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Crazy Machines  


Info
Autor 2
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 2.5
 1.5
Gesamt (72 votes) 1
 1.1
 1.9
 1.7
Name:Crazy Machines - Die Erfinderwerkstatt
Genre: Puzzle/Knobel Action
Produkt: Vollversion
Release: 2004/01
Publisher: Pepper Games
Entwickler: Fakt Software
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 800Mhz, 128MB RAM, 32MB 3D-Karte D3D, HD 60 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Crazy Machines - Die Erfinderwerkstatt (review von nali_warcow)

Wer sich noch an die Zeiten erinnern kann, in denen man unter DOS mühseligst konventionellen Speicherplatz eingeteilt und sich mit den unterschiedlichsten EMS und XMS Konfigurationen rumgeärgert hat, der wird das Spiel "The Incredible Machine" (Kurz TIM) eventuell noch kennen. 1993 ließ Dynamix die Köpfe so mancher Spieler ordentlich glühen bei der Konstruktion von außergewöhnlichen Maschinen, um ein bestimmtes Ziel im Level zu erreichen, wie etwa eine Katze in den Abgrund schupsen. Neben einem AddOn ("The Even More") und zwei Nachfolger 1994 und 1995 gab es auch eine Comicvariante namens "Sid & Al's Incredible Toons", in der es mitunter alles andere als zimperlich zwischen den beiden Helden "Sid" und "Al" zuging. Lange Zeit war Ruhe in Sachen Denkspiele dieser Art, doch Mit "Crazy Machines - Die Erfinderwerkstatt" will FAKT-Software eine zeitgemäße Neuauflage des Klassikers TIM auf den PC bringen. Aber reicht das, in Verbindung mit zeitgemässer Graphik und einer Physikengiune, um einen Klassiker in neuem Glanz erscheinen zu lassen? Bleibt das geniale Spielprinzip erhalten? Das soll das Review klären.

Wer nun meint, für so ein Game gebe ich doch keine 45€ aus, der - und alle anderen natürlich auch ;) - kann sich freuen, dass Crazy Machines für 10€ zu haben ist. Natürlich darf man dann auch bei der Ausstattung nicht zu viel erwarten. Neben der Spiel-CD liegt daher nur eine Schnellstartanleitung (Doppelseitig) dem Spiel in gedruckter Form bei. Das Handbuch befindet sich als PDF-Datei im Spieleverzeichnis.

Worum geht es / Beispiele

Wer noch gar nichts von Spielen wie TIM oder eben Crazy Machines gehört hat, hier eine kurze Erklärung. In jedem "Level" gilt es eine Maschine zu bauen, so dass man die gestellte Aufgabe damit meistern kann. Beispielsweise soll ein Basketball in die rechte untere Ecke des Bildschirms gebracht werden. Am Anfang sind nur einige Teile der Konstruktion (u. a. natürlich der Ball) auf dem Bildschirm und keins dieser Teile lässt sich verschieben, etc. Dem Spieler stehen nun jeweils eine Reihe an zusätzlichen Teilen zur Verfügung, wie z. B. Wippen, Schalter, Förderbänder, etc. womit eine funktionierende Apparatur erstellt werden muss. Sind dann Schalter, Kabel, Wippen, Rampen, etc., platziert, kann die Maschine gestartet werden. Beispielsweise fällt dann der Ball auf den Schalter, dadurch bekommt der Generator Strom und bewegt das Förderband auf dem sich eine brennende Kerze befindet. Die Kerze erhitzt den Kessel und der Dampf wird durch Rohrleitungen weitergeleitet, der Dominostein fällt runter und löst eine Kettenreaktion aus, welche schließlich den Basketball einen kleinen Stoß verpasst, so dass dieser die Rampe runter in die Ecke rollen kann. Aufgabe erledigt. Nicht immer gelingt es einem natürlich gleich beim ersten Start der Maschine die Aufgabe zu meistern, doch man kann jederzeit abbrechen und die Konstruktion verändern und neu starten. Damit alles nicht zu kompliziert wird, wird nur in 2D konstruiert, räumliche Tiefe gibt es nicht.

