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Divinity 2:Ego Draconis  

Rückseite ]

Info
Autor 2
 2
 1
 2
Gesamt (47 votes) 2+
 1.6
 1.3
 2
Name:Divinity 2: Ego Draconis
Genre: Action Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2009/07
Publisher: dtp
Entwickler: Larian Studios
Offiz. Sites: Game
Hardware: 1.8 Ghz Dualcore, 1GB RAM, 256 MB PixelShader3, HD 9000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Serie: ja
Patch: 1.03
Bemerkung: auch für Xbox360
USK: 12
Divinity 2: Ego Draconis (review von ronin)

Es ist Hochsommer, das Wetter durchwachsen und es herrscht komplette Sauregurkenzeit. Aber nur fast, denn ein tapferes, kleines belgisches Dor… ähm Entwicklerteam namens Larian Studios beschert uns heimlich still und leise Rollenspielnachschub, um gegen die übermächtige Sommerflaute anzukämpfen. Das in den Printmags, im Vergleich mit als "Blockbustern" gehandelten Spielen wie Risen und Arcadia, eher verhalten gepriesene Divinity 2, steht seit Mitte Juli im Laden. Ähnlich wie das von Radon Labs entwickelte Drakensang ein Jahr zuvor, macht man sich die mangelnde Konkurrenz zu nutze, um im Wust der kurz vor Weihnachten erscheinenden Hypegames eine Chance zu haben. Völlig zu unrecht wie ich meine, aber dazu im weiteren Verlauf mehr. Meine eigene Haltung war, geprägt durch meine "Klolektüre", entsprechend zurückhaltend, aber nachdem ich erste Videos und Artikel zum Spiel gelesen hatte, war ich hochinteressiert. Die angeblich so atmosphärearmen Drachenflüge (was erwartet man hier denn, Wipeout?) waren doch nicht so unspektakulär und die Questqualität schien auf sehr hohem Niveau. Gesagt - gekauft. Was erwartet den Rollenspielfan also mit dem neuesten Offline-Zeitvernichter?

Optik - 2006!

Naja. Divinity2 verwendet die Gamebryo Engine wie u. a. auch Oblivion, was bekanntermaßen drei Jahre auf dem Buckel hat. Leider kann ersteres mit dem älteren Kollegen nicht mithalten. Die Graßbüschel sehen hingekleckst aus, die Animationen sind ziemlich steif und die Gesichtsanimationen wirken holzpuppenartig. Allerdings gefielen mit die Kampfanimationen, die zwar weit von der Qualität eines The Witcher entfernt sind, aber stimmig ins Spiel passten. Mein Doppelklingen schwingender Kämpfer wusste sich in Szene zu setzen. Trotz der genannten Mängel kommt man über diese Mankos schnell hinweg. Die Optik der Welt ist abwechslungsreich (Feuer, Wald, Gruften, Wüsten) und stimmig und die auf Erkundung ausgelegte Spielwelt bietet immer wieder Raum für Überraschungen. Die Spannung, mal wieder irgendwo eine kleine verborgene Luke zu finden, die uns in eine Gruft mit interessanten Gegenständen lockt, macht viele Schwächen wett. Außerdem bewegt man sich ab der zweiten Hälfte oft in Drachengestalt, was gewisse Abstriche in der Grafikdarstellung nachvollziehbar macht, zumal die Weitsicht wirklich enorm ist.

Auch das Gegnerdesign gefiel mir sehr, wenn es auch etwas mehr Exemplare der Gattung "Böser NPC" hätten sein können. Besonders die ulkigen Imps haben es mir angetan, die auf ihre ganz eigene Weise sehr bedrohlich wirkten. Hardware technisch kam mein PC gut zurecht, allerdings hatte ich ständig das Gefühl, dass das Spiel leicht nachzieht. Ein Phänomen, was ich in Foren häufiger lesen musste

Voll auf die Ohren!

