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Earth 2160  


Info
Autor 2
 1.5
 2.5
 2
Gesamt (31 votes) 2+
 1.8
 2.2
 2
Name:Earth 2160
Genre: Echtzeitstrategie
Produkt: Vollversion
Release: 2005/06
Publisher: Zuxxez
Entwickler: Reality Pump
Offiz. Sites: Game, Demo
Links: insideearth.de
Hardware: 1.5Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 1500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 1.3.8
Bemerkung: aufwendige Verpackung, gute Ausstattung, Aktivierung notwendig
USK: 12
Earth 2160 (review von nali_warcow)

Endlich ist es so weit. Der nächste Teil der Earth-Reihe vom Entwickler Reality Pump steht in den Läden. Die ausgezeichnete Grafik konnte man ja bislang schon in zahlreichen Screens oder auf der letzten Games Convention bewundern. Nun muss sich lediglich noch zeigen, wie gut das Gameplay geraten ist und sich das Spiel im Vergleich zu anderen RTS Spielen schlägt.

Doch bevor das folgende Review zu den wichtigen Punkten wie Gameplay und Missionsdesign geht, noch einige generelle Worte zum "Drumherum". Das Spiel präsentiert sich in einer kleinen Eurobox, die man nicht nur aufklappen kann, sondern auf der Rückseite auch noch ein farbiges Hologramm bietet, das drei unterschiedliche Screens aus einem Kampf darstellt. Außerdem steckt in der Box ein Bewegungsmelder, der bei entsprechendem Impuls eine blaue LED zum Leuchten bringt. Dazu gibt es einen großen, farbigen Techtree und als Abrundung ein dickes, farbiges Handbuch, das wunderbar ins Spiel einführt und alle Rassen und Einheiten detailliert vorstellt. Alles in einer sehr gut lesbaren Schriftart und -größe. Das Spiel selber liegt auf einer DVD vor. Außerdem gibt es als Bonus auch noch eine Soundtrack-CD dazu. Einziger Wehrmutstropfen bei der Verpackung ist das Fehlen eines Jewel oder DVD Case. Wichtig ist es noch ein Wort zum verwendeten Kopierschutz des Spiels zu verlieren. Im Gegensatz zu 99% der anderen aktuellen Spiele wird hier nicht auf Star Force und Co gesetzt, sondern ähnlicher Weg beschritten, wie man ihn von WindowsXP oder aktuellen Office Versionen kennt. Nach der Installation des Spiels kann man es zwar starten und die ersten Missionen der ersten Kampagne spielen. Möchte man jedoch "mehr" vom Spiel nutzen, so wird eine Aktivierung notwenig. Das geht zwar sehr in die Richtung von Half Life 2, doch ist insgesamt deutlich benutzerfreundlicher. Es wird weder irgendeine Zwangssoftware verwendet/ benötigt, noch muss der Spieler zum Spielen online sein. Earth 2160 muss nur einmalig aktiviert werden. Dies geht wahlweise per Telefon oder über das Internet und ist darüber innerhalb von 1-2 Sekunden abgeschlossen. Der Spieler bekommt den Freischaltcode sogar angezeigt und kann damit das Spiel beliebig oft auf dem eigenen Rechner wieder aktivieren, so lange keine großen Hardwareänderungen (CPU, etc.) vorgenommen wurden. Ansonsten muss man sich einen neuen Freischaltcode besorgen und nach dem dritten neuen Code geht dies angeblich nur telefonisch, was jedoch im Test nicht überprüfbar war. Insgesamt jedoch ein sehr benutzerfreundlicher Schutz. Man muß sich weder darüber Gedanken machen, dass eventuell das DVD Laufwerk mit dem Kopierschutz nicht zurecht kommt oder man irgendwelche Programme deinstallieren muss, die sich mit dem Kopierschutz nicht vertragen. Auch geht der Start des Spiels extrem schnell vonstatten und es muss natürlich auch keine Spiel DVD im Laufwerk liegen. Auch wurde vom Hersteller angekündigt, dass - sollte der Support eingestellt werden - es einen Patch gibt, der die Aktivierung entfernt.

