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Deadly Creatures  


Info
Autor 3
 1.5
 1.5
 2
Gesamt (4 votes) 3+
 1.6
 1.5
 1.8
Name:Deadly Creatures
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2009/02
Publisher: THQ
Entwickler: Rainbow Studios
Offiz. Sites: Game
Hardware: Wii
System: Wii
Sprache: Multilingual
zensiert: nein
USK: 12
Herstellerscreens
Deadly Creatures (review von yak)

Wii Spieler, die Games außerhalb der Mini- und Casualgames suchen, haben es mit der aktuellen Nintendo Konsole immer noch schwer. Insgesamt liegt die Anzahl der neuen Spiele, die für sogenannte Hardcore-Gamer geeignet scheinen, sicher nicht über dem Niveau des Gamecubes, eher sogar noch weniger, das Trauerspiel im Bereich Rollenspiel ist da sogar noch frustrierender.

Da muss man sich schon freuen, wenn ein Spiel mit einem recht frischen Szenario erscheint, auch wenn sich das Spielprinzip dann wieder als altbekannte Kost auf dem Teller serviert. Ob es reicht, dass man ein 3rd Person Action Adventure in den Mikrokosmos der Krabbeltiere mit bewegungssensitiver Steuerung verlegt, soll unser Review zeigen.

Technik

Von technischer Seite bietet das Spiel Durchschnittskost. Es sieht passabel aus, stellt aber mit Sicherheit nicht das technisch Mögliche der Wii Konsole dar. Zweckmäßig wäre hier sicher die richtige Beschreibung. Insgesamt aber völlig ausreichend, auch wenn man in der graphischen Gestaltung wirkliche Highlights vermisst, was aber sicher auch am umgesetzten Thema und den zu realisierenden Szenarien liegt. Dennoch ist es abwechslungsreich, wenn man sich in Gestalt der Tarantel oder des Skorpions durch unterirdische Höhlensysteme, eine alte Tankstelle oder durch ein verrottetes Autowrack navigiert. Alltägliche Dinge aus der Sicht einer zentimeterhohen Spielfigur zu sehen, hat schon was für sich, wenn Grasbüschel zu einem undurchdringbaren Dschungel werden, man an einer Felswand empor klettert oder durch Abflussrohre kriecht. Die Gegner wurden passend umgesetzt, seien es Spinnen, Käfer, Skorpione, Wespen, Schlangen, Ratten oder Echsen. Die Animationen sind gelungen und wirken, auch wenn die Kampfbewegungen absolut nichts mit der Realität zu tun haben, stimmig.

Was nicht stimmt, sind die Ladezeiten. Das Laden eines Levels oder das Neuladen nach dem Ableben dauert ewig, schlimmer ist auch noch das Nachladen von Levelbereichen innerhalb eines Abschnittes, oft noch an wirklich ungünstigen Stellen, so dass plötzlich, während Gegner auf den Screen kommen, die Handlung mit der Info "Nachladen" einfriert. In Zeiten, in denen Streaming kein Fremdwort mehr sein sollte, verwundert dies sehr und stört die allgemein gute Atmosphäre und das Abtauchen in die Krabbeltierwelt extrem.

Die Soundkulisse ist stimmig umgesetzt, allen voran die wirklich gute Geräuschkulisse. An allen Ecken knarzt, zirpt und krabbelt es, so dass man am liebsten zur Insektizid-Sprühdose greifen würde. Ok, etwas übertrieben, aber dafür spannend präsentiert, hat man es mit einigen Geräuschen. Das Echsen so schauerlich Brüllen können wie der T-Rex aus Jurassic Park verbuchen wir mal unter künstlerischer Freiheit :). Spaß macht das aber allemal! Zur eigentlichen Käferhandlung wird eine Begleitstory von zwei Schatzsuchern präsentiert, die im englischen Original von Dennis Hopper und Billy Bob Thornton gesprochen wurden. Die deutsche Fassung kommt hier aber nicht mit, denn leider wirken die Sprecher zum Ende hin lustlos. Der Datenträger beinhaltet aber eine mehrsprachige Fassung, so dass man auf das Original zurückgreifen kann. Musik gibt es nur sporadisch, sie kommt dann aber sehr passend zum Einsatz und unterstützt vor allem Adrenalinschübe in den Fights.

Das Spiel kann wahlweise in drei Schwierigkeitsgraden gespielt werden. Bei Bedarf kann dieser vor dem Neuladen eines Savegames jederzeit geändert werden. Gespeichert werden kann nur an bestimmten Speicherpunkten, die im Prinzip in ausreichenden Abständen vorhanden sind. Zwischensequenzen können nicht abgebrochen werden, was auch nach Versagen und Neuladen dazu zwingt, die Sequenzen erneut ansehen zu müssen. In Verbinndung mit den langen Ladezeiten ist das dann doppelt ärgerlich.

