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Everlight  

Rückseite ]

Info
Autor 2+
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Gesamt (11 votes) 2
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 1.9
 1.8
Name:Everlight - Elfen an die Macht
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2007/10
Publisher: Atari
Entwickler: Silver-Style
Offiz. Sites: Game
Hardware: 2Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 4000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Patch: 1.1
USK: 6
Everlight - Elfen an die Macht (review von nali_warcow)

Im März 2007 erschien von Entwickler Silver Style "Simon the Sorcerer 4", das die Serie nach dem verkorksten Teil 3 wieder zurück auf "Kurs" brachte. Etwa ein halbes Jahr später steht mit "Everlight: Elfen an die Macht" schon das nächste Adventure der Entwickler in den Läden. Die Zeit reicht vielen Studios nicht einmal für ein AddOn. Was wird also nach so kurzer Zeit geboten? Ein lauer Simon-Aufguss, ein schnell zusammengeschustertes Spiel oder ein lohnenswertes Adventure? Das folgende Review soll Klarheit schaffen.

Im Pappschuber von Everlight steckt eine ganz normale DVD-Box, die neben der eigentlichen Spieldisk auch eine Bonus-CD beinhaltet, die allerdings lediglich einen Musik-Track mit knapp fünf Minuten Spielzeit beinhaltet. Schade, dass hier nicht mehr der durchaus stimmigen Spielmusik auf den Silberling gepresst wurde. Zusätzlich gibt es auch noch ein knappes Handbuch (schwarzweiß, 11 Seiten). Neben einer Installationsanweisung gibt es einige grundlegende Infos zur Steuerung und Hilfe für die ersten Schritte im Spiel. Einen ersten Patch zum Spiel gibt es auch, der mir knapp 50 MB für Modemuser allerdings kein Leichtgewicht ist. Allerdings hatten die Entwickler keine schwerwiegenden Bugs zu beheben, sondern feilten noch einmal ein wenig am Spiel. Version 1.1 beinhaltet einige neue / veränderte und überarbeitete Szenen, Close-Ups und einige zusätzliche Partikeleffekte. Technische Probleme gab es weder mit Version 1.0 noch 1.1.

Ängste…

Der Held des Spiels, den es durch die mystische Fantasywelt zu lotsen gilt, ist Melvin, ein eher verschlossener und schüchterner Junge, der durch Zufall den Kerzenladen von Mr. Teeth betritt. Eigentlich wollte er sich hier nur kurz unterstellen und den Regenschauer abwarten, doch Mr. Teeth zeigt Melvin einen erstaunlichen Kerzen-Hütchentrick und dass wohl ein wenig mehr im Helden schlummert, als einem anfangs bewusst ist. Wenig später findet sich der Spieler in einer fremden Welt wieder. Genauer gesagt auf dem Rathausplatz des Städtchens Tallen, wo sich nach wenigen Augenblicken die zukünftige Begleiterin zeigt: Die freche Elfe Fenny. Um die Kerzenmagie zu erlernen, muss sich Melvin allerdings erst einmal seinen Ängsten stellen und davon hat er reichlich. Außerdem leidet die Stadt unter einem sehr merkwürdigen Fluch, der dafür sorgt, dass die Bewohner nachts nicht friedlich im Bett liegen, sondern ganz andere Charaktereigenschaften hervortreten und die Leute zu Zockern und Trinkern werden…

Die Geschichte von Everlight wird ausschließlich aus Sicht von Melvin in Ingamegrafik erzählt. Vorgerenderte Videos oder öde Textblöcke gibt es nicht. Bis zum Ende des fünf Kapitel umfassenden Titels erfährt der Spieler sehr viel über den Ort, die Geschichte und die zahlreichen Charaktere. Durch den geschickten und überwiegend sehr gut gewählten Einsatz von Close-Up-Ansichten verlaufen die Dialoge auch nicht immer im gleichen, eintönigen Blickwinkel, sondern sorgen für ein wenig mehr Filmatmosphäre. Hinter der schönen und interessanten Geschichte, die immer wieder durch kleine Wendungen und Überraschungen aufwarten kann, gilt es auch etliche, klassische Point & Klick-Aufgaben zu meistern, wobei sich die Entwickler viel Mühe gegeben haben, das Interface intuitiv und eingängig zu gestalten. Auch sorgen, wie schon in Simon, zahlreiche Komfortfunktionen für einen angenehmen Spielablauf.

