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Info
Autor 2
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 2.1
Name:Brute Force
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2003/06
Publisher: Microsoft Game Studios
Entwickler: Digital Anvil
Hardware: Xbox
System: Xbox
Multiplay: SplitScreen/Linkkabel
FFeedback: ja
Sprache: Deutsch
zensiert: nein
USK: 16
Herstellerscreens
Brute Force (review von yak)

Wir schreiben das Jahr 2340.

Ein einsamer Kämpfer alleine auf einem nicht sehr freundlich aussehenden Planeten. Insektenartige Wesen umzingeln unseren Helden, der leider irgendwie die letzte Check-in-Durchsage des Fliegers verpasst hat und damit auch nicht in den Genuss des freien Bordgetränktes kommt. Aber was soll's, dachte er sich, heizt seine Railgun nochmal richtig an, bevor die Kreaturen, deren nahe Verwandte sicher als Statisten in Starship Troopers zu sehen waren, ihm ein heroisches Ende bereiteten, auf das jeder Klingone stolz wäre, auch wenn die sterblichen Überreste an Gagh erinnern.

Doch gibt es ein Leben nach dem Gagh?

Im Jahre 2340 schon, wenn man den Memorychip des gefallenen Soldaten auffindet, damit sein Klon zumindest die Erinnerung bis zum Eintritt seines vorherigen Todes hat, was nicht nur für die Kampferfahrung wichtig scheint, da man aus Fehlern ja bekanntlicherweise lernen soll und ab dem neunten Kloning sollen Erlebnisse wie Lichter am Ende eines Tunnels oder das Vorbeirauschen des gesamten Lebens vor dem inneren Auge weit weniger traumatisch wirken. Gut geklont ist halb gewonnen, denkt sich zumindest die neu gegründete 23. Sondereinheit Codename Brute Force, als sie nach Bergung des Memory Chips den Soldat Tex im Klonofen neues Leben einhauchten.

Technisch zieht das neuste Xbox-only Spiel aus dem Hause Microsoft Studios /Digital Anvil jedes Register und zeigt eindrucksvoll, wozu die Konsole in der Lage ist. Sehenswerte Graphik, eindrucksvolle Spezialeffekte und bombastischer Sound sorgen für ein Spielerlebnis, das manchen High-End PC alt aussehen lässt. Brute Force entführt den Spieler in 6 unterschiedliche Welten. Alle Klimazonen werden abgedeckt, sei es ein wüstenähnliches Szenario, ein Sumpfgebiet, Eisplanet, Urwald, Karibikinsel oder vulkanisch aktive Orte, selbst auf einem Asteroiden darf man sich austoben. Alles wurde mit viel Detailliebe umgesetzt. Lava brodelt und glühende Asche fällt wie Schneeflocken vom Himmel, was besonders eindrucksvoll aussieht und dem Szenario dadurch eine besonders bedrohliche Atmosphäre vermittelt. Nebelschwaden verbergen die Sicht im Sumpf und dunkle Höhleneingänge auf dem Asteroiden lassen uns mehr als einmal überlegen, ob man einfach mal mit der Tür ins Haus fällt. Aufwendige Explosionen und Waffeneffekte runden das graphische Erlebnis ab. Die Figuren sind hochdetailliert, gut und differenziert animiert. So erinnert der Außerirdische Brutus eher an eine Kreuzung zwischen einem wildgewordenen Gorilla mit einer Raubkatze und Riesenechsen-Erbgut. Tex, der Soldat fürs Grobe scheint dagegen einige DNA Stränge bei Arnold Schwarzenegger ausgeliehen zu haben. Die Damenriege im Viererteam bewegt sich, ganz ihren Spezialfähigkeiten entsprechend, wesentlich anmutiger. Bei der Gestaltung der Gegner hat man ebensoviel Arbeit investiert, seien es die an Zombies erinnernden Mutanten oder die großgehirnigen, dünnbeinigen Seher-Priester mit ihren Psychic Blastern. Die Figuren sehen auch in der Nahansicht, besonders wenn man sie per Sniper ins Visier nimmt, immer noch hochdetailliert aus, so dass man fast noch an den Waffenmodellen die Seriennummern und Schrauben ausmachen kann. Besonders gut hat mir der Effekt gefallen, dass den Figuren bei niedrigem Gesundheitsstatus die Wahrnehmung schwindet. So sehen sie im schlimmsten Fall ihr Umfeld nur noch verschwommen. Das steigert besonders die Atmosphäre und man versucht sich noch mal spielerisch aufzuraffen und ballert auf den Feind, auch wenn man ihn in der Ferne kaum noch richtig wahrnehmen kann. Brute Force ist eine graphische Augenweide, was jedoch erst im späteren Spielverlauf richtig deutlich wird.

