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Catwoman  


Info
Autor 5
 1.5
 0.5
 1
Gesamt (13 votes) 4
 0.9
 0.6
 0.8
Name:Catwoman
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2004/08
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: Argonaut
Links: DC Comics
Hardware: 800Mhz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 1500 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur/ Joystick/ Gamepad
FFeedback: ja
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für PS2/ Xbox/ GameCube
USK: 12
Catwoman (review von yak)

Eines vorweg- die einzig wahre Catwoman (nach Eartha Kitt und Julie Newmar aus der Classic TV Serie) ist und bleibt Michelle Pfeiffer :-). Da kann sich Halle Berry noch so kindisch ihr Sado-Maso Lederkostümchen ablecken wie sie will.

Der aktuelle Kinofilm vom französischen Regisseur Pitof (Vidocq) erwies sich zum Sommersleeper 2004 und wurde mit miesen Kritiken nur so überhäuft. Vielleicht aber auch deswegen, weil er etwas zu europäisch wirkt und im Finale den "American Way of Life" nicht so präsentiert, wie Hollywood dies mit all seinen Schönheitsidealen gerne gesehen hätte, wobei an dieser Stelle mehr nicht verraten werden soll. Sicher ist der Film aber nicht schlechter, als viele der diesjährigen "überhypten" Blockbuster und wer schon immer mal seinem innigsten Wunsch nachkommen will, spärlich in Leder und Latex gehüllte Schönheiten, die mit Peitschen um sich schlagen und nicht nur Männer vertrimmen, zu bewundern, der kann dies jetzt in aller Öffentlichkeit und fast ohne Scham genießen, ohne sich vorher hektisch umsehen zu müssen, dabei "ertappt" zu werden. Sado-Maso wird also zum Mainstream erklärt :-).

Doch nun zum Spiel. Electronic Arts, die bei den letzten offiziell lizenzierten Spielen zu bekannten Filmen ein gutes Händchen hatten (Herr der Ringe, Harry Potter) griffen leider diesmal voll daneben. Ob es an der zu kurzen Entwicklungszeit, einem falsch gewählten Entwickler (Argonaut Software) oder einfach daran lag, dass man zuviel "Style" mit ins Spiel bringen wollte und darüber Spielspass und Spielbarkeit vergessen hat, soll unser Review klären.

Zur Technik:

Fest steht, dass der Fokus in der Umsetzung der Lederlady liegt, was den Designern auch gut gelungen ist. So entspricht die digitale Umsetzung dem "realen" Ebenbild im höchsten Masse. Digital Catwoman bewegt sich geschmeidig anmutig über den Screen und macht den Goldmedailleanwärterinnen im Bodenturnen und am Reck Konkurrenz -gäbe es auch eine Qualifikation fürs Auspeitschen, was nach dem Film zukünftig nicht auszuschließen ist, wäre ihr der Platz auf der Siegerstufe so gut wie sicher. Die Engine erinnert vom "Look" sehr an "Tomb Raider Angel of Darkness", wobei aber davon auszugehen ist, dass Argonaut ihre eigenentwickelte Engine verwendet, auch wenn sich gleiche technische Probleme und Parallelen bei den Games finden. Weniger eindrucksvoll wurden die anderen Charaktere umgesetzt. Polizisten und Wachmänner sehen bei weitem nicht so polygonreich wie die Hauptfigur aus und unterscheiden sich ansonsten wenig, so dass man eher von "Catwoman vs. Klonkrieger" reden könnte. Geschludert hat man auch bei der digitalen Gestaltung von Catwomans Gegenspielerin, im Film dargestellt von der lieblichen Sharon Stone ;), deren digitales Ebenbild aber so aussieht, als ob das Facelifting nicht ganz funktioniert hat. Der Fairness halber muss man aber auch berücksichtigen, dass es evtl. Gründe bezüglich des Copyrights sind, die eine 1zu1 Umsetzung verhindern (erinnern wir uns an den absichtlich nie wie Harrison Ford aussehenden Indiana Jones in den letzten Games). Die Levelgraphik zeichnet sich überwiegend dadurch aus, dass alles recht dunkel und matschig aussieht und wenig Abwechslung bietet. Hinterhöfe, Hinterhöfe, Parkplätze, Dächer und Hinterhöfe. Später gibt es dann im Form eines alten Herrenhauses und eines Theaters noch ein wenig Variationen, insgesamt sieht das Theater jedoch aus wie ein... Hinterhof . Insgesamt fehlt dem Scenario jedoch Leben. Das können auch die vereinzelten Ratten (in Hinterhöfen) oder die gezielt und ganz John Woo-liken dahinfliegenden Tauben nicht kompensieren. Die Texturen sind an sich in Ordnung und auch, berücksichtigt man die Multi-Plattform Entwicklung, ausreichend detailliert. Spezialeffekte beschränken sich auf Spiegelungen in Wasserpfützen (die sehr gut aussehen) und Rauch/Nebeleffekte, die jedoch zu erheblichen Performanceeinbrüchen selbst auf dem immerhin recht ordentlich ausgestatteten Testrechner (bei 1024er Auflösung) sorgten. Generell gab es auch während des Spiels in eigentlich unerwarteten Spieleszenen massive Performanceeinbrüche. So kam Catwoman des öfteren ins Stocken, wenn sie katzengleich auf allen Vieren über den Screen huschte.

