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Crazy Machines 2  

Rückseite ]

Info
Autor 2+
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 1.5
Gesamt (8 votes) 1
 0.6
 2.3
 1.8
Name:Crazy Machines 2
Genre: Puzzle/Knobel Action
Produkt: Vollversion
Release: 2007/10
Publisher: Pepper Games
Entwickler: Fakt Software
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 2Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 1.01
USK: k.A.
Crazy Machines 2 (review von nali_warcow)

Schon drei Mal hat Entwickler FAKT Software die Tüftler und Hobbybastler mit "Crazy Machines" beglückt (Die Erfinderwerkstatt, Neue Herausforderungen und Neues aus dem Labor). Nach so vielen Neuauflagen wurde es Zeit für eine Grundrenovierung. Herausgekommen ist dabei Crazy Machines 2, das nicht nur optisch einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht hat, sondern nun auch über eine ausgereifte Physikengine verfügt, um den Spieler in vielen neuen Leveln vor ungeahnte Herausforderungen zu stellen. Was sich sonst noch so getan hat und ob Teil 2 den doppelten Preis, sprich knapp 20€, wert ist, soll im folgenden Review geklärt werden. Wie schon angesprochen steht "Teil 2" zwar noch immer zum Budgetpreis in den Regalen, ist aber mit knapp 20€ merklich teurer geworden. In der großen Eurobox befindet sich jedoch lediglich ein Jewelcase, das neben der Spiel-CD ein Sechs-Seiten-Schnellstartheft beinhaltet. Auf dem begrenzten Platz sind dennoch alle wichtigen Funktionen gut beschrieben und auf der Rückseite befinden sich praktischerweise noch die Tastenkürzel. Das aktuelle Update (momentan Version 1.01) sollte auf jeden Fall aufgespielt werden, da damit einige unschöne Programmfehler ausgemerzt und Absturzursachen beseitigt wurden. Gerade Abstürze können fatal sein, wie der Schreiber dieser Zeilen selbst miterleben musste. Im sehr ungünstigen Fall schmierte nicht nur das Spiel, sondern der komplette Rechner ab und danach war leider das Spielerprofil und sämtliche Fortschritte verloren. Aus diesem Grund wird dringend dazu geraten, in regelmäßigen Abständen Sicherheitskopien des Profils anzulegen, das im Ordner "Profiles" im Spielverzeichnis zu finden ist.

Die Qual der Wahl

Das Erste, was den Spieler in Crazy Machines nach dem wirklich schönen Ladebildschirm begrüßt ist der Anmeldeschirm. Sämtliche Erfolge und frei geschalteten Errungenschaften werden im Spielerprofil gesichert. Neben einem Offlineprofil kann auch ein Onlineprofil erstellt werden. Damit ist es möglich, direkt aus dem Spiel heraus von anderen Spielern erstelle "Labore" auf die heimische Festplatte zu laden und so (theoretisch) unbegrenzten Nachschub an weiteren Knobelaufgaben zu bekommen. Unterschiedliche Filter- und Anzeigeoptionen sorgen zudem dafür, dass auch bei vielen Laboren die Übersicht nicht verloren geht. Zusätzlich zur Bezeichnung wird auch immer gleich angezeigt, wie viele Experimente ein Labor beinhaltet und wie die Durchschnittsbewertung für den Downloadinhalt aussieht. Schön wäre hier noch gewesen, wenn auch der Schwierigkeitsgrad der Eigenkreationen per Filteroption selektiert werden könnte. Wenn in Zukunft zudem mehr als 20 bis 30 Labore zur Auswahl stehen, dann wäre auch eine Mehrfachselektierung deutlich bequemer. Die Downloadgrößen fallen sparsam aus und benötigen keine schnelle DSL-Anbindung. Bei Größen um die 400 / 500 KB kommen auch Modembesitzer noch an Nachschub. Neben User-Content gibt es ab und zu auch offizielle Erweiterungen, wie etwa das erste, kostenlose Downloadpack der Entwickler, welches 20 zusätzliche Levels beinhaltet. Wer möchte, kann mit dem mitgelieferten Editor auch wieder selbst kreativ tätig werden, wobei allerdings nicht alle Bauelemente von Anfang verwendet werden können, sondern erst im Spielverlauf freigeschaltet werden.

Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es viel mehr Möglichkeiten selbst kreativ tätig zu werden. Leider gibt es jedoch noch immer eine Beschränkung für jeden Gegenstand bzw. für die maximal mögliche Anzahl an Objekten, was doch sehr schade ist. Der Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist natürlich wieder einmal das Lösen unterschiedlichster Knobelaufgaben, indem wieder halb fertiggestellte "Kettenreaktion" vervollständig werden müssen. So fällt der Ball auf die Wippe, diese katapultiert einen anderen Ball an eine Schere, die ein Seil durchschneidet, an dem ein Brett hängt. Selbiges klappt nach unten weg, der Eimer darauf fällt nach unten und wirft den Kegel um: Missionsziel gelöst. Mit solchen Gedankengängen haben sich also die Spieler im neusten Crazy Machines-Ableger auseinanderzusetzen.

Knobelspaß für Wochen

Wer nicht auf die Werke anderer Spieler zurückgreifen will, findet im Karrieremodus drei unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten. Zum einen wäre da ein spezielles Einführungslabor zu erwähnen. Hier wird Einsteigern Schritt für Schritt gezeigt, wie sie mit den einzelnen Spielelementen umgehen können und welche unterschiedlichen Kettenreaktionen in Gang gebracht werden. Nach und nach wird der Umgang mit Seilen, Achsen, Rädern, Feuer, Strom, Laser, Licht und Einzelteilen in zehn "Erste Schritte Tutorials" erklärt. Anhand dieser Schritt für Schritt Anweisungen lernen Spieler auch sehr gut die Grundlagen des Spiels kennen. Während das Spiel zwar sehr klar vorgibt, was man machen soll, so gibt es leider kein Feedback, wenn man mal etwas macht, was nicht gewünscht war. Wer beispielsweise in einer der etwas fortgeschritteneren Aufgaben zu flink ist und ein Detail in den Anweisungen übersehen hat, landet ggf. in einer Sackgasse und wundert sich, warum es nicht weiter geht. Als Bonus bzw. Werbeaktion gibt es ein spezielles Zusatzlabor für Besitzer der Ageia-Physikkarte. Dieses Labor besteht aus 20 Experimenten, die nur von Spielern in Angriff genommen werden können, die eine solche Zusatzkarte (Kostenpunkt etwa 130€) im Rechner haben.

Das eigentliche Herzstück des Spiels stellt die "Weltreise" dar. Dieses Labor besteht aus gigantischen 150 Experimenten, womit selbst Profis einige Zeit beschäftigt sein werden. Unterteilt ist dies in 15 handliche, kleine Häppchen, bestehend aus jeweils 10 Aufgabenstellungen. Wurden davon acht Experimente gemeistert, wird das nächste Kapitel geöffnet. Welches der zehn möglichen Experimente als nächstes angegangen wird, kann frei entschieden werden. Steht man bei einer Aufgabe einmal wie der sprichwörtliche Ochs vor dem Berg, dann können außerdem unterschiedliche Tipps eingeholt werden. Kleine Denkanstöße gibt es dabei in Textform. Hier gibt der Professor, der die Experimente überwacht, einen kleinen Hinweis, welcher Gegenstand eventuell von Interesse ist oder worauf man achten sollten. Etwas genauere Hinweise gibt es beim "Spionieren". Hier kann ein kleiner Bereich der Spielfläche eingesehen werden und es wird kurz angezeigt, welche Objekte hier im vorgesehenen Lösungsweg platziert wurden. Reicht das auch nicht, dann ist es auch möglich, das Experiment vollständig aufzudecken und lösen zu lassen, was zwar nicht Sinn des Spiels ist, aber in Notsituationen durchaus ein kleiner Rettungsanker sein kann, um den nächsten Bereich frei zu schalten. Allerdings sollte jeder Spieler mit den Hinweisen sparsam umgehen, da diese nur in begrenzter Anzahl verfügbar sind. Bei den Textinfos wäre es zumindest ganz nett gewesen, diese auch jederzeit noch einmal "kostenlos" nachlesen zu können. Zudem sollten Punktefreaks darauf achten, keine Hilfestellung anzufordern und dazu auch noch die gestellte Aufgabe möglichst fix zu beenden. Crazy Machines 2 verfügt nämlich über eine Onlinebestenliste, die automatisch geladen wird, wenn der Spieler ein Onlineprofil verwendet und angemeldet ist. Aus der benötigten Zeit, den erreichten Zielen, verwendeten / nicht genutzten Objekten und verwendeten Hilfsmitteln, wird eine Punktzahl berechnet und auf Wunsch in die Onlineliste übertragen. Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken, der das ganze System ein wenig unflexibel macht. Es ist nur möglich die Bewertung/ Punktzahl in die Onlineliste eintragen zu lassen, die man beim ersten Versuch errungen hat. Schafft man den Level in einem komplett neuen Anlauf besser / schneller, zählt dies nicht mehr. Um bessere Ergebnisse für die Vergleichsliste erzielen zu können, müssen zuerst die Bewertungen / Ergebnisse für das gesamte Kapitel, sprich für insgesamt zehn Experimente, zurückgesetzt werden. Hier wollten die Entwickler sicherlich Missbrauch vorbeugen. Allerdings wird das Onlinevergleichssystem somit nur etwas für Freaks. Einsteiger dagegen greifen sicherlich gern auf die Möglichkeit zurück, sich den Lösungsweg der besten Spieler als Replay anzeigen zu lassen.