Die Steuerung geht im Prinzip gut von der Hand und ist ordentlich auf Nunchuck und Wii-Mote verteilt, hat aber, ebenso wie die Kameraführung, ihre Tücken, die im Bereich Gameplay weiter vertieft werden.

Etwas merkwürdig, wenn sich das jetzt auch vielleicht kleinkariert anhört, ist in diesem Spiel, dass man als Tier-Spielfigur im Tutorial gesiezt wird. Da fühlt man sich dann gleich nicht mehr als Tier, sondern als Mensch, der ein Spiel spielt.

Gameplay

Auch wenn sich das Szenario bisher exotisch anhören mag, wenn man das Geschehen jedoch auf die eigentlichen Spielelemente reduziert, ist Deadly Creatures ein "normales" 3rd Person Action Adventure, das atmosphärisch vom Bonus des Mikrokosmos und den Charaktereigenschaften der beiden Spielfiguren Skorpion und Spinne lebt. Neu ist das im Prinzip nicht, denn Wandkrabbeleien und Specialattacken sind keine Neuerfindung. Die Alien vs Predator Spiele, Spiderman oder Primal waren ebenfalls schon vor Jahren Wandaffin. Das Konzept geht trotzdem noch auf, denn es hat einen gewissen Reiz, die Welt durch die Augen eines Insektes zu erleben und sich den Gefahren dort zu stellen. So erlebt man dann im Storyverlauf das Abenteuer wechselweise als Tarantel und als Skorpion, während man Zeuge wird, wie zwei Menschen nach einem verborgenen Schatz suchen und sich so ihre Wege mehrmals kreuzen.

Begonnen wird als Tarantel und der erste Schock sitzt dann auch sofort, als man Zeuge wird, wie ein Artgenosse von einer Echse brutal verschlungen wird. Das Leben als Spinne ist gefährlich, denn es gibt immer jemanden, auf dessen Speisekarte man steht. Doch zum Glück verhält es sich auch andersrum, denn kleines und schmackhaftes Krabbelgetier steht ebenso auf dem Speiseplan unserer Tarantel. Schnell lernt man die grundlegenden Bewegungsabläufe: vom Bewegen mittels Nunchuck und dem Angriff und das Umsehen mit der Wii-Mote. Zu Beginn beschränkt sich das Bewegungsrepertoire noch auf Standardkost. Lediglich ein normaler Angriff steht zu Verfügung, der aber anfangs ausreicht, normale Gegner zu besiegen oder Nahrung aufzunehmen. Doch das ändert sich im weiteren Spielverlauf. Sprungattacken, Netzspucken, um den Gegner zu lähmen, Wirbelangriffe usw., erweitern die Möglichkeiten. Später kommt noch ein vernichtender Überraschungsangriff aus der Ferne dazu, der fast übermächtig erscheint und so auch das Gameballancing empfindlich ins Ungleichgewicht bringt. Für den Skoprion stehen andere Spezialattacken zur Verfügung. Er kann sich z. B. mit dem Giftstachel zur Wehr setzen, ist aber später auch in der Lage, brüchige Felswände oder Erdlöcher aufzugraben, kleinere Grashalme mit seinen Scheren zu durchtrennen oder sich kurzzeitig zur Tarnung im Boden zu vergraben.

Durch die unterschiedlichen Kampfeigenschaften unterscheiden sich die Kämpfe in strategischer Sicht. Die Spinne scheint hier viel agiler im Gegensatz zum Skorpion. Daher wirkt sich auch ein großes Defizit des Spieles stärker in den Skorpionabschnitten aus, als bei der Spinne. Es gibt keine Gegneraufschaltung und das Anvisieren ist aufgrund der nicht optimalen Kameraführung oft eine Qual. Am Gegner dranzubleiben und sich richtig auszurichten, ist oft Glücksache. Wenn dann noch etwas träge Spezialangriffe dazukommen, wird aus dem geplanten Manöver oft eine Luftnummer. Das "Aufladen" einer Stachelattacke nimmt einen Moment Zeit in Anspruch. Dass der Gegner dabei aber nicht stehenbleibt und es keine Gegneraufschaltung gibt, endet in einem Fehltreffer. Im Prinzip beschränkt man sich dann, trotz der schönen Spezialmoves, eher auf die Standardattacken, die zeitnaher umgesetzt werden können. Schade! Wirklich schlimm wird es dann, wenn man als Skorpion Wespen attackieren muss, die in der Luft umherschwirren. Damit hat man mehr Probleme, als mit einigen stärkeren Echsen oder Kanalratten.

