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Desert Thunder  


Info
Autor 4
 1.5
 1.5
 1
Gesamt (11 votes) 4+
 1.2
 1
 0.9
Name:Desert Thunder
Genre: Arcade Action
Produkt: Vollversion
Release: 2004/07
Publisher: Groove Games
Entwickler: Brainbox Games
Hardware: 733Mhz, 128MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 300 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch/Englisch
USK: 16
Desert Thunder (review von nali_warcow)

Es gibt bereits einige auf der Unreal Engine basierende Spiele der unterschiedlichsten Spielgenres. In Desert Thunder rollt man jetzt mit einem Panzer über die Landschaft und beseitigt alles, was bei drei nicht in Deckung gegangen ist. Ob sich so ein doch recht simples Spielprinzip heutzutage noch als Spaßbringer herausstellt und was das Spiel ansonsten noch alles bietet, steht im folgenden Review.

Die Dokumentation zum Spiel (DVD Hülle/1 CD) ist nicht gerade sehr umfangreich. Schon sechs Seiten reichen aus, um alles Wichtige über das Spiel zu sagen. Doch dabei sollte auch nicht vergessen werden, dass es sich bei dem Spiel mit einem Preis von ca. 20€ nicht um ein Vollpreistitel handelt. Im Test traten keinerlei Abstürze, Hänger oder Probleme mit eventuell vorhandenen Kopierschutzmechanismen auf. Das Spiel liegt als multilinguale Fassung u.a. in Deutsch und Englisch vor.

Ein einsamer Fahrer

Was macht eigentlich ein Panzerfahrer, wenn alle anderen aus der Gruppe beseitigt wurden und man den letzten Kampf nur mit Mühe und Not überlebt hat? Richtig, man sinnt auf Rache und geht von nun an allein gegen den Gegner vor. So simpel wird einem die Story kurz im Handbuch beschrieben. Bis auf eine kurze Einleitung (Textschirm + Bild) am Anfang der Missionen, wo einem kurz das Hauptziel mitgeteilt wird, gibt es dann auch keinerlei Storypräsentation. Großartige Einleitungen oder gar eine mitreißende Story sucht man im Spiel vergebens.

Vom Prinzip nichts Neues

Und so landet man nach der Missionsbesprechung auf der Karte. Der Panzer verfügt nur über die Standartbewaffnung (unendlich Raketen und Munition für das MG jeweils in der schwachen Ausführung). Nun fährt man los. Im Vorbeifahren werden Gegner hinter Gebäuden, Hügeln, etc. beseitigt, gegnerische Panzer zerstört und in Gebäuden nach Pickups gesucht. Durch aufgesammelte Raketen fügt man mehr Schaden zu und durch die Reparatursymbole wird die Panzerung wieder in Stand gebracht. Fahren, ballern und aufsammeln. Sollte für niemanden zu schwer sein.

