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Conan  


Info
Autor 4+
 1.5
 1
 1.5
Gesamt (22 votes) 3+
 1.7
 1.2
 1.6
Name:Conan
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2004/02
Publisher: TDK Mediactive
Entwickler: Cauldron
Links: Conan Site
Hardware: 1Ghz, 256MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 2300 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
Patch: 1.03
Bemerkung: auch für Xbox, PS2, GameCube
USK: 16
Conan (review von yak)

1982 verfilmte John Milius (Der Wind und der Löwe, Red Dawn, Abschied vom König) die Legende um den Barbaren Conan aus der Feder von Robert E. Howard und besiegelte damit zugleich den Einzug des Muskelberges Arnold Schwarzenegger in Hollywood. Es entstand ein guter Fantasyfilm, dem jedoch eine schwache Fortsetzung folgte. Nichtsdestotrotz etablierte Conan Arnie zu einem der beliebtsten und höchstbezahltesten Actionschauspieler der 80er. Ein dritter Conan Film ist derzeit in Planung uns soll das Conan Fieber, jedoch politisch bedingt nun ohne Arnie, wieder entfachen.

Aber auch im Spielebereich ist das jetzt vorliegende Produkt kein Erstkontakt mit dem rachesuchenden Barbaren. Bereits im Jahre 1984 gab es einen Plattformhüpfer von Datasoft und 1991 ein Action Adventure von Virgin. TDK erwarb die Lizenz an den Büchern von R. E. Howard und beauftragte das Entwicklerstudio Cauldron (Chaser), den Stoff umzusetzen. Ob dabei ein gelungenes Barbarenabenteuer entstanden ist, soll unser Review zeigen.

Zur Technik:

Graphik: Cauldron entwickelte das Spiel zeitgleich für alle Next-Gen Konsolen und den PC, was jedoch der Graphik, berücksichtigt man den kleinsten Technik-Nenner in Form der PS2, nicht unbedingt ansieht. Stimmungsvoll wurden die unterschiedlichen Locations eingefangen. So verbreitet der Barbar seine Blutbäder farbenprächtig in Eislandschaften, Wüstenstätten, Tempelanlagen, Sümpfen und unterirdischen Grotten. Die Texturqualität variiert leider ein wenig. Sind z. B. Mauerwerke und Tempelwände sehr detailreich und hochauflösend, findet man leider auch weniger beeindruckende Texturen. Insgesamt aber wirken die Umgebungen glaubwürdig, abwechslungs- und phantasiereich. Besonderes Highlight ist z. B. die Hafenstadt. Viele Spezialeffekte bekommt man hingegen nicht zu sehen. So gibt es lediglich ein paar Lichteffekte, die durch Fenster oder in Höhlen dringen oder ein paar Feuergeschosse der Gegner. Die Figuren sind gelungen und detailreich umgesetzt, wie auch ihre Animationen. So dreht Conan sich geschickt bei einem Spezialangriff und vollführt eindrucksvolle Komboattacken (sollte man sie einmal ausführen können). Graphisch ist Conan ein zufriedenstellendes Spiel, wenn es auch nicht in der Oberliga spielen darf. Dafür bietet es jedoch keinerlei Framerateneinbrüche und gute Pop-Up-freie Sichtweiten. Die Cutszenen wurden mittels der Gameengine erstellt und hierbei zeigt sich, wie schon in Chaser, dass das Team von Cauldron in der Lage ist, sehr cineastisch wirkende Sequenzen, Kamerafahrten und Einstellungen umzusetzen.

