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Diablo 2  


Info
Autor 2+
 2
 1
 2
Gesamt (731 votes) 2+
 1.9
 1.5
 1.8
Name:Diablo 2
Genre: Action Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2000/07
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: Blizzard
Offiz. Sites: Game
Links: www.diablo2.de
Hardware: 233Mhz, 32MB RAM, keine 3D-Karte nötig/ jedoch unterstützt, HD 650 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX7
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Addon: ja
Serie: ja
Patch: 1.13c
Bemerkung: auch für MAC erhältlich
USK: 16
Diablo 2 (review von ronin)

Ein Review über Diablo2?

Das ist doch schon uralt werden einige sagen. Mag sein, aber hinter der oberflächlich betrachteten Monsterhatz steckt ein Spiel, daß einen wahnsinnig hohen Suchtfaktor besitzt und auch nach Monaten noch sehr viel Spaß macht. Der folgende Review soll eher ein Erfahrungsbericht werden, in welchem einige Tipps und Empfehlungen enthalten sind.

Story: Die Story knüpft da an, wo Teil 1 aufgehört hat. Nachdem ein namenloser Held das kleine Dörfchen Tristam vom Bösen (personifiziert durch Diablo) befreite, hat sich die Seele des besiegten Feindes in eben diesem Helden festgesetzt. Es kommt wie es kommen muß. Das Böse kehrt zurück - Diablo wird wiedergeboren- und um es noch schlimmer zu machen, sind seine beiden Brüder mit von der Partie. Die folgende Aufgabe des Spielers ist klar: Ausrücken, Erfahrung und Gegenstände sammeln, sich durch haufenweise Zwischengegner kämpfen, um am Ende dem jeweiligen Endgegner gegenüber zu stehen. Das klingt natürlich alles nicht allzu toll, vor allem für ein Rollenspiel. Anders als im ersten Teil hat Blizzard die Story durch die Questverknüpfungen besser rübergebracht. Es kommt Atmosphäre auf, ohne das Spiel unnötig unübersichtlich (im inhaltlichen Sinne) zu gestalten. Die Genreeinordnung sagt schon alles: Action - Rollenspiel mit Schwerpunkt auf Monsterhatz, Charakterentwicklung sowie Itemsuche. Praktisch ausgedrückt bedeutet das für den Spieler folgendes: Man sucht sich einen der fünf grundverschiedenen Charaktere aus, steigt durch das Sammeln von Erfahrungspunkten Level um Level auf und bildet seinen anfänglich schwächlichen Charakter zu einem Helden im wahrsten Sinne des Wortes aus.

Erfahrung bekommt man natürlich nur durch das Töten von Monstern, weshalb dieser Part auch den Großteil des Spiels ausmacht. Ein Charakter kann noch so stark sein, ohne passende Waffe und Rüstung sieht er alt aus. Womit ein weiterer wichtiger Aspekt angesprochen wurde: Die Itemsuche (Item = Gegenstand). Allen Unkenrufen zum Trotz, das Jäger- und Sammlerprinzip scheint aufzugehen. Man spielt irgendwann nicht mehr der Story wegen sondern allein wegen seines Charakters und der Suche nach immer besseren Gegenständen. Was diesen "Wahn" ausmacht und wie das Spiel im einzelnen beschaffen ist soll, im folgenden beschrieben werden.

Mancher Battlenet-Profi wird mir in einigen Punkten sicher widersprechen wollen, aber dieser Review spiegelt meine persönliche Erfahrung mit diesem Spiel seit dem Sommer 2000 wieder. Er soll einerseits für Neulinge das Spiel schmackhaft machen und andererseits für fortgeschrittene Spieler eine kleine Hilfe darstellen. Desweiteren möchte ich mit dem Vorurteil aufräumen, das Spiel sei eine gehaltlose Monsterhatz ohne Story.

Kommen wir nun zum Wichtigsten:

Die Charakterklassen: Alle fünf haben einen eigenen Fertigkeitsbaum, mit entsprechend verschiedenen Fähigkeiten. Während ein Barbar auf Schlachtrufe und spezielle Nahkampf Attacken zurückgreifen kann, ist ein Totenbeschwörer ein Meister der Untoten. Flüche und Wiederbelebungszauber gehören in sein Metier. Im folgenden gehe ich auf die einzelnen Charaktere genauer ein und bringe persönliche Erfahrung mit ein.