Dass komplett vertonte Rollenspiele nicht die Regel sind, wissen wir spätestens seit Neverwinter Nights und Drakensang. Natürlich wissen wir auch, dass die Komplettvertonung bei einem solch textlastigen Genre nicht gerade billig ist. Umso erfreulicher, dass Divinity 2 hier die volle Dröhnung bietet. Bis auf den Helden (der permanent stumm bleibt) wurde jeder Satz mit einem breiten Sprecherspektrum vertont. Wiederholungen halten sich dabei in Grenzen und fallen nicht auf. Zusätzlich muss die unglaublich gute Qualität der Sprecher hervorgehoben werden. Die konstant hohe Qualität ist eine Wucht und verdient höchstes Lob. Anders sieht es bei der musikalischen Präsentation aus. Da ist man mittlerweile mit Spielen wie Gothic3, The Witcher oder auch Drakensang besseres und vor allem abwechslungsreicheres gewöhnt. Auch wenn man sich bemüht hat die einzelnen Stücke situations- und umgebungsabhängig zu präsentieren, kommt schnell Monotonie auf. Besonders die orchestrale Komponente wirkte vergleichsweise "billig". Mein "Chefredakteur" yak könnte hier sicher prägnantere und professionellere Worte finden ;-). Die Drachenflugmusik verfolgte mich, im negativen Sinne, noch in der Nacht.

(K)ein Rollenspiel ohne (Steuerungs-)macken?

Stimmt, solche Genrevertreter sind mir bisher fremd. Auch Divinity 2 macht hier keine Ausnahme. Das Rollenspiel ist aufgrund seines actionlastigen Fokus sehr klicklastig. Das soll heißen, dass in Kämpfen weniger eine wohlüberlegte Taktik im Vordergrund steht, sondern vielmehr ein schneller Mausfinger und der kluge Einsatz von Heiltränken. Ein kompliziertes kombolastiges Kampfsystem sollte man hier nicht erwarten. Ansonsten bietet das Spiel Genrestandard. Per WASD steuert man seinen Held oder seine Heldin (der Avatar kann individuell erstellt werden) mit Blick über die Schulter durch die umfangreiche Spielwelt. Fässer, Kisten und Behälter müssen dabei mühsam einzeln ausgewählt werden, was aufgrund der schwammigen Auswahlmethode per Maus sehr, sehr nervtötend ist. Zwar wird unten rechts angezeigt, ob die Kiste etwas enthält, aber durch die massenhaft verteilten, oft leeren Behälter, verliert man hier schnell die Lust alles abzusuchen. Meine Patentlösung war wie folgt: In die Mitte einer Kistenansammlung gestellt, Wirbelwindattacke des Kriegers aktiviert und Gegenstände eingesammelt. Anders konnte ich diese ganzen "Umstandskästen" nicht ertragen.

Ähnlich unübersichtlich ist das Inventar. Zwar unterteilt man grob in Waffen, Rüstung, Schmuck etc., aber besonders unter dem Reiter "sonstige Gegenstände" findet sich jeder Schrott, vom rostigen Becher, bis zum wertvollen Edelstein für Verzauberungen. Hier hätte eine automatische Ordnungsfunktion Wunder gewirkt. Lobenswert empfand ich dagegen die Gegenstandsvergleiche, die durch Rot- oder Grünfärbung die Auswirkungen auf den Charakter direkt sichtbar machten.

Die Drachensteuerung ging sehr einfach und unkompliziert von der Hand. Lediglich das fehlende Aufsteigen mittels Sprungtaste störte mich. Ein Hochfliegen war nur dann möglich, wenn ich nach oben schaute und ebenda hinflog.

Drachentöter - Drachenritter

Storytechnisch bietet sich dem Spieler klassische Rollenspielkost. Der unbedarfte, anonyme Held beginnt als Anwärter auf den exklusiven Klub der Drachentöter. Nun erlebt man im Schnelldurchlauf die kurze Ausbildung, die gleichzeitig als Tutorial gilt. Relativ schnell wird man dann in die Ereignisse um das heraufziehende Böse verwickelt und wird, wie sollte es anders sein, selbst zum Drachenritter. Allerdings vergehen bis zum ersten Flug als Echse viele Stunden Spielzeit. Apropos Spielzeit, unter 35-40 Stunden ist der Titel nicht durchgespielt, da man meiner Meinung nach um die vielen Nebenquests nicht herum kommt.

Das Aufleveln des Charakters ist besonders zu Beginn der Fjorde sehr wichtig. Hier steigt der Schwierigkeitsgrad gehörig an, da die großen Gruppen von Imps anfangs kurzen Prozess mit dem milchgesichtigen Helden machen. Leider sinkt der Anspruch ab Stufe 26 fast ins Bodenlose und bis auf den enttäuschenden Endkampf ist das Spiel viel zu leicht. Allerdings konnte ich in einigen Foren lesen, dass die Klassenbalance nicht sonderlich optimal ist und der Krieger, im Vergleich mit einer magischen oder auf Fernkampf ausgerichteten Skillung, hierbei zu viele Vorteile genießt.

