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Crysis 2  


Info
Autor 3+
 2.5
 1.5
 1.5
Gesamt (15 votes) 2
 1.9
 1.3
 1.5
Name:Crysis 2
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2011/03
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: CryTek
Offiz. Sites: Game
Hardware: Core2Duo 2Ghz / Athlon64x2.2Ghz, 2GB RAM, 512 MB min. Nvidia GT8800/ATI 3850HD, HD 9000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista/Windows7, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Serie: ja
Patch: 1.9
Bemerkung: Online Registrierung erforderlich, auch für Xbox360,PS3, 3D Modus, DX11 Graphik per Patch
USK: 18
Crysis 2 (review von geuer)

Knapp dreieinhalb Jahre nach dem Release von Crysis erschien Ende März 2011 der Nachfolger des von Crytek stammenden Shooters. Konnte sich die deutsche Entwicklerschmiede 2004 erstmals mit Far Cry einen Namen machen und zugleich internationale Erfolge feiern, setzte sich jene positive Tendenz mit Crysis uneingeschränkt fort. Nichtsdestotrotz entstand bei vielen Fans ein fahler Beigeschmack: Das zu damaliger Zeit extrem hardwarehungrige Spiel bot zwar eine bombastische Grafik, konnte aber im Bereich des Gameplays, der KI und der grundlegenden Präsentation nicht mit Far Cry mithalten. Die Presse hat sich davon aber nicht beeindrucken lassen und auch die Verkaufszahlen sprechen eindeutig für das Spiel. Nicht umsonst hat sich Crytek dafür entschieden, mit Crysis 2 an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen und liefert neben einer PC- erstmals auch eine PS3- und Xbox 360-Version, was unweigerlich mit Kompromissen auf Seiten der grafischen Präsentation einhergeht. Weiterhin verabschiedet sich der Entwickler vom Setting der saftig grünen Pazifikinsel und wählt mit dem vergleichsweise kalten New York einen typischen Schauplatz für ein Alien Invasions-Szenario - so wie es Hollywood für einen ähnlich gearteten Film nicht besser hätten wählen können. Inwiefern Crytek mit Crysis 2 den Erwartungen und dem Hype gerecht wird, soll die folgende Rezension zeigen.

New York, New York

In Crysis 2 dient ein rascher Einstieg der Vorstellung eines neuen Szenarios: Kaum befindet man sich als Soldat mit einer geheimen Einsatztruppe unmittelbar vor der Küste New Yorks, wird die Stadt auch schon von Aliens angegriffen. Mit Mühe und Not gelingt dem Alter Ego Alcatraz die Rettung aus dem Wasser, doch verliert dieser schnell das Bewusstsein. Ein Glück, dass sich Prophet aus Crysis 1 gerade in New York befindet, schleift er Alcatraz doch aus der Gefahrenzone und rettet ihm somit das Leben. Da Prophet im Anschluss aus noch nicht näher bekannten Gründen stirbt, erhält der Spieler von seinem Retter den aus Teil 1 bekannten Nanosuit. Somit liegt es nun an Alcatraz, sich durch Funkkontakt mit diversen Überlebenden durch New York zu schlagen, mit dem Militär möglichst viele Flüchtlinge zu retten und schlussendlich den tief in der Stadt verwurzelten Kern der Alien-Invasion zu zerstören. Zwar ist die Geschichte solide präsentiert worden, doch kann sie nicht über ihre schwache inhaltliche Komponente hinwegtäuschen.

