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Eulemberg-Experiment  

Rückseite ]

Info
Autor 3
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 1.5
 1.5
Gesamt (4 votes) 4+
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 1.3
 1
Name:Eulemberg-Experiment, Das
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2006/08
Publisher: Most Wanted Games
Entwickler: Artematica
Hardware: 733Mhz, 128MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 700 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch bekannt als Martin Mystère.
Eulemberg-Experiment, Das (review von nali_warcow)

Ab und zu dauert es ein wenig länger, bis ein Titel die heimischen Gefilden erreicht. Mit ein wenig Glück sind es nur einige Tage oder Wochen, mitunter dauert es aber auch Monate. In einigen Fällen kommt ein Game auch gar nicht mehr auf den heimischen Markt. Publisher Most Wanted Games hat dann letztlich doch noch Das Eulemberg-Experiment, das als "Martin Mystère: Operation Dorian Gray" Ende 2004 bereits in Italien veröffentlicht wurde und Anfang 2005 englische und amerikanische Spieler beglückte, nach über 18 Monaten als deutsche Fassung veröffentlicht. Ob sich das Spiel von Entwickler Artematica nach so langer Zeit gegen die aktuelle Konkurrenz und den Adventures der letzten Jahre behaupten kann, soll das Review klären.

In der schön gestalteten Eurobox befindet sich eine ganz normale DVD Box, die neben der Spiel CD, die sich jeder Käufer gut ansehen sollte, da darauf ein Lösungshinweis für ein späteres Rätsel versteckt ist, außerdem ein Handbuch und einen Werbeflyer für das offizielle Lösungsbuch (das es bereits zum kostenlosen Download gibt) zum Spiel enthält. Das Handbuch ist zwar nicht sonderlich umfangreich, allerdings in Farbe und alle wichtigen Grundlagen des Gameplays und die Hauptcharaktere werden beschrieben. Technische Probleme mit dem Eulemberg-Experiment traten im Testverlauf nicht auf.

Auf ins Abenteuer

Für Professor Adam Quinn beginnt die Geschichte nach einer recht unruhigen Nacht. Kaum geschlafen und früh am Morgen wurde er durch einen Anruf aus den Federn gescheucht. Der Inspektor ist am anderen Ende der Leitung und bittet Adam darum, ihn bei der Aufklärung eines Mordes behilflich zu sein. Professor Eulemberg wurde in seiner Villa ermordet aufgefunden und - wie so häufig - fehlt jede Spur. Durch seine Zustimmung, bei der Ermittlung behilflich zu sein, begibt sich Adam auf eine abenteuerliche Reise, die ihn bis in mexikanische Tempelruinen führt, wo er eine erstaunliche Entdeckung macht… Doch gerade am Anfang hat das Spiel leichte Startschwierigkeiten, bis der Spieler endlich am Schauplatz des Verbrechens ankommt und die Untersuchungen beginnen kann. Im späteren Verlauf wird es dann etwas spannender und kleine Überraschungen lockern die Geschichte auf. Die Hintergrundgeschichte wird dabei ausschließlich in Dialogen und Ingamesequenzen vorangetrieben. "Hochauflösende Videosequenzen", von denen auf der Packungsrückseite gesprochen wird, werden lediglich für kleine Schauplatzwechsel, z. B. wenn der Charakter mit einem Flieger nach Mexiko fliegt, geboten.

Vom Gameplay her bietet Das Eulemberg-Experiment reinrassige Adventurekost ohne Schnörkel in Form von Action- oder Schleicheinlagen. In bekannter Point & Klick Manier wird der Charakter durch die Welt geschickt, werden Objekte benutzt, Gegenstände gefunden, Rätsel gelöst und NPCs in ein Gespräch verwickelt.