Die Aufgaben in den 150 Experimenten haben es teilweise wirklich in sich. Entwickler Fakt Software hat sich redlich darum bemüht, den Spieler mit zahlreichen und sehr unterschiedlichen Aufgaben bei der Stange zu halten. Es gilt auf dem Spielfeld befindliche Objekte zu zerstören, zu bewegen oder in Gang zu setzen. Bälle müssen in einem Korb sortiert werden, Zeppeline den Bildschirm verlassen, Ballons zum Platzen gebracht werden, Dominosteine sollen umkippen, Lampen leuchten, Dampfmaschinen arbeiten oder es soll verhindert werden, dass ein Ball, Stein oder ein anderer Gegenstand den Bildschirm verlässt. Kein Level spielt sich wie der andere und es gibt immer neues zu entdecken. Viele Bauelemente gibt es in unterschiedlichen Formen und Funktionen, die mitunter eingesetzt werden, wie man es gar nicht erwartet hätte. Um den Aufgaben den letzten "Kick" zu geben, wurden zusätzlich Sekundärziele vorgesehen. So gilt es als Hauptaufgabe lediglich einen blauen Dominostein mit einem Schuss aus einer Armbrust in den Zielbehälter zu befördern. Das Sekundärziel besteht darin, den untersten Dominostein auch in den Behälter zu bekommen, den in der Mitte aber stehen zu lassen. Andere Aufgaben bestehen aus sehr unterschiedlichen Zielen. Hier gilt es sich Gedanken zu machen, wie auf dem Weg zum Ziel zusätzlich noch ein anderer Mechanismus in Gang gesetzt werden kann. So gilt es etwa eine Wand zu sprengen und bevor die Sprengung erfolgt, sollen die beiden Toaster das Brot auswerfen. Somit tüftelt der Spieler nicht nur einmalig an einer Aufgabe, sondern hat einen Anreiz, gemeisterte Experimente erneut in Angriff zu nehmen.

Das ganz große Ärgernis kommt jedoch am Ende. Wurde das Primärziel erreicht, heißt es augenblicklich "Experiment erfolgreich". Entsprechend wechselt das Spiel automatisch zur Bewertungsansicht, in der man sich lediglich Aufzeichnungen anschauen, aber nicht mehr die eigene Lösung verbessern kann. Was nicht geschafft wurde, kann lediglich dann gemeistert werden, wenn die ganze Aufgabe wieder bei Null in Angriff genommen wird. So etwas ist extrem demotivierend, da einige Aufgaben sehr knapp bemessen sind und es ggf. erst mit dem Erreichen des Primärziels feststeht, ob das Sekundärziel erreicht wurde.

