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Fallout 2


Info
Autor 1+
 1.5
 2.5
 3
Gesamt (1.055 votes) 1+
 1.9
 2.1
 2.5
Name:Fallout 2
Genre: Rollenspiel rundenbasiert
Produkt: Vollversion
Release: 1998/01
Publisher: Interplay
Entwickler: Black Isle
Links: supermutant.de
Links: Vault 13
Hardware: 90Mhz, 16MB RAM, keine 3D-Karte nötig, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, DX5
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
zensiert: ja
Serie: ja
Patch: unofficial patch 1.02.27.1
USK: 16
Fallout 2 (special von yiya)

Die ersten Sonnenstrahlen tasten sich durch die Risse der halbverfallenen Bretterwand hinter mir, fahren mir übers Gesicht und vertreiben den Schlaf. Leider nicht die Müdigkeit, die nur träge und widerwillig weichen will. - An sich eigenartig, denn derweil hat sich in vielen Situationen gezeigt, dass jeder aus meiner kleinen Gruppe bei Annäherung einer Gefahr sehr wohl und ohne Einschränkung sofort hellwach ist - anders wäre in dieser, durch atomare Verstrahlung karg und menschenleer gewordenen Welt ein Überleben auch kaum möglich.

Begleitet von der Melodie des Windes, der praktisch allgegenwärtig über das offene Land pfeift und mit den Ruinen einer verfallenen Zivilisation spielt, stütze ich mich auf den Ellbogen und sehe nach meinen Begleitern. Nahebei türmen sich die Massen Marcus auf, den Blick auf die anderen versperrend. Den 'Supermutanten' hatte ich als Sheriff einer kleinen Gemeinschaften überlebender Minenarbeiter angetroffen und dazu bewegen können, mit mir zu ziehen.

Das riesige Rockwell CZ53 Maschinengewehr sieht in seinen muskulösen Armen aus wie ein Spielzeug. Ein Anblick, der an ein friedlich schlafendes Kleinkind erinnert aber täuscht. Wenn es drauf ankommt und er einem an der Seite steht, wird kein Gegner noch irgend etwas Kindliches in ihm sehen. Nur hinter einem stehen sollte er nicht, da die Streuung dieser verdammten Kanone mir schon so manchen Streifschuss in den Rücken beschert hat. Ohne effektive Panzerung würde der Wind wohl auch schon an meinen Gebeinen nagen.

Ich selbst bevorzuge die 30schüssige Bozar mit .223 FMJ-Munition - fürs Grobe. Weit lieber ist mir aber mein Scharfschützengewehr, das aus grosser Distanz und mit einem gezielten Schuss wahrhaft Wunder wirken kann. Ob nun bei einem gezielten Treffer ins Bein, um den Gegner zu verlangsamen oder bei einem meist tödlichen Treffer in die Augen (das Leben oder besser das Sterben in dieser Welt ist teils grausam doch ohne Schminke irgendwie ehrlich).

Mal sehen, vielleicht wird gerade auch dieses Gewehr das richtige Mittel sein, die stationären, noch funktionsfähigen Wachroboter am Eingang des alten Army-Depots auszuschalten, in dessen Nähe wir kampieren. Für solch harte Ziele wäre eine Sprengladung zwar besser geeignet, aber die Leichen derjenigen, die sich zu nahe an die Türme herangewagt hatten, habe ich gestern gesehen - ein Schlachtfeld, auf dem ich nicht mein Ende finden will (auch wenn mir Wright, der Anführer der Alkoholmafia in New Reno, fast Unglaubliches über die HiTech-Einrichtung des Depots erzählt hat).

Fast so unglaublich wie das, was mir ein Händler über die Brahmins erzählt hat, von denen ich eins in der Nähe des Lagers mit seinen beiden Köpfen grasen sehe (vielleicht Fleisch für die nächsten Tage?). Angeblich sollen diese Tiere früher nur einen Kopf gehabt haben, und im Norden will man nach Nachlassen der Radioaktivität wieder einzelne solcher Exemplare gesehen haben! Hab ja nach dem Aufbruch aus meinem Dorf vieles gesehen - fliegende, mit einem Schwertkranz gekrönte Maschinen, watschelnde Pflanzenmonster, riesenhafte Todeskrallen und mutierte Tiere aller Art - aber das ist ja wohl lachhaft!



