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Eets  

Rückseite ]

Info
Autor 2
 1
 2.5
 1.5
Gesamt (8 votes) 2+
 1.4
 2.2
 1.9
Name:Eets
Genre: Puzzle/Knobel Action
Produkt: Vollversion
Release: 2006/05
Publisher: Frogster Interactive
Entwickler: Klei Entertainment
Hardware: 500Mhz, 128MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 60 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Eets (review von nali_warcow)

Wie jetzt, das soll der Titel sein? Der Name eines Spiels? Kein Tippfehler? Wild ausgedachte Buchstabenkombination? Nein, Entwickler Klei Entertainment hat unter diesem doch etwas ungewöhnlichen Name ein Spiel entwickelet, das versucht, Elemente von "The Incredible Machine" oder besser gesagt "Sid & Al's Incredible Toons" und "Lemmings" zu vereinen. Wie sich die ungewöhnliche Mischung aus Strategie- und Knobelspiel schlägt soll das folgende Review zeigen.

Eets steht als Low-Budget Version ca. 20€ in den Läden. Für eine vollständige Ausstattung hat es dann aber nicht gereicht. Neben der Spiel CD, wobei das Spiel nur etwa knapp 60MB auf der Festplatte benötigt, liegen lediglich zwei Werbeflyer in der DVD Box. Sämtliche Erklärungen bezüglich des Spiels werden durch In-Game-Popups getätigt. Auch eine PDF-Anleitung gibt es nicht. Das Spiel lief problemlos und ohne technische Probleme. Unschön ist jedoch, dass beim Einlegen der Spiel CD, die zum Starten benötigt wird, jeweils das Setup startet und das Spiel installieren will.

Lemmings meets Sid & Al

Aber was kann sich der geneigte Spieler nun unter dem sonderbaren Namen gameplaytechnisch vorstellen? Wer nicht gerade erst in den letzten Jahren angefangen hat sich mit Computer- und Videospielen zu beschäftigen, der kennt vielleicht noch einige Programme aus einer Zeit, in der es viele frische Ideen gab. 1991 brachte DMA Design (heute unter dem Namen Rockstar North bekannt) das Spiel Lemmings auf den Markt. Hier galt es eine gewisse Anzahl der kleinen Tierchen sicher zum Ausgang des Levels zu navigieren, indem notwendige Brücken gebaut, Tunnel gegraben und Hindernisse überwunden wurden. "The Incredible Machine" bzw. das später in Comicgrafik präsentierte "Sid & Al's Incredible Toon" oder das heutige "Crazy Machines" beinhaltet als Spielelement die Konstruktion sehr durchdachter Apparaturen, bei denen es gilt, Kettenreaktionen hervorzurufen und Aktionen genau zu timen. Eets ist eine Mischung dieser beiden Spielprinzipien. In den zahlreichen Leveln geht es darum Eets, ein kleiner, weißer Ball mit Augen und Beinen, sicher bis zum Levelausgang in Form eines Puzzelstücks zu bringen. Doch der kleine Kerl ist dabei so hilflos wie die Lemminge. Strohdumm rennt Eets bis zur Kante und springt wagemutig in den Tod, außer der Spieler greift ein. So kann durch unterschiedliche Gegenstände sein Gemütszustand beeinflusst werden, damit er beispielsweise nicht über die Kante springt. Außerdem gilt es zusätzliche Objekte strategisch gut im Level zu platzieren. Sie werden dazu eingesetzt, Eets in Zielrichtung zu bringen. Der große Unterschied im Vergleich zu ähnlichen Spielen wie TIM oder Sid & Al besteht darin, dass der Spieler selber die Objekte zum richtigen Zeitpunkt per Mausklick aktivieren muss.