… und Probleme

Bevor sich Melvin jedoch seinen Ängsten stellen kann, wobei ihm Fenny ärgerlicherweise nicht einmal verraten will, wann eine Prüfung beginnt, muss er sich um den örtlichen Fluch kümmern, der die Bewohner belastet. Der erste Weg führt daher ins Rathaus der Stadt, wo dann auch gleich die erste größere Aufgabe zu meistern ist. Der kleinkarierte Hausmeister will ihn nämlich nicht durchlassen und er verteilt Nummernkärtchen. Erst wenn die gezogene Nummer 9988 angezeigt wird, darf Melvin vorsprechen, was doch sehr lange dauern kann, wenn auf der dreistelligen Anzeigetafel gerade mal eine 13 steht. Natürlich wird sich Melvin nun nicht einfach auf die Wartebank setzen und bis zum Sankt-Nimmerleinstag ausharren. Irgendwie muss man den Hausmeister und sein Wartesystem doch austricksen können. Bei dieser Gelegenheit lernt der Spieler auch gleich die anderen Bürger und die Stadt selbst kennen. Neben dem Rathausplatz inklusive Rathaus und Kneipe gibt es in den anderen Stadtteilen eine Bücherei, eine Poststelle, den Schmied, das Gefängnis und den örtlichen Magieladen. Im weiteren Spielverlauf kommen noch eine Manufaktur, die Höhle eines Einsiedlers, das lokale Abwassersystem, mehrere Gebäude der NPCs, ein Friedhof und eine Waldlichtung (inklusive Jagdhütte) dazu. Das war es dann jedoch auch fast schon mit Schauplätzen und die Welt von Everlight ist somit recht übersichtlich. Nach dem ersten Kapitel kennt der Spieler dann auch schon einen Großteil der Locations. Die eher geringe Anzahl an Schauplätzen wirkt sich somit leider auch ein wenig auf das Gameplay aus, sprich: die meisten Schauplätze wird der Spieler nicht nur ein oder vielleicht zweimal aufsuchen, sondern sehr viel öfters. Immer wieder gibt es neue Aufgaben oder Ereignisse, die dazu führen, dass Melvin die Stadt wieder abklappern und herausfinden muss, wo es für die neue Aufgabenstellung Lösungselemente gibt.

Zum einen gibt es, wie es sich auch für ein gutes Point & Klick-Adventure gehört, klassische Kombinationsaufgaben. So muss sich der Held aus Schnur und Magnet eine Magnetangel bauen, Tränke müssen gemischt und Zutaten gesammelt werden. Der Held kann dabei alles im Inventar verstauen, was irgendwie im späteren Spielverlauf zu gebrauchen ist. Nur an zwei Stellen kann ein Gegenstand nicht direkt eingesteckt werden, wobei Melvin aber auch mehr als andeutet, dass die Objekte durchaus interessant sind und man sich merken sollte, wo sie sind. Oftmals ist das Objekt der Begierde auch schon direkt vor ihm, doch der NPCs will sich nicht so einfach davon trennen und erwartet eine kleine Gegenleistung. Erst wenn Melvin etwa den Brief für Laura zur Post gebracht hat, die ärgerlicherweise genau in dem Moment streikt, gibt es im Gegenzug die gesuchten Dokumente, die Lauras Vater besitzt. Solche Aufgaben gibt es reichlich, was aber gar nicht mal so schlecht ist. So weiß der Spieler in vielen Fällen, was er in etwa machen muss, wo es weiter geht und welches Ziel als nächstes erreicht werden sollte. Zudem gibt die freche Fee Fenny auch immer wieder kleinere Tipps, um den Spieler nicht zu sehr im Dunkeln tappen zu lassen.

