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Elixir  


Info
Autor 4+
 1.5
 1
 2
Gesamt (5 votes) 3+
 2
 2
 1.9
Name:Elixir
Genre: Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2003/02
Publisher: Dartmoor Softworks
Entwickler: g2G Entertainment
Hardware: 300Mhz, 128MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 1000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Patch: 1.1
USK: 12
Elixir (review von mountainking)

Man mag spekulieren, ob sich die Omi angesichts des Namens des vorliegenden Spiels mit Schrecken an den beim letzten Geburtstag verschenkten Chemiebaukasten erinnert, falls ihr lieber Enkel sie um Geld zum Erwerb von "Elixir" anbettelt.

Dies ist allerdings -wie der Test belegen soll- ein eher unglaubwürdiges Szenario und das nicht nur, weil das aus Korea stammende Rollenspiel seinen Titel vom Namen eines kleinen Mädchens herleitet und nur indirekt mit Elementen zu tun hat.

Nach dem Betrachten eines ziemlich ansprechenden Intromovies wird man direkt in die Welt von Ektele Ulka, so die alte Bezeichnung des Königreichs, in dem die Geschichte ihren Lauf nimmt, entführt. Soldaten brechen in das Haus einer Bauernfamilie ein, ermorden erst den Vater, dann die Mutter des ebenfalls anwesenden Mädchens, um dann zum eigentlichen Zweck ihres "Besuches" zu schreiten: der Beseitigung von Elixir selbst. Mit Hilfe ihrer noch wenig entwickelten Magie und des dazugestoßenen jungen Bauern Anias werden die Schergen des Königs -denn dieser steckt hinter dem Komplott- besiegt und nun beginnt für unsere beiden Haupthelden ihre lange Flucht. Zu deren Vorgeschichte gehört zunächst, dass besagtes Königreich auch noch von den Ingoles bewohnt wird, einer mysteriösen Rasse, die sich mit Elementarmagie beschäftigt und deren Verhältnis zu den Menschen aufgrund früherer Auseinandersetzungen ziemlich gespannt ist.

Eine alte, aus der Prophezeiung eines ketzerischen Mönches entsprungene Legende besagt, dass die Macht der Königsfamilie einst durch ein Kind ausgelöscht werden sollte. Nachdem aus heiterem Himmel (oder besser: Boden) eines Tages eine glänzende Säule in der Nähe des Königspalastes erscheint, dann teilweise zerplatzt und kurz danach viele Frauen gleichzeitig schwanger werden, beschließt der König in geradezu biblischer Analogie alle Kinder eines bestimmten Alters töten zu lassen, um das Eintreffen der Weissagung zu verhindern. Im Laufe des Spiels werden eine ganze Reihe weiterer Haupt- und Nebenfiguren eingeführt, alle mit sehr eigenen und identifizierbaren Charaktereigenschaften.

Eines gleich vornweg: die Story gehört ganz sicher nicht zu den Schwächen des Spieles. Wer also bei einem Rollenspiel nur eine sehr gute Geschichte sucht, kann sich das Weiterlesen eigentlich schon sparen. Alle anderen lieber nicht. :)

Beginnen wir mit der Grafik. Dummerweise kann ich keine Angaben über eine Engine oder ähnliches machen. Außer, dass sie wahrscheihnlich noch mit Dampf betrieben wird. Mehr als 640x480 ist auflösungsmäßig für die Darstellung der ISO-Perspektive nicht drin. Gut, das hat auch bei Diablo 2 den Spielspaß nicht wirklich ruiniert, aber nachdem dort mit dem Addon auch ein wenig aufgestockt wurde, sieht "Elixir" wirklich im wahrsten Sinne des Wortes etwas alt aus. Man kann nicht sagen, dass die einzelnen Level an sich mies gemacht wären, aber man ist inzwischen eben auch als Rollenspieler einfach an eine qualitativ bessere Optik gewöhnt. Vieles ist hübsch und mit Liebe gestaltet, ganz besonders das Unterwassergebiet, wenn man sich genügend Jahre der technischen Entwicklung zurückversetzen kann.