Sound: Die Geräuschkulisse ist zufriedenstellend. Passende Ambientesounds und das Waffengeklirre sorgen für den rechten Barbarensound. Konnte TDK sich "nur" die Buchrechte sichern, spricht jedoch nichts dagegen, sich die deutsche Arnie-Stimme zu besorgen und so spricht Manfred Lehmann im Spiel Conan, wenn auch etwas lieblos. Einige Textpassagen erscheinen viel zu kontextlos und dadurch nicht emotional an das Spielgeschehen gebunden. Daher wirken sie zu sehr "runtergeleiert" und Herrn Lehmann scheint auch der richtige "Arnie" als Vorbild zu fehlen, denn im Spiel hört er sich eher an wie Sly Stallone als Judge Dredd, dem er neben Bruce Willis ebenso seine Stimme leiht. Leider gibt es auch bei anderen Figuren einige Aussetzer, so spricht der Oberbösewicht mit einem sehr merkwürdigen Akzent, bei dem nicht zu sagen ist, ob er gewollt oder ungewollt entstanden ist. Jedenfalls bewegt sich diese Sprachausgabe nahe an dem Zumutbaren und akustisch Verständlichen. Dafür entschädigt aber die sehr gelungene Stimme des Erzählers.

Musik: Die Musik ist durchaus gelungen und gut umgesetzt. Vollorchestrale Abenteuermusik verwöhnt mit reichlich Choreinsatz das Spielerohr. Warum man sich aber, wie groß im Vorfeld berichtet wurde, die Lizenz des Original-Filmsoundtracks von Basil Poledouris sicherte, scheint etwas fraglich. So findet man lediglich zwei kurze Stücke ("Battle of the Mounds", "Anvil of Crom") aus dem Originalsoundtrack, wobei einer fast ausschließlich im Finale Verwendung findet. Das "Battle of Mounds" Thema (zumindest die ersten 20 Sekunden daraus) wird dafür mehr oder weniger bis zum Exzess ausgeschlachtet und kommt übermäßig zum Einsatz. Auf das bekannte Conan Thema von Poledouris muss man aber leider komplett verzichten. Warum man dafür die Originalmusik lizenzierte, ist daher mehr als fraglich und wo Reviewer anderer Magazine soviel von der Originalmusik wiedererkannt haben wollen, ebenso wenig. Unverständlich auch deswegen, weil der Komponist der restlichen Musik seine Sache nämlich mehr als gut gemacht hat und er durch diesen "Lizenzdeal" etwas untergeht. So liefert er ausgesprochene gute Kompositionen, die perfekt zum Spielgeschehen passen. Sie orientieren sich zwar nichts so sehr an dem Original und erinnern mehr an Alan Silvestri's Arbeit aus "Die Mumie kehrt zurück". Hier hätte man wirklich auf die paar Sekunden original Filmmusik verzichten können und die Arbeit komplett vom Komponisten und Sounddesigner Lubomir Ruttkay erledigen lassen, der zeigt, dass er groß angelegte Chorpassagen und bombastische Orchestersound ebenso versteht wie Soloeinlagen für Cello und Violine.

Steuerung: Gespielt werden kann Conan mittels Maus und Tastatur, oder aber über ein Gamepad, was sich aber in der Praxis als unmöglich erwiesen hat und ich frage mich, wie andere Reviewer die Nutzung eines Gamepads empfehlen können, da es ab einem bestimmten Punkt im Spiel nämlich nicht möglich ist und ein Fortkommen verhindert, es sei denn, man "wurschtelt" 30 Minuten am Gamepad herum. Das Gamepad konnte nicht manuell konfiguriert werden und in einigen Spielscreens konnte man mit angeschlossenem Gamepad den Screen unmöglich verlassen. Doch dazu im Bereich Kritik mehr, wo auch andere technische Mängel des Spieles Erwähnung finden.

Zum Gameplay: Conan wäre nicht, Conan, der Barbar, wenn er nicht auf Rache sinnen würde und als Voraussetzung dafür, wird mal wieder ein ganzes Dorf Unschuldiger dem Erdboden gleich gemacht. Der Muskelberg trifft nur noch auf einen Überlebenden, der Zeuge dieser Schandtat war und verrät ihm, wer den hinterhältigen Angriff verursacht hat. Waren es im Film noch die Anhänger des Schlangen-Kultes um Tulsa Doom, trifft es nun eine andere Spezies aus Brehms Tierleben. Der Geierkult ist für die schlagartig sinkende Einwohnerzahl des Dorfes verantwortlich und Conan macht sich auf, sie dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Da Barbaren ihre Differenzen kaum bei einer Kanne Fencheltee in einer Selbsthilfegruppe zu bereinigen suchen, sprechen natürlich die Waffen, wenn sich der Muskelberg durch die unterschiedlichen Landschaften metzelt.