 

Barbar: Ein Meister im Umgang mit schweren Nahkampfwaffen. Durch seine Stärke und Vitalität meist an vorderster Front anzutreffen. Kann zwei Waffen gleichzeitig tragen. Meine Empfehlung für Anfänger. Im Fertigkeitsbaum kann man nicht ganz so viel falsch machen, oder gar den Charakter "verskillen" indem man einzelne Punkte wiederholt falsch vergibt. Leider verliert er aufgrund der geringen Abwechslung schnell an Reiz. Die seit dem 1.04er Patch leider entschärfte Wirbelwindattacke macht ihn fast unbesiegbar. Die Folge ist ein dröges "Durch-die-Gegner-schlagen".
Amazone: Speere, Bögen und Armbrust sind für diesen Fernkampfcharakter erste Wahl. Durch die Schnelligkeit und Geschicklichkeit dieser Schönheit sind Gegnermassen schnell weggemetzelt. Sobald der Gegner allerdings zu nahe herankommt wird es brenzlig. Fortgeschrittene Spieler oder die, die es noch werden wollen ;) sollten diesen Charakter wählen. Die Fertigkeitenauswahl ist sehr abwechslungsreich. Schnellfeuerattacken und Feuer- sowie Eiszauber sind ihre Spezialität. Die Möglichkeit Speere zu werfen mag ich persönlich weniger, weil dadurch der Schwierigkeitsgrad für diesen Charakter unnötig erschwert wird; dann lieber gleich den Barbaren :). Die Motivation mit diesem Charakter Level um Level aufzusteigen wird durch die recht abwechslungsreiche Spielweise erhöht. Mein persönlicher Lieblingscharakter.
Paladin: Ein guter Allrounder möchte man meinen. Im Nahkampf sehr stark, aber auch seine magischen Fähigkeiten sind ordentlich. Er kann schwere Rüstungen tragen und durch die hohe Stärke auch eine gute Nahkampfwaffe wie Schwert oder Kriegshammer. Ich würde den Paladin für fortgeschrittene oder sogar Proficharaktere empfehlen. Durch die verwirrend große Auswahl an magischen Auren und deren Unterteilung kann man bei diesem Charakter viel durch falsche Punktvergabe ruinieren. Ich persönlich bin mit diesem Kriegsmagier nie richtig zurecht gekommen ;). Eingeschworene Paladinspieler werden mir da aber sicher widersprechen. Wer schon immer Nahkampf/ Magie in Kombination gemocht hat, soll sein Glück versuchen.
Zauberin Die zweite Frau im Bunde ist die Meisterin der Elementarzauber. Feuer, Eis und Blitz teilen ihren Fertigkeitsbaum auf. Ein Schwert sollte man dieser leuchtenden Persönlichkeit allerdings nicht in die Hand drücken. Die mangelnde Stärke verhindert auch das Tragen schwerer Rüstungen. Das hat sie auch nicht nötig. Ihr riesiges Repertoire an Zaubern macht sie zu einem der stärksten Charaktere. Eindeutig eine Kandidatin für Profispieler. Wer hier nicht aufpaßt, kann den Charakter sofort wieder löschen, ein Punkt in die falsche Fertigkeit und es wird schwierig. Im Laufe der Zeit haben sich die Eiszauber am effektivsten erwiesen, da eingefrorene Gegner kaum zurückschlagen können ;). Die Langzeitmotivation ist schon allein wegen des hohen Schwierigkeitsgrades gegeben. Wer seine Zauberin auf Level 80 bringt, kann sich als Könner bezeichnen.
Totenbeschwörer:
Eine ziemlich zwielichtige Gestalt, was euch in der Story auch immer wieder unter die Nase gebunden wird. Am Anfang ein richtiger Schwächling, bleibt dem Totenbeschwörer nicht viel übrig, als die Arbeit von seinen Skeletten und Golems erledigen zu lassen. Nahkampf ist nur am Anfang wichtig, dann kämpft sich der Totenbeschwörer mit einer Vielzahl an Kreaturen (auch "pets" genannt) durch die Dungeons. Fortgeschrittene Spieler sollten es mit diesem Patron versuchen. Mit der riesigen Horde an pets, welche mit steigendem Level immer mehr zunimmt, fühlt man sich weitaus sicherer. Natürlich hat man immer noch etwas zu tun. Mit Flüchen und speziellen Zauberattacken werden die Gegner beharkt. Leider vertragen seine "Leibwächter" nicht allzuviel. Bei einzelnen Endgegner können schnell die Leichen (braucht man zum erwecken von Kreaturen) ausgehen und man steht alleine da. Ich persönlich mag diese Figur nicht so sehr, da zuviel "Arbeit" von seinen pets weggenommen wird und damit die Wiederspielbarkeit sinkt. Außerdem bleiben aufgrund der mangelnden KI meine Lieblinge ziemlich oft an engen Stellen hängen. Es gibt nichts Schlimmeres :).