Der Sound donnert, den Anschluss an einer Dolby Digital 5.1 Anlage vorausgesetzt, wortwörtlich aus allen Ecken. Erstklassige Ortung und gute Nutzung der Surroundkanäle sorgen dafür, dass man mittendrin, statt nur dabei, ist. Es scheppert und rumpelt aus allen Kanälen, gepaart mit einer guten, selbstironischen Synchronisation, dessen dröge Sprüche schon für manchen Lacher gut sind, auch wenn sie anfangs etwas kindisch und unfreiwillig komisch wirken. Nachdem man aber ein paar Level später erkennt, dass das Spiel sich selbst nicht zu ernst nimmt, ist es ein Heidenspaß. Spätestens, wenn der Scheinheilige Shadoon per Riesenhologramm seine Weisheiten Marke "Arbeit muss sich wieder lohnen" unters Volk bringt, sollte man den satirischen Unterton verstanden haben. Die Kommentare des Teams untereinander sind gelungen und passen vor allem auch sehr gut zur aktuellen Spielsituation. Wenn z. B. ein Klonkumpane kurz vor dem Ableben ist oder man in eine hoffnungslose Situation gerät, geben die Figuren schon mal Sätze wie "Wärmt schon mal die Klonanlage an" zum Besten. Auch die Gegner stehen dem in nichts nach, wenn "traurige" Mutanten das Dahinscheiden ihres einzigen Freundes bedauern und Rache schwören oder die Seher-Priester ihre Jünger in den sicheren Tod beordern, um sich selbst zu schützen. Selbst auf so kleine Details wie Husten wurde geachtet, wenn sich Mitstreiter in einer Giftgaswolke den Kick besorgen.

Die Musik reicht von heroischen Themen mit Wiedererkennungswert bis zu atmospährischen Ambientestücken, die situationsabhängig zu Gehör kommen. Auch hier gibt es einige "Zitate" aus bekannten SciFi Filmen. Verantwortlich für die Komposition ist u. a. Jesper Kyd, der schon eindrucksvollen Orchestersound zu Hitman 2 lieferte (siehe Interview).

Gesteuert wird, ganz HALO-Like: Ein Analogstick zum Laufen, der andere zum Zielen, was nach einiger Übungszeit auch PC-Mäuslern gut in Fleisch und Blut übergeht. Waffenwahl, Medipacks und andere Utensilien werden bequem durch die Actionbuttons belegt. Positiv hier, wie auch in anderen Spielen, die innovative Nutzung des Analogsticks beim Hineindrücken. Hier wird wahlweise das Ducken, bzw. beim Zielstick der Snipermode aktiviert. Von der technischen Realisation ist Brute Force ohne Fehl und Tadel, ob jedoch das Gameplay überzeugen kann?

Laut Featurebeschreibung ist Brute Force ein teambasierter, taktischer Shooter, was prinzipiell stimmt, spieltechnisch jedoch nicht so umsetzbar ist, wie es sich die Designer vielleicht gedacht haben, was aber, wie sich später zeigte, dennoch für guten Spielspaß sorgte. Doch der Reihe nach.

