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Info
Autor 2
 2
 1.5
 2.5
Gesamt (98 votes) 1
 1.7
 1.5
 2.1
Name:Call of Duty: United Offensive
Genre: Egoshooter
Produkt: Add-On
Release: 2004/10
Publisher: Activision
Entwickler: Gray Matter Studios
Offiz. Sites: Game
Hardware: 800Mhz, 128MB RAM, 32 MB D3D T&L, HD 1200 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 98/ME, 2000, XP, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch
Patch: 1.51
USK: 18
Call of Duty: United Offensive (review von nali_warcow)

Vor knapp einem Jahr zeigte Call of Duty der Medal of Honor Reihe, wie man das "Mittendringefühl" noch steigern konnte. Nicht allein, sondern überwiegend mit gescripteten NPCs und mit Level-Action von vorn bis hinten bekamen WW2-Shooterfans ein packendes Spielerlebnis geboten. Lediglich die Spiellänge ist vielen unangenehm aufgefallen. Für 40€ nur etwa 8 Stunden Spielspaß? Das war doch etwas wenig, aber wenigstens gab es einen Mehrspielermodus dazu, der online inzwischen sehr beliebt ist und die Zeit für ein AddOn ist längst reif gewesen. Wie gut das AddOn ist und wer zugreifen sollte, steht im folgenden Review.

Für etwa 28 € bekommt man eine doch recht gute Ausstattung. Zwar liegen die beiden CDs gestapelt übereinander in der Hülle, doch das Handbuch ist mit 40 Seiten für ein Shooter-AddOn gar nicht mal so schlecht ausgefallen. Hier wird alles von Grund auf erklärt, angefangen bei der Handhabung, den Waffen bis hin zu Fahrzeugen und Mehrspielermodi. Die etwa 1200 MB sind recht schnell installiert und dann kann man sich ins Schlachtgetümmel stürzen. Probleme mit dem Kopierschutz oder schwerwiegende Bugs sind nicht aufgefallen.

Der Kampf ist noch nicht vorbei

Wie schon im Hauptspiel gibt es auch im AddOn keine durchgängig erzählte Story. Wieder einmal spielt man nacheinander in der Rolle unterschiedlicher Soldaten einzelne Geschehnisse aus dem Zweiten Weltkrieg nach. Den Einstieg erlebt man als Corporal Scott Ridly in Bastone, wo die Schlacht in den Ardennen Schauplatz des Spiels ist. Danach geht es als S.O.E.-Agent James Doyle an Bord eines Bombers der Royal Airforce und beendet den kurzen Abschnitt in Sizilien. Den dritten und letzten Abschnitt erlebt man aus der Sicht des Russen Yuri Petrenko mit der Vorbreitung und Eroberung von Kharkov. Jeweils vor und nach den Missionen gibt es unterschiedliche Aufzeichnungen. Mal in Form eines "Briefes" oder aber Anweisungen vom HQ. Aber auch Diavorführungen sind ab und zu vorhanden und nach jeweils einem "Block" gibt es einen kleinen Videozusammenschnitt der Ereignisse der letzten Missionen.