Acht mal ballern bis das Rohr glüht

Und diesen simplen Ablauf erlebt man dann acht Mal im Laufe der Einzelspielerkampagne. Anfangs noch in reiner Wüstengegend unterwegs, so steht auch ein Abstecher auf dem Flughafen und letztendlich ein "Besuch" in der Stadt auf dem Programm. Die Missionen bauen zwar wenig aufeinander auf und haben insgesamt keinen größeren Zusammenhang, als das man sich einfach weiter in Richtung Ziel, dem gegnerischen HQ, vorwärts kämpft. Obwohl acht Missionen nicht gerade viel sind, so wurde dennoch an zwei Stellen sogar Map-Recyling betrieben. Nachdem man in der Wüste eine Raffinerie eingenommen hat, gilt es diese in der nächsten Mission gegen einen Gegneransturm 20 Minuten zu verteidigen. Genau das Gleiche dann auch, wenn man den Flughafen eingenommen hat. Diesen verteidigt man danach auf der gleichen Map und lediglich die Tageszeit hat sich wieder verändert. In der Dunkelheit sind die Gegner schwerer zu sehen, doch dafür kommt die 08/15 Gestaltung der Maps im Dunkeln nicht so sehr rüber. Im Prinzip handelt es sich immer um einen groben Weg, den man durch Berge oder über Freiflächen nehmen kann (An einigen Ecken findet man Bonuswaffen, etc.) und auf der Map wurden dann immer wieder die gleichen Objekte verteilt. Angefangen bei Sandsackbarrikaden, Steinen (in allen Formen und Größen), Lampen (erstaunlicherweise unzerstörbar), Gebäuden und Brücken. Damit man sich auch nicht verfährt, gibt es Wegweiser auf der Karte in den unterschiedlichen Farben (Gelb = Wegpunk, Blau = Checkpoint). Sollte man sterben, so kann man auf Knopfdruck am letzten Checkpoint einen neuen Versuch starten. Die Gegner hinter dem Punkt sind dann jedoch wieder da, die Panzerung des Fahrzeugs wieder bei 100% und man hat nur wieder die Anfangswaffen. Sollte man mitten in einer Mission das Spiel beenden wollen, so kann man sogar einen Spielstand am letzten Checkpoint anlegen lassen. Die Checkpoints sind mehr als fair auf der Map verteilt. Zwar spricht die Packungsrückseite vollmundig von "umwerfend realen Zerstörungseffekten", doch das bezieht sich nur auf Standardobjekte. So kann man die "braunen" Steine zerstören, die Holzbrücken lassen sich sprengen und kleinere Hütten kann man demolieren. Doch ein Lichtmast bleibt auch nach 100 Treffern noch in 1A Zustand stehen, am Gelände verformt sich nichts, Panzersperren sind genauso fest. Betonbauten kann man auch nur an einigen festen Punkten demolieren. Meist da, wo auch Gegner im/vor dem Gebäude sind. So kann man durch einige Mauern durchfahren, andere sind da jedoch "undurchlässig". In etlichen Missionen darf man sich auch immer wieder mit Minenfeldern beschäftigen, welche meistens durch große Warnschilder angezeigt werden. Hier sieht man die Minen auf dem Boden liegen und muss sich, teilweise unter Feindbeschuss, hindurchschlängeln. Wer meint die sichtbaren Minen mit den Bordgeschützen zu zerstören, der muss leider enttäuscht bemerken, dass dies nicht vorgesehen ist. Wer nicht gerade ein blutiger Anfänger ist, der sollte das Spiel an einem Nachmittag durchgespielt haben. Da es jedoch weder eine Statistik, noch spezielle freischaltbare Features oder einen Mehrspielermodus gibt, landet das Spiel dann schon nach 2-3 Stunden in der Ecke.

