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Call of Duty 2  


Info
Autor 3+
 2
 1
 2
Gesamt (80 votes) 2
 1.8
 1.2
 2.1
Name:Call of Duty 2
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2005/10
Publisher: Activision
Entwickler: Infinity Ward
Offiz. Sites: Game
Hardware: 1.5Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 4600 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Serie: ja
Patch: 1.3
Bemerkung: auch für Xbox360
USK: 18
Call of Duty 2 (review von ronin)

Die Schwemme der Weltkriegsshooter bricht einfach nicht ab und es scheint auch kein Ende in Sicht zu sein. Schon endlose Male habe ich die Normandie per Landungsboot vor Omaha Beach erobert, unzählbar oft den armen russischen Soldaten in Stalingrad gemimt und die zahllosen Fallschirmsprünge über Europa wollen wir mal gar nicht erwähnen.

Die Call of Duty Serie, gehört, neben Medal of Honor, zu den erfolgreichsten dieses Genres und hat mich immer wieder mit seinen Massenschlachten und dem "Der Soldat James Ryan" - Mittendringefühl gefesselt. Allerdings hat diese Art von Spielen langsam eine Frischzellenkur verdient, denn die immer gleichen Abläufe sind selbst für Fans irgendwann nicht mehr erträglich. Im neusten Ableger Call of Duty 2 soll alles besser werden, neue Grafik, hochintelligente Gegner, ebensolche Teamkameraden und außerdem eine nichtlineare Levelgestaltung. In wieweit man diesen Versprechungen gerecht geworden ist, soll das folgende Review zeigen.

Die Bewertungen in den Printmags sind jedenfalls über alle Maßen gut - "Das beste Antikriegsspiel aller Zeit!" ;-) Vorab wie immer die technische Präsentation.

Grafik

Von der Grafikfront gibt es wenig Negatives zu berichten. Wie bei den meisten Nachfolgern wurde hier kräftig nachgelegt. Vor allem die Gesichter der Soldaten sind hervorragend gelungen. Die Mimik ändert sich und vermittelt gut die Stimmung an der Front. Auch die Nebeleffekte sind nett und spielen eine taktischere Rolle als noch im Vorgänger. Die Umgebung ist zwar immer noch recht grau und blass, aber wie soll es schon in einem zerbombten Städtchen aussehen. Störend war allerdings immer noch die Levelgrenze und der Blick in die Ferne. Hier glaubt man wieder in einem Röhrensystem zu sein und nicht in einer von den Entwicklern angepriesenen nicht linearen Umgebung. Dennoch hat sich im Vergleich zum Vorgänger einiges getan. Die verschwommene Wahrnehmung nach Artilleriefeuer oder das mühsame Dahinwanken kurz vor dem Exitus sind nett anzuschauen. Leider gilt dies nicht für die Hardwarehungrigkeit. Die Massenschlachten sind auf leistungsschwächeren Rechnern unspielbar und zwingen, die Einstellungen weit nach unten zu regeln. Von der neuen Grafikpracht kriegt man dann doch recht wenig mit. Die Blurr-Effekte, wie die stark überzeichneten Sonnenaufgänge Marke Brothers in Arms, wird man deshalb selten zu Gesicht bekommen. Allerdings macht das Spiel trotz allem noch einen guten Eindruck und die Spielatmosphäre leidet nicht zu sehr unter den Einschränkungen im grafischen Bereich.

