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Info
Autor 2
 2
 2
 1.5
Gesamt (13 votes) 2+
 1.7
 1.7
 2.1
Team (3 votes, siehe hier)2+
Name:Darksiders
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2010/01
Publisher: THQ
Entwickler: Vigil Games
Offiz. Sites: Game
Hardware: Xbox360
System: Xbox360
Sprache: Multilingual
zensiert: nein
Serie: ja
Bemerkung: auch für PS3
USK: 18
PC-Screen
PC-Screen
Darksiders (review von yak)

Nach der God of War Serie haben die Spieleentwickler nicht uneigennützig ihren Fokus auf Antihelden gesetzt, um am Vorbild des großen Kratos ebenfalls in den Olymp der Verkaufscharts vordringen zu können. Dabei sind Antihelden im Gamebereich auch keine Neuerfindung. Shadowman und Soul Reaver wandelten schon Jahre zuvor auf ähnlichen Pfaden. Aber wie auch in Hollywood, scheinen im Gamebereich bestimmte Genres zyklisch alle paar Jahre wieder aktuell zu werden.

Und diesmal scheint das Genre 3rd Person Action Adventure im Zelda-Style gut den Geschmack des Publikums zu treffen. Batman Arkham Asylum hat gezeigt, dass dieser Spieltypus verkaufstechnisch und vor allem auch im Bereich Gameplay immer noch überzeugen kann. Man tauscht den niedlichen, grünmützigen Link gegen einen düsteren Gesellen aus, macht die Kämpfe gewaltvoller und stellt letztendlich fest, dass dieses Genre noch ausreichend Potential bietet, um die Spieler vor dem Bildschirm zu fesseln - man braucht nicht einmal viel von der üblichen Gameplaystruktur ändern. Vielleicht liegt das Interessante auch daran, dass jetzt eher ein erwachseneres Publikum angesprochen wird, die bisher wenig Spiele dieses Genres kennen oder es sogar ihr Erstkontakt in diesem Bereich ist, denn, ehrlich gesagt, so viele Spiele dieser Machart gibt es insgesamt leider nicht. Da wären die Zelda Serie, das neue Batman, Soul Reaver, Shadowman, Beyond Good & Evil, zum Teil sicher auch die Metroid Serie, aber dann muss man schon überlegen, um vergleichbare Spiele in guter Qualität zu finden.

Entwickler Vigil Games und Publisher THQ sorgen aber jetzt für Nachschub und erklären gewillten Spielern den Krieg.

Krieg ist einer der vier apokalyptischen Reiter und wurde beschuldigt, den Krieg zwischen Himmel und Hölle entfacht zu haben. Ob Krieg ebenso überzeugen kann, wie die vorgenannten Spiele, soll unser Review verdeutlichen.

Technik

Technisch kann Darksiders in allen Punkten überzeugen und hinterlässt einen guten Eindruck. Das Tearing, das zum Release viele Spieler störte, wurde kürzlich per Patch über Xbox Live behoben. Das Szenario wurde ausgezeichnet umgesetzt und die zivilisierte Welt, die hunderte von Jahren nach dem großen Krieg zwischen Himmel und Hölle Schauplatz der Geschichte ist, kann völlig überzeugen. Es ist wirklich klasse, was die Designer auf die Beine gestellt haben. Die zum Teil eingestürzten und verrotteten Hochhäuser, von der Vegetation überwuchert, gleichen einer Mischung aus Dschungel und Fantasywelt, lassen aber immer noch ihre Ursprünge erkennen. Riesige Kathedralen, halb zerfallen, Wüstenlandschaften, überflutete Industriegebiete, Fabrikanlagen und eingestürzte Highways. Klasse! Die Sichtweite ist außergewöhnlich gut und das Gameplay läuft dank stabiler Frameraten immer flüssig.

Die Gegner scheinen ebenso aus einer anderen Welt zu stammen und Entwickler Vigil Games hat ein stimmiges Ensemble der Höllen- und Himmelswesen auf den Screen gezaubert, allen voran natürlich Krieg inklusive seines Flammenrosses Ruin. Die Graphik ist stilistisch dem "erwachsenen Comicbook" angelehnt, die Figuren wirken in Größe, Gestalt -inklusive Muskelgebung- überzogen. Das passt aber zum Stil und vor allem auch zum Setting des Games.

