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Enclave  


Info
Autor 3
 2
 1
 1.5
Gesamt (91 votes) 2
 1.8
 1.3
 1.9
Team (2 votes, siehe hier)3+
Name:Enclave
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2003/06
Publisher: Atari
Entwickler: Starbreeze
Hardware: 700Mhz, 128MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 2200 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Bemerkung: benötigt DVD Rom /auch für Xbox
USK: 16
Enclave (review von yak)

Geteiltes Leid ist halbes Leid, sollte man meinen, nicht so jedoch in der Welt von Enclave.

Der Einfachheit halber rammte der Zauberer Zale einen Zauberstab in die Erde, als die dämonischen Truppen vom Höllengeschöpft Vatar das elfische Celenheim dem Erdboden gleich machen wollten. Durch die Macht der Magie bebte die Erde, der Himmel verdunkelte sich, die Erde teilte sich und hinterließ eine riesige Kluft, die, so berichteten Legenden, den Zauberer und den Dämon Vatar mit in der Tiefe riss.

Die Welt war durch die Kluft geteilt und die Dunkle von der Lichten Seite getrennt. Die Bewohner von Celenheim lebten bald friedlich und in Wohlstand, wohingegen auf der anderen Seite nicht Zufriedenheit, sondern der Hass gegen Celenheim wuchs. Die Streitkräfte von Celenheim bewachten die Grenze zur Kluft gut, denn die Macht der Outlander, wie die Bewohner der Dunklen Seite in Celenheim genannt wurden, wuchs und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie ihre Revanche einforderten. Im Laufe der Jahrhunderte bildete sich die vormals unüberwindliche Kluft langsam zurück und damit nahmen auch Angst, Überfälle, Morde und Raubzüge wieder Einzug in Celenheim. Doch es gab ein Gerücht über einen Verbündeten, der jenseits der Outlands in einer Enklave lebte. Wie wird er sich entscheiden? Wird er den Bewohnern von Celenheim beistehen oder sich von der Dunklen Seite der Macht verführen lassen (um es vorweg zu nehmen: Vatar ist NICHT sein Vater!)

Ursprünglich als Xbox-Exklusiv Titel veröffentlicht, dürfen nun auch PC-Spieler in dem Hack & Slay Abenteuer der Starbreeze Studios ihr Geschick beweisen. Wer die Xbox Fassung kennt und gespielt hat, erinnert sich sicher noch an die Hauptkritikpunkte: Mörderischer Schwierigkeitsgrad und keine Savefunktion innerhalb der Level. Die PC Fassung wurde entsprechend leicht geändert und in diesen Punkten angepasst. Doch dazu später mehr.

Die technische Realisation von Enclave ist durchweg gelungen. Eindrucksvolle Graphik mit guter Sichtweite vermitteln auf Anhieb, sich mitten in einer Fantasywelt zu bewegen, in denen Ritter, Dämonen, Orks, Goblins und Magier zur Tagesordnung gehören. Viel Liebe zum Detail und besonders gut ausgearbeitete Texturen und Spezialeffekte sorgen für eine gelungene Atmosphäre, die uns im Verlauf des Spiels an die unterschiedlichsten Orte entführt, die für genügend Abwechslung sorgen. So darf man in Dörfern wüsten, verlassenen Mienen erforschen, eine Hafenstadt, Festungen und sogar eine Stadt auf dem Meeresboden besuchen. Hohe Sichtweiten sind für die Engine kein Problem, wenn auch der Horizont, anders als beispielsweise in Gothic, lediglich aus einer Bitmap besteht. Gelungene Effekte wie Nebel, Wasser und Feuer runden das Bild mit eindrucksvollen Zaubereffekten ab. Die Figuren sind hochdetailliert. So findet man u. a. Orks, Ritter, Berserker, Zauberer, Assassine, Goblins, Lichs und Golems. Besonders viel Aufwand wurde bei den eigenen Spielfiguren betrieben. So kann man nach Rüstungs- und Waffenupgrade seine Helden in einer richtigen Metamorphose erleben, wie sie von einem ungeschützten "Etwas" zu einem mittleren Panzer mutieren. Dabei ist das Rüstungsupgrade sehr charakterspezifisch und höchst phantasievoll entworfen. Eine tolle Designleistung. Eine Zauberin trägt in der schweren Rüstung z. B. für den finalen Schliff ihres Gewandes schwarze Federn am Helm. Erwähnenswert sind außerdem die Spiegelungen und die daraus resultierenden Metalleffekte auf den Rüstungen. Die Animationen sind leider nicht ganz so gelungen. Die Figuren bewegen sich ein wenig zu gleichförmig und monoton, was jedoch mehr an der eigenen Spielfigur auffällt, als an den Gegnern.

