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Info
Autor 4+
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Gesamt (17 votes) 3+
 0.5
 1.4
 1.4
Name:CSI - Crime Scene Investigation
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2003/05
Publisher: Ubisoft
Hardware: 300Mhz, 128MB RAM, 8MB 3D-Karte D3D, HD 517 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus
Sprache: Deutsch
USK: 12
CSI - Crime Scene Investigation (review von look)

Und wieder einmal kommt aus der momentanen Schwemme der Lizenzprodukte die auf Kino oder Fernsehmachwerken beruhen, ein Kandidat auf die werte Spielergemeinschaft zu. Diesmal handelt es sich um eine Fernsehserienumsetzung, die schon erfolgreich in den USA und auch in Deutschland ausgestrahlt wurde. Nun ist jedoch kein Detektiv das Vorbild (Glasauge sei wachsam ;-)), ein omnipotenter Quincy oder Mark Sloan, sondern es geht um die Nachtschicht der forensischen Abteilung des Policedepartments von Las Vegas - dem Moloch schlecht hin. Wo Glücksspiel das Geschehen regiert und eine Stadt eigentlich erst nach Sonnenuntergang in voller Blüte ihr wahres Gesicht zeigt, dürfte man nicht überrascht sein, daß das Leben auf der Überholspur der Glücksritter auch ihre Schattenseiten hat - was das leichte Geld ebenso mit sich bringt.

Die Fernsehserie bot so einiges und war damit eigentlich prädestiniert für eine spielerische Umsetzung. Faszinierende Ermittlungsmethoden, angewandte Techniken zur Analyse, hin zu den filmischen Umsetzungen der mutmaßlichen Tathergänge, bis zu den unüblichen Kamerafahrten, die zeigten wie und wo eine Verletzung im Körper was bewirkte, waren schon interessantes Beiwerk. Gute Schauspieler, interessante Fälle, stimmungsvolle Musik und die Synchronisation taten ihr übriges, um die Serie zu einem aufregendem Krimiereignis werden zu lassen.

Ob das Point & Click Renderadventure hält, was die Serie vormachte und an Substanz und Machart versprach, soll unser Review klären.

Wie im TV Vorbild üblich erscheint man immer erst auf der Bildfläche, wenn die Tat schon begangen wurde. So auch wir in Gestalt des Neulings der Spurenermittlung, unter der Federführung des Leiters Gil Crissom, der uns beim ersten Auftrag hilfreich zur Seite steht. Dieses Prinzip wiederholt sich in allen 5 Fällen, man wird als "Frischling" immer von einem erfahrenen Teammitglied begleitet. Angekommen am Tatort heißt es für unser alter Ego erst mal Spuren zu sichern. Dabei wird man in einer Art Tutorial "angelernt", welches einem die unterschiedlichen Methoden aufzeigt und deren weitere Anwendung erklärt. Man schaut sich den Tatort genau an, untersucht die Gegebenheiten, nimmt Proben und sichert die Beweisstücke. Zu diesem Zwecke hat man unterschiedliche Arbeitsgeräte bei der Hand, angefangen bei der Pinzette und dem Gummihandschuh, um Proben, Kleinstpartikel und andere Beweismittel aufzunehmen, über Gips und Mikrosil (wachsartige Masse zum Nehmen von Abdrücken von Wunden etc.) zum Sichern von z. B. Fußspuren, bis hin zum schnöden Wattestäbchen oder Klebeband, um Materialspuren zu sichern, die zumeist DNA-Anhaftungen wie Blut oder Schuppen beinhalten. Zur Unterstützung bei der Suche nach Beweisen hat man noch unterschiedliche Untersuchungsinstrumente dabei, die einem behilflich sind, die Umgebung zu sondieren. Dazu gehört die Lupe, um sich Sachen näher und genauer anzusehen, das obligatorische Fingerabdruck-Pulver (Ninhydrin dient dem gleichem Zweck, nur kann man sich damit auf porösen Materialien Abdrücke anzeigen lassen), eine UV-Lampe, um nicht sichtbare "Flecken" etc. für uns sichtbar zu machen, wichtig auch Luminol, mit dem man Blut fluoreszieren läßt oder exotischere Geräte wie eine Infrarotkamera oder ein Olfaktor zur Entnahme und Sicherung von Geruchsproben.