Weniger erfreulich wird für Modemuser noch die nächste Nachricht erscheinen. Zum Release des Spiels gab es auch gleich zwei Updates. Das etwa 170 MB große "Gold-Update" bringt einige Verbesserungen, Bugfixes, Balanceänderungen (u. a. in den Missionen) und außerdem wurde nachträglich die Stimme von M. R. Falkner durch Manfred Lehmann (Bruce Willis) ersetzt.

Story

Nach den drei ersten Earth Teilen haben die Eurasian Dynasty und die Lunar Corporation endlich den Mars erreicht. Und wie es eben sein sollte, schlägt man sich wieder gegenseitig die Köpfe ein. Doch sie sind dabei nicht allein. Auch die United Civilized States greifen in den Kampf ein. Allerdings nicht mehr als Menschen, sondern in Form von Kampfrobotern, die ihre Schöpfer überwältigt und ausgelöscht haben. Als wenn das alles noch nicht genug an Chaos und Konflikten wäre, taucht plötzlich auch noch eine unbekannte Alienrasse auf…

Aufbau und Kampf

Beim vierten Teil der Earth-Reihe handelt es sich um ein waschechtes Echtzeitstrategiespiel in schönster 3D Grafik. Je nach Mission variiert zwar etwas der Schwerpunkt, doch das Spiel besteht aus einer Mischung aus Aufbau- und Kampfpart. Auf den Planeten gibt es jeweils die drei unterschiedlichen Rohstoffe Metall, Wasser und Kristall zum Abbau, wie man es beispielsweise aus StarCraft kennt. Ähnlich wie im Titel von Blizzard, so gibt es auch in Earth 2160 unterschiedliche Rassen, die sich nicht nur im Look, sondern auch vom Gameplay her unterscheiden. Anfangs gilt es dann RTS-typisch die erste Basis zu errichten und für einen konstanten Rohstofffluss zu sorgen. Neben der sehr wichtigen Expansion, da die Rohstoffquellen nicht ewig halten, muss man sich auch um die Absicherung und die Erforschung von neuen Technologien kümmern. Bis auf die Alienrasse ist es auch sehr wichtig, dass sich der Spieler um die Zusammensetzung der Einheiten kümmert. Es gibt nicht nur einige vorgegebene Einheiten, sondern am Fahrzeugrumpf können unterschiedliche Waffen und Panzerungen angebracht werden. Earth 2160 setzt jedoch extrem auf das bekannte Schere-Papier-Stein-Prinzip. Hat also eine Einheit beispielsweise keine Panzerung gegen chemische Waffen oder handelt es sich nur um eine schwache Lufteinheit, die von Luftabwehrraketen getroffen wird, so ist die Einheit durchaus in 1-2 Sekunden weg. So groß die taktische Tiefe ist, so schwer wird es jedoch auch für Einsteiger, die auf solche Kleinigkeiten nicht oder nur wenig achten.

