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Info
Autor 3+
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Gesamt (10 votes) 2
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 1.5
 1.7
Name:Bugs Bunny auf Zeitreise
Genre: Jump n Run
Produkt: Vollversion
Release: 1999/09
Publisher: Infogrames
Hardware: 166Mhz, 16MB RAM, keine 3D-Karte nötig/ jedoch unterstützt, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX5
Steuerung: Tastatur/ Joystick/ Gamepad
Sprache: Deutsch
Bemerkung: auch für PS erhältlich
Bugs Bunny auf Zeitreise (review von yak)

Durch den Überraschungshit Sheep, Dog n' Wolf sah ich mich praktisch dazu gezwungen, auch die anderen Programme aus der Warner- Cartoon Serie anzutesten und zu prüfen. Kann Bugs Bunny dem Wolf Ralph das Wasser reichen oder ist es ein infantiles Jump &Run ohne Anspruch?

Das zu beantworten, soll der folgende Review klären.

Bugs Bunny - Auf Zeitreise ist das erste 3D Abenteuer um den beliebten und neunmalklugen, geschwätzigen Hasen aus der bekannten Cartoon-Serie, der schon viele Generationen zu begeistern wusste. Die Frage, ob man es geschafft hat, den Charme und die Essenz, die die Figur charakterisieren, angemessen auf die Festplatte übertragen konnte, muss beantwortet werden.

Präsentiert wird das Game im Gewand einer Jump & Run 3D Engine. Auflösungen von 320x240 bis 1024x768 (16 Bit Farbtiefe) werden für 3D Beschleuniger und auch noch für die Darstellung im Softwaremodus unterstützt. Der Softwaremodus sieht sogar noch sehr gut aus und macht auch durch die geringen Hardwareanforderungen Besitzer älterer System zu potentiellen Hasenhaltern.

Gesteuert wird Freund Bugs wahlweise mit Tastatur oder Joypad. Die Graphik ist, bedenkt man das Alter des Programmes (1999) noch sehr gut und gibt keinen Anlass, sich empört abzuwenden. Hier zeigt sich der Vorteil, dass Comicvorlagen in Spieleumsetzungen nicht dem Hardware- und Graphikwahn aktueller Egoshooter unterliegen. Bugs und seine Kumpanen sehen so aus, wie man sie aus der Glotze kennt und das reicht völlig aus. Die Animation der Figuren entspricht genau dem Vorbild und es macht Spass, Bugs beim Karottenknabbern oder beim Kratzen zu beobachten. Genauso sieht es mit den anderen Charakteren aus, sei es Yosemite Sam, Elmer Fudd, Hazel die Hexe, Marvin der Marsianer oder der Ganove Mugsy. Die Levelgraphik ist genauso liebevoll gestaltet. Kleiner Wermutstropfen der Engine: Es kommt öfters zu Clippingfehlern, besonders wenn Bugs Gegenstände verschiebt, verschwindet er teilweise im Fels. Das mindert den Spielspass jedoch überhaupt nicht.

Die Steuerung ist präzise und ohne Tadel. Bugs reagiert ohne Verzögerung. Gewöhnungsbedürftig ist nur, dass er für einen Hasen nur kurze Sprünge auf Lager hat und die Steuerung wieder mal "consolenlike" ist, was bedeutet, dass die Steuerausrichtung sich mit Änderung der Bildschirmansicht verschiebt. Positiv ist, dass Bugs nicht sofort einen Abhang herunterfällt, wenn man mal nicht genau aufpasst, sondern dies mit einem kleinen Hüpfer ausgleicht. So kann man im Sprung befindlich noch nachkorrigieren und entgeht so oft dem Heldentod. Eine sehr gelungene Idee, die den Frustfaktor senkt und damit auch besser für Spielanfänger und Kinder geeignet ist.