Da die Elemente eine große Rolle spielen, sind auch einige der Gebiete daran angelehnt, so findet man neben den obligatorischen Dörfern und Wäldern sowie dem erwähnten Wasserreich auch eine Feuerhöhle oder ein Eisgebirge. Normalerweise verlange ich auch nicht von jedem Spiel absolute High-End-Grafik mit dreifach gezwirbeltem Megapixelvortexsidebandmapping, aber in diesem Fall trübt das Aussehen schon manchmal den Spielspaß. Man muss sicher den Exotenbonus den Herkunftslandes in Betracht ziehen, aber trotzdem sagen, dass hier gerade noch der technische Stand des letzten Jahrtausends erreicht wird. Das wirkt sich zusätzlich auch auf die Bedienbarkeit negativ aus. Man hat in der Regel 4 Leute in der Party, deren Köpfe wie üblich am unteren Rand erscheinen und theoretisch auch ein gewisses Feedback oder Informationen bereitstellen. Da wäre zunächst der Gesundheits-Punktestand, der durch eine rote Fläche über dem Porträt zu sehen ist (sein sollte) oder auch der Einflussbereich der Aura, die von Elixir ausgeht, die ebenfalls dort dargestellt ist. Beides ist oft ziemlich schwer zu erkennen, auch wenn es zusätzliche Balken gibt, wenn man mit dem Cursor über die Charaktere fährt, dann aber eben immer nur von der Einzelperson. Hier gleich noch einige weitere Worte zur Steuerung. Diablo 2 wurde als Stichwort ja bereits angegeben und theoretisch kann man seine Party auch ähnlich steuern, nämlich weitgehend mit der Maus und einigen Hotkeys. Der Unterschied ist aber eben, dass man hier mehrere Personen zu befehligen hat, und das ist in Echtzeit dann schon mal wesentlich schwieriger. Weder die über eine Taktikkarte änderbare Aufstellung der Party noch die einstellbare KI (aggressiv-defensiv-alles egal) können da wirklich gegensteuern.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass auch keine der Figuren sterben darf, da das Spiel dann gleich vorbei ist. Nun könnte ja jemand, der viele der D&D-Umsetzungen gespielt hat einwenden, dass "Elixir" doch eine Pausentaste besäße. Das ist zwar korrekt, dummerweise ist sie aber nur begrenzt funktionell, denn ihr bei den erwähnten Genrekollegen entscheidender Vorteil, nämlich das Vorausplanen der nächsten Schritte, die dann nach Ende der Pause von der Party ausgeführt werden, ist nicht adäquat umgesetzt. Man kann zwar für den Charaktere den nächsten Zauber auswählen, um ihn nach Ende der Pause ausführen zu lassen muss, man dann aber nochmal die entsprechende Maustaste drücken, man ändert sozusagen nur das Icon. Gerade das Heilen wird da oft supernervig, da man erst den Heiler anklicken muss, dann den Heilzauber auswählt, dann auf die zu heilende Person klickt, falls er noch mehr Heilung braucht, klickt man wieder auf den Heiler, wählt wieder den Zauber, klickt wieder auf den zu Heilenden usw. Und dabei sind in der Regel ja noch zwei weitere Chars dabei, mit denen man in dieser ganzen Zeit nicht viel machen kann. Für mich ist das eine ziemlich unverständliche Lösung.

Noch wesentlich netter wird es, wenn sich der Party hin und wieder andere Personen anschließen, die aber nicht in die Party an sich aufgenommen werden, also kein Charakterporträt besitzen. Damit fallen die oben bereits kritisierten, stellenweise schwer zu erkennenden Informationen gleich noch komplett weg und um zu sehen, ob der nette Herr oder die Dame denn noch grade so lebt, muss man mit dem Cursor über sie fahren, während nun gleichzeitig noch 4 andere Charaktere... aber das hatten wir ja schon.

Ebenfalls unpraktisch ist die Option "Laufen" konfiguriert. Im Prinzip will man eigentlich die ganze Party immer rennen lassen, das geht jedoch wegen der dabei verbrauchten Kondition (die man auch in Kämpfen benötigt) nur solange, bis diese erschöpft ist. Wenn ein Charakter daraufhin ins Humpeln verfällt, kann man mit dem Rest warten, muss aber dann jedesmal wieder das Laufen erneut aktivieren. Weder Grafik noch Steuerung lassen sich übrigens in irgendeiner Form konfigurieren, was ich schon mal gar nicht mag.