Abwechslungsreiche Missionen

Die dreizehn Missionen des Spiels sind extrem abwechslungsreich gelungen. Mal kämpft man in einer Schneelandschaft in den Ardennen, dann folgt ein Blitzangriff bei Nacht, Kämpfe in einem kleinen fast verlassenen Dorf, als Bordschütze gilt es die Bomber zu beschützen, eine Eisenbahnbrücke will gesprengt werden, man kämpft sich in Sizilien in eine Festung und muss Geschütze zerstören (Fans des Films "Die Kanonen von Navarone" werden bestens bedient), dazwischen gibt es immer mal wieder wilder Verfolgungsjagden in Schiffen, Motorrädern oder LKWs. Aber auch Schützengräben wollen verteidigt werden und die Erstürmung von Kharkov stellt das Ende vom Hauptprogramm in Sachen Design und Action in den Schatten. Die Designer haben sich durchweg sehr viele Mühe bei den Missionen gegeben. Die Ziele sind zwar nicht gerade große Neuerungen und Aufgaben wie Häuser säubern, triff dich mit Trupp X an Stelle Y, Beschütze den Anführer, halte die Panzer auf oder Sprenge Objekt X, sind jedem Shooterspieler wohlbekannt, doch es kommt auf die Mischung an. Beim AddOn gibt es stellenweise bis zu 12 solcher Ziele im Verlauf einer Mission und oftmals gilt es schnell zu handeln. Da muss man jemanden zum Schützengraben folgen, während es um einem herum überall kracht, Explosionen neben einem stattfinden und verletzte Kameraden weggeschafft werden. Da gilt es dann die Stellung zu halten, die plötzlich auftauchenden Panzer abzuwehren, dann jemanden beschützen, der Ziele für Luftangriffe markieren will und plötzlich ist die Nordflanke durchbrochen und man muss dort die Lage wieder unter Kontrolle bringen. So sehr steht man stellenweise "unter Druck". Doch dank Anweisungen, Zielinfos und Kompass weiß man meistens immer recht gut, was man nun wie und wo machen sollte. Es gibt lediglich ab und zu kleinere Unstimmigkeiten, wie z. B., als man in eine Lagerhalle eingedrungen ist, dort plötzlich ein Panzer erscheint und nun die Aufgabe lautet, sich eine Panzerfaust zu suchen. Wenn man nicht weiß wo, dann war es das. Daher sind Saves recht wichtig, auch wenn es zahlreiche Autosaves gibt. Es kam im Spielverlauf jedoch auch vor, dass die Autosaves recht ungünstig angelegt wurden, weil sie stellenweise etwas spät bzw. ungenau schalten. So schaltete in einer Mission, wo es galt eine Brücke zu sprengen, das Savegame in genau dem Moment, wo ich den Hang runtergerutscht war. Nur leider war es nicht vorgesehen, dass man im Wasser schwimmen kann und so starb man nun immer beim Laden dieses Savegames. Was bei den Aufgaben teilweise etwas unangenehm aufgefallen ist, dass man diese meist selbst erledigen muss. Wenn da drei NPCs um eine Waffe stehen, wieso schnappen sie sich diese nicht und feuern damit auf den Panzer? Oder wieso muss der Spieler im Bomber seinen Geschützplatz verlassen, durch das halbe Flugzeug gehen und dort einen Schalter betätigen, obwohl 20 cm davon entfernt ein NPC ist? Dabei sind die NPCs ansonsten gar nicht mal so schlechte Kämpfer, wenn sie den Spieler begleiten. Man ist eigentlich fast nie allein unterwegs. Die Begleiter halten auch recht viel aus (rappeln sich wieder auf, kommen nach oder sterben, je nachdem, wie es vorgesehen ist) und können wunderbar ein Gebäude stürmen, in Deckung gehen, etc. eben alles, wie ein Script es ihnen vorschreibt. Befehlen kann man nichts. Da erreicht man einen bestimmten Punkt und schon stürmen die Jungs los und spielen den Kugelfänger. So gut das ganze Scripting insgesamt auch geworden ist, es spielt sich meist immer recht gleich und gibt wenig Abwechslung. So bleiben die Leute so lange stehen, bis man eine bestimmt Aktion ausgeführt hat, wenn man z. B. an einem Ziel aus Versehen vorbeiläuft. Da war es in Kharkov nicht möglich, die Koordinaten zu übermitteln, weil man sich vor dem Gebäude noch nicht die genauen Instruktionen geholt hat. Da stand man nun am Fenster, wollte das Ziel anpeilen und der NPC rief immer nur "Komme zu ihnen", kam aber nicht. Dumm wenn man weiß, was man tun muss und deswegen vor dem Gebäude nicht lange genug auf die Anweisung gehört hat, die noch nicht beendet war. Oder aber in einer Mission sollte man ein MG Nest beseitigen. Herangetastet hinter einer Häuserwand und mindestens zwanzig Mal den Schützen beseitigt, Granaten hineingeworfen, etc, doch der "Erfolg" blieb aus. Dann aber einen Durchgang gefunden und über einen Umweg hinten ins Haus gekommen. Schaltete man die Gegner von hier aus und säuberte das Gebäude, war die Aufgabe erfüllt und die Gegner spawnten nicht wieder. Die 50 Typen vor dem MG Nest zeigten nur, dass man hier was anderes versucht hat, als sich die Leveldesigner ausgedacht hatten. Auch die Begrenzung der Level ist nicht immer wunderbar gelungen. Schon ein kleiner Zaun ist ein unüberwindbares Hindernis, Türen können nur per Script eingetreten werden (Sprengung per Granate beispielsweise nicht möglich), oder aber man tritt automatisch auf eine Mine, wenn man das Gelände zu weit verlassen will.

Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist auch nicht ganz gut ausgewogen. Es gab einige wirklich haarige Stellen. Da muss man beispielsweise Küstenwachboote beseitigen, die einiges austeilen können und da man nur feuern kann, hat man wenig Einfluss auf die eigenen Treffer und hält wenig aus. Ähnlich ist es auch, wenn man mit dem Panzer unterwegs ist. Versucht man selber zu kämpfen, dann wird man als Spieler meist immer sofort und auf größte Entfernung "erkannt" und getroffen. Fährt man dagegen so, dass man ein Script auslöst, dass die Begleiter losfahren lässt, dann machen diese fast alles platt und man tuckert gemütlich hinterher. Oder aber in Kharkov soll man Pioniere beschützen, die auf einem großen Platz von Hindernis zu Hindernis huschen. Überall verschanzen sich Gegner und spawnen in sekundenschnell wieder. Bei der Aufgabe ist sicherlich der ein oder andere Spieler der Verzweiflung nah. Nach etwa 5 bis 6 Stunden ist dann auch die Kampagne des AddOns durchgespielt.

Ausrüstung, Gegner & Steuerung

Hier hat sich nicht so viel geändert im Vergleich zum Hauptspiel. Es gibt die USA, Russland, England und Deutschland unterschiedliche neue Waffen von Maschinengewehren, Gewehren, Bazooka bis hin zum Flammenwerfer. Für den Mehrspielermodus gibt es nun auch beispielsweise nette Rucksackladungen, womit Panzer, etc. gesprengt werden können. Über Dosen, kleine Healthpacks und große Heiltaschen steigert man die angeschlagene Gesundheit. Im Spiel trifft man wieder auf unterschiedlich ausgestattete Gegner, die jedoch in Sachen KI etwas schwanken. Stellenweise wird man schon durch die Wand erfasst und bekommt einen Treffer ab, sobald man auch nur um die Ecke schaut und das mitunter auf größte Entfernung. Doch an anderen Stellen haben sie scheinbar Ladehemmungen bzw. treffen kaum. Sehr beliebt sind auch Nahkampfangriffe, wenn man sich im dichten Getümmel bewegt. Die Steuerung des Spiels hat sich nicht verändert und war auch rundum gelungen. Die Menüs sind übersichtlich, das HUD zeigt dank Kompass alle wichtigen Punkt an und Trefferanzeigen erleichtern die Lokalisierung der Gegner. Lediglich an Leitern gab es ab und zu Steuerungsprobleme (z. B. durch ein Loch) und beim Draufklettern auf eine LKW Fläche bzw. Aktivierung eines Schalters wurde das Aktivierungssymbol nur in ganz bestimmten Positionen eingeblendet.