Crysis 2 ist ein Spiel, das sich maßgeblich durch ein actionreiches Szenario auszeichnet und dieses auch in der Vordergrund stellt. Der Shooter punktet dabei ähnlich wie sein Vorgänger im Bereich des Gameplays mit der Implementierung des Nanosuits, der sich durch die auswählbaren Modi Tarnung und Panzerung auszeichnet. Gab es bei Crysis 1 noch einen Modus für Geschwindigkeit und einen weiteren für energiereiche Schläge, sind diese nun sinnvoll in das Gameplay integriert worden, sodass das Drücken zusätzlicher Tasten überflüssig geworden ist. Somit konzentriert sich die direkte Steuerung des Anzugs entweder auf ein Stealth-Vorgehen durch die Tarnung oder auf rabiate Action durch die auswählbare Panzerung. Grundsätzlich wird einem dabei die Wahl gelassen, welchen Weg man wählt. Ich hätte mir allerdings zusätzliche Passagen gewünscht, die ein unsichtbares Vorgehen fordern. So hätte Crytek sicherlich einige Mission erstellen können, in denen man - ganz klassisch - einfach nicht von irgendwelchen Soldaten entdeckt werden darf. Derartige Situationen tauchen bei Crysis 2 aber gar nicht erst auf. An sich ist das für einen actionbetonten Shooter auch überhaupt nicht schlimm, doch hätte das Spiel dadurch ein zusätzliches Atmosphäre-Plus gewinnen können.

Tod von oben

Die Gegner in Crysis 2 lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: Menschen und Aliens. Während man zu Beginn noch vermehrt im Alleingang gegen die eigene Spezies antritt, verschiebt sich das Verhältnis im weiteren Spielverlauf, sodass man etwa ab der Hälfte des öfteren im Team vorrückt und eigentlich nur noch gegen die außerirdischen Eindringlinge antritt. Zwar ist die KI der Gegner größtenteils überzeugend, doch gibt es nur einen geringen Unterschied zwischen dem Kampf gegen Menschen und den Feuergefechten gegen die Tintenfisch-Aliens. da sich deren jeweilige Verhaltensweisen stark ähneln. Da hätte man ruhig einen stärkeren Fokus auf unterschiedliche Elemente zwischen den Rassen richten können, die dafür sorgen, dass man nicht nur einen optischen, sondern eben auch einen spielerischen Unterschied spürt.

Während der Shooter dabei am Anfang vor sich hin plätschert, weiß er mit zunehmenden Spielverlauf mehr und mehr zu überzeugen. Dies liegt zum einen an der durchaus mit ein paar netten Wendungen versehenen Story und zum anderen an dem gemeinsamen Kampf mit den Artgenossen. Die machen zwar oft nicht mehr, als einem Feuerschutz zu geben, während man im Alleingang zu den Außerirdischen vorprescht, doch hat man das Gefühl, im Kollektiv an der Rettung New Yorks beteiligt zu sein.

Crysis 2 präsentiert sich dabei als ein recht linearer Shooter. Wie auch beim Vorgänger werden einem quasi von oben über Funk zahlreiche Infos und zu erreichende Checkpoints durchgegeben. Während man bei Crysis 1 aber optional eine ganze Insel durchstreifen konnte, sind einer freien Erkundung durch New York allein durch die dort gegebene Häuser- und Stadtstruktur mehr oder weniger natürliche Grenzen gesetzt. An dieser Stelle mögen sich nun die Geister scheiden, ist doch Crysis 2 durch die Wahl New Yorks und des Missionsdesigns noch ein ganzes Stückchen linearer geworden und bietet keine offene Spielwelt mehr. Nichtsdestotrotz darf man dem Shooter zu Gute halten, dass die linearen Abschnitte mitunter großflächig konstruiert wurden und es immer mal wieder alternative Wege gibt. Dabei bekommt man im Gesamten ein großartiges Szenario geboten, das eine Stadt zeigt, die am Rande der Zerstörung liegt. Mit gescripteten Events wissen die Entwickler dabei grafisch beeindruckende Momente zu inszenieren - noch immer bleibt mir der Einsturz einer Brücke, eine sich durch die Häuserschluchten bahnende Flutwelle und der dank Alien-Technologie schwebende Central Park in Erinnerung. Doch auch die noch so beeindruckensten Momente täuschen nicht darüber hinweg, dass man es mit wenigen Gegnertypen zu tun hat. So gesellen sich zu dem Standard-Sortiment an menschlichen Soldaten und Aliens lediglich einige stärkere Exemplare der außerirdischen Rasse, die durch ein paar durchschlagkräftigere Varianten der normalen Gegner und einen großen Mech-Roboter repräsentiert werden. Abseits von diesem Blechhaufen, der sich nur mit schweren Waffen besiegen lässt, fehlt es definitiv an größeren Kämpfen gegen Bosse. Diese hätten dem Spiel sicherlich gut getan und neben einem neuen Erlebnis für einen zusätzlichen Aha-Effekt gesorgt.