Die Gegner-KI ist zudem recht durchschaubar und wiederholt sich. Fordernd oder einfallsreich ist das nicht. Mit der normalen Vor- und Zurück-Angriffstaktik geht man zumeist als Sieger hervor. Schade ist auch, dass man das Terrain der Umgebung so gut wie nie nutzen kann, da die Kämpfe oft in abgeschotteten Arenen ablaufen und es wie in vielen Vorzeit-Action-Adventures Energiebarrieren gibt, die den Schauplatz künstlich eingrenzen. Hier wäre es wirklich schön gewesen, wenn man, Insekten artspezifisch mit Verstecken, Rückzug oder profaner Flucht hätte vorgehen können. Die Kämpfe sind daher leider nichts Besonderes.

Nett jedoch sind die Finishingmoves, die man, sobald ein Gegner ausreichend geschwächt ist, ausführen kann. Hier sind die üblichen Quicktime-Events gefragt. Sollte man erfolgreich sein, wird der Gegner, wenn auch absolut unrealistisch, niedergestreckt, so z. B., wenn der Skorpion brutal seinen Stachel in den Kopf einer Ratte sticht und den Schädel fasst zerfetzt oder den Gegner mit seinen Scheren zerteilt. Hier wundert es sehr, dass die USK dem Spiel eine Freigabe von 12 Jahren zugestanden hat, denn die Finishing Moves sind äußerst brutal und blutig, in anderen Games wäre die Schädelstechanimation oder das Vierteilen eindeutig ein USK 18er Kandidat geworden, wahrscheinlich dann auch noch mit grünem Blut, wobei... bei Insekten?

Interessanter und taktischer als die Standardkämpfe fallen da schon die Bossfights aus, bei denen man nicht einfach mit der Hau-Ruck Methode zum Sieg kommt. Eine Schlange wird so lange gereizt, bis man sie an ihrer wunden Stelle packen kann oder der Boden wird so oft eingegraben, dass er zusammenbricht und einen Fluchweg freigibt.

Den eigentlichen Spielreiz bezieht Deadly Creatures hauptsächlich aus dem Erforschen der Level, auch wenn dies spielerisch zu wenig honoriert wird. Es macht aber einfach Spaß, soweit die Bereiche begehbar sind, jeden Winkel zu durchkrabbeln, um versteckte Käfer und Larven zu finden, die Bonusinhalte freischalten oder sogar die Lebensenergie erhöhen. So erscheint ein verrottetes Autowrack, ein hohler von Spinnennetzen durchwobener Baumstamm oder eine leere Tankstelle wie ein ganzes Universum. Hier mal nach einem Netz suchen, an dem man sich mit der neu erworbenen "Netz zu Netz zieh" Fähigkeit, weiterarbeiten kann, um den letzten noch unbekannten Winkel zu erforschen oder einen maroden Felsspalt aufzugraben, um ein Larvennest auszuheben. Das mach wirklich Spaß. Doch auch hier liegen ein paar Tücken im Detail. Oft verliert man die Orientierung durch die unwirsche Kameraführung, wenn sie z. B. beim Betreten eines engen Tunnels sofort die Richtung dreht und somit auch die Laufrichtung der Figur. An einer Stelle habe ich sicher 5 Anläufe benötigt, um einen schmalen Tunnel zu betreten. Da hilft auch nicht der optional einblendbare Richtungspfeil für das nächste Missionsziel wirklich weiter. Es kam leider auch öfters vor, dass man mit der Figur in der Botanik hängen blieb und sich nicht mehr (lebend) daraus befreien konnte.

Ganz nett, wenn es auch nach Levelrecycling klingt, ist die Idee, dass sich die Wege der beiden Spielfiguren, die abwechselnd pro Level spielt, öfters kreuzen und man so den gleichen Level aus einer anderen Perspektive erneut in Angriff nehmen kann. So achtet man schon, während man als Spinne umherläuft, auf Stellen, die der Skorpion z. B. bewältigen könnte, da er ja andere Fähigkeiten besitzt.

Fazit

Deadly Creatures ist ein unterhaltsames 3rd Person Action Adventure mit zwei außergewöhnlichen Protagonisten, das für gut 10-12 Stunden sehr atmosphärische Unterhaltung bietet. Verschweigen darf man aber nicht, dass es hauptsächlich von dem ungewöhnlichen Szenario lebt, denn, würde man es auf das reine Gameplay reduzieren oder z. B. in ein Fantasysetting transferieren, hätte man ein mehr oder weniger 08/15 Action Adventure mit ein paar netten Elementen, mehr aber sicher nicht. Hinzu kämen dann auch viel augenscheinlicher die bereits erwähnten Unstimmigkeiten zu tragen. Das Spiel lebt eindeutig vom Reiz der Erforschung des Mikrokosmos, dem Krabbeltierbonus und der daraus resultierenden Atmosphäre. Deadly Creatues ist daher kein herausragender Titel, macht aber dennoch Spaß und lässt hoffen, dass nicht alle Wii-Entwickler die Core-Gamer vergessen haben.


Geschrieben am 14.05.2009, Testkonfiguration: Wii
 



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