Soweit zu den einzelnen Charakteren und ihren Stärken sowie Schwächen.

Im Folgenden steht die eigentliche Charakterentwicklung im Vordergrund. Einen beachtlichen Teil des Spiels bringt man in den übersichtlich gestalteten Statistikfenstern zu. Das klingt trocken, ist es aber nicht. Es gibt grundsätzlich zwei Fenster, welche für Charaktereigenschaften und Fertigkeiten zuständig sind: Die Charaktereigenschaften umfassen vier Werte, in die nach jedem Levelaufstieg 5 Punkte investiert werden können. Die Erhöhung des Wertes Stärke läßt den Charakter härter zuschlagen und erlaubt es größere Rüstungen und Waffen zu tragen. Geschicklichkeit macht das Treffen der Feinde effektiver und erlaubt es, Gegenstände wie Bögen zu benutzen. Der Vitalitätsbalken erhöht die Anzahl der Hitpoints. Energie dagegen setzt den Wert des Manavorrats höher. Hinzukommt noch ein Balken für Stamina. Dieser ist wichtig, weil der Charakter nur eine gewisse Zeit rennen kann. Ist der Ausdauerbalken auf Null, braucht der Held eine kurze Verschnaufpause. Durch das Erhöhen der Vitalität steigt dieser Wert an. Im unteren Bereich des Charakterbildschirms sind noch die Widerstandsarten verzeichnet. Diese in Prozent angegebenen Werte können nur durch spezielle magische Gegenstände heraufgesetzt werden. Schaden durch Blitz- , Eis- , Gift- und Feuerattacken werden damit vermindert. Meiner Meinung nach sehr wichtig, von manchen Profispieler allerdings vernachlässigt ;).

Den zweiten wichtigen Punkt in der Charakterentwicklung stellt der Fertigkeitsbaum dar. Nach jedem Levelaufstieg erhält der Charakter einen Punkt, der in eine Fertigkeit investiert werden kann. Wobei manche dieser Fertigkeiten erst ab bestimmten Levels freigeschalten werden. Das heißt speziell, daß die Zauberin ab Level 1 mit dem einfachen Feuerball schießen kann, der weitaus schlagkräftigere Blizzardzauber aber erst ab Level 24 anwendbar ist. Jeder Charakter hat grundverschiedene Fertigkeiten, wobei pro Figur jeweils drei Fertigkeitsbäume zur Auswahl stehen.

Ein Beispiel: Die Amazone kann ihre Punkte in die Fertigkeitenbäume Bogen/ Speer/ passive Fähigkeiten stecken. Es ist anzuraten sich für maximal zwei zu entscheiden, da ansonsten die jeweilige Figur für spätere Levelabschnitte zu schwach ist und den Gegnern nichts entgegenzusetzen hat. Im Klartext heißt das: Allrounder haben keine Chance. Spezialisten sind unbedingt erforderlich. Eine Amazone die mit Bogen und Speer umgehen kann ist niemals so stark wie eine spezialisierte Bognerin. Es ist sehr wichtig, daß man seine Punkte gut überlegt verteilt oder notfalls auch aufspart, um ab einem höheren Level in eine neu verfügbare Fähigkeit zu investieren. All diese Werte können durch spezielle magische Gegenstände aufgewertet werden. Aber dazu später mehr. Wie man sieht ist dieser Teil des Spiels der Komplexeste. Leider beschreibt das Handbuch die einzelnen Fähigkeiten nur mangelhaft. Durch das fortgeschrittene Alter des Spiels stehen allerdings genügend Fansites zur Verfügung, um dem Neuling mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die größte und umfangreichste Hilfe bietet wohl www.diablo2.de, von der auch ich viele Tipps erhalten habe.