Eine Stadt vor dem Abgrund

Um die Alien-Invasion zurückzuschlagen, steht Alcatraz ein ansehnliches Waffenarsenal zur Verfügung. Darunter sind alle genretypischen Waffen versammelt, die von der MG über das Sniper-Gewehr und der obligatorischen Shotgun bis hin zum Raketenwerfer reichen. Der Spieler kann dabei jeweils drei Waffen mit sich herumtragen. Diese können wie im Vorgänger mit der freien Wahl eines Aufsatzes, wie beispielsweise einem Schalldämpfer oder verschiedenen Visieren, an die jeweilige Situation im Spiel angepasst werden. Je nach Vorgehensweise und Areal eignet sich ein bestimmtes Set in besonderem Maße. Bei der direkten Konfrontation mit einem Gegner ist zudem ein einfaches Zuschlagen mit der jeweiligen Waffe möglich. Spannender wird es allerdings, wenn man sich hinter den Bösewicht schleicht. Ein Knopfdruck genügt, um ihn von hinten zu erledigen. Gerade diejenigen, die wie ich gerne schleichen, werden häufiger die Tarnung nutzen und den Feind von hinten überraschen. Man möchte ja nicht riskieren, entdeckt zu werden. Doch viel Zeit hat man auch bei wiederkehrender Unsichtbarkeit nicht, denn alle Fähigkeiten kosten Energie, die einem bei Benutzung abgezogen wird und sich im Ruhezustand wieder automatisch auflädt. Insofern ist es von besonderer Bedeutung, seinen Energiehaushalt sinnvoll zu managen. Wann verwende ich die Tarnung und riskiere bei Bewegung einen hohen Energieverbrauch? Wann dagegen setze ich auf die Panzerung und werfe mich in die Gegnermassen? Und wo finde ich Ort und Zeit, um die Energie wieder aufzufüllen? Diese Fragen machen den Grundtenor des Shooters aus. Letztendlich bleibt aber keine Zeit, um beide Seiten in Gedanken gegenüber zustellen und auszudiskutieren. Viel eher lautet die Devise, möglichst schnell und intuitiv eine der beiden Möglichkeiten zu nutzen. Durch das häufige Auftauchen gleicher Gegnertypen ist der von den Entwicklern gewählte Pfad zwar schon ein wenig ausgetreten, doch werden sich Genre-Liebhaber, die den Fokus auf Action setzen, im von Crytek inszenierten New York wohl fühlen. Wer darüber hinaus Ansprüche an den Shooter stellt, wird allerdings nicht durchgängig zufrieden sein.