Conan ist vorrangig ein Kampfspiel, in dem es gilt, den Gegner mit Waffengewalt zur "Aufgabe" zu überreden, auch wenn ihre "Aufgabe" meist darin besteht, tot und zerstückelt am Boden zu liegen ...aber die Zeiten waren halt hart.

Und so besteht Conans Aufgabe hauptsächlich darin, von ein paar Schalterrätseln und aufzufindenden Gegenständen einmal abgesehen, die jeweils linear aufgebauten Level zu "säubern". Anfangs recht spartanisch ausgerüstet, finden sich auch schon bald geeignete Waffen und manches Rüstungsteil. Die unterschiedlichsten Schwerter, Morgensterne und Äxte werden zu seinen Wegbegleitern und wie das Waffenarsenal zeigt, beschränken sich Conans Kampfkünste ausschließlich auf den Nahkampf, was man von den Gegnern nicht behaupten kann, die schon mal Feuerbälle oder sonstige Geschosse loswerden wollen.

Für "erlegte" Gegner erhält Conan Erfahrungspunkte, die er in einem Fähigkeitenmenü in neue Eigenschaften umsetzten kann, von denen etwas über 50 zur Wahl stehen. Die normale Grundausstattung des Barbaren beschränkt sich daher auf Abwehr und drei Angriffsarten. Mit dem Erwerben von den neuen Fähigkeiten und Special-Moves jedoch, kann man den Testosteron-Berg jedoch tunen und ihm so die unterschiedlichsten Dinge beibringen, bzw. teilweise auch seine Konstitution verbessern. Dies ist jeweils in drei aufeinanderfolgenden Stärkestufen möglich und bestimmte Special-Moves verlangen die Kenntnisse einer zuvor erworbenen Eigenschaft. Genügend Erfahrungspunkte vorausgesetzt kann Conan dann z. B. seine Reaktionsfähigkeit erhöhen, seine Reflexe verbessern oder Kraft und Ausdauer ein Upgrade verpassen. Das Erlangen von Special-Moves lässt sich für bestimmte Waffenkategorien erlernen und der Spieler kann so seiner Spielfigur vorgeben, sich lieber für Schwerter oder doch besser zum Axt-Profi ausbilden zu lassen. Dadurch kann man so abenteuerliche Moves wie Kopfschneider oder Berserkerwurf für die Schwertkunst erlernen oder Spalter und Nackenbrecher für die Axt. Das ermöglicht, später schwere Gegner oder gut gepanzerte Feinde besser zu erledigen. Bestimmte Moves durchbrechen Panzerungen oder attackieren zugleich mehrere Angreifer. Das hört sich jedoch alles viel besser an, als es im Spiel realisiert wurde. Fast ein wenig zuviel Moves, die man auswendig "lernen" muss, um sie ausführen zu können, denn um sie umzusetzen, bedarf es einer bestimmten Eingabefolge der Aktionstasten. Ein "Angriff" "Angriff" " Deckung" und "Alternativangriff" z. B. wird dann für einen bestimmten Special-Move nötig, was aber aufgrund der Steuerung und dem "Unterbrechen" der Eingabefolge durch Gegner nicht immer gelingt und man eigentlich auch durch simples "Rumklicken" den selben Erfolg erzielt, zudem kosten Special-Moves auch noch Extraenergie, die je nach Fähigkeitenausbau limitiert ist. Special-Move Energie oder auch Lebensenergie kann durch Gegenstände, die im Gepäck eingeschränkt mitgeführt werden können, wieder aufgefrischt werden.

Auch wenn sich das Kampfsystem durch die vielen Special-Moves eindrucksvoll anhört, wirkt sich dies zumeist nur graphisch eindrucksvoll aus, als Spieler selbst hat man zu wenig interaktiven Einfluss darauf. Ein parieren oder gezieltes Ausweichen oder Kontern ist nicht möglich und Conan erinnert dabei mehr an das Wikingerspiel Rune mit seinem Arcadegemetzel, als an das viel differenziertere Kampfsystem aus Severance. Ein Grund dafür, warum das Spiel dann auch nach einiger Zeit bereits zu eintönig wird, wenn auch die neuen Gegner und Locations für Abwechslung sorgen, denn die "Kampfphysik" und Gegnertaktik variiert dabei kaum.