Wie sieht es nun mit den Rollenspielelementen bzw. den verschiedenen Charakteren aus? Da wäre einmal die Hauptperson Elixir, die von einer magischen Aura umgeben ist, von der ihre Partymitglieder geschützt werden, die aber keine Rüstungen usw. trägt und die verschiedenen Elementarzauber beherrschen lernt. Anias wiederum kann sich auf allen möglichen Feldern spezialisieren, als da wären Nahkampf, Bogen, Magie. Erfahrungspunkte erhält man bei "Elixir" durch das Anwenden der entsprechenden Fähigkeiten. Grundsätzlich gibt es also 4 Elementarbereiche mit Einzel- und Flächenzaubern, Fern- und Nahkampf. Für die Kämpfer gibt es nach einigen Aufstiegen dann auch einige Spezialfähigkeiten, die aber ohne große Erläuterung einfach so in der Leiste auftauchen und für die man auch wieder nur die voreingestellten Tasten verwenden kann. Man bekommt auch ein paar Punkte zu Verteilen, jedoch ausschließlich auf die Resistenzen gegen die verschiedenen Magiearten.

Die Darstellungen der Zaubereffekte leiden wie die gesamte Grafik an ihrer technischen Überholtheit. Ein besonders ausgeklügeltes Regelsystem gibt es hierbei jedenfalls nicht, die jeweilige Grundausrichtung der Charaktere ist im Prinzip auch schon von Anfang an klar. Das übliche, in Haupt- und obligate Nebenstränge aufgeteilte Questprinzip findet bei "Elixir" ebenfalls keine Anwendung. Das Journal ist im Vergleich zu anderen Titeln geradezu gähnend leer, die gesamte Spielhandlung ist der Story untergeordnet. Ich würde es eher wie einen interaktiven Film ansehen, da man beständig von Cutscene zu Cutscene geschickt wird und sich dabei die Geschichte entfaltet. Ein etwas anderer Ansatz, den ich auch gar nicht negativ bewerten will, weil die Story eben gerade die herausragende Stärke des Spieles ist. Man darf nur eben nicht die bekannten "Meine Frau wurde von bösen grünen Männchen entführt, wenn du sie findest, belohne ich dich mit einem magischen Gegenstand aus dem Familienbesitz!"-Quests erwarten.

Sehr vertraut ist dafür jedoch das Dropsystem, ähnlich wie bei Diablo gibt es verschiedenfarbige Gegenstände mit unterschiedlicher Wertigkeit. Und natürlich Gold, sowie Heil- und Manatränke. Mit dem recht nett anzuschauenden Intromovie wird man ein wenig aufs Glatteis geführt - Vergleichbares gibt es im Spiel dann nicht wieder. Alle Szenen werden mit der Spielengine dargestellt, die Dialoge der Charaktere untereinander ebenso wie die mit Gegnern. Es gibt dabei keine Sprachausgabe, man muss also immer die Texte durchscrollen, ebensowenig kann man eine Entscheidung vertagen, wird eine Frage gestellt, muss sie sofort beantwortet werden. Rätsel im herkömmlichen Sinn gibt es auch keine, außer eventuell die Suche nach den nächsten zu findenden Gebieten.

Die Begleitmusik ist mit recht angenehm in Erinnerung geblieben, auch wenn man wieder das Problem hat, dass sie, wenn man lange in einem Level bleibt, einfach durch die ständige Wiederholung beginnt, auf den Wecker zu fallen. Sprachausgabe ist, abgesehen von einigen Samples beim Klicken auf die Porträts, nicht vorhanden, sicher in erster Linie eine Kostenfrage, der Textumfang wäre auch relativ groß.

Wieder fällt eine abschließende Bewertung nicht so leicht. Auf der einen Seite sind die klaren Defizite im technischen Bereich einfach unübersehbar, da nützt es auch nicht viel, dass das Spiel bei mir ohne Bug und aufgrund der geringen Hardwareanforderungen flüssig und mit geringsten Ladezeiten lief. Die Schwächen bei der Steuerung sind ebenso, wenn nicht noch mehr, spielspaßhemmend. Auf der anderen Seite könnte Elixir diejenigen ansprechen, die sich in erster Linie bzw. nahezu ausschließlich in eine sehr komplexe und schön ausgestaltete Story hineinversetzen wollen, bzw. hoffnungslose Nostalgiker. Auch der fernöstliche Ursprung, der die ausgetretenen Pfade hierzulande bekannter Fantasywelten verlassen hilft, kann durchaus als Sympathiepunkt gewertet werden. Ich werde mich daher für eine relativ neutrale Position entscheiden und jedem anhand der persönlichen Vorlieben eine eigene Entscheidung anempfehlen. :)


Geschrieben am 18.07.2003, Testkonfiguration: AMD2000, GeForce3, 512MB Ram
 



12 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Zufriedenstellend (3.4 von 5 Punkten)
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