Auf Spurensuche

So, der untere Teil der Villa wurde durchsucht, allerdings ist der entscheidende Hinweis bislang ausgeblieben. Da wird eine gründliche Untersuchung des Mordzimmers wohl mehr bringen. Also die große Treppe in der Eingangshalle hinauf, oben nach rechts und ab in Richtung von Professor Eulembergs Schlafzimmer. Nicht so schön ist der störrische Wachmann vor der Tür, der Adam nicht hineinlassen will. Ohne Beweis, dass er für die Polizei arbeitet, darf er nicht hinein. Im Gespräch zeigt sich der Beamte erstaunlich wiederstandfähig und fällt auf keinen der bekannten "schauen sie hinter sich"-Tricks herein. Da der Inspektor leider nicht verfügbar und den Tatort wohl schon verlassen hat, bleibt Adam nichts anderes übrig, als den Ausweis zu suchen, den er zu Hause vergessen hat. Ein kurzer Klick auf die Stadtkarte bringt ihn dann auch schnellstens wieder zurück in die eigenen vier Wände. Seine Sachen waren in der Waschmaschine und da der Wasserschaden im Keller inzwischen vom beauftragten Servicetechniker beseitigt wurde, ist der Weg nach unten frei. Doch leider hat die Waschmaschine den Wasserschaden im Keller nicht heil überstanden und die Tür klemmt. Adam kann sich noch so sehr bemühen, aber die Tür rührt sich einfach nicht. Hier sind wohl härtere Mittel gefragt. In der Küche sollten sich doch sicher nützliche Haushaltshilfen finden lassen. Also kurz die Treppe wieder hoch und vom Wohnzimmer aus in die Küche. Eine Suche fördert auch bald einen Entkalker ans Tageslicht. Damit lässt sich Tür schließlich öffnen und der Ausweis aus den Klamotten fischen. Wieder zurück in der Villa hat Adam nun kein Problem mehr, am Polizeiposten vorbeizukommen. Im Zimmer beginnt die gründliche Untersuchung der Leiche und des eigentlichen Raumes. Neben Aufzeichnungen ist es ein kleiner Bilderrahmen, der es Adam angetan hat. Bei genauerer Betrachtung gibt dieser schließlich auch einen besonderen Inhalt frei, einen Briefumschlag. Zwar könnte Adam den Brief einfach öffnen, doch irgendwie hat es der Held im Blut, dass der Umschlag vielleicht doch besser so geöffnet wird, dass es nicht zu erkennen ist und der alte Wasserdampftrick kommt ihm sofort in den Sinn. Also wieder zurück ins Haus und ab in die Küche. Ein Teekessel steht gleich griffbereit und wenige Augenblicke später steht das nächste Ziel fest: Es geht nach Mexiko.