Der Sound kann ebenso überzeugen, ein orchestraler Bombastscore sorgt für die entsprechende musikalische Begleitung, donnernde Soundeffekte knallen aus den Boxen und eine gute Sprecherriege sorgen für den Rest, wobei mir aber die englische Fassung, die ebenfalls mit auf der Spiel-DVD enthalten ist, besser gefällt, was nicht nur daran liegt, das Mark Hamill den schlangenartigen Beobachter vertont.

Die Steuerung geht mit einer kleinen Ausnahme gut von der Hand und man kann auch das spielerisch umsetzen, was man im Prinzip vorhat. Die Ausnahme ist jedoch die etwas sinnfreie Vorgabe, dass die Blocktaste zugleich die Taste für einen Dash-Angriff ist, wenn man den Richtungsknopf zugleich bewegt. Das ist vom Konzept ziemlich daneben.

Gewählt werden kann zwischen drei Schwierigkeitsgraden, wobei auch der normale für geübte Spieler eine gute Herausforderung bietet. Das Spiel legt automatisch und fair verteilt Savepunkte an. Bis auf einen ärgerlichen Bug lief Darksiders auch problemlos. Ob der Bug mit dem Tearingpatch behoben wurde, kann ich nicht sagen. Spieler, die aber ausschließlich mit einem Savegame arbeiten, seien gewarnt, denn Darksiders überschreibt regelmäßig den aktuellen Spielstand und damit wäre man gezwungen, die ersten Spielstunden neu zu spielen, sollte man vom Bug betroffen sein. Der Bug trat auf, wenn man ein für ein Rätsel benötigtes Schwert aufnehmen musste, es jedoch nicht ins Inventar überging, wodurch sich eine Türe in der Kathedrale nicht öffnen lies. Also vor dem Aufnehmen des ersten Schwertes speichern! Ärgerlich, dass nun auch Konsolenspiele mit solch elementaren Bugs ausgeliefert werden.

Das Spiel ist in der deutschen USK 18 Version ungeschnitten erschienen.

Gameplay

Vom Himmel und der Hölle gleichermaßen betrogen, muss Krieg, einer der Reiter der Apokalypse, versuchen, das Gleichweicht der Kräfte wieder herzustellen. Nachdem er in der großen Schlacht besiegt wurde, gab man ihm erneut die Chance, auf die Erde zurückzukehren, um den Untergang der Zivilisation zu verhindern. Doch bei seiner Rückkehr, hunderte von Jahren später, scheint ohnehin nicht mehr viel zu retten. Die Erde ist zerstört, Wolkenkratzer sind von der Vegetation überwuchert, ausgebrannt und zu Relikten aus vergangenen Zeiten geworden. Doch der Kampf zwischen Himmel und Hölle scheint immer noch zu wüten. Zeit für Krieg, dem ein Ende zu bereiten…

Der Spieler übernimmt die Rolle es Apokalyptischen Reiters Krieg, der, in Intrigen und Machenschaften von Engeln und Dämonen verwickelt, versuchen muss, das Gleichgewicht wieder herzustellen und die Verräter zu bestrafen. Dass das nicht ganz einfach und sicher auch nicht ohne Blutvergießen von statten geht, sollte der erfahrene Spiel nicht zuletzt an Kriegs Statur und seinem netten Waffenarsenal erkennen.

Darksiders ist ein 3rd Person Action Adventure, dessen Gameplay sich viel von bekannten Vorbildern entliehen hat. Im Prinzip ist es ein absoluter Zelda-Klon, denn fast alle spielrelevanten Mechanismen finden sich auch in Darksiders in fast genau der gleichen Machart wieder. Doch der Reihe nach.