Sehr schön ist insgesamt die Beschreibung der jeweiligen Ziele gelungen. Der Professor erklärt dabei die Aufgabenstellung nicht nur in Textform und Sprachausgabe, sondern mittels farbiger Markierungen werden die einzelnen Objekte, Bewegungsrichtungen und Zielgebiete hervorgehoben. Nicht ganz so einfach ist es dagegen den Schwierigkeitsgrad des Spiels einzuordnen. Kenner der Serie (oder von vergleichbaren Spielen) werden auf jeden Fall einen sehr viel leichteren Einstieg haben. Der Spieler wird zwar nicht überfordert und es kommen auch erst nach und nach weitere Elemente dazu. Die Aufgaben werden auch erst später richtig komplex. Trotzdem ist der Einstieg ein wenig holprig. Möglicherweise wäre es besser gewesen, die Tutorials ein wenig mehr in die einzelnen Abschnitte zu integrieren, bevor jeweils die neuen Elemente zum ersten Mal vorkommen. Leichte Balancingprobleme sind auch vorhanden. Sie lassen sich Spielgenre bedingt sicherlich auch nicht ganz vermeiden, aber an einigen Stellen schwankt die Herausforderung doch sehr stark. Teilweise ist es auf dem ersten Blick ersichtlich, was zu machen ist und es ist lediglich ein wenig Finetuning nötig oder man muss ein wenig schauen, welche Apparaturen verwendet werden können. Dann gibt es aber auch immer mal wieder Experimente, bei denen ein Lösungsansatz nicht einfach zu erkennen ist. Hier hätte der Entwickler nach einigen Testspielen besser einige Aufgaben tauschen sollen.

Teilweise sieht man jedoch auch schon mal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr oder hat einfach nur einen Denkfehler. Daher ist es schön, dass man sich zur Not einen Tipp holen kann oder erst einmal eine andere Aufgabe in Angriff nimmt, womit das Spiel auch für Profi und Gelegenheitsspieler geeignet ist.

Manchmal kommt vor, dass Gegenstände pixelgenau positioniert werden müssen, um ein Ziel zu erreichen. Ab und zu muss etwa eine Armbrust ganz genau positioniert werden, damit der Pfeil an genau der richtigen Stelle ein anderes Objekt trifft oder als Brandgeschoss auf dem Weg mehrere Kerzen anzündet, die absteigend angeordnet sind. An anderen Stellen sind solche genau zu platzierenden Werkzeuge schon fest vorgegeben und man muss sich nur noch um den "Rest" kümmern. Welche der zahlreichen Bauelemente verwendet werden können, ist vom Leveldesigner vorgegeben und die Anzahl dabei in der Regel sehr übersichtlich gehalten.

Trotzdem gilt es die insgesamt ca. 150 Elemente zu beherrschen und deren Anwendungsmöglichkeiten zu kennen. Von unterschiedlichen Bällen und Kugeln, Kisten, Körben, Wänden, Seilen, Haken, Gewichten über unterschiedlichste Maschinen, Apparaturen und elektrische Anlagen bis hin zu Robotern, Lasern, Zeitschaltuhren, Sprengstoffen und Rohrsystemen wird für den Hobbybastler eine unglaublich breite Platte geboten. Die Entwickler haben sich hier sichtlich ausgetobt und die Variationsmöglichkeiten im Vergleich zu den ersten drei Crazy Machines-Ablegern sehr stark ausgebaut. Es gibt nicht nur ein gerades Brett, sondern auch unterschiedliche, schräge / gewellte Planken, welche beispielsweise auch 180°-Drehungen ermöglichen. Sehr schön ist auch, dass es in vielen Anwendungsbereichen mehrere Möglichkeiten gibt. Es gibt diverse Lampen, zahlreiche unterschiedliche Stromquellen und eine umfangreiche Palette an Sprengstoffen. Bei Rohrsystemen gibt es Ventile, Düsen, Sauger und Endstücke sowie vorgefertigte Teile einer Gruppe, um auch sehr ausgefallene Puzzle einigermaßen leicht lösbar zu machen oder einen groben Weg vorzugeben. Bis der Spieler wirklich alle 150 Aufgaben gemeistert hatte, in allen Experimenten eine Gold-Medaille sein Eigen nennt, alle Bonusaufgaben gemeistert und sämtliche Bauelemente freigeschaltet hat, vergeht sehr viel Zeit.

Crazy Machines 2 ist ein wunderbares Spiel für lange Winterabende und bietet extrem viel Spiel fürs Geld. Um zudem in den Genuss aller 150 Experimente zu kommen gilt es unterschiedliche "Zwischenziele" zu erreichen. Um etwa ins 12. Kapitel, die Aztekenwelt, zu kommen müssen alle Experimente von Kapitel 1 bis 11 gelöst worden sein. Um in den Genuss der letzten 10 Experimente zu kommen, müssen die 140 Aufgaben davor alle mit Gold, sprich inklusive Sekundärziel, gemeistert werden. Für Langzeitspaß ist auf jeden Fall gesorgt.