4 Kampagnen und 4 Völker

Nach dem Start des Spiels und dem Einrichten eines Profils stehen von den insgesamt vier Kampagnen zwei zur Auswahl. Entweder geht es auf Seiten der Eurasian Dynasty (kurz ED) oder Lunar Corporation (LC) in den Kampf. Später schaltet der Spieler auch die Kampagnen der United Civilized States (UCS) und der Aliens frei. Jede dieser Kampagnen besteht wiederum aus sieben Missionen. Zwar gibt es Entscheidungsmöglichkeiten, welche der angebotenen Missionen man ausführt, doch danach wird automatisch die andere, nicht gewählte Mission, gestartet. Bei den Missionen haben sich die Entwickler sehr viel Mühe gegeben und präsentieren dem Spieler eine abwechslungsreiche Palette an Aufgaben. Mal ist man nur mit einigen wenigen Einheiten unterwegs und sich jeder Verlust extrem ungünstig auswirkt. Da muss man sich genau darum kümmern, dass sich beispielsweise mögliche Schilde wieder zwischenzeitlich aufladen oder Einheiten repariert werden. Andere Missionen setzen auf Aufbauabschnitte, in denen entweder eine verlassene oder verbündete Basis übernommen wird und es sich erst mal gegen die wohl bald anstürmenden Gegner zu verteidigen gilt. Nicht immer heißt es dann nur den Gegner von der Karte zu fegen. So gilt es Gefangene zu befreien, Einheiten oder Gebäude zu beschützen, einen Konvoi zu eskortieren oder eine Angriffswelle zu überleben. Dabei folgen die Missionen nicht immer fest einem roten Faden, sondern überraschen immer wieder mit kleinen Wendungen, Ereignissen oder neuen Zielen. Getrübt wird das Spielerlebnis allerdings durch so manche Scripte und Unausgewogenheiten. Zwar hat der erste Patch bereits die ein oder andere zu schwere Mission entschärft und Spieler, die auf einem leichten Schwierigkeitsgrad spielen beispielsweise in einer Mission nur mit Bodenfahrzeugen statt mit starker Luftstreitmacht angegriffen. Doch leider ist mitunter der Schwierigkeitsgrad nicht sehr gut auf die drei möglichen Einstellungen abgestimmt. Auf eine schwere Mission kommen dann wieder einige leichtere, etc. Ein Teil des Frustes gerade bei Einsteiger, resultiert aus dem verwendeten Schere-Papier-Stein-System der Einheiten. Inzwischen ist es ja nichts Neues mehr, wenn es jeweils für einen bestimmten Einheitentyp mindestens eine entsprechende Kontereinheit gibt. Earth 2160 ist in der Hinsicht jedoch eines der Spiele, das dieses System extrem ausnutzt. Wenn eine Einheit keine Chance hat, dann wird das sehr deutlich. Da reichen dann schon ein oder zwei Treffer und die Einheit ist erledigt. Gleich schon in der ersten Mission bemerkt man dies, wenn zwei kleine Abwehrtürme beseitigt werden sollen. Wer keine entsprechenden Raketenfahrzeuge für den Fernkampf hat, kann zusehen, wie sein ganzes großes Heer aus Fahrzeugen und Einheiten recht schnell aufgerieben wird und das Gebäude kaum einen Kratzer abbekommen hat. Verschärft wird das Problem auch noch dadurch, dass in Earth die Einheiten - mit Ausnahme der Aliens - individuell zusammengebaut werden. Sprich: Der Spieler oder Computer kann selber entscheiden, was für eine Panzerung (z. B. gegen Säure) und welche Waffen (z. B. Raketen gegen Bodenziele) das Fahrzeug hat. Was im Mehrspielermodus sicherlich eine feine Sache ist und sehr spannende Spiele ermöglicht, macht den Singleplay-Part mehr zu einem Glücksspiel. Man weiß nicht, welche Einheiten einem begegnen, muss dann erkennen, was der Gegner bei seinen Einheiten für Stärken hat- was man nicht so leicht erkennen kann- und muss dann entsprechende Kontereinheiten bauen. Glücklicherweise kann man im Einzelspielermodus auch per Taste einige Sekunden Spielgeschehen überspringen und so die sich doch meist etwas hinziehende Nachproduktionszeit etwas verkürzen und erspart sich so die ganze Wartezeit vor dem Schirm. Vor Angriffen ist man allerdings nicht gefeit und sollte daher besser abspeichern, was auch jederzeit möglich ist.