Sound

Was soll man zum Sound sagen. Das Waffengeratter ist allgegenwärtig, die Bombastmusik auch. Irgendwie kennt man das alles schon, aber es verfehlt seine Wirkung nicht. Das Mittendringefühl, das aufgeregte Kribbeln, wenn man sich mal wieder einen Berg hoch kämpft, stellt sich wieder ein. CoD2 arbeitet mit den selben Stilmitteln wie schon Spielberg in seinem "Antikriegsfilm". Ruhige orchestrale Einspielungen und gleichzeitig das Abnehmen der Lautstärke der restlichen Geräuschkulisse vermitteln Atmosphäre. Auch kommt die Musik nicht übertrieben zum Einsatz, sondern wird mit Bedacht eingesetzt. Vorbildlich ... aber man kennt es halt schon. Die Sprachausgabe hat sich in jeder Hinsicht verbessert. Zwar schreien die Deutschen immer, egal wie die Situation gerade steht, panisch herum und wirken völlig übertrieben, aber die sonstigen Ansagen sind gut gelungen. Oftmals erfährt man durch seine Teamkameraden und auch durch den Feind, wo sich Gegner verstecken. Alles in allem wirkt dadurch die Umgebung lebendiger und man fühlt sich mit seinen Kameraden mehr verbunden. Auch die Wiederholungen der Sprachsamples halten sich in Grenzen.

Steuerung

Shooter-üblich kommt die Steuerung daher. Man kann sich zusätzlich um die Ecke lehnen und bietet so weniger Angriffsfläche. Auch fällt es jetzt leichter über Mauervorsprünge und offene Fenster zu springen, da hier, durch ein Icon gekennzeichnet, der Soldat automatisch darüber springt. Die eigenen Teamkameraden sind absolut autark und lassen sich nicht beeinflussen. Da diese sich recht intelligent verhalten ist das weniger schlimm. Ansonsten gibt's das Übliche für dieses Genre - alles in allem sehr einfach und eingängig. Nichts nervt mehr, als eine überfrachtete Steuerung mit zu vielen Zusatztasten ;-).

Nun aber zum Gameplay

Der Zweite Weltkrieg wurde ja nun schon in jeder Facette dargestellt und ausgewalzt - ob in Europa, Afrika oder Asien. Nun stellt sich die Frage was sich beim zweiten Teil der CoD Serie szenariotechnisch verändert hat. Die Antwort lautet: Nichts! Die Schauplätze sind vergleichbar mit dem ersten Teil der Serie. Man startet als russischer Soldat in Stalingrad, kämpft als Brite in Nordafrika und schließt die Kampagnenreihe als Amerikaner in der Normandie bzw. Deutschland ab. Die Schauplätze kennt man. Eine riesige Fabrikanlage, bei der man durch Rohre dem Feind in den Rücken fällt, eine Landung per Boot an einem Strand in der Normandie (wem kommt's bekannt vor?) und Häuserkampf an der niederländischen Grenze. Die russische Kampagne ist leider sehr kurz ausgefallen, obwohl mir diese am besten gefallen hat. Im Schneegestöber durch Fabriken und zerfallene Häuser tappen, oder in Rohre kriechen, wo immer wieder MG-Salven des Gegners einschlagen, ist einfach spannend und sehr atmosphärisch. Allgemein herrscht mehr Abwechslung auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges. Panzerfahren, Artillerieschläge anordnen und hinter dem MG eines Kübelwagens durch nordafrikanische Städte heizen. Alles in allem ganz nett und sehr auf Hauruck-Action bedacht. Immer passiert etwas, nie kommt man zur Ruhe. Das Haus erobern, Stellung halten, zurückgedrängt werden, auf Verstärkung warten und wieder zuschlagen. So ballert man sich in etwa acht Stunden durch die Kampagnen. Zwar kommt selten Langeweile auf, aber irgendwann wird's halt doch eintönig. Man erlebt, als relativ unbedeutender Infanteriesoldat, immer die "Highlights" der jeweiligen Kriegsschauplätze und zieht damit zusammenhanglos durch den Kriegsverlauf. Lediglich durch rührselige Tagebucheinträge während des Ladevorgangs für den nächsten Einsatz, weiß man in etwa, warum man gerade dies oder jenes tun soll. Zwar kommt es immer mal zu Ingame-Zwischensequenzen, aber die sind eher eine erweiterte Missionsbeschreibung. Auch die alten Schwarzweissfilmchen aus den Filmarchiven, die immer nach einem wichtigeren Missionsabschluß winken, wirken mittlerweile nicht mehr originell. Nonstop-Action steht im Vordergrund, eine packende und eventuell auch dem Antikriegsfilmklischee entgegenkommende Story fehlt völlig. Da hatte Medal of Honor weitaus mehr zu bieten. Es erinnert eher an den völlig überzogenen Funshooter Serious Sam, als an ein Spiel, in dem es um ein ernstes historisches Thema geht. Ich will hier sicher nicht den Moralapostel spielen, dafür ist das Nachspielen eines sinnlosen Kriegs zur Unterhaltung am PC schon problematisch genug, aber sich Antikriegsspiel groß auf die Fahne zu schreiben und dann so einen Actionshooter zu fabrizieren, ist arg daneben. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Spaß gemacht hat es mir trotzdem, wenn auch mit einem unangenehmen Beigeschmack.