Zwischensequenzen gab es in vorgerenderter Form (die jedoch scheinbar ebenfalls mit der Spieleengine erzeugt wurden, nur mit mehr Details) und auch mit der Spieleengine selbst, wobei man hier teilweise nicht unterscheiden konnte, was Konserve und was "live" berechnet wurde.

Mehr als peinlich sind jedoch die Graphikoptionen. Hier kann man, berücksichtigt man zudem die Performanceeinbrüche, lediglich die Helligkeit einstellen. Auflösungen werden außerhalb des Programmes vorgegeben und auch hier ohne weitere Optionen. Ein Antialiasing wird nicht angeboten und so sieht Catwoman, die von den Designern mit einer Art Lichtaura dargestellt wird, oft viel zu "kantig" an ihren scharfen Kurven aus.

Für alle Realitätsfanatiker: Eine Physikengine gibt es nicht. Catwomans Busen steht stramm wie aus Silikon ;) und zeigt sich selbst bei ausgiebigem Hüpfen auf der Stelle höchst unbeeindruckt, was uns zu der tiefsinnigen Überlegung führt zu hinterfragen, ob alle Computerspielfiguren "künstliche" Busen besitzen.

Auf der Soundseite wurde Catwoman recht ordentlich umgesetzt und soweit erkennbar auch die deutschen Originalstimmen der Schauspieler verwendet, auch wenn die Sprüche zum Teil an sehr merkwürdigen Stellen einsetzten. Da rufen die Gegner (die eigentlich alle schon entsorgt sind) dennoch "Da drüben ist sie" oder Catwoman, die von ihren Widersachern gerade tierisch auf den Schwanz getreten wurde, sagt, wie überlegen sie doch ist. Jedenfalls sorgt das für recht amüsante Situationen. Dennoch gibt es einige Passagen, die zu lustlos kommentiert, vielleicht aber auch alleine wegen des deplazierten Einsatzes, erschienen. Jedenfalls kann man nach einiger Zeit das "Wollt ihr mit mir spielen?" wirklich nicht mehr hören. Die Geräuschkulisse ist ansonsten stimmig- mehr jedoch nicht. Gefallen haben einige Details. So z. B. wenn Catwoman mit ihren Pfennigabsätzen über Glasdächer "klimpert".

Die Musik hingegen ist in vielen Bereichen äußerst gelungen und erinnert (wohl nicht ohne Hintergedanken) ein wenig an Elfmans Batman Score. Teile des Soundtracks wurden mit vollem Orchester (Slovak Radio Symphony Orchestra) eingespielt. Komponist James Hannigan, der schon für die aussergewöhnlich gute Musik zu Republic (Eidos) und Freelancer (Microsoft) verantwortlich war, liefert wieder gewohnt gute Musikuntermalung. So gibt es ein eindrucksvolles Main-Theme und u. a. ein höchst bemerkenswertes Percussionsstück. Insgesamt, so muss man es leider jetzt schon sagen, ist die Musik das Beste am ganzen Spiel, sieht man einmal von dem "Lack und Leder Bonus" bestimmter Zielgruppen ab.

