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Botanicula  


Info
Autor 2
 1
 1.5
 2
Gesamt (5 votes) 1
 0.6
 1.4
 2.4
Name:Botanicula
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2012/04
Publisher: Daedalic Entertainment
Entwickler: Amanita Design
Offiz. Sites: Game
Hardware: 1.6Ghz, 1GB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 650 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/Vista/Windows7, DX9
Steuerung: Maus
Sprache: Multilingual
Bemerkung: Hybrid Version PC/Mac, auch als Downloadversion erhältlich
USK: 6
Botanicula (review von yak)

Oh, das sieht interessant aus, dachte ich mir, als ich die Screens auf gog.com zu Botanicula gesehen hatte. Schräg, mit einem eigenwilligen Graphikstil und es war nicht direkt zu erkennen, was für ein Spielgenre sich dahinter verbirgt. Gelesen hatte ich zu dem Spiel noch nirgendwo etwas, was aber sicher daran liegen mag, dass mich das gesamte Spielgeschehen und entsprechende News mittlerweile wenig tangieren. Es sah erst aus wie ein Jump & Run mit Puzzleeinlagen, entpuppte sich dann aber als ein Point & Click Adventure mit einem recht eigensinnigen Gameplay. Entwickelt wurde das Spiel von Amanita Design, die schon für Machinarium verantwortlich waren.

Warum mich das Spiel schon von den Screens her angesprochen hat, kann ich nur raten. Aber irgendwie erinnert mich das an die Zeichentrickfilme meiner Jugend... und das ist lange, laaaaaaange vor den Ninja Turtles gewesen. Der Stil ist abstrakt, etwas psychedelisch und hat den "Ostblockcharme" der frühen Farb-TV Zeit, als es ausschließlich drei TV Sender gab, ein Vormittagsprogramm aus dem Testbild bestand und Trickfilme mehr aus Osteuropäischen Ländern, als aus USA und Japan kamen, wie Lolek und Bolek oder mein heißgeliebter "kleiner Maulwurf"?

Avatarnicula

Der Heimatbaum wurde von bösen Marines Parasiten zerstört und nur noch eine letzte Saat hat überlebt. Fünf tapfere Helden machen sich auf den Weg, das letzte Saatgut zu retten und damit den Fortbestand zu sichern. Mr. Latern, Mr. Mushroom, Mr. Twig, Mr Feather und Mr Poopy Head sind die Außerwählten und beginnen ihre gefährliche Reise…

Botanicula ist nicht mit den üblichen Point & Click Adventures vergleichbar. Auf "echte" Dialoge muss man verzichten und Gegenstandsbeschreibungen der üblichen Art ebenso. Die Baumknirpse und ihre Gesellen unterhalten sich ausschließlich in einer guturalen Phantasiesprache und teilen ihre Nöte oder Bedürfnisse allenfalls in Gesten und Sprechblasen mit. Das passt auch ausgesprochen gut zum Setting und spart dem Entwickler zudem aufwendige Lokalisierungen.

Die wackere Bande wird durch einfaches Mausklicken zum entsprechenden Ort oder Gegenstand beordert. Viel mehr kann man dann auch schon nicht mehr machen. Entweder es passiert was Nützliches oder etwas ebenso komisch Unnützes, doch gerade das zeichnet den Spielspaß von Botanicula aus. Es ist köstlich mit anzusehen, wenn die Heldentruppe wild kreischend und panisch vor den Parasiten flüchten, sollten sie sich einmal zu nahe an sie herangewagt haben, da sie eine falsche Aktion ausgeführt haben.

Die Aufgaben in Botanicula sind recht einfach. Um auf dem Baum weiter fortzukommen, müssen die fünf Helden Barrieren oder Parasiten aus dem Weg räumen oder sie werden von anderen Bewohnern des Baumes daran gehindert. Entweder muss man die Parasiten verscheuchen oder Gegenstände für die anderen Bewohner beschaffen, die dann ihrerseits aktiv werden und die Insektentruppe dafür mit anderen Dingen entschädigen. Bewältigt man alle Aufgabe, geht's weiter zum nächsten Abschnitt.

Formicula

Das Gameplay in Botanicula beruht im Prinzip einfach darauf, alles auf dem Screen einmal anzuklicken und sehen, was passiert. Ein vogelähnliches Wesen wird bei Klicken grösser und gibt im "vollaufgepumpten Zustand" Töne von sich? Ok, dann mal alle in der Umgebung befindliche Kreaturen aufpumpen und ein Konzert veranstalten. Dann wiederum muss man Käfer, die als Trampolin missbraucht werden können so platzieren, dass man ein sonst unüberwindliches Gebiet durch Sprungkombinationen bewältigen kann. Das sind aber zumeist nie wirklich schwere Rätsel oder Kombinationen, da es meist nur wenig Einstellpositionen gibt. Vielmehr liegt der Spaß an jedem Rätsel darin, überhaupt erst einmal herauszubekommen, was die Jungs hier von einem wollen.

Botanicula könnte man so am besten als eine Art Minispielsammlung beschreiben, die in ein absolut uriges Szenario gepackt wurde. Zu den reinen Rätsel gesellen sich dann aber noch einige Actioneinlagen wie Ballersequenzen oder aber auch ein Käferrennen. Keines davon sollte aber selbst Gelegenheitsspielern Probleme bereiten. Der Witz und Charme des Spiels ist in den netten Figuren und komischen Reaktionen der Spielwelt begründet. Das Gekreische und Rumgehüpfe hat schon was Uriges an sich. Unterstützt wird das sicher auch durch das Heldenteam, das als Gruppe mit ihren Reaktionen viel mehr Spaßpotential bietet, als eine Einzelspielfigur. Absolut köstlich ist das kleine Marionettentheater, das spielerisch zwar keine Auswirkung hat, aber wenn die Bande den Vorhang öffnet. werden absolut köstliche Kurzepisoden dargeboten. Klasse!

