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007-Quantum of Solace  

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Info
Autor 4+
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Gesamt (2 votes) 4+
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Name:007 - Quantum of Solace
Genre: Egoshooter
Produkt: Vollversion
Release: 2008/11
Publisher: Activision
Entwickler: Treyarch
Offiz. Sites: Game
Links: 007.com
Hardware: Xbox360
System: Xbox360
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Englisch
zensiert: nein
Serie: ja
Bemerkung: Auch für PC, PS 3, PS 2, Wii & DS
USK: keine
007 - Quantum of Solace (review von nali_warcow)

Ende 2008 hatte der wohl bekannteste, britische Geheimagent, James Bond, seinen 22 Kinoauftritt. Pünktlich zum neuen Film gab es dann nach längerer Pause und einem Wechsel der Bond-Lizenz von EA zu Activision endlich wieder ein 007-Spiel. Film und Spiel profitieren oftmals nicht zwingend voneinander und auch spielerisch wird bei solchen Lizenzversoftungen meist wenig Anspruchsvolles geboten. Aber vielleicht ist Quantum of Solace, oder wie die bescheiden klingende deutsche Übersetzung heißt "Ein Quantum Trost", ja ein Ausnahme der "90% der Lizenzspiele sind Müll" Regel. Vielleicht hat es Entwickler Treyarch geschafft und auf Basis der Call of Duty 4-Engine ein brauchbares Agenten-Spiel auf die Beine gestellt. Oder hat das Videospiel so wenig mit gutem Gameplay zu tun, wie der letzte Kinostreifen mit all dem, was James Bond ausgezeichnet hat? Ein Blick auf die Wertung im grünen Kasten auf der rechten Seite, verrät die Tendenz: Viel erwarten sollte man nicht. Es ist wenig verwunderlich, dass Activision ein Lizenzspiel wie James Bond für zahlreiche Plattformen auf den Markt bringt. Abgedeckt werden alle aktuellen Systeme von der Xbox 360 bis zum DS, wobei sich unterschiedliche Entwicklerteams um die einzelnen Systeme gekümmert haben. Bei der hier getesteten Version handelt es sich um die 360-Variante, die Inhaltlich und optisch gleich ist mit der Playstation 3-Version. Der PC-Port wurde vom Entwickler "Beenox" umgesetzt und ist als "Games for Windows Live"-Titel im Händlerregal zu finden. Geboten wird in der normalen Fassung lediglich 08/15-Inhalt, bestehend aus Spiel-DVD und dünnem Anleitungsheftchen. Lediglich 6 Seiten, in schwarzweiß, wurden für die Erklärung von Steuerung und In-Game-Display verwendet. Die jeweiligen Special Editions bietet auf einem zusätzlichen Datenträger Bonusmaterial in Form von Videos und statt einer normalen DVD-Hülle gibt es ein Steelbook.

Zwei Filme in einem Spiel

Auch wenn das Spiel lediglich "Quantum of Solace" im Titel trägt, so haben die Entwickler doch die Handlung der letzten beiden Bond-Streifen umgesetzt, wobei Casino Royal als Rückblende eingebaut wurde. Das Agentenabenteuer beginnt in Italien, wo Bond Mr. White an seiner Villa auflauert. Nach einer actionreichen Auseinandersetzung mit dessen Bodyguards folgt die Handlung des Videospiels der Leinwandvorlage, bis der Spieler schließlich in Bolivien abstürzt und in einer Höhle die anrückenden Verfolger beseitigen muss. Nachdem Bond in einer Rückblende noch einmal die Geschehnisse aus Casino Royal und den Tod Vespers "verarbeitet" hat, schwenkt die Handlung auch schon in Richtung Zielgerade und Wüste…