Gesteuert werden kann Catwoman mittels Maus/ Tastatur, wovon jedoch abzuraten ist. Ein Dual Analog Gamepad mit genügend Buttons scheint die einzige Möglichkeit, Catwoman halbwegs im Zaum zu halten, doch dazu später mehr im Bereich Gameplay, denn die überladene Steuerung und eine unmögliche Kameraführung ruinieren das Game massiv. Die Eingabeinstrumente können frei konfiguriert werden, jedoch stürzte das Game bei Nutzung eines PS2 Gamepad Konverters (der bei anderen Spielen problemlos funktioniert) komplett ab und bei einem Saitek Gamepad verweigerten die Rumbleeffekte ihren Dienst. Mit dem Logitech Rumblepad funktionierte dann soweit alles, wenn man bei der vermurksten Steuerung überhaupt von einem Funktionieren reden kann.

Gespeichert wird pro Level, wobei es in den sechs vorhandenen Abschnitten zusätzlich noch Checkpoints gibt, die beim Speichern ebenfalls berücksichtigt werden. Ärgerlich war zudem, dass man jedes Mal bei Spielbeginn/Neustart die gewünschte Sprache im Spiel auswählen muss.

Bei der Ausstattung hat EA leider gespart. So wird die zweite CD, statt Verwendung einer DVD Hülle für zwei Datenträger, lieblos in eine Papphülle verfrachtet.

Über den Sinn einer notwendigen ellenlangen Registriernummerneingabe bei einem Singleplayerspiel lässt sich ja streiten. Absolut überflüssig ist jedoch die Onlineregistrierung mit dem Versprechen auf spezielle Bonuscodes oder Gimmicks, die dann als Email ähnlich mysteriös wie die Sprüche aus einem chinesischen Glückskeks lauten: "Catwoman hat Instinkte wie ein Tier. Nutze sie!", was nützlich ist wie eine in Taiwan gedruckte Bedienungsanleitung eines elektronischen Kleingerätes.

Gameplay/Kritik:

Zur Story soll nicht viel gesagt werden, entspricht sie doch dem Film im Groben. Arme graue Halle Berry Maus wird, weil sie verbrecherische Machenschaften eines Kosmetikkonzerns mitbekommen hat, mausetot gemacht, um durch eine hyperaktive Pussy wieder ins Leben gerufen zu werden, mit dem Nebeneffekt, jetzt tierisch "abzugehen". Catwoman ist geboren, halb Frau, halb Katze, kann sie Wände hinaufklettern und hinreichend Schläge austeilen, was ihr dabei behilflich sein soll, die Machenschaften des Konzerns zu vereiteln.

Catwoman ist ein vom Prinzip eine Mischung aus Jump & Run, mit Prügeleinlagen (inkl. Upgradesystem) und einigen Rätseln. Leider jedoch ist keiner der Aspekte zufriedenstellend umgesetzt, wobei die Rätselkost noch einigermaßen erträglich ist. Je nachdem, wie gut sich die Katzenfrau in den sechs verfügbaren Szenarien schlägt, erhält sie die Möglichkeit, ihre Kampffähigkeiten zu verbessern. Je mehr Vorgaben sie kampftechnisch erfüllt, desto besser die Entlohnung, die nach Levelende in neue Eigenschaften investiert werden kann. Die Basic Version von Catwoman kann neue Schlagkombos oder Peitschentricks erlernen und so z. B. den Gegner aus der Ferne anspringen oder mit einem gezielten Peitschenschlag entwaffnen. Ebenso unnötige Fähigkeiten wie "Posieren" sind dabei, um dem "Ich-speichel-mein-Lederkostüm-ein-Fetischisten" zu befriedigen und den Gegner kurzzeitig zu irritieren, was sich aber spielerisch als absolute Niete erwies, weil es nur auf einen Gegner wirkte und die anderen fröhlich weiter auf Catwoman einprügelten. Da lieber was neues, schlagkräftiges auf's Tablett. Die Gegner KI ist größtenteils grottig, was bei den Wegfindungsroutinen beginnt. Einzig Gegner die aus der Ferne angreifen und denen man nicht unmittelbar habhaft werden kann, wie den später auftauchenden Snipern, werden problematisch und zudem auch recht unfair. Besonders, weil ein Treffer Catwoman in eine Trefferanimationssequenz "bemüht", in der man keine Kontrolle über die Spielfigur besitzt und man sich freut, gerade wieder "erwacht" zu sein, nur um erneut getroffen und gelähmt zu werden, was in einigen Spielpassagen soweit geht, dass man der kompletten Lebensenergie beraubt wird, ohne viel daran ändern zu können. Ein Problem das nicht nur bei Treffersequenzen auftritt. Holt Kitty zu einem Peitscheschlag aus, wird erst ganz in Ruhe, ohne weitere Steuereingriffsmöglichkeit, die Animation ausgeführt, schlimm weil man durch die miserable Steuerung oft in die falsche Richtung haut und der Feind unbeschadet davonkommt, um uns zu treffen und wir erneut zur Unbeweglichkeit verdammt werden. Solche Gameplaymängel sollten nun wirklich der Vergangenheit angehören, bzw. rundenbasierten Games vorbehalten belieben :-).