Ein weiteres Problem bei den Kämpfen war auch die etwas durchwachsene Einheiten KI, die auch irgendwie von Rasse zu Rassen zu schwanken scheint. Mehr dazu im Abschnitt der Handhabung des Spiels. Nicht nur am Anfang und am Ende, sondern auch zwischendurch gibt es immer wieder sehr schön mit der Engine präsentierte Zwischensequenzen und wenn man erst mal weiß wie es geht, dann hat man durchaus seine etwa 30 Stunden Spaß mit den Kampagnen. Nach und nach schaltet der Spieler im Laufe der Missionen die beiden weiteren Rassen frei, die sich nicht nur optisch, sondern auch spielerisch unterscheiden. Die bekannteste Art sollte für viele die UCS sein. Die Roboter benutzen Drohnen zum Bau der Gebäude. Die beiden für die UCS wichtigen Rohstoffe Kristall und Metall werden per Flugeinheit abgebaut und zur Raffinerie transportiert. Neben den Hauptgebäuden, wie Kraftwerk, das den für alle Gebäude benötigten Strom liefert und Forschungszentrum, gibt es auch die Möglichkeit für Gebäudeupdates. So kann man beispielsweise das angesprochene Raffineriegebäude durch Updates erweitern, so dass mehr Landeplattformen zur Verfügung stehen. Oder aber das Kraftwerk bekommt stärkere Generatoren. Die ED haben da schon einige Variationen. Sie benötigen Metall und Wasser als Rohstoff für Gebäude, Updates und Einheiten. Doch hier muss man sich nicht um den gefahrlosen Transport von der Quelle zum Silo kümmern. Die Einheiten schweben bis zur Rohstoffquelle, arbeiten dort und "beamen" den Inhalt nach einiger Zeit zur Basis. Dreh und Angelpunkt der ED ist das Koloniezentrum. Statt die weiteren Gebäude jedoch einfach so in der Gegend zu verteilen, muss hier Gebäude an Gebäude gebaut werden. Hier sorgen kleine Verbindungstunnel und Kreuzungsverbindungen für genügend Anschlussmöglichkeiten und ein Ausbreiten der Basis. Auch Einheiten kommen nicht einfach aus dem jeweiligen Militärgebäude, dafür werden entsprechende Ausgänge benötigt. Wichtig ist hier eine insgesamt möglichst durchdachte Planung, damit man immer genügend Anschlussmöglichkeiten für den weiteren Ausbau hat und Fehlbauten verhindert werden. Wie auch bei Mauern, so können die Verbindungsstücke nur einzeln per Hand auf der Karte platziert werden. Für den Bau wird jedoch kein Fahrzeug benötigt. Die LC sind sehr weiblich ausgerichtet, was die Einheiten angeht, können es jedoch jederzeit mit ihren Männlichen oder mechanischen Gegnern in Sachen Kampfesstärke aufnehmen. Aber auch der Bau erfolgt doch deutlich "aufgeräumter". Die LC setzen auf sogenannte Basiskonstruktionen wie den "bog Foot". Nicht nur diese Konstruktionen, sondern auch alle weiteren Module werden im Orbit produziert und dann auf die Planetenoberfläche geschickt. Entsprechende Einheiten, die Luftziele angreifen können, können also ggf. die Module vor der Landung zerstören. Die Module werden dabei jedoch nicht einfach planlos in der Landschaft verteilt, sondern auf den Basiskonstruktionen gestapelt, so dass lauter Türme unterschiedlicher Mischungen im Lager stehen und alles somit recht kompakt ist. Der Rohstoffabbau von Wasser und Kristall erfolgt einfach dadurch, dass die Minenkomplexe neben den Rohstoffen platziert werden. Einheiten und mögliche Transportwege gibt es nicht. Bei der Verteidigung wird auf modernste Laserzäune gesetzt, auf die zur besseren Absicherung unterschiedlichsten Geschütztürme- vom Sniper bis Raketenwerfer- montiert werden können.

Alle drei bislang vorgestellten Rassen setzen sehr stark auf die Forschung. Diese ermöglicht nicht nur neue Technologien bei den Gebäuden wie z. B. Raketentürme, sondern eröffnet viele Möglichkeiten im Kampf. Im Vergleich zu anderen Strategiespielen gibt es nur einige Basiseinheiten. Je mehr Technologien erforscht werden, desto mehr Möglichkeiten hat der Spieler dann bei der individuellen Zusammenstellung der Fahrzeuge. Hier wird lediglich das Chassis ausgewählt, danach kann frei ausgewählt werden, welcher Antrieb, Waffe, Verteidigungssystem und Panzerung in das Fahrzeug eingebaut werden soll. Aufgrund des schon erwähnten Papier-Schere-Stein Systems bei den Einheiten bringt es also wenig, eine dominante Einheit auszubilden und damit zu versuchen den Gegner zu überrennen. Das geht in diesem Spiel nicht. Hier muss man ganz genau auf die entsprechenden Vor- und Nachteile achten und sich mitunter schnell anpassen. Erforschte Technologien für Fahrzeuge wie Raketen oder Antrieb können dabei in mehreren Versionen erforscht werden. Doch damit ist nicht gleich Schluss. Für jedes Updates gibt es noch weitere kleine Updates, so dass beispielsweise bei den angesprochenen Raketen Reichweite, Präzision und Schaden verbessert werden kann. Außerdem gibt es auch in Earth 2160 Helden in den Reihen der jeweiligen Partei. Diese Einheiten dürfen in den Missionen nicht sterben. Dank Inventar können sie Gegenstände wie Heilpack, die automatisch angewendet werden, oder Minen aufsammeln. Aber auch mit unterschiedlichen Waffen kann man diese Helden aufrüsten. Zudem gibt es Dinge wie Tarnvorrichtung und Rüstung. Weiterhin sammeln alle Einheiten im Laufe des Kampfes Erfahrung, was Trefferpunkte und Schaden erhöht.