Ausreichend Stoff und Inhalt bieten die Filmvorlagen, nur leider haben sich die Entwickler alle Mühe gegeben, den Spieler keine spannende Handlung zu präsentieren. Was einem während und nach den Missionen geboten wird, ist ausgesprochen dürftig, lückenhaft und willkürlich gestückelt. Abgesehen von den ersten (Zwischen)Sequenzen wird im Grunde gar keine Handlung präsentiert. Selbst spektakuläre Ereignisse, wie einen Angriff auf das Flugzeug mit anschließendem Absprung, wird lediglich lapidar mit einem auftauchenden Punkt auf dem Bildschirm und den Worten "Bond ist rausgesprungen" mitgeteilt. Die ganze Zeit über darf sich der Spieler wild auf dem Monitor auftauchende Infofenster ansehen, welche meist nur ein kleines Bildchen enthalten, während einige MI 6-Mitarbeiter reden und versuchen, die Schauplätze notdürftig zu verbinden. Etliche Ereignisse aus den Filmen werden zudem komplett ignoriert und selbst mit Filmkenntnissen wundert man sich teilweise, wie (schnell) es von einem Schauplatz zum nächsten geht. Warum Dominic Green beispielsweise das Land in Bolivien überhaupt haben möchte, wird nicht einmal angeschnitten und Bonds Gewinn im Casino Royal wird mit einigen Pokerkarten auf dem virtuellen Desktop und einem MI 6-Sprecher "Bond hat gewonnen" präsentiert. Wirklich viel von den Filmen ist somit nicht mehr enthalten. Wer zudem die Filme nicht kennt, wird eh nicht verstehen, was gerade abläuft. Einziges Wiedererkennungsmerkmal sind einige Schauplätze, die digitalen Abbilder der Schauspieler und das Wort "Bond", ansonsten könnte man Quantum of Solace, wie auch schon den Film, für eine X beliebige Actionunterhaltung halten.

Ein Abenteuer in Häppchen

Unterteilt ist das actionreiche Spiel in 15 einzelne Abschnitte, die auch jederzeit über die Kapitelauswahl erneut gespielt werden können. 15 Spielabschnitte klingt erst einmal nicht schlecht, doch selbst auf der höchsten Spielstufe (007), ist der "Spaß" nach zwei Abenden vorbei. Wer nur auf dem leichten Schwierigkeitsgrad spielt, sieht schon nach etwa drei Stunden das Ende. Einige Abschnitte sind nämlich extrem kurz ausgefallen und durch die strikte Linearität gibt es keinen Grund, einen Level erneut zu spielen. Lediglich Achievementjäger werden vielleicht noch einmal in einen Abschnitt schauen, um das letzte versteckte Telefon zu finden oder alle Mission im 007-Modus zu bewältigen. Ansonsten versperren kleinste Hindernisse, wie Minizäune, Brüstungen und andere Absperrungen den Weg und sorgen dafür, dass es immer nur einen Weg gibt. Auch das in vielen Spielen beliebte Backtracking gibt es in Quantum of Solace nicht. Lediglich in drei Fällen, etwa wenn sich Bond zuerst über Gassen und Dächer einen Weg ins Gebäude sucht und in der darauf folgenden Mission das Gebäude infiltriert, bauen die Abschnitte aufeinander auf und habe eine "Verbindung". Normalerweise erlebt der Spieler einfach nur kurze Passagen aus einem der beiden Filme, bevor der nächste Schauplatzwechsel auf dem Programm steht. Bond ist dabei nicht immer nur in Tunneln, Gängen und Gebäuden unterwegs, die Leveldesigner haben schon versucht, ein wenig Abwechslung ins Spiel zu bringen und selbst diese Auflistung hier umfasst nur einen Bruchteil der im Game auftauchenden Orte: Bond verfolgt den Verräter Mitchel über die Dächer Italiens, hält Camille in einer Höhle zahlreiche Angreifer vom Hals, infiltriert einen Zug, vereitelt einen Anschlag auf den Flughafen von Miami, schleicht durch eine Oper und kämpft sich durch ein Wüstenhotel. Kenner der Kinovorlage werden viele Schauplätze wiedererkennen. Teilweise auch aus Perspektiven, die so in den Filmen nicht zu sehen waren. So beginnt etwa die Verfolgung in Italien zuerst im Abwassersystem, geht kurzzeitig durch die Straßen, über die Dächer und endet mit einem Endkampf in einer Kirche. In einer anderen Mission gilt es erst das Dach des Gebäudes von Snipern zu säubern, danach einen Weg über die Hinterhöfe zu nehmen, um schließlich am Gebäude nach oben und über das Dach zur Einstiegsluke zu gelangen. In der Flughafenmission erlebt der Spieler, wie sich Bond durch das Gebäude arbeitet und die Mission endet abrupt, wenn der Agent die Landebahn erreicht.