Die Sprachausgabe ist gelungen und so wie es sich anhört, wurden die aktuellen Sprecher aus der TV-Show dazu verpflichtet (das Programm liegt auf CD multilingual in fast allen europäischen Sprachen vor). Auch die Geräuscheffekte stehen dem nicht nach, wenn sie auch etwas spärlich sind. Die Musik passt hervorragend zum Szenario und entspricht ebenfalls der Soundkulisse der Fernsehserie. Technisch gibt es also nicht viel an dem Programm auszusetzen.

Kommen wir nun zum Gameplay. Unser guter Bugs ist unterwegs in den Urlaub und gräbt sich seinen Weg durch die Felder. Zwecks Standortüberprüfung begibt er sich an die Oberfläche, nur um festzustellen, dass er in einer Scheune gelandet ist. Seine Augen quellen ihm praktisch aus dem Hasenschädel, als er dort eine riesige Karottensaftpresse vorfindet. Seine Hasengene lassen ihm praktisch keine andere Wahl, als den Betriebsknopf zu betätigen. Nur leider ist auf den ersten Blick nicht alles das, was es zu sein scheint und unser guter Bugs Bunny hat statt einer Saftpresse eine Zeitmaschine aktiviert. Unverhofft kommt oft und er landet daraufhin in einem Niemandsland. Dort lernt er den Zauberer Merlin kennen, der ihn über den Sachverhalt und seine Taten aufklärt. Er erkärt ihm mittels eines Tutorials alles notwenige, um den Zeitfehler wieder zu beheben. Bugs muss in unterschiedliche Zeiten reisen, um den Schaden wieder gut zu machen und das normale Raum-/ Zeitgefüge wieder herzustellen, dazu muss er in den unterschiedlichen Zeitepochen Ausschau nach Uhren halten, die Merlin dazu benötigt. Es gibt insgesamt 5 Zeitepochen, die jeweils auch mit einen Bosscharakter verbunden sind. So findet man Elmer Fudd als Boss in der Steinzeit wieder, Yosemite Sam in der Piratenwelt, Hexe Hazel, wie sollte es auch anders sein, im Mittelalter, Marvin der Marsianer passt auf Dimension X auf und Mugsy ist Herrscher der 30iger Jahre Welt. Den Zugang zu den einzelnen Welten muss sich unser Held jedoch erst redlich verdienen. So sind für den Zeitsprung in die jeweilige Epoche eine Mindestanzahl von Weckern notwendig. Starten darf Bugs in der Steinzeit und arbeitet sich so chronologisch bis in die Dimension X vor.

Gespeichert werden darf nach jedem Level und auch innerhalb der einzelnen Abschnitte gibt es Savepoints. Fruststellen sind dadurch so gut wie ausgeschlossen. Insgesamt beinhaltet das Spiel 21 Level, die sich auf die Zeitepochen und Bonuslevel verteilen. Die ersten Level sind stark an das Genre Jump n Run angelegt, jedoch mit steigender Levelzahl erhöht sich der Puzzleanteil. Bugs muss dann schon mal richtig überlegen, wie er vorgeht, wohin er Steine schiebt, welche Knöpfe er zuerst drückt oder in welcher Reihenfolge. So kann es auch mal sein, dass Bugs einen Gegner in Zaunnähe überwältigen muss und dann seinen Bauch als eine Art Trampolin benutzt, um über den Zaun springen zu können. Auch wie man mit Sprengstoff richtig umgeht, wie man Haie mit Leckereien von sich ablenkt, um sicher das andere Ufer zu erreichen, wie man sich von hinten an einen Gegner anschleicht, um ihn zu überwältigen, oder doch besser einen Tunnel gräbt, um sicher den Bereich zu passieren und hartgesottenen Gegnern rennt man besser davon, bis sie ausser Puste sind, um ihnen dann einen gehörigen Tritt in den Allerwertesten zu geben.