Aufgabenübersicht

Ingesamt 102 Missionen bietet die Vollversion. Dazu gibt es einen Editor um selber Aufgaben zu gestalten und mit Freunden per Diskette, Mail oder Internet zu tauschen. Angekündigt ist ebenfalls ein kostenloses AddOn mit etwa 40 weiteren Leveln. Am Anfang wird der Spieler auch erst einmal behutsam in das Spiel eingeführt und es werden thematisch die einzelnen Maschinenkomponenten vorgestellt. Mal wird etwas über mechanische Zusammenhänge in den Missionen geübt, danach kommt die Elektrik dran, etc. Oftmals gilt es hier nur das nach zu bauen, was in ähnlicher Form (eventuell spiegelverkehrt) schon vorhanden ist, um das richtige Gefühl dafür zu bekommen. Im späteren Verlauf gilt es dann alle Objekte miteinander zu kombinieren, um die Missionen möglichst schnell zu lösen. Allerdings liegen hier auch die beiden Hauptprobleme des Spiels. Zum einen gibt es keinen durchgängigen (ansteigenden) Schwierigkeitsgrad im Spiel. Selbst die Level in den 80igern spielen sich genauso leicht/schwer, wie um die 30iger. Mitunter schafft man 4-5 Level innerhalb weniger Minuten und sitzt dann an einer Aufgabe sehr, sehr lange. Doch dies alleine nicht deshalb, weil sie zu kompliziert ist, sondern weil mitunter recht "abwegige" Aktionen bzw. nur ein bestimmter "Trick" vollführt werden muss. (In Mission 68 muss man beispielsweise darauf kommen, einfach die Gewichte an den Ballons über Kreuz zu verknoten oder aber, dass man eine Kiste in die Luft schleudern muss, indem man diese zwischen zwei Förderbänder rutschen lässt (-> verkeilen und dann schräg nach oben geschleudert wird). Etliche Aufgaben lassen sich auch nur mit viel Glück bzw. Mühen lösen, da es sehr oft darin ausartet, Objekte pixelgenau auszurichten. Da hat man eigentlich die Lösung, aber man braucht trotzdem 20 oder mehr Versuche, bis auch der letzte Ball pixelgenau richtig liegt. In manchen Fällen hat man die Lösung zwar, aber da man die Objekte um wenige Pixel falsch gesetzt hat, sieht es so aus, als wenn es so nicht möglich wäre. Ein sehr gutes Beispiels dafür ist Mission 86, wo es gilt, mit mehreren Kisten eine Art Brücke zu bauen, die jedoch - dank der Physikengine des Spiels - schneller und leichter zusammenbricht, als man glaubt. Hier bleibt nichts anderes übrig, als nach und nach die Kisten pixelweise zu versetzen, bis diese hält. Aber auch Mission 98 erfordert irre langes Ausprobieren. Ansonsten sind die Aufgaben zwar nicht so abwechslungsreich (Bringe Gegenstand X dorthin / Starte dies), doch die Gestaltung der Aufgaben ist recht variationsreich und konzentriert sich überwiegend auf ein "Problem", welches beseitigt werden muss. Wie kann ein Loch überwunden werden oder aber man muss es schaffen, eine Aktion NICHT eintreten zu lassen. Mitunter haben die Designer aber um einige Ecken zu viel gedacht und so manche Aufgabe lässt sich auch deutlich leichter lösen, als dies beabsichtigt scheint. So muss man in Level 58 nur einen von etwa zehn Magneten an die Scherenspitze heften, so dass sich diese nicht mehr schließen kann und die Mission ist geschafft. Am unteren Bildschirmrand ticken noch zwei Counter. Je schneller man die Aufgabe löst und je weniger Teile man benötigt, um so mehr Punkte bekommt man. Allerdings hat man keinerlei Vor- oder Nachteile davon, sondern eher nur eine Art persönliche Bestleistung (ohne Highscoretabelle) und sobald man das Spiel beendet bzw. manuell einen andern Level auswählt wird der Counter zurückgesetzt.

Wippe bis Würstchengrill

Insgesamt gibt es zehn unterschiedliche Kategorien an Gegenständen, welche man in den Missionen einsetzen muss und im Editor jeweils in begrenzter Anzahl verwenden kann. Zum einen gibt es sechs unterschiedliche Bälle (Vom großen Wasserball bis zur Stahlkugel), in der Kategorie Dampf kann man mit Hilfe des Dampfkessels (benötigt Wärmezufuhr) kann man über unterschiedliche Rohrleitungen eine Dampfmaschine betreiben. Aber auch verschiedene Stromutensilien wie Steckdose oder Schalter (Muss betätigt werden) können mit Hilfe von Kabeln und Maschinen dazu benutzt werden, diverse Förderbänder, Zahnräder und einen Hammer per "Band" zu betreiben. Auch Solarzellen, Lampen und allerlei brennbare Sachen wie unterschiedliche Kerzen, Dynamit, Zündschnur, Kanone, Rakete, Lötlampe, Kolben oder Würstchengrill warten auf den Bastler. Neben Blasebalg, Windmühle und Fähnchen gibt es auch eine umfangreiche Seilkategorie. Schere, Wippe, Armbrust, Käfig, Eimer und Gewicht können miteinander verknotet werden. Des weiteren warten auf den Spieler eine Lupe (zum Entzünden von Kerzen, Zündschnüren, etc.), Taschenlampe, Kisten, Dominosteine, Magnet, Trampoline und Rampen. Einige Gegenstände können auch noch, wie z. B. bei Kanone oder Wippe der Winkel, justiert werden.