Auf der Suche nach Schutz

Die Atmosphäre von Crysis 2 ist nicht immer überzeugend. Zwar wird grafisch ein außerordentlich gutes Bild geliefert und auch die Stadt wirkt wunderbar authentisch - quasi wie man sich ein ähnlich geartetes Endzeit-Szenario auch tatsächlich vorstellen würde - doch mangelt es schlichtweg an Punkten, die den Spieler diese Situation auch auf der menschlichen Seite bewusst werden lassen. Die Szenerien, in denen tatsächlich ein atmosphärisches Gefühl aufkommt, werden schnell wieder von einem actionreichen Szenario abgelöst. Im Spiel gibt es beispielsweise ein Szene, in der man durch ein Flüchtlingslager im New Yorker Untergrund läuft und mit dem Militär die Rettung der Zivilbevölkerung organisiert. Man sieht, wie die Menschen leiden und was sie durch den Angriff der Aliens mitmachen. Trotz großer Militärpräsenz wird man kurz darauf aber wieder im Alleingang zu den Außerirdischen geschickt und darf ihnen den Gar aus machen. Derartige Entscheidungen beim Missionsdesign sorgen dafür, dass die wirklich atmosphärischen Situationen von Crysis 2 ziemlich dünn gesät sind. Zwar gewinnt die gesamte Szenerie im zunehmenden Spielverlauf an Spannung, doch geschieht dies nur auf der grafischen Ebene. So setzt im späteren Spielverlauf ein erdrückender Regen ein. Auch der Himmel verdunkelt sich in klassischer Hollywood-Manier. Das sieht zwar alles schön aus, doch lässt es den Spieler eher kalt. Da Crytek den Fokus bewusst auf Action setzt und primär diese Spielergruppe ansprechen möchte, kann man dem Entwickler jene Tendenz nur bedingt vorwerfen. Nichtsdestotrotz hatte ich oft das Gefühl, dass in diesem Punkt einfach Potential verschenkt wurde. Nicht, dass ich etwas gegen reine Action-Shooter hätte oder gar verlange, dass auf Teufel komm raus eine gelungene Geschichte konstruiert werden muss. Aber Spiele wie das klassische Serious Sam oder auch das noch vor Crysis 2 erschienene Bulletstorm haben gezeigt, wie ein actionbetontes Szenario aussehen kann. Gerade bei letzterem stimmte die Mischung aus abwechslungsreichem Gameplay und Schauplatz-Wechsel. Im Vergleich wirkt Cryteks Shooter zu eingefahren und nach Schema F programmiert - als wolle man auf Nummer sicher gehen und möglichst dem Mainstream entsprechen. Persönlich ist es mir übrigens auch unverständlich, warum bei der Wahl eines realistischen Schauplatzes häufig auf amerikanische Städte, am liebsten ja New York, zurückgegriffen wird. Gerade bei einem deutschen Entwickler hätte ich mir den Fokus auf eine Weltstadt innerhalb Europas gewünscht - stellen doch London, Berlin, Rom und Paris (um nur einige zu nennen) alle unverbrauchte Settings dar, ein neues Flair in das Genre gebracht hätten. Dass das kürzlich angekündigte Crysis 3 nun wieder in New York spielt, ist insofern ziemlich schade - auch wenn die Stadt unter der Kuppel des sogenannten Nanodoms liegt und von Pflanzen und Gestrüpp nur so durchwuchert sein soll. Gewohntes Terrain möchte die in Frankfurt sitzende Entwicklerschmiede wohl auch in Zukunft nicht verlassen, versucht sie doch, mit Crysis 3 sowohl Fans von Teil 1 als auch Fans von Teil 2 zu gefallen.

Die eingeschränkte Weltstadt

Neben der bereits erwähnten zunehmenden Linearität von Crysis 2 steht der Shooter dem Vorgänger auch noch in anderen Belangen zurück. So wurde die Möglichkeit des freien Speicherns abgeschafft. Das Spiel wird nur noch automatisch durch das Betreten bestimmter Checkpoints gesichert. Oft hatte ich das Gefühl, dass diese nicht immer fair verteilt sind. Manchmal hat es schon einige Zeit gedauert, bis endlich der Speicherpunkt kam und man das Spiel beenden konnte. Weiterhin bietet das Menü auch nach Abschluss des Shooters keine Kapitelwahl. Dafür gibt es am Ende eine nette Auswertung mit Statistiken zur eigenen Spielweise. Im Laufe des Spieles wird einem nach und nach bewusst, dass Crytek die physikalischen Effekte stark zurückgefahren hat. Wer sich bei Crysis 1 daran erfreute, Bäume im Wald zu zerschießen und mit der Physik zu spielen, darf dies nicht im Nachfolger erwarten. Ähnliches gilt für die Nutzung von Fahrzeugen. So passiert es nur sehr selten, dass man in einem Panzer die Gegend unsicher macht - vielleicht drei bis vier mal im ganzen Spielverlauf. Spielabschnitte mit Fahrzeugen sind zudem recht kurz gehalten, was sicherlich auch dem New Yorker-Setting zuzuschreiben ist.