Ein paar kleine Rätsel oder Schalterpuzzle reichen da nicht aus, das Gameplay spannender zu gestalten und hier sind dann ausschließlich einige Levelbosse ein Lichtblick im ansonsten eintönig werdenden "Leveldurchlauf". Dabei bieten einige der Locations wirklich Ansätze zu mehr Abwechslung und Interaktivität. Gerade in der Hafenstadt hatte ich gehofft, dass das Spiel hier noch mal die "Kurve" bekommt, aber die NPCs dienen hauptsächlich der Levelbelebung und sind ansonsten nicht mehr als Statisten. Da ist die einzige Abwechslung noch eine vollbusige Begleitung, die wir aus den Klauen des Bösen befreiten und die mit uns ein paar Level auf Metzeltour geht und wir sie davor bewahren müssen, dass der Feind ihrer habhaft wird.

Scheidet Conan dennoch mal "dahin", hat er die Möglichkeit, in einer Arena zu Ehren des Gottes Crom nochmal seinen Heldenmut zu beweisen und sich so durch einen siegreichen Kampf eine Rückkehr zur Welt der Sterblichen zu verdienen - was jedoch nicht gilt, wenn er unehrenhaft von einem Stein zermatscht wird :-)

Kritik: Wie schon im Abschnitt Gameplay beschrieben, spielt sich Conan völlig linear und immer nach dem gleichen Strickmuster, was jedoch nicht immer dafür verantwortlich ist, dass ein Game keinen Spaß machen muss. Bis zu einem gewissen Punkt macht Conan auch Spaß, aber das Spielprinzip hält leider die Spannung nicht bis zum Ende, was an mehreren Punkten, wie auch an technischen Defiziten liegt.

Wie schon von mir in Rune bemängelt, beschränkt sich Conans Handlungsraum ausschließlich auf Nahkampf und so stellt sich bei mir dann im Xten Level des Gegnerkillens langsam aber sicher Monotonie ein. Alle Handlungen reduzieren sich lediglich auf den näheren Umkreis. Schön wäre es doch mal gewesen, auch eine Axt im hohen Bogen durch die Luft auf einen Gegner zu schleudern. Leider aber Fehlanzeige und für den reinen Nahkampf sind die Bewegungsmöglichkeiten für den Helden viel zu beschränkt. Ein Sprung steht zur Verfügung, Wegrollen, Ducken usw. steht aber nicht auf dem Programm und wäre wahrscheinlich auch verschwendet, denn die Gegner KI ist nicht von besonderer Güte. Selten benötigt man das Abwehren und meistens erreicht man durch wildes Rumgeklicke den Tod des Gegners, statt zwanghaft die Kombination eines Spezialmoves ausführen zu können, damit es auf dem Screen interessanter aussieht.

Feinde, die mit Fernattacken angreifen, werden immer mit der gleichen Methode besiegt, die mehr als langweilig wird. Ein Schritt vorwärts, warten bis er das Ferngeschoss abfeuert und dies mit Abwehrtaste "abfangen", um dann wieder einen Schritt auf ihn zuzugehen. Ist man nah genug dran, verpasst man ihm eins mit der "Keule", die naheliegende Idee eine Flucht umzusetzen, wird von ihnen selten in Betracht gezogen. So sind die Kämpfe meistens keine große Herausforderung. Auch bei den Wegfindungsroutinen gibt es arge Probleme und so sind enge Gänge oder Treppengeländer oft ein Hindernis.