Das Entnehmen und Sichern von Beweisen und das Aufspüren mit den richtigen Mitteln sind die ersten Rätsel, die uns jeder Tatort stellt, welche auch akribisch durchgeführt werden sollten, will man sich nicht die Quote versauen. Da zumeist immer jemand am Tatort ist, der die Polizei alarmierte, wird dann auch ein Plausch fällig, wo man mehr oder weniger etwas über die Tat, Tathergang oder die Leiche erfährt. All diese Spuren, Beweise, Indizien und Gegenstände müssen jedoch auch untersucht werden, um überhaupt daraus schlau zu werden. Also ab in die Bathöhle - ähh, ich mein, ins Labor. Dort trifft man auf Greg Sanders, ein Laborant mit großem Mundwerk, der aber gute Ergebnisse bringt, also was soll's. Ihm übergibt man die meisten gesammelten Beweise, die er analysiert und dessen Ergebnisse dann in der Fallakte auftauchen. Unser liebster und bester Helfer ist jedoch der Freund "Computer". Mit dessen Hilfe können wir die genommenen Fingerabdrücke untereinander vergleichen oder nach der dazugehörigen Person fanden, wenn ein Datensatz in der Datenbank verfügbar ist, was auch mit mit Reifen und Fußspuren funktioniert. Hat man alle Indizien analysiert, geht es zum Leichenbeschauer, um dort Todesursache, Todeszeit und weitere nützliche Infos zu bekommen. Aus der Serie übernommen wurde die Kameraführung, die einem zeigt, warum jemand gestorben ist - folgend dem Eintrittskanal der Waffe wird dann kurz anschaulich dargestellt, was im Inneren passierte. Die bisher gesammelten "Fakten" trägt man nun Jim Brass vor, dem Captain der Mordkommission, um so z. B. Zugang zu weiteren Lokations zu bekommen oder um Verdächtige vorladen zu können (z. B. für eine DNA-Probe). Je professioneller und akribischer man vorgegangen ist, um so mehr Indizien und Beweise sammeln sich an, die man in der Fallakte nachschlagen kann. Dort werden nicht nur die Fakten zum Opfer gesammelt, sondern auch die vermeintlichen Täter aufgeführt und die Indizien, die man gegen sie gesammelt hat. Letztendlich endet jeder Fall mit einer anschließenden Befragung der Verdächtigen und deren Überführung. Leider fehlt wie in der Serie auch hier vollständig der letztendliche Richterspruch, schließlich möchte man doch auch sehen, ob man gut gearbeitet hat und ob die Beweise stichhaltig waren. So was wie in der Serie Dragnet (deutsch: Polizeibericht) wäre am besten gewesen, um das Erlebnis Kriminalistik und Detektivarbeit auch mit einem vollwertigem Glücksgefühl zu bestätigen. Um einen Anreiz zu schaffen, vielleicht nochmals den Fall aufzurollen oder gründlicher zu arbeiten, gibt es eine abschließende Bewertung unserer Leistungen, die zur Freischaltung kleinerer Bonis führt.

Das Spiel krankt aber leider an der viel zu linearen Vorgehensweise- Irrwege beschreiten ist ausgeschlossen, selbst das "Zerstören" von Beweisen durch Entnahmen oder Sicherung mit dafür nicht geeigneten Gerätschaften ist nicht möglich. Die Gespräche werden im Multiple-Choice Verfahren abgehalten, jedoch ist dort nur ein stures Abarbeiten der möglichen Fragen zulässig und es gibt auch keine breiter gefächerten Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung oder gar Sackgassen. Diese Striktheit in der Ausführung und beim Beschreiten des einen Lösungsweges führt dazu, dass die reale Spielzeit auf knapp 7 bis 10 Stunden sinkt- selbst als blutiger Laie in Sachen Kriminalistik oder Adventuretum.

Die Schauplätze sind zumeist nicht mehr als ein Raum, in dem man sich per Egoperspektive umsehen kann, um dann auf Gegenstände zu klicken, die sich lohnen angesehen zu werden (angezeigt durch Farbveränderung des Cursors). Da es sich um eine Renderadventure in der Machart von Salammbo oder Myst handelt, ist die Szenerie schon vorgerendert und man hat einen 360° Rundumblick, der aber weder wirklich detailreich, noch ansehnlich gestaltet wurde. Man hat sogar beim Umsehen Fischaugenartefakte im Bild, so als ob sich die Textur auf einer gekrümmten Oberfläche befindet und dadurch gerade Linien eben eine unschöne Krümmung erfahren (so als ob sich die Szenerie durch einen Wassertropfen ansieht). Die einzig wirklich lebhaften Bewegungen im Spiel (man selbst kann kaum mal drei Schritte machen) kommen von den kleineren Einspielern, die man auch schon aus der Serie kennt, wenn die Mutmaßungen zum Tathergang visualisiert werden.

Im Spiel selbst herrscht genretypisch eher Bewegungsarmut, hier jedoch schon fast auf die Spitze getrieben, immer und immer wieder die gleichen Lokations und die gleichen Animationsabläufe der NPC's. Nicht einmal die ansonsten aus der Serie bekannten Einführungsfilme sind wirklich sehenswert, ein kurzer Schwenk über Las Vegas bei Nacht und schon steht man am Tatort. Grafisch gewinnt das Spiel keine Auszeichnungen, auch wenn man die Mitarbeiter des CSI denen der Serie nachempfunden hat, wirkt alles ziemlich abgehackt, leer, detaillos - mit einem Wort fad.