Insgesamt gibt es acht Erfahrungsstufen, die schneller erreicht werden, wenn lohnendere Ziele beseitigt werden. Für einfache Fußeinheiten gibt es nur einen Punkt, bei gegnerischen Agenten sind es schon gleich 5 pro Kill. Diese virtuellen Agenten sind Söldner, von denen der Spieler bis zu drei Stück unter seinem Kommando haben kann. Doch kostenlos gibt es die Dienste der Damen und Herren nicht, im Gegenzug kann man mit diesen sehr starken Fuß- und Fahreinheiten beim Gegner ordentlich Schaden anrichten.

Neben den bislang drei vorgestellten spielbaren Parteien gibt es auch noch die Aliens. Diese unterscheiden sich merklich von den anderen Gruppen. Sowohl die Einheitenproduktion als auch das Gebäudemanagement verläuft anders. Anfangs startet der Spieler mit Mantian Lady und Replicatorus. Hierbei handelt es sich zum einen um eine Art Larve von Bodeneinheiten und eine für Flugeinheiten. Es müssen keine Gebäude gebaut werden. Einfach diese Larven in die Nähe der Rohstoffquellen Wasser, Kristall und Metall bewegen und schon sammeln sie die Rohstoffe. Allerdings nur so lange, bis der Vorrat einer Einheit voll ist. Dann kann sich der Spieler entscheiden. Entweder er klont die Larve und hat nach einer Weile zwei Larven, welche dann beide wieder Rohstoffe sammeln. Oder aber man transformiert die Larve zu einer höheren Lebensform, sprich Einheit. So wird aus einer anfangs schwachen Einheit nach einigen Transformierungen eine sehr starke. Allerdings dauert dies eine ganze Weile und verschlingt nicht gerade wenig Rohstoff. Während der Transformierung kann sich die Einheit auch nicht verteidigen. Die Stärke dieser Rasse liegt somit weniger im schnellen Rush, sondern vielmehr bei längeren Spielen. Während die anderen Parteien Schilde oder Reparaturfahrzeuge haben, regenerieren sich die Aliens. Im Gegensatz zu den anderen Parteien gibt es hier auch keinen Techtree oder Forschung. Lediglich die Transformation in Verteidigungsgebilde ist möglich.

Freies Spiel, LAN und Internet

Neben der Kampagne kann man Earth 2160 natürlich auch im freien Modus, sprich Skirmish oder LAN und Internet gegen menschliche Gegner spielen. Egal ob allein oder mit Freunden, die Möglichkeiten sind immer gleich. Zur Auswahl stehen bei Earth 2160 eine Reihe an vorgefertigten Karten unterschiedlichster Größe und Art. Von der kleinen engen Wüstenkarte bis hin zu großen Schlachtfeldern für acht Spieler. Sollte es an menschlichen Mitspielern mangeln, so kann auch auf entsprechende KI Gegner in drei Schwierigkeitsgraden zurückgegriffen werden. Im Gegensatz zur Kampagne kamen mir diese jedoch deutlich einfacher und weniger taktisch vor. Oft sind es einfach nur lauter kleine unausgewogene Truppen ohne Chance auf einen Sieg. Für Profis daher nicht gerade sehr hilfreich, doch gerade Gelegenheitsspieler sollten hier durchaus zum Zug kommen können. Die vier Spieltypen mit den Zielen Zerstörung aller gegnerischen Gebäude, Helden, Kampf mit vorheriger konfigurierbarer Friedenszeit und Kampf mit begrenzten Rohstoffen ermöglich keine vorherige Teamkonfiguration. Dafür können jedoch die Startpunkte per Zufall ausgewählt, virtuelle Agenten deaktiviert und entweder mit Standardstarteinheiten oder kartenspezifischen Starteinheiten gespielt werden. Leider krankt gerade der Mehrspielermodus an einigen Unausgeglichenheiten und z.T. Lags/ Verbindungsabbrüchen, die sicherlich in den nächsten Updates in den Griff zu bekommen sind. Was sich da sicherlich noch etwas hinziehen wird ist das Balancing. Zumindest in der jetzigen Fassungen wirkt das Spiel noch etwas unausgewogenen.