Die Rätsel beruhen weitestgehend darin, wie man den Level verlassen kann. Also Ausgang gesucht oder Stangen und Wände, an denen man sich hochschwingen oder emporklettern kann. Oft ist es aber so "einfach", dass man alle ankommenden Gegner unschädlich machen muss, damit sich irgendwo ein Tor öffnet. Leichter gesagt als getan, denn reines KO schlagen zählt nicht, vielmehr müssen die Gegner irgendwie "entsorgt" werden und damit kommen wir zur Stilblüte eines ausgeklügelten Gameplays. Gegner müssen in Schränke, offene Fenster oder Mülltonnen verfrachtet werden. WOW. Und so kämpft man nicht nur gegen die Gegner, unzulängliche Steuerung und Kameraführung, sondern auch damit, irgendwie die Gegner schräg über den Hof zu prügeln, um sie durch irgendein offenes Fenster oder eine nicht besetzte Mülltonne (pro Tonne nur ein "Gast") zu entsorgen. Genial, oder ? Oft sucht man erst nach einer geigneten Endlagerungsoption, lockt den Gegner irgendwie dahin, damit man ihn nicht so weit dorthin prügeln muss und es ein wenig leichter hat. Dazu gesellen sich aber noch ebenso ärgerliche Einschränkungen im Levelaufbau. Man kann man z. B. manche Türen oder Gebäude nicht betreten, aus denen Gegner kommen, auch wenn die Tür offen steht und rennt vor eine imaginäre Glaswand. Auch gibt es viele Gegenstände, die Catwoman nicht betreten/erklettern kann, wie z. B. gleich zu Spielbeginn Tische, die Sperrgebiet sind und Catwoman sie nicht betreten kann, was sich in dieser Form durch das gesamte Spiel zieht. Wie gesagt muss man zur Bewältigung eines Levels zumeist nur den Ausgang finden, was oftmals aber alles andere als einfach ist. So gibt es viele Wände, obwohl sie von der "Bauart" gleich erscheinen, die Catwoman nicht erklettern kann. An anderer Stelle geht es dann komischerweise. Und so springt man ziemlich rattendoll an jede Wand und versucht sein Glück hier und da. Erfreulicherweise gibt es die Option des "Katzeninstinktes" in der Egosicht und so findet man oft Hinweise anhand von Fußspuren der geliebten Hauskatze, , wo es weitergeht. Leider funktioniert diese Rundumblickfunktion nicht in allen "Lebenslagen" und klammert sich Catwoman gerade an einer Wand oder einem Gitter fest, ist der weitere Levelweg nicht mehr einzusehen und mehr ein Glücksspiel nach dem Trial & Error Prinzip, denn eine frei steuerbare Kameraposition zwecks Levelerkundung gibt es ebenso wenig, bzw. nur sehr eingeschränkt und spielerisch absolut unnütz.