Unterschiedliche Welten und Gegenstände

In über 100 Leveln hat der Spieler nun die schwere Aufgabe, Eets sicher zum Puzzleteil des Levels zu bringen, um diesen erfolgreich zu beenden. Wie man es aus anderen Spielen kennt, startet der Schwierigkeitsgrad recht gemächlich und setzt anfangs primär auf eine Einführung der Objekte und Möglichkeiten. Ein Level erstreckt sich dabei jeweils über einen Bildschirm und besteht aus einer oder mehreren Plattformen unterschiedlicher Größe und Form. Eets beginnt seine Reise an einem Levelpunkt und geht, wie die Lemminge, stur geradeaus. Der kleine Kerl kennt dabei insgesamt drei unterschiedliche Verhaltensweisen: ängstlich, normal und wütend. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf seine Gehgeschwindigkeit, sondern auch auf das sehr viel wichtigere Verhalten am Ende einer Plattform. Während Eets im normalen Modus jeweils einen kleinen Hopser macht, springt er im Zustand Verängstigt überhaupt nicht runter, im ärgerlich "Modus" legt er dafür gleich einen großen Sprung hin. Eine der Hauptaufgaben des Spielers besteht somit darin, Eets Verhalten entsprechend zu ändern, damit er das Ziel erreicht. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit, die der Spieler kennen lernen wird, nennt sich "Mini Marshmellows", die von Eets gegessen werden. Wurden dann die ersten Aufgaben erfolgreich abgeschlossen und hat sich der Spieler mit dem generellen Gameplay vertraut gemacht, kommen nach und nach immer mehr Objekte dazu, die in der Welt platziert werden können. Im Vergleich zu Knobelspielchen wie Sid & Al ist die Auswahl an sonstigen Gegenständen zwar nicht so umfangreich, dennoch wird eine recht breit aber auch abgedrehte Palette an Möglichkeiten geboten. Wale können den kleinen Eets und andere Objekte aufsaugen und wegschleudern. Es gibt zwei Typen von Minenloren, wovon die eine Eets transportiert und die andere explodiert, wodurch Durchgänge frei gesprengt oder Objekte weggeschleudert werden können. Eine Schokoladenpumpe feuert Schokostückchen ab und kann Eets unter anderem wütend machen oder Feinde wie den Roboter ablenken, wohingegen ein "Grinseng" Schüsse abgibt, wodurch Objekte wie Lampen an und aus geschaltet werden können. In Verbindung mit "dunklen" Leveln (also Schauplätze bei Nacht) kommt außerdem eine ganz neue Dimension dazu. In der Dunkelheit sieht Eets nichts und fällt so an Kanten runter und ist ängstlich, wenn er ins Dunkle kommt. Ebenfalls im Sortiment ist ein Schwein, das kleine Explosivschweine "abfeuert", wenn es getroffen wird. Aber auch die Schwerkraft lässt sich beeinflussen und Oberflächen können die Dichte wechseln und so für einige Eets-Varianten nicht passierbar sein. Sehr abgedreht sind auch Richtungspfeile, wodurch Geschosse umgelenkt werden können. Je weiter der Spieler im Spiel voranschreitet, desto mehr ist das Köpfchen gefragt. Immer breiter wird die Palette an Möglichkeiten und immer mehr Kniffe sind erforderlich. Dennoch sind glücklicherweise nur sehr wenige Frustmomente enthalten, in denen der Spieler Objekte sehr genau einbauen muss. In den meisten Fällen müssen auch nicht sonderlich viele Objekte verbaut werden. Im Schnitt liegen etwa drei bis fünf Teile in der Kiste und warten auf eine sinnvolle Anwendung. Sollte man dennoch an einer Aufgabe scheitern, so ist noch nicht alles verloren. Neben einem Tipp pro Level kann man sich auch meist an einem anderen Level versuchen. Das Spiel ist in insgesamt sieben kleine "Welten" aufgeteilt. In jeder Welt gilt es zuerst eine Reihe an vorgegebener Pflichtlevel zu absolvieren. Danach kann der Spieler aus jeweils etwa 10-15 Leveln wählen, die er als nächstes machen möchte. Es müssen auch nicht alle Level geschafft werden, um die nächste Region frei zu schalten. Der Fortschritt wird dabei automatisch im Profil des Spielers festgehalten und abgeschlossene Level können jederzeit erneut gespielt werden.

