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Rückseite ]

Info
Autor 2+
 2
 1.5
 3
Gesamt (43 votes) 1
 1.8
 1.5
 2.7
Name:Condemned - Criminal Origins
Genre: Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2005/12
Publisher: Sega
Entwickler: Monolith
Hardware: Xbox360
System: Xbox360
Sprache: Deutsch/Englisch
zensiert: nein
Serie: ja
Bemerkung: offiziell nicht in Deutschland erhältlich/ auch für PC Version
USK: 18
Condemned - Criminal Origins (review von nali_warcow)

Gewalt in Computerspielen bewegt weltweit die Gemüter. Doch abgesehen von einem hysterischen Anwalt in den USA ist es insbesondere Deutschland, in dem die "Killerspieldebatte" hoch im Kurs steht. Hier wird lieber drei mal hingesehen, vier mal geschnitten und am Ende indiziert, statt es wie bei den europäischen Nachbarn zu handhaben: Alterseinstufung und gut ist. Während in Europa so manches Spiel als unbedenklich ab 15/16 Jahre geeignet angesehen wird, sehen deutsche Jugendschützer und Kontrollbehörden teilweise rot. Jüngstes Beispiel für ein mehr als kurioses Vorgehen der Behörden ist das Spiel "Condemned: Criminal Origins" von Monolith. Statt dem Spiel einfach eine 18-Einstufung zu verpassen, so dass es rechtlich gesehen ausschließlich von volljährigen Spielern gekauft werden kann, bekommt das Spiel "Keine Kennzeichnung" und steht damit schon mit einem Fuß auf dem Index, weil die Indizierung jederzeit erfolgen kann. Was so böse am Spiel ist und weshalb es dennoch mehr als nur ein Killerspiel ist, soll das folgende Review zeigen.

Anfangs war Condemned ausschliesslich für die neue Xbox 360 angekündigt, erscheint nun aber mit etwas Verzögerung im April 2006 auch für den PC. Offiziell ist die Konsolenversion nicht im deutschen Handel zu bekommen. Mit der Xbox 360 wurde ein Alterskontrollsystem geliefert, so dass Eltern ein Schutzsystem auf USK-Basis aktivieren können. Dies hat jedoch zur Folge, dass auch jedes Spiel eine USK Einstufung benötigt, um offiziell in Deutschland veröffentlicht werden zu können. Condemned wurde jedoch die Einstufung verweigert und wird deshalb lediglich von Importhändlern und Fachgeschäften geführt. Die Importversion, bestehend aus englischer Anleitung und Sprache, dafür aber mit deutschen Texten, läuft jedoch problemlos auf der deutschen Xbox 360.

Auf der Suche nach dem Serienkiller

In Condemned: Criminal Origins schlüpft der Spieler in die Rolle des FBI-Agenten Ethan Thomas, dessen Probleme bei der Ermittlung in einem runtergekommenen Gebäude beginnen, in dem wieder jemand recht brutale, aber auch bizarre Art und Weise, umgebracht wurde. Vom Kollegen zum Tatort geführt, beginnt die Suche nach verwertbaren Spuren, die der Serienkiller hinterlassen haben könnte. Die Untersuchung wird jedoch jäh beendet, als die Ermittler bemerken, dass der Verdächtige wohl noch im Gebäude ist. Die Verfolgung beginnt und nach einigen unglücklichen Ereignissen wird Ethan nicht nur von allerlei unheimlichen Gestalten und wahnsinnigen Schlägern angegriffen, sondern verliert auch seine Dienstwaffe und muss mit ansehen, wie damit seine beiden Kollegen erschossen werden. Für die Vorgesetzen ist der Fall sonnenklar, wohingegen Ethan dazu gezwungen wird, unterzutauchen und selber den Mörder zu finden. Dabei stößt er nicht nur auf interessante Entdeckungen, Verwicklungen, sondern bekommt auch mit, dass er selber wohl über mehr als nur normale Fähigkeiten verfügt.