Krieg hat durch seine Niederlage in der großen Schlacht viel von seiner ursprünglichen Kraft verloren und muss sich diese entsprechend im Laufe des Spiels zurückerobern. Relativ schwach beginnt nun sein Abenteuer, nachdem ihn der Feurige Rat wieder auf die Erde zurück geschickt hat. Doch er bleibt auf Misstrauen des Rates gegenüber unter Beobachtung. Ein schlangenartiges Wesen, der Beobachter, steht fortan an seiner Seite und gibt ihm bei Bedarf Hinweise zum weiteren Vorgehen (Zeldas kleine Zauberfee Navi lässt grüßen). Schnell erlernt Krieg seine Möglichkeiten. Springen , Klettern, Tauchen, Kämpfen, Hangeln, Gegneraufschalten und Blocken. Schwerer Angriff, Kombomoves usw. Wichtig für Krieg ist jedoch auch, dass er seine Fähigkeiten steigert, und das kann er, indem er die Seelen der besiegten Gegner in sich aufnimmt. Sie hinterlassen unterschiedlich farbige Seelen, die seine Gesundheit, sein Zornkonto und seine "Währung" aufstocken. Blaue Seelen kann Krieg beim fahrenden Händler Vulgrim umsetzten, der im Tausch für diese Kostbarkeiten Krieg neue Fähigkeiten, Ausrüstung, Spezialattacken und Items anbietet. Spezialattacken lassen sich zudem in unterschiedlichen Stärken aufleveln, was besonders bei den Zornattacken für einen ordentlichen Leistungsschub sorgt.

Zornfähigkeiten können nur angewandt werden, wenn Kriegs Zornanzeige aufgeladen ist. Diese kann durch spezielle Tränke oder dem Erledigen von Gegnern aufgeladen werden. So kann Krieg z. B. die Zornfähigkeit Steinhaut verwenden, um sich widerstandsfähiger vor Angriffen zu machen oder er kann den Klingengeysir herbeirufen, um Gegner im Umfeld mit aus dem Boden schießenden Klingen zu verletzten. Eine weitere Fähigkeit, die ein Aufladen benötigt, ist die Chaosgestalt. Hat Krieg genügend Chaosenergie gesammelt, kann er sich in einen durchschlagkräftigen Dämonen verwandeln, dem fast niemand etwas entgegenzusetzen hat, fast schon ein wenig zu übermächtig.

Um dem Zeldagameplay noch gerechter zu werden, haben die Entwickler zusätzlich noch Waffen und Fertigkeiten eingebaut, die es Krieg erlauben, vorher nicht erreichbare Areale zu betreten oder besondere Aktionen durchzuführen. Er erhält z. B. Flügel, die es ihm erlauben, eine kurze Strecke zu gleiten und bei Luftströmungen in die Höhe zu schießen (hat hier jemand Soul Reaver gesagt?), er bekommt eine Kreuzklinge, mit der er mehrere Gegner ins Visier nehmen oder Schalter aus der Ferne betätigen kann, ganz wie Link mit seinem Bumerang. Oder die Abgrundkette, mit der er sich an bestimmten Punkten festhaken und so Abgründe überwinden kann. Man merkt hier wirklich, dass man viele bekannte Gameplayelemente aus anderen Games übernommen hat. Das ist zwar kein Vergehen, aber man hätte zumindest etwas mehr Eigenständigkeit einfließen lassen können, wie die Entwickler von Batman Arkham Asylum. Sie haben zwar auch rücksichtslos vom Zeldagameplay kopiert, aber selbst genügend eigene Ideen eingebaut, um nicht wie ein 1:1 Klon zu wirken.

Ok, später hat man dann bei einem Gadget nicht mehr von Zelda kopiert, dafür aber wieder von Soul Reaver und letztendlich von dem Game Portal. Mit einer Schattenmaske kann Krieg in eine Schattendimension wechseln, die die Umgebung in etwas veränderter Form darstellt und Gegenstände und Objekte sichtbar macht, die in der normalen Welt nicht zu erkennen sind. Das Portal-Gadget ist der Leereläufer. Schießt man mit ihm auf bestimmte Portale, kann man so einen Warppunkt zu einem anderen Portal öffnen und sich so an Orte begeben, die man sonst nicht hätte erreichen können. Die Rätsel mit dem Leereläufer, das muss man den Entwicklern wirklich lassen, sind ausgezeichnet und innovativ umgesetzt, besonders auch bei versteckten Secrets.