Die Engine

Die Grafik des Spiels braucht sicht nicht zu verstecken. Alle Objekte wurden sehr detailliert und mit viel Liebe zum Detail entworfen. Mit FSAA und Schatten sieht es wirklich sehr überzeugend aus. Dank der Physikengine verhalten sich die Objekte sehr genau, wenn auch manchmal etwas zu viel für den Spieler, wenn beispielsweise eine Kugel permanent immer irgendwann runterrollt (obwohl man es nicht will) oder aber beim Stapeln von Kisten. Die Effekte sind auch ordentlich und beim Strohmunterbrecher fliegen Funken, die Kabel und Seile hängen bzw. bewegen sich beim Plazieren glaubhaft hin und her. Optionsmäßig gibt es wenig zu meckern, durch diverse Einstellungen lässt sich das Spiel gut an die eigene Hardware bzw. Wünsche anpassen. Wem die Grafik in der normalen Ansicht noch nicht gut genug ist, der kann auch jederzeit zoomen und sieht dann erst so manche Details.

Akustische Untermalung

Viel Sprachausgabe gibt es im Spiel nicht, da ist lediglich der Professor, der einen mit seinen Sprüchen jedoch schon nach einiger Zeit mächtig auf die Nerven geht ("Ob das Geht"? "Na das bist du am Überlegen?" etc.) Doch zum Glück kann man diesen auch in den Optionen abstellen und sich auf das Spiel konzentrieren. Wem die Musik in den Missionen auf Dauer - insbesondere wenn man länger an einer Aufgabe sitzt - auf die Nerven geht, der darf diese auch ausschalten oder aber eine Audio-CD einlegen.

Handhabung

Die Steuerung ist leider nicht ganz so optimal wie die Grafik gelungen. Insbesondere wenn man Teile drehen, etc. will, sollte man lieber zur Tastatur greifen, als die kleinen etwas zu dicht gedrängten Icons um das Objekt anzuklicken. Etwas mühselig ist es auch, wenn man mit Bändern/Zahnrädern arbeitet. Hier wäre eine bessere Auswahlmöglichkeit zwischen Objekt und Verbindung (Band/Seil) erfreulich gewesen. Ab und zu kommt man auch leicht ins Schleudern, weil sich Zahnrädern, Rohre, etc. an einer Art Raster ausrichten und an geeignete Objekte "angezogen" werden. Hier wäre mitunter an einigen Stellen des Spiels eine genauere manuelle Ausrichtung besser gewesen und ab und zu ist es beim Testen auch vorgekommen, dass Zahnräder nicht automatisch "gefasst" haben und man nachjustieren musste. Zur leichteren, pixelgenauen Positionierung kann man auch jederzeit (auch wenn das Experiment läuft) in den Zoommodus wechseln. Aber sobald man erst einmal eine Weile gespielt hat, hat man sich an diese kleinen Schwächen gewöhnt und kommt mit der Steuerung klar. Etwas blöd ist es, dass es keine Sicherheitsabfrage gibt, wenn man alle Teile zurücksetzt.

Meinung

So sieht also ein alter Klassiker in der nächsten Generation aus? Gar nicht mal schlecht. Bis auf Frust bei einigen Aufgaben, wo es mehr auf Glück bzw. das sehr genaue Platzieren der Gegenstände angekommen ist, hat mich eigentlich nur gestört, dass es keinen ansteigenden Schwierigkeitsgrad gibt. Selbst in den späteren Leveln lassen sich einige Aufgaben ruckzuck hintereinander lösen. Zwar waren bei TIM die Aufgaben bzw. Maschinen komplexer, doch hier konzentriert man sich auf eine Aufgabe und hat nicht zwei oder mehr Ziele pro Level, was insbesondere bei genauer Platzierung keinen Spaß mehr gemacht hätte. Die Auswahl an Objekten ist umfangreich, wenn es auch viele weitere Möglichkeiten gäbe (Wer TIM 1 bis 3 kennt, weiß was ich meine), doch eventuell bekommt man ja Nachschub in Form eines Nachfolgers oder AddOns. Kleine Mankos bei der Steuerungen können den Spielspaß nicht lange trüben, da hat man sich schnell angepasst und man tüftelt lieber an der nächsten Aufgabe oder entwirft selber welche bzw. lädt sich welche aus dem Netz runter. Die Grafik ist über jeden Zweifel erhaben und es fehlt eigentlich nur noch ein Mehrspielermodus, doch für 10€ bekommt man auch so eine ganze Menge geboten. Wer sich noch immer nicht sicher ist, der sollte einfach mal in die 7-Level-Demo reinschauen ob seine kleinen grauen Zellen damit klarkommen. Es lohnt sich auf jeden Fall neben den dauernden Shootern oder ähnlichen Strategie und Rollenspielen mal Abwechslung zu haben. Wenn man ein Mal an einem Level sitzt, dann will man nicht mehr aufhören und bis zum Ende sind gut 10 bis 15 Stunden oder mehr (Kommt darauf an, wie lange man bei den "kniffligen" Aufgaben braucht) vergangen und das ist mehr Zeit, als bei vielen Vollpreisspielen.


Geschrieben am 15.02.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, Geforce 4, SB Live 5.1
 



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