Was Enclave jedoch vermissen lässt ist Darstellung einer belebten Welt. Alles wirkt insgesamt zu statisch und unbelebt. Bis auf einige Blätter oder ein paar Schmetterlinge gibt es nichts an Flora oder Fauna, was die Welt von Enklave, mit Ausnahme der Gegner, bevölkert. Hier und da ein paar Ratten in der Kanalisation, ein paar Fische im Wasser oder Vögel am Himmel täten wahre Wunder. Zwar gibt es einige NPCs, die uns begleiten oder z. B. einen im Käfig gefangenen kleinen Goblin, der uns in einer imaginären (untertitelten) Sprache vollbrabbelt und um Freilassung winselt, was sehr lustig ist, jedoch eindeutig zu wenig, um eine lebendige Welt zu simulieren. Die Atmospähre wird auch dadurch leicht eingeschränkt, weil nicht alle Bereiche und Häuser begehbar sind, was die ausgezeichnete Graphik etwas zur Makulatur degradiert.

Die deutsche Synchronisation ist professionell umgesetzt und ohne Tadel. Waffengeräusche und Umgebungssounds sind von hoher Qualität, was jedoch für die Musik nicht zutrifft. Zwar gibt es einen guten, orchestral angehauchten Soundtrack mit melodischen Actionsounds, die sehr an die Komposition des Films "Speed" von Marc Mancina erinnern, jedoch ist das Thema sehr kurz und wiederholt sich viel zu schnell, so dass es bereits nach kurzer Spielzeit nervig wird.

Gesteuert wird Enclave im Gegensatz zur Xbox-Version jetzt ausschließlich mit Tastatur/Maus. Die Benutzung eines Gamepads ist nicht vorgesehen.

Zum Gameplay: Enclave ist kein Rollenspiel, auch wenn der Packungstext mit Erwähnung der 12 Charakterklassen dies vielleicht zum Teil versprechen will. Es handelt sich vorrangig und ein Hack & Slay Game mit ein paar kleinen Rätseln. Es gibt zwei spielbare Kampagnen, in denen man sein Glück als Held oder alternativ, wenn man die erste Kampagne durchstanden hat, auch als Bösewicht versuchen kann. Man beginnt die Lichtkampagne als Ritter und muss zuerst dem Gefängnis entkommen, dass auch als Tutorialmission dient. Man erlernt die üblichen Fortbewegungsarten, den Kampf und die Interaktion mit Gegenständen, die jedoch auf einfachste Art beschränkt ist und über ein "Nutze Schlüssel", "Drücke Schalter" nicht hinausgeht. Im Grunde geht es einzig darum, jeden Gegner niederzustrecken, ein paar kleine Missionsziele zu erreichen und den Level nach Schätzen wie Gold und Edelsteine abzusuchen, die uns später bei der Ausrüstung unseres Charakters hilfreich sein sollen. Schließt man die Mission erfolgreich ab, erhält der Spieler zusätzlich zu den bereits gefundenen Besitztümern zumeist noch vom Auftraggeber der Mission eine Belohnung. So darf man beispielsweise für einen Händler den Geleitschutz spielen und in der Stadt einen vermissten Schlüssel finden, ein Artefakt aus einem Tempel sicherzustellen, die jungfräuliche Elfenprinzessin vor der Opferung zu retten oder muss Treibstoff für ein Luftschiff finden. Die Missionen sind stets linear und von einfachem Strickmuster, so dass es innerhalb der Level kaum ein "Verirren" gibt. Enclave beschränkt sich also im Gameplay darauf, dass der Spielcharakter einen Raum betritt, ihn von Gegner "befreit", um in den nächsten zu gelangen oder von den Besiegten einen benötigten Schlüssel zu erbeuten. Damit gleicht Enclave eher einem Arcadegame. Alternative Lösungswege oder Zusatzquests gibt es nicht. Lediglich das Auffinden aller Bonusgegenstände gibt den Anreiz, jeden Winkel des Levels abzusuchen, da dadurch entsprechend eine bessere Ausrüstung für den Spielcharakter erworben werden kann. In ein paar Bonusmissionen in Form einer Kampfarena, die jedoch nicht zwingend zu spielen sind, darf man gegen mehrere Gegner antreten. Geht man siegreich hervor, wird dies mit einer guten finanziellen Zuwendung belohnt.

