicht mehr so viel herausreißen. Während die Musik noch ganz stimmig im Hintergrund dudelt, sind die Sprecher und die Soundkulisse nur Durchschnitt.

Meinung

Mit FarCry Vengeance hat sich Ubi Soft nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Mogelpackung zum Vollpreis trifft es eigentlich ganz gut, was den Spieler erwartet. Ich könnte ja noch darüber hinwegsehen, dass die Performance nicht so gelungen ist und auch die grafische Qualität - leider - hinter der Xbox liegt. Eine absolute Frechheit ist es jedoch, dem Käufer eher eine Director's Cut Version eines AddOns zu verkaufen. Zumindest die Hauptstory hätte Ubi Soft durchaus mit auf die Disk pressen können. Multiplay mit zwei Spielern im Splitscreen ist zudem ein Witz. Den Modus hätte wohl kaum einer vermisst, aber die Arbeitszeit hätten die Entwickler in eine ordentliche und möglichst vollständige Konvertierung investieren können, statt hier so ein Flickwerk auf den Markt zu werfen. Was am Ende bleibt ist neben einem eher lieblosen Spiel eine misslungene Steuerung. Es ist sicherlich noch zu früh um zu sagen, dass mit Remote und Nunchuck kein Shooter wirklich gut gespielt werden kann. Zeit und Feedback wird hoffentlich noch was bewirken. Doch zumindest ein erstes "Signal" ist zu sehen. Die erste Welle der Wii-Shooter ist auf dem Markt und zeigt das, was sich einige gedacht haben: Es sieht ja nett aus. so vor dem Bildschirm herum zu hampeln, aber die Steuerung ist nicht unbedingt eine echte Alternative. Aber genug gemeckert. So viele Schwächen FarCry Vengeance auch hat, es gab schöne und spaßige Augenblicke. Teilweise waren die Ansätze durchaus gelungen und Levelpassagen recht stimmig. Es war interessant, sich mal so durch einen Shooter zu "arbeiten". Mal selber auf die Gegner zu zielen und ein wenig anders gespielt zu haben. Wenn es Vengeance demnächst günstiger geben sollte, dann ist das Game für den einen oder anderen einen Blick wert, der wissen will, wie auf der neuen Nintendo-Konsole in Zukunft Shooter gespielt werden.


Geschrieben am 15.01.2007, Testkonfiguration: Wii
 



26 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Gut (4 von 5 Punkten)
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Bitte hier nur auf den Artikel selbst eingehen (nicht auf das Thema oder ggf. die Autorenwertung). Anmerkungen zu Thema/Artikel oder eine Ansprache des Autors sind im Besprechungs-Board unseres Forums möglich.

Druckversion | Seitenanfang © Copyright bei nali_warcow, Nutzungsrechte bei yiya.de / walkthru.de