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Contract J.A.C.K.  


Info
Autor 3+
 2.5
 1
 1.5
Gesamt (19 votes) 3+
 1.5
 0.9
 1.2
Name:Contract J.A.C.K.
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2003/11
Publisher: Vivendi Games
Entwickler: Monolith
Offiz. Sites: Game
Links: NOLF-Girl
Hardware: 733Mhz, 256MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 2000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX8
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: ja
Serie: ja
Patch: 1.1
USK: 16
Contract J.A.C.K. (review von ronin)

Leise still und heimlich kommt es daher - das AddOn zu einem der schönsten Shooter überhaupt. Contract J.A.C.K setzt auf ungewöhnliche Weise den humorigen Schleichshooter No One Lifes For Ever 2 (NOLF2) fort und befasst sich eher mit der "Haudrauf-Seite" des Agentenlebens. Nachdem der erste Teil um Cate Archer von vielen Magazinen zum Spiel des Jahres 2001 gekürt wurde, konnte der zweite Teil diesen Erfolg nicht fortsetzen. Die Gründe hierfür sind mir schleierhaft, wurde doch die Reihe ebenso humorig und atmosphärisch fortgesetzt. Mit der Charakterentwicklung als nettes Gimmick und der neueren Generation der Lithtech-Engine konnte auch nicht von einem lieblosen Abklatsch gesprochen werden. Selbst die Printmags vergaben Höchstnoten und lobten den Titel - zu recht wie ich finde - als würdigen Nachfolger. Man kann nur hoffen, dass die kürzlich veröffentliche Game of the Year-Edition von NOLF1, mit komplett deutscher Synchronisation, das Cate-Fieber wieder ankurbelt. Wie sich das ADDon mit seiner serienuntypischen Spielweise und der Pendant-Story spielt, soll der Test zeigen. Vorab wie immer ein paar Worte zur technischen Umsetzung.

Grafik:

Als Grafikengine kam die aus NOLF2 bekannte Engine zum Einsatz, weswegen man keine Präsentationshöhenflüge a la Halflife2 und Konsorten erwarten darf bzw. sollte. Die Texturen sind hübsch aber nicht außergewöhnlich, was auch für die Charaktermodelle und Grafikeffekte gilt. Nichtsdestotrotz wirkt die Spielumgebung stimmig, glaubwürdig und erfüllt damit seinen Zweck ;-). Verbesserungen zum Hauptprogramm konnte ich jedoch keine feststellen. Lithtech-typisch werden Außenareale genauso problemlos, wie enge Gewölbe, dargestellt. Unverzeihlich bleiben jedoch die häufigen Performanceeinbrüche, wenn man den Fehler macht, alle Details auf Maximum zu stellen. (sei es aus leistungstechnischer Rechnerüberschätzung, oder dem blauäugigen Glauben, ein theoretisch 1 Jahr altes Spiel mit maximalen Details flüssig spielen zu wollen) Meine nagelneue Radeon 9800 hatte selbst nach dem Runterschalten der Auflösung auf 1024*768, vor allem in Außenlevels, erheblich zu kämpfen. Besonders das Abschwächen der Schattendarstellung schafft hier Abhilfe. Ich weiß nicht ob es an den vielen Scripten (an der Gegner K.I. kann es definitiv nicht liegen ;-)), oder einer Nichtoptimierung für ATI Karten, liegt, aber für ein Spiel mit einer relativ alten Engine ist dieses Geruckel unverzeihlich.

Sound und Musik:

Auch hier hat sich nicht allzu viel verändert. Die Hintergrundmusik orientiert sich am Agentenflair der sechziger Jahre und setzt die humorige Atmosphäre der beiden Vorgänger nahtlos fort. Über das realistische Maschinengewehrgeratter gibt es auch nichts zu meckern, nimmt dieses Geräusch in J.A.C.K doch den Großteil der Soundkulisse in Anspruch. Positiv auch wieder die tolle Sprachausgabe. Alle Dialoge wurden mit professionellen Sprechern vertont und haben durch die gleiche Besetzung wie in den Vorgängertiteln Wiedererkennungswert. Während des Spielens werden immer wieder Dialoge eingespielt, sei es durch Telefone oder versteckte Lautsprecheranlagen, welche durch witzige Kommentare die Atmosphäre aufbauen. Es lohnt sich immer wieder zwischen den häufigen Feuergefechten den Dialogen der Gegner zu lauschen. Mein persönlicher Favorit war der verrückte Wissenschaftler, der durch den langen Aufenthalt auf der Raumstation nach leckeren Pfannkuchen bettelt und zwischendurch unser hoffentlich baldiges Ableben herbeiflucht ;-).