Ein Punkt, der bislang noch gar nicht angesprochen wurde, ist der Wechsel zwischen Tag und Nacht. Nachdem es Melvin endlich geschafft hat, beim Stadtrat vorzusprechen, darf er sich höchst offiziell um das Problem der Stadt kümmern und kann auf Staatskosten in der Gaststätte übernachten. Ab diesem Zeitpunkt kann der Spieler per Knopfdruck zwischen Tag und Nach umschalten. Der Bildschirm wird kurz dunkel und zeigt dann die "andere Welt". Hier kompensiert Everlight ein wenig die geringe Anzahl an Schauplätzen, da es durch den Tageszeitwechsel doppelt so viel zu entdecken gibt. Nachts hat sich in der Welt nämlich einiges verändert. Die Leute halten sich nicht nur an anderen Schauplätzen auf, sondern führen auch ein sehr sonderbares Nachtleben. So betreibt eine ältere Dame, die sich am Tag immer nur mit dem Nachbarn streitet, Abends ein Bordell, hat Potenzmittel, Duftkerzen, Ketten und Peitschen im Haus und der Nachbar steht als Spanner vor dem Fenster. Der Wechsel ist dabei nicht nur ein nettes Goodie, sondern elementarer Bestandteil, um im Spiel voranzukommen, um z. B. an Objekte zu kommen, die am Tag "bewacht werden". Aber auch das unterschiedliche Leben der Bewohner spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Die Stadtwache wird in der Nacht zum Feigling, der Schmied zum Säufer und Zocker, ein kleiner Köter zur Riesenbestie und der Bibliothekar zum Erfinder.

So manche Aufgaben lassen sich auch durch schlichte Dialoge lösen oder der Held quatscht einfach so mit einem der zahlreichen, sehr interessant ausgearbeiteten Bewohner der Stadt. Eigentlich haben alle irgendwie kleine oder große Probleme. Zudem eignen sich die Bewohner bestens dazu, um als Informationsquelle angezapft zu werden, da der Spieler in den Gesprächen nicht nur Details über die Einwohner oder die Stadt erfährt, sondern auch manche Rätselhinweise. Leider gibt es auch einige Passagen, die sehr stark aus "Laufen und Reden" bestehen, was nicht jedem Spielertyp gefallen dürfte. Trotzdem gibt es in den zehn bis zwölf Stunden Spielzeit einiges zu entdecken, viel Humor (etwa ein Schmied, der an Excalibur 2.0 arbeitet) und überwiegend sehr fair eingestreute Rätsel zu lösen. Am Ende rechnet Fenny schließlich auch noch mit dem Spieler ab und bewertet, wie gut oder schlecht er sich angestellt hat.