Bevor ich ins Detail von Charakterskillung, Quests etc. gehe, noch ein paar Worte zur Hauptstory. Die Geschichte um den rachesüchtigen Damian, der seine Geliebte wiedererwecken will, wird leider relativ schnell undurchsichtig und vor allem unglaubwürdig. Der Spinner erscheint alle paar Sequenzen vor dem Helden und labert ihn die Ohren voll, wie schwach und unbedeutend er sei und hetzt im Anschluss irgendwelche Hanswurste auf ihn, mit denen er kurzen Prozess macht. Warum klopft mich Mr. Obermotz nicht einfach mit Level 5 um? Die Geschichte wird hier einfach viel zu klischeehaft und erinnert an die typischen Bond-Bösewichte. Hier hätte mehr Einfallsreichtum gut getan, besonders wenn man den Vergleich zu The Witcher zieht. Apropos, ein Moralsystem existiert in Divinity 2 nicht. Ich kann durch die Häuser latschen und den Leuten wirklich die Bude komplett leer räumen. Eine Einstufung in dunkel oder hell findet nicht statt. Zwar hat man häufig die Möglichkeit verschiedener Alternativen, aber eine Konsequenz ergibt sich hier nur in der Art der Belohnung oder dem vorzeitigen Questabbruch. Allerdings machen die witzigen und vielfältigen Quests wieder viel Boden gut.

Power Ranger, Leichenteile - Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Überhaupt ist der herrliche Humor und die vielen versteckten Nebenquests das Herzstück von Divinity 2. Sei es nun der skurril-morbide Körperteilverkäufer meines Turms, oder die Power Ranger parodierenden Drachentöter. Letzteres war ein besonderes Schmankerl. Ich sollte in den Fjorden einen alten Drachenritter wiedererwecken, der von einer seltsamen Meute Hinterwäldler angebetet wurde. Gesagt getan, ich sammelte die nötigen Gegenstände und stieg in die Gruft hinab. Leider war der Drache längst tot, allerdings lebte seine lasziv dahin brabbelnde Truhe noch. Jedes Wort von ihr klang wie ein multipler Orgasmus. Nachdem ich nach mehrfachem Neuladen endlich die Aufgabe dieser "geilen Truhe" gelöst hatte, stieg ich wieder hinauf und verkündete die traurige Wahrheit: Euer Gott ist tot! Schwups war ich ihr neuer Gott. Leider stellte sich Sekunden später heraus, dass diese Hinterwäldler meinen Vorgänger gefressen hatten. Und hier kommen die Power Ranger ins Spiel. Ganz Serien-like präsentierten sie sich nebst individueller Kampfanimation und passender Musik vor dem Kampfbeginn mit ihrem Namen: Kuuurrrrt! Käääääthe! Tiberiuuusss! Herrlich! Ich lag am Boden - bald darauf die Ranger natürlich auch. Solche kleinen aber feinen Storys findet man immer wieder. Und sei es nur in Form einer verfluchten Gruft, nebst witzigem Bücherregal.

Wer die Zeit und die Muße hat, noch weiter in die Welt von Divinity 2 einzutauchen, der kann dies mithilfe der vielen Bücher tun. Unglaublich was man hier manchmal für Geschichten findet. Von den Gedanken eines achtjährigen Nekromanten, der seine erste Leiche geschenkt bekommt, bis zu den anonymen Gedichten eines unfähigen Poeten. Verstärkt wird die Questvielfalt noch durch die Möglichkeit des Gedankenlesens. Zwar bezahlt man diese Fähigkeit mit Erfahrungspunkten, aber oft gewinnt man so Kennwörter, neue Fertigkeitspunkte oder einen kompletten Levelaufstieg.