Brute Force, die neu gegründete Spezialeinheit besteht anfänglich noch aus einer One-Man Show und baut sich erst mit den Folgemissionen zum (S) Quad-Team aus. Eine gute Tutorial-Mission macht aus Möchtegern-Söldner richtig harte Jungs und Mädels, die danach mit allen Wassern gewaschen sind und lernen, was es heißt, ein waschechter Klon der X-ten Generation zu sein. Ganz Shooter-like lernt man den Umgang mit Waffen, Granaten, Snipern und letztlich auch die Befehligung der Teamkameraden. In Brute Force muss man nie alleine ins Getümmel. Ein schlagkräftiges Vierer-Team mit Spezialisten in allen Bereichen soll für Recht und Ordnung im Quadranten sorgen. So kann man bequem per Steuerkreuz den einzelnen Teammitgliedern vier verschiedene Befehlsvarianten übermitteln. So kann man sie per "Bewegen nach" an einen wählbaren Ort dirigieren, an dem sie dann "Wache" schieben und dort in den Modus "Stellung halten" wechseln, der sie veranlasst, sich nähernden Feinden anzunehmen und uns vor Invasoren zu warnen. Im "Gib mir Deckung" Modus schützen sie den aktiv gewählten Charakter, folgen ihm und greifen Gegner an. Im Modus "Schiessen, wenn bereit" gibt es eine kostenlose Adrenalinkur, denn dann werden die Teammitglieder aggressiver und rücken selbstständig vor. Ebenso darf man dirigieren, ob sie ihre Spezialfähigkeiten nutzen können, womit wir bei den einzelnen Charakteren wären.

Spezialfähigkeiten sind Eigenschaften, die der jeweilige Charakter zeitlich begrenzt einsetzen kann und es ihm ermöglichen, besondere "Heldentaten" zu vollbringen, zumindest solange, bis die Energie der Spezialfähigkeit verfügbar ist oder sie sich nach einiger Zeit wieder regeneriert hat.

Tex ist der Berserker im Team und seine Spezialfähigkeit ist, ganz seinem Vorbild Arnold entsprechend, mit zwei Wummen gleichzeitig für Alien-Kebap zu sorgen.

Brutus, das Echsenwesen, kann den Geist von Vengar beschwören. Er gewinnt dadurch Gesundheit zurück und kann Feinde, durch eine erweiterte Sicht ähnlich einer Infrarotbrille, Gegner sofort aufgrund ihrer Körpertemperatur aufspüren und zudem einen Gewaltangriff durchführen, der den Gegner praktisch unter sich begräbt.

Hawk, die erste Dame in der Riege, ist Fachfrau für Tarnung. Sie wird beim Aktivieren ihrer Spezialfähigkeit praktisch unsichtbar und kann ungesehen in feindliches Gebiet eindringen und Gegner hinterrücks und unbemerkt mit der Superklinge in einen nicht nur mental schizophrenen Zustand versetzen.

Flint, die zweite Dame, jedoch synthetisch, ist die Frau am Sniper. Ihre Fähigkeit im Scharfschützenmodus ist ungeschlagen und ihre automatische verbesserte Zielfunktion hilft in so mancher Schlacht, wenn sie im Rennen durch ein Gegnerlager hochpräzise Schüsse abfeuert. Durch ihre "Plastikbauweise" ist sie auch resistent gegen Giftgas.

In all der Charaktervielfalt scheint es nun schwierig, sich für den richtigen zu entscheiden, zeigt sich aber unproblematisch, da jederzeit zwischen den Figuren gewechselt werden kann, vorausgesetzt, dass sie nicht gerade im Klonofen die Oberhitze genießen.