Physik zum Anfassen

Eine große Änderung wurde bei der Optik vollzogen. Crazy Machines 2 hat einen komplett neuen, überarbeiteten Anstrich bekommen. Mehr Polygone, mehr Details und bessere Physik lautet die Devise. Gerade wenn die Maschinen laufen, Kettenreaktionen starten und Vasen oder Glasscheiben in zahlreiche Einzelteile zerbrechen, lässt der Titel seine Muskeln spielen. Schade ist dabei nur, dass sehr viele Details in der normalen (rausgezoomten) Ansicht gar nicht oder nur schlecht zu erkennen sind. Auf der höchsten Zoomstufe sieht es dagegen wunderbar aus, aber vom eigentlichen Experiment bekommt man wenig mit. Was beim Knobeln ab und zu ein wenig gestört hat, waren die Hintergründe und Dekos bei den Experimenten. Statt nur auf einem schlichten Reißbrett das Experiment zu planen, gibt es in Crazy Machines 2 zahlreiche unterschiedliche Settings. Mal befindet man sich in einem Gebäude, vor einer Eiswand oder hat Schilfrohre als Hintergrundbild. Dazu ab und zu kleine Details, wie Fenster, Eiszapfen und andere Objekte. Diese schmücken den Hintergrund zwar nett aus, aber gerade zu Beginn ist es dadurch teilweise schwieriger, wichtige von unwichtigen Teilen zu unterscheiden. Während die Soundkulisse recht stimmig ist, die Gegenstände passende Geräusche verursachen und auch der Professor gut verständliche Anweisungen gibt, ist der Soundtrack auf Dauer ein wenig nervig. Diesen kann man jedoch auch ausschalten.

Die Bedienung von Crazy Machines 2 geht durchweg sehr gut von der Hand. Es gibt zahlreiche Infopopups, Erklärungen und sehr detaillierte Zielbeschreibungen. Auch die Menüs sind gut strukturiert und Hotkeys sorgen dafür, dass man nicht für jede Kleinigkeit, wie etwa Gegenstände drehen / kippen, den jeweiligen Button anwählen muss. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es aber trotzdem. So wäre es schön, wenn man sich die Ziele, die einem am Anfang farbig hervorgehoben werden, auch später noch einmal anzeigen lassen kann, ohne das Experiment komplett neu starten zu müssen. Der mitgelieferte Editor ist zudem zwar sehr leistungsstark, aber für Einsteiger und Gelegenheitsspieler könnte die Dokumentation, wie man Missionsziele/-Bedingungen erstellt, besser erklärt werden. Hier ist sehr viel ausprobieren gefragt. Zudem fehlt ein Button, dass man am Ende eines gelösten Experiments dies noch weiter überarbeiten und nicht nur ansehen kann. Bei Kabeln und Seilen wäre es auch benutzerfreundlicher, wenn man automatisch das nächste in der Hand hat, statt dies erst wieder über den "Teilebereich" auswählen zu müssen.

Meinung

Auch mit besserer Optik, schönerer Physik und neuen Aufgaben hat sich Crazy Machines 2 nicht vom süchtig machenden Spielprinzip der Vorgänger abgewandt, sondern setzt primär auf viele Detailverbesserungen. So gefällt es insbesondere, dass die Community nun direkt ins Spiel verzahnt wurde und Nachschub per Knopfdruck auf die Festplatte kommt. Dank leistungsstarkem Editor kann auch jeder selbst dafür sorgen, dass der Nachschub so schnell nicht versiegt. Die über 150-Kopfnüsse sind zudem Spaß für Wochen. Die Entwickler haben sich sehr unterschiedliche Aufgaben ausgedacht, abwechslungsreiche Ziele eingebaut und motivierende Sekundärziele implementiert. Was den Spaß trübt sind überwiegend Kleinigkeiten, die hier und da ein wenig hindern, stören oder ausbremsen. Ansonsten kann man nur sagen: Wer die Vorgänger mochte, kann ohne Bedenken zugreifen. Alle anderen sollten schleunigst einen Blick auf die Knobelreihe werfen, die nicht umsonst in der aktuellen Fassung für den Entwicklerpreis 2007 nominiert wurde. Hier ist Köpfchen statt schneller Mausfinger gefragt.


Geschrieben am 04.12.2007, Testkonfiguration: AMD X2 6000+, 4GB, GeForce 8800GTS, SB Audigy2ZS
 



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