Waffen & Gegner

Am Anfang startet man nur mit der Grundausstattung, sprich: unendlich Munition an Raketen und für das Bord-MG. Allerdings nur in der schwächsten Stufe. In denen Missionen findet man z. B. Geschosse mit Urananteilen, von denen man jeweils zehn Stück aufsammeln kann, entweder frei auf der Karte rumliegend, in zerstörten Gebäude oder vom Gegner hinterlassene. Zu den drei Munitionstypen kommt dann noch ein EMP Geschoss, womit man Gegner für zehn Sekunden außer Gefecht setzen kann. Ähnlich verhält es sich mit den Updates für das MG. Die panzerbrechenden Geschosse eignen sich für - was wohl ;) - Fahrzeuge und die Sprengköpfe räumen auch in Gruppen gut auf. 200 Geschosse können davon jeweils transportiert werden. Da das eigene Fahrzeug nicht unendlich viele Treffer aushält, findet man immer wieder Reparatursymbole, die es in 10 und 50% Einheiten gibt. Alle Items lassen sich durch simples Drüberfahren einsammeln, wobei sich der Kollisionsradius jedoch manchmal als etwas zu klein herausstellt und man so genau zwischen zwei Items durchfahren kann, ohne diese aufzunehmen. Insbesondere im Kampf ist dies ärgerlich. Damit das Spiel nicht zu einfach wird, gibt es eine Reihe an Gegnern im Spiel, doch sehr viele sind es leider nicht geworden. Die Fußsoldaten feuern Raketen auf den Spieler (in unterschiedlichen Stärken) und darüber hinaus gibt es zwei Panzer (die man kaum voneinander unterscheiden kann) und eine mobile Raketenstellung, welche gleich eine ganze Gruppe recht zielgelenkter Raketen (Denen man jedoch mitunter ausweichen kann) abfeuert. Ab und zu fliegt auch ein Flugzug herum und wirft kurz was ab, weiterhin gibt es noch Geschütztürme. Das war es dann jedoch schon an Gegnern. Doch es handelt sich nicht nur um wenige Gegner, sondern auch um recht dumme. Dass sich die Einheiten mal bewegen ist selten. Überwiegend stehen die Fußsoldaten oder auch Panzer auf der Stelle und feuern, manche sind jedoch auch so intelligent und bleiben hinter dem Hügel und feuern von dort aus. Dass sich die Gegner gegenseitig treffen ist ihnen dabei egal. Auch kam es oft vor, dass die gegnerischen Fahrzeuge praktisch ineinander steckten. Dafür wird man jedoch von den Gegnern, nach Schwierigkeitsgrad unterschiedlich schnell, recht bald unter Feuern genommen. Können da insbesondere die Fußsoldaten recht gut zielen, so scheitert ein Panzer mitunter schon an 10 Metern und sendet die Rakete in den Boden einige Meter vor dem Ziel. Auf der anderen Seite treffen Raketenschützen von Hügeln aus jedoch erstaunlich gut und man hat da mitunter Probleme einen guten Schusswinkel zu bekommen. Da ist weiterfahren oft sinnvoller. Doch damit die Gegner nicht zu schnell sterben, so scheint es, sind diese immun gegen viele Explosionen. Da zerbröselt man ein Flugzeug genau neben einem Fußsoldaten und dieser überlebt. Da schlägt die Rakete etwas weiter weg von der Einheit ein und sie überlebt, während in der gleichen Situation die Einheit gestorben wäre. Sprich: Die Fußtruppen haben viel Glück im Spiel.

Handhabung des Spiels

Gespielt wird mit einer Maus/Tastatur-Mischung, welche denkbar einfach (sprich arcadelastig) gehalten wurde. Mit WASD wird der Panzer gefahren und mit der Maus gezielt. Gleichzeitig dreht man über die Ansicht auch den Geschützturm und sieht sich um. Die Kameraposition ist dabei fest von hinten eingestellt. Alternative dazu gibt es nicht, was sich jedoch bei so manchem Gegner hinter einer Deckung oder einem Berg als erschwerend herausgestellt hat, weil dadurch das Zielen nicht immer optimal ausfällt. Ärgerlicher ist es da eher, dass der Panzer zwar recht schnell (fast schon ein Jeep) unterwegs ist, sich der Turm aber nur wahnsinnig langsam drehen lässt und außerdem hackt man auch immer wieder gerne an den Wänden und das Zurücksetzen erweißt sich oft als recht problematisch, weil die Ansicht ungeeignet ist. Auch passiert es, dass der Panzer auf einem Felsen landete und nicht mehr von dem kleinen Stein runtergekommen ist. In einer Mission sollte man einen Abgrund überqueren und musste dazu dem Weg in Schlangenlinien folgen. Dies war unter gegnerischen Beschuss alles andere als lustig. Laufend rutschte der Panzer auf dem schmalen Weg ab. Viele Informationen gibt es im HUD nicht. Panzerung, Kompass und Karte sind inklusive Waffenanzeige vorhanden. Das Spielmenü ist da noch eine ganze Ecke sparsamer gestaltet und die Optionen sind mehr als dürftig gehalten. Vieles, was man von der Unreal-Engine her kennt, kann man nur in der INI einstellen.

