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Info
Autor 4+
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 1.5
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Gesamt (16 votes) 2
 1.6
 1.3
 1.7
Name:Castlevania - Lament of Innocence
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2004/02
Publisher: Konami
Hardware: Playstation2
System: Playstation2
FFeedback: ja
Sprache: Deutsch/Englisch
zensiert: nein
Serie: ja
USK: 12
Herstellerscreens
Castlevania - Lament of Innocence (review von yak)

Die Castlevania Reihe gehört sicher zu den ältesten und auch beliebtesten Spieleserien, seit es Videospiele gibt. Und so ziemliche jede Spieleplattform ist bisher in den Genuss gekommen, den Vampirjägern ein Heim zu schaffen. So durfte der Belmont-Clan die Blutsauger schon auf dem NES, dem SNES, dem Nintendo 64 , der Playstation, allen Gameboy Varianten und auch auf diversen PC's das untote Leben austreiben. Etwas länger hat es jedoch gedauert, bis die Vampirbrut sich auch auf der Playstation2 ausbreiten konnte um mit dem Titel "Castlevania - Lament of Innocence" Spielerherzen zu erfreuen. Dabei lies jedoch der wiederholte Versuch, Castlevania in 3D zu realisieren, lange auf sich warten.

Nach dem eher erfolglosen Versuch, das Spiel auf dem N64 in 3D erstrahlen zu lassen, vergingen Jahre und das althergebrachte Spielprinzip wurde, mit einer Prise RPG-Elementen hier und da, in mehreren Gameboy-Teilen im bewährten 2D recycelt, jedoch ohne dem Spiel wirklich neue Innovationen und Ansätze mit auf den Weg zu geben. Ein wenig Charakterupgrade hier, ein Shop zum Equipmentkauf da und ein nicht ganz linear erscheinender Levelaufbau, der bestimmte Fähigkeiten/Gegenstände für das Fortkommen in den jeweiligen Schlössern notwendig machte, waren die Zutaten für die Folgeteile und so orientierte sich das Gameplay ein wenig an Nintendos beliebter Metroid Reihe. Gefiel mir die erste 3D Version für das N64 spieltechnisch mehr als anderen Reviewern, krankte sie dennoch an technischen Mängeln, wie Framerateneinbrüche und schwammiger Steuerung, gepaart mit einem zu hohen Schwierigkeitsgrad. Genügend Erfahrung und technisches Know How sollten daher für die nächste Reinkarnation von Castlevania im 3D Gewand sicher kein Problem mehr darstellen. Ob jedoch auch das Gameplay eine entsprechende Evolution mitmachen konnte, soll unser Review klären, denn insgesamt vermisse ich die konstante Weiterentwicklung der Serie im Bereich Gameplay, auch wenn Retro-Gaming in Mode ist.

Möge die Ausrede zur Stagnation noch für die Spieleplattform "Gameboy" Gültigkeit haben, kann Konami dies bei den technischen Möglichkeiten einer PS2 nicht als Entschuldigung anführen. Die Zeit ist also reif für ein neues "Castlevania" und glaubt man den Ankündigungen, erwartet den Spieler ein selbiges.

Zur Technik: Die Graphik in Castlevania kann man nur als äußerst gelungen bezeichnen. Stimmungsvoll wurden die Schauplätze umgesetzt und vermitteln dem Spieler, sich wirklich in einem alten verrotteten Schloss zu befinden oder durch unterirdische Katakomben zu schleichen. Eindrucksvolle Texturen und stimmige Spezialeffekte, wie Bodenreflexionen auf poliertem Marmor oder Lichtstrahlen, die durch buntes Fensterglas fallen, runden das Bild ab und entführen den Spieler an Orte wie ein altes verlassenes Theater, ein Schlossgarten, ein Verlies oder ein alchimistisches Labor. Die Animationen der Figuren sind gelungen und die Engine versteht es auch bei hohem Gegneraufkommen oder riesigen Endbossen, niemals in die Knie zu gehen. Konami Programmierer zeigen einmal mehr, dass sie die Hardware der PS2 voll im Griff haben und auch auszureizen verstehen. Auch die Gegnervielfalt sorgt zu den unterschiedlichen Szenarien für reichlich Abwechslung. Fliegende Gargoyles, Echsen, Höllenhunde, Skelettkrieger, Ritter, Fledermäuse, Riesenpflanzen, Geister oder Zombies.