Ab und zu muss man ein paar Gegenstände zerstören oder mit der Peitsche ein Schalter betätigen und Brücken herabzulassen oder Maschinen in Gang zu bringen, bis auf ein paar Ausnahmen aber Standardkost und nicht allzu schwer. Schwieriger und ärgerlicher ist es da schon, dass die Leveldesigner eine absolut streng linearen Weg vorgegeben haben. So muss man die "Strecke" genauso absolvieren, wie sie es sich ausgedacht haben, auch wenn man an einigen Stellen eigentlich mit Catwomans Fähigkeiten an anderen Stellen hätte hinüberklettern können, was sehr frustrierend sein kann. So bildet ein kleiner Zaun ein unüberwindliches Hindernis und man ist gezwungen, erst auf der gegenüberliegenden Seite eine Wand hinaufzuklettern, bis es nicht mehr geht, dann ein Rückwärtssalto, um mit der Peitsche an eine Laterne zu schwingen und dann über den Zaun zu springen. Einfach die kleine Mauer, die niedriger ist als besagte Hauswand, empor zu klettern und dann über den Zaun zu springen, funktioniert nicht. Um bestimmte Türen zu öffnen muss Catwoman beispielsweise eine Beobachtungskamera zerstören, was aber, trotz der filigranen Bauweise der Kamera, mit Tritten oder Peitschenhieben nicht möglich ist. Hier muss man erst eine Minihausbar in Form eines Globus (Dallas lässt grüssen) öffnen und dann die darin befindlichen Flaschen mit der Peitsche "packen" und gegen die Kamera werfen. Ein Award für den Mut der Designer, dieses Bravourstück an Gameplay ins fertige Spiel durchgeboxt zu haben. Meinen Glückwunsch.

Aber wenn das alles so einfach wäre. Die absolut verkorkste Steuerung sorgt für den Rest und brachte mich mehr als einmal vor die Entscheidung: Nein, das Spiel spielst du nicht weiter! (Was ich aber trotzdem bis zum bitteren Ende durchgehalten habe, man hat ja schließlich einen Ruf zu verlieren ;) ) War Tomb Raider Angel of Darkness schon eine Katastrophe im Bereich Steuerung, setzt Catwoman hier nochmals eins drauf. Zuerst muss man gegen eine absolut überladene Steuerung hinwegkommen und selbst ein Dual-Analogpad mit ausreichend Buttons stößt fast an den Rand der Belegungsmöglichkeiten. Mit einem Stick steuert man Catwoman, mit dem anderen die Peitschhiebe, bzw. die Tritte, sobald man sich im Schleichmodus befindet. Hört sich bisher sehr vernünftig an, ist es aber nicht, denn Catwoman hat zudem eine hyperaktive Kameraführung und die Steuerungsoption ist Bildschirm-gebunden, was bedeutet: ändert sich der Blickwinkel oder die Sichtweise, muss man entsprechend umdenken und anders lenken. Ein absolutes Chaos, da bei Laufpassagen die Kamera ständig in Bewegung ist und hin und her fährt. Da wird schon ein als gerade gedachter Weg auf dem Dachsims zum Eierlauf und oft fällt man ungewollt herunter, wenn sich die Kamerasicht nachjustiert oder sich die Sicht komplett auf eine andere Perspektive umstellt. Einen Vorteil hat es jedoch. Man muss zeitgleich soviel Hirnleistung dafür reservieren, die Steuerung richtig zu planen, dass man das miserable Gameplay darunter fast vergisst. Aber nicht nur das Laufen benötigt volle Aufmerksamkeit, auch das Treten bzw. Peitschenhiebe, denn auch dafür muss man zusätzlich wiederum Szenen- und Sichtweisenbedingt, unter Berücksichtigung der Standposition und Blickrichtung von Catwoman jeweils umdenken, um halbwegs den richtigen Steuerimpuls abzugeben und selbst dann gehen die meisten geplanten Aktion daneben, besonders Gegenstände mit der Peitsche aufnehmen und werfen (Gegen Ende des Spiels hat man sich aber fast daran gewöhnt ;)). Am besten fährt man beim Gegnerkampf mit simplem "Herumgewurschtel" aller Tasten, was jedoch nicht gilt, befindet man sich in der Nähe von Wänden oder bei komplizierten Sprungpassagen. Denn hier kommt eine weitere Eigenschaft von Catwoman hinzu. Wer Erfahrung mit frischer, statisch aufgeladener CD-Cellofanverpackung hat und sie an allem "kleben" bleibt, wo sie nicht hingehört, weiß, was gemeint ist. So "haftet" Catwoman oft ungewollt an einer Wand (weil die Tretkombo zusammen mit der Schleichfunktion auf einer Taste liegt, die sie veranlasst, Wände zu erklimmen) und sie dann, wieder mit einer langen ausbremsenden Animationsphase, einige Zeit benötigt, wieder von selbiger los zu kommen und zwischenzeitig tierisch eins aufs Maul bekommt. Hier hat man eindeutig etwas versucht von der Eleganz und Einfachheit der genialen Steuerung von Prince of Persia nachzuahmen, was jedoch vollends ins Katzenstreu gepullert ist. Viel schlimmer und nervtötender wird es jedoch noch, wenn die Designer die Level so aufgebaut haben, dass man zum Teil nicht erkennen kann, wo es lang geht und so oft ein Sprung ins Blaue über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Zwar erleidet Catwoman beim Sturz keinen großen Schaden, doch oft gibt es gerade die schwierigsten Sprungpassagen an Stellen, die bei Misserfolg wieder dafür sorgen, dass man komplett unten landet und die ganze Malträtur erneut beginnt, ganz davon zu schweigen, dass gerade an solchen Stellen die Sicht oft unmöglich ist und die Kamera mitten im Sprung den Drang verspürt, die Richtung zu ändern und man nur bedingt die Möglichkeit zur Nachjustage hat. Es gab Stellen im Spiel, für die man locker 20-30 Anläufe benötigte, denn auch ein "Auswendiglernen" nutzte nicht viel, da die Kameraänderung auch in Verbindung mit der genauen Standposition der Figur im Raum zusammenhängt und so jeweils nicht 100% identisch abläuft. Da macht man dann immer seltener Jagd auf die Bonusgegenstände, weil sie sich oft an solchen Stellen befinden, die für einen sicheren Absturz prädestiniert sind.