Erweiterter Mehrspielermodus

Der Mehrspielermodus von Call of Duty wird durch das AddOn auch erweitert und bietet viel Spaß im Netz auf längere Zeit. Die Serveroptionen sind recht umfangreich und Waffen und Fahrzeuge können individuell zugelassen/ gesperrt werden. Dank eines Rangaufstiegs werden Spieler, die im Interesse des Teams handeln, durch zusätzliche Fertigkeiten/ Möglichkeiten belohnt. Angefangen bei zusätzlichen Granaten und Pistolenmunition bis zur Möglichkeit einen Artillerieschlag zu beordern. Zu den schon bekannten Spieltypen wie Hauptquartier, hinter feindlichen Linien, Bergung, Suchen & Zerstören, Deathmatch und TDM sind auch drei neue Spieltypen enthalten. Im Herrschaftsmodus gilt es eine Reihe an strategischen Punkten auf der Karte zu erobern, die durch Flaggen gekennzeichnet sind. Um eine Flagge zu erobern, muss man sich eine kurze Weile neben selbige stellen. Wer alle Flaggen eingenommen hat, hat die Runde gewonnen. Den Modus Capture the Flag sollte eigentlich inzwischen jeder Shooterfan kennen. Hier gilt es die Flagge des Gegners in die eigene Basis zu bringen. Im Modus Basisangriff gilt es drei Feindbasen zu beseitigen, indem diese erst mit schweren Waffen angegriffen werden und danach eine Infiltrierung durch Fußtruppen erfolgt, welche wichtige Punkte mit Sprengladungen versehen muss.

Grafik, Hardware & Sound

Grafisch kann ein Call of Duty auf Basis der Quake 3 Engine nicht mehr ganz oben mitmischen, doch es ist wirklich toll, was die Entwickler mit dem AddOn noch auf die Beine gestellt haben. Die Maps sehen überwiegend sehr gut aus und die zerstörte Stadt Kharkov sieht beeindruckend aus. Es kracht überall um einen herum, Dreck fliegt durch die Luft, wenn man durch Glas (z. B. Zielfernroh oder im Geschützturm an Bord des Bomber sitzt) schaut, dann sieht man den Dreck auf der Seite und die Wassereffekte können sich ebenfalls sehen lassen. Sicherlich könnten die Models etwas mehr Polygone haben, genauso wie einige Landschaftsabschnitte (insbesondere Bäume) und einige Texturen sind Low Quality. Auf der anderen Seite stimmen dafür jedoch wieder die Gesichter der Charaktere. Bis auf sehr wenige Ausnahmen war das Spiel auch immer wunderbar flüssig spielbar. Lediglich in der zweiten Mission (Nachtangriff) und in Sizilien an den Geschützen, brach die FPS Rate enorm ein. Die musikalische Untermalung ist, wie schon im Hauptspiel, sehr gut gelungen. Die Sprachausgabe ist passend und stimmig und dank Waffengeräusche, Panzer, Explosionen fühlt man sich wieder einmal mehr mittendrin im Geschehen, wie in kaum einem anderen WW2-Shooter.

Meinung

Das AddOn macht wenig wirklich neu. Im Grund liefern die Entwickler hier nur mehr von der gleichen guten Arbeit des Hauptspiels ab. Die Missionen sind sehr abwechslungsreich, gut gestaltet, wenn man mit der Linearität leben kann und so schön konnte man mit NPCs noch in keinem WW2-Shooter kämpfen. Auf der anderen Seite stören lediglich die Enge, die Linearität, die festen Wege und Scripts. So packend es ist, so wenig wird man das Game deswegen sonderlich oft spielen, wenn es immer gleich abläuft. Man huscht von Script zu Script, aber das auf die atmosphärisch beste Art und Weise. Wer nach dem recht kurzem Hauptspiel unbedingt mehr davon haben will, der kann bedenkenlos zugreifen, wenn man auch den Einzelspielerpart an einem Nachmittag durchspielen kann. Wer jedoch auch ein Fan des Mehrspielerparts ist, für den ist das AddOn ein Pflichtkauf. Mehr Maps, schöne Spieltypen, etc. sorgen für viel Spielspaß im LAN und Internet. Bots für Offline bzw. Gelegenheitsspieler gibt es leider nicht.


Geschrieben am 29.11.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
 



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