Sound: Soundtechnisch steht Castelvania auf hohem Niveau. Die Umgebungsgeräusche sind realistisch und unheimlich zugleich. Hier ein entferntes Schreien, in den Katakomben hört man das Wasser von der Decke tropfen und die Peitschenhiebe, die unser Held auf die Gegner loslässt, wurden gut umgesetzt. Die engl. Sprachausgabe, die deutsch untertitelt wurde, ist gelungen und professionell besetzt. Für die Musik konnte wieder die Komponistin Michiru Yamane verpflichtet werden, die schon einige Castlevania Teile mit ihren außergewöhnlichen Kompositionen begleiten durfte. Auch in diesem Fall gibt es einige wirklich phantastische Stücke, orchestral, mit großen Chor und absolut atmosphäresteigernd. Aber es gibt auch einige Stücke, die ich als absolut unpassend empfinde und die Atmosphäre von Null auf Hundert in nichtssagende Kaufhausberieselungsmusik absinken lässt. Hier gibt es an vielen Stellen einen wirklichen Bruch und zudem werden viele Stücke oft wiederholt und wirken auf Dauer, auch bei der ansonsten recht kurzen Spielzeit, schnell langweilig.

Steuerung: Die Steuerung ist grösstenteils präzise und gut umgesetzt. Ein wenig gewöhnungsbedürftig und vielleicht nicht ganz optimal ist jedoch das Itemmenü und die Auswahl, die über den rechten Analogstick erfolgt. Hier wären zumindest für ein paar wichtige Items wie Gesundheitstränke Hotkeys eine bessere Wahl gewesen, denn mitten im Kampf durch Menüs zu scrollen, ist nicht besonders passend. Ein wenig zu sparsam und unscheinbar kamen für meinen Geschmack jedoch die Rumbleeffekte zum Einsatz.

Gameplay/Kritik: "Castlevania- Lament of Innocence" ist keine Fortsetzung im eigentlichen Sinne. Vielmehr soll es den Grundstein zur gesamten Castlevania-Saga legen. Es beginnt lange vor den anderen Teilen und kehrt zu den Wurzeln des Belmont Clans und die Herkunft der magischen Peitsche zurück, die sich bereits durch alle Castelvania-Teile schwingt. Leon Belmont musste während der Kreuzzüge miterleben, wie sich sein Leben und das seiner Mitmenschen brutal veränderte. Dennoch bewahrte er sich vor diesen Veränderungen und blieb ein großmütiger Mann. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als seine geliebte Sara entführt wurde. Er macht sich auf zum Schloss des Unholden, um seine Verlobte wieder aus den Klauen des Bösen zu entreißen. Vor dem Schloss, in einer alten Hütte, trifft Leon auf Renaldo, einem Alchemisten, der ebenfalls noch ein Hühnchen mit dem Schlossherren zu rupfen hat und er hilft Leon dabei, sich für den Kampf zu wappnen. Von ihm erhält Leon die magische Peitsche, die es ermöglicht, gegen die Höllenbrut anzutreten.

Das Spielprinzip der Castlevania Serie war in vergangenen Teile eine Mischung aus "Plattformhüpfer" mit Kampfeinlagen, wobei der Schwerpunkt aber zumeist in dem Niederstrecken der Gegner lag und die Hüpf- und Geschicklichkeitseinlagen ca. nur 30-40% des eigentlichen Gameplays einnahmen. Im aktuellen Teil ist dies jedoch komplett anders und die bekannten Sprungpassagen sind hier eindeutig im Hintertreffen und spielen keine große Rolle mehr. Vielmehr gilt es, mit dem Helden Leon, einen Raum nach dem nächsten von Gegnerhorden zu reinigen, um sich Zugang zum nächsten Abschnitt zu erspielen. Das sieht häufig so aus, dass Leon einen neuen Raum betritt, dieser automatisch verriegelt wird und sich erst wieder öffnet, bis alle Gegner beseitig wurden. Danach ist dieser "gereinigte" Raum dann permanent begehbar, ohne dass er wieder verriegelt wird, jedoch respawnen in jedem Abschnitt, Zwischenbosse ausgenommen, alle Gegner erneut- eine Tatsache, die alle Castlevania-Spieler hinlänglich kennen sollten.

