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Bone Gold  

Rückseite ]

Info
Autor 3+
 1
 1.5
 2
Gesamt (2 votes) 3
 1
 1.2
 1.7
Name:Bone Gold
Genre: Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 2007/04
Publisher: bhv
Entwickler: Telltale Games
Offiz. Sites: Game, Demo
Links: www.boneville.com
Hardware: 1Ghz, 128MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 140 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000/Vista, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Bemerkung: engl Version auch als Downloadfassung
USK: k.A.
Bone Gold (review von nali_warcow)

Nach Aussage einiger Entwickler und Vertriebe hat das klassische Vertriebsmodell ausgedient. Die Spieler sollen nicht mehr länger in den nächsten Laden laufen oder beim Onlineshop ein Spiel für etwa 40 bis 50€ kaufen. Der Vertrieb soll digital erfolgen und am Besten in der oftmals genannten Episodenform. Entwickler sollen so nicht mehr so hohe Beträge investieren müssen und können das Spiel in kleinen "Häppchen", ähnlich einer TV Serie, in Stücken verkaufen. Während telltale Games inzwischen in monatlichen Abständen neue Sam & Max Episoden über das Internet vertreibt, hat deren Testballon inzwischen auch hiesige Händlerregale erreicht. Als ganz normale Ladenfassung bekommen Spieler die ersten beiden Episoden von "Bone" in der sogenannten Gold-Edition. Wie sich die ersten Versuche des Episodenformats im Adventurebereich schlagen und wie gelungen die Übersetzung ist, wird das folgende Review Auskunft geben. Ausgeliefert wird das Spiel in einer kleinen Eurobox mit Klappcover. In der sehr stabilen Box befindet sich neben dem knapp 40 Seiten, groß geschriebenen und farbigen Handbuch lediglich eine Registrierkarte und die Spiel CD. Auf der Disk befinden sich leider nur die synchronisierten Fassungen der beiden Episoden, die jeweils einzeln installiert werden und 370 bzw. 270 MB Platz auf der Festplatte benötigen. Zum Spielen muss die Disk im Laufwerk liegen. Abstürze gab es keine und auch unter Windows Vista läuft Bone ausgezeichnet, ohne allerdings Vista-Funktionen, wie den Gameexplorer, zu unterstützen.

Der lange Weg nach Hause

Die Hintergrundgeschichte von Bone basiert auf der 1991 veröffentlichten Comic-Serie von Jeff Smith. Das Abenteuer beginnt damit, dass die drei Bones "Fone Bone", "Smiley Bone" und "Phoney Bone" aus ihrem Dorf, Boneville, vertrieben werden. Die Suche nach einem Weg zurück nach Hause stellt sich jedoch weitaus schwieriger und verzwickter dar, als es auf den ersten Blick erscheint, da die Bones Probleme nicht nur magisch anziehen, sondern auch ganz andere, dunkle Kräfte am Werk sind. Präsentiert wird die Geschichte sehr stimmig in Zwischensequenzen und Dialogen, wobei schon in den ersten beiden Episoden, aus denen Bone Gold besteht, zahlreiche Charaktere auftauchen, die auch das eine oder andere Geheimnis behüten und alles andere als "platt" erscheinen. An dieser Stelle muss jedoch auch leider auf eines der Hauptmankos des Spiels hingewiesen werden: Das Spiel ist unvollständig. Im Gegensatz zu den 20 Comicbüchern erzählen die Spiele "Flucht aus Boneville" und "Das große Kuhrennen" nur den Anfang der großen Geschichte. Sehr viele Aspekte der Geschichte wecken Interesse und zahlreiche Handlungsstränge eröffenen sich. Doch am Ende, wenn der Abspann über den Schirm läuft, dann ist es sehr unbefriedigend, einen plötzlichen "Plotstopper" serviert zu bekommen. Das wäre so, als wenn der erste Star Wars Film in der Mos Eisley Cantina zu Ende gewesen wäre. Wann es jetzt überhaupt mal mit der Geschichte weitergehen wird, darüber hüllt sich der Entwickler in Schweigen. Wer nicht warten will, muss momentan zu den Comic-Büchern greifen.