Wie schon fast üblich ist die Darstellung bei 800x600 festgemacht und kann nicht geändert werden. Der Sound bzw. die Geräuschkulisse ist angenehm und unaufdringlich, man merkt sie nicht einmal und es bleibt auch nichts länger im Gedächtnis zurück, dabei bietet die Serie doch einiges an Musik, was man atmosphärisch hätte einbauen können. Die Sprachausgabe ist Original erhalten geblieben und wurde von den Serienschauspielern vertont. Eigentlich nicht schlecht, schließlich braucht man so keine Angst vor unmotivierten Sprechern zu haben, da mal wieder an der Lokalisation gespart wurde. Schön wären jedoch die deutschen Stimmen aus der Serie gewesen, da vor allem die von Gil Grissom sehr vereinnahmend und prägend ist, so daß das Original fast schon "unnatürlich" rüber kommt. Bei den Untertiteln wurde gespart, um die doch recht schnell gesprochenen Sätze schnell genug lesbar wiederzugeben, daher fehlen einfach ein paar Redewendungen oder werden gekürzt wiedergegeben, was jedoch technisch bedingt ist, denn die "Chatzeile" in der die Untertitel ausgegeben werden, ist wirklich nur eine Zeile hoch, ein Scrollen im ablaufendem Gespräch im Nachhinein ist nicht möglich. Die Visualisierung am untersten Ende, noch unter dem Hud ist ein weiteres Manko - die Plazierung ist nicht wirklich glücklich gewählt worden, denn entweder man liest mit oder man schaut sich die Szenerie an, beides geht nicht, da der Abstand Chatzeile - Gesprächvisualisierung einfach zu groß ist.

Das Manövrieren per Cursor (gespielt wird nur mit Maus) in den Hud-Optionen ist ebenfalls etwas hackelig, was man schnell mitbekommt, wenn man sich wieder mal verklickt hat. Scheinbar ist die Positionierung nicht so gelungen, denn man muß mit dem Cursor schon ganz über den Button oder Satz bei Gesprächen fahren, um eine Aktivierung vornehmen zu können, selbst das klappt nicht immer so wie gewollt, weshalb immer der Kontrollblick folgt, ob sich die Farbe des anzuklickenden Bereiches auch ändert, um eine Aktion ausführen zu können. Das Autospeichersystem ist einfach und effektiv, abgeschlossene Fälle werden automatisch gespeichert, ebenso der aktuelle Spielstatus. Das Spiel kommt ansonsten bugfrei daher, auch wenn ich mich Frage, warum beim Laden eines Speicherstandes mein Floppylaufwerk abgefragt wird, warum bei der Vollinstallation 1.5 GB drauf gehen und wieso man sich für das Dateiformat .Mov bei den Filmen im Spiel entschieden hat und das Aufspielen von Quicktime bedingt, was nun nicht jeder auf seinem System sehen will?

Als Fazit läßt sich sagen, dass die Fälle und deren Rätsel zwar gut durchdacht waren, jedoch der zu strikte Lösungsweg und die Linearität des Spielablaufes einfach keine anderen Handlungsmöglichkeiten zuließen und damit zu einfach geraten sind. Die Realisation seitens Grafik und Sound ist ziemlich dröge und vermittelt nicht wirklich Raumtiefe und Atmosphäre. Es bleibt ein fader Beigeschmack, denn die Serie bietet viel mehr an Substanz, als dieses Lizenzprodukt abliefern konnte. Für Fans, die Krimis und deren Auflösung mögen, ist das Spiel dennoch zu empfehlen, allen anderen Interessierten rate ich jedoch zu warten, bis dieses Produkt günstiger zu haben ist, denn so bietet es eindeutig zu wenig. Vom Flair der Serie ist nicht viel übrig geblieben oder nicht genug übernommen worden. Allen anderen Gelegenheitsspielern oder jenen die in das Adventuregenre reinschnuppern wollen sei gesagt, das es bessere Spiele auf dem Markt gibt, die mehr Atmosphäre erzeugen und Spieltiefe mitbringen. CSI macht zwar Spaß, die Fälle sind interessant, aber die Darbringung ist nicht das, was die Serie verspricht. Es fehlt die Spannung, Dramatik und die kleinen Zwischeneinlagen aus der Serie, wo Gil wieder mal den Konfuzius der Kriminologie raushängen läßt.


Geschrieben am 20.07.2003, Testkonfiguration: AMD1100, GeForce4 4200, 512MB Ram, SB Live 5.1
 



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