Präsentiert wird die Handlung in insgesamt 10 Kapiteln, die jeweils durch Einleitung- und Abschlussvideos die Handlung voranbringen. Die Hatz nach dem Killer wird dabei sehr spannend präsentieren. Bis zum Schluss erlebt der Spieler eine sehr atmosphärische Inszenierung mit unterhaltsamen und spannenden Momenten. Während die Einleitungs- und Abschlusssequenzen jeweils als Videos zu sehen sind, in denen sich auch mal der Protagonist zeigt, erlebt der Spieler in den Missionen alle Aktionen aus Sicht von Ethan und bekommt außerdem tatkräftige Unterstützung per Handy.

Im Vorbeigehen einige Beweise sichern…

Na was haben wir denn da? Es hat sich also gelohnt, der Flüssigkeitsspur zu folgen. Ethan steht in einem kleinen Raum, genau gegenüber dem Wohnblock, in dem sích auch seine Wohnung befindet. In bester Überwachungsart stehen hier ein Abhörgerät und ein Kamera hinter den dunklen Fenstern. Um sicher zu gehen, sollten gleich noch die Fingerabdrücke des Kerls genommen werden. Dazu einfach das Multifunktionsgerät gezückt und automatisch hat der Protagonist das richtige Werkzeug in der Hand. Nach einer kurzen Suche im Raum fällt der Blick durch das Suchgerät auf den unübersehbaren, großen Handabdruck am Tonbandgerät. Jetzt noch schnell anvisieren und der Abdruck kann gespeichert werden. Dank moderner Technik wird die Probe automatisch an die Zentrale übermittelt und die Partnerin in der Analyse meldet sich zu Wort. Nach diesen aufschlussreichen Informationen geht es dann an die Untersuchung der weiteren Räume, in denen noch interessante Entdeckungen warten. Doch plötzlich wird die Sicht dunkel, das Bild verzerrt und Ethan erlebt eine weitere Horror-Vision, die ihm zeigt, was hier im Raum passierte. Viel Zeit zum Nachdenken oder Verarbeiten des Erlebten bleibt jedoch nicht, da ein Schläger durch das Fenster springt und zum Angriff übergeht. Nun heißt es schnell das Untersuchungswerkzeug wegstecken und die eigene Waffe zur Hand. Doch bevor der Kerl eins mit der Eisenstange übergezogen bekommt, wird noch schnell der Elektroschocker abgefeuert. Während der Angreifer kurzzeitig gelähmt ist, bietet sich die Gelegenheit den einen oder anderen Treffer zu landen. Wenig später liegt er auf dem Boden und es kehrt wieder Ruhe ein. Doch nicht lange, die gesuchte Zielperson in orangefarbener Kleidung ist kurzzeitig zu sehen und flüchtet durch das Fenster, durch das der andere Schläger rein gekommen ist. Die Verfolgung beginnt. Durch das Fenster, den Gang entlang, durch eine ehemals verschlossene Tür, das Treppenhaus hinunter bis hin zu einem Bahnsteig, wo Mister X auf den Zug springt. Schnell hinterher, bevor dieser wieder entwischt. In letzter Sekunde erreicht Ethan das Ziel, während der Zug schon langsam aus der Station fährt. Allerdings dauert die rasante Fahrt durch die Tunnelanlagen nicht lange, schon ist der nächste Bahnsteig in Sicht. Zwar hält der Flüchtende den Zug nicht an, doch er ermöglicht es einem anderen Schläger, ebenfalls hinten aufzuspringen und sich Ethan vorzuknöpfen. Mit einer Hand an einem Griff und mit der anderen auf den Typ einschlagend, versucht der Held nicht Zugende zu fallen. Mit letzter Müh und Not fliegt der Gegner runter, reißt allerdings einen Teil des schmalen Trittbettes mit und Ethan musst sich angeschlagen und mit letzter Kraft wieder nach oben ziehen. Allerdings hat er die Rechnung ohne Mister X gemacht. Dieser ist inzwischen selbst zum Ende des Zuges gekommen und schlägt mit einem Feuerlöscher durch die Tür und schleudert den Agenten auf die Schienen. Die Sicht wird schwarz…