Waffen leveln durch Benutzung auf und gewinnen an Kraft. Zudem können spezielle Items an Waffen gebunden werden und erweitern deren Eigenschaften. So wird die Gewinnung von Zornpunkten erhöht oder das Aufleveln der Waffe erfolgt schneller. Hier zeigt sich jedoch ein Balancingproblem mit den Waffen. Krieg kann mehrere Waffen nutzen. Er hat ein Schwert, eine Sense, die gut für Rundumschläge geeignet ist, dann die Kreuzklinge und später noch eine Schusswaffe. Es macht aber keinen Sinn zu versuchen, alle Waffen gleichzeitig aufzuleveln, da das Spiel nicht genügend Waffenerfahrung und Kämpfe bietet, um alle Waffen auf die höchste Stufe zu bringen, es sei denn, man verbringt seine Zeit damit, unsinnig in den Leveln hin und her zu laufen, um das Gegnerrespawnen dafür zu nutzen. Es bringt nichts. Der Hauptanteil an Seelenpunkte findet man ohnehim nur in Truhen, die nur einmalig geschröpft werden können. Durch das Waffenbalacingproblem degradieren sich die anderen Waffen lediglich zum Rätsellösen-Einsatz oder hin und wieder mal zum Experimentieren, wenn man z. B. mit der Kette mal einen Gegner ranzieht. Levelt man eine andere Waffen zu stark auf, wird man den fehlenden Bonus später in Kämpfen vermissen, in denen das Schwert die einzig richtige Waffenwahl ist.

Das eigentliche Gameplay teilt sich in einem gut gemischten Verhältnis zwischen Kampf und Rätsel-/Levelerkunden auf. Hier stimmt die Mischung. Was mich nur stört ist, dass es oft an bestimmten Levelbereichen Arenafights gibt. Hier wird das Gebiet durch Energiebarrieren abgegrenzt und man muss eine bestimmte Gegneranzahl niederstrecken. Für meinen Geschmack ist das nicht mehr ganz zeitgemäß. Hier hat man leider keine Möglichkeit, die Levelarchitektur in seinen Kampfhandlungen zu berücksichtigen. Man steht praktisch auf dem Präsentierteller, ärgerlich, wenn man in einem kleinen Areal kämpfen muss und jetzt z. B. seine Fernkampfwaffe - die hier kaum einsetzbar ist- besser gelevelt hat, als die Nahkampfwaffe. Zudem, und dass muss man Darksiders ebenfalls vorwerfen, sind einige der größeren normalen Gegner härtere Brocken, als mancher Endgegner. Hier stimmt das Balancing nicht.

Die Fights außerhalb der Arenen machen daher viel mehr Spaß und reißen den Spieler zudem nicht so aus dem Szenario. Hier kann man sich bei Gefahr wieder zurückziehen, in Ruhe die Waffe wechseln, einen Fernangriff starten oder versuchen, eine Position zu erreichen, die für die Gegner nicht erreichbar ist. Etwas, dass z. B. das letzte Batman Game, das zwar auch einige Arena Fights hatte, ausgesprochen gut umgesetzt hat. Weniger Arenafights hätten Darksiders sicher besser zu Gesicht gestanden. Ansonsten machen die Kämpfe aber Spaß und die Kombos gehen gut von der Hand. Blödsinnig sind jedoch die Finishingmoves, die benötig werden, um einen schwereren Gegner niederzustrecken. Hier wollte man wohl etwas von God of War übernehmen, aber grundsätzlich immer nur die gleiche Taste zu drücken und das auch nur ein einziges Mal, macht wenig Sinn, da hätte man auch einen normalen Angriff zum Finish benutzen können.