Als nächstes soll auf die Items eingegangen werden. Es gibt eine riesige Auswahl an Gegenständen und Waffen. Diese sind unterteilt in verschiedene Kategorien. Da wären die normalen Waffen und Rüstungsteile, die durch eine weiße "Textfarbe" gekennzeichnet sind. Sie besitzen keinerlei magische Eigenschaften und sollten so schnell wie möglich durch ihre magischen Pendants ersetzt werden. Diese sind blau gekennzeichnet und haben eine magische Eigenschaft. Zum Beispiel +5 Stärke, für die ersten Schritte im Spiel ist das auch durchaus nützlich. Später kommen noch die sogenannten Set-Gegenstände hinzu. Sie sind grün gekennzeichnet und Teil einer Rüstungs- oder Waffenkombination. Ein paar Handschuhe, ein Gürtel und ein Helm bilden ein Set. Hat man alle auf seinen Charakter verteilt, ergeben sich durch die Kombination zusätzliche Boni.

Auch diese Art der Items ist nützlich, die seltenen Gegenstände (raw Items) oder die einzigartigen Gegenstände (unique Items) bilden allerdings die stärksten Werte. Hier sind teilweise bis zu fünf verschiedene Wertsteigerungen möglich. Aus der Vielfalt an Gegenständen will ich nur einige nennen. Es gibt sieben Oberklassen die der Charakter tragen kann. Eine Körperrüstung, Gürtel, Handschuhe, Schilde, Schuhe, Schmuck (Amulette und Ringe) sowie verschiedenste Waffen (ein- oder zweihändige). Um so weiter der Held in Diablo's Welt voranschreitet, desto stärker und besser werden die Waffen. Auf die einzelnen Waffengattungen gehe ich jetzt nicht ein, bis ich damit fertig wäre ist Teil3 erschienen ;).

Neben diesen Gegenständen existieren noch die wichtigen Heiltränke ( in verschiedensten Dosierungsgrößen; Manatränke können jedoch nicht mehr gekauft werden), andere (meiner Meinung nach absolut nutzlose) Elixiere wie Gegengift oder Explosivfläschchen und Schriftrollen (Stadtportale und Identifikationsrollen). Die Identifikationsrolle ist sehr wichtig, da Gegenstände mit magischen Gegenständen erst identifiziert werden müssen, um ihre Eigenschaften sichtbar zu machen. Mit dem Stadtportal kann man immer in die schützende Enklave des Dorfes zurückkehren um Luft zu holen und neue Tränke zu kaufen. Pfeile für Bögen sowie Bolzen für Armbrust müssen ebenfalls extra erworben werden. Nachträglich muß noch gesagt werden; daß durch den argen Mangel an Manatränken vor allem auf Waffen mit Manaabsaugung gesetzt werden soll. Damit wird bei jedem Treffer ein gewisser Prozentsatz an Mana an den Spieler zurückgegeben. Was nicht vergessen werden darf! Das alles kostet Geld. Ob nun das Reparieren von Waffen, das Glücksspiel um seltene Gegenstände zu erhalten oder der Erwerb von frischen Tränken, das Leben in Blizzards Spiel ist teuer. Durch Monsterkillen und später durch das Finden seltener Rüstungen erhält man genügend Gold, um zurecht zu kommendem Anfang ist es allerdings nur nervig.

Story: Kommen wir jetzt zum eigentlichen Storyverlauf im Spiel. Insgesamt sind 4 Akte vorhanden, in denen jeweils Quests (Einzelaufgaben ) gelöst werden müssen. Als Belohnung winken meistens besondere Gegenstände oder Punkte für die Charakterentwicklung. Sind alle Quests gelöst, geht es weiter in den nächsten Akt. Die einzelnen Akte sind durch vier wirklich filmreife Zwischensequenzen verbunden, die die Story hervorragend unterstützen. Ob ihr die Quests löst oder lieber noch ein wenig die Gegend erforscht, um durch Monsterhatz Erfahrungspunkte zu sammeln, bleibt euch überlassen. Die Quests "warten" quasi auf euch ;). Pro Akt sind sechs Questaufgaben zu lösen. Wobei im letzten nur drei zur Auswahl stehen. Das Areal auf dem ihr euch bewegt, umfaßt Kellergewölbe, Klöster, Gefängnisse und viel freie Fläche an der Oberfläche. Alle Klimazonen sind vorhanden; im Dschungel, in der Wüste, selbst in der lavaüberzogenen Hölle ist der Held unterwegs. Damit er sich nicht verirrt kann, jederzeit eine Karte eingeschaltet werden. Um auch die Wege nicht zu lang werden zulassen, sind in jedem Gebiet Wegpunkte versteckt, die euch, einmal freigeschaltet, schnell in die einzelnen Areale transportieren. Zum Erholen nach der Monsterhatz geht man entweder per Townportal oder Wegpunkt ins Dorf. In jedem Akt ist das eine andere Stadt oder ein Dorf, immer mit den selben Grundvoraussetzungen. Man trifft NPC mit denen gehandelt und geschwätzt werden kann, selbst manche Quests werden damit freigeschaltet. Einen Schmied oder Tränkeverkäufer trifft man überall, nur die Umgebung ist anders. In diesen "Erholungsparks" kann euch auch kein Gegner attackieren. Ein einigermaßen fähiger Diablo2 - Spieler zockt die vier Akte an zwei Tagen durch, Anfängern mit weniger Ausdauer gebe ich eine Woche. Danach trägt man ein "Sir" bzw. "Dame" im Titel und darf von vorn beginnen und ein neuer Schwierigkeitsgrad wird freigeschalten.