Eine Erwähnung ist weiterhin der Einbau leichter Rollenspielelemente wert. So lässt sich der Nanosuit im zunehmenden Spielverlauf beliebig erweitern und ausbauen. Dazu muss man die Aliensporen einsammeln, die die Außerirdischen nach ihrem Ableben absondern. Damit kann man beispielsweise in die Unsichtbarkeit investieren und schneller in den Stealth-Zustand wechseln, die Aufladung des Nanosuits beschleunigen oder bestimmte Anzeigen bezüglich des Gegnerstandpunktes erweitern. Dabei geht Crytek einen behutsamen Weg und bietet mit zwölf ausbaufähigen Erweiterungen eine überschaubare Anzahl an Zusätzen. Nichtsdestotrotz haben die Entwickler damit den richtigen Weg gewählt, denn der Ausbau der eigenen Fähigkeiten je nach Spieltyp tut dem Shooter gut.

Den Konsolen zum Trotz

Schon vor dem Release von Crysis 2 gingen die Meinungen bezüglich der grafischen Präsentation des Shooters stark auseinander. Während die einen die derzeitige Konsolengeneration beschuldigte und somit der Xbox 360 und Playstation 3 vorwarfen, durch ihr Alter als Bremse des grafischen Fortschritts zu agieren, sprachen die anderen gerade bei Crysis 2 von einem optischen Meisterwerk. Und es stimmt: Im Gegensatz zum Vorgänger läuft der Shooter auf den höchsten Einstellungen auf dem aktuellen PC und ist nicht erst auf der nächsten Hardwaregeneration spielbar. Ergo sollte aber auch niemand einen grafischen Sprung erwarten, wie es noch zu Crysis 1-Zeiten der Fall war. Diejenigen, die meinen, dass Crysis 2 nicht besser als der Vorgänger aussieht, haben wohl ein anderes Spiel gespielt oder die Originalversion mit Grafik-Mods überfrachtet. Tatsache ist, dass Crysis 2 auf der grafischen Ebene in allen Belangen überzeugen kann. Es gibt zahlreiche Momente, in denen man einfach mal ins Staunen gerät, denn Crytek versteht sein Handwerk. Auf der technischen Seite hat sich der Entwickler noch nie die Blöße geben müssen - sei es die fantastische Weitsicht, die hochaufgelösten Texturen, die geschmeidig agierenden Gegner, die gelungenen Lichteffekte oder das New Yorker Setting, das in bezug auf die Macht seiner Gebäude und das Ausmaß seiner Zerstörung schlichtweg überzeugen kann. Selbiges gilt für die Musik und den Sound. Die Waffen klingen authentisch. Auch die Lokalisierung ist professionell geworden und bietet eine hochwertige Qualität. Mit musikalischen Tupfern wird zudem zusätzliche Spannung in die Szenerie zu transportieren versucht, was wiederum der Action zugute kommt. Einzig die Rendervideos trüben mit ihrer schlechten Auflösung das Spielerlebnis. An dieser Stelle ist schlichtweg nicht verständlich, warum Crytek nicht wenigstens die PC-Version mit qualitativ höherwertigen Filmen versehen hat.