Die Missionen variieren zwischen "Tötet den Bösen" , "Zerstört Station X" oder "Stellt Gegenstand/Person Y sicher". Hört sich nicht besonders an, spielt sich aber gut, da Levelaufbau, Locations und Variationen innerhalb der Mission für genügend Abwechslung sorgen, das Waffenarsenal sprechen zu lassen, was jeden ambitionierten Shooterfreund beglückt. Besonders spaßig, unkompliziert und effektiv im Vergleich zu anderen Genrevertretern, wurde der Einsatz von Granaten realisiert. Selten habe ich in einem Shootergame so ausgiebig davon Gebrauch gemacht, wie bei Brute Force.

Anfangs war ich gegenüber dem Gameplay sehr skeptisch und die ersten Spielerlebnisse waren eher ernüchternd, da die Komponente "Taktik im Team" enttäuschte. In vielen Spielphasen war es einfach zu hektisch, erst zu überlegen, wer was wo am besten tun könnte und so blieb meist die Variante "mir nach, ich folge euch", was oft in Massenschlachten der Marke "Serious Sam" endete und dieses Spielkonzept mich wenig begeistert. Doch wenn man ein wenig mit dem Spiel warm geworden ist und für sich selbst die richtige Spielweise gefunden hat, änderte sich dies schlagartig und sorgte, vielleicht anders als die Programmierer dies vorgesehen hatten, für viel taktische Möglichkeiten. So vernachlässigte ich die Option "Flöhe hüten" und plante die Einsätze praktisch von einem Punkt aus, was wahnsinnig Spaß machte. Ganz Commando-like wählte ich den richtigen Charakter für den richtigen Job aus. So nutzte ich Hawks Tarnung, den vor mir liegenden Bereich ungesehen auszukundschaften und evtl. per Superklinge unentdeckt einem Vorposten das Licht auszuknipsen, um dann die Erkenntnisse in die Angriffsstrategie einfließen zu lassen. Oft half auch das scharfe Auge von Flint, aus sicherer Entfernung die Macht des Snipers regieren zu lassen. In einem sicheren Versteck genau das Gebiet "abfahren" und die Sniper der Gegner zu erledigen, automatische Geschütztürme zu deaktivieren oder Raketensilos/ Treibstofftanks in der Nähe von Gegneransammlungen in die Luft zu jagen, wurde mein neues Credo. Aber nicht immer empfiehlt sich diese Methode, bzw. ist ihr Einsatz sinnvoll, da es einige Missionen gibt, die anders effektiver zu lösen sind. Hier schickt man die harten und zähen Jungs ins Getümmel, bewaffnet sie bis ans Messer und stürmt das Lager. Alternativ kann man aber auch Fallen aufbauen und dank der Minenentschärffähigkeit von Tex einen Canyon verminen und so den Gegner in einen Hinterhalt locken. Brute Force bietet dank des guten, wenn auch ziemlich linearen Levelaufbaus, genügend Bandbreite für Variationen. Wer z. B. richtig sucht, findet meist einen versteckten Bergpass im Canyon, der zu einer idealen Sniperposition führt. Dadurch ist der Wiederspielwert, in Kombination mit vielen zusätzlichen Bonusmissionen innerhalb der Hauptaufgabe, gesichert.