Ich frage mich, wie so etwas durch die Qualitätssicherung kommen konnte und wenn man die Credits im Nachspann betrachtet, scheinen jedenfalls fast mehr Mitarbeiter an selbiger gearbeitet zu haben, als es eigentliche Programmierer gab. Eine ziemliche Schräglage und zudem sind sie ihrem Job nicht nachgekommen. So etwas muss auffallen. Hätte ich nicht zwischendurch immer mal Pause gemacht und mich mit dem guten alten Zelda auf meinem GBA vergnügt, hätte ich das Spiel sicher nicht ohne Schaden überstanden und gänzlich den Glauben an richtiges Gameplay verloren. Absolut unverständlich ist es, weil doch gerade Warner Interactive (Lizenzgeber für Catwoman) kürzlich groß darauf hinwies, dass man es nicht dulden würde, wenn Lizenzen mit miserabler Spielequalität Schaden nehmen würden. Hier wäre ein Veto angebracht. Unverständlich auch, wie Argonaut Software, obwohl sie mit den vergangenen Titeln wie z. B. Malice nicht überzeugen konnten, so eine vermurkste Steuerung realisieren konnten, gerade wenn man parallel ein anderes Spiel aus gleichen Hause spielt (I-Ninja), das mit einer ausgesprochen guten Steuerung und Kameraführung realisiert wurde.

Fazit:

Catwoman ist leider was für's Katzenklo oder taugt allenfalls als Bildschirmschoner, denn bei längerer Stickabstinenz beginnt Catwoman auf dem Screen einen Befruchtungstanz zu praktizieren oder ihr Lederkostümchen in Form zu schlecken, was ja vielen vielleicht reichen mag. Das Spiel wird durch ein unsinniges unausgereiftes Gameplay und eine absolut miserable Kameraführung und Steuerung ruiniert, bietet ansonsten aber auch zu wenig Substanz und durch eine schlecht umgesetzte Story zu wenig Atmosphäre. Da helfen auch die vereinzelt guten Rätsel oder interessanten Sprungkombinationen wenig, denn meistens enden sie durch vorgenannte Probleme im Bereich der Steuerung schnell in Frust. Da nützt es wenig, wenn man die jeweils im Level versteckte Pussy aufstöbert und sich so 9 Zusatzversuche verdient, die man eigentlich gar nicht will, denn man ist froh, wenn man die Nummer nach ca. 6-7 Stunden überstanden hat (+2 Stunden bei Addition der Frustpassagen). Catwoman ist noch schlechter als Enter the Matrix und Tomb Raider Angel of Darkness und trägt leider dazu bei, dass die gerade etwas rehabilitierten Lizenzumsetzungen wieder ihrem alten Ruf gerecht werden.


Geschrieben am 31.08.2004, Testkonfiguration: P4-3Gig, GeForce 6800GT, 1GB Ram, SB Audigy2ZS
 



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