Übrigens, von großer Kameradschaft kann man nicht sprechen, die Pappkameraden sind einfach nur Kanonenfutter und beliebig auswechselbar, zumal ein permanenter Respawn für schnellen Nachschub sorgt. Ein "Zusammenwachsen" mit seinen Mitstreiter, wie es Brothers in Arms vormacht, vermißt man in CoD2 schmerzlich.

Kommen wir zu den groß angekündigten Neuerungen: KI und freieres Leveldesign. Die Gegner-KI und die der eigenen Kameraden wurde angeblich stark verbessert. Die eigenen Leute blieben sehr selten irgendwo hängen und warteten immer brav auf die Auslösung des nächsten Scripts. Beschweren kann man sich an dieser Stelle selten. Zwar rannten John, Jack und Joe immer mal in ein sinnloses Martyrium, aber der Respawn war ja immer gesichert. Auch standen meine Jungs öfters vor einer geschlossenen Tür und ballerten beherzt dagegen. Bei den Gegnern sieht es durchwachsen aus. Oftmals zogen sie sich zurück und verschanzten sich hinter Mauern etc., aber manchmal rannten sie im Pulk durch eine Tür, blockierten sich gegenseitig und konnten per MG-Einsatz recht einfach über den Haufen geballert werden. Der Kanonenfuttereffekt bei den Gegner ist leider schwer zu beurteilen, da die massiven Infanteriegemetzel der beiden Weltkriege sicher als solche bezeichnet werden können. Welle um Welle brandete mir entgegen und lies sich Wegsnipern, ohne dass Wort Deckung je gehört zu haben. Ich denke allerdings, dass an solchen Stellen gewollt so gescriptet wurde. Alles in allem fand ich die KI, im Vergleich mit dem Vorgänger, wenig verändert. Nicht störend schwach, aber auch nicht überragend anspruchsvoll.

Weit wichtiger und interessanter war mir ein offeneres Missionsdesign. Eine Fabrikanlage bietet viele Möglichkeiten, um sich dem Feind von der Flanke zu nähern und es nervt, hierbei lediglich eine Möglichkeit vorgegeben zu bekommen. Die angekündigte Freiheit blieb allerdings weitgehend aus. In sehr wenigen Missionen hat man die Möglichkeit alternative Wege, die jedoch vorgegeben sind, zu benutzen. Oder man muss mehrere Kontrollpunkte erobern, die Reihenfolge kann man selbst bestimmen. Leider hat man diese Möglichkeit nur sehr selten und auch dann ist man hier sehr eingeschränkt, da die KI-Kameraden schon am nächsten vorgeschriebenen Punkt darauf warten, dass der Spieler erscheint und sie das nächste Script abspielen können. Insgesamt habe ich mir vom Missiondesign mehr erhofft. Es hat sich ein wenig getan, aber meiner Meinung nach zu wenig, um wirklich einen einschneidenden Spielspaßeffekt zu haben. Man fühlt sich durch ein Röhrensystem gescheucht, was den stupiden Ballereffekt verstärkt. Allerdings hat man durch die Möglichkeit sichteinschränkende Rauchgranaten zu werfe den taktischen Anspruch leicht gesteigert. Soll man ein Gebäude stürmen und muss dabei eine Fläche ohne Deckung überqueren, wirft man einfach eine Rauchgranate und greift durch diesen Sichtschutz an. Nett und in einigen Situationen sehr hilfreich.