Nervenkitzel hoch 10

Bei Condemned handelt es sich nicht, wie man vermuten könnte, um einen weiteren simplen Action Shooter mit Horroreinlagen, sondern um ein Survival-Horrorspiel, in dem der Nahkampf ein entscheidender Bestandteil des Spiels ist. Wer also actionreiche Ballereinlagen, wie beispielsweise in F.E.A.R., erwartet wird enttäuscht. Auch die Gegneranzahl ist in den zehn Kapiteln eher gering. Zum Großteil schleicht der Agent durch allerlei verlassene Gebäude und lediglich zum Ende hin durch größere Außenareale. Wichtigstes Kennzeichen der Level ist die Dunkelheit. Egal ob der Spieler durch ein verfallenes Gebäude, eine fast verlassene U-Bahnstation, eine ehemalige Schule, ein runtergekommenes Kaufhaus oder eine abgebrannte Bibliothek schleicht, in der Dunkelheit lauern viele Gefahren. Nur in den seltensten Fällen warten die Feinde direkt im hellen Licht auf den Spieler und somit ihr Ende. Sehr häufig passiert es, dass die Feinde durch Löcher in der Decke, Fenster oder über Absperrungen hinweg auf einen zukommen. Manche Gegner machen dabei recht viel Lärm, andere sind deutlich leiser und schleichen sich von hinten an. In einigen Fällen warten die Schläger aber auch seelenruhig in einer dunklen Ecke und wer nicht genau hinschaut, hat den Typen auf der Sitzbank im Schatten eventuell gar nicht bemerkt. Gerade auch in Verbindung mit schwarz/weiß gehaltenen Visionen oder kurzen Zwischensequenzen tauchen einige Gegner auf. Da schwingt Ethan seine Beine über eine Absperrung und als er wieder nach oben schaut, steht ein Kerl vor ihm, so dass man zum ersten Mal in einem Videospiel vorwärts eine Rolltreppe runter fällt. (Sollte man mal erlebt haben. :-) ) Ebenfalls für eine sehr stimmig Atmosphäre sorgen Gegner, die einfach nur schnell das Licht ausschalten und dann verschwinden, oder Feinde, die erst etwas "zeigen-und-verstecken" mit dem Spieler spielen. Je länger jedoch gespielt wird - insbesondere am Stück - desto stärker nutzt sich das Gameplay von Condemned ab. Die Level sind durchweg streng linear aufgebaut und meistens geht es geradeaus weiter. Nur an einigen Stellen geht der Spieler auch mal einen Weg zurück oder hat etwas mehr in einem größeren Raum zu erledigen. Ärgerlich ist in dem Zusammenhang leider nur, dass verpasste Geheimräume oder zu findende Gegenstände (tote Vögel, Metallstücke und versteckte Xbox Konsolen), mitunter nicht mehr erreicht werden können. Da schlägt hinter einem die Tür unwiderruflich zu und verpasste Gegenstände wie Medipacks können ebenfalls nicht mehr aufgesammelt werden. Die Aktionen, die der Spieler tätigen muss, damit es weiter geht, sind überwiegend simpel gehalten. Es gilt einer Spur zu folgen, Hinweise zu finden, einen Schalter zu drücken oder einen Generator wieder anzustellen. Immer mal wieder stößt der Spieler dabei auf verschlossene Türen, die sich nur mit einer bestimmten Waffe, beispielsweise der Axt für Holztüren, öffnen lassen. Es kann zwar jederzeit frei gespeichert werden, allerdings geht es danach vom jeweils letzten Checkpoint weiter, an dem sowieso automatisch gespeichert wurde. Insgesamt sind die Punkte recht fair verteilt und die drei Schwierigkeitsstufen sollten für jeden Spielertyp eine gute Mischung aus Action, Spannung und Herausforderung bieten. Etwas schade ist da nur die Spielzeit, die durchaus beim einfachen flotteren Durchspielen bei unter 10 Stunden liegt und dann ein - wie sollte man es anders erwarten - offenes Ende präsentiert. Wer sich jedoch etwas genauer mit dem Spiel beschäftigt, alle Geheimräume und Gegenstände finden will und ordentlich Punkte für den Gamerscore sammeln will, wird deutlich mehr Zeit investieren müssen. Die Gegenstände sind mitunter recht gut versteckt und Auszeichnungen für beispielsweise Bewältigung eines Levels nur mit Nahkampfwaffen, ermutigen zum Erneuten spielen. Praktischerweise kann jeder Level direkt aus dem Menü angewählt werden, wenn dieser frei geschaltet wurde. Zusätzlichen zu den Actioneinlagen und "finde Schalter/ Gegenstand X", gibt es auch noch einige Untersuchungen, die Ethan in den dunklen Gebieten erfüllen muss. Da wollen Fingerabdrücke gesichert und verifiziert, Beweisaufnahmen gemacht und Blutproben genommen werden. Diese Untersuchungen sind allerdings sehr einfach und simpel gehalten. Blinkt eine entsprechende Anzeige auf, kann per Tastendruck genau der eine, richtige benötige Gegenstand aus der Tasche gezogen werden. Jetzt gilt es entweder die Kamera so zu positionieren, wie es die Pfeile angeben oder einen auffälligen Farbklecks zu suchen. Mit einem Tastendruck wird die Untersuchung jeweils abgeschlossen und direkt an das Labor verschickt. Überwiegend dienen diese Untersuchungen dazu, die Hintergrundgeschichte voranzutreiben und weitere, mysteriöse Infos zum Serienkiller X zu finden. Gerade bei der Untersuchung hätten sich doch einige Möglichkeiten mehr angeboten, als so ein simples Suchspiel.