Es war nicht der Gärtner

Kaum hat Adam eingewilligt sich um den Fall zu kümmern, warten schon die ersten Aufgaben auf den Spieler. Allerdings sind diese gerade für den Einstieg etwas unglücklich gewählt und wirken etwas aufgesetzt. Der Kleiderschrank des Professors wurde von seiner Frau abgesperrt und den Schlüssel hat sein Diener Iashi. Doch dieser gibt sich sehr wortkarg und will ihn nicht rausrücken. Im Austausch gegen eine kleine Statue ist er schließlich jedoch doch dazu bereit. Warum, wieso, weshalb nun eine Statue sein Wunsch ist, ist an der Stelle völlig unklar und kann lediglich durch Ausprobieren herausgefunden werden. Aber auch die Werkstatt muss angerufen werden, damit der Wagen aus der Reparatur zurückkommt. Was im Klartext bedeutet, der Zettel mit der Rufnummer muss gefunden werden. Der Autohändler meldet sich auch freundlich mit den Worten, dass er schon auf den Anruf gewartet hat. Nur warum ruft er dann nicht mal selber an und sagt, dass der Wagen fertig ist? Nach diesem doch etwas kuriosen Spielstart wird das Spiel kontinuierlich besser, wobei sich recht viele Rätsel mit ein wenig Nachdenken meist fix lösen lassen. Bei späteren Tauschgeschäften wird Adam beispielsweise gesagt, dass er die Karten zum Nachtclub erst bekommt, wenn er das ausgeliehene Buch zurück bringt. Entsprechend gilt es hier zurück ins Haus zu gehen und das Buch zu holen. Spieler, die es gar nicht mögen, erst im späteren Spielverlauf Gegenstände aufnehmen zu können, werden am Eulemberg-Experiment nicht glücklich. Immer mal wieder kehrt der Held an Orte zurück und kann dann einen Gegenstand aufnehmen, wenn dieser nützlich geworden ist und gebraucht wird. Doch das liest sich schlimmer, als es im Spiel selber realisiert. Da trägt der Held eben nicht den Entkalker den ganzen Tag im Inventar mit sich rum, sondern muss vom Keller in die Küche hetzen, um die Tür der Wachmaschine frei zu bekommen. Ärgerlich ist es da schon eher, wenn der Spieler eine Aktion nicht durchführen kann, weil er eine bestimmte Aktion nicht ausgeführt hat. Benutzt Adam nur die Waschmaschine, um diese zu öffnen, dann wird nicht die Aktion "frei geschaltet" sich den Entkalker in der Küche nehmen zu können. Erst wenn sich der Spieler die Maschine angesehen hat geht es. Insgesamt bleibt das Spiel jedoch auch bei solchen Aktionen immer fair. Entsprechende Kommentare "Das kann ich jetzt noch nicht benutzen / nehmen" weisen schon entsprechend beim ersten Durchsuchen eines Bildschirms darauf hin. Ein gründliches Absuchen des Bildschirms ist daher Pflicht. Allerdings sind die wichtigen Objekte mitunter recht gut versteckt bzw. nur wenige Pixel groß. Daher gilt es sich gründlich alle Objekte anzuschauen, so dass auch ein Bleistift gefunden wird, den der Held beispielsweise unter einem Stoß Papieren findet. Allerdings reicht es nicht, sich den Papierhaufen anzuschauen, erst wenn dieser benutzt wird, wird auch der erwähnte Bleistift aufgenommen. Insgesamt sollten die Rätsel auch Einsteiger vor keine all zu großen Probleme stellen. Das für manche sicherlich schwerste Rätsel lässt sich auch ganz einfach lösen, wenn ein Original des Spiels erworben wurde und die Spiel CD genauer untersucht wird. Die Lösung ist in vielen Fällen in unmittelbarer Umgebung zu finden, ansonsten wird der Spieler schon darauf hingewiesen, dass er erst etwas anderes machen muss bzw. einen anderen Ort aufzusuchen hat. Kleinere Aussetzer gibt es allerdings auch hier. In Mexiko sucht Adam einen Archäologen auf. Allerdings möchte der Herr nicht mit ihm Reden. Das Notizbuch spricht weiterhin davon, dass der Held den Archäologen finden(!) soll und der Versuch, die Gegend über die Karte im Inventar zu verlassen, ist ebenfalls nicht möglich. Erst nach dem Versuch mit dem Wagen zurück in die Stadt zu fahren, geht die "Handlung" weiter und der Spieler landet dann doch wieder in der eigenen Wohnung. Etwas künstlich wirkt hier auch der Rückflug in die USA, nur damit Adam dort einen Beweis beschaffen kann, wodurch ihm der Archäologe letzendlich Vertrauen entgegenbringt. Deutlich gelungener ist da schon der kleine Wechsel zu Laura, die kurzzeitig gesteuert werden darf und ihren Mann aus einem Tempel befreien muss.