Ein weiteres Standbein ist das Inventar. So sollte man nach Medipacks Ausschau halten und sich vom erlegeten Gegner evtl. eine bessere Waffe beschaffen und die alte ablegen, da jeweils nur zwei Feuerwaffen ins Inventar passen. Von der Idee des koordinierten, gleichzeitigen 4Spieler-Einsatzes im Singleplay sollte man sich schnell trennen, was jedoch nicht bedeutet, dass Brute Force ein reines Hau Ruck Spiel geworden ist. Die Taktik kann der Spieler selbst bestimmen und damit wird es für viele Spielernaturen spielenswert. Ob reine Action oder ruhigeres Vorgehen, beides ist nach Eigenermessen möglich. Damit löst Brute Force jedoch nicht die Probleme, die schon andere Spiele mit der KI und Koordination virtueller Begleiter hatten und erinnert damit stark an Spiele wie Evolva, Project Eden und The Thing. Die KI hat leider ihre Grenzen, auch wenn sich die computergesteuerten Figuren niemals richtig dämlich anstellen, sind sie doch weit davon entfernt, sich annähernd wie ein menschlicher Spieler zu verhalten. So nutzen sie in der Brute Force Polonaise selten Deckung, sondern es kann vorkommen, dass sie auf dem Servierteller in der Anstellschlange für Reinkarnation anstehen. Sie nehmen lieber Gegner aufs Korn, statt die viel schadensträchtigeren automatischem Geschütztürme auszuschalten. Daher spielt man Brute Force lieber ähnlich, wie man es schon aus Daikatana kannte. Man befehligt den anderen Figuren möglichst an sicherer Position, die Stellung zu halten, bis man einen adäquaten Einsatz für sie hat und sie zur Hilfe ruft, es sei denn, man spielt das Spiel durchgehend nach der Rambo-Methode.

Die KI der Gegner ist jedoch ausgesprochen gelungen. Im zunehmenden Spielverlauf werden sie fieser und aggressiver. So flüchten sie gekonnt vor Granateneinsatz oder gehen geschickt in Deckung. Was mich anfangs etwas gestört hatte war, dass man auch nach dem Verlust aller Teammitglieder dank der Klontechnik erneut mit allen Figuren ins Spiel einsteigen kann, was eher nach einem Eingeständnis an schlecht balanciertem Gameplay oder als Hilfestellung für nicht so geübte Spieler aussah. Daher ist eigentlich jeder Level ohne Probleme zu schaffen. Vielleicht ist dies aber auch einfach der Ersatz für eine fehlende In-Game-Level Speicherfunktion, denn Brute Force kann nur nach jedem Level gesichert werden. Leider geht dadurch doch ein wenig spielerische Herausforderung verloren, auch wenn das Spiel schon im normalen von drei möglichen Schwierigkeitsgraden kaum mit einem Team zu schaffen ist. Auf's Klonen ist man also angewiesen.

Bereitet das Koordinieren der 4 Begleiter im Singleplay Probleme, kann man im kooperativen Multiplay per Splitscreen oder mittels Link zwischen mehreren Xboxen richtig aufdrehen und es macht noch mal soviel Spaß, da es sich jetzt auch gänzlich anders angehen lässt. Als Bonus gibt es auch noch einige Deathmatch und Teamdeathmatch Optionen mit bis zu 8 Spielern. Leider kann Brute Force nicht per Xbox-Live gespielt werden, was mehr als peinlich ist. Lediglich neue Upgrades wie Levelmaps lassen sich per herunterladen. Hier besteht dringender Nachholbedarf. Nett ist das Feature, dass man im Singleplay entdeckte DNA Sequenzen im Multiplay als neue Skin nutzen kann. Empfehlenswert für den Multiplaymodus wäre zumindest, das Spiel mit 2 Xboxen zu spielen. Ein Spiltscreen, der das Bild in der Mitte horizontal teilt, bietet einfach zu wenig Übersicht und mindert den Spielspass enorm. Warum man nicht die 16:9 Option der Breitwandfernseher und mit einer vertikalen Bildteilung nutzt, ist schade. So wäre damit ein fast gleicher Bildausschnitt im Format 4:3 erreichbar. Für die Zukunft sollte man bei Konsolen die Option mit zwei Videoausgängen berücksichtigen, die bei Computergraphikkarten mittlerweile schon gängig ist, denn zwei Fernseher pro Haushalt sind fast Standard.