Es gibt also den Normalmodus, den Alptraummodus und für die ganz Schlimmen der Höllenmodus. Ab jedem neuen Schwierigkeitsgrad erlebt man die Quests noch einmal, sammelt aber bessere Gegenstände sowie mehr Erfahrung. Hier liegt ein Problem das Kritiker immer wieder aufwerfen. Die selbe Story noch einmal nur um Erfahrung und Items zu sammeln? Aber klar doch! Wenn man Diablo das erstemal besiegt hat ist man maximal Level 30. Hier sind gerade alle Fähigkeiten wählbar, aber sicher noch nicht stark ausgebaut. Ich will damit sagen, daß die Hatz nach neuen Gegenständen und die Ausbildung eines Supercharakters die eigentliche Spielfaszination ausmacht. Am meisten Spaß macht das natürlich im Battlenet mit Freunden oder überhaupt im LAN mit einer Gruppe von Helden. Hier steht der Kooperationsmodus im Vordergrund und die Erfahrungspunkte werden dann auf die jeweiligen Mitspieler verteilt. Das allerdings ist eine eigene Wissenschaft und wäre zur Erklärung zu umfangreich. Allerdings steigt man mit Mitspielern um ein vielfaches schneller auf. Man kann sich auch gegenseitig duellieren, aber das ist eher was für Veteranen, die nicht mehr wissen, wohin mit der Zeit ;).Verschiedene Spielmodi wie bei UT oder Tribes2 gibt es nicht.

Kommen wir nun zu so grundlegenden Sachen wie Grafik, Sound, Steuerung Inventory, Speichersystem und dem Battlenet, dem Herzstück des Spiels . Die Grafik ist zweckmäßig. Nicht atemberaubend und auch nicht häßlich. Die maximale Auflösung von 640*480 ist allerdings ein Witz. Und obwohl Direct3D unterstützt wird und die Zaubereffekte dadurch besser aussehen, ist das Spiel sehr hardwarehungrig. Sicher läuft es auf einem P3 450 flüssig, aber nur solange sich nicht viele Monster auf dem Bildschirm tummeln. Je nach Rüstung oder Waffe die man trägt verändert, sich das Outfit der Figur. Auch die Zaubersprüche und Feuerpfeile sehen toll aus. Versteckt sich der Held hinter einer Mauer wird er mit einem Rahmen angezeigt und in Gewölben werden die Wände transparent. Alles in Allem ist die Grafik nicht der Hit. Da hat sich Blizzard nicht mit Ruhm bekleckert. Aber wie das mit solchen Suchtmachern ist, interessiert es einem nach einer gewissen Zeit nicht mehr. Der Sound klingt ordentlich, allerdings ist die deutsche Synchronisation sehr schlecht gelungen. Die Sprecher, vor allem für die Charaktersounds, sind einfach nur zum Ablachen. Das klingt absolut unmotiviert und gelangweilt. Irgendwann lacht man nur noch drüber. Das Witzigste ist allerdings die Namensübersetzung der Monster. Jeder Zwischengegner, der besonders schwer zu besiegen ist hat einen zufällig generierten Namen. Von Verdamnispustel bis Schlamm-Schaum der Schläger ist alles dabei. Mein persönlicher Favorit ist und bleibt: Scharf-Säufer die Axt. LOL, herrlich. Die Steuerung erfolgt fast ausschließlich über die Maus und ein paar Hotkeys auf der Tastatur. Die linke Maustaste ist der Primärangriff und die rechte steht für Sekundärattacken wie Spezialzauber etc. Das kann aber frei konfiguriert werden. Über Hotkeys werden dann im Eifer des Gefechts schnell andere Zauber ausgewählt. Nach einer Stunde Spiel ist sie in Fleisch und Blut übergegangen.