Das Kampfsystem ist sehr einfach gestrickt. Ein Mausklick für einen Schlag auf den Gegnern und, wenn man den richtigen Rhythmus beherrscht, drei Mausklicks für eine Komboattacke. Mehr ist angriffstechnisch nicht zu erwarten. Als Alternative gibt es noch die Abwehrfunktion, die, je nach Charakterklasse, mit dem Schild oder einem Schutzzaubers ausgeführt wird. Für den Nahkampf findet sich in Enclave also leider eine Nahkampfsparversion und von den auf der Featureliste beschriebenen Trefferzonen ist wenig zu finden. Diese findet man nur teilweise bei Nutzung von Fernwaffen. Hier ist es zumindest möglich, mit Bogen oder Armbrust "Headshots" zu verteilen. Die Charaktere können jeweils zwei Waffen bei sich tragen.

Im Verlauf der Kampagne werden weitere Charaktere freigeschaltet, die dann jeweils für Missionen spielbar sind. So gesellen sich beispielsweise in der Lichtmission eine Jägerin hinzu, deren Fähigkeiten im Gebrauch des Bogens ausgeprägt ist. Druiden, Halblinge, Ingenieure und Zauberer komplettieren die Runde. So darf man, je nach Charakterwahl auch entsprechende Ausrüstungen,Waffen und Zauber zur Anwendung bringen. Ingenieure beherrschen z. B. den Einsatz von Bomben und mit der Nutzung von Druiden und Zauberern nimmt auch die Magie Einzug in Enclave. Dem gegenüber stehen in der Dunklen Kampagne Assassine, Zauberin, Berserker, Goblin, Bombardier oder Lich.

Das in den Missionen verdiente Geld dient praktisch als Basis für die Ausrüstung. So bildet es den Kreditrahmen, für den eingekauft werden kann. Jeder gewählte Charakter für die Mission darf bis zu dem bereits verdienten Limit einkaufen und gekaufte Gegenstände können ohne Verlust wieder veräußert werden. Lediglich Verbrauchsgegenstände wie Heiltränke oder Pfeile reduzieren das "Einkommen". Gewählt werden darf zwischen den unterschiedlichsten Waffen und Zauberstäben. So findet man vergiftete Dolche, Feuerpfeile, Zauberstab der Qualen oder der Flammen, Rüstungen in verschiedenen Stärken, Schilde und Äxte. Für jede Charakterklasse findet sich meist unterschiedliches Equipment.

Enclave verfolgt insgesamt also ein recht einfach gehaltenes Spielprinzip. Abwechslung gibt es nur selten, was auch mit der Hauptkritikpunkt an dem Spiel ist. Zwar darf man gegen ein paar Endbosse kämpfen, diesen z. B. auch mit fest montierten Geschütztürmen auf den Pelz rücken, doch prinzipiell wird alles im Hack & Slay niedergemacht. Durch das undifferenzierte Kampfsystem unterscheidet sich Enclave kaum von dem Spiel Rune. Ein richtiges Anvisieren oder Gegner "aufschalten" ist nicht möglich. So ist ein Treffer im Hau-Drauf-Gemenge meist vom Glück abhängig und kaum beeinflussbar. Lediglich die Nutzung von Fernwaffen macht Enclave hier interessanter als das Wikingergemetzel, was auch durch die eindrucksvollen und zum Teil riesigen Zwischengegner verstärkt wird. Ein vielfältiges Kampfsystem wie in Severance sucht man jedoch vergebens.