Zu den Dingen, die zu kritisieren wären. Während der Mission bekommt man für erledigte Aufgaben Geld gutgeschrieben. Eine nette Geste, die sich im Spiel aber so gut wie nicht auswirkt und damit eher zu einem Highscore verkommt. Erlegte Gegner, erfüllte Bonusmissionen und eingesammelte Memorychips der "Vorgängermodelle" bringen Geld ein, bzw. reduzieren die Kosten der Neuklonung. Auswirkungen auf den Spielverlauf, abgesehen von der Endbewertung, hat dies jedoch nicht. Für das vorliegende "Söldnersystem" leider eine verschenkte Chance, da man das verdiente Geld, außer für identischen Neuklone, nicht nutzen kann. Warum z. B. keine Waffen oder Klonupdates, bzw. generell die Wahl, mit welcher Ausstattung man sein Team ins Rennen schickt, wie viel Medipacks mit auf die Reise gehen oder welche Munition zum Einsatz kommt. Leider Fehlanzeige und damit hält das Spiel einiges an taktischen Potential zurück. Leider besteht keine Möglichkeit, verlorene Mitglieder während der Mission "nachzubestellen". Dies geht nur im 4er-Pack, sprich, ganz oder gar nicht, was schade ist, wenn man seine bisherige Strategie so ausgelegt hat, dass die Sniperfähigkeiten von Flint gefordert werden, diese sich jedoch unverschämter Weise lieber etwas anderes durch den Kopf gehen lies - eine Kugel. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Einflussnahme gewünscht. Positiv ist in diesem Zusammenhang jedoch die Möglichkeit, dass man jede Mission erneut probieren und somit seinen "Highscore" verbessern kann. Zwei kleine Fehler haben sich auch noch in Übersetzung und Missionsdesign eingeschlichen. So wurde statt Leuchtgranate fälschlicherweise Leichtgranate übersetzt. In der Mission, wo man Sektenführer Shadoon jagt, muss man ihn per Teleporter verfolgen und landet in einer Art Arena, danach geht's wieder raus, jedoch steht der Teleporter immer noch aktiv bereit, nutzt man ihn, landet man ziemlich gelangweilt in einem Dead End, das man nur noch per tödlichem Lavabad verlassen kann. Einige Level sind graphisch schon fast ein Overkill und nahe daran, eine Reizüberflutung auszulösen, was in Orientierungsproblemen resultiert. Hier wäre weniger mehr gewesen, auch wenn es großartig aussah, ging es manchmal zu Lasten der Übersicht. Etwas armselig kommen leider die Missionsbriefings daher, die durch vorgerenderte Cutszenen erzählt werden. Diese spielen sich ausschließlich im Raumschiff ab und zeigen nur die Helden und ihren Auftraggeber. Das hat zwar den galanten Charme und den Witz, wie man es aus 3 Engel für Charlie oder den Thunderbirds her kennt, hätte aber danach gerne noch ein wenig actionreichere Sequenzen bieten dürfen. Eine richtig nachvollziehbare Story darf man leider auch nicht erwarten.

Brute Force ist ein Spiel, das mich nicht direkt in der ersten Spielphase begeistern konnte, erkennt man jedoch das Potential und findet sich damit ab, dass man die 4 Protagonisten nicht zeitgleich in strategische Scharmützel verwickeln sollte, fängt der Spaß jedoch richtig an und es zieht einen unweigerlich in den Bann. Spielt man es im Singleplay unter Auswahl der jeweils für sich zurechtgelegten Taktik mit einer dafür geeigneten Spielfigur, eröffnen sich ausreichend taktische Möglichkeiten. Wer jedoch will, darf die Rambo Methode probieren. Brute Force bietet dank des Spielkonzeptes beides, was den Wiederspielwert ernorm erhöht. Gutes Leveldesign, das alternative taktische Ansätze erlaubt, sorgt für ca. 20 Stunden aufregenden Spielgenuss in 18 umfangreichen Missionen. Bombastische Graphik, eindrucksvoller Sound und der satirische, selbstironische Unterton runden das positive Gesamtbild ab- ein empfehlenswertes Spiel.


Geschrieben am 23.06.2003, Testkonfiguration: Xbox
 



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