Grafik & Hardware

Die Grafik des Spiels ist so eine Sache. Auf der einen Seite sind die Karten schön groß und die Explosionen sehen nicht schlecht aus. Doch alles andere wirkt doch etwas schwach auf der Brust für die Möglichkeiten der Unreal Engine. Es gibt wenige Fahrzeugtypen und selbst diese zeichnen sich nicht gerade durch Detailreichtum aus. Stellenweise schweben die Fahrzeuge auch eher umher, Animationen für seitliche Drehung (Stichwort Ketten) gibt es nicht und auch die Fußtruppen stehen oftmals in der Luft. Die Einheiten erfahren auch so manche mehr als eigenartige Animation und stellenweise fliegen sie wie ein Gummiball weg. Da ist es dann fast schon ein grafisches Highlight, wenn man Einheiten überfährt. Auch die Texturen sind nicht überwältigend geworden und alles andere als High Detail. Eine Physikengine gibt es wohl auch nicht, anders ist es nicht zu erklären, dass Gebäude, etc. immer gleich einstürzen und z. B. bei Masten zu sehen ist, wie der obere Teil sich um 90° dreht, nach unten fällt, dort etwa 20 Pixel über dem nicht zerstörbaren Betonfundament liegt und sich dann - wie auch Fahrzeuge - in Luft auflöst. Bei der grafischen Pracht kommen nie mehr als 30.000 Polygone zum Einsatz, wovon 90% für die Landschaft draufgehen. Im Vergleich zu Unreal Tournament 2004 besteht ein "Bild" aus gut 100.000 bis 130.000. Obwohl Desert Thunder längst nicht so gut aussieht und wenig Effekte bietet, so rutschen die FPS im Kampf doch recht stark ab.

Sound & Musik

Auch die Akustik ist nicht viel besser geraten. Im Hauptmenü hat man das musikalische Highlight und in den Missionen bekommt man eher einen Einheitsbrei, der sich ständig ähnelt bzw. gleich ist und auf Dauer nervt. Doch da sehr viel geballert wird, bekommt man davon nicht zu viel mit. Da rumpelt der Panzer durch die Landschaft und es kracht an allen Ecken um einen herum. Doch das war es dann auch schon wieder. Sprachausgabe gibt es nur beim Briefing, wo die zehn Zeilen Text vorgelesen werden.

Meinung

Hätte mir jemand Desert Thunder als Mod gezeigt, dann hätte ich wohl gesagt "Nett, hat Potential". Aber als käuflich zu erwerbendes Spiel? Da wird doch recht wenig geboten. Die Grafik ist ein "geht so" und bis auf Explosionen (und natürlich das Überfahren der dummen Soldaten) findet man wenige Highlights. Nach 2-3 Stunden ist man dann auch schon durch und alles war irgendwie gleich. Losfahren, ballern und aufsammeln und das ist dank Checkpoints und dummer KI schnell öde. Aber auch die simpel gehaltene Steuerung ist längst nicht so gut geworden wie beispielsweise die Fahrzeugsteuerung bei UT2004. Ohne Editor und Mehrspielermodus (COOP wäre schon nicht schlecht gewesen) landet das Spiel schnell im Regal. Wer zwingend auf der Suche nach einem arcadelastigen Panzershooter ist, sollte sich das Spiel für einen Tag aus der Videothek ausleihen oder eine Demo abwarten. Aber wer nur mal zwischendurch etwas Ballerspaß mit Fahrzeugen haben will, der kann diesen (und noch viel mehr) auch in MP Shootern wie Battlefield oder UT 2004 erleben.


Geschrieben am 25.07.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, Geforce 4, SB Live 5.1
 



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