Es gibt aber noch eine Reihe von Detailschwächen, die das ansonsten dennoch unterhaltsame Spiel in der Gesamtwertung beeinflussen. Angefangen bei der Steuerung und der Bewegung der Figur. Den Programmierern ist es nicht gelungen, dass sich die Spielfigur realistisch in der Lelvelumgebung bewegt. So sorgen kleine Gegenstände auf dem Boden oft dafür, dass die Figur vor dem Hindernis verweigert. Es darf nicht sein, dass ein kleiner auf dem Boden liegender Holzbalken voraussetzt, dass man als Spieler diesen nur per Sprung überwinden kann. Hier gibt es eindeutig Defizite in der Spielphysik und im Feintuning. Ebenso ist es ärgerlich, dass uns die Gegner zwar mittels Fernschuss sehr präzise treffen, unsere Schüsse jedoch nicht durch das vergittere Fenster gelangen können und an den Gitterstäben anecken. Warum man in einem Quest einen Schlüssel suchen muss, diesen jedoch nicht aufheben kann, sondern den Questgeber selsbt dorthin bringen muss, erinnert eher an biblische Sprüche wie den Berg zum Propheten zu bringen.

Die KI der Gegner ist mehr als erbärmlich. Zwar sind Attacken mit Fernwaffen höchst präzise und die Wegfindungsroutinen einigermaßen ok, doch manchmal bilden einfache Hindernisse unüberwindbare Probleme. So konnte man dies beispielsweise sehr leicht für sich ausnutzen, sollten die Gegnerhorden einmal zu stark werden. Ein einfacher Zaun sorgte z. B. dafür, dass sie zwar versuchten, dort hinüberzuspringen, doch das Resultat war lediglich, dass sie wie wild auf der Stelle hüpften und damit mehr oder weniger zum Abschuss freigegeben waren. Der Zaun war jedoch niedrig genug, um übersprungen werden zu können. Diese Mängel der Gegner KI ziehen sich durch das gesamte Spiel. So konnte man in einer Arena seelenruhig auf einen Mauervorsprung klettern und von dort alle Feinde ausschalten. Ihre Versuche uns zu folgen blieben allesamt erfolglos. Jedenfalls sahen ihre Hochsprung-Bemühung extrem goldmedaillienverdächtig aus, was man jedoch nicht für den Bereich Schwimmen behaupten konnte. Es machte einfach nur Spaß, angelockte Gegner dazu zu bringen, uns in Wasser zu verfolgen, um dann festzustellen, dass sie wohl nicht schwimmen können. So war es auch möglich, viele Gegner in einem der letzten Level zum befreundeten Zauberer zu "pullen", der sie dann meist erledigte (leider gab es beim Zauberer keine Healthanzeige, so dass auch er manchmal starb und die Mission somit scheiterte).

Eine einfache Methode, sie loszuwerden, was in manchen Punkten des Spiels auch bitternötig war, denn Enclave ist ein Spiel mit sehr hohen Schwierigkeitsgrad und noch höherem Frustfaktor. Zwar gibt es entgegen der Xbox-Fassung jetzt drei wählbare Schwierigkeitsgrade und ein paar Checkpoints im Level, doch das löst bei weitem nicht das Problem. Auch im leichtesten Schwierigkeitsgrad wird Enclave in den höheren Leveln zur absoluten Geduldsprobe. Speichern innerhalb der Level ist nicht möglich. Hat man jedoch einen Checkpoint erreicht, startet man dort mit voller Gesundheit und die bereits erledigten Gegner und Questbestandteile bleiben erhalten. Hier merkt man leider die etwas halbherzige "Zurechtmachung" der Konsolenfassung, denn mit der vorliegenden Lösung hat man praktisch den "Cheat" eingebaut. Einmal einen Checkpoint erreicht, ist man sozusagen unsterblich. Warum teure Heiltränke schlucken, wenn man mit voller Energie am Checkpoint reinkarniert wird? Das nimmt dem Spiel den Anreiz und vor allem auch die spielerische Herausforderung. Sieg oder Niederlage wirkt sich hierbei nicht aus.