Ein Großteil der Action und Missionen sind zwar an den Film angelehnt, allerdings wurden viele Szenen erweitert. Während Bond im Film nach dem Flugzeugabsturz ohne Gegner durch die unterirdische Höhle wandert, so warten im Spiel etliche Feuergefechte und ein Kampf gegen einen sehr tödlichen Hubschrauber auf den Spieler. An anderen Stellen, etwa Bonds Flucht nach seiner Gefangenschaft, ist komplett neu. Neben der eigentlichen Flucht, kann der Spieler sehen, wie Vesper entkommen kann und darf auch kurzzeitig als Scharfschütze Deckungsfeuer geben. Ähnlich verhält es sich mit der Zugfahrt nach Montenegro, die Filmfreunde lediglich durch eine Dialogszene kennen. In der Videospielumsetzung dagegen reisen auch einige Dutzend böse Jungs mit, die nur mit bleihaltigen Argumenten zu überzeugen sind.

Schleichen und Ballern - Spielspaß und Langeweile

Auch wenn das Spiel extrem kurz ausgefallen ist, so klingt die Auflistung und auch die umfangreiche Auswahl an Schauplätzen nach einem durchaus unterhaltsamen Actionabenteuer. Wenn da nur nicht das eigentliche Level- und Gameplaydesign einen Strich durch die Rechnung machen würde. Quantum of Solace präsentiert sich als eine Action-Stealth-Mischung, die durchaus Parallelen zu Splinter Cell oder Metal Gears Solid erahnen lässt, aber nun ganz gewiss kein Stealth-Shooter geworden ist. Wobei, genau genommen wäre ein James Bond im Sam Fischer-Stil sehr viel besser gewesen, als diese Mischung, die Treyarch hier verbockt hat. Sich still und leise hinter einer Wache anzuschleichen, Sicherungssysteme zu knacken, Überwachungskameras auszuweichen und möglichst unbemerkt vorzugehen, ist der spaßige Teil des Games. Wenig(er) unterhaltsam ist es, sich mit unzähligen Gegner anzulegen, die teilweise im Dutzend angreifen oder hinter Deckungen stehen. Der eigentliche Haken liegt dann darin, dass so manche Level zwar Schleichpassagen bieten, aber ab einer bestimmten Stelle genau vorgegeben ist, dass jetzt wieder Action angesagt ist. In einer Mission gilt es sich über das Dach Zugang zum Wissenschaftszentrum zu verschaffen. Das erste Drittel der Mission kann schleichend wunderbar durchgespielt werden, aber dann kommt Bond an eine Stelle, an der zwei Wachen stehen. Egal wie gut man sich anstellt, in welcher Reihenfolge die beiden Posten ausgeschaltet oder welche Ablenktricks angewendet werden, sobald auch nur einer getroffen wird oder auf das kleinste Geräusch reagiert, fährt ein LKW heran, der schon weiter hinten in der Kulisse zu sehen ist, und es kommt zum Kampf gegen schier endlose Gegnermassen. Ähnlich verhält es sich in der Flughafen-Mission oder bei Bonds Untersuchungen im Casino Royal. Der Spieler darf schleichen, aber nur bis eine vorgegeben Stelle erreicht ist. Wenn dann im Flughafen das dritte Terminal erreicht wurde, tauchen gleich ein Dutzend Feinde auf.