Neben den Wegfindungsroutinen krankt Conan aber auch an vielen Dingen in der technischen Umsetzung, die an Probleme erinnern, die bereits seit 4-5 Jahren der Vergangenheit angehören sollten. So kann Conan nach einem Sprung schon mal auf dem Kopf eines Gegners in der Luft stehen bleiben. Gegner schlagen durch eine Wand auf Conan ein, der ihn dann auch ebenso "mit dem Schwert durch die Wand" erledigen kann. Leitern hinaufklettern kann Conan noch, aber scheinbar hat man es in der Barbarenausbildung vergessen, ihm zu erklären, wie man hinunterklettert und so kann man nur wieder nach unten, wenn man Conan hinunterspringen lässt. Eine etwas antiquierte Spielphysik für ein Game aus dem Jahre 2004. Wasser ist, sollte es mehr als knietief werden, eine unüberwindbare Grenze und oft gibt es auch unsichtbare Levelbeschränkungen, die Conan wie vor eine Glaswand laufen lassen. Zudem ist die Kameraposition nicht immer optimal gelöst. Auch wird Conan, wenn er bereits einige weitere Ausrüstungsgegenstände angelegt hat, in den mit der Gameengine erzählten Zwischensequenzen, immer in der Grundausstattung "Halbnackter Barbar" dargestellt, auch wenn er bereits Schulterverstärkungen oder dergleichen besitzt.

Ärgerlich ist auch, dass man viele Gebiete, sollte man sie einmal verlassen haben, nachträglich nicht mehr betreten kann und man somit die Möglichkeit verliert, noch nach ein paar Secrets zu suchen. Ärgerlich auch deswegen, weil man das Spiel nicht jederzeit beliebig Abspeichern kann. Dazu findet man in den Leveln vereinzelte Runensteine, die ein einmaliges Speichern ermöglichen (dies dann jedoch "punktegenau"). Jedoch spart man sich die spärlich verteilten Runensteine meist auf und so kostet eine "ich will noch mal in den alten Level zurück Aktion" entweder einen Runenstein, Zeit oder Nerven. Selbigen "Nervzustand" erhält man bei ein paar Sprungeinlagen, bei denen sich unter Conans Füssen Bodenplatten verabschieden und hier ist die doch etwas zu schwammige Steuerung - zumindest für Jump & Run Passagen- zu unpräzise.

Conan kann in drei Schwierigkeitsgraden gespielt werden, wobei auch Spieleneulinge den leichtesten besser überspringen. Findet man zudem im Spiel noch alle Teile des legendären Atlantisschwertes, bekommt man eine fast unbezwingbare Waffe, die Gegner mit nur einem Schlag besiegen kann und es somit zum Kinderspiel wird.

Bugs: Zu den Gameplay-Mängeln paaren sich jedoch aber auch noch technische Bugs, die trotz des aufgespielten Patches in Version 1.3 vorhanden waren. Die eingestellte Bildschirmauflösung wird beim Spielneustart nicht übernommen. Hier ist es zwingend, zur Aktivierung erst wieder kurz das Graphikmenü aufzurufen und wieder zu verlassen, was ausreichend ist, denn dort steht die korrekt angewählte Bildschirmauflösung. Während des Spielens kam es auch vor, dass sich einige Gegenstände im Gepäck von einer Minute zur anderen in Luft auflösten, glücklicherweise jedoch keine, die für bestimmte Rätsel und Aufgaben notwendig waren. Es ist nicht möglich gewesen, während des Spiels, auch wenn man die entsprechende Option anwählen konnte, die Option Steuerung zu ändern. So lies es sich zwar anwählen, zeigte aber keine Reaktion, was besonders ärgerlich bei dem Punkt war, als ich mich im Spiel nicht mehr weiterbewegen konnte, was an der katastrophalen Umsetzung der Gamepadsteuerung lag. Hier ging es weder vor noch zurück und der Level war nicht zu verlassen. Lediglich ein paar Millimeterbewegungen waren möglich und das bei drei verschiedenen Gamepads, die alle die gleichen Symptome aufwiesen. Auf Tastatur umstellen lies es sich nicht und so musste man entweder speichern, das Spiel verlassen und dann die Steuerung umstellen oder den Level neu starten. Wie so etwas durch die Qualitätsicherung kommen konnte, ist mir ein Rätsel, zumal das Spiel ja auch für Konsolen veröffentlich wurde und so auf eine gängige Padsteuerung ausgelegt sein sollte. Erschwerend kommt hinzu, dass sich keines der angeschlossenen Pads manuell konfigurieren lies und sich das Handbuch zudem komplett über die Standardbelegung ausschweigt. Bei angeschlossenem Pad kam es auch häufiger vor, dass die Figur umkontrolliert und ohne "Bremsmöglichkeit" stur im Kreis lief oder in eine bestimmte Richtung "flüchtete", erst ein Wechsel ins Menü und zurück sorgte da manchmal für Abhilfe. Die Steuerung ist generell auch zu unpräzise und so bleibt Conan gerne mal an irgendwelchen Gegenständen kleben, kommt nicht recht durch die Türen oder bleibt beim Fallen oder Springen im Zitterzustand einige Sekunden irgendwo hängen. Die falsche Sortierung der Savegames hätte auch spätestens mit dem Patch beseitigt werden müssen.