Mit Rohleitungen, Pistolen, Äxte und Papierschneidern gegen die Unterwelt

Bei Condemned stehen, anders wie manche vielleicht vor dem Lesen des Reviews erwarten würden, nicht die Schusswaffen, sondern Nahkampfknüppel im Vordergrund. Ab und zu hat der Spieler zwar die Möglichkeit, in einem verschlossenen Schrank/ Safe eine Shotgun zu finden oder den Feinden mal eine Pistole oder Maschinengewehr abzunehmen, doch auch durch die sehr begrenzte Munition sind das nur kurzzeitige Hilfsmittel. Munition für die Waffen findet man nicht in den Leveln, sondern lediglich neue Waffe, die auch nur jeweils maximal ein volles Magazin besitzen (Shotgun mit beispielsweise sieben Schuss). Hält der Spieler in der einen Hand eine Waffe mit noch drei Kugeln und die auf dem Boden liegende hat noch zwei, so ist es nicht möglich, die Munition zu kombinieren. Da gilt es sich für eine Waffe zu entscheiden. Aber wenn der letzte Schuss abgegeben wurde, dann steht Ethan glücklicherweise nicht einfach nur mit leeren Händen da. Entweder wird mit dem Waffenkolben auf den Gegner eingeschlagen oder der Spieler schnappt sich einfach eine der vielen Nahkampfmöglichkeiten in der Umgebung, wie Holzbretter mit Nägeln, Rohre in unterschiedlichen Dicken/ Längen, Schilder, Schubladen, Äxte, Hämmer oder Papierschneider. Es gilt dabei jedoch, sich immer für eine Waffe zu entscheiden, mehrere können nicht aufgenommen werden. Als Hilfe gibt es jeweils entsprechende Angaben zu Schaden, Geschwindigkeit und Blockmöglichkeit der anvisierten Waffe im Vergleich zur aktuellen. Diese Infos sollten durchaus beachtet und im Hinterkopf behalten werden, wenn der Spieler im Kampf nicht schnell zusammengeschlagen werden will. Je nach Gegenstand muss entsprechend früh zum Block/ Schlag angesetzt werden. Ist der Block erfolgreich, dann taumelt der Gegner kurzzeitig und es kann in den Gegenangriff übergegangen werden. Aber auch mit schnellen Waffen lassen sich Gegner mit etwas Timing noch im Angriff erwischen. Für den Kampf werden somit nur recht wenig Tasten benötigt. Zusätzlich kann auch jederzeit in Richtung des Gegner getreten oder aber schon auf Entfernung mit dem Elektroschocker für kurzzeitige Lähmung gesorgt werden. Ab und zu passiert es auch, dass der Gegner angeschlagen auf den Boden sackt und dort einen Moment verschnaufen muss. Statt ihm einfach nur wieder eins mit dem Eisenrohr überzuziehen, bietet das Spiel vier unterschiedliche Finishing-Moves an, von denen der schnelle Genickbruch, sicherlich noch die harmloseste Variante ist. Neben den Waffen steht Ethan auch noch eine Taschenlampe zur Verfügung, die dauerhaft benutzt werden kann. Die Gegner selber haben recht unterschiedliche Verhaltensweisen. Einige sind eher schüchtern, während große Kerle bevorzugt direkt in den Angriff übergehen. Aber auch Flucht ist stellenweise für die Gegner eine Option, genauso wie Angriffe aus dem Hinterhalt, Ausweichmanöver und die Möglichkeit, sich selber neue Waffen zu schnappen. Beseitigt der Spieler beispielsweise zuerst den Feind mit der Shotgun und passt nicht genau auf, dann kann es durchaus passieren, dass sich ein anderer Gegner die nun herrenlose Waffe vom Boden nimmt und damit zum Angriff übergeht.