Die Schleichpassagen können sicherlich nicht mit Genrekonkurrenten mithalten. Bond hat ja - wie auch im Film - nicht ein brauchbares Gadget im Inventar. Sich leise und vorsichtig zu bewegen, ist spannend und macht Spaß. Mit einem Schalldämpfer auf der Pistole oder mit Nahkampfangriffen können Gegner ausgeschaltet werden, Überwachungskameras lassen sich deaktivieren und an Hand einer Übersichtskarte verliert man auch nie den Überblick. Einen ganz anderen, sehr viel schlechteren Eindruck hinterlassen die Actionpassagen. Abgesehen von nett inszenierten Passagen, wie etwa die Kämpfe von Zug zu Zug im Montenegro-Level, wird bei den Shootereinlagen dürftige Standardkost geboten, wobei überwiegend mit Gegnermassen versucht wird, das schwache Gameplay zu vertuschen. In den meisten Fällen kommt der Spieler in einen größeren Raum, Halle oder Außenareal, wo sich einige Gegner aufhalten oder kurz nach Betreten aus allen möglichen Ecken und Winkeln erscheinen. Ähnlich wie in Epics Actiontitel gilt es dann sich schnellstmöglich hinter die nächste Deckung zu begeben und die Feinde der Reihe nach zu eliminieren. Unter Zeitdruck steht der Spieler dabei nicht und eine wirkliche Bedrohung kommt lediglich durch die Anzahl an Feinden zu Stande. KI-technisch wird jedoch Sparflamme geboten. Die Angreifer gehen schon passabel in Deckung, können Granaten ausweichen und sind auch recht treffsicher, aber das war es dann auch schon. Es wird nicht versucht, sich an den Spieler heranzuarbeiten, die CPU-Bösewichte laufen mitunter wie aufgescheuchte Hühner umher oder verharren auch gerne still und stumm auf einer Position. An mehreren Stellen passiert es zudem, dass einem die Angreifer der Reihe nach vor die Waffe laufen, weil sie den Spieler erreichen wollen. Speziell in mehrstöckigen Levelarealen passiert es gerne, dass die Angreifer nach oben / unten wollen und einer nach dem anderen den gleichen (Angriffs)weg nimmt, um an der gleiche Stelle, wie schon die fünf Kollegen zuvor, zu sterben. Wurde ein Raum / Areal von Feinden gesäubert, dann geht es meist nicht direkt weiter, sondern es kommen "Verstärkungswellen". Teilweise kommen die neuen Angreifer nicht einmal aus Türen, sondern Respawnen einfach um den Spieler herum. Einmal kurz drehen und schon ist der Spieler eingekesselt. So erlebt gegen Ende des Flughafenlevels oder im Untergeschoss des Wissenschaftszentrums. Manch gemeine Scripts setzen einem auch mal Gegner in den Rücken. Im Parkhaus des Ecos kommen die Angreifer zwar aus hinteren Türen oder wenn sich der Zugang zum zweiten Teil des Parkdecks öffnet, aber nur, weil nach den ersten 20 Gegnern, weitere 20 und danach noch eine 20iger-Welle erscheinen, macht das Spiel nicht zwingend mehr Spaß. Kontrollpunkte gibt es meist auch erst, wenn alle Angriffswellen ausgeschaltet wurden.

Auch in eigentlich für Stealth prädestinierten Missionen, wie der Verfolgung von Vesper in Venedig, haben die Entwickler durch solche Endloskämpfe das Spiel massiv gestreckt und das Gameplay sehr eintönig gestaltet. Besonders kurios: An der Stelle, wo es im Film zum Kampf kommt, läuft der Spieler einfach durch und es gibt keine Angreifer. Wirklich packende Stellen gibt es somit selten. Hier und da sind nette Ideen vorhanden, aber echte Highlights gibt es selten. Wie schon angesprochen, macht das leise Vorgehen am meisten Spaß, die Infiltration der Oper ist stimmig, das einstürzende Haus in Venedig ist gut umgesetzt und es gibt weitere nette Momente. Aber meist, wenn die Action beginnt, wird es langweilig. Ab und zu darf Bond auch einmal Gegner im Nahkampf verdreschen und am Ende einiger Missionen ein kurzes Buttonspielchen bewältigen, um einen besonders schlimmen Bösewicht zu beseitigen. Abgesehen von zwei Helikoptern werden nur 08/15-Bösewichter geboten. Zudem wird das Knacken von Schlössern, Ausschalten von Feinden im Nahkampf und Balancieren über Stangen/ schmale Objekte über ähnliche Button- und Stickspielchen gemeistert.