Alles für ein Stückchen Honig

Immer dieser Ärger mit den Frauen. Ist doch Thorn glatt beleidigt abgehauen und hat den armen Fone Bone allein sitzen gelassen. Da hilft nur eins, Fone muss die Frau beeindrucken. Am besten lässt sich dies sicherlich dadurch bewerkstelligen, dass er ihr ein wenig Honig bringt, den sie unbedingt haben wollte, bevor es zum Streit kam. Außerhalb des Marktes wird Fone schließlich auch fündig. Vor einem großen Baum ist ein gigantisch großer Honigfleck auf dem Waldboden zu sehen. Hier muss doch irgendwo auch etwas frischer Honig zu finden sein. Vermutlich oben auf dem Baum, wo Fone auch gleich einige Honigwaben erblickt. Doch kaum streckt er seine Hände danach aus, kommt auch schon die Biene angeflogen. Und das ist eine gigantische große Biene. Alle Ausflüchte helfen nichts, wenig später fliegt der Bone vom Baum. Doch so schnell gibt er nicht auf. Wenn man selber nicht mehr weiter weiß, dann wird eben ein Experte gefragt. Immerhin gibt es ja einen Honigverkäufer auf dem Markt. In einem netten Plausch verrät der gute Herr dann auch seine besten Tipps; insbesondere wie er die Bienen ausschaltet: mit Rauch. Nur wo bekommt Fone Rauch her und dann noch auf den Baum? Richtig, da stand doch ein Heuwagen herum. Ein kleines Büschel davon wird unter dem Kessel, der bei einem der Händler blubbert, angezündet und danach fix zum Karren gebrach. Jetzt ist ausreichend Rauch vorhanden, nur der Karren steht noch nicht beim Baum. Aber vielleicht kann da ja die Kuh helfen, die vor den Wagen gespannt ist. Ein weiteres Büschel Heu wandert fix ins Inventar und wird dann auf die Kuh vor dem Wagen angewendet. Augenblicke später steht der qualmende Heuwagen unter dem Baum und die Biene fällt betäubt von oben herab auf das trockene Gras. Jetzt kann sich Fone endlich die Honigwabe nehmen.

2 in 1

Die Bond Gold-Edition besteht aus "Episode 1: Flucht aus Boneville" und "Episode 2: Das große Kuhrennen", wobei es sich anbietet, die beiden Adventures auch in dieser Reihenfolge zu spielen. Nicht nur die Handlung ist dann besser nachvollziehbar, auch die Einführung ins Gameplay erfolgt primär in Episode 1. Gerade Einsteiger und Leute, die bislang noch kein Adventure in den Händen gehalten haben, werden hier ohne Probleme einen Zugang zum Spiel finden. Das liegt auch daran, dass der Spieler durch eine sehr linear gestaltete Welt läuft und das Areal immer überschaubar gehalten ist. Lediglich zum Ende gibt es ein Rätsel, das sich über zwei - drei Bildschirme erstreckt. Ansonsten ist die Lösung des aktuellen Rätsels immer in unmittelbarer Nähe. Auch das Inventar bleibt sehr überschaubar und die Rätsel sind durchweg einfach, so dass Spieler, die schon ein Adventure gezockt haben, nach etwa ein bis zwei Stunden die erste Episode abgeschlossen haben. In den knapp zwei Stunden wird allerdings auch einiges an Abwechselung geboten. Neben recht vielen (in Bezug auf die Gesamtspielzeit) Dialogen, wodurch schon einige Aufgaben gelöst werden, stehen auch unterschiedliche kleine Minispielchen auf dem Programm. So gilt es den Charakter vor einen Stein zu platzieren und im richtigen Moment zur Seite zu bewegen, damit der Angreifer dagegen rennt und auf der Flucht vor Angreifern gilt es an zwei Stellen im richtigen Moment über Hindernisse zu springen. Spieler, die diese Actioneinlage nicht mögen, haben jedoch auch die Wahl, diese kurze Szene zu überspringen. Das schönste Rätsel der ersten Episode besteht darin, eine Wanze über Steine springen zu lassen, wobei die Wanze immer zwei kleine und einen großen Sprung ausführt. Frustmomente gibt es in "Flucht aus Boneville" nicht.