Ab hier beginnen die wirklich Kritikpunkte die mich auch heute noch maßlos aufregen. Zuerst das Inventorysystem. All die Gegenstände und Waffen müssen ja irgendwo hin. Der Charakter hat leider nur begrenzten Stauraum. Das in Quadrate unterteilte Inventar kann vielleicht ein paar Tränke zwei Rüstungen und einen Zweihänder aufnehmen, dann ist Schluß. Um das zu entschärfen hat Blizzard für den Gürtel noch maximal 4 mal 4 Reihen für diverse Tränke vorgesehen und die Schriftrollen passen ebenfalls in spezielle Bücher, wo maximal 20 Stück gesammelt werden können. Desweiteren ist in jedem Dorf eine Truhe; die zusätzliche Gegenstände aufnimmt. Das reicht aber bei weitem nicht. Man ärgert sich immer wieder, daß man gute Gegenstände verkaufen muß, nur weil der Platz fehl. Zweiter und wohl abschreckendster Kritikpunkt ist das Speichersystem. Im Singleplayermodus wird nach dem Beenden des Spiels nur die derzeit erforschte Karte, die erfüllten Quests und der Charakter gespeichert, im Multiplayermodus muß die Karte jedesmal neu erkundet werden. Für Anfänger immer wieder ärgerlich sind die immer wieder neuerscheinenden Gegner. Ich persönlich finde das nicht schlimm bzw. sogar notwenig. Nach zweimaligem Durchspielen will man eh nur noch die Gegner platt machen um seine Erfahrung zu steigern. Allerdings kann man nach seinem Tod nicht neu laden, sondern muß den Verlust hinnehmen. Ab dem zweiten Schwierigkeitsgrad sind das nicht nur Goldstücke, sondern auch die schwer erkämpften Erfahrungspunkte, die abgezogen werden. So etwas zieht den Spielfluß nur künstlich in die Länge. Außerdem muß der Weg zu Leiche UND durch die gesamte Gegnerschaft neu angetreten werden, was meist in einem erneuten Tod gipfelt. Ärgerlich ist es auch nach jedem Neustart die Karte immer wieder neu absuchen zu müssen. Da helfen nur die Wegpunkte- wenn man sie vorher gefunden hat. Ein benutzerfreundliches Speichersystem wäre hier besser gewesen. Als letztes sei hier kurz auf das Battelnet verwiesen. Die kostenlose Serverplattform von Blizzard ist in verschiedene Erdregionen verteilt. Europa, Amerika und so weiter. Im sogenannten geschlossenen Battlenet werden die Charakter direkt auf Blizzards Servern gespeichert und sind damit vor Manipulationen durch Editor oder ähnlichem sicher. Im offenen Battlenet macht ein Spieler mit seinem Singleplayercharakter ein Spiel auf und man kann dem beitreten. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist die Verbindung mittlerweile recht gut, obwohl zu Stoßzeiten oft der Server down ist oder die Verbindung so schlecht, daß Lags auftreten. Patches werden immer direkt heruntergeladen damit die Kompatibilität stimmt. Von größeren Bugs im Spiel ist mir nichts bekannt. Nur die Spielbalance wurde immer wieder einmal verbessert. Mittlerweile sind wir bei Patchversion 1.06.

Fazit: Die meiner Meinung nach sehr gelungene Mischung aus Rollenspiel, Action, Charakterentwicklung und Sammeltrieb ;) macht monatelang süchtig. Hat man sich einmal auf dieses Spiel eingelassen, kommt man nur schwer wieder los. Wobei der Multiplayermodus den Spielspaß deutlich erhöht. Nach Monaten des Spielens ist allerdings auch bei mir die Lust etwas vergangen. Es fehlen schon die Abwechslung, neue Gegner und Items. Mit dem Add-On wird dem ja bald Rechnung getragen. Aufgrund des geringen Platzangebots und der mäßigen Grafik und trotzdem hoher Hardwareanforderung kann ich meinem erklärten Lieblingsspiel (neben Tribes2) nicht die volle Punktzahl geben.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews , der bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.



Geschrieben am 01.06.2001, Testkonfiguration: AMD1200, GeForce2 Ultra, 256MB Ram, SB Live
 



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