Fallout... Eine eigenartige Spielbesprechung? Nun, als Betreiber einer Fallout-Webseite bin ich gebeten worden, etwas über das Phänomen Fallout zu berichten und bei allen Details, die das Spiel auszeichnen, seine besondere Stärke liegt in seiner Atmosphäre. Dem Bann, in den der Spieler geschlagen wird; die Intensität und Faszination, die nun schon seit drei Jahren von Tausenden empfunden wurde und den Wunsch nach einem dritten Teil genährt hat (woran wohl auch das aktuell erschienene Fallout Tactics nichts ändern wird).

Im Bewusstsein aller Subjektivität: Fallout ist das beste RPG seit Beginn der Computerära!

Die Gründe dafür sind vielschichtig. So erlaubt die Zeit, in der das Spiel angesiedelt wurde eine Vielzahl von Bezügen, die teils bissig humorvoll, teils einfach spassig, bis hin zu 'nachdenklich stimmend' die Reise durch ein Amerika nach dem Krieg der Kriege zu einem Genuss machen.

Ausgangssituation... Ob nun im 1. oder im 2. Teil, Fallout spielt in einer Welt, die weitgehend durch einen atomaren Krieg zerstört wurde, und in der die Menschen über Generationen hinweg nur als kleine Gemeinschaften in den verstreuten, strahlungssicheren Bunkern überleben konnten. Durch meterdicke Betonwände geschützt vor der langsam abnehmenden radioaktiven Verstrahlung der Erde. So geriet über Jahrzehnte manches in Vergessenheit, während sich ausserhalb der Bunker das Land verwandelte und die noch verbliebenen Zeugnisse menschlicher Zivilisation zerfielen. Bis dann auch die Lebenserhaltungssysteme der Bunker versagten und die Rückkehr der Menschen ans Licht der Welt erzwangen.

Im Spiel wirst du für deine Gemeinschaft den ersten Schritt in diese Welt unternehmen müssen. Dich mit den spärlichen Mitteln der Vergangenheit an und gegen die unterschiedlichsten Gruppierungen Überlebender wenden müssen.

Spielfigur... Dazu ist zuerst ein Spielcharakter auszuwähen. Einige vorgefertigte stehen für Eilige direkt zur Verfügung, doch effektiver ist die Erschaffung einer individuellen Spielfigur. Vorbildlich für Spiele wie z. B. Baldurs Gate: das Glück spielt bei der Erschaffung eines Charakters keine Rolle. Man verteilt eine vorbestimmte Anzahl an Primärpunkten auf Eigenschaften wie Stärke, Ausdauer, Wahrnehmung, Charisma, Intelligenz, Beweglichkeit und Glück - wobei jede dieser Eigenschaften spielrelevante Auswirkung hat! Teils direkt, über die Anfangswerte der Fähigkeiten (Skills) des Charakters (im Kampf, dem Umgang mit Maschinen und Menschen), teils indirekt, was seine Lern-/Regenerations- und Handlungsfähigkeit oder die Zahl der möglichen Begleiter betrifft.

Ferner wählt man drei Primärskills, die beim Stufenaufstieg im Spiel mit doppelter Geschwindigkeit gesteigert werden können und zwei Zusatzeigenschaften (Traits), die aus einer wachsenden Palette alle 3 Stufenanstiege gewählt, dem Charakter seine Individualität geben, ganz nach Geschmack.

Tutorial, oder ein wenig Geduld... Das Spiel (Fallout 2) beginnt dann mit dem Weg durch den 'Tempel der Prüfungen'. Hier wird man mit dem rundenbasierten Kampfsystem und weiteren Möglichkeiten, wie dem Entschärfen von Fallen oder dem Sprengen von Hindernissen vertraut gemacht. Für manche sicher eher langweilig, aber wie derweil bei vielen Spielen: Gib dem Spiel eine Chance, es braucht evt. ein wenig Zeit, bis der Funke überspringt (und zum Feuer der Leidenschaft wird;).

Die Welt... Ist der Einführungsteil erstmal geschafft, geht es in die weite Welt. Eine virtuelle Welt, die eine überraschende Komplexität bei uneingeschränkter Spielweise besitzt! Fast alle Aspekte menschlichen Lebens haben hier ihren Platz. Ob man nun den Weg des Guten oder den des Bösen wählt (ausgedrückt durch das 'Karma' der Spielfigur), zum Ranger oder zum Leichenplünderer, Preisboxer, Mad Man, Pornodarsteller oder gar Kinderschänder wird - es liegt in der Hand des Spielers. Ebenso wie die Entscheidung, ob man bereit ist, das Risiko von übermässigen Alkoholgenuss, von Drogen oder ungeschütztem Geschlechtsverkehr auf sich zu nehmen.