Facettenreicher Multiplayer

Der Multiplayer-Modus von Crysis 2 bietet abseits der Einzelspieler-Kampagne einen umfangreichen Spielplatz. Mit sechs verschiedenen Spielmodi hat man viele Möglichkeiten, um sich auf verschiedenen Schauplätzen in New York auszutoben. Neben dem klassischen Death-Match, Erobern und Halten und einen an Capture the Flag angelehnten Modus bietet Crysis 2 mit Angriff und Exfiltration zwei weitere Spielmodi. Bei Angriff hat jeder Spieler nur ein Leben und muss diverse Daten an Terminals hoch laden. Exfiltration arbeitet mit den Aliensporen, die eingesammelt und zu bestimmten Punkten auf der Karte gebracht werden müssen, damit der eigene Anzug verbessert wird. Generell sind bei allen Modi zahlreiche Server vorhanden und das Spiel geht ohne Lags von statten. Schön ist, dass man am Anfang tatsächlich als absoluter Anfänger beginnt und mit steigender Spielerfahrung levelt. Damit schaltet man neben neuen im Multiplayer wählbaren Klassen auch verschiedene Erweiterungen für den Anzug frei, die man an seine jeweils liebste Vorgehensweise anpassen kann. Das wirkt nicht nur durchdacht, sondern motiviert zudem zum weiteren Spielen und Vorankommen. Man spürt nicht zuletzt an den am Ende jedes Matches auftauchenden und sehr ausführlichen Statistiken, wie viel Mühe sich Crytek mit dem Multiplayer-Modus gegeben hat. Dieser ist tatsächlich sehr gut gelungen und sorgt neben der Kampagne für viel Spielspaß, der weit über das Ende der Kampagne anhällt.

Fazit

Crysis 2 macht vieles besser als sein Vorgänger. Neben der Vorzeigegrafik bleibt vor allem die sinnvolle Entschlackung des Nanosuits in Erinnerung, wodurch das Spiel an Dynamik gewinnt. Zwar ist die Levelstruktur relativ eng, doch ist man während der Kämpfe nicht an einen Punkt gefesselt und kann sich dank des Anzugs entweder unsichtbar an den Gegnern vorbei schleichen und sie ins ewige Jenseits befördern oder sich ihnen frontal stellen. Das Gameplay krankt allerdings an einer zu statisch wirkenden Gegnerschar und am Mangel von wirklichen Endgegnern. Im Spielverlauf setzt Crysis 2 seinen Fokus ganz bewusst auf ein actionreiches Szenario. Das spiegelt sich auch in der Präsentation wieder, die an sich flüssig und grafisch beeindruckend ein New York inszeniert, das am Rande seiner Zerstörung steht. Leider kann die Story dabei nicht mitreißen. Auch die Atmosphäre leidet trotz grafisch ansehnlicher Momente, den sehr gut inszenierten gescripteten Szenarien und der authentisch wirkenden Stadt schlichtweg daran, dass der menschlichen Seite nicht genügend Beachtung geschenkt wird. An sich atmosphärische Momente, die zeigen, dass es auch anders gehen kann, werden zu schnell durch 08/15-Action abgelöst. Spieler, die den Fokus auf Action setzen, werden von Crysis 2 aber nicht enttäuscht sein. Technisch gesehen macht Crytek zudem alles richtig und gibt sich keine Blöße. Letztendlich ist Crysis 2 ein Shooter, der im Direktvergleich zum Vorgänger viele Vorzüge hat und mit dem neuen Szenario außerhalb der Insel letztendlich auch eigene Wege geht. Gerade der Multiplayer ergänzt das Ganze durch abwechslungsreiche und in sich durchdachte Modi und sorgt auch viele Stunden nach der Kampagne noch für viel Freude. Wer allerdings auf ein wirkliches Haudrauf-Erlebnis aus ist, sollte lieber zur ungeschnittenen Version von Bulletstorm greifen, die mit weitaus mehr und besser inszenierter Action einhergeht. Stealth-Liebhabern empfehle ich dagegen Deus Ex: Human Revolution, das neben einer ausgeklügelten Story und einmaliger Atmosphäre vor allem für Leisetreter ein gelungenes Gameplay bietet. Crysis 2 steht sowohl aufgrund von Gameplay- als auch Story-Schwächen hinter beiden Spielen zurück. Nichtsdestotrotz ist es ein gutes Spiel geworden, das gerade für Fans des Vorgängers ein Must have-Titel darstellt.


Geschrieben am 29.04.2012, Testkonfiguration: Intel Quad Core 3,0Ghz, 4GB RAM, GTX260
 



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