Steuerung:

Bleibt abschließend noch die Steuerung, die genretypisch nicht unbedingt erklärt werden muß. Das einzig Auffallende ist die Autoaim-Funktion, die vor allem bei den Fahrten mit dem Schneemobil und dem Vesparoller positiv auffällt. Anders wäre bei den Fahrzeugen ein Zielen gar nicht möglich, weil nur nach links oder rechts gedreht werden kann und damit Gegner auf Hügeln nicht anvisiert werden könnten. Stellt diese Zielhilfe in diesem Bereich eine große Bereicherung dar, so wird sie im normalen Shootermodus zum legalen Cheat. Wer auch nur ein wenig Spaß mit dem kurzweiligen Ballerspielchen haben möchte, der sollte diesen Modus durch das Drücken der Taste B (Standardeinstellung) deaktivieren. Das Programm visiert sonst die empfindlichen Stellen der Gegner automatisch an und macht das Ballern zu einem Kinderspiel. Diese Funktion, da abschaltbar, bietet natürlich keinen Grund zur Kritik, erlaubt sie doch auch Genreeinsteigern einen flüssigen Spielverlauf, aber man hätte als Standardeinstellung das Autoaim lediglich bei den Fahrzeugen aktiviert lassen sollen. Abschließend noch ein Wort zum manuellen Zielen. NOLF-typisch wirkt das Fadenkreuz mit den Standardeinstellungen immer etwas schwammig und ungenau. Meistens müssen hier nur Maussensivität und Grafik an den Rechner angepaßt werden und das Problem ist behoben.

Ausstattung:

Die karge Ausstattung der heutigen Spiele macht es meiner Meinung nach nötig, auf diesen Aspekt einzugehen. J.A.C.K stellt hier ein zweischneidiges Schwert dar. Einerseits wurde auf ein Handbuch in der DVD-Packung komplett verzichtet, mit dem Hinweis sich das als PDF-Datei beiliegende anzusehen. Andererseits kommt das Stand-alone-AddOn (nur in der Deutschen Version) mit dem eigentlichen Hauptprogramm NOLF2 daher. Für den Preis von etwa 30-35 € eine sehr lohnende Anschaffung.

Gameplay:

Die Story von J.A.C.K spielt kurz vor den Ereignissen von NOLF2. In der Rolle von John Jack, seines Zeichens Auftragskiller, soll man für den Erzfeind von Cate Archer, Volkov, einen verrückten Wissenschaftler, aus einer Raumstation befreien. Der Rollentausch von gut auf böse schlägt sich dann auch im Gameplay nieder. Während Cate so lange wie möglich unentdeckt durch die Levels geschlichen ist, ballert sich John von einer Gegnermasse zur nächsten. Ärgerlich sind hierbei die ständig "herbeigezauberten" Feinde, die per Scriptszene in den Level gebeamt werden. Nach spätestens drei Levels entwickelt man ein Gespür für diesen Beameffekt, denn der Rechner lädt einen Sekundenbruchteil und ruckelt leicht. Ein hervorragendes Frühwarnsystem - der Atmosphäre leider vollkommen abträglich. Dem Spielprinzip angepaßt wurden auch die vielgeliebten Secrets in Form von Geheimdokumenten. Nicht nur, daß diese Notizzettelchen lustig zu lesen waren, sie brachten in NOLF2 auch zusätzliche Erfahrungspunkte, um Kates Eigenschaften aufzuwerten. In J.A.C.K fehlt beides - die Secrets und die Charakterskillung. Maximal zwei Secrets sind jetzt noch im Level zu finden und bringen zusätzliche Munition oder Healthpacks. Ganz verstehen kann ich diesen Schritt seitens der Entwickler nicht, waren doch diese kleinen Nebenaufgaben immer zusätzliche Motivation und brachten Atmosphäreboni. Auch der Einsatz von technischen Spielereien wie dem Schweißgerät oder unterschiedlicher Munition wurde gestrichen. Der Levelaufbau ist abwechslungsreich, was auch für die Locations gilt. Auf der Raumstation zum Beispiel, kann, nachdem man einen Raumanzug gefunden hat, auf dem Mond herumspaziert werden, oder man wechselt plötzlich von den tristen Korridoren in den botanischen Garten der Station. Nach der Explosion der Station schwebt man im All und muß mit seiner Laserkanone gegnerische Agenten ausschalten, während man in einer vorberechneten Bahn immer weiter Richtung Sonne treibt. Auch die kurzen Fahrten mit dem Schneemobil sind spaßig und bringen Abwechslung. War es in NOLF2 das quietschende Dreirad mit dem Kate den Gangstern einheizen mußte, so ist es in J.A.C.K die italienische Kampfvespa - ein kleiner, häßlicher, roter Roller mit zwei MGs am Bug. Teilweise kommt neben dem Klickfinger auch der Kopf zum Einsatz, wobei Ersterer nicht vernachlässigt wird. Zum Beispiel muß eine Rakete in der richtigen Reihenfolge startklar gemacht werden. Ausrichten - ballern - betanken - ballern - mit dem richtigen Schlüssel starten - ballern- einsteigen. Die Actionballerei macht trotzdem Spaß. Auch wenn vom großen Vorbild wenig übrig bleibt, so kommt durch die humorige Aufmachung altes NOFL-Flair auf. Überall hängen Bilder mit Anspielungen auf das Hauptprogramm und Agentenfilme der 60ziger. Selbst Cate sieht man kurz im Vorbeifahren am Straßenrand stehen. Auch die schon erwähnten eingespielten Dialoge zwischen den Gangstern sind erstklassig. Alles in allem kommt die Atmosphäre in J.A.C.K aber nicht an das Original heran. Es wirkt eher wie ein Schatten dessen, was Cate Archer im zweiten Teil erlebte. Daran Schuld ist hauptsächlich das tumbe Spielprinzip, das stark an die Serious Sam Teile oder Will Rock erinnert und die etwas lahme Story. John bekommt einen Auftrag von Volkov und den zieht er als genretypische Odyssee durch. Der Bezug zum Charakter fehlt leider etwas und man entwickelt keine Beziehung zu Rauhbein John Jack. Nach knapp fünf Stunden sollte jeder halbwegs shooterbegabte Spieler, auch ohne Zielhilfe, am Ende angelangt sein. Nichtsdestotrotz macht es Spaß durch die Levels zu rennen, zu ballern und ein wenig in NOLF-Erinnerungen zu schwelgen.

Multiplay:

Der spaßige kooperative Modus aus NOLF2 fiel im AddOn dem Rotstift zum Opfer. Stattdessen kommen die üblichen Modi, wie Deathmatch oder dessen Teamvariante zum Einsatz. Der mitgelieferte Editor erlaubt außerdem das Erstellen und Modifizieren der Maps, wodurch kein Kartenmangel aufkommen sollte.

Fazit:

Es fällt nicht gerade leicht eine uneingeschränkte Empfehlung für das doch recht lustige AddOn auszusprechen. NOLF Fans werden von dem Ballerprinzip mehr als abgeschreckt sein, wobei ich hier nur empfehlen kann über den eigenen Schatten zu springen und sich auf das lockerflockige Geballer einzulassen. Es lohnt sich schon allein wegen des serientypischen Humors und der Parallelen zur Hauptstory, die eingespielten Pfade zu verlassen. Serious Sam Fans können ohne Nachdenken zugreifen, bekommen sie doch die Möglichkeit, das beigelegte Hauptprogramm NOLF2 zu spielen. Leider hat mir Monolith zu viele Abstriche im Gameplay gemacht - die Streichung der Secrets und des Charaktersystems ist unverzeihlich. Auch aus der zähen Story hätte mehr gemacht werden können. Dass es die Entwickler besser können haben sie mit den beiden Vorgängern bewiesen. Es kommt leider der Verdacht auf, mit Hilfe des bekannten Namens, an leicht verdientes Geld zu kommen. Wie man an prominenten Serien der letzten Zeit sehen konnte (Commandos3; Tomb Raider 6; Deus Ex2) kann so etwas schnell nach hinten losgehen. Eine 3+ bekommt das AddOn um den sympathischen John trotzdem, weil es einfach Spaß macht mit ihm durch die schönen Levels zu ballern.


Geschrieben am 24.12.2003, Testkonfiguration: AMD2400+,Radeon 9800, 1024MB Ram, SB Audigy
 



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