In "Episode 2: Das große Kuhrennen" schwenkt Bone dann ein wenig stärker ins Adventure-Genre und die klassischen Point & Klick-Rätsel rücken stärker in den Vordergrund. Trotzdem bleibt das Adventure recht einfach und damit für Einsteiger extrem frustfrei. Auch in Episode 2 gibt es wieder einige kleine Minispielchen. So gilt es mit einem Katapult Ziele zu treffen, Fußspuren aufzuwischen oder das Kuhrennen zu meistern. Die beiden zuletzt genannten Aufgaben verlangen dabei glücklicherweise keinen schnellen Finger, sondern schlaues Vorgehen. Erfreulicherweise sind die Entwickler auch vom linearen Weg der ersten Episode abgekommen. Von Anfang an kann der Spieler alle Schauplätze des kleinen Ortes Barrelhaven aufsuchen und frei zwischen den drei spielbaren Bones umschalten. Die Rätsel und Aufgaben greifen dabei teilweise ein wenig ineinander über. Während Phone in der Kneipe die Leute davon überzeugt, auf eine bestimmte Rennkuh zu wetten, kümmert sich Smiley in der Küche darum, dass die "Vorbereitungen" stimmen, um die Leute zu überzeugen, dass die Kuh wirklich schnell ist. Teilweise bringt diese "Freiheit", zwischen den Charakteren zu wechseln, aber auch ungünstige "Rätselstopper" mit sich. Erst wenn Fone seinen Preis beim Katapult-Schießen gewonnen hat, taucht der Budenbesitzer im Hinterhof des Restaurants auf, damit Phone dann seinen Hut kaufen kann. Insgesamt bietet "Das große Kuhrennen" Adventurespaß für etwa vier Stunden.

Präsentation

Optisch kann Bone zwar nicht mit modernen 3D Spielen mithalten und wirkt auch detailärmer als Ankh, doch insgesamt präsentiert sich das Spiel ansprechend und stimmig. Die Texturen sind zwar alle gering aufgelöst und die Landschaft wirkt teilweise recht polygonarm, doch dies bessert sich nicht nur im zweiten Teil, sondern wird auch locker von den Charakteren wieder ausgeglichen. Gerade die Bones sind sehr ansprechend animiert und bringen die unterschiedlichen Emotionen gekonnt rüber. Manchmal ist weniger doch mehr. Insbesondere da einem die kleinen Kerle, speziell Fone, schnell ans Herz wachsen. Aber auch die insgesamt sehr gute Übersetzung und Vertonung des Spiels trägt einen großen Teil bei, um eine stimmige Atmosphäre aufzubauen. Die Sprecher machen eine ausgezeichnete Arbeit und bringen die unterschiedlichen Charaktere gekonnt rüber. Der reiche Bone "Phoney", der starke Ähnlichkeiten zu Dagobert Duck aufweist, wird von Norbert Gastell gesprochen, den viele als Homer Simpson kennen werden. Fone wird von Norman Matt gesprochen, der auch schon als Guybrush Threepwood zu hören war und Smiley wird von Alexander Schottky gesprochen, der auch schon als George Stobbart in Baphomets Fluch zum Mikro griff. Einziger Wermutstrophen ist leider das völlige Fehlen der Originalsprecher. Hier hätte sich eine mehrsprachige DVD-Version angeboten.

Spielerisch präsentiert sich Bone als waschechtes Adventure mit einer einfachen Point & Klick-Steuerung. Je nach Gegenstand auf dem Bildschirm verändert der Cursor seine Form und zeigt so direkt an, ob der jeweilige Bone das Objekt nur ansehen oder auch benutzen kann. Das Inventar ist platzsparend in Form einer kleinen Tasche am unteren Bildschirmrand untergebracht und schüttet bei Bedarf, wenn der Spieler darauf klickt, die Gegenstände aus. Sollte der Spieler trotz der eher einfacheren Rätsel an einer Stelle hängen, gibt das integrierte Hilfesystem in mehreren Schritten immer genauere Tipps. Dialoge lassen sich mit einer Taste abbrechen und wenn keine Zwischensequenz läuft, kann das Spiel auch jederzeit gespeichert werden. Die Anzahl der Savegames ist dabei allerdings beschränkt und eine Bezeichnung kann der Spieler nicht selber eingeben.

Meinung

In der aktuellen Fassung ist Bone nicht wirklich ein gutes Aushängeschild für das Episodenformat. Es ist ja an sich nicht schlecht, wenn das Ende einer Episode zum Weiterspielen motiviert und auch die Handlung einiges hergibt. Nur wenn dann der Nachschub an weiteren Fortsetzungen verebbt, kommen Zweifel am Konzept auf. Ansonsten präsentiert sich Bone als ein sehr nett gemachtes, humorvolles und witziges Adventure, welches gerade für das jüngere Publikum eine gute Wahl darstellt. Auch die sehr gelungene und hochkarätig besetzte Synchronisation weiß zu gefallen und auch ältere Spieler, die gerne liebevolle Charaktere und einer interessanten Story folgen wollen, sollten einen Blick riskieren. Wer mehr rätseln möchte, ist mit Ankh jedoch besser bedient.


Geschrieben am 28.04.2007, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 2GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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