Wie in den vorherigen Teilen, ist die Hauptwaffe der Spielfigur die besagte magische Peitsche, mit der man auf die Horden einprügeln darf. Wieder gibt es besondere Items /Peitschenmodelle, die zusätzliche Angriffseigenschaften und besondere Fähigkeiten verleihen. So z. B. der Angriff als Feuerpeitsche oder später auch die Möglichkeit, den Gegnern Lebensenergie für eigene Zwecke auszusaugen. Ebenso kann der Held wieder eine alternative Waffe aufnehmen, die ihm Spezialattacken ermöglicht, was jedoch Energie in Form von Herzen kostet, die Leon jedoch wieder auffrischen kann, indem er Gegner erledigt oder Gegenstände zertrümmert und diese dann z.T. Herzen oder aber auch andere Gegenstände wie Münzen "droppen". Die alternative Waffe ermöglicht Leon Spezialattacken, die er für bestimmte Gegner einsetzen kann, wobei er beachten sollte, wie wirkungsstark diese sind. "Holy Water" muss nicht den gleichen Effekt bei Höllenhunde haben, wie eine Dolchattacke. Die alternative Waffe kann nicht beliebig gewählt werden, sondern muss von Leon an bestimmten Fundorten aufgenommen werden. Er kann jeweils nur eine tragen und diese gegen die neu gefundene permanent austauschen, bis er sich wieder zu einem Wechsel am nächsten Fundort entscheidet- das gleiche Prinzip, wie in den vorherigen Castlevania-Teilen.

Eine zentrale wichtige Rolle spielt auch der Laden des Alchemisten Renaldo. Dort kann man sich für die von den Gegnern gedroppten Münzen Equipment kaufen. So gibt es Antigift-Serum, Gesundheitsserum, Zaubersprüche, die einen sofort in den Zauberladen teleportieren, sollte man in großer Gefahr sein oder man findet Ringe, die Resistenzen gegen bestimmte Angriffe verstärken. Im Alchemistenshop darf man dann auch zusätzliche Manatränke kaufen, die es Leon ermöglichen, den Besitz besondere Relikte vorausgesetzt, Spezialeigenschaften zu nutzen. Diese Relikte findet Leon im Laufe des Spieles und ermöglichen es ihm, bestimmte zuvor nicht erreichbare Gegenden zu besuchen. Ein bestimmtes Relikt ermöglicht es z. B., dass er schnell wie ein Wolf laufen kann und somit eine Brücke passierbar wird, die unter normaler Laufgeschwindigkeit sonst zusammenbricht. Auch für den Kampf kann er einige der Relikte einsetzten. Insgesamt kommen diese aber viel zu kurz und lassen sich besser unter Randerscheinung verbuchen.

Interessanter sind da schon die Charakterupgrades, die diesmal jedoch nicht selbst "erwirtschaftet" werden, wie man sie aus einigen der Gameboyvarianten her kennt, sondern Leon erreicht diese Eigenschaften automatisch ab einem gewissen Spielpunkt. Ein Charakter-Up-Leveln wie aus den Vorgängern, um sich so ein wenig gegen allzu starke Gegner zu wappnen, ist somit nicht mehr möglich. Das Spiel gibt vor, wann Leon bestimmte Komboattacke oder Angriffstechniken "erlernt". Diese sind jedoch recht vielfältig und machen zudem jede Menge Spaß, sollte man die Übersicht behalten und sie auch entsprechen einsetzten können, was nicht immer ganz einfach ist und bestimmte Kombinationen der Actionbuttons voraussetzt. So kann Leon später z. B. einen speziellen Angriff in der Luft auf Gegner loslassen oder sie auf dem Boden mit einer schlagkräftigen Kombo zurückdrängen. Einige Gegner sind jedoch nicht so einfach mit der Hau-Drauf-Methode zu besiegen. Hier gilt es, ihn geschickt zu umzingeln, Schläge abzuwehren, um dann an einer bestimmten Stelle gezielt anzugreifen, was besonders auch bei größeren Zwischen- oder Levelbossen notwendig wird. Neben der reinen Gegnerhatz gibt es auch ein paar Rätsel im Spiel, die jedoch niemals außergewöhnlich anspruchsvoll oder schwer sind. Hier einen Mechanismus in Gang gesetzt, um dort den Wasserstand zu ändern und Zugang zu vorher nicht erreichbaren Gegenden zu erlangen, Dort ein Schlüssel oder einen Stein eingesetzt, um verschlossene Tore zu öffnen. Zudem gibt es noch ein paar gut versteckte Secrets, die nicht einfach zu finden sind. Zur Belohnung gibt dort jedoch oft Gegenstände, die permanent die Lebenskraft verbessern, die maximale Anzahl der Herzen für die Alternativangriffe erhöht oder besondere Relikte mit Spezialeigenschaften.