Klasse in Szene gesetzt wurden die Bossfights. Riesige Gegner, die nicht mit der einfachen Hau-Drauf Methode zu besiegen sind. Hier muss man überlegen, wie man sie in die Mangel nimmt. Vielleicht mit den selbstzündenden Feuerbomben (und wieder was aus Zelda) bewerfen oder mit dem Leereläufer ein Portal auf dem Arm des Gegners werfen, um dadurch bei erhobener Hand auf seinem Kopf zu landen? Hier hat man sich einiges einfallen lassen. Ärgerlich ist nur, dass man bei normalen Angriffen so gut wie gar kein Feedback erhält, ob der Angriff Schaden angerichtet hat oder nicht. Das macht es schwierig zu erkennen, ob man nun auf dem rechten Weg ist oder sinnlos auf ihn einprügelt. Übrigens gibt es nach jedem besiegten Boss, wie in dem Spiel mit dem grünmützigen kleinen Knirps, auch ein neues "Lebensherz". Im letzten Spieldrittel darf man (und hier lässt Epona aus Zelda grüßen) auch noch in den Sattel steigen und sich damit wieder zum apokalyptischen Reiter machen. Per Feuerross ist das Reisen in den Leveln wesentlich schneller zu bewältigen und auch Gegner sind per Angriff vom Pferd, schneller zu erledigen. Jedoch ist das Gegneranvisieren hoch zu Roß sehr fummelig. Damit man nicht zu viel Zeit mit unnötigem Hin- und Herlaufen verbringt, kann man später an jedem Vulgrim Standort sogenannte Schlangenpfade nutzen, die ein schnelles Reisen zwischen den Levelabschnitten ermöglichen.

Kommen wir nun zu den Rätselaufgaben. Um sein Abenteuer erfolgreich bestehen zu können, muss Krieg nicht nur Gegner niedermetzeln, sondern auch Areale und Dungeons durchforsten, Rätsel lösen, damit sich der Weg weiter erschließt und er weiter vordringen kann. Hier haben die Entwickler im Prinzip alles richtig gemacht. Ok, ich wiederhole mich, sie haben sich auch wieder an den bereits mehrfach genannten Vorbildern orientiert. Krieg muss versuchen, Hindernisse zu überwinden, verschlossene Türen per Mechanismus zu öffnen, er kann den Wasserstand in einem Level ändern, um so an vorher nicht erreichbare Stellen zu tauchen, usw. Das fängt erst recht behäbig an, nimmt aber im weiteren Spielverlauf stetig zu, besonders bei nicht zwingenden Secrets, die man erreichen kann. Hier muss man den Level schon gut beobachten und Ausschau halten, um alles mitnehmen zu können. Oft kann man mit den vorhandenen Gadgets noch nichts erreichen und muss mit neuen Eigenschaften oder Gegenständen nochmals zurückkehren. Die Rätsel sind hier auch wieder recht Zelda-like. So muss man z. B. mit der Kreuzklinge zuerst eine brennende Fackel berühren, um die Klinge in Brand zu setzen, um das nächste Ziel in Brand zu stecken. Inaktive Feuerbomben müssen so in Reihe gelegt werden, um nach dem Entzünden per Kreuzklinge in Reihe geschaltet eine Kettenreaktion auszuüben, um eine Mauer zu sprengen. Hier haben sich die Entwickler schöne Variationen einfallen lassen. Das steigert sich stetig und neue Gadget werden zu diesen Rätseln hinzugefügt. Was z. B. tun, wenn sich bestimmte Gegenstände zu schnell bewegen und man nicht rechtzeitig die nächste Fackel entzünden kann? Eine Zeitlupenfunktion zum rechten Zeitpunkt eingesetzt, macht es möglich. Ein Abschnitt, der so weit oben liegt, dass man ohne Hilfe nicht dorthin gelangen kann? Ein aufgeladenes Portal des Leereläufers am Boden wirkt wie ein Luftwirbel und mit den Schattenflügeln kombiniert kann man in die Höhe gleiten. Ein furioses Rätselfinale gibt es dann in einen Turm, in dem man mit Portalen und Lichtstrahlen arbeiten und fast alle seine vorherigen Rätselerfahrungen einbringen muss. Klasse!