Eine weitere Neuerung ist das völlige Fehlen einer Lebensenergieanzeige und damit auch von Medikits. Anfangs dachte ich, dass ich es hier mit einem Bug zu tun habe. Ich wurde zwar getroffen und mein Sichtfeld wurde immer mal rot, aber sterben wollte mein Soldat nicht so recht. Allerdings verträgt man nur wenige Treffer gleichzeitig, bevor das Sichtfeld fast komplett rot wird und man nur noch schwankend vorwärts kommt. Ab hier weiß man, dass der baldige Exitus bevorsteht. Allerdings lädt man sich quasi innerhalb von Sekunden wieder auf. Es genügt in Deckung zu gehen und einige Momente zu verharren. Lediglich Granaten, die erfreulicherweise per Vorwarnung und Pfeil, angezeigt werden (wer denkt sich solchen Quatsch aus?!) bedeuten bei direktem Kontakt den sofortigen Tod. Ein für mich nicht so recht nachvollziehbares Feature, treibt es das Spiel doch noch weiter in die Action-Fun-Shooter-Ecke. Durch Teamkollegen, wie Sanitäter, hätte man hier mehr Realismus schaffen können. Weiterhin fehlt die Möglichkeit, das Spiel jederzeit zu speichern. Allerdings sind die Respawnpunkte recht gut gesetzt und es kommt selten Frust auf. Warum man die beliebte Quicksavefunktion komplett entfernt hat bleibt mir allerdings ein Rätsel. Alles in allem ist mir CoD2 zu actionlastig geworden. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ich älter werde, aber den Titel als ein Anti-Kriegsspiel zu bezeichnen, bringt mich regelrecht auf die Palme. Beim ersten Teil, der ja thematisch und auch spielerisch fast identisch ist, störte mich dieser Aspekt weniger. Aber durch den aggressiveren und mehr auf Vereinfachung getrimmten Spielstil des zweiten Teils ist jegliche Authentizität abhanden gekommen. Aber wie schon weiter oben gesagt ist das Geschmackssache.

Multiplay:

Genau wie bei der MoH Serie rankt sich auch um Call of Duty eine aktive Multiplayergemeinde. Da ich selbst keine große Erfahrung mit diesem Aspekt des Spieles habe, kann ich nicht beurteilen, wie die Spieler den Wegfall der HP-Anzeige aufnehmen. Die Kartenauswahl ist jedoch recht umfangreich, die Spielmodi (neben den üblichen Verdächtigen kommen noch Capture & Hold sowie Seek & Destroy dazu) ebenfalls. Die Grundvoraussetzungen für ein längeres "Überleben" im Multiplayerbereich sind also gegeben. Den Rest wird die Zukunft zeigen.

Fazit:

Fans des ersten Teils wird wenig Neues geboten, aber das Altbekannte macht in den wenigen Stunden Spielzeit durchaus Spaß. Leider hat man den Titel im Gameplaybereich weiter geglättet und die angekündigten Neuerungen mehr schlecht als recht umgesetzt. Die Kampagnen sind weiterhin lieb- und zusammenhanglos aneinander gereiht, die Teamkameraden haben noch immer Schablonenstatus und das Leveldesign ist geradlinig und vorhersehbar. Trotz Daueraction und zum Teil noch immer aufkommender Atmosphäre kommt spätestens ab der Hälfte des Spiels Monotonie auf. Schade eigentlich, hatte ich doch nach dem schon recht eintönigen Addon zum ersten Teil auf eine Weiterentwicklung des Spiels gehofft. So kommt der Shooter leider nicht über die 3+ hinaus. Für Shooterfans sicher empfehlenswert, aber am besten wartet man bis es billiger wird. Die knappen acht Stunden Spielspaß sind keine 50€ wert.


Geschrieben am 29.11.2005, Testkonfiguration: AMD2400+,Radeon 9800, 1024MB Ram, SB Audigy
 



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