Ein weiteres Schmankerl dieser Rollenspielperle ist der ständige Begleiter in Form eines Nekromantentierchens. Kopf, Rumpf, Arme und Beide sind individuell anpassbar und bestimmen die Kampfausrichtung. Nahkämpfer, Magier oder Fernkämpfer. Toll! Weiterhin läuft das hundeähnliche Tierchen permanent herum, kratzt sich und markiert sein Revier. Egal ob im Harem meines Drachenturms, oder im Alchemiegarten meines Gärtners! Apropos Turm. Ja, man bekommt einen eigenen Drachenturm. Hat man diesen von seinem etwas nekrophilen Einwohner gesäubert (in solchen Momenten wird das Spiel unglaublich makaber ;-) ) verfügt man über einen eigenen Alchemisten, Verzauberer und Nekromanten. Auch hat man die Möglichkeit Läufer, die vorher mit besserer Ausrüstung versorgt werden sollten, auf Zutatenjagd zu schicken, wenn mal wieder ein bestimmtes Kraut für den "besonders starken Trank der Heilung" fehlt. Auch gibt es einen eigenen Barden, eine Tänzerin und eine üppiges Schlafzimmer. Sexkapaden sind dem Spiel allerdings fremd. Erotische Abenteuer der Marke The Witcher oder Mass Effekt gibt es in Divinity 2 keine. Schade, hier hätte man dem Helden etwas bzw. überhaupt Profil verleihen können. Der stumme Kamerad macht es dem Spieler schwer sich mit ihm zu identifizieren. Die schon angesprochenen Möglichkeiten des Turms, erlauben es in sehr komplexer Weise die Gegenstände aufzuwerten und den Charakter immer weiter zu verstärken. Allerdings ging mir die dafür nötige Gegenstandssuche relativ schnell auf die Nerven, da man im unübersichtlichen Inventar die Lust verliert. Außerdem ist der Charakter, wie schon erwähnt, ab einem bestimmten Level so stark, dass man keinerlei Probleme mehr hat.

Als weniger gelungen empfand ich die per Drachen ausfechtbaren Festungskämpfe. Bestimmte Gebiete sind von Damians Schergen durch fliegende Festungen korrumpiert und einige Nebenquests schicken den Spieler genau dort hin. Der Ablauf ist dabei immer gleich. Die Antidrachenzonen (Gebiete in die man mit dem Drachen nicht fliegen kann) und Türme mit dem Drachen deaktivieren und dann per Pedes in die Festungen eindringen und den Kommandanten töten. Besonders das anspruchslose Drachenkämpfen nervt ziemlich schnell, allerdings fallen diese Passagen unter die Kategorie: fakultativ! Freilich sammelt man hier so viele Erfahrungspunkte und mächtige Setgegenstände, dass es sich auch lohnt. Nur so bekommt man seinen Charakter weit über die Stufe 30 hinaus.

Noch ein paar Worte zum Skillsystem. Pro Levelaufstieg erhält man vier Attributspunkte, die man frei auf fünf Charakterwerte (Stärke, Lebenskraft etc.) verteilen kann. Zwar legt man hier klassentypisch Schwerpunkte fest (klar, dass ein Krieger mehr Stärke braucht als ein Magier), aber ein paar Punkte in Weisheit und Intelligenz sind nicht nur nötig, um bestimmte Gegenstände nutzen zu können, sondern sie sind auch sinnvoll, da auch Kampffähigkeiten Mana verbrauchen. Weiterhin gibt es pro Aufstieg einen Fertigkeitspunkt, der frei auf die vielen verschiedenen Fähigkeiten verteilt werden kann. Mein Krieger hatte zum Beispiel Heilung und Lebensentzug weit ausgebaut, um in Kämpfen schnell wieder zu Kräften zu kommen. Ein Kampfmagier mit Zweihandwaffe ist somit genauso möglich wie ein untoter beschwörender Waldläufer. Die Variabilität ist angenehm und überfordert trotzdem nicht. Je nach Geschmack kann sich jeder Spieler etwas herauspicken. In der Drachenform hat man wiederum eigene Fähigkeiten und auch Rüstungsteile. Zwar fällt das Ganze weniger komplex aus, dafür erhält man Fertigkeitspunkte nur über gefundene Bücher.

Abschließend noch ein Wort zu den Gegenständen. Diablo-Liebhaber werden mit Divinity 2 zufrieden sein. Von ungewöhnlich bis legendär sind diverse mächtige Gegenstände zu finden. Das Zusammensuchen eines kompletten Sets ist mir allerdings in einem Durchlauf nicht gelungen.