Handhabung des Spiels

Bei der Steuerung orientiert sich Earth 2160 überwiegend am Standard des Generes. Wahlweise kann die Funktionsweise der beiden Maustasten vertauscht werden. Einheiten markieren, Befehle geben und auf dem Schirm erscheinen Infos über Rohstoffe, Einheitenbefehlsschaltflächen, eine Karte und das Baumenü. Bei Earth wurde jedoch versucht das Menü zu entschlacken und möglichst schlank zu gestalten. So kann man nicht benötigte Fenster wie Karte, etc. auch jederzeit ausblenden. Etwas schade sind die fehlenden Infos über die markierte Gruppe und die möglichen Befehlsicons. Zu so manchem sinnvollen Befehl gibt es nur Shortcuts und einige Sachen, wie z. B. Wegpunkt bei Produktionsgebäuden kann man nur per zusätzlicher Taste statt Befehlstaste setzen. Neben generellen Problemen bei der Wegfindung, wenn die Einheiten sich von A nach B bewegen sollten und es dann an engen Stellen zu einem wilden Streit kam, wer der Erste ist, gibt es auch Sachen zu bemängeln, die eigentlich heutzutage nicht auftreten dürften. So bleiben Gruppen nach einem Marschbefehl nicht zusammen, sondern machen eher eine Wettfahrt zum Ziel, so dass sie leicht aufgerieben werden können. Aber auch ein Vorbeilassen bzw. Platz machen ist in Earth keine Selbstverständlichkeit. Wenn es dann im Kampf hektisch zugeht und sich mehr als nur eine handvoll Einheiten bekriegen, wird es umständlich dafür zu sorgen, dass alle ein möglichst optimales Ziel angreifen. Aufgrund fehlender Icons und Infos hat man keinen schnellen Zugriff oder Übersicht einer bestimmten Einheit und muss sich diese mühselig selber rauspicken. Gerade auch, weil entsprechende Kontereinheiten kurzen Prozeß machen, hat man so manchen Kampf leicht und schnell verloren. Besonders, wenn es dunkel auf der Karte ist und die Einheiten schwer zu erkennen sind. Zwar gibt es auf der einen Seite die Möglichkeit das Verhalten bzw. die Aktionen durch Feind verfolgen/ Stellung halten/ ducken, etc. gut zu verändern, nur leider nicht immer ganz durchdacht. Haben die Einheiten den Befehl Gegner verfolgen, dann bleiben sie oft gerne genau auf der Stelle stehen, selbst wenn man ihnen einen Marschbefehl gibt. Mitunter bewegen sie sich 1-2 Meter, aber nur um wieder stehenzubleiben. In den Einzelspielermissionen dürfen die Helden nicht sterben. Kein Problem, aber dann wäre eine Gesundheitsleiste neben dem Portrait am linken Bildrand schon eine wichtige Info. Außerdem gibt es eine ganze Reihe an mehr oder wenig stark ausgeprägten Goodies. So kann der Scheinwerfer ausgeschaltet werden, was sich nach einigen Games jedoch eher als ein reines Goodie gegen menschliche Spieler herausstellte. Auch nett ist beispielsweise die Möglichkeit bei jeder Einheit in die 1st Person Sicht zu schalten. Die Menüs sind sehr übersichtlich, es gibt entsprechende Pop-Up Infos und umfangreiche Grafik- und Spieloptionen (u.a. Tastenbelegung). Zu erwähnen wäre auch noch der sehr hilfreiche Zoom-Out, der sich glücklicherweise nicht - wie bei vielen anderen Spielen - nur auf ein kleines Gebiet beschränkt. Hier hat man wirklich gute Übersicht.