Das hört sich bis hierhin alles gar nicht so übel an, doch der neuste Castlevania-Teil krankt an einigen Punkten, die sich massiv auf das Gameplay und den Spielspass auswirken. Im Prinzip hat man eigentlich das 2D-Gameplay einer Gameboyversion auf die PS2 in 3D konvertiert, ohne dabei jedoch das Spielprinzip zu ändern, bzw. es aufgrund der 3D Umsetzung anzupassen, was es in vielen Punkten schlechter macht, als das 2D Vorbild. Im eigentlichen Sinne kann man kaum von 3D Leveln sprechen, präsentieren sie doch mehr oder weniger nur einen leeren Raum, einer kleinen Arena gleich, ohne dreidimensionale Ausprägung. Selten gibt es ein paar Vorsprünge oder ähnliches, was den Namen 3D Level überhaupt verdient. So betritt man einen mit Gegnern gefüllten Raum nach dem anderen und der Handlungsraum der Spielfigur beschränkt sich dadurch lediglich im Ausweichen der Gegnern auf dem Boden oder durch einen Sprung. Von den Möglichkeiten unterschiedliche Plattformen einzunehmen, wie es die 2D Vorgänger beinhalteten, ist so gut wie nichts geblieben. Castlevania für die PS2, groß als erster 3D Titel angekündigt, bietet allenfalls 2 1/2 D und weniger Handlungsspielraum, als seine 2D Vorgänger. Vereinzelt gibt es zwar ein paar Räume, die hierfür Ansätze zeigen, diese sind aber weitestgehend an der Hand eines Sägewerkbesitzers abzuzählen und durch eine generell ungünstige Kameraposition höchst frustrierend. Da die Kamera grundsätzlich die Perspektive selbst bestimmt und vom Spieler nicht modifiziert werden kann, ergeben sich oft Situationen, die es nicht ermöglichen, die komplette Übersicht zu behalten, Figuren befinden sich in einem nicht sichtbaren Spielbereich, Entfernungen sind bei Plattformen nicht abzuschätzen und man "versenkt" Leon so in einigen Screens (die jedoch größtenteils nur für Bonusgegenstände verantwortlich sind) sicher mehr als 30 mal in "unendlichen Weiten". Jedenfalls waren die Spieledesigner so entgegenkommend, vielleicht weil sie hier selbst ein Defizit im Gameplay erkannten, und verschonen den Spieler an diesen Stellen mit einem strafenden Abzug an Lebensenergie. Auch lässt an diesen Plattformhüpfpassagen die Steuerung zu wünschen übrig und oft gleitet Leon dann knapp an der Plattform vorbei und "schliddert" über das Ziel hinaus. An diesen Stellen ist die ansonsten gute Steuerung eindeutig zu unpräzise und schwammig. Nervig waren auch ein paar Passagen, in denen man mit der Peitsche nach dem Indiana Jones Prinzip mehrere Abgründe überwinden musste. Unfair ist dabei, dass man bei einem "Fehltritt" zumeist von ganz vorne anfangen muss - oft auch unter Zeitdruck.

Eines der Hauptprobleme von Castlevania ist jedoch mangelnde Abwechslung. Macht die Monsterhatz mit der Peitsche die ersten paar Stunden noch Spaß, wird in der zweiten Spielhälfte die Kür zu Pflicht, gewürzt mit unnötig langen Wegstrecken, die den Spieler von einem Levelende zu anderen diktieren. Das Spielchen geht dann letztendlich soweit, dass man den Gegnern, die bei jedem Raumneueintritt respawnen, einfach ausweicht, um nicht unnötig im Spielfluss gebremst zu werden. Konnte man in früheren Castelvania-Teilen auf dem Gameboy dadurch noch seinen Charakter skillen, geht dies hier nicht mehr und macht daher spielerisch auch keinen Sinn. So läuft man später dann mit seiner Figur eher einen Ausweichslalom um die Gegner, um zum nächsten relevanten Rätselevent oder Speicherraum zu gelangen. Ein solches Resultat im Spielerverhalten ist sicher kein Indiz für ein stimmiges, forderndes Gameplay.