Onlinekämpfe & Waffenauswahl

Wer das recht kurze Bond-Abenteuer gemeistert hat, kann sich nicht nur an einem höheren Schwierigkeitsgrad versuchen oder im Level versteckte Handys suchen, sondern auch im Mehrspielermodus austoben. Während die Bezeichnung "schwach" den Einzelspielermodus ganz gut beschreibt, so ist der Multiplayerteil doch etwas besser ausgefallen. Zum Großteil liegt dies sicherlich am Call of Duty 4-Grundgerüst, aber das Ergebnis kann durchaus einige Abende unterhalten. Mit insgesamt sieben Spieltypen wird eine breite Palette an Spielmodi geboten. Spielerisch sind es zwar keine neuen Offenbarungen. Es handelt sich um Bond-Version bekannter Spielvarianten, Abwechslung ist aber vorhanden. Wer einfach nur ballern möchte, kann sich in einem klassischen FFA-Deathmatch austoben. Im "Golden Gun"-Modus tötet die besondere Waffe nicht nur jeden Gegner mit einem Schuss, sondern bringt auch mehr Punkte als normale Kills ein. Damit es der Golden-Gun-Waffenträger nicht ganz so leicht hat, wird durch ein entsprechendes Symbol immer angezeigt, wo sich der Spieler gerade aufhält. Zusätzlich gibt es auch Team-Spiele, so dass der MI 6 in unterschiedlichen Varianten gegen die Organisation antreten kann. In "Bond Evasion" muss die Geheimdienstseite den 007-Agenten sicher zum Ausgang eskortieren, während die bösen Jungs lediglich James ausschalten müssen, um zu gewinnen. Zudem gibt es ein ganz normales TDM und in "Territory Control"-Partien müssen entsprechende Kontrollpunkte eingenommen und gehalten werden. Ausgetragen werden die Partien auf einer Reihe mitgelieferter Karten, die sich meist recht stark an Schauplätzen der einzelnen Missionen orientieren, dafür aber durchweg sehr viel offener gehalten sind. So gibt es viele Wege, Gänge und Etagen, wodurch immer mehrere Routen möglich sind. Gekämpft wird auf dem Dach eines Hochhauses, im Parkhaus des Eco Hotels, den Dächern von Siena, der Baustelle aus Casino Royal und im Miami Airport, um einige der Multiplayerschauplätze zu nennen. Erfreulich ist am Mehrspielermodus der reibungslose Ablauf. Schnell und unkompliziert ist ein Match gestartet / Mitspieler gefunden und schon kann es losgehen. Lags oder andere technische Probleme gab es nicht und obwohl recht viele Spieler auf ein Headset verzichten, klappt das Teamplay in der Regel recht ordentlich. Wer keine Lust auf Ranked Games hat, der kann auch eigene Matches erstellen und nach Belieben an den Parametern schrauben. Dann muss die Spielzeit oder das Punktelimit nicht den Standardeinstellungen entsprechen, was je nach Karte und Spieltyp in einigen Extremfällen zu hoch/lang oder gering/kurz ist. Im Mehrspielermodus kann der Spieler auf das gleiche, durchaus umfangreiche Waffenarsenal zurückgreifen, womit sich schon im Story-Modus die Angreifer über den virtuellen Jordan befördern ließen, jedoch steht nicht von Anfang an das komplette Arsenal zur Auswahl. Nur wer erfolgreich Mehrspielerpartien beendet, kann sich durch die gewonnenen Punkte neue Waffen und Ausrüstung kaufen. Je nach Geschmack kann auf eine bestimmte Waffe gespart werden, die Bleispritzen können einen Goldanstrich bekommen und es gibt neben Granaten auch Rauchbomben und Annäherungsminen. Zusätzlich können optionale Waffenerweiterungen, wie etwa eine Zoomfunktionen oder größere Magazine, erworben werden. Auch dem Charakter können einige "Upgrades" nicht schaden. Durch entsprechende Investitionen gibt es beispielsweise zusätzlichen Rüstungsschutz oder mehr Lebenspunkte.

Schon die Filmvorlage des letzen Bond-Streifens war nicht mehr wirklich der Bond, an den man sich in den ganzen letzten Jahren und Jahrzenten gewöhnt hatte. Es war ein neuer Bond, ein Agent, der komplett ohne Hightechspielzeug oder Gadgets auskommt. Leider haben sich die Entwickler daran orientiert und es gibt keine Goodies, keine originellen Waffen, keine speziellen Items und auch Actioneinlagen, wie etwa Fahreinlagen, sucht man vergebens. Bond ist zum 08/15-Actionhelden mutiert, der - ähnlich wie viele Genrekollegen - mit einer automatisch regenerierenden Gesundheit auskommt. Entsprechend gibt es keine Healthpacks im Level und auch auf Rüstungen muss verzichtet werden. Der beste Schutz für den Agenten ist Deckung in Form fester Baustoffe, die möglichst nicht gleich nach einigen Treffern auseinander fallen.