Secretsucher werden ebenfalls an Darksiders ihre Freude haben. Es gibt genügend Truhen, die von ihrem Schatz befreit werden wollen -und zudem bei Vulgrim gut im Kurs stehen. Es gibt Zorn- und Lebensbruchstücke, die, ganz dem Herzsystem von Zelda entsprechend, die Lebensenergie von Krieg erhöhen und man kann pro Dungeon eine Karte finden, die alle im Level versteckten Truhen aufzeigt. Hier gibt es ausreichend Such- und Suchtspaß zur Komplettierung.

Was gibt es noch zu kritisieren? Da wäre zum einen die für meinen Geschmack etwas zu nahe am Geschehen positionierte Kamera, die oft die Gesamtübersicht vermissen lässt und zudem dann auch die Umgebung zu sehr in den Hintergrund stellt. Hier wäre etwas mehr Distanz spieltechnisch und vor allem auch atmosphärisch besser. Eines der letzten Quest hinterlässt zudem den Eindruck, mehr ein Zeitzieher zu sein, da man aus jedem Level noch einen Teil einer Waffe bergen muss. Was mich enttäuscht hat ist, dass das Spiel keine wirklich packende Atmosphäre vermitteln konnte. Das mag vielleicht am obercoolen Krieg selbst liegen, der zu jedem noch so übermächtig erscheinenden Gegner einen flotten Spruch auf Lager hat. Das schadet aber der Spannung. Man übernimmt vielleicht selbst zu sehr die "ich kann alles Platthauen" Einstellung des Heldens. Vielleicht liegt es aber auch an fehlenden Spannungsmomenten im Gameplay, denn richtig zittern und mitleiden musste ich bei Darksiders nie. Es war nie wirklich spannend oder gar gruselig. Ob es an der Story oder den vorgenannten Aspekten liegt, kann ich nicht sagen, aber atmosphärisch hat mich das Spiel nicht in den Bann ziehen können. Wenn man da an Soul Reaver oder Shadowman zurückdenkt, waren das schon ganz andere Kaliber. Eine übermächtige Kampfsau zu sein, fördert nicht immer die Atmosphäre.

Fazit

Darksiders ist ein 3rd Person Action Adventure, dass sich am besten als Zelda Klon beschreiben lässt. Der Unterschied liegt hier im Wesentlichen am Setting mit der Ausrichtung auf brutalerer Darstellung. Die Perfektion des genannten Vorbildes erreicht es jedoch nicht ganz. Das bedeutet jedoch nicht, dass Darksiders ein schlechtes Spiel ist. Es hat ein paar Ecken und Kanten, aber unterm Strich bleibt jedoch ein höchst spielenswertes und gut in Szene gesetztes Game, das für gut 20-25 Stunden ausgezeichnet zu unterhalten weiß. Vorwerfen muss man den Entwicklern jedoch, dass sie zu wenig eigene Ideen einbringen konnten. Die Macher von Batman Arkham Asylum haben gezeigt, wie man aus dem Zelda-Prinzip etwas Eigenständiges und Neues aus dem Hut zaubern kann. Dass kann man von Darksiders leider nicht sagen. Hier hat man vieles einfach 1 zu 1 kopiert und lediglich das Drumherum geändert. Da ist es dann auch ärgerlich, wenn man einige Elemente schlechter als das Original umgesetzt hat. Insgesamt ist es aber meckern auf hohem Niveau, denn Darksiders ist ein wirklich schönes Game geworden und es ist lobenswert, dass man nun auch auf den Nintendofremden-Konsolen ein weiteres Spiel mit dem Zelda-Gameplay genießen darf, denn die sind leider rar gesät. Doch der Erfolg von Batman Arkham Asylum dürfte sicher bei einigen Entwicklern und Publisher den Wunsch auf Nachahmung wecken. Schön für Freunde des gehobenen 3rd Person Action Adventures. Darksiders entgeht leider knapp der 2+ und positioniert sich daher mit einer guten 2. Ein Fortsetzung, die es hoffentlich geben wird, sollte die genannten Defizite ausbügeln können und zudem ein wenig mehr Wert auf eigene Ideen legen.


Geschrieben am 01.02.2010, Testkonfiguration: Xbox360
 



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