Spannung von der ersten bis zur letzten Minute

Auch wenn das Spiel stellenweise etwas Tiefe vermissen lässt, so trägt die Präsentation enorm viel zur bedrückenden und beängstigenden Atmosphäre bei. Da vergisst man schnell Möchtergerngruselspiele wie Doom oder F.E.A.R. (vom gleichen Entwickler!), wenn man in Condemned durch die düsteren Gemäuer geht, irgendwelche Geräusche zu hören sind und man nicht weiß, wo der nächste Gegner zuschlagen wird. Zwar könnte die eine oder andere Textur - insbesondere das Spielermodel - etwas mehr Details und Polygone vertragen, doch insgesamt weißt Condemned eine ganze Reihe an Details auf. Die Räume sind schön und abwechslungsreich texturiert und ausgestattet, von Wiederholungen bei Tischen, Stühlen, etc, abgesehen. Die Gegner sind ansehnlich animiert und zeigen, wie auch die Waffen, deutliche Kampfspuren. Brutalität ist zwar im Spiel fast überall vorhanden, von der simplen mit Blut befleckten Waffe bis hin zur blutbeschmierten Schulküche (inklusive durchgedrehter Köchin), dennoch wirkt die Präsentation weitestgehend nicht zu übertrieben und weiß immer wieder zu überraschen. Wer die Szene mit dem verstümmelten Lehrer im Kleiderspind erlebt hat, der braucht erst mal wieder einige Zeit sich zu beruhigen. Auch die Soundkulisse wird geschickt eingesetzt und kann gerade zur späten Abendstunde für Gänsehaut sorgen. Mal schleicht der Spieler durch beängstigende Stille und schreckt beim kleinsten Laut zusammen, ein anderes Mal sind lediglich erschreckende Geräusche zu hören oder ein Gegner kündigt sich durch Schreie/Grunzlaute an. Trotz der deutschen Untertitel sind die Sprecher im tadellosen englischen Original geblieben. Kritikpunkt in der Welt ist die etwas eingeschränkte Interaktivität. Nur ganz bestimmte Türen können mit einer ganz bestimmten Waffe geöffnet werden, nur ganz bestimmte Objekte können verschoben/ zertrümmert werden und Hindernissen lassen sich meist nur umgehen. Dass sich eben nur ein ganz bestimmter Tisch bewegen lässt und nur bestimmte Glasscheiben einschlagen lassen, wirft einen dann immer wieder in die Realität zurück.

Meinung

Mit Condemned: Criminal Origins präsentiert Monolith ein sehr beeindruckendes und atmosphärisches Survival-Horrorspiel. Bis zum Ende weiß es immer wieder zu fesseln und überrascht mit sehr unterschiedlichen Schauplätzen. Die Hatz nach Mister X wird spannend präsentiert und es werden viele Fragen aufgeworfen, die jedoch leider erst in einem eventuellen Nachfolger beantwortet werden. Besonders wenn man das Spiel zu später Stunde im dunklen Raum spielt, wirkt die Atmosphäre noch bedrohlicher während der gut 10 Stunden stimmungsvoller Unterhaltung, wobei Sucher & Sammler durchaus mehrere Anläufe unternehmen werden. Einzig der lineare Spielverlauf ist auf Dauer doch etwas eintönig und die Spurensuche hätte umfangreicher ausfallen können. Für volljährige Spieler ist Condemned spätestens nach der ersten Preissenkung oder in der kommenden PC Version ein Spiel für den Einkaufszettel. Gerade auch, weil Überleben im Dunkeln mit Nahkampfwaffen längst noch nicht so "ausgelutscht" ist, wie der Shooter-Action-Bereich.


Geschrieben am 01.03.2006, Testkonfiguration: Xbox360
 



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