Macken - Problemchen - Bugs

Rollenspiele und Bugs. Ein leidiges Thema und bei vielen würdigen Genrevertretern ein großes Problem. Ich startete Divinity 2 mit dem ersten Patch kurz nach Release (1.01) und hatte während des gesamten Spiels nicht einen einzigen Absturz. Leider fielen mir zwei sehr böse Plotstopper auf. Einmal musste ich in der Banditenhöhle in einen Tempel eindringen, um den Anführer der Bande zu besiegen. Sobald ich die Tür durchschritten hatte, wurde diese abgeschlossen (durchaus üblich bei diesem Spiel). Allerdings lag eine Giftaura auf dem Tempel die mich innerhalb weniger Sekunden getötet hat. Leider habe ich im Tempel gespeichert und hatte kein Savegame davor. Meine brachiale Lösung war hier. Tränke eingeworfen bis der Arzt kommt, auf den Banditenboss eingehauen und die anderen Gegner ignoriert. Als der Boss in den nächsten Raum flüchtete gingen die Türen wieder auf und das Problem war Geschichte. Leider auch mein Trankvorrat von über 20 Stück. Ein anderes Mal stieg ich im Trümmertal in den alten Drachenturm ganz hinauf und fand einen Raum nebst skelletigem Waffenhändler. Leider wurde mir auch hier die Tür zu gemacht und ich kam nie wieder raus. Möglich, dass es noch weitere solcher Plotstopper gab, mir sind aber keine weiteren aufgefallen. Weiterhin fällt störend auf, dass man beim Kriegeransturm (eine Fähigkeit bei der man auf den Gegner zustürmt) oft über den Gegner hinausschießt und sonst wo landet. Äußerst nervige Angelegenheit! Außerdem ist der Held quasi Fallschaden immun. Ich kann aus 1000m Höhe abstürzen und es passiert nichts. Das ist sicher kein Bug, sondern ein Zugeständnis an die jederzeit aktivierbare Drachenform, aber darunter leidet die Atmosphäre. Weniger störend empfand ich den ziemlich abrupten Wechsel von Drache zu Held. Es ist klar, dass sich die Entwickler aus Balancegründen etwas einfallen lassen mussten, damit man nicht per Drache alle landläufigen Gegner niedermetzelt. Somit verschwinden diese sobald man in Drachengestalt ist und man wechselt in eine Art Flugwelt, wo eben in der Luft Gegner lauern.

Edit: Die genannten Plotstopper sind, laut Aussage unseres Forumsmitglieds Kralic, keine Bugs, sondern nur zwei etwas schwieriger zu meisternde Quests. Die Giftaura im Banditen-Tempel konnte man anhand einer Blutspur umgehen und mit dem Gebrauch eines Bogens wiederum den Boss in der Mitte des Raumes angreifen. Der zweite "Bug" im Raum in der Spitze des alten Drachenturmes konnte durch das Finden eines Schalters aufgeklärt werden. Letzterer befindet sich mitten im feuergefluteten Raum - Verbrennungen also inklusive. Danke noch einmal an Kralic. Weiterhin sind damit zwei angebliche Bugs aufgeklärt, womit ich in Divinity 2 keinerlei "Käferchen" finden konnte.

Fazit

Freud und Leid liegen bei diesem Rohdiamanten nah beieinander. Der grandiose Humor, die liebevollen und zahlreichen Quests, die vielen versteckten Geheimnisse in der großen, atmosphärischen Fantasywelt sind Pluspunkte, die Divinity 2 auf der Habenseite verbuchen kann. Auch das Drachenfeature ist, trotz der genannten Macken, nett ins Spiel integriert. Ebenso bringen die Drachenturmoption und das witzige Begleitertierchen frischen Wind ins Genre. Die grandiose Sprachausgabe muss hier erneut erwähnt werden. Leider vermiest sich Divinity 2 eine bessere Wertung durch viele kleine Unmöglichkeiten, die einfach unnötig sind. Das nervige Inventar, das fummelige Behälterdurchsuchen, das kaum taktische Kampfsystem, kleine Fehlerchen (Balance etc.) und allem voran die schlecht durchdachte Hauptstory (das Ende ist der absolute Gipfel! :-( ) nagen stetig an der Wertung. Nichtsdestotrotz ist Divinity 2 ein tolles Rollenspiel, welches sich vor etablierten Genregrößen nicht verstecken braucht. Jeder Rollenspiel Fan sollte zugreifen. Eine gute yiya´sche 2.


Geschrieben am 09.08.2009, Testkonfiguration: Intel Dual Core E6750, 4GB, GeForce 8800GTS
 



88 Leser bewerteten diesen Artikel im Durchschnitt als: Sehr gut (4.6 von 5 Punkten)
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