Insgesamt ist auch das Handbuch mehr als dürftig. So wäre z. B. die Tastenkombination für die bestimmten Special-Moves unter der Beschreibung sicher empfehlenswert. So muss man diese immer aus dem Fähigkeitenmenü heraussuchen.

Multiplay: Damit es sich auf der Packung auch schön liest, hat Conan noch einen Multiplayerpart spendiert bekommen, der aber nicht über den Alibicharakter hinaus geht. So soll Player vs. Player oder Deathmatch für "Spass" in sechs Arenen im Lan oder Internet (mittels Gamespy) für Unterhaltung sorgen. Problem Nummer 1 ist aber, dass niemand im Internet Conan zu spielen scheint und das auch aus gutem Grund. Es lohnt sich kaum. Ein Coop-Story-Mode wie z. B. in Herr der Ringe würde hier sicher viel mehr bringen.

Die auf der Internetspieleseite versprochenen Downloads, wie z. B. Bonuslevel, sind zudem bereits lange überfällig und werden sicher niemals das Licht der Welt erblicken.

Fazit: Nachdem mich der Entwickler Cauldron mit Chaser mehr als positiv überraschte, war ich auf Conan sehr gespannt. Leider wurden die Erwartungen aber nicht erfüllt. Conan ist ein Spiel, dessen Gameplay, und das nicht im positiven Sinne, an ein veraltetes Spielprinzip erinnert, auch im Hinblichk auf technische Probleme. Der Levelaufbau ist zu gradlinig und variationsarm und so hat man bereits nach 2-3 Stunden von insgesamt ca. 10-12 Stunden Spielzeit, fast alles erlebt, was es zu erleben gibt. Interessante Ideen werden dann in Cutszenen erzählt und hier wünscht man sich, diese lieber selbst zu spielen, als nur "serviert" zu bekommen, denn hier wird einem wirklich bewusst, was man aus Conan hätte machen können. Das reine Gegnermetzeln wird auf Dauer zu eintönig. Dass es auch unterhaltsamerer und abwechslungsreicher geht, zeigen definitv Programme, die schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel haben. So fallen mir hier Heretic 2 oder auch Heavy Metal FAKK² ein, selbst Rune hat es hier besser gemacht, wenn es auch ein paar ähnliche Probleme hatte. Auch Enclave ist gegen Conan die bessere Alternative. Wer ein Spiel sucht, in dem Schwertkampf mit taktischen und variationsreicheren Optionen Vorrang hat, wird mit Conan nichts anfangen können. Hier ist Severance oder das alte Die by the Sword immer noch die bessere Wahl. Conan ist bestenfalls ein Spiel, dass man mal "Zwischendurch" spielen kann, ohne zu hohe Anforderungen zu stellen. Als Budgetrelease sicher ok, als Vollpreisspiel aber definitiv nicht, was wohl auch Publisher TDK sehr schnell merkte und sich zu Herzen nahm, denn Conan wurde bereits kurze Zeit nach dem Release drastisch im Preis reduziert (ca. 20 €), von daher ist es für Fans des Spielprinzipes vielleicht ein Versuch wert.


Geschrieben am 12.05.2004, Testkonfiguration: AMD2100+, Radeon 9500 Pro, 512MB Ram, SB Audigy
 



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