Präsentation

Entwickler Treyarch auf das Call of Duty 4-Grundgerüst zurückgegriffen. Entsprechend kommt auch die in Modern Warfare eingesetzte Grafikengine zum Einsatz. Nur, was im Infinity-Shooter noch durchweg sehr ordentlich ausgesehen hat, kommt beim aktuellen James Bond Spiel nicht nur ein wenig in die Jahre, sondern zeigt auch einige deutliche Schwankungen in der grafischen Qualität. Den besten Eindruck hinterlassen einige Rendersequenzen, die nett anzusehen sind, aber im späteren Spielverlauf immer seltener verwendet werden. Auch gibt es teilweise sehr schön ausgestattete, dekorierte und eindrucksvolle gestaltete Areale, in denen teilweise auch einiges zu Bruch gehen kann. Speziell in Levelpassagen, in denen Demolierungen via Script vorgegeben sind (etwa die brennende / explodierende Villa im ersten Level), hinterlässt der Titel einen stimmigen Eindruck und auch Daniel Craig wurde mit hohem Wiedererkennungswert umgesetzt. Der Rest von Quantum of Solace geht dagegen eher in Richtung Mittelmäßigkeit mit Tendenz nach unten. Während die zuvor angesprochene Villa von Mr. White demoliert wunderbar aussieht, erinnert jedoch der Anfang der Mission mit grausiger Aus- & Beleuchtung und groben Klötzen an Shooter aus grauer Vorzeit. Das ganze Spiel über schwankt die gebotene Grafikpracht und lässt vermuten, dass teilweise einfach keine Zeit mehr für Feinschliff und mehr Details vorhanden war. Gerade auch belebte Schauplätze aus den Filmen sind - abgesehen von den Feinden - komplett leer. So wird aus einer belebten Baustelle eine Kulissenstadt und Zivilisten aus Zwischensequenzen sind in Gameplaypassagen nicht mehr vorhanden. Positiv wäre höchstens einzuwerfen, dass das Geschehen dafür ohne Ruckler abläuft und auch die Missionen schnell eingeladen werden. Unschön sind zudem Ärgernisse bei der akustischen Umsetzung. Zum einen befindet sich jeweils nur eine Sprachfassung auf der Disk und zum andern gibt es sehr starke Schwankungen in Bezug auf die Lautstärke zwischen Gameplay und Zwischensequenz. Leider verfügt der Titel nicht einmal über eine Option, um die Lautstärke für Sprache, Geräusche und Musik individuell einstellen zu können.

Meinung

Quantum of Solace präsentiert sich als recht skurrile Ansammlung unterschiedlicher Ideen und Spielelemente. Egal ob Story, Level oder Gamepay, es wird viel versucht, aber wenig wirklich gut umgesetzt. An einigen Stellen im Spiel kommt durchaus ein wenig Bond-Feeling auf und die Schleichpassagen waren spielerisch am besten. Aber dazwischen gibt es ständig Massenkämpfe nach Schema F, eine - wenn überhaupt - bruchstückhaft präsentierte Handlung und willkürlich erweiterte, gekürzte oder entfernte Filmpassagen. So wird aus der Verfolgung des Bombenlegers in Uganda ein stumpfsinniger Massenkampf, die Baustellenszene wird zur Einöde und das eigentliche Ende - der Actionpart aus dem Film- in der Botschaft, wird einfach gestrichen. Was am Ende bleibt ist ein passabler Onlinepart, der aber auf gar keinen Fall einen Vollpreiskauf rechtfertigen würde. Im Einzelspieler ist der Titel extrem kurz und mit Bond hat das Spiel so wenig zu tun, wie die letzten beiden Filme selbt. Würde es nicht im Titel stehen, könnte man das Dargebotene für 'ne billige 08/15-Kopie halten. Egal ob man nun schleichen, ballern oder beides möchte, mit "Call of Duty", "Das Bourne Komplott" bis hin zu "Splinter Cell" gibt es besser und günstigere Alternativen.


Geschrieben am 12.02.2009, Testkonfiguration: Xbox360
 



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