Aber auch folgende Kleinigkeiten sollten bei einem modernen Spiel der Vergangenheit angehören. Springt man auf einige Bodendielen, brechen diese unter dem Spieler zusammen, hier darf man nicht springen, sondern nur vorsichtig darüber laufen. Sind diese Plattformen einmal verschwunden, erscheinen diese erst wieder, wenn man den Raum verlässt und wieder neu betritt (mit Gegner-Respawn). Retro-Gaming schön und gut ...

Ein weiterer ärgerlicher Punkt ist auch das Verlassen/Betreten zum nächsten Raum. Austrittspunkte der jeweiligen Level sind mit Pfeilen markiert. Nähert man sich diesen Pfeilen, ändern diese ihre Farbe und mittels der Angriffstaste leitet man den Raumwechsel ein. Ärgerlich, wenn man gerade in der Nähe einer Tür kämpft und noch ärgerlicher, wenn das Farbwechseln nicht immer r präzise abläuft und man oft, wenn man nur noch wenig Lebensenergie besitzt und lieber die Flucht ergreift, dumm vor der Türe hin und her wedelt, den Raumwechsel nicht einleiten kann und Mausetod zu Boden geht.

Ein weiteres Defizit von Castlevania ist die maue Story, wenn man sie überhaupt so nennen kann. Es gibt keinen richtigen Storyverlauf und alles wirkt viel zu zusammenhangslos, um eine gruselige Stimmung aufzubauen, was sicher auch darin begründet liegt, dass man fünf von den sechs Leveln insgesamt, in beliebiger Reihenfolge starten kann, zudem wirken die Level auch aufgrund des immer gleichen Spielprinzips zu austauschbar- lediglich das Graphiksetting ist ein anders. Da können auch die recht eindrucksvoll gestalteten Levelbosse das Storydefizit nicht mehr kompensieren. Die künstlerische Gestaltung des Spiel hat zwar alle Komponenten- eine gruslige Atmosphäre bleibt dennoch außen vor.

Fazit: Der neuste Castelvania Teil, der die Wiedergeburt eines Klassikers jetzt in zeitgemäßer 3D Optik werden sollte, erscheint mir mehr als eine Mogelpackung. Vielmehr hat man versucht, das gängige 2D Spielprinzip der Gameboyvorgänger ohne neue Innovationen auf die PS2 in ein 3D Gewand zu zwängen, was jedoch an vielen Punkten scheiterte. So wird eigentlich kein richtiges räumliches Umfeld geschaffen und man bewegt sich eher in 2 1/2 als in 3D. Zudem wird das Spielprinzip zu wenig variiert und bietet nichts Neues, so dass man schon nach 4-5 Stunden Spielzeit das Monsterkillen und ewige Respawnen, zusammen mit den unnötig langen Wegstrecken, mehr als über hat, auch wenn die neuen Komboattacken vielleicht noch ein wenig motivieren. Eine neue Innovation, wie es die Entwickler versprechen, ist es definitiv nicht geworden, sondern es erinnert eher an eine Retro-Gaming-Session. Sogar im Gegensatz zu den Gameboyvorgängern gibt es Rückschritte, hat man sich doch von den rudimentären RPG Anteilen verabschiedet. Die dürre Story und zu wenig Abwechslung ließen trotz der kurzen Gesamtspielzeit von ca. 12 Stunden vorzeitig Langeweile aufkommen. Da nützt auch die Zusatzoption nach dem Beenden, noch mal gegen alle Levelbosse antreten zu können, herzlich wenig. Wer Spiele dieser Gattung sucht, wird mit anderen Spielen sicher besser bedient. Hier kann ich nur jedem, der eine gewisse Affinität zu Vampiren besitzt, die Soul Reaver Reihe empfehlen, die eindeutig mehr Spannung, Story und Atmosphäre zu bieten hat. Für die Wiedergeburt eines Klassikers in 3D hätte ich von Konami mehr Innovationen erwartet.


Geschrieben am 18.05.2004, Testkonfiguration: Playstation2
 



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