In höheren Leveln kehrt sich jedoch dieser Effekt um, da erst relativ spät im Level Checkpoints erreicht werden können und im Endgegnerlevel darauf ganz verzichtet wird. Hier wird es fast unspielbar schwer und ist wirklich nur noch für Hardcoregamer erträglich. Gepaart mit vielen unfairen Stellen, die sofortiges beziehungsweise schnelles Ableben zur Folge haben, kommt nur noch Frust auf (z. B. die Fallen im Haus der Träume). Man kämpft sich mehr oder weniger im Trial & Error Verfahren durch die Level, nur im festzustellen, wo die nächste böse Falle oder eine Gegnerüberzahl auf einen lauert, ohne dass man spielerisch adäquat darauf reagieren kann.

Die Gameballance ist nicht gelungen und kann auch durch die Checkpoints nicht ausgeglichen werden. Es gibt z. B. Gegner, die einen Charakter mit 1-2 Schüssen zu Boden bringen und einige übermächtige Zauber, die den gewählten Charakter binnen Sekunden töten. Selbst die Einnahme des Heiltrankes, der zudem sehr langsam erfolgt, kommt dagegen nicht an, so dass man als Spieler kaum eine Chance hat. Die Folge: Missionsneustart. Enclave treibt es mit dem Trial & Error Prinzip in vielen Stellen soweit, dass man erst einmal austesten muss, welcher Spielcharakter für die entsprechende Mission am geeignetsten ist. Zudem ist die Ballance der Spielfiguren nicht ausgewogen. Zwar ist die Magie der Zauberin sehr stark, doch verbraucht sie Mana, das sich erst nach einiger Zeit wieder regeneriert. Leider "reicht" das Mana nur für ca. 3 Gegner und im Nahkampf ist sie, mit einem kleinen Dolch bewaffnet und schlechter gepanzert als ein Krieger, zumeist schnell unterlegen und wegrennen ist vielleicht eine gute Idee, in der Umsetzung scheiterte dies jedoch meist. So waren die magischen Charaktere für mich eher eine schlechte Wahl.

Die Spielzeit beträgt pro Kampagne ca. 5-6 Stunden. Das Spiel scheint entgegen der Konsolenfassung unzensiert, da der rote Lebenssaft eindeutig zu Tage kommt. Die deutsche Fassung wird als DVD Rom ausgeliefert und beinhaltet 8 Sammelkarten einiger Spielcharaktere im Postkartenformat und ein holographisches Cover.

Insgesamt ist Enclave ein durchschnittliches Spiel, das trotz des wiederholendem Gameplay Spaß machte. Jedoch ist es sicher nicht für jeden Spielertypus geeignet. Das Defizit der fehlenden Speicherfunktion wird nicht durch das reine Hinzufügen der Checkpoints beseitigt und der hohe Schwierigkeitsgrad bringt Enclave sicher auf hohe Seitenabrufe bekannter Cheaterseiten. Graphisch kann Enclave jedoch überzeugen und auch die Geschichte ist phantasievoll erzählt, wenn auch die Möglichkeit der unterschiedlichen Charakterwahl die Atmosphäre etwas drückt, denn die Story ist eindeutig auf einen einzelnen Helden ausgelegt. Eine Identifikation mit den Protagonisten wird durch das mögliche "Bäumchen wechsle dich" Prinzip eher erschwert, auch wenn es sich auf der Featureliste gut liest. Ein System mit verteilbaren Eigenschaftswerten wäre hier vielleicht sinnvoller gewesen. Die freigeschalteten Charaktere erhöhen zumindest den Wiederspielwert, da jede Mission erneut probiert werden kann, um auch dort noch den letzten Edelstein oder Goldsack finden zu können. An Spiele wie Severance reicht Enclave durch die oben beschriebenen Detailschwächen und das minimalistisch umgesetzte Kampfsystem nicht heran. Enclave ist eher etwas für Fans des Genres, andere sollten vielleicht einen Budget-Release abwarten. Hoffen wir, dass die bereits in Arbeit befindliche Fortsetzung etwas mehr Abwechslung bietet.


Geschrieben am 30.06.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Radeon 9500 Pro, 512MB Ram, SB Audigy
 



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