Präsentation

Nicht nur alte Adventure-Hasen, sondern auch Einsteiger werden sich sehr schnell in Everlight zurechtfinden. Die Steuerung und das Interface sind sehr durchdacht designt. Fährt der Spieler mit der Maus über einen interessanten Punkt in der Landschaft, dann zeigt der Mauszeiger nicht nur an, welche Aktion (Reden, Benutzen, Ansehen, etc.) möglich ist, sondern eine Texteinblendung informiert zudem, was gerade markiert ist. Darüber hinaus wartet der Titel mit weiteren Komfortfunktionen auf, die es auch schon in Simon 4 gab. So lassen sich per Tastendruck alle auf dem Bildschirm befindlichen Objekte und Personen anzeigen. Auch die Ausgänge aus dem aktuellen Bildschirm lassen sich temporär hervorheben. Mit einem Doppelklick kann der Held sofort den Bildschirm verlassen und eine Karte dient als Schnellreisefunktion. Zudem gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, die bestimmen, wie viel Hilfe der Spieler durch die integrierte Hilfefunktion bekommt. Von keinen Tipps bis unbegrenzt vielen Ratschlägen reicht die Auswahl. Entsprechend können Profis komplett auf Hinweise verzichten und Einsteiger im Notfall immer mal nachschauen, in welche Richtung es weitergeht. Die Entwickler haben aber nur grobe Hinweise und Lösungsansätze integriert und keine vollständige Komplettlösung. Ebenfalls sehr gelungen ist die Optik. Die Stadt und das Umland von Tallen wirken sehr glaubwürdig und stimmig und können mit zahlreichen kleinen Details aufwarten. Überall gibt es etwas zu entdecken, auch wenn es sich dabei oftmals nur um Dekoration oder "überflüssige" Gegenstände handelt. Auch ist die Welt mit Leben erfüllt. Am Himmel ziehen Wolken vorbei, Feuer prasselt in der Schmiede und es gibt zahlreiche NPCs. Tageszeiten, sowie die unterschiedlichen "Lebensweisen" der NPCs sorgen ebenso für Abwechslung auf dem Schirm. Die zahlreichen Gespräche werden zudem über sehr gute Close-Up-Einstellungen ins rechte Bild gesetzt. Doch es ist auch nicht alles Gold, was Everlight bietet. Neben etwas zu gering aufgelösten Texturen bei den NPCs fallen insbesondere die stetigen und teils recht langen und nervigen Ladezeiten ins Gewicht. So dauert es mitunter schon fünf bis zehn Sekunden, bis der nächste Bildschirm geladen ist, selbst wenn der Spieler nur einen Wechsel von Tag zu Nach vollzieht oder einen Blick auf die Karte wirft. Gerade die Ladezeiten zerren dann schon ein wenig an den Nerven, wenn man gerade wieder einmal die Stadt abklappert, um die Stelle zu finden, wo es nun weitergeht. Doch dafür entschädigt ein recht stimmiger Soundtrack, der überwiegend für eine angenehme Atmosphäre sorgt. Nur an einigen Stellen passt die Melodie nicht wirklich zum Spielgeschehen bzw. setzt zum Höhepunkt an, wenn gerade ein eher "laues" Gespräch geführt wird. Nichts zu bemängeln gibt es dagegen an der insgesamt sehr gelungenen Sprachausgabe. Die zahlreichen, teils sehr skurrilen NPCs haben gute Sprecher und auch der Humor weiß zu gefallen. Immer wieder lockert ein Spruch das Gameplay auf. Sei es, dass Melvin im Rathauskeller konfiszierte Killerspiele findet, sich die Elfe über den verstärkten Einsatz von RPG-Aussagen in Adventures beschwert oder andere Spiele, wie etwa Simon the Sorcerer oder Monkey Island aufgegriffen werden.

Meinung

Wer einen Teil des Weihnachtsgeldes in ein Adventure stecken möchte, der macht mit Everlight wenig falsch. Der Spieler wird in eine sehr schöne, faszinierende, interessant gestaltete und teils humorvolle Welt entlassen. Besonders die unterschiedlichen und gut ausgearbeiteten Charaktere wissen zu gefallen und der Einsatz des Tag und Nachtwechsels sorgt für einige recht gelungene Rätseleinlagen und bietet viel Raum für Entdeckungen. Die Optik weiß zu gefallen und die Sprachausgabe ist wunderbar gelungen. Dank vieler optionaler Hilfen und die aus Simon 4 gewohnten Komfortfunktionen ist Everlight ein Spiel für Adventure-Kenner und Einsteiger. Neben den teilweise etwas dialoglastigen Rätseln und der überschaubaren Anzahl an Schauplätzen stechen primär die recht langen Ladezeiten unangenehm hervor. Ansonsten gibt sich das Spiel keine Blöße und bietet gelungenen Adventurespaß in einer faszinierenden Welt.


Geschrieben am 24.12.2007, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
 



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