Leider haben die Entwickler aber ansonsten die Team- und unterschiedlichen Charaktereigenschaften der Truppe etwas unterfordert. Die einzelnen Helden haben unterschiedliche Fähigkeiten, jedoch dürfen sie diese viel zu wenig im Spielverlauf ausleben. So kann man leider fast an einer Hand abzählen, wie oft man einzelne Figurenfähigkeiten an speziellen Situationen anwenden darf. Im Großteil des Spielverlaufes wählt man jeweils nur die Gruppe an, statt einen einzelnen Helden. Hier wurden eindeutig Chancen vertan und man hätte sich davon eindeutig mehr gewünscht, wie z.B. den dürren Helden Gummiband-ähnlich zu einer Behelfsbrücke umzufunktionieren oder die kleineren Gesellen durch enge Astlöcher zu jagen.

Botanicula wäre im Prinzip ein gelungenes Einsteigerspiel, doch dagegen sprechen einige Störimpulse. Nach der ersten Spielstunde eröffnet sich ein recht großes Spielareal und Anfänger können da schnell überfordert werden, denn das Spiel hält sich insgesamt damit zurück, den Spieler anzuleiten oder positives Feedback zu geben. Wenn man um die 15 Räume zu erforschen hat und man zudem viele Dinge anstellen kann, die letztendlich jedoch keine Relevanz zur Problemlösung besitzen, können unruhige Naturen da schon schnell die Lust verlieren. Daher hätte ich damit Probleme, das Spiel, dass ansonsten für Neueinsteiger vom Setting und der einfachen Handhabung her hervorragend dazu geeignet wäre, zu empfehlen. Hier ist schon etwas mehr Spielerfahrung von Nöten, um seinen Spaß damit zu haben, denn es könnte sein, dass ein nicht versierter Spieler ewig und drei Tage an einer Stelle hantiert, die eigentlich nur als Gimmick gedacht ist. Hier ist die Grenze leider nicht gut differenziert.

Die Handhabung und Steuerung ist einfach gelungen. Mit einem Klick auf das entsprechende Objekt kann man so gut wie alles erledigen. Nervig ist jedoch, dass das Aufpoppen der Menüleiste etwas zu sensibel reagiert, so dass man sehr oft das Menü öffnet, statt das "Raum verlassen Icon" zu aktivieren. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Steuerung jedoch dabei, wenn man Gegenstände durch den Screen navigieren muss. Das "Anschieben" mit der Maus ist hier etwas unkonventionell gelöst.

Trantulaella

Der Sound und die Graphik sind klasse umgesetzt, farbenfroh, abgedreht und stimmig. Die Musik passt hervorragend zum Spiel und ist eine tolle Symbiose aus Geräuschen, Kreaturengequiecke und Instrumentalmusik geworden. Das lustige "Juchu", wenn unsere Helden ein Problem gelöst haben, wird lange sympathisch in Erinnerung bleiben.

Die Auflösung des Spiels ist leider limitiert und bei hohen Bildschirmauflösungen/Widescreen bleibt das Spiel von einem schwarzen Kasten umrandet. Nach der Installation muss der Datenträger nicht im Laufwerk verbleiben, so dass Botanicula schnell einfach mal zwischendurch gespielt werden kann. Speichern kann man zudem jederzeit, mit Ausnahme einiger Actionpassagen.

Fazit

Botanicula ist ein höchst unterhaltsames Spiel geworden, das man genretypisch zwischen Point & Click und Minispielen einordnen müsste. Verpackt in ein skurrile, farben- und soundfrohe Welt mit viel Humor, kann der geneigte Spieler mit einer abgefahrenen Heldenbande Abenteuer bestreiten. Doch das leider nur für ausgesprochen kurze Zeit, denn nach knappen 4-5 Stunden hat man das Spiel beendet - etwas wenig für ein Adventure. Mehr hätte man zudem gerne von der Nutzung der unterschiedlichen Charaktereigenschaften der fünf Helden erwarten dürfen, die sich zum Großteil des Spieles eher wie ein Charakter verhalten. Nichtsdestotrotz entspringt aber gerade im Zusammenspiel des Fünferteams eine Menge Humor. Zudem wäre es für Einsteiger bei diesem Spiel wünschenswert gewesen, etwas mehr bei der Hand genommen zu werden. Schade, denn gerade das Szenario und die ansonsten einfache Handhabung sprechen hier dafür. Die kurze Spielzeit wird jedoch etwas entschädigt, denn das Spiel kommt in der Erstauflage nett im Klappcover verpackt, als Dreingabe gibt es ein Poster und eine Soundtrack CD dazu - das alles für knapp 20 Euro. Mac- Kompatibel ist es zudem auch noch. Wer es billiger möchte und ohne schöne Verpackung und Soundtrack auskommt, kann den Titel auch auf vielen Downloadportalen für knapp die Hälfte erwerben. Insgesamt ist Botanicula ein gelungen geschnürtes und liebevoll gestaltetes Gesamtpaket und mit Einschränkung auch ein schönes Mitbringsel für Spieleneueinsteiger. Botanicula ist höchst ein charmetes Game geworden, das trotz der kleineren Defizite und der kurzen Spielzeit noch die Note 2 verdient.


Geschrieben am 24.05.2012, Testkonfiguration: Intel Dual Core 3,17GHz, ATI4870HD, 3GB RAM, Creative X-Fi
 



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