Editor & Handhabung

Wer die über 100 Level dann doch irgendwann geschafft oder aber einfach keine Lust mehr auf vorgefertigte Aufgaben hat, kann sich auch mit dem mitgelieferten Editor austoben. Damit lassen sich alle möglichen Variationen erstellen, alle Teile und Objekte platzieren und unterschiedlichste Optionen einstellen. Fertige Ergebnisse lassen sich testen und können danach gespeichert und an Freunde weitergegeben werden. Lediglich die Platzierung von Plattformen und Dekos ist etwas sehr fummelig und umständlich geraten. Da wäre es schön, die Objekte direkt aus einer Kiste zu ziehen, statt ein Standardobjekt in den Level zu packen und dies danach erst ändern zu müssen. Hier ist bei der Bedienung etwas Feinschliff erforderlich. Auch einige Buttons waren etwas zu klein bzw. wollten nicht so gut reagieren. Start/ Stop war beispielsweise über Space deutlich verlässlicher als ein Klick auf das Symbol. Ansonsten geht die Bedienung jedoch recht einfach und problemlos von der Hand. So leuchten benutzbare Objekte auf, wenn man mit der Maus darüber fährt und Infopopups informieren über einzelne Objekte und deren Nutzen. Der große Unterschied zu Spielen wie "The Incredible Machine" besteht jedoch darin, dass der Spieler nicht sein Soll erfüllt hat, wenn man das Experiment startet und Eets versucht zum Puzzlestück zu kommen. Statt eine Kettenreaktion zu starten, wodurch alles automatisch abläuft, hat der Spieler hier viel mehr aktiv einzugreifen. Er bestimmt per Mausklick, wann der Wal alles in seiner Umgebung einsaugt, wann das Dynamit explodiert und wann ein Schuss abgegeben werden soll. In einigen Level ist daher das Timing auch von entscheidender Bedeutung und es gilt den "richtigen" Moment zu erwischen. Entsprechend ärgerlich bzw. umständlich ist es dann jedoch auch, wenn man etwas länger an einer Aufgabe sitzt und gegen Ende den "Dreh" bzw. die Lösung noch nicht ganz raus hat und herumexperimentiert. Man muss immer den Anfang der Aufgabe erneut meistern. Hier wünscht man schon eine "Aufzeichnungsmöglichkeit" der letzten Aktionen. Ein Ansatz wie in den letzten Lemmings Teilen, bei denen man beim Neustart automatisch die Aktionen des letzten Versuchs abspielen und jederzeit wiedereingreifen konnte, wäre hier wünschenswert.

Präsentation

Grafisch präsentiert sich Eets zwar als recht schlichtes 2D-Spiel ohne besondere Effekte, doch es belegt ja auch nur etwa 60 MB auf der Platte. Die wenigen Animationen sind ordentlich und insbesondere Eets bewegt sich ansehnlich durch die Welt. Auch die Interaktion der Objekte klappt wunderbar, fehlende oder falsche Kollisionen waren nicht zu sehen. Lediglich die Explosionen wirken nicht ganz so detailliert, doch darüber kann man hinwegsehen. Auch schwächere Systeme sollten mit dem Spiel keine Probleme haben. Die Soundeffekte sind zufriedenstellend und passen zum Gameplay. Sprachausgabe gibt es keine und leider auch nur vier Soundtracks, die doch mit der Zeit etwas auf die Nerven gehen.

Meinung

Mit Eets präsentieren die Entwickler eine wirkliche spaßige Mischung aus Lemmings & Sid & Al, die einen einige Abende zu beschäftigen weiß. Grafisch wird zwar nur 2D Kost geboten, doch die ist insgesamt sehr stimmig. Die Level werden konstant schwieriger und wissen durchgehend zu gefallen, da es kaum Frustpassagen wie in bei Crazy Machines gibt, bei dem auch nach dem zwanzigsten Versucht die Kiste nicht so ganz getroffen wird, wie man es sich vorstellt. Eets beschränkt sich auf eine überschaubare Anzahl an Teilen pro Spielfeld und fordert ansonsten gekonnt die grauen Zellen. Besonders gefallen auch die abgedrehten Objekte. Wer an Knobelspielen seinen Spaß hat, der bekommt nach Crazy Machines wieder gute Kost, die mit 20€ auch recht preiswert zu haben ist. Antesten kann jeder die gekonnte Spiel-Mischung mit der kostenlosen Demoversion.


Geschrieben am 28.05.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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