Grafik & Sound

Grafisch ist Earth 2160 ein wahres Fest für die Augen. Egal ob es die sehr unterschiedlichen Plantenoberflächen wie Wüste, Eis, Einöde, etc. oder die Einheiten sind. Hier wurden weder mit Polygonen noch mit Texturen gespart. Die Einheiten sehen mitunter besser aus, als so manche Objekte in Ego-Shootern. Da gibt es ein wahres Feuerwerk, wenn zwei größere Verbände aufeinanderprallen, Explosionen überall, Trümmerteile fliegen durch die Lüft, Felsen kullern dank Physikengine den Hang hinunter und allerlei grafische Spielereien tummeln sich auf dem Screen. Bumps Maps hier und da, spiegelnde Oberflächen, Licht- und Wettereffekte. Dazu gibt es einen ständigen Wechsel unterschiedlicher Tageszeiten auf den Karten. Erfreulicherweise ist trotz vieler Einheiten, einer geringen Zoomstufe und maximalen Details das alles auch sehr flüssig spielbar. Im Gegensatz zu einem Empire Earth wird hier sehr gute Grafik geboten, die auch flüssig läuft. Nicht ganz so überzeugen konnte die musikalische Seite von Earth. Zwar gibt es bei den Kämpfen und Einheiten wenig zu meckern, doch bei Soundtrack und Sprachausgabe wollte der Funke nicht so ganz rüberspringen. Die Musik im Hauptmenü ist sehr gelungen und stimmig, allerdings trifft dies nicht immer auf die Tracks beim Spielen in den Missionen zu, wo einige Tracks etwas unfertig und unpassend wirkten. Bei der Sprachausgabe wirken manche Sätze einfach etwas plump und unausgereift, bauen wenig Atmosphäre auf (u. a. unpassende Sprecher/ Aussprache) und außerdem schwankte die Lautstärke der Sprecher innerhalb so mancher Gespräche. Ganz ärgerlich auch, dass man bei den Gesprächen meist keine Befehle geben kann, was an einigen Stellen aber bitter nötig wäre.

Meinung

Was Earth irgendwie fehlte war der letzte Tick, um mich wirklich begeistern zu können. Auf der Haben-Seite hat das Spiel einiges zu bieten. Auch wenn es einige anders sehen, aber mit dem Kopierschutz bin ich sehr zufrieden. Das ist der richtige Weg für den ehrlichen Käufer. Dazu gibt es eine erstklassige Ausstattung (Anleitung, Bonusdisk und Verpackung). Die vier Rassen im Spiel unterscheiden sich vom Gameplay her merklich, die Missionen sind sehr abwechslungsreich und werden gut präsentiert. Über die tolle Grafik des Spiels braucht man auch wenig zu sagen. Bis Age 3 kommt sicherlich das schönste RTS Game auf dem PC. Nur was dann kommt, sind die Kleinigkeiten, die mir immer wieder unangenehm aufgefallen sind. Die Steuerung habe ich mitunter nicht als sehr leichtgängig, sondern eher etwas fummelig empfunden. Egal ob Angriffsverhalten, fehlende Gruppenbewegung oder teilweise der umständliche Basisbau. Der Techtree ist zwar sehr umfangreich, aber es ist auch etwas umständlich, sich dem Gegner anzupassen. Rohre oder Zäune heutzutage einzeln zu platzieren, darauf kann ich gut verzichten. Im Bereich des Mehrspielermodus wird sich sicherlich noch einiges tun und vielleicht auch im Bereich ausgewogener Schwierigkeitsgrad in den Kampagnen. So ist Earth 2160 ein sehr gutes und taktisch anspruchsvolles Strategiespiel für Fortgeschrittene und Profis. Auch wenn es nicht ganz mein Spiel war, so hat es durchaus Potential und daher gerade noch eine 2.


Geschrieben am 11.07.2005, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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