Nur muss man überlegen, was man tut. Evt. wollen einige Personen sonst nichts mehr mit einem zu tun haben und aufputschende Drogen können einen z. B. abhängig oder zu einem zeitweilig kommunikationsunfähigen Idioten machen und wie ich herausfinden musste, ist z. B. das Wegsprengen einer Verschüttung in einer Fäkaliengrube überhaupt keine gute Idee.

RPGs - Nein, danke?... Bei aller Komplexität und Handlungsfreiheit bleibt das Spiel dabei einfach, unbelastet von den teils zahllosen aber nichtssagenden NPCs und Locations anderer Rollenspiele (die mir ursprünglich diese Gattung von Computerspielen verleideten).

Action und Strategie... Auch kommen Action und Kampfstrategie nicht zu kurz (wodurch Fallout Tactics seine Rechtfertigung findet). Im rundenbasierten Kampfmodus stehen jedem Kontrahenten eine bestimmte Anzahl an 'Actionpoints' zur Verfügung, die er für Bewegungen, dem einfachen oder gezieltem Abfeuern einer Waffe, dem Nachladen oder der Verwendung von Inventaritems benutzen kann. Durch dieses Repertoire an Möglichkeiten sind die unterschiedlichsten Kampfstrategien denkbar, und Schuss-Rückzug, Schuss-Deckung, bis hin zu 'dem Gegner eine Sprengladung mit Zeitzünder unterzuschieben' sind durchaus gute Alternativen zu einem einfachen 'drauflos'.

Waffen... Natürlich spielen dabei auch die Waffen eine grosse Rolle, ob nun im Nah- oder im Fernkampf. Fast alle können in verschiedener Weise gebraucht werden. Als Hieb-/Stichwaffe, geschwungen oder mit verschiedenartiger Munition (z. B. panzerbrechend oder mit höherem Schaden) im Einzelschuss oder im Feuerstossmodus. Neben futuristischen Modellen wie Laser-, Plasma- oder Gauss-Gewehren kommen dabei vorrangig real existierende Waffen zum Einsatz. Vom einfachen Messer, über allseits bekannte Modelle wie eine Dessert Eagle bis hin zu kleineren Maschinengewehren (was evt. den regelmässigen Besuch meiner Seite durch das amerikanische Militär erklärt;).

Rüstungen unterschiedlichster Art sind dabei natürlich unverzichtbar, wobei auch hier deren differenzierter Schutz gegen unterschiedliche Schadenssarten von Bedeutung ist.

Storyline... Aber so wenig man die Kämpfe auch missen mag (viele Kämpfe sind vermeidbar), die Hauptsache im Spiel bleibt die Storyline. Das Steigern seiner Fähigkeiten und das Überleben in einer lebensfeindlichen Welt, auf der Suche nach dem so dringend benötigten Wasserchip bzw. dem G.E.C.K (Garden Eden Construction Kit), der Weg zu Fuss oder mit dem reparierten 'Chrysalis Highwayman'.

Verblüffend dabei, dass bis heute immer noch unbekannte Spieldetails gefunden werden und ebenso, wieviel unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten die Programmierer für einzelne Phasen des Spiels vorgesehen haben. So sind mir z. B. derweil gleich 6 Wege bekannt, Einlass in das fremdenfeindliche 'Vault City' zu bekommen. Und diese, in einer kommerzialisierten Welt geradezu verschwenderisch wirkende Fülle von Varianten ist keineswegs ein Einzelfall. Ebensowenig wie die zahlreichen Bezüge auf reale Vorkommnisse, Legenden, Bücher und Filme (sollten sich da einige Programmierer in ihr eigenes Spiel verliebt haben?)

Nun zum Verlieben ist das Spiel jedenfalls. (yiya)

P.S. Für die, die Spiele eher schematisch vergleichen: in Bezug auf zeitgemässe Grafik ist die Note bestenfalls 3-4; für Fehlerunanfälligkeit eher 4-5 (trotz des unverzichtbaren Patch 1.02), für den Rest aber 1+



Serie: Fallout, Fallout 2




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