Präsentation

Wer sich schon einmal an einem Adventure versucht hat, wird auch mit dem Eulemberg-Experiment keine Probleme haben. In gewohnter Point & Klick Manier wird der Charakter durch die Räume geschickt, Gegenstände untersucht und Objekte aufgesammelt. Ein einfacher Linksklick aktiviert die jeweilige Aktion (Untersuchen, Nehmen, Benutzen oder Reden) und mit der rechten Tasten wird zwischen den Aktionen gewechselt. Laufen kann der Charakter nicht, er schreitet eher gemächlich durch die Gegend. Da das Spiel allerdings nicht sonderlich viele Laufaufgaben beinhaltet und die Wege recht kurz gehalten sind, fällt der Kritikpunkt nicht besonders stark ins Gewicht. Für Schauplatzwechsel gibt es eine handliche Karte im Inventar. So kann selbst im Hochhaus einfach ein Punkt auf der Stadtkarte angewählt werden und dadurch erspart sich der Spieler den Weg zurück ins Erdgeschoss, aus dem Gebäude und zum Auto. Wie angesprochen sind die Hotspots für die einzelnen im Bild versteckten Objekte recht klein geraten, daher ist es besonders wichtig, auf die kleine Infoeinblendung am unteren Bildschirmrand zu achten. Dort wird angezeigt, welcher Gegenstand gerade angewählt ist. Mittlerweile schon in Mode gekommen sit die Breitbildformatdarstellung und auch das Eulemberg-Experiment hat oben und unten schwarze Balken und füllt den Bildschirm somit nicht vollständig aus. Bei Bedarf kann der Spieler am unteren Rand das Inventar öffnen, das jedoch leider nicht offen bleibt, sondern immer wieder geöffnet werde muss. Grafisch präsentiert sich das Spiel sehr zweischneidig. Die Hintergründe des Spiels sind sehr hübsch und wissen für ein Spiel, das vor über 1,5 Jahren auf den Markt gekommen ist, zu gefallen. Die 3D Modelle und Animationen sind jedoch "Asbach uralt" und sehen leider auch entsprechend aus: wenige Polygone und sehr schwach aufgelöste Texturen heben die Figuren merklich vom Hintergrund ab und lassen diese doch sehr deplaziert wirken. Auch die Animationen wirken unfertig und staksig, wobei der Charakter mitunter Bewegungen eher andeutet, nicht vollständig ausführt oder sich gar zum Aufheben eines Gegenstandes rechts von sich zur linken Seite dreht. Außerdem kommt es zu kurzen Animations- bzw. Wegfindungsproblemen, sollte der Spieler mit einem Doppelklick einen Wegbefehl geben. Dann dreht sich Adam kurz auf der Stelle und folgt erst ein/zwei Sekunden später wieder den Anweisungen. Akustisch gibt es für jeden Schauplatz des Spiels eine andere passende Musik zu hören. Allerdings ist der Soundtrack durchweg sehr laut statt durch eher ruhige Klänge den Spieler beim Rätseln und Durchsuchen der Welt eine entspannte Atmosphäre zu bieten. Vielmehr geht die Musik in Richtung "Dauerspannung". Wäre ja alles nicht so schlimm, wenn der Spieler wenigsten die Lautstärke regulieren könnte. Eine solche Option bietet das Spiel jedoch nicht. Bedingt auch durch eine eher durchwachsene Sprachausgabe werden da einige Spieler wohl eher die Boxen am Rechner ausschalten. Nicht nur einige Nebencharaktere wie beispielsweise Adams Frau wirken unglücklich gewählt, auch die häppchenartige Vortragsart klingt etwas komisch. Die Charaktere sprechen so, wie auch der Untertitel am unteren Bildschirmrand erscheint. Hier werden jedoch nie ganz Sätze angezeigt, sondern immer nur kurze Bruchstücke. Inzwischen sind es Adventurespieler auch gewohnt, dass man sich zurücklehnen kann und ein Spiel vollständig vertont erlebt. Beim Eulemberg-Experiment gibt es nur Sprachausgabe für Dialoge zwischen den Charakteren. Gibt der Held einen Kommentar zu den zahlreichen Gegenständen und Objekten in der Spielwelt ab, dann erscheint lediglich Text auf dem Schirm. Auch der Text ist sehr unglücklich in kleine Fragmente unterteilt und erfordert einige Klicks, bis die nächste Aktion getätigt werden kann, außer der Spieler hat jeweils die Geduld, bis eine Textzeile jeweils automatisch verschwunden ist.

Meinung

Das Eulemberg-Experiment bereitet am Anfang einige Startschwierigkeiten, bis man dann wirklich ins Spiel kommt und seinen daran Spaß findet. Insbesondere die mittlerweile etwas angestaubte Technik und einige arg konstruiert wirkenden Rätsel zu Beginn zehren an der Geduld des Spielers. Hat die Handlung dann jedoch ein wenig Fahrt aufgenommen, die ersten Infos gesammelt und sich der Spieler an das genaue Absuchen des Schirms gewöhnt, dann macht das Abenteuer auch Spaß. Wirklich schwer ist das Spiel dabei allerdings nie, wodurch die Suche nach dem Mörder leider auch recht bald vorbei ist.


Geschrieben am 06.09.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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