Die Designer haben alle Register gezogen, um das Genre Jump & Run interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Die Puzzle sind nie zu schwer, um den Level im "Standardmodus" zu schaffen, richtig knifflig wird es dann, wenn man noch alle Goodies erreichen will. So bietet das Spiel für Anfänger und Profis genügend Herausforderung, um immer interessant zu bleiben. Belohnt werden die Sammler aller goldenen Karotten dann mit der Erlaubnis, vorausgesetzt sie haben die richtige Anzahl, die Bonuslevel zu betreten. Diese sind eine Klasse für sich und oft basieren sie auf bekannten Szenen der TV Show. So gibt es z. B. eine irre Lorenfahrt im Stile von Indiana Jones und der Tempel des Todes, ein Podracer-Rennen mit einem Marsbewohner, ein Seeduell, einen Stierkampf oder eine waghalsige Autoverfolgungsjagd im Stile alter Gangsterfilme. Das Leveldesign ist zusätzlich noch so aufgebaut, dass man viele Bereiche erneut aufsuchen muss, weil Bugs im Spielverlauf noch einige Sonderfähigkeiten erlangt, die ihm erlauben, vorher nicht erreichbare Stellen zu betreten. So lernt unser Held den Saltosprung oder einen Zauberspruch für magische versiegelte Tore. Da macht das Zeitreisen innerhalb der Epochen gleich noch mal soviel Spass und der Forschungsdrang, alle Bonusgegenstände zu finden, wird erhöht.

Gekrönt wird jeder Level mit einen Endboss, den es zu besiegen gilt. Genau wie die normalen Levelgegner hat auch der Levelboss seinen Schwachpunkt, den es erst zu entdecken gilt. So schleudert man dem Piratenboss am besten die Dynamitfässer zurück oder man lockt Steinzeit-Elmer einfach in ein Hasenloch, nur um sich hinter ihm wieder auszubuddeln, um ihm einen festen Tritt zu geben. Das Spiel steckt voller liebevoller Details. So trifft man im Hexenwald auf Duffy Duck im Robin Hood Kostüm oder ein Amboss fällt ohne Vorankündigung vom Himmel (wobei dann die im Boden vergrabenen Karotten bei der Erschütterung einen Satz in die Luft machen). Bugs Bewegungsmöglichkeiten unterstützen dies zudem. So kann er im Sturz seine Ohren als Propeller benutzen, um den Aufprall abzumildern oder sanft auf brüchigem Eis landen, das bei normalem Sprung sonst zerbrechen würde. Alles ist nahtlos in das Gamedesign eingebaut und notwendig, um einen Level zu schaffen.

"Bugs Bunny - Auf Zeitreise" ist ein durchaus gelungenes, empfehlenswertes Spiel. Die Designer haben es geschafft, die Charaktereigenschaften von Bugs Bunny nahtlos in ein Spieledesign zu verpacken. Man hat nie das Gefühl nur ein Spiel X mit dem Polygonmodell von Bugs Bunny zu spielen, dass jederzeit durch ein anderes ersetzbar wäre. Nein, die Identifikation ist perfekt. Das zu schaffen ist in meinen Augen eine starke Leistung der Entwickler. Die Figur ist genauso glaubwürdig umgesetzt, wie schon Wolf Ralph in Sheep, Dog n Wolf, wenn auch die Spiele vom Konzept beide sehr unterschiedlich sind. Das Hasenspiel hat jedoch den Schwerpunkt nicht hauptsächlich beim Puzzlelösen.

Leider ist das Programm aber bei den meisten Printmagazinen untergegangen und in die Schublade "Kinderkram" gesteckt worden, was absolut ungerechtfertigt ist, da es spielerisch einen hohen Anspruch hat und auch für Profis ca. 15 Stunden Spielspass bereithält. Wer diese Karottenpackung, die bereits in der Comic Star Collection von Infogrames für ca. 5-10 € erhältlich ist, an sich vorbeihüpfen lässt, ist selber schuld. Die Gradwanderung ein Spiel zu designen, was für jung und alt gleichermassen interessant ist, ohne jedoch zu unter- oder überfordern, ist hier vollkommen gelungen.

Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines bereits auf der Site 'GUN' veröffentlichten Reviews.



Geschrieben am 07.10.2001, Testkonfiguration: AMD1200, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
 



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